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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.07.2025

Unterhaltsam!

In Wahrheit war es schön
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Meine Meinung und Inhalt

Mich hat vor allem als Kind der 90er der Klappentext neugierig gemacht. Das Buch konnte mich weniger durch eine stringente Handlung als vielmehr durch seine Atmosphäre und Sprache ...

Meine Meinung und Inhalt

Mich hat vor allem als Kind der 90er der Klappentext neugierig gemacht. Das Buch konnte mich weniger durch eine stringente Handlung als vielmehr durch seine Atmosphäre und Sprache überzeugt. Die einzelnen Episoden wirken wie lose Erinnerungsfragmente, die zusammen ein stimmiges Bild ergeben. Kein dramatischer Spannungsbogen, sondern viele kleine, poetische Bewegungen,so lässt sich dieses Buch vielleicht am besten beschreiben.

Der Blick zurück auf eine Jugend in einem künstlerisch geprägten Zürcher Milieu fühlt sich wirklich ehrlich und ungeschönt an. Es geht nicht um Beziehungen, in Momenten der Unsicherheit, in der Suche nach Zugehörigkeit.

Die Sprache ist zurückhaltend, aber präzise. Kein Wort zu viel, nichts aufgebauscht, nichts wirkt dadurch gekünstelt. Gerade dadurch bleibt vieles im Kopf.Der Erzähler beschreibt, was ihn bewegt, ohne zu werten. Das macht das Buch glaubwürdig.

Ich mochte besonders, dass es zwar um eine persönliche Geschichte geht, man sich aber trotzdem oft selbst darin wiederfindet. Diese Mischung aus Nähe und Abstand funktioniert gut. Auch wenn der Erzähler von sich erzählt, wirkt es nie aufdringlich oder übertrieben.

Manche Stellen sind sehr romantisch oder nostalgisch erzählt. Das passt aber zur Stimmung und dem zeitlichen des Buchs und hat mich nicht gestört. Für mich war "In Wahrheit war es schön" ein wirklich unterhaltsames Buch.


Klappentext

Der Protagonist C. wird zu Beginn der Neunziger Jahre in eine Zürcher Künstlerfamilie geboren. Er schlittert die Kirchgasse herunter, streitet mit seinen Eltern, übt sich in Telepathie, entdeckt die Liebe und — das Schreiben. Doch einige Jahre sollen vergehen, bis C. tatsächlich am Schweizer Literaturinstitut studiert. Wilde Jahre in Buenos Aires, Zürich und Berlin sind der Hintergrund, vor dem C. zu dem wird, was man Schriftsteller nennt. Wie viel persönliche Arbeit dahinter steckt und wie sehr Schriftsteller auf ihr Leben als Material zurückgreifen, davon erzählt dieses epische Buch mit viel Leidenschaft und verletzlicher Offenheit.


Über den Autor

Carlo Leone Spiller studierte Literarisches Schreiben in Biel, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaften sowie Philosophie in Zürich und Berlin. Seine Arbeiten wurden unter anderem in den Literaturzeitschriften Edit, entwürfeundDeliriumsowie der Anthologie »Ansicht der leuchtenden Wurzeln von unten«publiziert. »In Wahrheit war es schön« ist sein erster Roman. Er hat den Buchladen für unabhängiges Publizieren MATERIAL mitgegründet und ist Mitorganisator der Veranstaltungsreihe »Zürcher Werkstattgespräche«.

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Zwischen Trauma und Trost

Mickey und Arlo
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Meine Meinung und Inhalt

Mich hat bei "Mickey und Arlo" der Klappetext sofort neugierig gemacht.

Es klang nach einer ungewöhnlichen Familiengeschichte und genau das war es auch. Die Protagonistin Mickey, ...

Meine Meinung und Inhalt

Mich hat bei "Mickey und Arlo" der Klappetext sofort neugierig gemacht.

Es klang nach einer ungewöhnlichen Familiengeschichte und genau das war es auch. Die Protagonistin Mickey, Vorschullehrerin, erbt überraschend 5,5 Millionen –unter der Bedingung, sieben Therapiesitzungen zu absolvieren. Und dann sitzt sie Arlo gegenüber – ihrer Halbschwester, die davon keine Ahnung hat. Schon im ersten Kapitel habe ich gespürt, dass ich es hier mit etwas Besonderem zu tun habe.

Die wechselnden Perspektiven machen das Buch für mich so wirkungsvoll und abwechslungsreich. Mal erlebe ich Mickeys zerstörerischen Kokain- und Alkoholnebel, mal Arlos professionellen, doch zunehmend brüchigen Therapeutenblick. Diese Dynamik bringt emotionale Tiefe, ohne ins Sentimentale abzurutschen; ich war oft gleichzeitig berührt und amüsiert. Ich habe mitgefiebert, ob sie nach sieben Sitzungen zueinanderfinden – oder ob es katastrophal endet.

Der Stil hat mich wirklich überzeugt: Beerdigungen mit ABBA und Ed Sheeran oder schräge Nebenfiguren, die man einfach lieben muss. Trotzdem bleibt das emotionale Gewicht stets spürbar. Gerade die Sucht- und Co-Abhängigkeitsmotive wirken durchgängig ehrlich und ernst .

Die Themen wie Traumata, Verlust, Vergebung werden vielschichtig angegangen, was mir ebenfalls gefallen hat. Dick zeigt, wie tief der Schatten eines abwesenden Vaters wirken kann – und wie unterschiedlich Schwestern damit umgehen.

Fazit

Mickey und Arlo ist für mich ein packendes Romandebüt, vor allem für alle die Bücher mit emotionaler Tiefe und komischen Schräglagen schätzt, werdet ihr dieses Debüt lieben.


Klappentext

Zwei Schwestern. Sieben Therapiestunden. Ein Problem. Ein mitreißendes Debüt über die großen und kleinen Katastrophen des Alltags

Als die 33-jährige Mickey die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhält, ist sie nicht sonderlich getroffen. Sie ist ohne ihn aufgewachsen, zeit ihres Lebens ist er ein Fremder geblieben. Umso überraschender, dass er ihr ein Vermögen hinterlassen hat. Der kuriose Haken dabei: Mickey muss sieben Therapiesitzungen absolvieren, bevor das Erbe freigegeben wird. Und so schlägt sie bei der Therapeutin Arlo auf, nicht ahnend, dass sie ihrer eigenen Halbschwester gegenübersitzt. Auch Arlo weiß nicht, wer sich hinter der neuen Patientin verbirgt, und schon bald befinden sich die beiden auf einem Kollisionskurs, der sie entweder zerstören oder retten wird.

Über die Autorin

Morgan Dick, Jahrgang 1993, stammt aus Calgary, Kanada. Sie hat bereits zahlreiche Kurzgeschichten in renommierten Literaturzeitschriften veröffentlicht. Mickey und Arlo ist ihr Romandebüt.

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Psychologie auf Augenhöhe

Psychologie to go! Wie verrückt sind wir eigentlich?
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Meine Meinung und Inhalt

Ich habe schon einige Ratgeber und Bücher die solch eine Thematik behandeln gelesen. Oftmals sind diese aber oberflächlich oder belehrend. Umso überraschter war ich, wie präzise, ...

Meine Meinung und Inhalt

Ich habe schon einige Ratgeber und Bücher die solch eine Thematik behandeln gelesen. Oftmals sind diese aber oberflächlich oder belehrend. Umso überraschter war ich, wie präzise, praxisnah und gleichzeitig zugänglich Franca Cerutti in „Psychologie to go! – Wie verrückt sind wir eigentlich?“ schreibt. Die Sprache der Autor fand ich klar und für die Thematik passend undramatisierend,also keine reißerische Diagnostik, sondern ein ruhiger, kluger Blick auf drei große Themen -> Angst, Depression und Sucht. Dabei spricht sie nicht von oben herab, sondern begegnet der Leserin auf Augenhöhe. Und genau das macht den Unterschied.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Art, wie sie komplexe psychische Phänomene erklärt. Kein trockenes Fachchinesisch, sondern nachvollziehbare Bilder, prägnante Beispiele aus ihrer therapeutischen Praxis und vor allem ein respektvoller Umgang mit den Menschen, über die sie schreibt. Dass Angst nicht irrational ist, sondern ein biologisch und psychologisch nachvollziehbarer Schutzmechanismus, wird hier sehr klar. Auch die Metaphern, mit denen Cerutti arbeitet, bleiben hängen. Die Kapitel zu Depression und Sucht stehen dem in nichts nach. Besonders positiv ist mir aufgefallen, wie nüchtern und undogmatisch sie über Antidepressiva, Alkoholmissbrauch und Vermeidungsverhalten schreibt. Es gibt keine Schuldzuweisungen, aber auch kein Verharmlosen – nur klare Fakten.

Für mich ist „Psychologie to go!“ ein wirklich tolles deutschsprachiges Psychologiebuch. Es macht Mut, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Wer sich für psychische Gesundheit interessiert – sei es als Betroffene:r, als Angehörige:r oder einfach aus Interesse – wird aus diesem Buch echten Mehrwert ziehen.


Über die Autorin

Franca Cerutti ist studierte Diplom-Psychologin und ausgebildete Psychotherapeutin. Nach verschiedenen Stationen in mehreren Krankenhäusern hat sich die dreifache Mutter auf Gruppentherapie spezialisiert und mit einer eigenen Praxis selbstständig gemacht. Seit über 20 Jahren begleitet sie als Verhaltenstherapeutin Menschen und hilft beim Entwirren von emotionalen Schieflagen, gibt handfeste Unterstützung und bringt Klarheit zurück.2019 startete die Psychotherapeutin ihren eigenen Podcast "Psychologie to go", in dem sie über fast alles spricht und aufklärt, was ihr in ihrem Praxisalltag begegnet. Auch als Speakerin, Buchautorin und TV- und Radioexpertin ist die Psychologin heute tätig.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Gerechtigkeit, Mut und Wahrheit

Die feindliche Zeugin
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Meine Meinung und Inhalt

"Die feindliche Zeugin" von Alexandra Wilson hat mich von Anfang an gepackt, nicht nur wegen der spannenden Handlung, sondern vor allem wegen der intensiven Auseinandersetzung ...

Meine Meinung und Inhalt

"Die feindliche Zeugin" von Alexandra Wilson hat mich von Anfang an gepackt, nicht nur wegen der spannenden Handlung, sondern vor allem wegen der intensiven Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen wie Rassismus und Vorverurteilung. Die Geschichte dreht sich um den jungen Emmett, der in Nord-London wegen Mordes an einem weißen Krankenpfleger festgenommen wird. So startet auch das Buch. Alles sieht so aus, als wäre er schuldig – zwei Zeugen haben ihn direkt am Tatort gesehen. Doch die junge Strafverteidigerin Rosa Mercedes Higgins glaubt nicht daran, dass Emmett der Täter ist. Ihre Beharrlichkeit und ihr Gerechtigkeitssinn treiben die Handlung voran und machen sie zu einer starken, glaubwürdigen Figur, die ich sofort ins Herz geschlossen habe.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist, wie authentisch die Autorin den Gerichtssaal, den ganzen Prozess und das Justizsystem beschreibt. Sie kennt die Materie (siehe über die Autorin) aus eigener Erfahrung, und das merkt man; Die Details wirken nie konstruiert, sondern lebendig und realistisch. Der Thriller hat mich wirklich gut unterhalten, die Wendungen sind geschickt gesetzt und halten die Spannung hoch, das Ende konnte mich durchaus überraschen. Insgesamt ist es ein klug geschriebenes, emotional packendes Buch, das juristische Spannung mit relevanten gesellschaftlichen Themen verbindet.

Klappentext

East London, Herbst 2023. Emmett, ein Schwarzer Jugendlicher, wird wegen Mordes an einem weißen Krankenpfleger verhaftet. Die Beweise gegen ihn sind erdrückend: Zwei Leute haben gesehen, wie er in einem Park über einer Leiche stand, das Messer noch in der Hand.
Angesichts der Vorverurteilung der Presse, einer blütenweißen Jury und eines weitgehend weißen Justizsystems stehen seine Chancen schlecht. Aber seine aufstrebende Anwältin Rosa weiß, dass die Leute zu vorschnellen Urteilen neigen, und vor allem ahnt sie, dass hier etwas nicht stimmen kann. Emmett kommt aus ihrem Viertel. Aus einer guten Familie. Also beginnt sie nachzuforschen und kommt einer Aussage näher, die den Fall gewinnen ‒ oder das ganze Establishment gegen sie aufbringen könnte.


Über die Autorin

Alexandra Wilson, geboren in East London, ist auf Straf- und Familienrecht spezialisierte Anwältin und Bestsellerautorin des Sachbuchs In Black and White. Sie studierte in Oxford, anschließend an der BPP University in London mit einem Graduate Diploma in Law (GDL) und einem Master of Laws. Sie erhielt das erste Queenʻs Scholarship der Honourable Society of the Middle Temple, ein Stipendium, das an Studenten vergeben wird, die sich als besonders vielversprechend für eine Karriere in der Anwaltschaft erweisen. Gleichzeitig arbeitet sie pro bono für benachteiligte Minderheiten. Die feindliche Zeugin ist ihr erster Roman.


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Veröffentlicht am 30.06.2025

Was passiert, wenn dein Leben zwischen zwei Buchdeckeln steht?

Die Lektorin - Ich schreibe dein Ende!
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Meine Meinung und Inhalt

Als ich „Die Lektorin Ich schreibe dein Ende“ von T. J. Hammann angefangen habe, war es vor allem die Grundidee, die mich absolut neugierig gemacht hatte. Eine Lektorin erhält ...

Meine Meinung und Inhalt

Als ich „Die Lektorin Ich schreibe dein Ende“ von T. J. Hammann angefangen habe, war es vor allem die Grundidee, die mich absolut neugierig gemacht hatte. Eine Lektorin erhält ein Manuskript, das auf verstörende Weise ihr eigenes Leben widerspiegelt.....

Der Einstieg hat mir direkt gut gefallen. Die Story beginnt direkt und schafft eine dichte, ja sogar leicht unheimliche Atmosphäre. Ich mochte, wie Realität und Fiktion hier miteinander verwoben werden. Die Idee, dass jemand Zugang zu deinem Leben hat und es über ein Manuskript lenken oder bedrohen kann, fand ich wirklich super spannend.

Die Protagonistin Lilli war mir sympathisch; Ihre Reaktionen wirkten glaubwürdig, auch wenn ich sie manchmal etwas schwer einschätzen konnte. Einige ihrer Entscheidungen kamen für mich etwas plötzlich, aber insgesamt konnte ich mich gut in ihre Situation hineinversetzen. Besonders ihre Sorge um ihre Familie hat der Geschichte emotionale Tiefe gegeben.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Die Sprache ist klar und ohne Schnörkel, dabei aber nicht platt. Ich fand es schön, dass immer wieder kleine Hinweise auf die Buchbranche eingestreut wurden. Was mir etwas weniger gefallen hat, war die Länge der Kapitel. Sie sind recht ausgedehnt, und ich hätte mir etwas mehr Struktur gewünsch.

Die Spannung war für mich zu Beginn und gegen Ende am stärksten. In der Mitte hatte ich das Gefühl, dass sich schon etwas zieht. Es gab zwar Wendungen, aber einige davon habe ich früh geahnt. Trotzdem wollte ich wissen, wie alles zusammenhängt, und war neugierig, was hinter dem Manuskript steckt.

Das Ende war in Ordnung, aber nicht ganz so überzeugend wie der Anfang. Manche Auflösungen wirkten für mich ein wenig zu schnell abgehandelt. Ich hätte mir da noch etwas mehr Tiefe oder eine ruhigere Entwicklung gewünscht.

Insgesamt würde ich sagen, dass „Die Lektorin“ ein unterhaltsamer Thriller. Auch wenn es für mich ein paar kleine Schwächen gab, hat mich das Buch gut unterhalten und mir ein paar nachdenkliche Momente beschert.

Klappentext

Ein beängstigendes Manuskript landet auf dem Schreibtisch der Lektorin Lilli Ziegler: In dem Text verschafft sich jemand Zugang zu einem Familienhaus. Nicht irgendein Haus - sondern ihr eigenes! Lilli setzt alle Hebel in Bewegung, um sich und ihre Familie zu schützen. Doch innerhalb kürzester Zeit tauchen weitere Manuskriptauszüge auf. Lilli sieht sich einem unbekannten Feind ausgesetzt, der die Menschen in ihrem Umfeld besser zu kennen scheint, als sie selbst es tut. Mit jedem neuen Textauszug gerät Lilli tiefer in das perfide Spiel des mysteriösen Unbekannten. Bald befinden sich alle, die ihr etwas bedeuten, in tödlicher Gefahr. Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit, das Ende der Geschichte in die eigene Hand zu nehmen ...

Über den Autor

Tim Jonathan Hammann, Jahrgang 1994, lebte über ein Jahrzehnt in Köln, wo sein erster Thriller »Die Lektorin« spielt. Dort studierte er auch Deutsch und Sport auf Lehramt. Heute konzentriert er sich aufs Schreiben und betreibt den Youtube-Kanal »Literatur Z«. Der Autor lebt in Bonn.

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