Ein packender Roman über Schicksal, Sehnsucht, Mut, Selbstfindung und Hoffnung
Die Anatomie der EinsamkeitLouise Pelt wurde 1982 in Hamburg geboren. Mit dem Kinderopernchor bereiste sie früh die Welt, studierte anschließend Anglistik und Germanistik und schrieb einige Jahre für Film und Theater. Sie lebt mit ...
Louise Pelt wurde 1982 in Hamburg geboren. Mit dem Kinderopernchor bereiste sie früh die Welt, studierte anschließend Anglistik und Germanistik und schrieb einige Jahre für Film und Theater. Sie lebt mit ihrer Familie zwischen Alster und Elbe. Die Anatomie der Einsamkeit ist ihr zweiter Roman.
Die Journalistin Olive kämpft sowohl in ihrem Privatleben als auch im Beruf um Anerkennung und Beachtung. Sie fühlt sich unvollständig, unzulänglich und unsichtbar. Glück scheint für sie unerreichbar. Als sie von ihrer geliebten von einem Schlaganfall gezeichneten Großmutter Poppy einen Kompass als vorzeitiges Erbe erhält, ist sie zuerst enttäuscht, doch ein Zeitungsartikel weckt ihr Interesse. Sie entschließt sich, Nachforschungen zu dem Kompass und Poppys Leben anzustellen.
Zwanzig Jahre zuvor: Claire führt ein Leben auf der Überholspur. Sie ist eine erfolgreiche Anwältin und scheinbar in sich und ihrem Leben angekommen. Als ihre Schwester Iris, zu der sie viele Jahre keinen Kontakt mehr hatte, stirbt, gerät ihr Lebensgerüst ins Wanken. Sie flieht auf die kleine Insel, auf der Iris lange lebte und versucht, eine Verbindung zu ihrer Schwester herzustellen. Sie stößt auf unzählige Zeichnungen von Tieren, Landschaften und einem alten Kompass.
Die Erzählstränge werden Stück für Stück wie ein Puzzle zusammengesetzt. Der wunderbare, fesselnde und eindringliche Schreibstil geht ans Herz. Durch den Wechsel der Zeiten wird man weit in die Vergangenheit geführt, wobei nichts überzogen oder beschönigt wird.
Beide Frauen sind verschieden und doch auch wieder gleich. Sie leiden unter unerträglicher Einsamkeit und tragen an einer großen Schuld aus der Vergangenheit. Die Charaktere sind authentisch dargestellt, ihre Kämpfe mit sich selbst tragisch und sehr gut nachvollziehbar.
Die nicht ganz einfach zu durchschauenden Zusammenhänge der Geschichten habe ich bis zum unerwarteten Finale regelrecht verschlungen. Der Roman lädt ein, sich auf die Frauen einzulassen, mitzufühlen und zu hoffen. Man rätselt mit, sucht Verbindungen und verliert nie die Hoffnung auf die Zukunft. Keine leichte aber doch sehr empfehlenswerte Kost!