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Veröffentlicht am 01.02.2026

Ein überzeugender zweiter Fall

Der tiefe Grund
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Lea Nielsen und ihr Kollege Lennart Rolfs werden zu einem scheinbaren Unfall mit Fahrerflucht gerufen. Das Opfer Lisa Uhlen muss ins künstliche Koma versetzt werden. Kurz danach verstirbt sie. Doch mit ...

Lea Nielsen und ihr Kollege Lennart Rolfs werden zu einem scheinbaren Unfall mit Fahrerflucht gerufen. Das Opfer Lisa Uhlen muss ins künstliche Koma versetzt werden. Kurz danach verstirbt sie. Doch mit jedem Tag ohne Hinweise wird der Fall immer komplizierter und die Staatsanwaltschaft sitzt dem Team im Nacken.

Nach dem Reihenauftakt "Das erkaufte Glück" ist dies der zweite Fall für Lea Nielsen und ihr Team.

Mit "Der tiefe Grund" legt Anna Johannsen einen starken zweiten Fall rund um die Ermittlerin Lea Nielsen vor, der mich insgesamt mehr überzeugen konnte als der Auftakt der Reihe. Lea macht in diesem Band eine spürbare Entwicklung durch. Jemand aus ihrer Vergangenheit taucht auf und zwingt sie dazu, sich endlich ernsthaft mit der Frage zu beschäftigen, was sie wirklich will und wo sie hingehört. Sie hinterfragt nicht mehr ständig alles und jeden, sondern beginnt, klarer zu handeln, auch wenn sie nach wie vor ein schwieriger, sehr eigenwilliger Mensch bleibt. Gerade diese Ecken und Kanten machen sie für mich glaubwürdig. Weniger positiv fallen erneut Lars und Hussmann auf. Ihr Verhalten wirkt oft unreif, fast wie bockige Schuljungen, denen man das Spielzeug weggenommen hat.

Sehr berührt hat mich dagegen erneut die Geschichte rund um Leas Vater Karl. Trotz ihrer belasteten Vorgeschichte rechne ich es Lea hoch an, dass sie sich um Karl kümmert und sich schließlich auch Hilfe holt. Ein Schritt, der ihr sichtlich nicht leichtfällt und ihre menschliche Seite stark hervorhebt. Lennart hat mir ausgesprochen gut gefallen. Er ist ein kluger, fleißiger junger Mann mit großem Potenzial und einer vielversprechenden Zukunft. Jan hingegen liebt Lea aufrichtig, was ihn manchmal fast bemitleidenswert macht, da sie sich ihm gegenüber nur schwer öffnen kann. Julia entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einer echten Freundin für Lea. Die beiden Frauen lassen sich nichts gefallen, schon gar nicht von ihren männlichen Kollegen, und ihre Dynamik wirkt authentisch und erfrischend.

Der Kriminalfall selbst ist düster und spannend. Das Opfer stirbt einen brutalen Tod, und zunächst deutet alles auf einen Unfall mit Fahrerflucht hin. Doch Lea folgt ihrem Instinkt und vermutet früh einen vorsätzlichen Mord. Diese Einschätzung erweist sich letztlich als richtig. Diese Hartnäckigkeit passt perfekt zu ihrem Charakter.

Der Schreibstil von Anna Johannsen ist einfach und flüssig, das Erzähltempo hoch, sodass man schnell durch die Seiten fliegt. Insgesamt wirkt die Geschichte rund und gut aufgebaut.

Fazit: Für mich ist "Der tiefe Grund" ein gelungener zweiter Fall, der Lust auf mehr macht. Bleibt nur die Frage, ob dies bereits ein Abschluss war oder ob die Reihe weitergeführt wird. Ich würde definitiv weiterlesen.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Leckere Partyrezepte ohne viel Schnickschnack

Partyrezepte von A–Z
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Das Buch bietet eine große Auswahl von über 120 Partyrezepten, die einfach erklärt, schnell umzusetzen und geschmacklich überzeugend sind. Besonders gut gefallen hat mir der klare Fokus auf die Rezepte ...

Das Buch bietet eine große Auswahl von über 120 Partyrezepten, die einfach erklärt, schnell umzusetzen und geschmacklich überzeugend sind. Besonders gut gefallen hat mir der klare Fokus auf die Rezepte selbst ohne endlose Einleitungen oder unnötige Texte, sondern direkt praktische Anleitungen für entspanntes Feiern.

Die Rezepte sind gelingsicher und preiswert, was das Buch ideal für Gastgeber macht, die ohne großen Aufwand viele Gäste bewirten möchten. Geschmacklich konnten die Gerichte ebenfalls überzeugen. Einziger Kritikpunkt ist die alphabetische Aufteilung der Rezepte. Eine thematische Gliederung wäre übersichtlicher und für die Planung einer Party hilfreicher gewesen.

Fazit: Insgesamt ein sehr gelungenes Partykochbuch mit kleinen Schwächen in der Struktur.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Viel Kulisse, wenig Tiefe

Heaven's Gate
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Auf der philippinischen Insel Surogao wird ein grausamer Mord entdeckt, der das scheinbare Surferparadies erschüttert. Der ehemalige deutsche Profisurfer Caruso, der inzwischen ein zurückgezogenes Leben ...

Auf der philippinischen Insel Surogao wird ein grausamer Mord entdeckt, der das scheinbare Surferparadies erschüttert. Der ehemalige deutsche Profisurfer Caruso, der inzwischen ein zurückgezogenes Leben führt, wird widerwillig in die Ermittlungen hineingezogen.

"Heaven's Gate" ist der Reihenauftakt rund um den Surfer Caruso auf der Insel Surogao.

Die Grundidee hat mich anfangs sehr fasziniert. Ein Krimi in exotischer Kulisse, fernab der üblichen Großstadt-Settings, dazu ein Protagonist, der nicht dem klassischen Kommissarentyp entspricht. Das klang nach einer erfrischenden Abwechslung. Leider konnte das Buch diese Erwartungen nur teilweise erfüllen. Zwar ist das Setting atmosphärisch und bietet grundsätzlich viel Potenzial, doch bleibt die Insel letztlich eher Kulisse als ein lebendiger Schauplatz. Mir fehlte das Gefühl, wirklich in diese Welt einzutauchen. Viele Orte werden beschrieben, aber sie bleiben seltsam leblos, ähnlich wie die meisten Figuren.

Gerade die Charaktere sind für mich die größte Schwäche des Buchs. Sie bleiben über weite Strecken distanziert und blass, echte Tiefe oder Entwicklung ist kaum spürbar. Besonders Caruso selbst wirkt eher wie eine Ansammlung bekannter Krimi-Klischees, der trinkende Einzelgänger, ständig umgeben von Frauen, innerlich zerrissen, aber ohne dass man ihm wirklich nahekommt. Statt einer komplexen Figur bekommt man ein vertrautes Hardboiled-Profil, das wenig Überraschendes bietet.

Auch die Handlung hat mich nicht vollständig überzeugt. An vielen Stellen fehlt mir die innere Logik, einige Wendungen wirken konstruiert oder unnötig zugespitzt. Ich hatte öfter das Gefühl, dass Ereignisse passieren, weil sie passieren müssen und nicht, weil sie sich aus der Geschichte ergeben. Das nimmt der Spannung leider so einiges. Hinzu kommt die teilweise sehr explizite Brutalität. Gewalt ist im Genre nichts Ungewöhnliches, hier wird sie jedoch stellenweise so drastisch eingesetzt, dass sie eher abschreckt als unterstützend zu wirken.

Fazit: Das Buch hat mich im Nachhinein enttäuscht und keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, sehr schade.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Gute Idee, schwache Umsetzung

Gemüsepower
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Ich hatte mir von "Gemüsepower" ehrlich gesagt deutlich mehr erhofft. Das Thema an sich finde ich spannend, denn Gemüseanbau, Selbstversorgung und ein Blick in den Dorfgarten sind genau die Bereiche, für ...

Ich hatte mir von "Gemüsepower" ehrlich gesagt deutlich mehr erhofft. Das Thema an sich finde ich spannend, denn Gemüseanbau, Selbstversorgung und ein Blick in den Dorfgarten sind genau die Bereiche, für die ich mich interessiere. Das Buch enthält auch durchaus viele Inhalte. Es gibt Tipps, Rezepte und Informationen zu Schädlingen, Beikräutern und verschiedenen Aspekten des Gärtnerns.

Leider konnte mich die Umsetzung insgesamt nicht überzeugen. Die Inhalte wirken auf mich sehr unstrukturiert und teilweise chaotisch. Ich hatte oft das Gefühl, dass Themen nur angerissen werden, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen oder logisch aufeinander aufzubauen. Gerade wenn man gezielt etwas nachschlagen möchte, ist das Buch wenig hilfreich, weil es keine klare Struktur gibt. Besonders für Anfänger im Gartenbereich halte ich das Buch daher für keine große Hilfe. Statt grundlegende Dinge verständlich zu erklären, setzt das Buch meiner Meinung nach zu viel Vorwissen voraus oder verliert sich in Nebensächlichkeiten.

Was mich zusätzlich gestört hat, sind die vielen stark inszenierten Fotos. Durch das ganze Posing wirkt das Buch auf mich eher wie ein Lifestyle-Produkt als wie ein ehrlicher Ratgeber. Dadurch kommt mir sowohl das Buch als auch die Autorin leider etwas unglaubwürdig und unsympathisch vor, obwohl ich das eigentlich schade finde, weil das Thema viel Potenzial hätte.

Fazit: Insgesamt hat mich "Gemüsepower" enttäuscht. Die Idee ist gut, aber die Inhalte sind für mich zu wenig praxisnah und zu wenig klar aufbereitet. Wer bereits viel Erfahrung im Gärtnern hat und einfach ein hübsch gestaltetes Buch mit Inspiration sucht, könnte vielleicht etwas damit anfangen. Für mich persönlich und besonders für Einsteiger ist es jedoch keine wirkliche Empfehlung.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Atmosphäre statt Nervenkitzel

Vor der Küste Alaskas
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Kate Shugak heuert verdeckt als Krabbenfischerin auf einem Schiff im tödlich kalten Beringmeer an, um das Verschwinden zweier junger Seemänner aufzuklären, die dort vor sechs Monaten spurlos verschwanden. ...

Kate Shugak heuert verdeckt als Krabbenfischerin auf einem Schiff im tödlich kalten Beringmeer an, um das Verschwinden zweier junger Seemänner aufzuklären, die dort vor sechs Monaten spurlos verschwanden. Gemeinsam mit Jack Morgan geht sie der Sache auf den Grund.

Kate Shugak ermittelt bereits in ihrem dritten Fall für die Staatsanwaltschaft in Anchorage, an ihrer Seite Jack Morgan.

Ich hatte mir von diesem Buch deutlich mehr versprochen, vor allem wegen des außergewöhnlichen Settings. Ein Krimi auf einem Krabbenfischerboot im eisigen Beringmeer klingt eigentlich nach Spannung, Gefahr und intensiver Atmosphäre. Leider konnte mich der Kriminalroman insgesamt nur bedingt überzeugen.

Der Einstieg war für mich sehr langatmig. Es dauert gefühlt ewig, bis die eigentliche Handlung in Gang kommt. Statt Spannung gibt es viele detaillierte Beschreibungen des Arbeitsalltags an Bord, technische Abläufe und Umweltbeobachtungen. Das ist zwar realistisch und sicher gut recherchiert, hat mich aber eher ermüdet als gefesselt. Auch später wurde es für mich nicht wirklich spannend. Der Kriminalfall plätschert eher vor sich hin und entwickelt kaum Dramatik. Es fehlten mir überraschende Wendungen, emotionale Höhepunkte oder ein Gefühl von echter Gefahr. Selbst die eigentlich bedrohliche Situation auf See konnte bei mir keinen Nervenkitzel auslösen.

Die Hauptfigur Kate Shugak ist grundsätzlich sympathisch und ich empfinde sie auch als etwas lockerer und umgänglicher im Vergleich zu den bisherigen Teilen. Genau in diesen waren die Szenen mit ihrer Wolfshündin Mutt immer sehr bewegend und teilweise auch sehr unterhaltsam, doch leider gab es dieses Mal davon keine einzige. Was mir sehr gut gefallen hat, waren dagegen die Beschreibungen der Natur in Alaska. Ausserdem hat man wieder viel über die Geschichte Alaskas erfahren.

Fazit: Unterm Strich ist "Vor der Küste Alaskas" für mich ein durchschnittlicher Krimi mit interessantem Schauplatz, aber für mich war es der bisher schwächste Teil aus dieser Reihe. Aber ich bleibe dran, denn ich mag Kate, Jack und Mutt und werde ihre Abenteuer weiterhin verfolgen.

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