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Veröffentlicht am 07.03.2021

Verwechslungen auf Sizilianisch

Das Karussell der Verwechslungen
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"Das Karusell der Verwechslungen" ist ein Kriminalroman aus der Feder von Andrea Camilleri. Die gekürzte Hörbuchfassung wird von Bodo Wolfgang gesprochen.

Die Handlung beginnt mit einer Verwechslung zwei ...

"Das Karusell der Verwechslungen" ist ein Kriminalroman aus der Feder von Andrea Camilleri. Die gekürzte Hörbuchfassung wird von Bodo Wolfgang gesprochen.

Die Handlung beginnt mit einer Verwechslung zwei Fliegen durch Commissario Montalbano, und so beginnt das Karusell der Verwechselungen sich zu drehen. In seiner gewohnt ruhigen und gemächlichen Art fängt Montalbano an zu ermitteln, warum zwei Bankangestellte überfallen, betäubt und freigelassen wurden. Dann kommt noch ein weiterer Fall hinzu, wo ein junger Unternehmer und seine Freundin vermisst werden. Doch auch das bringt den Commissario nicht aus der Ruhe und nach und nach setzt er die Puzzleteile zur Lösung des Falls zusammen.

Gleich zu Beginn des Hörbuches habe ich mich an die bisherigen Bücher aus der Reihe erinnert, die ich vor einigen Jahren gelesen habe. Die Stimmung des Buches - Sonne, Wärme, Sizilien - überträgt sich direkt auf den Leser, so das man denken könnte, mit dem Commissiario zum Mittagessen an einem Tisch zu sitzen. Vertraute Figuren wie Montalbanos Haushälterin Adelina oder seine Kollegen Catarella und Fazio sind natürlich auch dabei und geben einem das Gefühl dazuzugehören, durch all ihre Eigenheiten, die man schon kennt.

Und wie gewohnt nimmt das Buch hier und dort einen Umweg, der nicht sofort nachvollziehbar ist, was ich aber von früheren Bänden kannte.
Durch die wirklich tolle Lesestimme von Bodo Wolf bin ich aber viel weniger als früher von der Handlung abgeschweift und hatte dadurch ein viel besserer Gefühl für die Handlung.

Fazit: Es ist, als ob man einen alten Bekannten nach langer Zeit wiedertrifft, wo man vieles weiß was er erzählt, aber dann doch wieder überrascht wird, weil es doch einiges Neues zu berichten gibt.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Sprecher
  • Spannung
  • Cover
Veröffentlicht am 13.11.2018

Spannend bis zur letzten Seite

Das Extrawurscht-Manöver
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Der frühere Polizist Sven Schäfer, der nach seiner Entlastung inzwischen sein Geld als Privatdetektiv in Augsburg verdient, erhält einen neuen Auftrag: Er soll für seine Klientin Rebecca Tronthoff ihre ...

Der frühere Polizist Sven Schäfer, der nach seiner Entlastung inzwischen sein Geld als Privatdetektiv in Augsburg verdient, erhält einen neuen Auftrag: Er soll für seine Klientin Rebecca Tronthoff ihre verschwundene Mitarbeiterin Iris Gulden finden. Was anfangs nach einem einfachen und langweiligen Job klingt, wo Schäfer sich keine großen Hoffnungen auf Erfolg macht, wird rasch zu einem Mordfall mit weltweitem HIntergrund - und einem Mops als Hauptzeugen.

Der Krimi, der vom Cover und den ersten Kapiteln wie ein gemütlicher "Durchlese-Krimi" mit Augsburger Lokal-Kolorit klingt, nimmt schon sehr bald an Fahrt und Spannung auf. Zusammen mit Elsa Dorn, Kriminalhauptkommissarin bei der Sitte und Schäfers Kontakt zur Polizei, fängt er nach der Entdeckung der Leiche von Iris Gulden an zu ermitteln. Die Brutalität des Mordes lässt ihn aufschrecken und er schwört, den Mörder zu finden. Einziger Nachteil: Der einzige Zeuge ist ein Mops mit Glitzer-Halsband. Elsa Dorn kümmert sich gleichzeitig um einen auszubrechenden Bandenkrieg, der sich um die Vorherrschaft in Augsburg im Menschenhandel dreht. Schnell vermutet man als Leser, dass es einen Zusammenhang zwischen den beiden Verbrechen geben muss und auch eine ganze Reihe unsymphatischer Personen wie der Europol-Ermittler Clemens van der Elst oder ein dubioser Schamane sind schnell als potenzielle Verdächtige ausgemacht.
Besonders gut gefallen hat mir der Perspektivwechsel zwischen Schäfer und Dorn, so dass beide Erzählstränge gleichmäßig weitergesponnen wurden. Dazu kommt, dass beim Wechsel häufig ein Cliffhanger am Kapitelende war, und man einfach weiterlesen wollte, um zu wissen, wie es weitergeht. Die Kapiel waren dabei nicht so lang, dass ich zwischendurch vorgeblättert habe, um zu erfahren, wie die jeweilige andere Erzählung weitergeht. Beide Ermittlungen, die am Ende zusammenlaufen, kreuzen sich auch schon vorher mal und sind beide gleich spannend geschrieben.

Als man dann denkt, ja, jetzt weiß ich alles und die inzwischen drei Morde sind aufgeklärt, merkt man plötzlich, dass noch mindestens 40 Seiten zu lesen sind. Und welche Aspekte der Geschichte man beinahe vergessen hat - in meinem Fall die Sache mit dem verschwundenen Mädchen, worauf Elsa Dorn von einer Prostituierten hingewiesen wurde.
Ganz zum Schluss war es für meinen Geschmack etwas übertrieben, zuviel Handlung auf zuwenig Raum mit zu vielen Beteiligten.

Mein Fazit: Ein toller Krimi, dem man von Titel, Cover und Einleitung nicht ansieht, dass er sich mit einem so aktuellen Thema wie Menschenhandel und Sklaverei auch in Deutschland befasst und dieses Thema auch sehr gut vermitteln kann.
Die Morde sind schon recht brutal, passen aber gut zur Thematik, wo man keine Zimperlichkeiten erwartet.

  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Humor
  • Lokalkolorit