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Veröffentlicht am 11.07.2021

Leidenschaft, Ergeiz und Freundschaft

Goldmädchen
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Audrey hat ein großes Ziel vor Augen: die Teilnahme an Olympia. Eine Medaille, vorzugsweise golden schimmernd, ist da natürlich ein Muss für jede Turnerin. Aber, wie so oft, mischen noch andere Kräfte ...

Audrey hat ein großes Ziel vor Augen: die Teilnahme an Olympia. Eine Medaille, vorzugsweise golden schimmernd, ist da natürlich ein Muss für jede Turnerin. Aber, wie so oft, mischen noch andere Kräfte mit und plötzlich muss die frischverliebte Audrey und ihre beste Freundin Emma nicht nur um einen Platz im Olympischen Team prangen, sondern auch um ihre jahrelange Freundschaft.

Das Hörbuch startet direkt mit Spannung. Die ersten Kapitel fliegen nur so dahin, was nicht nur dem Mitfiebern mit der Protagonistin zuzuschreiben ist, sondern auch der unglaublich angenehmen Stimme der Sprecherin, Nora Jokhosha. Wir dürfen kurzzeitig auch mit Audrey schmachten, als sie seit langer Zeit wieder auf Leo trifft und meine Mitbewohnerinnen erklärten mich vollends als verkorkst, als ich mit Kopfhörern am Spülbecken in der Küche stand und „Uiiiiiii … wie süß!“ quickte. Die Lovestory nimmt aber leider nach dem ersten Drittel rasant ab. Die Story wird immer mehr zur Live-Übertragung von Turnwettkämpfen und nach und nach verschwand (für mich) das Romanfeeling. Die Lovestory und die Geschichte um die einzelnen Charaktere wird mehr mitgeschliffen als erzählt. Die Autorin verliert sich ein wenig in der detaillierten Beschreibung der verschiedenen Küren an den Geräten. Ich hatte mit der Zeit auch das Gefühl, dass sie bestimmte Phrasen immer wieder wiederholten.

Noch ein paar Worte zum Cover… ich finde es genial! Es spiegelt die Protagonistin und ihre Leidenschaft perfekt wider, sieht super ansprechend aus und ich würde in der Buchhandlung definitiv danach greifen. Leider hat mich die Kurzbeschreibung etwas fehlgeleitet.

Wer einen Sportroman mit einer schmachtenden Lovestory, Konflikten und Beziehungsdrama sucht, ist hier leider falsch. Aber wer mehr über die Strapazen und das Leben als Leistungssportlerin und sexuellen Missbrauch lesen möchte, der soll unbedingt zu „Goldmädchen“ greifen. Ein Must-Have für alle Turnbegeisterten!

  • Erzählstil
  • Handlung
  • Sprecherin
  • Cover
Veröffentlicht am 12.05.2021

Die Folgen einer Lebensrettung - romantisch, beängstigend, ernüchternd

Zwischen zwei Herzschlägen
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Kerry, Tim und Joel. Zusammen mit diesen drei Charakteren, ausgestattet mit den unterschiedlichsten Fassetten, erleben wir die Jahrhundertwende. Um Mitternacht, genau von 1999 auf 2000, küssen sich Liebespaare, ...

Kerry, Tim und Joel. Zusammen mit diesen drei Charakteren, ausgestattet mit den unterschiedlichsten Fassetten, erleben wir die Jahrhundertwende. Um Mitternacht, genau von 1999 auf 2000, küssen sich Liebespaare, Feuerwerkskörper knallen am Himmel und drei Herzen bleiben stehen. Genau genommen erlebt nur eine Person einen Herzstillstand, aber auch die Herzschläge von Kerry und Tim bleiben für eine Sekunde aus und ihr lebensnotwendiger Muskel nimmt nach dieser schicksalshaften Nacht einem anderen Rhythmus an.
Die Farbe des Covers finde ich toll, jedoch verstehe ich nicht, warum Farne darauf abgebildet sind. Federn oder ein ähnliches Symbol von Freiheit hätten besser gepasst. Oder ganz typisch zum Thema Herz: Die Aufzeichnung eines Herzschlages.
Die Charaktere sind vielschichtig ausgestattet. Es gibt nicht nur schwarz oder weiß, keinen Badboy und kein Goodgirl, keinen perfekten Freund und keine chaotische Freundin. Kerry, Tim und Joel haben alle ihre Fehler, und aus diesem Grund kann ich mich so gut mit ihnen identifizieren. Ich bin zwar noch nie in Situationen gewesen, in denen sie sich ganz plötzlich wiedergefunden haben, aber mir kommt es manchmal so vor, als würde ich neben ihnen stehen. Eva Carter schreibt so lebendig und detailgetreu, dass sich die Story rund um die drei Jugendlichen aus Brighton vor meinem inneren Auge wie ein Film abspielte.
Die Handlung zieht sich über mehrere Jahre und wir erleben Kerry, Tim und Joel im Alltag, in unerwarteten Situationen und wir begleiten sie auf internationale Reisen. Eva Carter schneidet schwere Themen an. Als Leser bekommt man aber nie den Eindruck, die Themen wurden nur gewählt, weil sie gerade „modern“ sind. Auch der Lebensstil der beginnenden 2000er wird gut eingefangen und wiedergegeben. Er unterscheidet sich, 20 Jahre später, doch um einiges.
Es wird nie langweilig! Der Wechsel der Erzählperspektive trägt auch wesentlich dazu bei. Kerry, Tim und Joel verbringen nicht immer Zeit miteinander und durch den Perspektivenwechsel verliert man keinen Charakter aus den Augen. Ich mag das!
Ich habe „Zwischen zwei Herzschlägen“ von Eva Carter als Hörbuch erlebt. Die Sprecher (Marian Funk, Madiha Kelling Bergner, Jacob Weigert) können nicht satt gehört werden und sie lesen so, wie ich es auch tun würde. In einer ungläubigen Situation ein geflüsterter Satz, eine laut gerufene Begrüßung am windigen Strand oder genau an den richtigen Stellen eine Pause.
Und eine Pause brauche ich nun auch, denn ein Herzstillstand bei einem Profisportler und seine Folgen, können nicht einfach so weggesteckt werden. Ich habe das Hörbuch oft nach einigen Kapiteln unterbrechen müssen, denn leichte Kost liest/hört sich anders. Aber ich kann euch die Geschichte von Kerry, Tim und Joel einfach nur empfehlen. Die Schlussszene sowie das Nachwort der Autorin runden die aufregende Story rund um die Charaktere aus Brighton gelungen ab. Eine willkommene Abwechslung zwischen all dem Kitsch, die noch dazu so viele wichtige Informationen rund ums Retten von Leben beinhaltet!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.05.2021

Liebe, Züge und andere Schwirigkeiten

Und dann war es Liebe
2

Das Dilemma mit den Zügen kennt jeder. Entweder man steigt in den falschen ein oder der Zug wird plötzlich geteilt und man sitzt am falschen Ende. Auch Hannah und Leò ereilt dieses Schicksal. Das Warten ...

Das Dilemma mit den Zügen kennt jeder. Entweder man steigt in den falschen ein oder der Zug wird plötzlich geteilt und man sitzt am falschen Ende. Auch Hannah und Leò ereilt dieses Schicksal. Das Warten auf den Anschlusszug gestalten sie zuerst unterschiedlich, aber schlussendlich dann doch gemeinsam. Und am Ende des Tages hinterfragt Hannah ihr bisheriges Leben.

Hannah und Leó. Sie lernen sich ganz zufällig kennen und unter Umständen, die jeder tunlichst zu vermeiden versucht. Sie verbringen nur wenige Stunden miteinander, aber in denen lernen beide neue Seiten an sich selbst kennen. Ein erfrischender Roman, der gespickt mit tiefgründigen Unterhaltungen ist und uns die schönsten Plätze von Paris ins Wohnzimmer bringt. Lorraine Brown schreibt flüssig und ich hätte den Roman am liebsten in einem Rutsch gelesen, über den zu dick aufgetragenen Kitsch in manchen Szenen kann man hinweglesen. Die Protagonistin wurde gut ausgearbeitet, durch in den Kapiteln integrierte Rückblicke bekommt der Leser eine gute Vorstellung von ihr. Leò hingegen schwebt für mich immer ein wenig im Nebel. Ich glaubte ihn zu kennen und dann zerreißt ein Kommentar von einer seiner Freundinnen das Bild wieder. Das Cover ist fenomenal!!! Es nimmt eindeutig Platz 1 in meinem Bücherregal ein.

Warum ich bei der Bewertung einen Stern abgezogen habe? Ganz einfach. Die Tiefe der Story hätte noch besser ausgearbeitet werden und der „Kitsch-Anteil“ etwas zurück reguliert werden können.
Aber die Story ist im Ganzen betrachtet ein wirklich guter Lesestoff. Erfrischend, aufregend und lädt zum Mitfiebern ein. Ich kann „Und dann war es Liebe“ von Lorraine Brown nur weiterempfehlen.

  • Cover
  • Handlung
  • Gefühl
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 10.04.2021

Eine jahrelange Brieffreundschaft und zwei verletzte Seelen

The Story of a Love Song
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Mit Luca will wirklich niemand tauschen. Sie ist noch jung und ihr Leben scheint schon vorbei zu sein. Wäre da nicht ihr Brieffreund, zu dem sie vor Jahren den Kontakt abgebrochen hat. Durch Zufall findet ...

Mit Luca will wirklich niemand tauschen. Sie ist noch jung und ihr Leben scheint schon vorbei zu sein. Wäre da nicht ihr Brieffreund, zu dem sie vor Jahren den Kontakt abgebrochen hat. Durch Zufall findet sie den letzten Brief, den Griffin an sie adressiert hat. Und so schrecklich die Umstände auch sind, unter denen Luca den Brief entdeckt, er hat ihr das Leben gerettet.
Zu Beginn wusste ich nicht, ob ich weinen oder lachen sollte. Wir dürfen zusammen mit Luca einige der Briefe lesen, die sie während ihrer Brieffreundschaft von Griffin bekommen hat. Zuerst konnte ich vor Lachen kaum weiterlesen, doch die Stimmung schlägt plötzlich um. Vi Keeland und Penelope Ward packen so viel Gefühl auf wenige Seiten, dass ich tatsächlich eine Pause einlegen musste. Aber dann fieberte ich voll mit Luca mit und nach einigen Kapiteln durften wir auch einen Blick in Griffins Gedankenwelt werfen. Ich bin nicht wirklich ein Fan von Sichtwechsel, aber in „The Story of a Love Song“ sind die Gedankengänge des jeweils anderen wirklich von Bedeutung. Die beiden Autorinnen reißen ein Thema an, mit dem ich – zum Glück - noch nicht konfrontiert war und die Gefühle und Gedanken beider Parteien haben stark zum Verständnis beigetragen.

Das Cover gefällt mir sehr gut, es lässt das Buch nicht kitschig wirken. Erstaunlicherweise halten sich die „kitschigen Szenen“ wirklich in Grenzen. In der Mitte der Story bekommt die Handlung inhaltlich einen kurzen Einbruch. Gemeinsam mit Luca und Griffin fieberten wir den einen Moment entgegen und als er endlich gekommen war, verlor ich ein wenig das Interesse an den beiden Protagonisten. Die rosa Wolke, auf der die beiden sich befanden, schwebte zu lange. Ich war dafür doppelt überrascht, als der Schluss so gelungen ausfiel. Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und die Dialoge sind lustig, seitenweise tiefgründig und emotional.

„The Story of a Love Song” von Vi Keeland und Penelope Ward ist definitiv nichts für schwache Herzen und dran dranbleiben lohnt sich!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.03.2021

Party + One-Night-Stand = Liam + Jillian

Now and Forever - Weil ich dich liebe
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Jillian studiert im Hauptfach Party. Mädels Abende im Garrett kommen beinahe öfter in ihrem Studienplan vor, als eines der Seminare ihrer Nebenfächer. Sie genießt das Leben, denn es kann zu schnell wieder ...

Jillian studiert im Hauptfach Party. Mädels Abende im Garrett kommen beinahe öfter in ihrem Studienplan vor, als eines der Seminare ihrer Nebenfächer. Sie genießt das Leben, denn es kann zu schnell wieder vorbei sein. One-Night-Stands sind die natürlichen Ergebnisse einer berauschenden Party Nacht. Für diese Gleichung muss man nicht einmal studieren. Doch eigentlich laufen diese Bekanntschaften immer nach dem gleichen Schema ab. Aber da hat Jillian die Rechnung ohne Liam gemacht. Und es stellt sich heraus, dass der gutaussehende schottische Austauschstudent keine unbekannte Variable in Jillians Leben bleiben möchte.

Mir gefiel der Anfang des Buches total gut. Wir erfahren nicht wie Jillian Liam abschleppt, aber dafür ist das Kennenlernen nach der gemeinsamen Nacht nicht nur für Jillian nervenzerreißend. Liam war mir gleich von Beginn an sympathisch. Denn welcher Typ steht nach einem OS splitternackt in einer fremden Küche und macht Pancakes? Die Story punktet auf jeden Fall mit ihren Pointen. Sowohl Jillian wie auch Liam können austeilen.

Aber natürlich steckt hinter der Fassade des Partygirls noch mehr und wir Leser bekommen schon bald die ersten Brocken vorgeworfen. Ideal für erste Hypothesen und doch ist es ein Schock, wenn der Zustand plötzliche beim Namen genannt wird. Geneva Lee beschreibt Jillians Schicksal wirklich gut. Man kann sich in die betroffene Person sehr gut hineinversetzten und fühlt auch, dass sich die Autorin auch wirklich damit auseinandergesetzt hat. Nur hat mir etwas die Tiefe gefehlt. Es ging dann alles doch zu glatt.

Das Cover ist echt genial. Ich mag es, wenn ein wenig Struktur vorkommt und die Abbildung des Pärchens zeigt, dass die Beziehung der beiden im Mittelpunkt steht. „Now and Forever – Weil ich dich liebe“ ist flüssig zu lesen und ich hatte es in einem Rutsch durch. Die Kapitel sind eher kurzgehalten und nicht gefüllt mit endlosen Monologen. Alles im allen eine tolle Story mit einem aktuellen Thema, über das ein Mensch in gesundem Umfeld viel zu wenig weiß.

Ich empfehle Jillian und Liam allen, die eine gute Lovestory mit Gefühl und Schicksal lieben, und die keine Angst vor Power Frauen haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere