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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2020

Wer will ich sein?

Bewusstheit
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„Bewusstheit“ habe ich als eBook gelesen. Dies erscheint mir eine sehr „praktische“ Ausführung, da dieses Buch nicht für sich allein „anwendbar“ ist, sondern durch „Bonusmaterial“ ergänzt wird. Diese Zusatzbeiträge ...

„Bewusstheit“ habe ich als eBook gelesen. Dies erscheint mir eine sehr „praktische“ Ausführung, da dieses Buch nicht für sich allein „anwendbar“ ist, sondern durch „Bonusmaterial“ ergänzt wird. Diese Zusatzbeiträge sind unmittelbar über Verlinkungen im Text zu erreichen und bilden eine gewisse Voraussetzung für das Verständnis bzw. die Grundlage für den erfolgversprechenden Gebrauch dieses Buches.

Der geneigte Leser wird durch das Buch in Verbindung mit dem Online-Material auf eine Reise geschickt. Eine Reise zu sich selbst im IST und SOLL. Dabei kann ich in meinem eigenen Rhythmus voranschreiten und mich nach und nach auf dieses Erlebnis einlassen. Es ist kein Buch, was ich „mal eben so“ durchlese, es ist ein Buch, welches ich sicher immer wieder zur Hand nehmen werde, um den eingeschlagenen Weg weiter zu beschreiten.

Bischoff begegnet mir auf Augenhöhe, offenbart mir seine eigene Biografie, welche mir ganz authentisch zeigt, dass „Bewusstheit“ funktioniert. Und alles, was ich benötige, habe ich dabei. Ich brauche bloß den ersten Schritt zu gehen.

Christian Bischoff war mir ein Begriff als Persönlichkeits- und Mentaltrainer. Allerdings habe ich noch nie eines seiner Seminare besucht. Insofern war ich neugierig auf dieses Buch, welches mich positiv überrascht hat.

Wenn Du Dir mit mehr Achtsamkeit begegnen möchtest und eine Veränderung für Dein Leben wünschst, würde ich Dir dieses Buch empfehlen.


Christian Bischoff, Bewusstheit, Ratgeber, eBook, Ariston Verlag, 13,99 €, 224 Seiten in der Print-Ausgabe, Erscheinungstermin 31.08.2020

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Veröffentlicht am 04.10.2020

Zwei Lebensläufe

Alles, was zu ihr gehört
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„Kate soll den Nachlass der Künstlerin Miranda Brand sortieren. Auftraggeber ist Theo, Mirandas Sohn. Ein kühler, wohlhabender Mann, der eine gefährliche Anziehung auf Kate ausübt. Immer tiefer verstrickt ...

„Kate soll den Nachlass der Künstlerin Miranda Brand sortieren. Auftraggeber ist Theo, Mirandas Sohn. Ein kühler, wohlhabender Mann, der eine gefährliche Anziehung auf Kate ausübt. Immer tiefer verstrickt sie sich in das Leben der Brands und in den Nachlass, bis Mirandas Tod ihr zur Obsession wird. Wurde die Fotografin ermordet? Und was weiß Theo darüber?“ – Zitat Buchrücken

Im Rahmen dieses Buches versuche ich, in die Biografien zweier Frauen einzutauchen: Miranda, gefeierte Künstlerin, sowie Kate, gescheiterte Redakteurin, die ihre Vergangenheit vergessen möchte. Ich habe erwartet, dass parallel in „normaler Textform“ beide Lebensläufe dieser Frauen aufgerollt sowie etwaige Geheimnisse / Parallelen zu Tage treten werden und mich in ihren Bann ziehen.

Die Autorin hat jedoch einen alternativen Stil gewählt, indem sie Mirandas Geschichte sowohl durch unterschiedlichste Belege, über diversen Schriftverkehr, bis hin zu ihrem Tagebuch „schnipselweise“ erzählen „lässt“. Kates Geschichte kann ich in gewohnter Form erleben.

Diese mir bislang unbekannte Erzählweise durch verschiedenste Schriftstücke ist für mich schon eine Art Kunstform, welche mich jedoch mehr nervt, denn unterhält. Eine kleine Weile packt mich hingegen die Handlung rund um Kate, was jedoch leider nur ein kurzes Intermezzo darstellt, da im weiteren Verlauf viel Vorhersehbares abläuft.

Der Bucheinband spart auf Buchrücken und im Klappentext nicht mit Lob und preist einen begeisternden Lesegenuss an. Dieser Einschätzung kann ich mich leider nicht anschließen. Wem es gelingt, diese Kunstform für sich zu entdecken und sich infolgedessen für beide Protagonistinnen begeistern kann, findet ein nettes, kurzweiliges Buch mit kleinen Höhepunkten vor.

Für mich ist „Alles, was zu ihr gehört“ nicht Fisch nicht Fleisch, eine klassische Einordnung in ein Genre vermag ich nicht vorzunehmen, dafür gibt es für mich zu viele Anleihen an diverse Sparten.


Sara Sligar, Alles, was zu ihr gehört, Roman, broschiert, hanserblau Verlag, 16,00 €, 432 Seiten, Erscheinungstermin 20.07.2020

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Veröffentlicht am 12.08.2020

Was krabbelt, kriecht und flattert da?

Bei Dir summts wohl
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„Bei dir summt’s wohl!“ ist ein wertiges, informatives Nachschlagewerk zur Bestimmung heimischer Insekten.


Nach allgemeinen Informationen zum Thema und zur Verwendung des Buches werden überwiegend jeweils ...

„Bei dir summt’s wohl!“ ist ein wertiges, informatives Nachschlagewerk zur Bestimmung heimischer Insekten.


Nach allgemeinen Informationen zum Thema und zur Verwendung des Buches werden überwiegend jeweils auf einer Doppelseite die Insekten, gruppiert nach ihrem Hauptfarbmerkmal, in Text, Bild sowie Steckbrief vorgestellt. Über die reinen Fakten hinaus gibt es Details zur Interaktion mit anderen Tieren.
Und im Sinne des Insektenschutzes erfahre ich bevorzugte Nist- und Lebensgewohnheiten und wie ich die Krabbeltiere aktiv oder passiv unterstützen kann.

Ein schönes Buch, welches ich sicher immer wieder in die Hand nehmen werde, um entdeckte Insekten zu bestimmen, meine Kenntnisse zu erweitern sowie z. B. die Insekten auf meinem Balkon zu unterstützen.


Bärbel Oftring, Bei dir summt’s wohl! Sachbuch, Flexibler Einband, KOSMOS Verlag, 15,00 €, 144 Seiten, Erscheinungstermin 13.02.2020

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Veröffentlicht am 09.08.2020

Medizinstudium 1847

Die Tinktur des Todes
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„Der einzige Unterschied zwischen Medizin und Gift ist die Dosierung 1847: Eine brutale Mordserie an jungen Frauen erschüttert Edinburgh. Alle Opfer sind auf dieselbe grausame Weise umgekommen. Zeitgleich ...

„Der einzige Unterschied zwischen Medizin und Gift ist die Dosierung 1847: Eine brutale Mordserie an jungen Frauen erschüttert Edinburgh. Alle Opfer sind auf dieselbe grausame Weise umgekommen. Zeitgleich tritt der Medizinstudent Will Raven seine Stelle bei dem brillanten und renommierten Dr. Simpson an, in dessen Haus bahnbrechende Experimente mit Betäubungsmitteln stattfinden. Dort trifft Will auf das wissbegierige Hausmädchen Sarah, das rasch ahnt, dass er ein dunkles Geheimnis hütet. Ihre gemeinsamen Ermittlungen führen Will und Sarah in die dunkelsten Ecken von Edinburghs Unterwelt. Und nur, wenn es ihnen gelingt, ihre Animositäten zu überwinden, haben sie eine Chance, lebend wieder herauszufinden.“- Zitat Buchrücken

Will träumt einen großen Traum: er möchte seine Wurzeln hinter sich lassen und ein erfolgreicher Mediziner werden. Durch seine Zielstrebigkeit kann er eine Anstellung als Famulus bei dem berühmten Dr. Simpson erlangen. Obschon sein letzter Abend vor Antritt seines Dienstes nicht annähernd so verläuft, wie geplant und er sehr ramponiert im Hause des Arztes erscheint, bleibt Dr. Simpson bei der getroffenen Vereinbarung.

Derweil greift eine Mordserie an Prostituierten um sich, was das Interesse von Raven erweckt, zumal ihn einer dieser Morde persönlich berührt. Die Polizei ermittelt nicht wirklich, da es sich jeweils nur „um eine weitere tote Dirne“ handelt. So begibt sich der junge Famulus auf Spurensuche und damit immer wieder in größte Gefahr. Das intelligente und über ihre Aufgaben im Hause hinaus interessierte Hausmädchen Sarah wird Will unerwartet zur Komplizin und wertvollen Hilfe.

In einem furiosen Finale laufen alle Fäden zusammen, hebt sich endgültig der Schleier des Unfassbaren und befinden sich die Freizeitkriminalisten in allerhöchster Gefahr, bevor ihnen Hilfe von unerwarteter Stelle widerfährt.

Das Autoren-Duo hinter dem Pseudonym Ambrose Parry hat hier einen düsteren und spannenden Kriminalroman vorgelegt, welcher die Gegebenheiten in Edinburgh von 1847 ungeschminkt widerspiegelt. Die historischen und medizinischen Details jener Zeit erscheinen mir gut recherchiert, die gezeichnete Hoffnungslosigkeit, gepaart mit Gewalt in den Armenvierteln allgemein sowie die Brutalität hinsichtlich der Opfer angemessen.


Ich durfte dieses eBook dank jellybooks.de vorab lesen.

Ambrose Parry, Die Tinktur des Todes, Kriminalroman, eBook, Pendo Verlag, 12,99 €, 464 Seiten in der Print-Ausgabe, Erscheinungstermin 31.08.2020

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Veröffentlicht am 06.08.2020

Dämonen der Vergangenheit

Hagebuttenblut
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1989 - Francesca und Paul sind gute Freunde. Auf dem Herbstball verschwindet Paul spurlos, wird später tot aufgefunden. Francesca glaubt nicht an einen Unfall oder sogar Selbstmord; sie ist fest überzeugt, ...

1989 - Francesca und Paul sind gute Freunde. Auf dem Herbstball verschwindet Paul spurlos, wird später tot aufgefunden. Francesca glaubt nicht an einen Unfall oder sogar Selbstmord; sie ist fest überzeugt, dass Paul umgebracht wurde und sie seinen Mörder kennt. Doch niemand schenkt ihr Glauben, alle halten sie für überspannt und mit zu viel Fantasie gesegnet. Plötzlich ist sie verschwunden; es wurde nie aufgeklärt, was geschehen ist.

Dreißig Jahre später kämpft die außergewöhnliche Stockholmer Ermittlerin Charline (Charlie) Lager gegen ihre Dämonen. Ihr Chef legt ihr nahe, nach Abschluss des aktuellen Falles eine längere Zeit Urlaub zu nehmen, um wieder zu sich zu finden. Als Charlie einen Artikel ihres befreundeten Journalisten Johann über das Verschwinden von Francesca Mild im Jahre 1989 liest, regt sich in ihr eine vage Erinnerung aus ihrer Kindheit. Sie beschließt, ihren Urlaub sofort anzutreten, um sich dem Schicksal Francescas anzunehmen.

Ihre unautorisierten Ermittlungen vor Ort stoßen immer wieder auf Mauern des Schweigens. Es kursieren nach wie vor Gerüchte um die Geschehnisse um das Verschwinden der „Verrückten“, aber die Hilfsbereitschaft hält sich in Grenzen. Zudem wird Charlie zunehmend von Träumen heimgesucht, in denen sie die teilweise sehr schwierige Zeit mit ihrer Mutter nachempfindet und in denen einen Verbindung zwischen ihr und den Bewohnern des Herrenhauses von Gullspång angedeutet wird.

Und doch gelingt es Charlie, auch mit Hilfe von Johann, die Spuren zu rekonstruieren, die Abfolge der Ereignisse zu ordnen und letztlich den Fall endlich abschließen zu können.

„Hagebuttenblut“ ist ein solider Thriller, dem ein guter Plot zugrunde liegt. Die Autorin rollt Vergangenheit und Gegenwart parallel vor meinem Auge aus und lässt mich zügig im Lesefluss voranstreben. Gerne habe ich Charlie auf ihrem Weg begleitet. Das Buch zieht mich in seinen Bann, ohne reißerische Klischees, ohne ausufernde Brutalität. Die Sprache, die gute Handlung, die Zeichnung der Protagonisten fesseln mich, obwohl es im Gegensatz zu gängigen Thrillern keine atemlose Spannung im Finale gibt, was der Qualität des Buches m. E. keinen Abbruch tut.


DANKE! an RANDOMHOUSE Testleser, dass ich dieses Buch zu seinem Erscheinungstermin lesen durfte.


Lina Bengtsdotter, Hagebuttenblut, Thriller, eBook, Penguin Verlag, 9,99 €, 512 Seiten in der Print-Ausgabe, Erscheinungstermin 01.07.2020

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