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Veröffentlicht am 04.11.2018

Tragisch, packend und historisch sehr interessant!

Hemingway und ich
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In „Hemingway&ich“ erzählt Autorin Paula McLain die Liebesgeschichte zwischen Ernest Hemingway und seiner dritten Ehefrau, Martha Gellhorn.
Martha, oder Marty wie sie von ihrer Familie genannt wird, lernt ...

In „Hemingway&ich“ erzählt Autorin Paula McLain die Liebesgeschichte zwischen Ernest Hemingway und seiner dritten Ehefrau, Martha Gellhorn.
Martha, oder Marty wie sie von ihrer Familie genannt wird, lernt Ernest Hemingway durch Zufall in einer Bar in Florida kennen, kurz nachdem sie ihren Vater verloren hat. Martha ist eine ruhelose Frau, selbst Schriftstellerin und demnach höchst interessiert an der Persönlichkeit Hemingway, anfangs aber absolut nicht darauf aus, eine Liebesbeziehung mit ihm anzufangen.
Mitte der 30er Jahre brodelt es in Europa bereits, in Spanien tobt der Bürgerkrieg und gemeinsam mit anderen möchten die beiden Autoren dabei etwas ausrichten, berichten – sie wollen, dass die Welt erfährt, was in Spanien passiert, damit Hilfe geleistet wird. Als Reporter im Kriegsgebiet wachsen Ernest und Martha in einer unvorstellbaren Situation zusammen und so beginnt ihre Beziehung.

Diesen unglaublich inhaltsreichen Roman in wenigen Zeilen zusammen zu fassen, ist für mich wirklich sehr schwierig, weil man ihm damit kaum gerecht werden kann. Vordergründig wird natürlich die Liebesgeschichte der Protagonisten erzählt, ihre Höhen ihre Tiefen, die Schwierigkeiten mit einem exzentrischen Charakter wie Hemingway eine Beziehung zu führen.

Martha ist eine sehr moderne Frau für ihre Zeit, sehr feministisch, sie kann nicht verstehen, warum für sie andere Regeln gelten sollten, als für Männer. Gleichzeitig ist sie reiselustig und sehr ruhelos. Sie will die Welt sehen, will etwas bewirken, will schreiben. Oft hat man als Leser den Eindruck sie will so viel, dass sie sich damit selbst im Weg steht. Sie versucht immer wieder sich vom Erfolg ihres Mannes nicht unterkriegen zu lassen, sie will es selbst schaffen.
Gleichzeitig wirkt sie neben Hemingway oft klein, lässt sich von ihm unterdrücken, wirkt ihm hörig.
So entsteht das Bild einer sehr unausgeglichenen Protagonistin, hin und her gerissen zwischen dem Drang, eine häusliche Ehefrau zu sein und dem Zwang in die Welt hinaus zu gehen und unabhängig zu sein. Das kommt der echten Martha Gellhorn vermutlich sehr nahe, sie war wirklich gut gezeichnet, nur leider ab und an etwas anstrengend aufgrund ihrer Ruhelosigkeit.

Der Ernest Hemingway, der in diesem Buch dargestellt wurde, war für mich durch und durch Künstler, Egozentriker und oftmals wirkte er, als ob er in seiner eigenen Welt leben würde. Ich denke, damit hat Paula McLain ein recht akkurates Bild Hemingways dargestellt. Auch er war wie Martha oft ruhelos, hin und hergerissen, zwischen der Rolle als Partner und Vater und jener des erfolgreichen Autors. Die Ansprüche, die er oft an Martha gestellt hat, sie müsse pausenlos für ihn da sein, habe ich als unfair empfunden, weil er auf der anderen Seite nie so viel zurück geben wollte. Er wirkt dadurch ich-bezogen und teilweise unsympathisch.

Auch wenn das Zentrum des Romans die Liebesgeschichte von Gellhorn und Hemingway ist, ist es gleichzeitig ein Kriegsroman – auch der Krieg ist Protagonist. Die verschiedenen Gesichter des Krieges, die Martha in Spanien, in Frankreich, in China und Finnland kennenlernt, sind extrem authentisch geschrieben und waren für mich die packendsten Teile der Geschichte – mit einem gewaltigen, tragischen und gleichzeitig mutigen Ende.

Die Geschichte war – auch wenn ich natürlich nicht wissen kann, wie die Wirklichkeit ausgesehen hat – sehr glaubhaft, ich kann mir gut vorstellen, dass die Ehe zwischen Hemingway und Gellhorn so abgelaufen ist, dass die Dramen sich zwischen ihnen genauso abgespielt haben. Das ist auch mein einziger Kritikpunkt: die Dramen waren für mich ab und zu etwas aufgesetzt. Ich kann nichts mit überdramatisierenden, künstlich aufgebauschten Problemen anfangen, die auf einmal aus dem Nichts kommen – obwohl ich glaube, dass es bei den beiden durchaus so gewesen sein könnte. Hemingway hat für mich oft gewirkt wie der klischeehafteste Künstler überhaupt, viel zu exzentrisch und mit dieser Art kann ich nichts anfangen.

Unterm Strich ein sehr berührender, biographischer Roman über eine wahnsinnig interessante Frau und eine sehr turbulente Zeit. Das Buch hat es immer wieder geschafft, dass ich nebenbei einzelne geschichtliche Fakten nachrecherchiert habe, hat in mir das Interesse geweckt, mehr über gewisse Persönlichkeiten herauszufinden ich habe mir wirklich viele Stellen – ob berührend, tragisch oder einfach gut geschrieben – im Buch markiert. Ich hätte mir gewünscht, mehr Zeit für das Buch zu haben, denn es verdient die volle Aufmerksamkeit des Lesers. Deswegen werde ich es auf alle Fälle nochmal lesen.

Veröffentlicht am 04.11.2018

schöne, teilweise leider übertriebene Geschichte

Game on - Chancenlos
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Gray Grayson (ja, das ist wirklich der Ernst der Autorin, aber ok) ist gefeierter Star der Football Mannschaft am College und der klassische Frauenheld. Er ist im letzten Studienjahr und hat auch schon ...

Gray Grayson (ja, das ist wirklich der Ernst der Autorin, aber ok) ist gefeierter Star der Football Mannschaft am College und der klassische Frauenheld. Er ist im letzten Studienjahr und hat auch schon einen Agenten, die Karriere in der NFL ist quasi schon fix.
Durch Verletzungen und gewisse Umstände kommts dazu, dass ihm sein Agent das Auto seiner Tochter leiht, die gerade in London ist.
Besagte Tochter, Ivy MacKenzie, stellt per SMS sofort klar: in ihrem Auto hat der Weiberheld keinen Unfug zu treiben und ihr es gefälligst sauber und ohne Kratzer und Dellen zurückzugeben.
Und so beginnt ein reger SMS Kontakt zwischen Ivy und Gray und es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Bis Ivy aus London wieder zurück in die USA kommt. Doch eines ist klar: eine Beziehung zwischen einem Footballer und der Tochter seinen Agenten bzw. zwischen besten Freunden, die kanns nicht geben.

Ganz klassischer New Adult, lustig, unterhaltsam, sexy. Gray ist sehr sympathisch, aber wahllos austauschbar mit jedem anderen Protagonisten aus einem New Adult Roman, in dem es um College Football geht. Aber wenn das Konzept funktioniert, warum etwas dran ändern?
Graysons Familiengeschichte ist ziemlich heftig, auch das, klassischer New Adult. Ivy hingegen wirkt wie eine großteils normale junge Frau und so habe ich mich mit ihr auch recht gut identifizieren können. Sie hat keine furchtbar dunkle Vergangenheit vor der sie flüchten muss, sie hat nicht die perfekte Familie, aber ein geregeltes Zuhause. Zur Abwechslung eine normale und nicht völlig überzeichnete Protagonistin, die mir durch und durch sympathisch war.

Weite Teile des Buches haben mich wirklich gut unterhalten, ich mag es wie sich die Freundschaft zwischen den Protagonisten entwickelt. Die Handlung ist etwas langsamer vorangeschritten, als in anderen New Adult Büchern, auch das positiv: es muss sich nicht jeder gleich auf Seite 12 bespringen.
Das letzte Viertel hat dafür unglaublich an Tempo zugelegt und das wurde mir dann etwas zu viel. Es hat zu viele Dramen in zu kurzer Zeit gegeben. Dazu zu viele Liebesbekundungen und Treueschwüre. Es war einfach too much, deswegen ein Stern Abzug.

Was ich nicht verstehe: dieses Buch war wahnsinnig schwer zu bekommen. Es ist überall ausverkauft und ich bin nur mit großem Glück an ein gebrauchtes Exemplar gekommen. Bei allen anderen Teilen der Reihe ist das nicht der Fall, die sind regulär überall noch zu haben – warum? So speziell war die Geschichte jetzt nicht, was ist da los?

Unterm Strich eine New Adult Geschichte, die genau das hält, was das Genre verspricht. Einen sexy, charmanten Protagonisten, durchtrainiert bis in den kleinen Zeh und eine erfrischend normale Protagonistin. Wer das Genre mag, hat die Reihe vermutlich eh schon zuhause stehen.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Grandioser Start, enttäuschendes Ende

Ich bin die Nacht
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Francis Ackerman junior, gefürchteter Serienkiller, wütet in den USA. Er tötet mehrere Polizisten in Colorado, treibt unglaublich grausame Spielchen und flüchtet dann weiter in Richtung Texas.
Marcus ...

Francis Ackerman junior, gefürchteter Serienkiller, wütet in den USA. Er tötet mehrere Polizisten in Colorado, treibt unglaublich grausame Spielchen und flüchtet dann weiter in Richtung Texas.
Marcus Williams, früher Polizist bei der Mordkommission in New York City, hat sich nach Ashterton, Texas zurückgezogen, wo er eine Ranch von seiner Tante geerbt hat. Er will einfach nur vergessen, was in seinem früheren Leben passiert ist und im Süden noch einmal neu anfangen. Nur hat er nicht damit gerechnet, dass er sich genau die Kleinstadt ausgesucht hat, wo sich Ackerman schon sein nächstes Opfer sucht. Und auch Marcus beobachtet er schon.

Dieses Buch hätte der gruseligste, spannendste und heftigste Thriller überhaupt werden können… und dann kam das letzte Drittel.
Der Anfang ist so unglaublich spannend, so derart psycho, dass ich das Buch nur untertags lesen konnte, weil ich mich abends allein zuhause zu sehr gefürchtet hätte. Immer wieder hab ich mich selbst dabei ertappt, dass ich laut gesagt habe „nicht im Ernst“, „Aaaalter!“ oder „Waaaaas, das gibt’s nicht!?“.
Ackerman treibt mit seinen Opfern unglaublich perfide Psychospielchen. Er lauert ihnen nicht einfach nur auf und tötet sie. Der Autor spielt in diesem Buch auf heftigste Weise mit den Urängsten der Leser. Angefangen von Frauen, die alleine wohnen, bei denen er plötzlich am Küchentisch sitzt, über Kinderzimmer, wo er sich im Schrank versteckt.
Dazu kommt die durchgehende Spannung, von einem Bogen kann nicht die Rede sein, sie ist quasi durchgehend am Höhepunkt. Als Leser hat man kaum zwei Seiten Zeit um durchzuatmen. Immer wieder kommen neue mögliche Gegner, man weiß (fast) nie wem man vertrauen kann und was genau im Schilde geführt wird.

Ackerman ist als Charakter so gut gemacht, dass man als Leser – obwohl er ein wahnsinniger Serienkiller ist – zumindest ansatzweise verstehen kann, warum es soweit kommen konnte. Seine Vorgeschichte ist derart schlimm, dass man fast schon Mitleid mit dem Täter bekommt. Er ist vielschichtig, gruselig und gleichzeitig unglaublich interessant. Einen perfekteren Täter in einem Thriller gibt es kaum.

Protagonist Marcus dagegen ist der ganz klassische Held, fehlt eigentlich nur noch das Cape. Er ist durch und durch gut, will immer das Richtige tun, die Moral steht über allem und er hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und Gerechtigkeitssinn. Leider war er mir fast ein bisschen zu gut. Ich habe sehr mit ihm mitgelitten, mitgefiebert, aber ab und zu hat mich seine Moral schon fast genervt.

Leider nimmt das Buch im letzten Drittel in etwa Formen an, die mir dann nicht mehr so gut gefallen haben. Der Autor übertreibt einfach. Es wird viel zu viel, es passiert alles viel zu schnell, der Leser kommt gefühlt gar nicht mehr mit, wie viele Tote es schon gibt und was sich gerade wo abspielt und warum. Und auch bei der Auflösung der Geschichte habe ich mehr als nur einmal mit den Augen gerollt. Sehr schade.

Unterm Strich ein vielversprechender Thriller, der zum Schluss leider nicht halten konnte, was er anfangs versprochen hat. Aber der Autor hat extrem gruselige Ideen und einen packenden Schreibstil, sodass ich mir den zweiten Teil auf alle Fälle anschauen werde, unter anderem auch weil ich ihn schon hier habe .

Veröffentlicht am 04.11.2018

Leider schwächer als die Vorgänger...

Redwood Love – Es beginnt mit einer Nacht
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Drake O’Grady ist der älteste der drei Tierärzte, die gemeinsam im beschaulichen Redwood in Oregon eine Praxis zusammen führen. Er hat vor mehreren Jahren seine Frau Heather verloren, die große Liebe seines ...

Drake O’Grady ist der älteste der drei Tierärzte, die gemeinsam im beschaulichen Redwood in Oregon eine Praxis zusammen führen. Er hat vor mehreren Jahren seine Frau Heather verloren, die große Liebe seines Lebens. Seither hat er sich völlig zurückgezogen. Neben seiner Familie lässt er nur noch Zoe an sich heran, seine älteste Freundin und auch die beste Freundin seiner verstorbenen Frau. Zoe arbeitet im Hundesalon, der zur Praxis gehört und hilft den Tierärzten immer wieder aus. Daneben besteht ihr Leben nur darin, sich um ihre Demenzkranke Mutter zu kümmern, sonst hat sie alles aufgegeben. Die beiden versuchen einen Tag nach dem anderen herumzukriegen, bis Drake plötzlich langsam aus seiner Trauer aufwacht und Zoe aus einem anderen Licht sieht.

Drake und Zoes Geschichte war, genauso wie ich vermutet hatte, die tragischste und schwerste von allen drei. Tod, Krankheit, Selbstaufgabe, das sind schon ziemlich heftige Themen für einen Liebesroman. Aber ich finde es gut, dass die Autorin auch vor härterer Kost nicht zurückschreckt.

Drake ist anfangs der trauernde Wittwer, bis Avery in die Stadt kommt, die später dann seinen Bruder Cade heiratet. Sie schafft es einen Draht zu ihm aufzubauen und ihn freundschaftlich aus seinem Schneckenhaus zu locken. Dann geht alles ziemlich Schlag auf Schlag und mir persönlich etwas zu schnell. Wenn man seinen Partner an Krebs verliert, kann ich mir nicht vorstellen, dass man sich erst jahrelang in der Trauer suhlt, um dann gefühlt von einem Tag auf den anderen wieder der Alte zu sein. Schön, wenn es so funktioniert, aber leider nicht realistisch.

Zoes Geschichte war für mich fast noch heftiger als Drakes. Die Bürde ihrer Mutter zu pflegen, sich völlig für sie aufzugeben, war schon sehr hart zu lesen. Aber ich konnte gewisse Entscheidungen nicht nachvollziehen. Ich kann Menschen nicht verstehen, die kaum oder gar nicht um Hilfe bitten. Und auch wie sie mit ihren Gefühlen für Drake umgeht war für mich nicht immer nachvollziehbar. Trotzdem war Zoe für mich – aufgrund ihrer Stärke und ihrer sarkastischen Art – eine recht sympathische Protagonistin.

Ein bisschen gefehlt haben mir im letzten Teil die Nebencharaktere. Während die Mutter und die Tanten, die anderen Brüder, die Kleinstadt in den ersten beiden Bänden eine sehr tragende Rolle spielen, wird der Leser in diesem Band viel mit Drake und Zoe und ihren Gefühlen alleine gelassen. Vielleicht passend für diesen Band, aber etwas schade, weil das Setting und die Nebencharaktere doch viel des Charmes der Reihe für mich ausgemacht haben.

Unterm Strich für mich leider der schwächste Band der Trilogie, auch wenn ich auf hohem Niveau kritisiere. Trotzdem eine schöne, emotionale Geschichte und wer die ersten beiden Bände gelesen hat, wird ja so und so wissen wollen, was zum Abschluss passiert.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Viel Klischee und trotzdem schön!

New York Diaries – Zoe
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Der abschließende Teil rund um die Frauen im Knights Building in New York City. Zoe Hunter ist Schauspielerin, war in L.A. schon ansatzweise erfolgreich und will jetzt in New York groß Karriere machen. ...

Der abschließende Teil rund um die Frauen im Knights Building in New York City. Zoe Hunter ist Schauspielerin, war in L.A. schon ansatzweise erfolgreich und will jetzt in New York groß Karriere machen.
Mit Sack und Pack zieht sie um, nur um vor Ort rauszufinden, dass ihre Wohnung anderweitig vergeben wurde und dass auch aus ihrem Aushilfsjob in einem Café nichts wird.
Mit ihren gesamten Habseligkeiten inklusive ihrer knallpinken Couch wird sie auf der Straße stehen gelassen – und begegnet dort Matt Booker. Ein sympathischer, junger New Yorker mit ca. Tausend Jobs, der ihr eine Wohnung im Knights Building verschafft. Langsam verläuft Zoes Leben wieder in geregelten Bahnen, sie schafft es einen Agenten von sich zu überzeugen und ihre Traumkarriere wird immer wahrscheinlicher.

Ich habe mir einen ganz ganz klassischen Liebesroman erwartet und genau den auch bekommen. Die Autorin greift teils wirklich tief in die Klischeekiste (Schauspielerin auf der Suche nach dem Glück, durch Zufall trifft sie auf den tollsten Kerl überhaupt, und so weiter und so fort), aber es stört nicht. Die Geschichte rund um Zoe ist durch und durch ein Wohlfühlroman, mit seinen kleinen Dramen, genauso wie es sich für die Art von Roman gehört.

Zoe wirkt für ihre knapp 30 Jahre nur manchmal etwas naiv. Als Leser wittert man ein Problem schon viele Seiten, bevor es die Protagonistin tut, was aber auch daran liegen könnte, dass es eine Geschichte ist, wie sie schon oft erzählt wurde. Auch Matt entspricht durch und durch jedem Klischee, steht für Zoe bereit, wann immer sie ihn braucht, ist (fast) immer gut gelaunt und sieht natürlich unglaublich gut aus. Klischee ole, ja aber es passt einfach.

Die New York Diaries Reihe lebt auch von den Nebencharakteren, das ist im letzten Teil einmal mehr so. Becca, eine weitere Bewohnerin des Hauses, wird schnell zu Zoes bester Freundin. Sie ist lustig, sarkastisch, ehrlich und immer da, wenn man sie braucht – auch wieder ein Klischee und auch wieder ok.

Es klingt alles sehr sehr kritsch, was ich hier tippe, aber es ist absolut nicht negativ gemeint. Zwischendrin mag ich solche Wohlfühlgeschichten immer wieder sehr – und durch den Schreibstil verzeiht der Leser der Autorin auch die vielen Griffe in die Klischeekiste. Denn die Geschichte ist trotzdem weder plump, noch oberflächlich oder Ähnliches. Sie wirkt lebensnah (auch wenn sie es nicht ist), vor allem weil Zoe sehr echte Gedanken hat.

Unterm Strich ein sehr passender Abschluss für eine wirklich nette Reihe, sie hat sich wieder flüssig weglesen lassen und mich gut unterhalten. Alle vier Bände werden bei mir auf alle Fälle im Regal stehen bleiben.