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Veröffentlicht am 26.01.2026

unterhaltsame Ermittlungen mit „very british“-Flair und einer exzentrischen Detektivin

Agatha Raisin und die tote Therapeutin
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„Agatha Raisin und die tote Therapeutin“ ist bereits der 26. Band der Autorin M. C. Beaton rund um die exzentrische wie liebenswerte Detektivin Agatha Raisin, die in den Cotswolds lebt, arbeitet und ermittelt.

Die ...

„Agatha Raisin und die tote Therapeutin“ ist bereits der 26. Band der Autorin M. C. Beaton rund um die exzentrische wie liebenswerte Detektivin Agatha Raisin, die in den Cotswolds lebt, arbeitet und ermittelt.

Die neue wie neugierige Therapeutin im Dorf, Jill Davent, bandelt nicht nur mit Agathas Ex-Mann James an, sie schnüffelt darüber hinaus in ihrer Vergangenheit. Dies widerstrebt Agatha über alle Maßen, was sie Jill Davent sehr deutlich sagt. Nur leider wird die Therapeutin kurz darauf umgebracht und Agatha wird des Mordes an ihr verdächtigt. Um die Detectives von diesem Verdacht abzubringen, ermittelt Agatha zusammen mit ihren Freunden und Angestellten auf eigene Faust. Dabei stellt sich heraus, dass sehr viele Menschen ein Motiv gehabt hätten Jill loszuwerden. Je weiter Agatha gräbt, desto mehr Leichen tauchen auf. Und das nicht nur im übertragenen Sinne.

Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und farblich harmonisch. Es nimmt die wichtigsten Informationen aus dem Klappentext gekonnt auf und macht neugierig auf den Inhalt des Buches. Insgesamt wirkt es idyllisch und heimelig, wobei durch den am Boden liegenden Schal schnell deutlich wird, dass der Schein trügt.

Bisher kannte ich Agatha Raisin noch nicht. Doch es war interessant, sie kennen zu lernen. Auch ohne Vorkenntnisse bin ich gut ins Buch gekommen und hatte keine Probleme mit den Figuren. Sie wurden alle kurz vorgestellt und ich finde, die Autorin hat eine gute Balance gefunden, um Kenner der Serie nicht zu langweilen, aber gleichzeitig Neulesern einen problemlosen Einstieg zu ermöglichen.

Der Schreibstil an sich war „gewöhnungsbedürftig“. Das klingt vermutlich auf den ersten Blick negativer als es gemeint ist. M.C. Beaton hat einfach eine ganz eigene Art zu schreiben. Ich würde sie fast als „typisch britisch“ bezeichnen. Für mich ist es eine Art Berichterstattung, eher kurz und abgehackt, nüchtern, wenige Gefühlsbeschreibungen.

Dass sich Agatha im Verlauf der Ermittlungen ständig in jemanden anders verliebt ist irgendwie charmant, wirkt aber gleichzeitig auch etwas hilflos. Als würde sie etwas nachjagen, das sie bisher noch nicht gefunden hat.

Als Ermittlerin gefällt sie mir auf jeden Fall gut. Sie hat am Ende den richtigen Riecher, ein Auge für Details. Sicher ist, dass sie ihren ganz eigenen Charme hat und mit ihren Eigenarten nicht in eine Schablone passt. Eine eher untypische und exzentrische Detektivin, die einen jedoch immer wieder zum Schmunzeln bringt und auf eine ihr eigene Art liebenswert ist.

Richtig nahe bin ich Agatha als Figur allerdings nicht gekommen. Dies liegt meiner Meinung nach jedoch nur zum Teil daran, dass ich die Vorgängerbände nicht kenne.

Was ich etwas schwierig fand, ist die häufige Erwähnung einer Person aus einem vorhergehenden Fall. Agatha scheint sehr auf sie fixiert zu sein. Da wäre es gut gewesen, den entsprechenden Band der Reihe zu kennen. Denn so kommt es einem vor, als hätte sich eine ungesunde Obsession bei Agatha entwickelt.
Darüber hinaus passt die große Anzahl an Opfern für mich nicht ganz zu einem Cosy Crime.

Wen ich sehr gerne mochte ist Mrs. Bloxby. Eine starke Frau, die fest im Leben steht und weiß was sie will. Gleichzeitig scheint sie für alle da zu sein und jeden – auf eine positive Art – im Blick zu haben.

Die Auflösung des Falles ist originell sowie unterhaltsam und zu Beginn nicht abzusehen. Allerdings wirkte die Geschichte in sich nicht ganz rund. Viele Morde, viele Mordmethoden und leider auch ein paar logische Ungereimtheiten, die mich zu dem Schluss bringen: weniger ist manchmal mehr.

Zusammenfassend kann ich sagen: Da war ganz schön was los! Für Neulinge im Agatha-Raisin-Kosmos ein ungeeigneter Band zum Reiheneinstieg.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Krimi mit schönen Südtiroler Landschaftsbeschreibungen und viel Vergangenheitsarbeit

Bei den Tannen
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Kommissar Grauner und sein Team ermitteln im siebten Fall "Bei den Tannen". Autor Lenz Koppelstätter bleibt seinem klaren, oftmals wenig emotionalen Schreibstil ebenso treu, wie den schönen Landschaftsbeschreibungen, ...

Kommissar Grauner und sein Team ermitteln im siebten Fall "Bei den Tannen". Autor Lenz Koppelstätter bleibt seinem klaren, oftmals wenig emotionalen Schreibstil ebenso treu, wie den schönen Landschaftsbeschreibungen, durch die man sich das Setting wunderbar vorstellen kann.

Für mich war dies der erste Band rund um Commissario Grauner. Es war wohl nicht der beste Band für den Einstieg in die Reihe. Eigentlich sollte man alle Teile unabhängig voneinander lesen können, doch die Auswirkungen aus dem vorhergehenden Band auf die Ermittler war offensichtlich so groß, dass man diesen Teil zuerst lesen sollte, um den Figurenentwicklungen gut folgen zu können. Vielleicht auch aus diesem Grund blieben mir die Charaktere der Ermittler relativ fremd. Wobei die Anlagen dieser für mich vielversprechend und authentisch sind, so dass ich in fernerer Zukunft vermutlich nochmals ein Buch der Reihe zur Hand nehmen werde.

Insgesamt war die Handlung vielschichtig und führte unter anderem in die Vergangenheit der Hexerei, sowie der Frage, welche Auswirkungen die damaligen Geschehnisse noch heute haben. Das idyllische Sarntal mit seinen speziellen Bewohnern kann dabei als Vergleichsobjekt für viele andere Täler gesehen werden.

Die Lösung des Falles war nicht einfach und kaum zu Beginn abzusehen. Dies lag teilweise vermutlich auch am reduzierten Ermittlerteam, das für mein Gefühl zu wenigen verschiedenen Spuren nachgegangen ist. Schade fand ich, dass der komplexe und tiefgreifende Fall am Ende praktisch durch eine Sache gelöst wurde, die mir nicht so recht zu den ernsten Themen passen will.

Insgesamt ein Südtirolkrimi, der für Reihenkenner sicher besser geeignet ist als für Reiheneinsteiger. Die Thematiken waren sehr gut, jedoch für mich nicht in eine runde Krimihandlung eingebettet.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

wenig Tiefe für viele Personen

Winterglanz
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"Winterglanz" von Autorin Elin Hilderbrand ist der erste Roman einer Trilogie.

Im Mittelpunkt steht eine Pension in Nantucket und ihre Betreiber mit Familie. Diese ist durch eine Patchwork-Situation mit ...

"Winterglanz" von Autorin Elin Hilderbrand ist der erste Roman einer Trilogie.

Im Mittelpunkt steht eine Pension in Nantucket und ihre Betreiber mit Familie. Diese ist durch eine Patchwork-Situation mit zahlreichen Stolpersteinen konfrontiert. Ausgerechnet an Weihnachten verlässt Mitzi, die bisherige Chefin der Pension, ihren Mann Kelley. Seine vier erwachsenen Kinder, mit denen Weihnachten gefeiert werden soll, haben jedes eigene Probleme, so dass das Fest, auf der Kippe steht.

Die Handlung ist recht vorhersehbar. Nett zu lesen, aber ohne besonderen Tiefgang. Durch die vielen Charaktere kommt man keiner der Figuren so richtig nah. Schön ist, dass jeweils aus der Sicht der verschiedenen Personen erzählt wird, so dass jedes Kapitel eine neue Sichtweise auf das Geschehen wirft. Einige Handlungsstränge kommen zwar zum Abschluss, jedoch hat das Buch ein offenes Ende, so dass entweder vieles ungeklärt bleibt, oder man praktisch gezwungen ist, den zweiten Band zu lesen. An sich ein guter Gedanke, jedoch hätten etwas weniger offene Stränge dem Buch nicht geschadet.

Was mich am meisten berührt hat, ist die Sichtweise der Angehörigen von Marines, die in den Krieg ziehen. Die Unsicherheiten, der Umgang damit und mit welchen Schwierigkeiten die Zurückgebliebenen konfrontiert sind.

Das Cover ist festlich gestaltet. Der Hintergrund schlicht weiß gehalten, die Deko aus Laterne, Schlitten und Schlittschuhen gestaltet. Verwunderlich insofern, dass keines der Accessoires im Roman eine Rolle spielt. Ebenso erstaunt hat mich, dass das Buch den Aufkleber "Das Winterbuch des Jahres" trägt. Vielleicht habe ich dadurch mehr erwartet.

Insgesamt nette Lektüre, aber nichts herausstechendes und man sollte sich direkt darauf einstellen auch den zweiten Band - und dadurch vermutlich auch den dritten - lesen zu müssen.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

leichter Roman mit wenig überraschender Handlung

Ein Sommer für zwei
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Der dritte Teil der Cornwall-Träume-Reihe von Autorin Kathryn Taylor trägt den Titel "Ein Sommer für zwei". Alle Bände der Reihe lassen sich völlig unabhängig voneinander lesen. Deshalb hatte ich überhaupt ...

Der dritte Teil der Cornwall-Träume-Reihe von Autorin Kathryn Taylor trägt den Titel "Ein Sommer für zwei". Alle Bände der Reihe lassen sich völlig unabhängig voneinander lesen. Deshalb hatte ich überhaupt keine Probleme mit den Figuren, die in überschaubarer Anzahl auftauchen. Sicher ist es jedoch nett, die Vorgeschichten der anderen Paare ebenfalls zu kennen.

Das Cover mit dem von farbenfrohen sommerlichen Blumen umrankten Titel, verströmt Romantik pur. Die leicht erkennbare Landschaft Cornwalls mit dem Hund greift den Klappentext sehr schön auf.

Shauna fängt als Angestellte in der Landarztpraxis von David an. Dieser hat die Stelle als Mediziner vorübergehend übernommen und hilft Shauna überraschend, als sie und ihre kleine Schwester, sowie ihr Hund, plötzlich auf der Straße stehen. Zunächst hatte sie David für überheblich gehalten, doch je näher sie ihn kennen lernt, desto mehr träumt sie von ihm und einer gemeinsamen Zukunft. Doch nicht nur Shauna hat ein Geheimnis.

Liebe, Romantik, etwas Dramatik und eine tolle Landschaft sind in diesem Buch zu einem leichten Roman mit wenig überraschender Handlung und den für einen Wohlfühlroman klassischen Figuren verwoben. Ein schönes Buch für eine nette Auszeit, das sich ohne Aufregung lesen lässt. Zum Wohlfühlen und Abschalten auch an einem schönen Sommertag geeignet. Der flüssig zu lesende und leichte Schreibstil trägt seinen Teil zur heimeligen Atmosphäre bei.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

chaotisch, überraschend, spannend und schwarzhumorig

All the Other Mothers Hate Me
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Sarah Harman legt mit "All the Other Mothers Hate Me" ihren Debütroman vor.

Florence ist anders als die anderen Mütter. Das ist nicht nur ihr selbst, sondern auch ihren Mitmenschen bewusst. Als plötzlich ...

Sarah Harman legt mit "All the Other Mothers Hate Me" ihren Debütroman vor.

Florence ist anders als die anderen Mütter. Das ist nicht nur ihr selbst, sondern auch ihren Mitmenschen bewusst. Als plötzlich der Mitschüler ihres Sohnes Dylan verschwindet, sieht sie sich völlig unerwartet Fragen gegenüber, die sie sich lieber niemals gestellt hätte. Doch stellen muss sie sich ihnen - ganz gegen ihre üblichen Gewohnheiten - wenn sie Dylan helfen möchte.

Selten habe ich mich mit einer Hauptfigur so wenig identifizieren können und ihre Handlungen trotzdem nachvollziehen können. Man muss Florence nicht mögen, um ihre Beweggründe - teils wider Willen - gutzuheißen. Ein Charakter der so absolut unperfekt ist und gerade deshalb so nahbar und authentisch. Lässt man sich trotz mancher nervigen und vermutlich auch unverständlichen Aktionen ganz auf die Handlung ein, so hält man nicht nur einen Roman, sondern stellenweise einen Krimi, ja sogar einen Thriller, in der Hand, der mit schwarzem Humor nicht geizt. Im Endeffekt treibt Florence bei allem nur eines an: die allumfängliche Liebe zu ihrem Sohn Dylan. Und der Lesende sieht sich der Frage gegenüber: wie weit würde man selbst gehen?

Mich hat der Roman nicht nur bezüglich der Hauptfigur, sondern auch mit seinen unvorhergesehenen Wendungen und tiefgründigen Episoden überrascht. Ein absolut lesenswertes Buch, das sicher zum Nachdenken anregt und dabei vor allem im letzten Drittel sehr spannend ist.

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