Wem kann man trauen?
Das GehöftLeo Brandt, der Autor, bislang kenne ich ihn nur, unter anderem Namen, als Verfasser einer ausgezeichneten Krimireihe.
Hier hat er einen Thriller vorgelegt, der schon auf dem Cover ein düsteres Szenario ...
Leo Brandt, der Autor, bislang kenne ich ihn nur, unter anderem Namen, als Verfasser einer ausgezeichneten Krimireihe.
Hier hat er einen Thriller vorgelegt, der schon auf dem Cover ein düsteres Szenario bietet. Handlungsort, eine Hallig, das ist die Abgeschiedenheit schon Programm.
Lara und ihr Lebensgefährte Henry ziehen mit einem weiteren Paar und Laras autistischen Bruder Malte auf diese Hallig. Die idealistische Vorstellung der fünf ist die ökologische Bewirtschaftung der Hallig.
Der Prolog lässt schon ahnen, dass es vielleicht doch nicht alles so idyllisch werden könnte.
Zunächst ist alles gut, Silke ist Ärztin, Lara Biologin, Henry und Kenan IT-Experten. Doch dann ändert sich das Wetter, eine Sturmflut wird angekündigt. Es kommt zum Streit mit Henry, Malte verschwindet und Lara findet sich in einem Albtraum wieder. Sie weiß nicht mehr, wem sie noch trauen kann, am allerwenigsten vielleicht Henry.
Der größte Pluspunkt des Thrillers ist die Beschreibung der Atmosphäre. Die ungestüme Gewalt des Wetters, die Einsamkeit auf der Hallig, schaffen ein Kopfkino, bei dem man den Regen spürt und den Wind heulen hört.
Das Thema Vertrauen, Misstrauen und wie schnell so etwas umschlagen kann, ist gut gelungen. Als Leser stellt man sich ständig die Frage, wo das Motiv liegen könnte.
Einige Entwicklungen sind anders gelaufen, als man erwartet hatte, andere Handlungsstränge waren dagegen offensichtlich.
Was mich etwas gestört hat, war die Naivität, wie die fünf diesen Umzug angegangen sind. Stellenweise hätte es dann auch etwas weniger Drama und Wetter sein dürfen.
Überhaupt nicht gepasst hat für mich der Epilog, der auch keinen Mehrwert für die Handlung geboten hat.
Insgesamt aber ein spannender und unterhaltsamer Thriller, der aber an die Krimireihe nicht heranreicht.