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Veröffentlicht am 24.04.2026

Schade!

Stürmische Klippe
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Liv Lammers und Sebastian Gerlich sind privat auf Sylt unterwegs, als Hilke Hasselbrecht, die Leiterin der Mordkommission, Liv kontaktiert und um inoffizielle Hilfe in einem heiklen Fall bittet. Auf eine ...

Liv Lammers und Sebastian Gerlich sind privat auf Sylt unterwegs, als Hilke Hasselbrecht, die Leiterin der Mordkommission, Liv kontaktiert und um inoffizielle Hilfe in einem heiklen Fall bittet. Auf eine ehemalige Ministerin und gute Freundin Hasselbrechts wurde ein Mordanschlag verübt. Das Opfer wünscht keine offizielle Ermittlung, da sie hochrangige Gäste im Haus hat. Liv und Sebastian sichern ihre Hilfe zu. Nachdem er die Verletzungen von Armgart Zabrowski dokumentiert hat, reist Sebastian ab und Liv beginnt, hinter den Kulissen zu ermitteln. Was sich allerdings aufgrund des Wesens des Opfers sehr schwierig gestaltet, da viele Ermittlungen im Keim erstickt oder schlichtweg unterbunden werden. Als ein schwerer Sturm das Anwesen zusätzlich in seinen Festen erschüttert, spitzt sich die Lage im Inneren dramatisch zu.

Was soll ich sagen? Ich finde das Buch, vorsichtig ausgedrückt, blöd. Dies ist der zehnte Fall mit Liv Lammers. Den sechsten Fall habe ich auch verfolgt und das Buch hat mich vollauf begeistert, bester Krimigenuss!

Die Ereignisse auf dem Anwesen der ehemaligen Ministerin sind in ihrem Ablauf sowie aus leserfachmännischer Sicht und auch zwischenmenschlich wirr und unglaubwürdig. Freundschaftliche Verbundenheit hin oder her, eine erfahrene Leiterin einer Mordkommission darf sich nicht so verhalten und schon gar nicht eine Mitarbeiterin in so ein Theater hineinziehen. Und auch als erfahrene Kommissarin würde sich keine Ermittlerin so behandeln lassen! Nein! Auch als reine Fiktion kann ich das so nicht stehen lassen. Es werden mehrere Themen, die teilweise sehr gewichtig sind und insofern Aufmerksamkeit verdient haben, miteinander verwoben, verwässert und jegliche Vernunft bleibt auf der Strecke.

Warum Sebastian dann auch noch als Nebenschauplatz einen derartigen Mumpitz mitmachen muss, bleibt mir ein Rätsel. Er hätte doch auch einfach nur renovieren können. Das hätte wenigstens Hand und Fuß gehabt.

Ich habe das Buch nicht abgebrochen, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass da tatsächlich keine gute Handlung oder wenigstens ein vernünftiges Ende mehr kommt. “Natürlich” gibt es etwas Spannung, etwas rudimentäre Ermittlungsarbeit, aber dieses Buch ist das Papier leider nicht wert.

Ich vergebe zwei Sterne, um der Autorin Respekt zu zollen. Weiß ich doch, dass sie hervorragende Bücher schreiben kann. Schade, leider nicht mein Buch…


Sabine Weiss, Stürmische Klippe, Sylt-Krimi, eBook, Lübbe Verlag, 384 Seiten in der Print-Ausgabe, Erscheinungsdatum 02.02.2026

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Rechtsfreier Raum?

Wolfskälte
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Auf der abgelegenen Insel Eilean Eadar ist ein junger Mann zu Tode gekommen. Zwei Polizisten aus Glasgow sollen vor Ort den Fall untersuchen und abschließen. Die Detektive Inspectors Georgina Lennox und ...

Auf der abgelegenen Insel Eilean Eadar ist ein junger Mann zu Tode gekommen. Zwei Polizisten aus Glasgow sollen vor Ort den Fall untersuchen und abschließen. Die Detektive Inspectors Georgina Lennox und ihr älterer Kollege Richard Stewart werden wenig begeistert empfangen und stoßen auf eine Mauer des Schweigens. Wird die Insel bei etwaigen Schwierigkeiten in der Regel ohnehin sich selbst überlassen… Was haben die eigenwilligen Bewohner zu verbergen? Und warum drängt die allgegenwärtige Kathy McKinnon Georgina so sehr darauf, sich dem Fall um drei verschwundene Leuchtturmwärter vor über hundert Jahren in ihrer Freizeit zu widmen?

Als die inzwischen extrem angespannte Situation für das Team zu eskalieren droht, zieht ein Jahrhundertsturm auf, der das Eiland isoliert und in seinen Grundfesten erschüttert.

“Wolfskälte” ist ein solider Kriminalroman mit einem guten Plot, ansteigender Spannung, Lokalkolorit und einer mystischen Bühne, auf der die gut und schlüssig gezeichneten Protagonisten agieren. Die möglichen Chancen und Probleme des engen Zusammenlebens auf einer kleinen Insel erscheinen mir gut recherchiert und angemessen in die Handlung eingeflochten. Auch die vielen Mythen, von Alters her übermittelt, werden gut eingebunden, sind mir in ihrer Summe jedoch etwas viel “Aberglaube”, was mein Lesevergnügen jedoch nicht trübt! Nach dem Herzschlagfinale mit unerwarteter Wendung kann ich mit dem Lesen des “Abspanns” das Buch zufrieden beenden.

Absolute Lese-Empfehlung für Fans von raffinierten Kriminalromanen!


Laura McCluskey, Wolfskälte, Kriminalroman, eBook, Lübbe Verlag, 448 Seiten in der Print-Ausgabe, Erscheinungsdatum 28.11.2025

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Spreewaldgurken morden nicht

Verfehlt
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Klaudia Wagner und ihr Team sichern das diesjährige Spreewaldfest ab. Statt Verkehrs- und Trunkenheitsdelikten liegt jedoch plötzlich eine Leiche im Hafenbecken. Kurz darauf erfolgt ein mutmaßliches Attentat. ...

Klaudia Wagner und ihr Team sichern das diesjährige Spreewaldfest ab. Statt Verkehrs- und Trunkenheitsdelikten liegt jedoch plötzlich eine Leiche im Hafenbecken. Kurz darauf erfolgt ein mutmaßliches Attentat. Wird Lübbenau Schauplatz einer Mordserie?!?

“Verfehlt” ist ein kurzweiliger, unaufgeregter Kriminalroman mit viel Lokalkolorit und Privatem sowie sympathischen Protagonisten, die im zwischenmenschlichen Bereich erhebliche Defizite aufweisen. Hinzu kommt etwas Ermittlungsarbeit und Rangeleien mit übergeordneten Instanzen. Anfangs fühlte ich mich etwas im Cosy-Crime-Bereich, da die Handlung für mich nicht richtig in Gang kam, zum Ende hin kam jedoch etwas Spannung auf, so dass ich zufrieden das Buch schließen konnte.

Leichte kriminalistische Lektüre für jedermann..


Christiane Dieckerhoff, Verfehlt, Ein Spreewald-Krimi, Taschenbuch, Aufbau-Verlag, 320 Seiten, Erscheinungsdatum 12.04.2021

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Katastrophen-Mord-Tourismus

Todesspiel. Die Nordseite des Herzens
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Die spanische Subinspectora Amaia Salazar befindet sich im Zuge einer Europool-Schulung an der FBI-Akademie in Quantico. Aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten und Eignung wird Amaia in den Stand eines ...

Die spanische Subinspectora Amaia Salazar befindet sich im Zuge einer Europool-Schulung an der FBI-Akademie in Quantico. Aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten und Eignung wird Amaia in den Stand eines Agents versetzt, als der Hurricane Katrina Kurs auf New Orleans nimmt. Sie begleitet das Team Dupree zum wahrscheinlich nächsten Tatort eines Serienmörders, der nach 18jähriger Pause Katastrophengebiete zu seiner Bühne macht.

“Todesspiel” ist ein solider, facettenreicher spannender Agentenroman mit solider Ermittlungsarbeit auf der Bühne einer realen Naturkatastrophe. Die Bedingungen nach einem Hurricane sind für mich gut recherchiert und nachvollziehbar in die Geschehnisse eingebunden. Die Protagonisten sind gut und schlüssig gezeichnet. Es gibt mehrere Handlungsstränge, die parallel ausgeführt werden und sich Richtung Finale nach und nach vereinen.

Anfangs ist mir das Buch in seinen Schichten zu sperrig, weiß ich nicht, wohin die Handlung mich führen soll. Mit Herannahen Katrinas hebt sich für mich der Nebel und ich bin froh, dass ich das Lesen nicht abgebrochen habe. “Natürlich” sind die Morde brutal, insbesondere auch vor dem Hintergrund der vorausgegangenen Katastrophe, diese Gewalt erscheint mir im Rahmen und insofern angemessen, da sie nicht purer Effekthascherei dient. Die Handlung ist spannend auf unterschiedlichen Ebenen, einen Thriller sehe ich jedoch nicht.

Ich habe einige Probleme, die Dinge, welche sich eher im okkulten Bereich abspielen, nachzuvollziehen. Ich glaube, dass es auf Erden Dinge gibt, die sich mir nicht erschließen, die trotzdem “da” sind. Ich kann dies an dieser Stelle so stehen lassen, auch wenn für mich Fragen offenbleiben.


Dolores Redondo, Todesspiel, Die Nordseite des Herzens, Thriller, Taschenbuch, btb Verlag, 640 Seiten, Erscheinungsdatum 14.09.2022

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Magie der Worte

Der schönste Grund, Briefe zu schreiben
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Dem örtlichen Postamt in Porvenir droht die Schließung und somit Sara die Versetzung in die Hauptstadt Madrid. Ihre Nachbarin und Freundin Rosa ersinnt in schlafloser Nacht einen Plan, um dieses drohende ...

Dem örtlichen Postamt in Porvenir droht die Schließung und somit Sara die Versetzung in die Hauptstadt Madrid. Ihre Nachbarin und Freundin Rosa ersinnt in schlafloser Nacht einen Plan, um dieses drohende Ungemach für sich persönlich, Sara und Porvenir abzuwenden. Sie schreibt einen Brief.

Und so wird eine Kette in Gang gesetzt, bestehend aus geheimen Worten, verschlossenen Briefen, versandt von unbekannten Absendern. Nach und nach wird ein Band geknüpft zwischen Freunden und Fremden, Willigen und Unwilligen, Jungen und Alten, wie es nur die Magie der Worte vermag. Wird dieses Band tragen?!?

Die Autorin nimmt mich mit auf eine wunderschöne Reise, die das Herz berührt. Ich finde mich auf der liebevoll gestalteten Bühne dieses kleinen spanischen Dorfes wieder und freue mich, die Protagonisten kennenzulernen und zu begleiten, Teil ihres Seins und Sehnens zu sein.

Anfangs weiß ich nicht, wohin mich diese Geschichte führen soll. Nach und nach nimmt die Handlung Gestalt an und schlägt eine Richtung ein, die “natürlich” in gewissem Rahmen vorhersehbarer wird, je weiter ich voranschreite. Zufrieden schließe ich dieses Buch und denke darüber nach, vielleicht doch mal wieder einen “richtigen” Brief zu schreiben…

Ein Buch zum Träumen und eine Hommage an das Mit- und Füreinander.


Ángeles Doñate, Der schönste Grund, Briefe zu schreiben, Roman, gebundene Ausgabe, Thiele Verlag, 420 Seiten, Erscheinungsdatum 01.02.2016

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