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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2021

Eine jahrelange Brieffreundschaft und zwei verletzte Seelen

The Story of a Love Song
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Mit Luca will wirklich niemand tauschen. Sie ist noch jung und ihr Leben scheint schon vorbei zu sein. Wäre da nicht ihr Brieffreund, zu dem sie vor Jahren den Kontakt abgebrochen hat. Durch Zufall findet ...

Mit Luca will wirklich niemand tauschen. Sie ist noch jung und ihr Leben scheint schon vorbei zu sein. Wäre da nicht ihr Brieffreund, zu dem sie vor Jahren den Kontakt abgebrochen hat. Durch Zufall findet sie den letzten Brief, den Griffin an sie adressiert hat. Und so schrecklich die Umstände auch sind, unter denen Luca den Brief entdeckt, er hat ihr das Leben gerettet.
Zu Beginn wusste ich nicht, ob ich weinen oder lachen sollte. Wir dürfen zusammen mit Luca einige der Briefe lesen, die sie während ihrer Brieffreundschaft von Griffin bekommen hat. Zuerst konnte ich vor Lachen kaum weiterlesen, doch die Stimmung schlägt plötzlich um. Vi Keeland und Penelope Ward packen so viel Gefühl auf wenige Seiten, dass ich tatsächlich eine Pause einlegen musste. Aber dann fieberte ich voll mit Luca mit und nach einigen Kapiteln durften wir auch einen Blick in Griffins Gedankenwelt werfen. Ich bin nicht wirklich ein Fan von Sichtwechsel, aber in „The Story of a Love Song“ sind die Gedankengänge des jeweils anderen wirklich von Bedeutung. Die beiden Autorinnen reißen ein Thema an, mit dem ich – zum Glück - noch nicht konfrontiert war und die Gefühle und Gedanken beider Parteien haben stark zum Verständnis beigetragen.

Das Cover gefällt mir sehr gut, es lässt das Buch nicht kitschig wirken. Erstaunlicherweise halten sich die „kitschigen Szenen“ wirklich in Grenzen. In der Mitte der Story bekommt die Handlung inhaltlich einen kurzen Einbruch. Gemeinsam mit Luca und Griffin fieberten wir den einen Moment entgegen und als er endlich gekommen war, verlor ich ein wenig das Interesse an den beiden Protagonisten. Die rosa Wolke, auf der die beiden sich befanden, schwebte zu lange. Ich war dafür doppelt überrascht, als der Schluss so gelungen ausfiel. Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und die Dialoge sind lustig, seitenweise tiefgründig und emotional.

„The Story of a Love Song” von Vi Keeland und Penelope Ward ist definitiv nichts für schwache Herzen und dran dranbleiben lohnt sich!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.03.2021

Party + One-Night-Stand = Liam + Jillian

Now and Forever - Weil ich dich liebe
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Jillian studiert im Hauptfach Party. Mädels Abende im Garrett kommen beinahe öfter in ihrem Studienplan vor, als eines der Seminare ihrer Nebenfächer. Sie genießt das Leben, denn es kann zu schnell wieder ...

Jillian studiert im Hauptfach Party. Mädels Abende im Garrett kommen beinahe öfter in ihrem Studienplan vor, als eines der Seminare ihrer Nebenfächer. Sie genießt das Leben, denn es kann zu schnell wieder vorbei sein. One-Night-Stands sind die natürlichen Ergebnisse einer berauschenden Party Nacht. Für diese Gleichung muss man nicht einmal studieren. Doch eigentlich laufen diese Bekanntschaften immer nach dem gleichen Schema ab. Aber da hat Jillian die Rechnung ohne Liam gemacht. Und es stellt sich heraus, dass der gutaussehende schottische Austauschstudent keine unbekannte Variable in Jillians Leben bleiben möchte.

Mir gefiel der Anfang des Buches total gut. Wir erfahren nicht wie Jillian Liam abschleppt, aber dafür ist das Kennenlernen nach der gemeinsamen Nacht nicht nur für Jillian nervenzerreißend. Liam war mir gleich von Beginn an sympathisch. Denn welcher Typ steht nach einem OS splitternackt in einer fremden Küche und macht Pancakes? Die Story punktet auf jeden Fall mit ihren Pointen. Sowohl Jillian wie auch Liam können austeilen.

Aber natürlich steckt hinter der Fassade des Partygirls noch mehr und wir Leser bekommen schon bald die ersten Brocken vorgeworfen. Ideal für erste Hypothesen und doch ist es ein Schock, wenn der Zustand plötzliche beim Namen genannt wird. Geneva Lee beschreibt Jillians Schicksal wirklich gut. Man kann sich in die betroffene Person sehr gut hineinversetzten und fühlt auch, dass sich die Autorin auch wirklich damit auseinandergesetzt hat. Nur hat mir etwas die Tiefe gefehlt. Es ging dann alles doch zu glatt.

Das Cover ist echt genial. Ich mag es, wenn ein wenig Struktur vorkommt und die Abbildung des Pärchens zeigt, dass die Beziehung der beiden im Mittelpunkt steht. „Now and Forever – Weil ich dich liebe“ ist flüssig zu lesen und ich hatte es in einem Rutsch durch. Die Kapitel sind eher kurzgehalten und nicht gefüllt mit endlosen Monologen. Alles im allen eine tolle Story mit einem aktuellen Thema, über das ein Mensch in gesundem Umfeld viel zu wenig weiß.

Ich empfehle Jillian und Liam allen, die eine gute Lovestory mit Gefühl und Schicksal lieben, und die keine Angst vor Power Frauen haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.03.2021

Work, Love und aktuelle Themen

Working Late
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Charlotta, eine junge starke Frau mit Vergangenheit, kämpft um die wohlverdiente Anerkennung in der Anwaltskanzlei Svärdh & Partner. Ein Pro-bono-Fall soll nun endlich ihre Fähigkeiten unterstreichen. ...

Charlotta, eine junge starke Frau mit Vergangenheit, kämpft um die wohlverdiente Anerkennung in der Anwaltskanzlei Svärdh & Partner. Ein Pro-bono-Fall soll nun endlich ihre Fähigkeiten unterstreichen. Doch Charlotta hat die Rechnung ohne die Gegenseite gemacht. Die Grenzen zwischen Privat und Beruf verschwimmen und es beginnt ein gewagter Tanz am Abgrund. Aber nicht nur Charlotta muss sich ihrer Prioritäten klar werden. Ignacio, CEO des Textilunternehmens Gaia, kämpft um eine Reinwaschung für das Unternehmen und hat nicht vor, sich ausgerechnet in die Anwältin zu verlieben, die mit allen Mitteln versucht, den Ruf der Firma zu ruinieren. Nicht nur im Gerichtssaal bleibt es bis zum Schluss spannend.

Ich mag das Cover, es hat mich sofort angesprochen. Die Skyline und die Farbmischung sind eine willkommene Abwechslung zwischen den vielen rosa-Tönen der New Adult Romane. Der Schreibstil der Autorin sticht mit Einzigartigkeit hervor und ist Geschmackssache. Obwohl ich mir anfangs sehr schwer mit den abrupten Ortswechseln tat, freute ich mich später über jeden überraschenden Sprung in eine neue Szene.

Charlotta war mir gleich zu Beginn ans Herz gewachsen. Leider werden Frauen viel zu oft im beruflichen Umfeld aber auch Privat ausgenutzt. Ihre nicht unschöne Vergangenheit war dann für meinen Geschmack doch ein wenig zu dick aufgetragen.
Überraschend war auch der zweite Handlungsstrang, der sich etwa nach dem ersten Viertel der Geschichte abzeichnete. Dessen Ende ist leider auch sehr absehbar und die ganze Geschichte beginnt dann etwas langatmig zu werden. Leider konnte Helene Holmström mich, nachdem die erste Begeisterung abklang und ich vollständig in die Geschichte eingetaucht war, nicht mehr halten. Ich verlor ein wenig das Interesse.

„Working Late“ von Helene Holmström zeigt eine „neue“ Stadt mit all ihren Facetten. Ein Roman, der sich um einflussreiche Unternehmen und das „After-Work Leben“ dreht. Die Autorin schlug eine neue Richtung ein. Viele moderne Themen wie „Nachhaltigkeit“, „Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländer“ und „ Gender Equality“ machen die Story lesenswert.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 21.02.2021

Gefahr in Emotionen zu ertrinken

What if we Drown
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Ein Neubeginn ist alles, was noch helfen könnte. Laurie zieht von Toronto nach Vancouver, um den tragischen Tod eines geliebten Menschen zu überwinden. Vergessen steht noch vor „Studentenausweis abholen“ ...

Ein Neubeginn ist alles, was noch helfen könnte. Laurie zieht von Toronto nach Vancouver, um den tragischen Tod eines geliebten Menschen zu überwinden. Vergessen steht noch vor „Studentenausweis abholen“ auf der To-Do List. Doch das Schicksaal verrät ihr noch vor dem ersten Kurs, dass es andere Pläne mit ihr hat.

Eigentlich könnte der Neubeginn in Vancouver nicht besser laufen. Lauries Mitbewohner Emmet und Hope empfangen sie herzlich, das Zimmer ist perfekt und beim Sekretariat der Uni lernt sie auch gleich ihre neue beste Freundin Kian kennen. Bevor sich Laurie und Kian motiviert ins Studium stürzen, wird noch einmal gefeiert. Und bei der Party am Strand zieht das Schicksal schon die ersten Fäden.

„What if we drown“ ist ein absolut passender Titel für Lauries und Sams Story und das Cover könnte nicht besser ihre gemeinsame Leidenschaft widerspiegeln. Sam ist zur Abwechslung einmal kein Bad Boy, sondern ein „ganz normaler“ Junge. Laurie versucht das Richtige zu tun, gesteht aber auch Fehler ein und äußert Zweifel. Ich konnte mich sofort mit beiden identifizieren und schloss sie schon bei der ersten Begegnung in mein Herz. Gut dosiert bekamen wir auch einen Einblick in das Gefühlsleben ihrer Freunde.

Ich bin davon überzeugt, dass nach Kapitel vier niemand mehr in der Lage ist, das Buch aus der Hand zu legen. Wir lernen Laurie gleich am Beginn in einem sehr emotionalen Moment kennen und mit viel Emotion geht es gleich weiter. Ich muss zugeben, dass ich von den vielen Gefühlen und den rasch aufeinanderfolgenden Ereignissen etwas überfordert war. Aber an ein Aufhören war nicht mehr zu denken, auch wenn beide Zeiger der Uhr die zwölf schon längst passiert hatten. Mehr als nur einmal sammelten sich in meinen Augen Tränen. Wirklich wichtige Momente hat Sarah Sprinz mit so viel Gefühl und so lebendig beschrieben, dass ich dachte, ich stehe gerade neben Laurie oder Sam. Wir Leser erfahren zwar schon früh, was es mit Lauries Trauer auf sich hat und wie es dazu kam, aber bis zur letzten Seite bleibt es spannend. Ich dachte schon, das Buch endet mit einem Cliff Hänger …

Großartige Protagonisten und Figuren. Check. Tiefgründige Story. Check. Emotion. Doppel-Check.
„What if we drown“ ist ein „MUST“ für alle Herzblut Romanleser!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2021

Freundschaft. Liebe. Leben

Begin Again
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Freundschaft und Vertrauen. Würden ich das Buch nur mit zwei Worten beschreiben dürfen, würde ich diese beiden wählen. Ich habe schon einiges der Autorin gelesen und wurde bei jedem ihrer Bücher aufs Neue ...

Freundschaft und Vertrauen. Würden ich das Buch nur mit zwei Worten beschreiben dürfen, würde ich diese beiden wählen. Ich habe schon einiges der Autorin gelesen und wurde bei jedem ihrer Bücher aufs Neue überrascht. Begin Again habe ich vor wenigen Minuten zum dritten Mal beendet und Kaden und Allie haben mich erneut zum Weinen gebracht.

Beide schleppen unvorstellbaren Ballast mit sich und genau deshalb können die beiden den Moment so genießen, wie es nur wenige können. Allie habe ich schon auf den ersten Seiten in mein Herz geschlossen, was auf ihren Minimalismus und den wenigen Ansprüchen, die sie hat, zurückzuführen ist. Aber ehrlich? Ich hätte mich nicht getraut, in eine WG mit Kaden zu ziehen. Allie hat keine Wahl und sie kämpfte für ihre Freiheit, ich bewundere sie für ihre Stärke. Doch auch der anfangs unausstehliche und selbstsüchtige Kaden durchlebt eine Entwicklung, mit der ich nicht gerechnet hätte.

Als Leser erfahren wir nur Stück für Stück von Allie’s Beweggründen nach Woodshill zu ziehen. Viele Andeutungen lassen Platz für Vermutungen, aber das Geheimnis wird plötzlich und mit einem lauten Knall gelüftet. Zwar bekommen wir immer wieder Häppchen mit Hinweisen vorgeworfen, die ein Rodeo an Vermutungen entflammen, aber was genau Allie durchleben musste, bleibt lange unter Verschluss.

Auch die Nebencharaktere sind gut beschrieben und haben aktive Rollen. Sie kommen nicht nur dann zum Einsatz, um eventuelle Missverständnisse oder in anderer Weise die Handlung zu begünstigen. Mona Kasten integrierte sie in den Alltag von Kaden und Allie, erzählt uns etwas über sie und lässt auch ihre Probleme anklingen. Es stehen nicht immer nur Kaden und Allie im Vordergrund, sondern auch die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Charakteren Kaden, Spencer, Allie, Dawn, Scott, Monika und Ethan in den verschiedensten Konstellationen.
Zum Schluss hin verhält sich Kaden, für meinen Geschmack, etwas zu kitschig.

Eine wahnsinnstiefgründige Lovestory mit vielen Hürden und Vorurteilen. Genau das richtige für Herzschmerz-Süchtige.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere