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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2019

Wenn die Tür halb offen steht...

Der Kinderflüsterer
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...ein Flüstern zu dir rüberweht...

Nach dem Tod seiner Frau zieht Tom Kennedy mit seinem sechsjährigen Sohn Jake nach Featherbank, um ganz neu anzufangen. Aber der beschauliche Vorort hat eine dunkle ...

...ein Flüstern zu dir rüberweht...

Nach dem Tod seiner Frau zieht Tom Kennedy mit seinem sechsjährigen Sohn Jake nach Featherbank, um ganz neu anzufangen. Aber der beschauliche Vorort hat eine dunkle Vergangenheit, denn hier wurden vor zwanzig Jahren fünf Jungs entführt, vier davon wurden ermordet aufgefunden, der fünfte ist bis heute verschwunden. Der Mörder, genannt der Kinderflüsterer, sitzt im Gefängnis und die alten Geschichten interessieren Tom auch nicht.
Aber dann verschwindet wieder ein Junge und Tom beginnt doch, sich Sorgen zu machen, weil Jake plötzlich behauptet, ein Flüstern vor seinem Fenster zu hören. Und ihm kommen Gerüchte zu Ohren, dass der Täter von damals einen Komplizen gehabt haben soll. Ist dieser wieder aktiv?

"Der Kinderflüsterer" habe ich als Rezensionsexemplar über das Bloggerportal erhalten. Vielen Dank noch mal dafür, auch an den Verlag.

Die Meinungen über das Buch gehen ja doch sehr auseinander, wie ich festgestellt habe. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen und ich habe mich von Anfang bis Ende gut unterhalten gefühlt. Ein Thriller ist es sicher nicht, aber ich glaube, das soll es auch gar nicht sein. Es ist ein Roman, der zugleich spannend und emotional geschrieben ist. Es geht zwar um den Kinderflüsterer, die Morde an den Kindern, aber auch um das schwierige Verhältnis von Tom zu seinem Sohn und ebenso um das von Tom zu seinem Vater.

Ähnlich wie fast immer bei Stephen King, spielt auch "Der Kinderflüsterer" in einer Kleinstadt und auch hier geht es um ein Kind, das in Gefahr gerät. Auch gibt es einen Hauch von Mystery, durch die Figur des kleinen Mädchens und durch Jakes Bemerkung am Ende des Buches. Ich würde aber trotzdem keine Vergleiche ziehen, denn Alex North hat keinen Horror geschrieben, sondern einen fesselnden psychologischen Spannungsroman mit interessanten Hauptfiguren. Besonders der sensible Jake ist North gut gelungen und von Anfang an habe ich mit ihm gefühlt. Auch Toms Situation konnte ich gut nachvollziehen. Er vermisst seine Frau und muss gleichzeitig für seinen Sohn da sein, denn schließlich vermisst er auch seine Mutter.

Fazit: "Der Kinderflüsterer" ist ein flüssig zu lesender, spannender Roman mit einem Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat.

Veröffentlicht am 26.08.2019

Denn der Sünde Sold ist der Tod

Der Sünde Sold
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Nachdem Agnes' Mann und Tochter bei einem Brand ums Leben kamen, kauft sie sich ein Häuschen im kleinen Ort Mariaseeon südlich von München. Aber auch hier kommt sie nicht zur Ruhe, denn der fünfjährige ...

Nachdem Agnes' Mann und Tochter bei einem Brand ums Leben kamen, kauft sie sich ein Häuschen im kleinen Ort Mariaseeon südlich von München. Aber auch hier kommt sie nicht zur Ruhe, denn der fünfjährige Jakob ist spurlos entschwunden, anscheinend entführt. Bei einer ihrer Joggingrunden findet dann ausgerechnet Agnes den Jungen, nackt im Wald auf einem Holzsstoß. Der Münchener Hauptkommissar Konstantin Dühnfort übernimmt den Fall. Dann wird eine Leiche gefunden und eine weitere Frau verschwindet. Und alles deutet auf religiös motivierte Taten hin.

"Der Sünde Sold" ist der erste Teil der Krimireihe von Inge Löhning um Hauptkommissar Konstantin Dühnfort.
Ich habe schon viele gute Kritiken zum Buch gelesen und gehört und es stand auch schon viele Jahre auf meiner Wunschliste. Beim letzten Büchermarkt fiel mir dann "Der Sünde Sold" in die Hände und es musste natürlich mit.

Aber möglicherweise habe ich schon zu viele Krimis und Thriller gelesen und bin verwöhnt. Im Grunde war das Buch zwar gut, aber zwischendurch hatte es für mich doch einige Längen und richtige Spannung wollte manchmal nicht aufkommen. Auch hatte ich sehr schnell einen Verdacht, wer der Täter sein muss und so war es dann auch.
Und ich hatte das Gefühl, dass alles schon öfter gelesen zu haben. Es gibt nichts wirklich Neues. Was bei Krimis natürlich auch nicht einfach ist.

Die Hauptfiguren waren mir durchaus sympathisch. Agnes hat sehr viel durchgemacht und ich kann verstehen, dass sie endlich zur Ruhe kommen möchte. Und auch ihre Schuldgefühle sind in einer solchen Situation normal.
Dühnfort ist sein Job sehr wichtig, er ist eigentlich für ihn mehr als das und er setzt alles dran, den Täter zu kriegen.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, aus der von Dühnfort, aus der von Agnes und aus der des Täters. Natürlich ohne zu sagen, wer er ist. Man erfährt aus seiner Vergangenheit, wie es soweit kam, also quasi seinen "Werdegang" und auch hier ist es eigentlich das Übliche.

Vielleicht werde ich die Reihe weiter verfolgen und vielleicht gefallen mir die weiteren Teile ja besser. Aber für "Der Sünde Sold" kann ich leider nicht die volle Punktzahl vergeben.

Veröffentlicht am 19.08.2019

Krimi und Familiendrama

Suche mich nicht
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Für Simon wird ein Alptraum wahr, als seine Tochter Paige von einem Tag auf den anderen verschwindet. Hinterlassen hat sie eine Botschaft, in der sie klar macht, dass sie nicht gefunden werden will. Panisch ...

Für Simon wird ein Alptraum wahr, als seine Tochter Paige von einem Tag auf den anderen verschwindet. Hinterlassen hat sie eine Botschaft, in der sie klar macht, dass sie nicht gefunden werden will. Panisch begibt sich Simon auf die Suche, und als er Paige im Central Park tatsächlich entdeckt, erkennt er seine Tochter nicht wieder. Denn diese junge Frau ist völlig verstört und voller Angst. Sie flieht vor ihm, und Simon hat nur eine Chance, wenn er sie retten will: Er muss ihr in die dunkle und gefährliche Welt folgen, in deren Sog sie verloren ging. Und was er dort entdeckt, reißt ihn und seine gesamte Familie in einen Abgrund …

Die Greenes sind eigentlich eine ganz normale Familie, Simon und seine Frau haben gute Jobs, es geht ihnen finanziell gut, die beiden älteren Kinder gehen aufs College, die jüngste in die Highschool. Aber dann gerät Paige, die älteste Tochter, auf die schiefe Bahn und nach mehreren Vorfällen aufgrund ihrer Drogensucht, verschwindet sich spurlos. Doch Simon kann sie nicht aufgeben und sucht heimlich nach ihr, obwohl er seiner Frau versprochen hat, es nicht zu tun. Als er Paige schließlich findet, erkennt er sie kaum wieder, sie ist völlig abgemagert und will nichts mit ihm zu tun haben. Es kommt zu einem unschönen Zwischenfall, aber Simon gibt trotzdem nicht auf.

Was die Familie Greene hier durchmacht, ist sicher einer der größten Albträume überhaupt. Alleine, dass ein Kind in die Drogensucht abrutscht, ist schon schlimm genug. Aber durch gewisse Umstände zieht das Drama hier noch weitere Kreise.
In erster Linie wird das Ganze aus der Sicht von Simon erzählt. Dann gibt es aber noch den Part von Elena Ramirez, einer Privatdetektivin, sowie des Profikillers Ash. Anfangs fragt man sich, wie das alles zusammenhängt, aber nach und nach werden die Handlungsfäden dann zusammengeführt und Stück für Stück setzt sich das Puzzle zusammen. So wie man es auch von Harlan Coben gewohnt ist.
Die Spannung steigert sich zwischendurch immer mal wieder und es gibt auch ein paar witzige und emotionale Momente. Allerdings hatte das Ganze für mich auch ein paar Längen, deswegen gibt es nur vier Fledermäuse.

Fazit: Ein routiniert geschriebener Krimi, der mich auf alle Fälle gut unterhalten hat.

Veröffentlicht am 12.08.2019

Kate Burkholders 10. Fall

Brennendes Grab
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Spät am Abend erhält Polizeichefin Kate Burkholder den Anruf, dass die Scheune der amischen Familie Gingerich in Flammen steht. Dort angekommen erfährt sie von den Eltern, dass der älteste Sohn Daniel ...

Spät am Abend erhält Polizeichefin Kate Burkholder den Anruf, dass die Scheune der amischen Familie Gingerich in Flammen steht. Dort angekommen erfährt sie von den Eltern, dass der älteste Sohn Daniel vermisst wird. Schließlich findet man seine völlig verkohlte Leiche in den Trümmern der Scheune und es stellt sich heraus, dass jemand ihn dort eingeschlossen und bei lebendigem Leibe verbrennen lassen hat. Zunächst erzählt bei den Befragungen jeder, wie nett, gutmütig und tüchtig Daniel war. Aber nach und nach entdeckt Kate auch eine dunkle Seite, die er wohlweislich zu verbergen versucht hat. Schließlich gibt es mehr als genug Verdächtige, aber wer hat den jungen Mann wirklich so sehr gehasst, dass er ihn in die Scheune gelockt und auf diese grausame Art umgebracht hat?

"Brennendes Grab" ist der zehnte Teil der Thriller Reihe um die ehemals amische Polizistin Kate Burkholder. Und auch dieser hat mir wieder richtig gut gefallen.
Wieder einmal wird deutlich, wie schwierig der Spagat für Kate ist zwischen ihrer alten Welt, ihrer Familie, den Traditionen der Amischen und ihrem jetzigen Leben und Job als Polizeichefin von Painters Mill.
Besonders dieser Fall macht ihr zu schaffen, denn er erinnert sie an ihre eigenen Erlebnisse als Teenager. Und es fällt ihr zwischendurch schwer, das Ganze professionell und objektiv zu betrachten. Aber genau diese Szenen machen Kate menschlicher und fast wünscht man sich einen anderen Ausgang des Falls.

Von Anfang bis Ende bleibt es spannend und die Suche nach dem Täter gibt immer wieder Rätsel auf. Auch dieses Mal lernt man wieder viel über die "Gesetze" der Amischen und deren Traditionen und das macht das Ganze noch mal dramatischer und sorgt für Emotionen. Ich habe mich gefragt, wie man als Mutter so handeln und dann damit weiterleben kann, einfach weil es "Gottes Plan ist".

Auch das Privatleben von Kate und John Tomasetti spielt wieder eine Rolle, aber ich finde, dieser Teil nimmt nie zu viel Platz ein und ich finde es auch wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte. Deswegen würde ich allen, die die Reihe lesen möchten, empfehlen, diese chronologisch ab Band 1 zu lesen.

Fazit: Ein weiterer gelungener Teil der Reihe und ich freue mich jetzt schon auf eine Fortsetzung.

Veröffentlicht am 31.07.2019

Robert Hunters 10. Fall

Jagd auf die Bestie
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Inhalt:
Eigentlich sollte er nie wieder rauskommen. Lucien Folter ist einer der brutalsten und intelligentesten Serienkiller, mit dem Detective Robert Hunter es je zu tun hatte. Und das soll etwas heißen, ...

Inhalt:
Eigentlich sollte er nie wieder rauskommen. Lucien Folter ist einer der brutalsten und intelligentesten Serienkiller, mit dem Detective Robert Hunter es je zu tun hatte. Und das soll etwas heißen, denn als Leiter der Spezialabteilung für besonders brutale Verbrechen in Los Angeles, hat er schon einiges gesehen. Aber dann gelingt Folter die Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis. Und es ist klar, dass er nur ein Ziel hat: Rache. Denn Hunter hat er es zu verdanken, dass er dreieinhalb hinter Gittern saß. Aber seinen Widersacher einfach zu töten, wäre nicht Folters Stil. Deswegen verwickelt er Hunter in ein tödliches Spiel gegen die Zeit und der Einsatz ist hoch. Wird es ihm gelingen, seinen ehemaligen Freund zu stoppen, bevor noch mehr Menschen sterben?


Meine Meinung:
Mit diesem zehnten Band seiner Thrillerreihe hat Carter wieder einen atemberaubenden Pageturner hingelegt.
Es beginnt, wie der letzte Teil geendet hat: Hunter erfährt, dass Lucien Folter entkommen ist und schon ist man wieder mitten in der Handlung. Da sein Partner Garcia beim letzten Mal ja nicht dabei war, als Hunter Folter gejagt hat, gibt es erst mal ein paar Erklärungen. So kann der Leser auch sein Gedächtnis auffrischen.
Da es auch viele Kapitel aus Sicht von Lucien Folter gibt, erfährt man auch quasi aus erster Hand, wie dieser brutale Killer tickt, wie er denkt und welche Beweggründe er für seine Taten hat. Bereits aus "Die stille Bestie" weiß man ja, was ihn antreibt: Er schreibt ein "Mordhandbuch", eine Enzyklopädie des Grauens. Aber hier wird noch einmal mehr deutlich, wie krank jemand wie Folter sein muss.

Wie immer gelingt es Carter die Spannung aufrecht zu erhalten durch das Erzähltempo und die manchmal recht kurzen Kapitel. Oft gibt es auch Cliffhanger am Ende eines Kapitels und es folgt ein Szenenwechsel. Auch werden manchmal nur Andeutungen gemacht, wenn man anscheinend einer Lösung näher kommt, aber die Erklärung kommt erst später. Fies! g

"Jagd auf die Bestie" ist wie ein Blick in den dunkelsten Abgrund der menschlichen Seele, düster und emotional. Aber zwischendurch gibt es auch mal Momente zum Schmunzeln, das haben wir dann meistens Garcia zu verdanken, der mit seinen Sprüchen ab und zu für Auflockerung sorgt.

Fazit: Für Fans der Reihe natürlich ein Muss, ganz klar. Und wer die vorherigen Bücher nicht kennt, dem würde ich zumindest empfehlen, vorher "Die stille Bestie" zu lesen. Danach will man sowieso auch den Rest der kompletten Serie lesen.