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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2021

Träumerische Geschichte

Wie Träume im Sommerwind
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Der Roman "Wie Träume im Sommerwind" von Katharina Herzog lädt allein durch das schöne Cover und den Titel zum Träumen ein. Diesmal geht es auf einen gemütlichen Rosenhof auf Usedom und nach Südengland. ...

Der Roman "Wie Träume im Sommerwind" von Katharina Herzog lädt allein durch das schöne Cover und den Titel zum Träumen ein. Diesmal geht es auf einen gemütlichen Rosenhof auf Usedom und nach Südengland. Dabei spielt die Geschichte auf zwei verschiedenen Zeitebenen, was mir besonders gut gefallen. Spannend erlebt man emotionale Momente und unerwartete Wendungen.

Die Handlung geht um die zwei Schwestern Emilia und Clara. Auf dem Rosenhof auf Usedom haben sie ihre ganze Kindheit verbracht. Emilia lässt ihre Vergangenheit aber ruhen und zieht nach Paris. Doch nach einem Autounfall liegt Clara im Koma und benötigt dringend die Hilfe ihrer Schwester. Emilia kümmert sich um Claras Kinder und entscheidet sich mit ihrer Nichte für eine Reise nach Kent, um eine einzigartige Rose zu suchen und erfährt dabei ein ungeahntes Geheimnis.

Katharina Herzog gehört mittlerweile zum meinen Lieblingsautorinnen. Bereits als Kathrin Koppold habe ich ihre Bücher nur so verschlungen. Ihr Schreibstil ist lebendig und vielseitig. Neben dem unterhaltsamen Aspekt kommt es auch hier zu einigen emotionalen und fesselnden Geschehnissen. Auch wenn der Fokus stark auf Emilia und Clara liegt, werden auch die Kinder von Clara gekonnt in die Handlung integriert. Auch sie haben durch die Situation schwer zu leiden, was einem als Leser ans Herz geht.

Besonders die Liebe zur Rose kommt in diesem Roman absolut toll zur Geltung. Rosenliebhaber haben die Möglichkeit träumerisch in die Welt der Rose einzutauchen. Ich habe die Rosengärten mit den schönen Farben und dem herrlichen Duft bildhaft vor Augen gehabt!

Veröffentlicht am 22.04.2021

Starke Frau

Lady Churchill
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Das historische Buch "Lady Churchill" ist bereits der zweite Roman der Autorin Marie Benedict. Der Vorgänger "Frau Einstein" ist eines meiner Buchhighlights. Auch diesmal hatte ich viel Freude wieder eine ...

Das historische Buch "Lady Churchill" ist bereits der zweite Roman der Autorin Marie Benedict. Der Vorgänger "Frau Einstein" ist eines meiner Buchhighlights. Auch diesmal hatte ich viel Freude wieder eine starke Frauenperspektive neben einem bekannten Mann kennenzulernen.

Marie Benedict stellt in diesem Roman nach wahren Begebenheiten und fiktiven Anteil die starke Frau Clementine Churchill authentisch und beeindruckend vor. Clementine ist die Frau von Winston Churchill und ist für die meisten Menschen wahrscheinlich eher unbekannt. Dabei ist Lady Churchill die wichtigste Person an Churchills Seite gewesen.

Neben der typischen Frauenrolle als Mutter und Frau hat Clementine sich auch gerne mit politischen Themen befasst und stand Churchill immer mit Rat und Tat zur Seite. Seine Karriere wäre wahrscheinlich ohne sie gar nicht so glatt verlaufen. Als Power Couple schrecken die beiden vor keinen Anfeindungen zurück.

Clementine Churchill ist eine beeindruckende Frau. Ihre gebildete und weltoffene Art ist zur damaligen Zeit etwas ganz Besonderes. Dennoch plagen Clementine auch Zweifel, z. B. in ihrer Mutterrolle. Ihre Gefühle und Gedanken kann man als Leser gut nachempfinden, sodass man die Szenen bildlich vor Augen hat.

Auch wenn es interessant war Clementine Perspektive von Churchills Karriere zu betrachten, hatte ich auch ein paar langatmige Momente. Manche Kapitel haben sich gezogen und so hatte ich häufiger das Gefühl von ausschweifenden Szenen, die mich nicht ganz so sehr begeistern konnten.

Veröffentlicht am 22.04.2021

Grandiose Fortsetzung

Elbstürme
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Nach "Elbleuchten" habe ich mich unglaublich auf die Fortsetzung "Elbstürme" von Miriam Georg gefreut. Auch diesmal spielt die Geschichte wieder in Hamburg an der Elbe und beginnt genauso aufregend, wie ...

Nach "Elbleuchten" habe ich mich unglaublich auf die Fortsetzung "Elbstürme" von Miriam Georg gefreut. Auch diesmal spielt die Geschichte wieder in Hamburg an der Elbe und beginnt genauso aufregend, wie es im ersten Band aufgehört hat.

Mit über 650 Seiten schafft es die Autorin mich in den Bann zu ziehen. Keine langatmigen Kapitel. Im Gegenteil, gerne hätte ich noch weitergelesen und nun bin ich doch sehr traurig, dass es schon der Abschluss der Familiensaga ist.

Auch dieser Roman ist emotional und tiefgründig. Die Charaktere Lily und Jo haben sich in den drei Jahren auseinandergelebt, die Gedanken an den Anderen haben sie jedoch nicht verloren. Lily lebt unglücklich verheiratet mit ihrem Mann Henry und ihrer Tochter Hanna in Liverpool. Die Liebe zu Jo kann sie unmöglich vergessen. Jo hingegen hat in Hamburg weiter für die Rechte der Hafenarbeiter gekämpft. Zeitgleich vertröstet er sich im Alkohol. Als Lily nach Hamburg zurückkehrt, hat sie Pläne im Visier. Nur ob das so einfach ist?

Miriam Georg gelingt es, mich in das 19. Jahrhundert zu entführen. Dabei zeigt sie authentisch die schönen Dinge, aber auch besonders die Schattenseiten der damaligen Zeit. In der Zeit des Arbeitskampf erlebt man eine gespaltene Gesellschaft. Mittendrin Jo, der täglich für seine Rechte kämpft. Das Elend und die Armut der Stadt wird so ernsthaft geschildert, dass es bei mir zu mehreren Gänsehaut-Momenten kommt. Mich erschaudern die Zustände, auch wenn es schon Jahrzehnte zurückliegt. Die Recherche der Autorin ist absolut beeindruckend. Bildhafter hätte man den Ort und die gesellschaftliche Lage nicht schildern können.

Bewegend ist zudem auch Lilys Situation. Auch sie entscheidet sich für ihre Rechte als Frau zu erkämpfen. Mit ihren Freundinnen strebt sie mit allen Mitteln die Emanzipation an, was zu der damaligen Zeit mehr als mutig war. Doch durch die Liebe zu ihrer Tochter muss auch Lily in vielen Situation einstecken und ihre Bedürfnisse zurücknehmen.

Lilys und Jos Verhältnis habe ich besonders gerne verfolgt. Viele Überraschungen und Wendungen lassen das Positive hoffen. So oft habe ich mit Lily mitgefiebert und ihre Gedanken verfolgt. Besonders das Ende hat mich dann noch völlig umgehauen. Die Details möchte ich jedoch nicht spoilern.

Ein wirklich bewegender Roman, der nichts für schwache Nerven ist. Miriam Georg gibt facetten- und detailreiche Einblicke in das 19. Jahrhundert!

Veröffentlicht am 12.04.2021

Food is Love

Tasty Pride - Das Original
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Das Kochbuch "Tasty Pride" stammt es aus der tollen Tasty-Reihe, welche für absolut appetitliche und einfache Gerichte steht. Auch in diesem Kochbuch ist es wieder ein bunter Mix an neuen Rezepten, die ...

Das Kochbuch "Tasty Pride" stammt es aus der tollen Tasty-Reihe, welche für absolut appetitliche und einfache Gerichte steht. Auch in diesem Kochbuch ist es wieder ein bunter Mix an neuen Rezepten, die auch schön fürs Auge sind.

Die Rezepte sind wirklich vielfältig und für jeden ist etwas dabei. Die meisten Ideen sind fleischhaltig, lassen sich aber auch gut variieren. Das Buch ist in mehrere Kapitel untergliedert. Der Anfang und das Ende besteht neben der Einleitung aus einem interessanten Teil der Queer-Food-Mitwirkenden. Das Buch beinhaltet von vielen Queer-Köchen der Welt spannende und genussvolle Gerichte.

Zudem ist jedes Rezept mit einer kleinen Geschichte zu der Person und dem Grund der Idee versehen. Dies macht das Buch zu etwas Besonderem. Die Geschichten sind kurz gehalten und geben unterhaltsame, emotionale und humorvolle Einblicke. So hat jedes Gericht seine eigene Geschichte.

Die Rezept-Kapitel sind außerdem in "Dips, Fingerfood & Snacks", "Rind, Lamm & Schwein", "Geflügel", "Fisch & Meeresfrüchte", "(Überwiegend) vegetarisch", "Beilagen" und "Süßes" unterteilt. Dadurch kommt es zu zahlreichen Rezept-Abwechslungen, die aber eindeutig Geschmackssache sind.

Manche Rezepte, wie geröstete Kichererbsen und Bananen-Chips, fand ich schon fast zu simpel. Eine stärkere Unterteilung hätte mir hier etwas mehr gefallen. Die vorherigen Tasty-Bücher sind um einiges besser, hier steht nur mehr der Fokus auf den Queer-Geschichten!

Veröffentlicht am 09.04.2021

Interessante Familiengeschichte

Denn Familie sind wir trotzdem
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Der Roman "Denn Familie sind wir trotzdem" von Heike Duken spielt in verschiedenen Zeitebenen, die spannend und emotional sind. Dennoch kamen manche Stellen zu kurz.

Die Schatten der Vergangenheit reichen ...

Der Roman "Denn Familie sind wir trotzdem" von Heike Duken spielt in verschiedenen Zeitebenen, die spannend und emotional sind. Dennoch kamen manche Stellen zu kurz.

Die Schatten der Vergangenheit reichen weit in der Familie Fux – von 1925, als zwei Brüder schon als kleine Jungen zu Soldaten erzogen werden und in den Dreißigerjahren entscheiden müssen, auf welcher Seite sie stehen, bis zum heutigen Tag. Ina, die Tochter des einen Bruders, entfremdet sich von ihrer Familie und ihrer Geschichte. Sie wird mit neunzehn schwanger und beschließt, ihre Tochter Floh trotz der fehlenden Unterstützung des Vaters alleine großzuziehen. Als junge Frau stellt Floh, angetrieben vom Zorn auf den unerreichbaren Vater, auf Staat und Gesellschaft, Recherchen über ihre Familie an. Was sie entdeckt und dass sie selbst schwanger wird, verändert alles. Die Geschichte droht sich zu wiederholen, doch Floh ist entschlossen, zusammen mit ihrem Großvater den Fluch des Gestern zu überwinden und nach dem zu suchen, was Familie trotz allem zusammenhält.

Gleich zu Beginn befinde ich mich als Leser schnell im Geschehen. Der Schreibstil von Heike Duken hat mir gut gefallen. Besonders die Charaktere bekommen alle ihre detailreiche Beschreibung und vielseitige Persönlichkeit. Besonders die junge Floh habe ich gerne verfolgt. In ihrem Leben kommt es zu so vielen heftigen Veränderungen, die mich gefesselt haben.

Das Familiendrama wirkt sehr authentisch. Heike Duken verarbeitet ihre eigene Familiengeschichte mit dem Roman, was ich sehr beeindruckend finde. So habe ich als Leser an vielen Stellen mitgefiebert und musste teilweise den Atem anhalten, so unglaublich wirkten manche Momente.

Die Familienverhältnisse kommen jedoch zu kurz. So sehr hätte ich mir mehr Tiefgründigkeit gewünscht. Vielleicht lag es auch an den Perspektiven oder dem eher schmalen Buch. Es hätte ruhig mehr Details geben können, trotzdem hatte ich viel Freude beim Lesen und kann das Buch empfehlen!