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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.12.2019

Eine faszinierende Geschichte

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte
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“Strange the Dreamer” ist wahrscheinlich das Buch, das mich dieses Jahr bisher am meisten fasziniert und irritiert hat. Ich muss zugeben, dass es mich schon durch sein Cover davon überzeugt hat, dass ich ...

“Strange the Dreamer” ist wahrscheinlich das Buch, das mich dieses Jahr bisher am meisten fasziniert und irritiert hat. Ich muss zugeben, dass es mich schon durch sein Cover davon überzeugt hat, dass ich es unbedingt lesen muss. Der Klappentext klang so geheimnisvoll und interessant, dass ich es erst recht lesen musste.


Handlung
Lazlo Strange lebt in einer anderen Welt. Als Bibliothekar arbeitet er den Gelehrten zu und hat kaum Gelegenheiten, seiner Abenteuerlust nachzukommen. Also flüchtet er sich in die Seiten der Bücher und kennt mehr Geschichten als jeder andere.
Besonders fasziniert ist er von der sagenumwobenen Stadt Weep, dessen eigentlicher Name plötzlich in Vergessenheit geraten ist. Jahrelang versucht er, die vielen Mythen um die Stadt zu sammeln und daraus sinnvolle Schlüsse zu ziehen. Als Gesandte der Stadt plötzlich auftauchen und Freiwillige für eine Mission suchen, ergreift Lazlo seine Chance, endlich mehr zu erfahren und begibt sich auf einen Weg ins Ungewisse.


Meine Meinung
Ich muss zugeben, dass mich die Geschichte zunächst sehr irritiert hat. Die ganze Welt war mir fremd und der geheimnisvolle Schreibstil des Autors hat es nicht leicht gemacht, sich einen Überblick zu verschaffen. Es gab ganz normale Menschen, mystische Kreaturen, Götter und Geister. Auch die physikalischen Gesetze der Welt unterschieden sich in mancher Hinsicht von unseren. Da ich nicht von Anfang an wusste, wer von den vielen Charakteren nun was für eine Rolle in der Geschichte einnimmt, habe ich einige Passagen mehr als einmal gelesen, nur um mich damit abzufinden, dass ich es wohl erst später durchschauen werde.
Nach einiger Zeit setzte sich das Puzzle zusammen und von da an konnte ich nicht mehr aufhören, zu lesen. Die Geschichte um Lazlos Strange ist wirklich interessant, genau wie die Welt, in der er lebt. Man konnte als Leser miterleben, wie Lazlos selbst mehr über die Geschichte von Weep erfährt und versucht, den Geheimnissen auf den Grund zu gehen.
Parallel dazu wurde die Geschichte der “Götterbrut” erzählt, die sich gegen die Menschen gewendet hat, um das eigene Überleben zu sichern. Als Leser fand ich den inneren Konflikt interessant, sowohl mit der “Götterbrut” als auch mit Lazlo und seinem Team mitzufiebern, denn sie verfolgen unterschiedliche Ziele.
Die Geschichte wird im ersten Buch nicht abgeschlossen, endet allerdings auch nicht mit einem unverzeihlichen Cliffhanger. Ich bin daher sehr gespannt, wie es im nächsten Buch weitergeht.
Der Schreibstil des Autors ist wie schon angedeutet geheimnisvoll und deswegen musste ich mich erst an ihn gewöhnen. Sobald man sich in das Buch eingefunden hat, ist es allerdings sehr flüssig zu lesen. Ich findet es schön, dass er sich von anderen Autoren abhebt. Immer das gleiche wird auf Dauer doch nur langweilig.


Das Cover
Das Cover ist wirklich wunderschön! Natürlich ist das eine sehr subjektive Meinung, aber ich glaube, die wenigsten werden mir widersprechen. Der Kontrast vom Gold zum Dunkelblau passt zur Magie der Geschichte. Auch die Motte hat ihren Hintergrund, aber dazu verrate ich an dieser Stelle lieber nicht zu viel.
Was mich jedoch gestört hat ist die Qualität des Einbands. Ich habe das Buch ganz normal gelesen und gut behandelt. Trotzdem sieht bereit nach einmaligen Lesen sehr abgegriffen aus. Der Druck auf dem Einband ist an den Stellen, an denen ich das Buch gehalten habe, leider nahezu vollständig verschwunden. (s.u.)
Ich würde euch daher raten, das Buch mit hochwertiger Folie zu bekleben, bevor ihr es lest.



Fazit
Strange the Dreamer ist definitiv empfehlenswert! Ich habe zwar einige Zeit gebraucht, mich in das Buch einzufinden, da sich einige Zusammenhänge erst mit der Zeit herausgestellt haben, aber dieser Aspekt hat dem Buch auch die Magie verliehen, die es vermitteln wollte. Ich freue mich bereits auf den zweiten Band.

Veröffentlicht am 28.10.2019

Eine super Fortsetzung von "Falling Fast"!

Flying High
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Vorsicht! Diese Rezension beinhaltet Spoiler zum ersten Band!


Handlung

Hailee hat vor einigen Monaten ihre Zwillingsschwester Katie durch einen Unfall verloren. Seither versucht sie nicht nur ihr, sondern ...

Vorsicht! Diese Rezension beinhaltet Spoiler zum ersten Band!


Handlung

Hailee hat vor einigen Monaten ihre Zwillingsschwester Katie durch einen Unfall verloren. Seither versucht sie nicht nur ihr, sondern auch sich selbst zu beweisen, dass sie mutig sein kann. Jahrelang war ihre Schwester die stärkere, mutigere der beiden. Doch nach Katies Tod wusste sie nicht wie sie weiterleben soll und hat sich einen Tag ausgesucht, an dem sie Katie wiedersehen möchte. Als der Tag gekommen ist, hat sie sich eine tödliche Dosis Schlaftabletten aufgelöst und ist an einen der schönsten Orte der Gegend gefahren.

Dort trifft Chase nun auf eine völlig aufgelöste Hailee – die den Tablettencocktail zum Glück schon ausgekippt hat, da sie diesen Schritt doch nicht wagen wollte. Kurz darauf treffen auch Hailees Eltern in Fairwood ein, denn sie haben einen Abschiedsbrief ihrer Tochter erhalten. Das alles hatte Hailee nicht geplant; sie wollte sich nie mit der Sorge ihrer Eltern und Freunde auseinandersetzen. Und auch nicht mit ihrer eigenen Trauer. Doch nun wollen ihr alle helfen und sie ist zwischen zwei Welten hin- und hergerissen.


Meine Meinung

Zunächst war ich etwas schockiert, dass ich schon nach nur einem Kapitel wusste, das Hailee überlebt. Die paar Zeilen hätten schließlich auch noch Teil des ersten Buchs sein können. Nun gut.
Chase Reaktion in der Situation fand ich sehr nachvollziehbar. Auch die meisten anderen Charaktere haben in etwa so reagiert, wie ich es mir vorgestellt hätte, inklusive Hailees Eltern, die natürlich sofort nach Fairwood gekommen sind. Was würde man als Eltern auch sonst machen, wenn man möglicherweise gerade dabei ist, seine zweite und damit noch einzige verbleibende Tochter zu verlieren?

Dennoch fand ich die Eltern, insbesondere Hailees Mutter, oft schwer greifbar. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob sie wirklich hilfsbereit und überfordert ist, oder warum sie sich so verhalten hat. Erst hat sie sich gar nicht für ihre Tochter interessiert, dann hat sie sie kaum noch aus den Augen gelassen und wollte komplett über ihr Leben bestimmen, nur um ihr nie richtig zuzuhören oder die Chance zu geben, sich selbst zu verwirklichen, als sie dann wieder zu Hause ist. Hm.

Hailees Trauer fand ich sehr nachvollziehbar – ihre Gefühlswelt war oft ziemlich chaotisch und teils gelähmt. Ich halte das für sehr realistisch, denn Trauer verläuft nicht geradlinig. Auch, dass sie sich von anderen Menschen abgewendet hat, ist wahrscheinlich nicht überraschend. Dennoch fand ich es schade, dass die Beziehung zu Chase so lange keine Fortschritte gemacht hat. Der Kontakt ist für eine lange Zeit quasi abgebrochen. Wahrscheinlich ist das ganz normal, aber ich habe es beim Lesen trotzdem vermisst.

Stattdessen hat man allerdings viel über Chase und seinen inneren Konflikt gelernt. Er hat oft darüber nachgedacht, ob er nun sein Architekturstudium fortsetzen oder doch seine eigenen Träume verwirklichen soll und schlussendlich eine Entscheidung getroffen. Ich finde es immer toll, wenn sich Figuren im Laufe eines Buchs entwickeln und das hat man hier definitiv gesehen. Das gleiche gilt auch für Hailee, wenn auch auf eine ganz andere Art.

Außerdem war das Buch wirklich gut geschrieben! In der Hinsicht hatte es viel mit dem ersten Band, Falling Fast, gemeinsam. Durch den ständigen Perspektivenwechsel zwischen Hailee und Chase hatte man als Leser die Möglichkeit, beide Figuren sehr gut kennenzulernen.


Das Cover

Dies ist mal wieder ein typisches, wunderschönes LYX-Cover! Es hat sehr viel Ähnlichkeit zum ersten Band, was ich persönlich immer toll finde. Beim genaueren Hinschauen ist mir aufgefallen, dass das Muster auf dem Cover quasi das gleiche ist, wie auf dem ersten band, aber gedreht und skaliert wurde (…ja, da kommt der Designer in mir durch 😀 ).
Die Blautöne mag ich fast noch lieber, als die Lilatöne, aber das ist nun wirklich reine Geschmacksache.


Fazit

Dadurch, dass ich die Eltern schwer greifbar fand und sich die Geschichte insbesondere im Mittelteil etwas in die Länge gezogen hat, gibt es einen halben Stern Abzug. Dennoch ist es ein super Buch, dass ich sehr gerne weiterempfehle! Der Schreibstil ist flüssig, die Figuren entwickeln sich weiter und die inneren Konflikte der Hauptcharaktere finde ich nachvollziehbar.

Veröffentlicht am 27.10.2019

Kulturelle Unterschiede

Die Frauen von Salaga
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Das Buch “Die Frauen von Salaga” hat mich thematisch sehr angesprochen, da ich gerne Romane lese, in denen ich etwas über fremde Kulturen, Länder und Lebensweisen erfahre. Die Geschichte, wie ein Mädchen ...

Das Buch “Die Frauen von Salaga” hat mich thematisch sehr angesprochen, da ich gerne Romane lese, in denen ich etwas über fremde Kulturen, Länder und Lebensweisen erfahre. Die Geschichte, wie ein Mädchen gekidnappt wird und so auf dem Sklavenmarkt in Salaga endet, beinhaltet all dies. Und: Ich kann sagen, der Klappentext hält, was er verspricht!


Meine Meinung

Anfangs fand ich den Schreibstil der Autorin gewöhnungsbedürftig. In den meisten Romanen, die ich lese, wird viel umschrieben. Das spart sich die Autorin und schreibt stattdessen weitgehend objektiv. Auf den ersten Seiten bin ich daher regelrecht von all den Informationen umgehauen worden und habe einige Abschnitte zweimal gelesen. Insbesondere die vielen Namen haben mich verwirrt; zum einen, weil sie fremd klangen (z.B. Etuto und Obado) und zum anderen, weil sie sich so ähnlich sind, was wahrscheinlich an der Verwandtschaftsbeziehung liegt (z.B. Na, Issa-Na und Issa). Auch die Städte und Gerichte haben außergewöhnliche Namen. Nachdem ich die ersten Seiten besonders aufmerksam gelesen und mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, fand ich das Buch sehr eindrucksvoll.

Die Geschichte an sich ist so überwältigend, dass jegliche Form von ausgeschmückt beschriebenen Gefühlen die Geschichte entweder weniger glaubhaft gemacht oder den Leser überfordert hätte. Wer fühlt nicht mit einem Mädchen, das von seiner Familie getrennt und als Sklavin gehalten wird? Oder mit einer jungen Frau, die zwar in besseren Verhältnissen aufwächst, aber eine ungewollte Ehe eingehen muss und fortan nicht mehr über ihr eigenes Leben entscheiden kann? Man fühlt automatisch mit – egal, ob die Autorin die Gefühle der Charaktere hier und da besonders hervorhebt, oder nicht.


Schöne Details

Was mir besonders gut gefallen hat, waren – neben der Geschichte selbst – die Beschreibung der Umgebung und des Essens. Obwohl ich noch kein Oasendorf gesehen habe, habe ich mich mittendrin gefühlt. Genauso ging es mir auch auf dem Gehöft der Familie, dem Hinterzimmer des Sklavenhändlers, dem großen Fluss oder bei der Vorstellung der Speisen. Viele der Gerichte würde ich gerne mal probieren.


Figuren

Ich habe besonders mit einer der beiden Hauptcharakteren, Aminha, mitgefühlt. Dies lag zum einen an ihrer prekären Situation als Sklavin und der geringen Chance, hieran etwas zu ändern. Zum anderen lag es aber auch an Aminhas Charakter. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sich selbst hintenanstellt und alle für ihre Familie tun würde. Dennoch hat sie einen weichen Kern und Träume, die sie eines Tages verfolgen möchte.

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich für fremde Kulturen und Geschichte interessiert.

Veröffentlicht am 27.10.2019

Glück in 100 Teilen

Das kleine große Glück
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“Das kleine große Glück” ist das zweite Buch von Lucy Dillon, das ich bisher gelesen habe (nach “one small act of kindness”) und schon jetzt gehört sie zu meinen Lieblingsautoren.



Handlung

Gina hat ...

“Das kleine große Glück” ist das zweite Buch von Lucy Dillon, das ich bisher gelesen habe (nach “one small act of kindness”) und schon jetzt gehört sie zu meinen Lieblingsautoren.



Handlung

Gina hat in den letzten Jahren einiges mitgemacht; zu viel, um genau zu sein. Zuletzt hat sie eine Trennung von ihrem Ehemann hinter sich und versucht nun, mit Mitte 30, ihr Leben einmal komplett umzukrempeln. Die erschrickt über ihre vielen unnützen Besitztümer und stürzt sich auf eine radikale Entrümpelung. Dabei möchte sie nur die 100 Dinge behalten, ohne die sie nicht leben kann. Alles andere wird verschenkt, verkauft oder entsorgt.


Meine Meinung

Die Geschichte startet im Hier und Jetzt und als Leser fragt man sich natürlich, wie es zu dieser Situation gekommen ist. Durch jedes der beschriebenen Gegenstände wird dem Leser ein Stück der Vergangenheit der Hauptfigur Gina nähergebracht. Ich liebe diese Idee, denn erst am Ende des Buches setzt sich ihre Geschichte wie ein Puzzle zusammen. So bleibt ein Roman, der in seiner Natur eher interessant als nervenaufreibend ist, das ganze Buch über spannend.

Lucy Dillon ist eine Meisterin darin, Charaktere zu kreieren, zu denen man direkt einen Bezug aufbauen kann. Das hat sie schon in ihrem letzten Buch geschafft und auch diesmal bin ich nicht enttäuscht worden.
Gina und ich haben, wenn man ihre Lebensgeschichte betrachtet, wenig gemeinsam und dennoch konnte ich mich in jeder Situation in sie hineinversetzen. Verloren gefühlt hat sich wohl jeder schon einmal.
Eine Sache, die wir dennoch gemeinsam haben, ist der Pragmatismus – sogar das radikale Aufräumen hat mich an mich selbst erinnert. (Nur dass es an mir daran lag, dass ich in den letzten Jahren öfters zwischen verschiedenen Ländern umgezogen bin und nicht viel mehr mitdurfte, als was in zwei Koffer passt.)

Auch ihre Art, mit der Trennung umzugehen, fand ich sehr realistisch. Viele Autoren hätten diese Situation wahrscheinlich viel zu kitschig beschrieben (vermutlich wäre die Hauptperson irgendwo hin gefahren und hätte am nächsten Tag einen anderen an der Angel gehabt), aber Lucy Dillon schafft es, genau das richtige Maß an (Nicht-)Romantik in die Geschichte aufzunehmen.


Fazit

“Das kleine große Glück” ist eines dieser Bücher, die man auf der einen Seite möglichst schnell liest, weil man wissen will, wie es weiter geht, andererseits aber nicht zu Ende lesen möchte, weil dann eine Welt verloren geht, in der man die letzten Tage (oder Wochen) gelebt hat.

Für jemanden, der gerne Thriller, Krimis oder durchweg lustige Bücher liest, ist es vielleicht nicht das richtige. Leser, die hoffnungsvolle Romane mit ein bisschen nicht-allzu-kitschiger Romantik mögen, werden dieses Buch aber umso mehr lieben.

Veröffentlicht am 27.10.2019

Tiefgründiger als zunächst erwartet

Mein Jahr mit Dir
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Momentan habe ich wirklich Glück mit Büchern. “Mein Jahr mit Dir” von Julia Whelan hat mich mal wieder umgehauen.


Handlung

Die Geschichte handelt von der Studentin Ella, die für ein Auslandsjahr die ...

Momentan habe ich wirklich Glück mit Büchern. “Mein Jahr mit Dir” von Julia Whelan hat mich mal wieder umgehauen.


Handlung

Die Geschichte handelt von der Studentin Ella, die für ein Auslandsjahr die USA verlässt und nach Oxford zieht. Gleich zu Beginn trifft sie auf Jamie Davenport – einen zunächst arrogant wirkenden Typen, mit dem Ella nichts zu tun haben möchte. Als sich herausstellt, dass er ihren Literaturkurs leitet, muss sie sich mit ihm arrangieren und lernt ihn, schneller als zunächst erhofft, auch persönlich kennen. Dass sie sich nach und nach in ihn verliebt, dürfte die wenigsten Leser von Liebesromanen überraschen.


Meine Meinung

Mir erschien das Buch zu Beginn ziemlich flach: Eine Studentin, die ins Auslandsjahr geht und sich dort auch noch in ihren Dozenten (!) verliebt… Na ja, was will man schon erwarten, dachte ich. Der Klappentext hielt schließlich, was er versprach und an sich war das Buch sehr gut geschrieben.

Doch dann kam die Überraschung: Nachdem die Hauptfigur sich in Oxford eingelebt hat und auch die “Beziehung” zu Jamie etwas etablierter war, wendete sich die Blatt. Plötzlich wurde das Buch viel tiefgründiger und handelte von Themen, die weit über eine Romanze hinausgehen: Freundschaft, Familie, Trauer, Prioritäten – und das auf eine sehr schöne, mitreißende Art und Weise. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht zu viel über den Inhalt verraten, weil es euch wohlmöglich den ganzen Lesespaß nehmen würde.

Ich fand, dass diese “Wendung”, wenn man sie so nennen mag, genau zum richtigen Zeitpunkt kam. Man hatte als Leser die Chance, alle Hauptfiguren sowie die Umgebung vorher gut genug kennenzulernen, sodass man sich ganz auf die Ereignisse im Buch konzentrieren konnte. Dennoch lernt man die Charaktere gerade durch eben diese Ereignisse erst besser kennen. Nach und nach wurde klar, warum sich gewisse Figuren in vorherigen Situationen auf eine bestimmte Weise verhalten haben. Der ganze Roman war von vorne bis hinten durchdacht und viele Details vom Anfang ergaben am Ende plötzlich Sinn.




Recherche

Mich hat vor allem beeindruckt, wie gut Oxford und der Studieninhalt recherchiert war. Man könnte meinen, die Autorin war tatsächlich in Oxford und hat die gleichen Fächer studiert, wie die Protagonistin. (Wie sich rausgestellt hat, hat Julia Whelan wirklich ein Jahr lang in Oxford studiert). Ich kann natürlich nicht sagen, ob alle im Buch genannten historischen oder literarischen Details stimmen, aber sie waren so gut in das Buch eingebettet, dass ich zu keinem Zeitpunkt daran gezweifelt habe.


Fazit

Ich schätze es sehr an Romanen, wenn man am Ende das Gefühl hat, dass der Autor eine Mission hatte; sei es, eine bestimmte Geschichte zu erzählen, ein Gefühl zu vermitteln oder eine Moral zu verdeutlichen. Julia Whelan hat in diesem Roman gleich alles drei geschafft. Schade, dass sie hauptberuflich Schauspielerin ist und nicht Autorin – ich würde sonst gleich ihr nächstes Buch lesen.