Kurzweilig und wohlfühlig unterhaltsam
Les Bouttiers – Wir sind jetztWorum geht’s?
Eigentlich wollte Elodie in die Fußstapfen ihrer Mutter treten und bei den Olympischen Spielen antreten. Doch als ihr Großvater die Familie nach Paris ruft, weil das Modehaus Bouttier vor ...
Worum geht’s?
Eigentlich wollte Elodie in die Fußstapfen ihrer Mutter treten und bei den Olympischen Spielen antreten. Doch als ihr Großvater die Familie nach Paris ruft, weil das Modehaus Bouttier vor großen Problemen steht, folgt sie dem Ruf und damit ändert sich für sie alles.
Meine Meinung:
Willkommen in einer Welt, in der Stoffe fließen, Blicke mehr sagen als Worte und jedes Lächeln ein kleines Geheimnis verbirgt.
Mit dem Roman „Les Bouttiers – Wir sind jetzt“ startet Antonia Wesseling ihre Love-Couture-Serie – und ehrlich, dieser Auftakt fühlt sich an wie die erste Folge einer Serie, bei der du dir denkst: Nur noch eine Folge… und plötzlich ist es 3 Uhr morgens. Der Schreibstil ist lebendig, elegant und herrlich leicht, sodass man nicht liest, sondern durch Paris flaniert – vorbei an Ateliers, Laufstegen und perfekt inszenierten Dramen. Die Vibes? Ganz klar: Gossip Girl, aber mit französischem Chic und einem Hauch Haute Couture. Intrigen, Blicke, unausgesprochene Wahrheiten – und natürlich Menschen, deren Probleme so luxuriös sind, dass man sie ihnen fast ein bisschen gönnt.
Erzählt wird aus drei Perspektiven: Elodie, die zwischen Vergangenheit und neuer Zukunft taumelt, Adam – der gefährlich charmante Sohn des Konkurrenzlabels Le Blanc – und Gabriel, der Adoptivcousin mit Geschichte, Gefühl und ordentlich emotionalem Sprengstoff. Und ja… dieses Hin und Her zwischen Adam und Gabriel bringt genau den Spice, den man heimlich liebt – auch wenn es einen gleichzeitig leicht die Augen rollen lässt. Zweigleisig ist halt so eine Sache.
Die Nebenfiguren bleiben eher im Hintergrund, setzen aber genau die richtigen Akzente: Elodies Großmutter mit Stil und Haltung, die Bouttier-Zwillinge, Zoe und natürlich Jaques, der Fahrer, der glaube ich mehr sieht, als er sagt. Und dann dieses Freundinnen-Kleeblatt: Elodie, Sophie, Claire und – ja, mir ist tatsächlich eben der Namen entfallen, die kleine Italienerin mit den türkisen Haaren, die eigentlich zu cool ist, um vergessen zu werden. Diese Dynamik? Pures Sex and the City trifft auf Modeatelier mit Herz Feeling.
Besonders stark: der Blick hinter die Kulissen der Modewelt. Konkurrenz, Kreativität, Herstellungsprozesse – man spürt die Leidenschaft, die Hektik, den Druck. Das ist nicht nur Glitzer, das ist auch Arbeit. Aber eben Arbeit in High Heels. Die Geschichte ist bunt, schillernd, emotional, manchmal herrlich überzogen – und genau deshalb so unterhaltsam. Ein bisschen Drama, ein bisschen Herzklopfen, ein bisschen „Was zur Hölle machst du da, Elodie?“ und ganz viel Serien-Suchtpotenzial. Hier bleibt eigentlich nur noch eins zu sagen: Wann zur Hölle erscheint Band 2!?!
Fazit:
„Les Bouttiers – Wir sind jetzt“ von Antonia Wesseling ist ein Auftakt, der sich anfühlt wie Champagner auf Eis: prickelnd, luxuriös und gefährlich schnell weg. Die Mischung aus Pariser Modewelt, Familiendrama und knisternden Beziehungen sorgt für echtes Serienfeeling mit Glam-Faktor. Trotz kleiner Schwächen – vor allem beim Liebes-Hin-und-Her – überzeugt der Roman mit Atmosphäre, Tempo und ganz viel Stil. Wer Geschichten liebt, die sich wie eine Netflix-Serie lesen, wird hier komplett abgeholt. Ich jedenfalls bin sowas von bereit für die nächste Runde Bouttier-Drama.
5 glamouröse Sterne von mir!