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Veröffentlicht am 30.05.2026

Auf der Suche nach Japans verborgenen Goldverstecken

Tokyo Lily. Auf der Jagd nach Hirohitos Gold
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„Tokyo Lily. Auf der Suche nach Hirohitos Gold“ von Meinrad Braun ist ein Kriminalroman, der in den 1950er Jahren spielt. Die junge Amerikanerin Mirabell reist nach Japan, um einen Kriegshelm gegen einen ...

„Tokyo Lily. Auf der Suche nach Hirohitos Gold“ von Meinrad Braun ist ein Kriminalroman, der in den 1950er Jahren spielt. Die junge Amerikanerin Mirabell reist nach Japan, um einen Kriegshelm gegen einen Holzschnitt zu tauschen und gerät dabei zwischen die amerikanischen und japanischen Fronten.
Die Story rund um Japans versteckter Kriegsbeute baut auf historischen Fakten auf und ist gut recherchiert. Der Schreibstil ist etwas ungewohnter, schlichter und erinnert an alte Agentenromane. Wie wenn man ein altmodisches Telefon mit Drehscheibe mit einem modernen Telefon vergleicht. Es brauchte ein wenig, bis ich mich an diesen Erzählstil gewöhnt hatte, aber wenn man sich drauf einlässt fühlt man sich mitten in den 1950er Jahren: einer Mischung aus Wiederaufbau-Stimmung, jungem Selbstbewußtsein, aber auch dem Festhalten von Traditionen und politischen Klüngeleien. Man kann schon fast die vielen Zigaretten riechen, die während der Geschichte geraucht werden. Gut gefallen hat mir der Perspektivwechsel zwischen den einzelnen Protagonisten und damit verbunden die unterschiedlichen patriotischen Betrachtungsweisen auf die Handlung.
Fazit: ein solide recherchierter Kriminalroman, der einem aus verschiedenen Blickwinkeln in das Japan der Nachkriegszeit versetzt. Für alle, die mehr über Japans neuere Geschichte erfahren wollen, als die Kurzzusammenfassungen in Reiseführern bereithalten.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Mehr Gesellschaftsbild als Krimi

Ein guter Blick fürs Böse
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Elizabeth Arnotts Krimi „Ein guter Blick fürs Böse“ spielt in den 1960er Jahren in Kalifornien. Margo, Bev und Elsie sind drei unterschiedliche Frauen, die eins verbindet: ihre Ehemänner wurden als Serienmörder ...

Elizabeth Arnotts Krimi „Ein guter Blick fürs Böse“ spielt in den 1960er Jahren in Kalifornien. Margo, Bev und Elsie sind drei unterschiedliche Frauen, die eins verbindet: ihre Ehemänner wurden als Serienmörder überführt und die Öffentlichkeit glaubt nicht, dass sie nichts davon gemerkt haben. Jede versucht auf ihre Art damit umzugehen, mal besser mal schlechter. Als nun erneut Frauen brutal ermordet werden, entscheiden sich die drei, selbst zu ermitteln.
Der Autorin gelingt es, die Atmosphäre dieser Zeit sehr greifbar zu machen: Rollenbilder, soziale Normen und unterschwellige Zwänge prägen das Handeln der Figuren spürbar. Besonders interessant ist dabei, wie unterschiedlich die drei Hauptfiguren mit diesen Rahmenbedingungen umgehen — von Anpassung bis hin zu vorsichtigem Aufbegehren.
Mich haben das Cover und der Titel angesprochen, erwartet habe ich einen schnellen, spannenden und witzig-sarkastischen Krimi. Bekommen habe ich ein gesellschaftskritischen Krimi, der sich viel mit der Frauenrolle in den 60er Jahren beschäftigt und dadurch nur sehr langsam an Spannung gewinnt. Anfangs ist es dazu noch etwas schwierig in die Handlung reinzukommen, da sich immer wieder die Erzählperspektive wechselt und man nicht sofort weiß, um welche der drei Frauen es gerade geht.

Fazit: Insgesamt ist ein vielschichtiger, ruhig erzählter Roman über weibliche Selbstbestimmung und soziale Zwänge — weniger ein Krimi, mehr eine Charakter- und Zeitstudie.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

ein unterhaltsamer, spannender Krimi mit einer ungewöhnlichen Mit-Ermittlerin

Mallekatz
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„Mallekatz“ ist bereits der zehnte Band, in dem Kaspar Panizza den Münchner Hauptkommissar Steinböck mit seiner Katze Frau Merkel ermitteln lässt. Für mich war es der erste Band aus der Reihe und dank ...

„Mallekatz“ ist bereits der zehnte Band, in dem Kaspar Panizza den Münchner Hauptkommissar Steinböck mit seiner Katze Frau Merkel ermitteln lässt. Für mich war es der erste Band aus der Reihe und dank eines Personenverzeichnisses direkt zu Beginn bin ich gut in die Geschichte reingekommen. Die beiden sind eigentlich für eine Auszeit nach Mallorca gekommen, werden aber nachdem sie eine Leiche entdeckt haben mit in die Ermittlungen einbezogen, die sich bis nach München erstrecken.
Am Anfang habe ich kurz gestutzt, da ich vom Klappentext her zwar wußte, dass die Katze eine Hauptfigur ist, aber dass Steinböck mit seiner Katze sprechen kann, hat mich dann doch kurz überrascht. Wenn man sich aber darauf einlässt, erwartet einen ein gut geschriebenen Krimi mit einem spannenden und interessanten Plot, der sich von einem Mord an einem Kleinkriminellen bis in höchste Regierungskreise zieht. Durch die bissig-humorvollen Kommentare der Katze ist die Geschichte sehr witzig und durch den Schreibstil allgemein fühlt man sich mitten unter den Figuren.
Was mir fehlte war eine kurze Erklärung, warum Steinböck (und einige andere) mit Frau Merkel kommunizieren können. Trotzdem wird das nicht mein letzter Krimi aus der Reihe sein.

Fazit: ein unterhaltsamer, spannender Krimi mit einer ungewöhnlichen Mit-Ermittlerin. Für Leser die einen gut aufgebauten Plot schätzen und keine Probleme mit einer sprechenden Katze haben.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Ein toller, amüsanter Krimi mit Tiefgang um zwei kriminelle Senioren wider Willen

Ziemlich beste Verbrecher
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„Ziemlich beste Verbrecher“ von Sunil Mann dreht sich um Alois Mistelzweig und Berta Bartók, die nach dem Ableben ihrer Arbeitgeberin eher schlecht als recht versuchen, weiterhin in deren Villa zu wohnen. ...

„Ziemlich beste Verbrecher“ von Sunil Mann dreht sich um Alois Mistelzweig und Berta Bartók, die nach dem Ableben ihrer Arbeitgeberin eher schlecht als recht versuchen, weiterhin in deren Villa zu wohnen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die beiden sich eigentlich nicht mögen. Um nicht nur mit Diebstählen Geld aufzutreiben, ermitteln sie im Fall einer verschwundenen Altersheim-Bewohnerin, wobei sie rasch mehr aufdecken, als der Auftraggeberin lieb ist.
Sunil Mann schreibt spannend und zeitgleich mit einem heiteren Augenzwinkern, dass man das Buch am liebsten in einem Stück durchlesen möchte. Die Handlung folgt Alois, wie er - widerwillig mit Berta zusammen - neuen Hinweisen nachgeht und sich dabei ein komplexes größeres Rätsel ergibt, als er anfangs dachte. Dadurch kann man als Leser wunderbar mitraten und Vermutungen anstellen und erst zum Ende hin erraten, was passiert ist. Auch die skurrilen Nebenfiguren tragen zum Humor des Buches bei.
Besonders gut hat mir gefallen, mit welcher Leichtigkeit das Thema Alterseinsamkeit in die Geschichte eingewoben wurde, so dass es präsent ist, sich dabei aber nie aufdrängt. Neben der Spannung des Krimis und der oft unwillkürlichen Komik der beiden Hauptfiguren gibt es dem Buch eine Tiefe, die einen über das ernste Thema nachdenken lässt.
Fazit: ein spannender und gleichzeitig unterhaltsamer Krimi, der definitiv zu meinen Lese-Highlights in diesem Jahr gehört. Ich hoffe, dass weitere Bücher mit Alois und Berta folgen werden. Für Leser von Marcel Huwyler empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

ein unterhaltsamer Mix aus Krimi und Geistergeschichte

Geisterreich Berlin
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„Geisterreich Berlin“ von Benjamin Plath ist ein eher ungewöhnlichen Kriminalroman, der sich zwischen Mystery, Humor und klassischem Ermittlerplot bewegt. Schon die Ausgangsidee – zwei Morde in unterschiedlichen ...

„Geisterreich Berlin“ von Benjamin Plath ist ein eher ungewöhnlichen Kriminalroman, der sich zwischen Mystery, Humor und klassischem Ermittlerplot bewegt. Schon die Ausgangsidee – zwei Morde in unterschiedlichen Zeiten, verbunden durch übernatürliche Elemente – sorgt für eine reizvolle Spannung, die sich durch den gesamten Roman zieht.
Die Handlung folgt dem Fahrradpolizisten Bernd, der nach einem Unfall plötzlich Geister sehen kann und in einen ungewöhnlichen Mordfall verwickelt wird. Besonders spannend ist die Verbindung von realem Berlin mit fiktionalen Elementen.
Gut gelungen ist die Atmosphäre: Dem Autor gelingt es, die Stadt als lebendige, vielschichtige Kulisse einzufangen – mal humorvoll und skurril, mal düster und bedrohlich. Der Wechsel zwischen zwei Zeitebenen sorgt dabei für Dynamik, während die Mischung aus Krimi und Geistergeschichte dem Roman eine eigenständige Identität verleiht, auf die man sich einlassen muss. Der Schreibstil ist locker und humorvoll, so dass sich das Buch jedoch leicht lesen lässt.
Allerdings ist die Vielzahl an ungewöhnlichen Elementen – von sprechenden Geistern bis hin zu teils kuriosen Nebenfiguren – teilweise etwas überfordernd und überlädt die Handlung, wodurch zeitweise der Fokus verloren geht.
Fazit: Insgesamt ein unterhaltsamer, ideenreicher Genre-Mix, der besonders Leser anspricht, die Freude an ungewöhnlichen Krimis mit humorvollen und fantastischen Elementen haben.

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