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Veröffentlicht am 27.06.2020

Wunderschön für Zwischendurch

Truly
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"Truly" war eines der Bücher, auf das ich mich am allermeisten gefreut habe dieses Jahr. Ava Reed ist mir nicht nur als Bloggerin schon vor langer Zeit ans Herz gewachsen, sondern auch ihre Bücher haben ...

"Truly" war eines der Bücher, auf das ich mich am allermeisten gefreut habe dieses Jahr. Ava Reed ist mir nicht nur als Bloggerin schon vor langer Zeit ans Herz gewachsen, sondern auch ihre Bücher haben immer wieder Teile meines Herzens berührt, die sonst von Worten nur selten erreicht werden. Ihre Bücher- immer voller Gedanken und liebevoller Worte- gehen unglaublich tief, ohne einem außerhalb der eigenen Komfortzone zu begegnen.
Und auch genau das findet man wieder in "Truly", einen Schreibstil, der wunderschön detailliert und malerisch ist, mit so vielen Gedanken, Ängsten und Gefühlen gespickt, das ein hohes Maß an Authentizität erreicht wird. Vielleicht hätte in diesem Buch auf der Handlungsebene mehr passieren können- doch die Geschichte von Andie und Cooper fühlte sich echt an. Wie das reale Leben, in dem es eben nicht immer auf die ganz großen Gesten ankommt. Sondern um all die unausgesprochenen Worte und Taten, die zeigen, wie sehr man einen Menschen liebt. Die kleinen Dingen, die zeigen, die man vielleicht nicht schafft in Worte zu fassen, weil einem so viel im Wege steht- die Ängste, die Vergangenheit. Das Leben.




Inhalt:

Wenn meine Welt stillsteht, dreht sich deine dann weiter?
Kein Job, keine Wohnung, kein Geld – so kommt Andie nach Seattle. Hier will sie sich ihren Traum erfüllen und endlich zusammen mit ihrer besten Freundin an der Harbor Hill University studieren. Während Andie darum kämpft, das Chaos in ihrem Leben in den Griff zu bekommen, trifft sie auf Cooper, der sie mit seiner schweigsamen Art gleichermaßen anzieht wie verwirrt. Und obwohl Andie genug Sorgen hat, lässt er sie einfach nicht los. Sie will wissen, wer Cooper wirklich ist. Aber sie merkt schnell, dass manche Geheimnisse tiefere Wunden hinterlassen als andere …

entnommen von: https://www.luebbe.de/lyx/buecher/new-adult/truly/id7542470?ver=LYX&etcccmp=Special%2FProgrammvorschau%20LYXTruly&etccplc=Landingpage&ir_name=Special%2FProgrammvorschau%20LYX

Meinung:
Andie und Cooper waren authentisch und perfekt unperfekt. Andie hatten ihren eigenen Stil, ihren Ordnungstick, der sie herrlich echt gemacht hat. Ein Mädchen, das sich nicht hat unterkriegen lassen, aber eher stiller, dennoch intelligent und einigermaßen zielstrebig ist. Manchmal war sie mir zu farblos- aber es passte zu ihr. Sie ist eben ganz anders als ihre beste Freundin June, die immer sagt, was sie denkt und auch sonst zu Übersprungshandlungen neigt. Ich muss ehrlich sagen, dass sie nicht ganz mein Fall ist- sie ist mir zu viel. Mason hingegen, der Besitzer der Bar, in der Andie arbeitet, ist einer meiner absoluten Lieblingscharaktere gewesen. Dementsprechend doll freue ich mich auf "Deeply"!
Aber kommen wir zurück zu Cooper. Er war mir etwas zu mysteriös muss ich zugeben und lange Zeit hatte ich Probleme, hinter seine Fassade zu schauen. Ich fand seine Angst etwas zu durchschnittlich. Das klingt jetzt so böse in Anbetracht der grausamen Tatsache, die jener zu Grunde liegt, aber es ist leider ein New Adult Klischee, das dieses Buch nicht gebraucht hätte. Es hat mich einfach nicht umgehauen- und das finde ich schade. Demensprechend mag ich ihn, habe aber mein Herz leider nicht an ihn verloren (es gehört Mason. Ich geb's zu).



Generell ist mir, wie bereits zu Beginn erwähnt, auf der Handlungsebene etwas zu wenig passiert. Ich mochte die Szenen aus dem Club unglaublich gerne und hätte mir davon mehr gewünscht. Ich bin niemand, der auf das große Drama steht, aber ein bisschen mehr hätte der Geschichte nicht geschadet. Aber wie gesagt, dadurch wurde das Buch für mich unglaublich authentisch. Denn sind wir mal ehrlich, die meisten New Adult Geschichten sind echt oft sehr weit von der Realität entfernt. "Truly" beweist, dass es auch anders geht. Eine Liebesgeschichte, leicht und simpel, die genau damit überzeugt. Dennoch gab es für mich zu wenig Kommunikation zwischen Andie und Cooper. Die beiden mochten sich, ohne groß miteinander gesprochen zu haben. Es gab da diese Anziehung, aber die Kommunikation lief viel über ihre extrovertierteren Freunde ab. Das hat mich gestört. Denn es ist wenig passiert, und diesen Raum hätte man gut mit Gesprächen füllen können.




Der Schreibstil von Ava Reed ist aber einfach unglaublich toll. Besonders zu Beginn des Buches war ich ganz verzückt von den Worten, die sie gefunden hat, um Andies Umgebung zu beschreiben. Alles zeichnete sich deutlich vor meinem inneren Auge ab und immer wieder gab es Zitate, die ich mir gemerkt habe, da sie so alltagstauglich sind und Dinge beschreiben, die jeder kennt- nur in einem Wortkonstrukt, das niemand besser bauen kann als Ava.


Jedoch hätte ich mir größere Unterschiede zwischen den Erzählperspektiven von Andie und Cooper gewünscht. Cooper hatte eine ähnliche "innere Stimme" wie Andie, was mich manchmal irritiert hat. Natürlich neigt man schnell dazu, die beiden anzugleichen, trotzdem hat mich das etwas gestört. Auch, dass die explizite Szene hintereinander zweimal erzählt wurde- nur einmal aus ihrer und einmal aus seiner Perspektive- hätte ich jetzt nicht zwingend gebraucht. Ganz allgemein kam mir die Szene zu spät, sodass ich auch ganz auf sie hätte verzichten können. Denn so wirkte es leider ein bisschen wie ein Punkt auf einer To-Do-Liste, den man noch abhaken muss, um das Genre vollkommen zu erfüllen. Nicht schlecht geschrieben, aber generell nicht wichtig für mich.



Fazit: Grundsätzlich empfehlenswert. Gerade jetzt für den Sommer eine leichte Lektüre für Zwischendurch, die mit ihrer Authentizität und dem Schreibstil voller Gedanken und schöner Zitate überzeugt. Man darf jedoch weder große Plottwists, noch viele Dialoge zwischen den Protagonisten oder Drama erwarten. Aber all das hat seinen Reiz, der definitiv nicht unterschätzt werden sollte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2020

Absolutes Herzensbuch

Dream Again
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Die "Again-Reihe" ist für mich so viel mehr als nur eine Buchreihe. Sie ist ein zweites zu Hause. Eine Wohlfühlatmosphäre, die man niemals wieder loslassen möchte. Die Ansammlung wunderbarer Liebesgeschichten, ...

Die "Again-Reihe" ist für mich so viel mehr als nur eine Buchreihe. Sie ist ein zweites zu Hause. Eine Wohlfühlatmosphäre, die man niemals wieder loslassen möchte. Die Ansammlung wunderbarer Liebesgeschichten, jede einzelne voller Gefühl und Liebe, ohne jemals zu klischeehaft oder plakativ zu wirken. Dementsprechend waren die Erwartungen an "Dream again" hoch. Doch das, was ich nicht, für möglich gehalten habe, ist geschehen: dieser Teil der Reihe hat die anderen übertroffen und wird für immer einen Platz in meinem Herzen haben.






Klappentext:
Sie haben den Glauben an ihr Glück verloren – doch gemeinsam lernen sie wieder zu träumen
Jude Livingston ist am Boden zerstört: Ihr großer Traum, als erfolgreiche Schauspielerin in L.A. durchzustarten, ist geplatzt. Ohne Job und ohne Geld bleibt ihr keine andere Wahl, als zu ihrem Bruder nach Woodshill zu ziehen – und damit auch in die WG ihres Ex-Freundes Blake Andrews. Schnell merkt Jude, dass aus dem humorvollen Jungen von damals ein gebrochener Mann geworden ist, der ihr die Trennung nie verziehen hat. Doch die Anziehungskraft zwischen ihnen ist heftiger als je zuvor. Und schon bald müssen sich Jude und Blake fragen, ob sie bereit sind, ihre Herzen erneut zu riskieren …
Quelle: https://www.luebbe.de/lyx/buecher/new-adult/dream-again/id_7633721

Informationen zum Buch:

Titel: Dream again (Teil #5 der Again-Reihe) - Verlag: LYX - Preis: 12,90 € - Genre: New Adult - Ausgabeform: Paperback- Seitenanzahl: 472 - EVT: 23.03.2020 - Altersempfehlung: ab 16 Jahren - ISBN: 978-3-7363-1187-9






Meinung:

Jude und Blake waren ein absolutes Herzenspaar von mir. Beide waren so kaputt- nicht negativ gemeint, sondern einfach vom Leben gezeichnet. Gescheitert, von sich selbst enttäuscht worden. Sie mussten sich Fehler eingestehen, waren nicht unfehlbar. Aber genau das hat sie so liebenswürdig gemacht- sie waren perfekt unperfekt. Ich musste beim Lesen des Buches immer an die Analogie von zwei Scherben denken, die sich wieder zusammensetzen und dadurch perfekt ergänzen. Und ich finde noch immer, dass es das wirklich gut trifft.

Jude ist grundsätzlich lebensfroh, jedoch ist ihre Zeit in L.A. als Schauspielerin wirklich unschön geendet, weswegen sie eigentlich nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Dennoch ist sie ein wahnsinnig offener und herzlicher Mensch, der schnell Vertrauen gewinnt und versucht, darauf zu achten, dass sich die Menschen in ihrem Umfeld, besonders Blake, wohlfühlen.
Blake ist Sportler und durch die Trennung und andere Geschehnisse in seinem Leben etwas verbittert. Dennoch verbirgt sich unter der harten Schale ein enorm toller Kern- einer meiner absoluten Herzensprotagonisten, da er nicht idealisiert ist, sondern Gefühle zeigt und verschweigt, aber wenn er sich öffnet, unglaublich viel Herzensgüte und Fürsorge offenbart.




Die beiden waren schon einmal ein Paar, doch ihre Trennung war verbunden mit viel Schmerz, Wut und unausgesprochenen Worten. Zwischen ihnen standen so viele Dinge, die besonders den Anfang der Geschichte prägten und auch nie ganz vergessen wurden. Ohne zu redundant zu wirken, wurde immer mal wieder die alten Wunden aufgerissen, ohne zu lange darin herumzustochern. Vergangenheit und Zukunft haben sich auf angenehme Art und Weise miteinander vermischt und sich ergänzt.

Es gibt einige Dinge, die man letztlich bei jedem Buch der Again-Reihe lobend hervorheben kann und ich werde auch niemals müde, dies zu tun. Ich liebe das Setting. Woodshill ist wirklich eine Art zweites Zuhause geworden, da ich schon so viele wunderbare Lesestunden dort verbracht habe und es wahnsinnig lebhaft und real für mich geworden ist. Was würde ich dafür geben, einmal mit einem heißen Karamell Latte über den Campus schlendern zu dürfen.
Die Charaktere in ihrer Gesamtheit sind toll. Ich habe mich immer sehr über die Szenen gefreut, in denen man ein Wiedersehen mit den Protagonisten der anderen Bücher hatte. Ich werde nie genug von ihnen bekommen und habe auch bei ihnen alle das Gefühl, sie schon ewig zu kennen. Eine reale fiktive Welt zu erschaffen, die dem Leser praktisch in Fleisch und Blut übergeht, ist sicherlich keine einfache Aufgabe, doch Mona Kasten hat es gemeistert.

"Dream again" ist sicherlich kein Buch, in dem man die größte Spannung oder Highschool Drama erwarten darf. Wer danach sucht, ist hier vielleicht falsch, doch ich kann nur jedem dieses Buch ans Herz legen. Denn es ist absolut lesenswert!
Die Geschichte wirkt auf mich erwachsener als andere Teile der Reihe. Dadurch, das Blake und Jude beide schon einiges mit sich herumschleppen und sich mehr oder minder so durch das Leben boxen, ist es sicherlich nicht so humorvoll wie "Trust again", in dem Spencer immer einen kessen Spruch auf den Lippen hatte. Doch das macht den Charakter dieses Buches aus- tiefgehend, emotional, aber nicht erdrückend oder deprimierend.

Dadurch, dass Jude und Blake sich schon von früher kennen, bereits im Teenageralter befreundet und letztlich ein Paar waren, baute die Geschichte auf einer weniger oberflächlichen Basis auf. Generell mag ich in Liebesgeschichten, wenn sich die Paare vorher schon kennen, beste Freunde oder zumindest im selben Freundeskreis sind. Dadurch baut ihre ganze Beziehung zueinander auf viel tieferen Dingen auf als der anfänglichen Attraktivität. Blake und Jude verbindet viel, verdammt viel, das merkt man auf jeder Seite des Buches. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, mit einem wirklich realistischen Zeitverlauf. Die Handlung wirkte nicht überstürzt, sondern war authentisch und die Stimmungsänderungen waren nachvollziehbar erklärt und nicht aus der Luft gegriffen.

Man wurde immer mehr Teil der Geschichte, fieberte mit, hatte das Gefühl, alles mitzuerleben. Ich habe das Ende des Buches unglaublich in die Länge gezogen- schlicht und ergreifend, weil ich es nicht über mich gebracht habe, mich von Blake und Jude zu trennen. Ich war einfach noch nicht bereit, Woodshill und der "Again-Reihe" den Rücken zu kehren, da "Dream again" ja der vorerst letzte Teil der Reihe ist. Und nur, weil ich es jetzt beendet habe, heißt es nicht, dass ich mit der Reihe oder dem Buch abgeschlossen habe- ich glaube, so ganz werde ich es nicht schaffen (und auch nicht wollen!), Woodshill hinter mir zu lassen.

Insgesamt also wirklich eine absolute Herzensempfehlung von mir. Ohne großes Drama überzeugt dieses Buch mit einer tiefgehenden Liebegeschichte zwischen zwei Charakteren, die vom Leben gezeichnet sind, perfekt unperfekt sind und die so viel mehr verbindet als nur eine körperliche Anziehungskraft.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2020

Verdient kanonisiert worden

Die Marquise von O...
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"Die Marquise von O" habe ich im Rahmen des Unterrichts gelesen. Die Novelle wurde vor einiger Zeit in den literarischen Kanon aufgenommen- und von Anfang an konnte ich diese Entscheidung nachvollziehen. ...

"Die Marquise von O" habe ich im Rahmen des Unterrichts gelesen. Die Novelle wurde vor einiger Zeit in den literarischen Kanon aufgenommen- und von Anfang an konnte ich diese Entscheidung nachvollziehen. Das Werk ist relativ einfach zu verstehen und behandelt so viele gesellschaftlich relevante Themen und ist deswegen trotz des Alters noch immer aktuell und lesenswert.


Meinung:
Zunächst war ich skeptisch, ob es möglich ist, in 50 Seiten eine Geschichte zu erzählen, die einem im Nachhinein zum Denken anregen und einige Lehren mit auf den Weg geben kann. Doch die "Marquise von O.." hat mich davon überzeugt, dass dies durchaus möglich ist. Denn die Marquise verkörpert als Protagonistin so viele gesellschaftliche und soziale Abgründe und Probleme, den Zwispalt zwischen den Ansprüchen von außen und den eigenen Bedürfnissen und führt einem vor Augen, wie schnell die Gesellschaft Menschen verurteilt, ohne wirklich über die genauen Geschehnisse Bescheid zu wissen. Liebe, Familie, Intrigen, Tod, Trauer und Emanzipation- all das verbirgt sich in der Novelle und in der Marquise selbst. Die Charakterentwicklung der Marquise war bemerkenswert und trotz des geringen Seitenumfangs nachvollziehbar. Von der Marionette der Gesellschaft, die nie auf sich selbst hörte, sondern alle Vorschläge ihrer Familie bejahte, um den Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden, hat immer mehr die Fäden in ihre eigenen Hände genommen. Ihr Emanzipationsprozess war eindrucksvoll und besonders für die Zeit, in der sie damals lebte und für eine Frau ihres Standes absolut ungewöhnlich. Doch noch heute ist die Rolle der Frau nicht klar definiert oder wirft gesellschaftliche und soziale Fragen und Probleme auf, von daher ist es nicht weniger aktuell heute als damals.
Die Exposition gibt einem alle Informationen, die man benötigt und steigt mit der unerhörten Begebenheit ein- denn die Marquise sucht durch eine Zeitungsannounce den Vater ihres ungeborenen Kindes. Sie kümmert sich nicht darum, was die anderen von ihr denken könnten und beweist neben einem großen Selbstbewusstsein auch ein allumfassendes mütterliches Pflichtgefühl, da sie an dieser Stelle ihren eigenes Ansehen hinten anstellt, um das ihres Kindes zu retten. Eine sehr bewundernswerte Einstellung, was es mir einfach machte, von Anfang an mit der Marquise zu sympathisieren.
Auch, wenn es nichts mit der Geschichte an sich zu tun hat, muss ich das Schriftbild kritisieren. Denn da der Text wirklich im Blocksatz alle Seiten lang ohne Kapitel oder wirklich signifikante Absätze gedruckt war, hat einen die Masse an Text schlicht und ergreifend erdrückt und überfordert. Es erschwerte einem, der Handlung zu folgen, da man schnell seine Zeile verlor und die Sätze sehr verschachtelt und lang waren, sodass man die ganzen erlangten Informationen erst einmal angemessen verarbeiten musste, sodass ich nach dem ersten Lesen nur grob wusste, was wirklich passiert ist. Es handelt sich um eine Novelle, die man wirklich und wahrhaftig auf sich wirken lassen muss. Sie benötigt Zeit und Motivation, man muss sich auf die Handlung einlassen, doch es lohnt sich, da wirklich viel in diesen wenigen Seiten steckt.

Alles in einem also wirklich eine Schullektüre, die mich begeistern konnte. Denn durch die wirklich sehr außergewöhnliche Begebenheit wird die Rolle der Frau und der Emanzipationsprozess einer Marquise auf sehr interessante und eindrucksvolle Art und Weise entfaltet und gibt einem zu Denken.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2020

Absolut grandios!

Die Auserwählten - Im Labyrinth
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Die Wertung "5 Sterne" ist bei mir über die Zeit immer seltener geworden. Um 5 Sterne zu bekommen, muss ein Buch mich begeistern, und das von der ersten Seite an. Der Schreibstil, die Handlung, die Charaktere, ...

Die Wertung "5 Sterne" ist bei mir über die Zeit immer seltener geworden. Um 5 Sterne zu bekommen, muss ein Buch mich begeistern, und das von der ersten Seite an. Der Schreibstil, die Handlung, die Charaktere, alles muss stimmen, um mich restlos von einem Buch überzeugen zu können. Es muss mich in seinen Bann ziehen- und all das hat "Maze Runner- Die Auserwählten im Labyrinth" erfüllt. Und deshalb ist es für mich ein wohlverdientes 5 Sterne- Buch, dass ich am liebsten jedem in die Hand drücken würde, um es genauso sehr zu lieben wie ich.

Inhalt:
Sein Name ist Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem bizarren Ort gelandet: eine Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth. Doch er ist nicht der Einzige. Zusammen mit fünfzig Jungen, denen es genauso geht wie ihm, sucht er einen Weg in die Freiheit. Der führt durch das Labyrinth, dessen gewaltige Mauern sich Nacht für Nacht verschieben und in dem mörderische Kreaturen lauern. Doch gibt es wirklich einen Weg hinaus? Ist das Ganze eine Prüfung? Und wer hat sich dieses grauenvolle Szenario ausgedacht? Den Jungen bleibt nicht viel Zeit, um das herauszufinden.

Meinung:
Wie ich bereits oben kurz erwähnt habe, konnte mich das Buch auf ganzer Linie überzeugen. Der Schreibstil hatte etwas unglaublich fesselndes an sich, was ich gar nicht richtig in Worte fassen kann. Die Szenerie wirkte auf mich plastisch, authentisch und greifbar, ich war von der ersten Sekunde an mitten im Geschehen und konnte mich in die Protagonisten hineinfühlen. Die Situation fühlte sich erschreckend real an, erschreckend vor allen Dingen, da es ein Zukunftsszenario ist, dass nicht unbedingt viel Hoffnung verbreitet. Normalerweise stehe ich Dystopien, ich würde es einfach als eine solche betiteln, skeptisch gegenüber, doch diese hier konnte mich fesseln, schockieren, immer wieder überraschen und begeistern. Der Schreibstil hat die Atmosphäre für meinen Geschmack perfekt eingefangen.
Die Handlung war nicht vorhersehbar und ich wurde immer und immer wieder überrascht. Im Mittelteil hielten sich die Plottwists zwischenzeitlich in Grenzen, doch gerade zu Beginn des Buches war ich stellenweise wirklich schockiert über das, was nun passiert. Fast jedes Kapitel endete mit einem Cliffhänger oder einer Formulierung, die mich dazu brachte, immer bis spät in die Nacht zu lesen, da ich es nicht geschafft habe, mich von der Geschichte loszueisen. Ich war versunken im Labyrinth, auf der Lichtung, wollte unbedingt mehr erfahren über das, was sich hinter den Mauern befindet und was all die schockierenden Wendungen zu bedeuten haben. Die Ereignisse überschlugen sich, waren jedoch zu jeder Zeit gut zu überblicken und haben einen nicht überfordert. Es fiel mir leicht, der Handlung zu folgen, doch dennoch hat sie, wie bereits erwähnt, immer wieder Wendungen genommen, die ich nicht habe kommen sehen.
Die Charaktere waren vielschichtig und interessant. Thomas, der Protagonist, hatte für mich das gewisse etwas. Er war kein klassischer "Versagertyp" der Mitleid bekam, war gleichzeitig aber auch kein arroganter Badboy oder Angeber, der sich in den Mittelpunkt gestellt hat. Er war eine Mischung aus allem, was ihn so facettenreich gemacht hat. Als Leser ist es lange schwierig, und ich finde auch bis zum Schluss, zu beurteilen, ob einem Thomas sympathisch ist oder nicht. Er ist mysteriös, hat Geheimnisse und spielt eine weit größere Rolle, als man zu Beginn denkt. Als jeder denkt. Er selbst überblickt es nicht richtig, was ihn menschlich und nahbar erscheinen lässt. Er war mir persönlich immer sympathisch- doch er verbirgt etwas, da bin ich mir sicher, und das macht ihn aufregend.
Auch die Nebencharaktere haben Abwechslung hereingebracht. Meine persönlichen Favoriten waren Newt und besonders Minho. Minho hatte eine ähnliche Ausstrahlung wie Thomas- man kann ihn nicht direkt bewerten, doch er beweist Stärke, Mut, Intelligenz und Teamgeist. Und genau das machte ihn mir vom ersten Moment an sympathisch.
Das Buch war von Anfang an gut durchdacht. Gerade zum Ende hin war es immer wieder etwas neues, man konnte rätseln und tüfteln, wurde zum Nachdenken und Nachfühlen angeregt, fühlte sich wie mitten im Geschehen und meine Nerven waren bis zum Zerreisen gespannt. Es handelt sich um Selektion, das stand von Anfang an fest- und das bedeutet, dass man sich von Lieblingscharakteren verabschieden muss. Und es tat weh. Wirklich wahrhaftig weh.

Abschließend möchte ich noch kurz auf die Diskrepanz zwischen Film und Buch eingehen. Denn natürlich musste ich nach dem Buch den Film schauen, das stand für mich fest (letztlich hab ich das Buch nur gelesen, da ich den Film empfohlen bekam, aber in so einem Fall immer zuerst zum Buch greife). Ich kann nur sagen: Lest. Das. Buch.

Es ist definitiv besser. Der Film hat leider einige Stellen herausgekürzt und tatsächlich auch umgeschrieben. Meiner Meinung nach war der Film sehr offensichtlich ausgelegt auf cineastische Unterhaltung und Entertainment, was das raffinierte und wirkliche überwältigende Buch etwas primitiver gemacht hat. Die Lösung am Ende war zum Beispiel eine ganz andere- und die im Buch hat mir definitiv besser gefallen. Ich hätte sie unglaublich gerne filmisch umgesetzt gesehen. Aber naja. Dennoch war der Film gut zu schauen- obwohl ich wusste, was passiert, fand ich ihn aufregend und die Schauspieler sind wirklich sehr passend gewählt worden.

Alles in einem kann ich mich nur noch einmal wiederholen: Lest dieses Buch! Ich habe es von der ersten Seite an bis zur letzten geliebt, war von der Handlung und von dem Schreibstil komplett begeistert und befand mich wie in einem Sog, da ich nie aufhören konnte zu lesen. Ganz große Liebe für dieses Buch!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2020

Perfekte Mischung aus Rätseln, Nervenkitzel und Wissenschaft

Der Da Vinci Code
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Thriller sind normalerweise nicht ganz mein Terrain. Größtenteils fürchte ich mich tatsächlich etwas davor, da das Lesen für mich pure Entspannung ist und ich mich nicht unbedingt immer nach Nervenkitzel, ...

Thriller sind normalerweise nicht ganz mein Terrain. Größtenteils fürchte ich mich tatsächlich etwas davor, da das Lesen für mich pure Entspannung ist und ich mich nicht unbedingt immer nach Nervenkitzel, Tod und Verderben sehne. Doch da mich der Soundtrack zu "Der DaVinci Code" alias "Sakrileg" verzaubern konnte und ich immer den Film schauen wollte, habe ich mich dazu entschlossen, im Voraus doch erst einmal das Buch zu lesen- und ich bin definitiv froh, es getan zu haben!

Klappentext:

Auf der Suche nach dem Da Vinci Code ...
Robert Langdon ist Symbolforscher und lehrt als Professor an der Harvard Universität in Cambridge. Als er beruflich nach Paris reist, wird er dort in einen seltsamen Fall verstrickt. Mitten in der Nacht erhält er einen Anruf, dass der Museumsdirektor des Louvre, mit dem er für diesen Abend verabredet war, ermordet wurde. Zwar bittet die Polizei Langdon um seine Unterstützung, da sich am Tatort seltsame Symbole und Zeichen befinden, allerdings ist er selbst schon mitten ins Fadenkreuz der Ermittler geraten. Zusammen mit der Verschlüsslungsexpertin Sophie Neveu entkommt er der Polizei und folgt Saunières versteckten Hinweisen, die auf eine noch viel größere Verschwörung deuten. Schon längst ist ihm nicht mehr nur die Polizei auf den Fersen ...



Meinung:

Ich habe mich beim Kauf für die Neuauflage beim One-Verlag entschieden. Um ehrlich zu sein weiß ich nicht unbedingt, wo der Unterschied liegt, da der Plot nicht verändert worden ist, jedoch war ich mit meiner Ausgabe mehr als zufrieden, da sich im Mittelteil des Buches noch einige Fotos zu beschriebenen Handlungsorten befinden, die meine Vorstellungskraft unterstützt haben und das Leseerlebnis enorm erhöht haben.
Denn dass es sich um einen Thriller handelt, habe ich eher weniger gemerkt. Für mich war es vielmehr in einer fiktiven Geschichte verpacktes Wissen und die Spurensuche danach. Denn der Fall stellt sich als ziemlich knifflig und verworren heraus. Rätsel müssen gelöst werden und all das auf den Spuren von DaVinci, seinem Leben und seinem Schaffen. Immer mal wieder war im Buch die Rede von bestimmten Gemälden von ihm, die sich im Innenteil meiner Ausgabe befanden, und ich habe es geliebt, nachts mit meiner Leselampe auf das Bild zu starren und die Interpretationen aus dem Buch dort zu entdecken und nachvollziehen zu können. Ich denke, dass mir das Buch weitaus schlechter gefallen hätte, wenn mir die Bilder gefehlt hätte- mein Wissen um DaVinci wäre schlicht und ergreifend zu gering gewesen, um das gesamte Buch verstehen zu können.
Denn die Handlung war in sich sehr vielschichtig, abwechslungsreich und zeitstreckend. Durch die kurze Zeitspanne die im gesamten Buch sehr ausführlich geschildert wird, konnte man komplett in der Geschichte versinken. Stellenweise waren es mir dann fast schon zu viele Details, zu viele Rätsel und Verschachtelungen, auf die im Film dann in einigen Szenen verzichtet worden ist. Doch gleichzeitig hat es den Reiz des Buches ausgemacht- diese Raffinesse und das Wissen, was zwischen den Zeilen steckt.
Robert Landon war ein guter Ermittler, jedoch ist er für mich ziemlich in den Hintergrund gerückt. Sein Schaffen und sein Leben haben mich gar nicht so sehr interessiert- das, was um ihn herum passiert ist, war viel interessanter.
Die Themen waren unkonventionell, zumindest für mich, dennoch fand in den starken Einfluss der römisch-katholischen Kirche und ihrer Sekten sehr interessant. Der Schreibstil und der Plot haben die Spannung das ganze Buch über aufrecht erhalten, wenn auch der Plottwist am Ende für mich nicht so unerwartet gekommen ist, wie ich vielleicht erhofft hatte.

Alles in einem ein wirklich empfehlenswertes Buch. Interessant, voller Wissen, spannend, unkonventionell und ein für mich angenehmes Maß an Nervenkitzel.

Bewertung:

4 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐

  • Cover
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  • Charaktere