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Veröffentlicht am 13.03.2026

Ein berührendes Buch über Trauma und Heilung

Das schönste aller Leben
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In diesem Roman erzählt Betty Boras eine Geschichte über Verletzungen, Traumata und Heilung.

Vio, die als Kind mit ihren Eltern geflüchtet ist lernt früh das sie sich um jeden Preis anpassen muss auch ...

In diesem Roman erzählt Betty Boras eine Geschichte über Verletzungen, Traumata und Heilung.

Vio, die als Kind mit ihren Eltern geflüchtet ist lernt früh das sie sich um jeden Preis anpassen muss auch wenn das bedeutet die eigene Identität zu Opfern. Immer wieder hört sie das ihre Schönheit ihr Türen öffnen wird. Als Vio Mutter wird scheint auch die Schönheit ihres Kindes ein großes Thema zu werden. Nach einem tragischen Unfall trägt ihre Tochter Narben im Gesicht. Vio kann sich diesen Unfall nicht verzeihen. Was soll aus ihrem Kind werden wenn es nicht schön genug ist? Immer tiefer stürzt sie in Selbstvorwürfe und Mitleid. Wie soll sie es schaffen sich selbst für den Unfall zu vergeben?



Dieser Roman hat einiges bei mir ausgelöst. Die Emotionen gingen von Mitleid und Mitgefühl bis zu Wut und Unverständnis. Teilweise fand ich die Geschichte richtig heftig. Vor allem der Teil aus der Vergangenheit hat mich teilweise sehr mitgenommen. Wie heftig die Gesellschaft darauf reagiert hat das Theresia ein Verhältnis mit einem Geistlichen hatte bzw wie versucht wurde sie als verführerin und ihn als "Opfer seiner männlichen Triebe" darzustellen so als hätte er ja keine andere Wahl gehabt hat mich sehr wütend gemacht. Leider hat sich da gesellschaftlich viel zu wenig verändert. Auch die Geschichte von Vio und ihrer Tochter war nicht einfach. Einerseits die Schuldgefühle der Mutter, andererseits auch wie sie damit umgeht und wie gefangen sie darin ist war für mich oft zwar nachvollziehbar doch hatte ich Mitleid mit ihr und dem Kind das immer das Gefühl haben mußte nicht gut genug zu sein. Es war oftmals wirklich nicht leicht zu lesen wie die Frauen mit ihren Tramata versuchen zu leben.

Man hofft immer wieder das die Frauen es schaffen den Kreis aus der Abhängigkeit von fremdbewertung und fremdbestimmung zu durchbrechen, leidet mit ihnen und hofft für sie. Für mich ein sehr interessanter Roman der wirklich viel ausgelöst hat, wichtige Themen anspricht und Finger in nicht nur eine Wunde legt.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Ein sehr interessanter Roman

Das gute Benehmen
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Zwischen gesellschaftlichen Verpflichtungen, Erwartungen von Außen und rollenbildern die ihr auferlegt werden versucht Aroon im Irland der 1920er Jahre ihren eigenen Weg zu finden. Doch scheint das alles ...

Zwischen gesellschaftlichen Verpflichtungen, Erwartungen von Außen und rollenbildern die ihr auferlegt werden versucht Aroon im Irland der 1920er Jahre ihren eigenen Weg zu finden. Doch scheint das alles andere als einfach zu sein.

Die Autorin Molly Keane, die nach dem Tod ihres Mannes 20 Jahrte lang verstummte nachdem sie davor einige Romane unter einem Pseudonym veröffentlicht hatte feierte 1981 ihr Comeback mit diesem Roman. Ihr früherer Verleger weigerte sich den Roman herauszubringen da ihm die Protagonisten nicht freundlich genug waren.

Zum Glück wurde das Buch doch noch veröffentlicht und uns nun durch den @kjonaverlag und die Übersetzung von Bettina Abarbanell wieder zugänglich gemacht.

Ich muss gestehen das ich anfangs etwas gebraucht habe um in den Schreibstil hineinzufinden was glaube ich daran lag das ich bei einer Neuerscheinung nicht mit dieser Art von Sprache gerechnet hatte. Beim Lesen sollte man auf jeden Fall im Hinterkopf behalten wann dieses Werk verfasst wurde. Das macht es auf jeden Fall leichter bestimmte Rollenbilder und Denkweisen weniger irritierend zu finden auch wenn ich glaube das es schon absichtlich irritierend geschrieben wurde. Immer wieder scheint Aroon ausbruchsversuche zu starten die von ihrem Umfeld, abgesehen vielleicht von ihrem Vater bestenfalls mit iritation schlechtestenfals mit scharfer Kritik oder herabwürdigung quittiert werden. Man merkt beim Lesen immer wieder die Spannungen zwischen Aroons Versuch sich zu befreien und den versuchen ihrer Mutter und ihres Kindermädchens sie auf den ihrer Meinung nach richtigen Weg für eine Junge Frau zu führen. Diese Spannungen sind ziemlich deutlich spürbar und ich glaube das viele Menschen damals als auch heute diese Spannungen zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und Selbstausdruck sehr gut nachvollziehen können und Molly Keane uns hier eine Protagonisitn geschenkt hat die vielleicht nicht gerade nahbar oder gar einfach ist aber identidikationspotenrial für viele Menschen liefern kann die Versuchen ihren Weg zu finden.

Für mich war es gerade genau das richtige Buch

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Ein toller, kraftvoller Roman

Die Riesinnen
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Müsste ich die Grundstimmung in diesem Roman mit zwei Wörtern beschreiben würde ich wohl sagen es ist kämpferisch und zu gleich etwas melancholisch. Die Riesinnen erzählt die Geschichte einer ...

Müsste ich die Grundstimmung in diesem Roman mit zwei Wörtern beschreiben würde ich wohl sagen es ist kämpferisch und zu gleich etwas melancholisch. Die Riesinnen erzählt die Geschichte einer Familie in der die Frauen zusammenhalten auch wenn der Rest der Welt sich gegen sie stellt. Drei Generationen von Frauen die versuchen ihren eigenen Weg zu gehen auch wenn die Welt sie immer wieder versucht in ihre Schranken zu weisen. Egal wie hart sie dafür kämpfen müssen und gegen welche widrichkeiten auch immer. Hannah Häffner hat hier ein Buch geschrieben das einen fordert, eine Geschichte die von Wunden erzählt. Vom Leben als außenseiterinnen und der Suche nach sich selbst.
Dieses Buch hat mich berührt, mich gefordert und mich teilweise auch sehr wütend gemacht. Immer wieder prallen die verschiedenen Lebensentwürfe der Frauen aufeinander. Es ist mal harmonisch, mal reibt sich die eine an der anderen, dann kracht es wieder. So entsteht ein spannendes Panorama einer Familie mit sehr authentischen Charakteren die man genau so wohl in vielen Familien finden könnte. Für mich ein sehr interessantes Buch auf das man sich anfangs einlassen muss das einen aber für dieses sich einlassen auf jeden Fall mit einer spannenden Geschichte belohnt.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Ein tolles Buch

24 Sekunden ab jetzt
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Neon ist jung, verliebt und unsicher. Seine Freundin und er planen ihr erstes Mal miteinander und das verunsichert sie beide total. Sie versuchen für sich den richtigen Weg zu finden.

Zwischen falschen ...

Neon ist jung, verliebt und unsicher. Seine Freundin und er planen ihr erstes Mal miteinander und das verunsichert sie beide total. Sie versuchen für sich den richtigen Weg zu finden.

Zwischen falschen Erwartungen, dem was man so hört und Ratschlägen von älteren Geschwistern, Freunden und Eltern suchen wollen die beiden das finden was sie selbst wirklich tun wollen. Doch so einfach ist das nun auch wieder nicht.

Jason Reynolds hat einen Roman geschrieben der mir sehr gut gefallen hat auch wenn er sich eher an jüngere Leser richtet. Es geht um all die unischerheiten die eine erste Beziehung und erste Intimität mit sich bringt, all die Fragen die man sich selbst stellt die man sich nicht zu fragen traut und das was einem in den Medien oft als "normal" verkauft werden soll. Für mich war das Buch wirkluch gut gelungen auch wenn ich nicht gabz die Zielgruppe war. Was ich toll fand ist wie sensibel der Autor sich dem Thema annimmt und das es Platz gibt für Konsens, für Unsicherheiten und Echtheit. Neons verletzlichkeit hat ihn für mich total Nachbar gemacht und ich kann das Buch wirklich empfehlen, gerade für jüngere Menschen die sich mit dem Thema Dating und erste Beziehung bzw erste Erfahrungen mit Intimität konfrontiert sehen.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Ein tolles Buch

Hazel sagt Nein
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Hazel sagt nein ist die Geschichte einer jungen Frau die sich gegen die sexuellen avancen ihres Direktors stellt und dadurch in einen Strudel gerät mit dem sie so wohl nicht gerechnet hätte.

Als Hazel ...

Hazel sagt nein ist die Geschichte einer jungen Frau die sich gegen die sexuellen avancen ihres Direktors stellt und dadurch in einen Strudel gerät mit dem sie so wohl nicht gerechnet hätte.

Als Hazel Blum zum Direktor gerufen wird ahnt sie nichts davon das das ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird.
Hazel beschließt sich gegen das was man wohl als sexuelle Nötigung bezeichnen muss zu wehren doch will sie eines zuerst uf keinen Fall.... Ein Opfer sein und Mitleid bekommen immerhin hat sie nein gesagt und es ist nichts passiert. Doch nach und nach begreift sie die Tragweite des ganzen und erfährt wie viele junge Frauen tatsächlich auch mit ihr in dieser Geschichte hängen. Sie wird plötzlich zum Sprachrohr, es gibt einen mega medienrummel und Hazel findet sich zwischen allen Stühlen. Sie wollte nur Gerechtigkeit doch was sie losgetreten hat ist viel größer als alles was sie erwartet hatte.

Dieser Roman hat mich wirkluch beeindruckt. Er war intelligent, scharfsinnig und wichtig. Das Thema #metoo wird ernsthaft aber nie trocken behandelt. Der Roman ist sowohl unterhaltsam als auch teilweise heftig und man leidet mit Hazel mit während sie versucht das gesehene zu verarbeiten, von den Unterstützern des Direktors angegriffen und als lügnerin dargestellt wird, von Menschen die sich mit ihr solidarischen Unterstützung erfährt und immer wieder in selbstzweifel verfällt.

Was ich spannend fand ist das die Autorin es schafft Hazel zu einer überlebenden zu machen die sich weigert sich davon definieren zu lassen was ihr geschehen ist aber gleichzeitig die Verletzungen, die Scham und auch die psychologischen Prozesse zu schildern. Immer wieder gerät sie in Strudel zwischen selbsverletzung, der Frage ob sie nicht selbst schuld sei und dem Wunsch nach Gerechtigkeit und Abschluss.
Ein wirklich sehr gelungener Roman der mir teilweise einiges abverlangt hat aber in meinen Augen sehr wichtig ist.

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