Auf der Suche nach Japans verborgenen Goldverstecken
Tokyo Lily. Auf der Jagd nach Hirohitos Gold„Tokyo Lily. Auf der Suche nach Hirohitos Gold“ von Meinrad Braun ist ein Kriminalroman, der in den 1950er Jahren spielt. Die junge Amerikanerin Mirabell reist nach Japan, um einen Kriegshelm gegen einen ...
„Tokyo Lily. Auf der Suche nach Hirohitos Gold“ von Meinrad Braun ist ein Kriminalroman, der in den 1950er Jahren spielt. Die junge Amerikanerin Mirabell reist nach Japan, um einen Kriegshelm gegen einen Holzschnitt zu tauschen und gerät dabei zwischen die amerikanischen und japanischen Fronten.
Die Story rund um Japans versteckter Kriegsbeute baut auf historischen Fakten auf und ist gut recherchiert. Der Schreibstil ist etwas ungewohnter, schlichter und erinnert an alte Agentenromane. Wie wenn man ein altmodisches Telefon mit Drehscheibe mit einem modernen Telefon vergleicht. Es brauchte ein wenig, bis ich mich an diesen Erzählstil gewöhnt hatte, aber wenn man sich drauf einlässt fühlt man sich mitten in den 1950er Jahren: einer Mischung aus Wiederaufbau-Stimmung, jungem Selbstbewußtsein, aber auch dem Festhalten von Traditionen und politischen Klüngeleien. Man kann schon fast die vielen Zigaretten riechen, die während der Geschichte geraucht werden. Gut gefallen hat mir der Perspektivwechsel zwischen den einzelnen Protagonisten und damit verbunden die unterschiedlichen patriotischen Betrachtungsweisen auf die Handlung.
Fazit: ein solide recherchierter Kriminalroman, der einem aus verschiedenen Blickwinkeln in das Japan der Nachkriegszeit versetzt. Für alle, die mehr über Japans neuere Geschichte erfahren wollen, als die Kurzzusammenfassungen in Reiseführern bereithalten.