Ein holpriger Auftakt
Die ZahlChefinspektor Otto Morell wird mit einem brutalen Mordfall konfrontiert, obwohl er sich eigentlich von solchen Verbrechen zurückziehen wollte. Bald zeigt sich, dass hinter der Tat ein rätselhaftes Muster ...
Chefinspektor Otto Morell wird mit einem brutalen Mordfall konfrontiert, obwohl er sich eigentlich von solchen Verbrechen zurückziehen wollte. Bald zeigt sich, dass hinter der Tat ein rätselhaftes Muster steckt, das sich durch weitere Verbrechen fortsetzt. Gemeinsam mit seinem Team versucht er, die Bedeutung der mysteriösen Zahl zu entschlüsseln, bevor es zu weiteren Morden kommt.
Dies ist der Auftakt zu der Reihe rund um Chefinspektor Otto Morell, der im österreichischen Landau ermittelt.
"Die Zahl" ist das Debüt von Daniela Larcher und der erste Band ihrer Reihe um Chefinspektor Otto Morell. Leider konnte mich dieser Auftakt nur bedingt überzeugen. Im Vergleich zu ihrer späteren Reihe rund um August Emmerich unter dem Namen Alex Beer wirkt dieses Buch deutlich unausgereifter und schwächer, in der Figurenzeichnung als auch im Erzählfluss. Auffällig sind die vielen Wiederholungen, die den Lesefluss immer wieder bremsen. Man merkt, dass es sich um das Erstlingswerk der Autorin handelt, dem noch die Souveränität späterer Werke fehlt. Die Geschichte selbst bietet zwar einen brutalen Kriminalfall, schafft es aber nicht immer, Spannung konsequent aufzubauen. Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat, was vermutlich literarisch wirken sollte, allerdings empfand ich es eher als unnötig und ablenkend.
Chefinspektor Otto Morell steht klar im Mittelpunkt. Er wird als sympathischer, herzensguter Mensch dargestellt, mit einer Vorliebe für gutes Essen und einem grünen Daumen. Eigentlich wollte er mit derart brutalen Fällen nichts mehr zu tun haben. Es fiel mir schwer zu glauben, dass dieser Mann früher in Wien ein großer Kriminalhauptkommissar gewesen sein soll. Dafür wirkt er oft unsicher und beinahe wie ein Anfänger. Teilweise hatte sein Assistent Bender den besseren Überblick, was Morells angebliche Erfahrung zusätzlich infrage stellt. Mit Nina Capelli bin ich leider gar nicht warm geworden. Sie wirkt häufig respektlos und ihr Verhalten reduziert sich oft auf eine klischeehafte Männerjagd. Das machte sie für mich eher unsympathisch als interessant. Leander Lorentz hinterließ ebenfalls keinen positiven Eindruck. Er mischt sich ungefragt in die Ermittlungen ein und tritt dabei arrogant, aufschneiderisch und besserwisserisch auf. Das sind alles Eigenschaften, die ihn eher nervig als spannend machen.
Insgesamt bilden Morell, Capelli und Lorentz ein sehr eigenartiges Trio. Allerdings nicht im Sinne von witzig oder charmant, sondern eher befremdlich und unausgewogen. Die Dynamik zwischen den Figuren konnte mich nicht überzeugen.
Fazit: "Die Zahl" zeigt erste Ansätze und Ideen, bleibt aber insgesamt hinter den Erwartungen zurück. Die Figuren wirken teilweise unausgereift, die Handlung leidet unter Wiederholungen. Wer Daniela Larchers spätere Werke kennt, wird hier deutlich merken, wie sehr sich die Autorin im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat. Ob ich die anderen drei Fälle lesen werde, weiß ich noch nicht.