Wenn die Liebesgeschichte stärker ist als die Fantasywelt
Divine RivalsÜber das Buch
Zwei rivalisierende Journalisten kämpfen um ihre Zukunft bei einer angesehenen Zeitung, während ihr Land von einem Krieg erschüttert wird. Iris Winnow schreibt Briefe an ihren im Krieg vermissten ...
Über das Buch
Zwei rivalisierende Journalisten kämpfen um ihre Zukunft bei einer angesehenen Zeitung, während ihr Land von einem Krieg erschüttert wird. Iris Winnow schreibt Briefe an ihren im Krieg vermissten Bruder und legt sie in einen alten Kleiderschrank. Doch eines Tages erhält sie eine Antwort. Was sie nicht weiß: Ihre Worte landen bei ihrem größten beruflichen Rivalen Roman Kitt. Zwischen anonymen Briefen, einer wachsenden Verbindung und einem Krieg, in dem angeblich sogar Götter wieder erwachen, entwickelt sich eine Geschichte über Mut, Hoffnung und Liebe.
Meine Meinung
Divine Rivals hat mich nach dem Lesen etwas zwiegespalten zurückgelassen.
Was mir von Anfang an sehr gut gefallen hat, war die ruhige und emotionale Atmosphäre der Geschichte. Besonders die Briefe zwischen Iris und Roman sind wunderschön geschrieben und schaffen eine sehr intime Verbindung zwischen den beiden Figuren. Diese Momente gehören für mich ganz klar zu den stärksten Szenen des Buches.
Auch das Setting hat mir gefallen. Das Kriegsumfeld mit seinem leicht historischen Flair erinnert stellenweise an eine Welt, die stark von der Atmosphäre des frühen 20. Jahrhunderts geprägt ist. Dieses Szenario sorgt für eine besondere Stimmung und verleiht der Geschichte eine gewisse Schwere.
Allerdings hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass die Fantasywelt nur im Hintergrund bleibt. Zwar spielen Götter eine Rolle und es wird mehrfach von Wesen gesprochen, die sie in den Krieg schicken, doch vieles bleibt sehr vage. Mir fehlten an vielen Stellen genauere Beschreibungen und ein stärkeres Worldbuilding, um diese Welt wirklich greifen und fühlen zu können.
Auch die Liebesgeschichte entwickelt sich für meinen Geschmack etwas zu schnell. Die emotionalen Momente sind zwar schön geschrieben, aber ich hätte mir hier etwas mehr Zeit und Entwicklung gewünscht.
So bleibt für mich am Ende vor allem eine ruhige und berührende Liebesgeschichte vor einem Kriegsszenario, während der Fantasyanteil deutlich weniger Raum einnimmt, als ich erwartet hatte.
Fazit
Divine Rivals erzählt eine sehr schöne und emotionale Liebesgeschichte mit einem besonderen Briefroman-Element und einer atmosphärischen Kriegswelt. Wer jedoch starkes Fantasy-Worldbuilding erwartet, könnte ähnlich wie ich etwas enttäuscht sein.
Für mich ein solides Buch mit einer berührenden Romance, das mich emotional erreichen konnte, dessen Fantasywelt mich aber nicht vollständig überzeugt hat.
⭐ 3 von 5 Sternen