Profilbild von Buecherhausen

Buecherhausen

Lesejury Star
offline

Buecherhausen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Buecherhausen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2024

Ein Welt die auf den Kopf gestellt wird!

Dark Sigils – Wen das Schicksal betrügt
0

Anna Benning hat in ihrer Vortex-Trilogie bereits bewiesen, welch grandiose Welten und Charaktere sie erschaffen kann. Auch in ihrer zweiten Buchreihe "Dark Sigils" gelingt es ihr, ein umfassendes Bild ...

Anna Benning hat in ihrer Vortex-Trilogie bereits bewiesen, welch grandiose Welten und Charaktere sie erschaffen kann. Auch in ihrer zweiten Buchreihe "Dark Sigils" gelingt es ihr, ein umfassendes Bild einer Urban-Fantasy-Welt zu kreieren und darin einige Protagonisten zu setzen, die es unfassbar schwer haben und dennoch die Kraft und den Willen jene Welt zu retten. Bei "Dark Sigils – Wen das Schicksal betrügt" schreckt sie vor nichts zurück und die Wendungen in diesem abschließenden Band werden den Leser mit offenem Mund zurücklassen.

Zitat: „Wie Feuer und Eis. Wie Wärme und Kälte. Wie Macht und Kontrolle.“ (Anna Benning: Dark Sigils – Wen das Schicksal betrügt Seite 241)

Die Autorin:

Anna Benning (geboren 1988) studierte Literaturwissenschaft. Nach ihrer Tätigkeit als Buchrezensentin und Aushilfsbuchhändlerin, begann sie 2013 für einen Verlag zu arbeiten. Nun hat sie ihre eigene Buchreihe zu Papier gebracht. "Vortex – Der Tag, an dem die Welt zerriss "ist ihr Debüt und der Auftakt einer Future-Fantasy-Trilogie. Teil 2 "Vortex – Das Mädchen, das die Zeit durchbrach" erschien ebenfalls 2020. Teil 3 "Vortex – Die Liebe, die den Anfang brachte" wurde 2021 veröffentlicht. Am 31.08.2022 erschien der Auftakt ihrer neuen Fantasy-Trilogie: "Dark Sigils – Was die Magie verlangt", 2023 dann "Dark Sigils – Wie die Dunkelheit befiehl"t und zu guter Letzt "Dark Sigils – Wen das Schicksal betrügt" (2024).

Inhalt:

** Achtung Spoiler für alle, die die ersten beiden Teile noch nicht kennen. **

„Der Mirror – bis vor Kurzem war diese Welt für Rayne nur ein schimmernder Umriss am Himmel über London. Doch nun will Adam sie zur Mirrorlady ernennen und damit das Schicksal aller in ihre Hände legen.
Während Rayne noch versucht, sich durch die Intrigen und Machtspiele der Oberen zu navigieren, tobt in der unteren Welt längst Krieg. Denn die Chaosmagie, die Adams Mutter entfesselt hat, greift weiter um sich. Da stößt Rayne auf ein Geheimnis ihres verstorbenen Vaters. Es könnte die Rettung oder den Untergang bedeuten. Für ihre Liebe – und für die ganze Welt.“
(Produktbeschreibung)

Gedanken zum Roman:

Das Cover ist mal wieder grandios. Aber das war auch nicht anders zu erwarten, da es von Max Meinzold geschaffen wurde. Die Düsternis der Geschichte kommt auch hier wieder sehr gut zum Tragen. Diesmal steht die Farbe Lila im Zentrum und wir sehen Raynes Gesicht. Um Sie herum gibt es einige goldene Elemente, die die Magie, oder auch vielleicht die Zerrissenheit der Welt darstellen. Ein kleine Illustration in der unteren linken Ecke zeigt dann noch sie mit Adam und einige zerbrochene Scherben. Was es damit auf sich hat, wird natürlich nicht verraten.

Zitat: „Ich hob beide Hände, spürte die Macht, die in mir pulsierte. Ich wusste, sie wartete nur darauf, entfesselt zu werden.“ (Anna Benning: Dark Sigils – Wen das Schicksal betrügt Seite 197)

Ich hatte zunächst etwas Schwierigkeiten, wieder so richtig mitgerissen zu werden. Vermutlich brauchte mein Gehirn einfach etwas länger, um sich wieder an all die Details der ersten beiden Bücher zu erinnern und alle Stränge der Handlung wieder aufzunehmen. Aber die Autorin erzählt ihre Geschichte so geschickt, und webt die Ereignisse der Vergangenheit so gut ein, dass meine Erinnerungen Stück für Stück wieder an die Oberfläche gebracht wurden und ich der Geschichte super folgen konnte.

Es gibt in diesem abschließenden Teil sehr viele ruhige Momente, was mir gut gefallen hat. So sprechen Rayne und Lilly sich aus. Aber auch Rayne und Adam haben die Möglichkeit einfach mal nur ein verliebtes Paar zu sein oder sich für kurze Momente so zu verhalten. Damit schafft die Autorin es, alle Charaktere zu integrieren und das sind in der Dark Sigils Reihe schließlich nicht gerade wenige.
Entgegen meiner zunächst gehegten Befürchtungen, dass Rayne und Adam wieder ihre eigenen Wege zu gehen haben, um den Mirror zu retten, sind die beiden zum Glück aber viel gemeinsam unterwegs und lösen zusammen die Probleme, die sich ihnen stellen.
Etwa bei der Mitte des Buches war ich dann wieder super abgeholt, wurde mitgerissen und habe erneut begonnen, zu rätseln wie die Geschichte ein Ende finden kann. Lange Zeit war mir nicht klar, was als nächstes passieren könnte. So ist die Story auf jeden Fall nicht vorhersehbar und wie oben bereits erwähnt geschehen hier noch Dinge, mit denen man nie und nimmer gerechnet hat.

Zitat: „Zwei Seelen, eine Magie.“ (Anna Benning: Dark Sigils – Wen das Schicksal betrügt Seite 315)

Fazit:

"Dark Sigils – Wen das Schicksal betrügt" ist ein würdiger Abschluss dieser so ausgeklügelten Trilogie. Vortex konnte sie aber nach wie vor nicht vom Thron stoßen denn die Geschichte um Elaine und Bale konnte einfach viel tiefer in mein Herz eindringen. Und jetzt bin ich schon sehr gespannt, in welche Welt uns die Autorin als nächstes führen wird. Lassen wir uns also überraschen und voller Vorfreude in die Zukunft blicken. Die Themen Götter und Romantasy klingen schon mal sehr vielversprechend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2024

Ein fantasievoller Umgang mit Angst!

Was ist, wenn mich ein Wal verschluckt?
0

Susanna Isern und Rocio Bonilla haben bereits einige Male bewiesen, welch wertvolle Bilderbücher sie zusammen erschaffen können. "Das große starke Buch" zeigt Kindern ihre Stärken, während "Das hier ist ...

Susanna Isern und Rocio Bonilla haben bereits einige Male bewiesen, welch wertvolle Bilderbücher sie zusammen erschaffen können. "Das große starke Buch" zeigt Kindern ihre Stärken, während "Das hier ist doch kein Dschungel" versucht im Kinderzimmer für Ordnung zu sorgen und in "Das große Buch der allergrößten Schätze" lernen wir einige Kinder und ihre ganz individuellen Schätze kennen. Im zuletzt erschienenen Buch der beiden "Was ist, wenn mich ein Wal verschluckt?" nähern sie sich dem Thema der Angst an und nehmen uns Leser dabei auf eine fantasievolle Reise mit, die jedem die Angst vor schlimmen Dingen nehmen wird.

Zitat: „Weißt du Mama, es ist wohl besser, sich nicht so viele Gedanken über alles Schlimme zu machen. Lieber erleben, was es zu erleben gibt. Oder?“ (Susanna Isern & Rocio Bonilla: Was ist, wenn mich ein Wal verschluckt?)

Die Autorin und die Illustratorin:

Susanna Isern arbeitet als Schriftstellerin und Psychologin. Außerdem ist sie Dozentin für Lernpsychologie. Seit 2011 veröffentlichte sie über 30 Kinderbücher, welche in mehr als 16 Sprachen übersetzt wurden. Sie erhielt mehrfach die Silbermedaille des Moonbeam Children’s Book Award in den USA.

Rocio Bonilla (geboren 1970) ist Illustratorin und Autorin vieler Kinderbücher. Sie studierte Kunst an der Universität Barcelona und arbeitete vor ihrer schriftstellerischen Laufbahn als Malerin, Fotografin und Pädagogin sowie in der Werbebranche. 2010 erschien ihr erstes Kinderbuch, angeregt durch ihre eigene Tochter.

Inhalt:

„Der kleine Noah ist ein vergnügtes und glückliches Kind. Seine blühende Fantasie spielt ihm allerdings so manches Mal einen Streich: Dann bedrücken ihn Fragen über Fragen und vor lauter Sorgen stellt Noah sich vor, dass ganz schlimme Dinge passieren werden. So auch am Tag des Schulausflugs:
Was ist, wenn er auf dem Ausflug verloren geht?
Was ist, wenn er dabei ins Wasser fällt?
Oder was ist, wenn er dann von einem Wal verschluckt wird?
Zum Glück hat seine Mutter eine Idee, wie er seine Ängste überwinden kann.
Und was ist, wenn das Beste noch bevorsteht?“
(Klappentext)

Gedanken zum Bilderbuch:

Das Cover strahlt Freude und Sicherheit aus. Der Hauptprotagonist Noah wird von dem Blas eines Wals in die Lüfte katapultiert und strahlt dabei über das ganze Gesicht. Der Schwung lässt seine Brille noch etwas höher fliegen und auch ein Schuh wird vom Fuß geschleudert. Der Wal schielt gutmütig nach oben und beobachtet, was da über ihm geschieht. Der Himmel ist hier nicht blau sondern in einem Terrakotta Farbton koloriert und lässt einen an einem Sonnenauf- oder Sonnenuntergang denken.

Im Innern geht es fröhlich und bunt weiter. Rocio Bonillas Zeichenstil hat einen hohen Wiedererkennungswert und sie schafft es, die Worte der Autorin mit detailreichen und liebevollen Bildern zu erfüllen, sodass man eintaucht in die Fantasie Noahs aber vor allem in die der Mutter. Denn diese entführt ihren Sohn auf eine wundersame und abenteuerliche Reise, denn auf jede Frage von Noah hat sie eine fantasievolle Antwort parat. Denn das, was zunächst wie eine Gefahr erscheint, ist der Beginn eines neuen Wagnisses. Manchmal entpuppt sich das Unerwartete als ein großes Abenteuer, welches einem zum nächsten führt und eine Reihe voller fantastischer Erfahrungen mit sich bringt.

Susanne Isern hat sich einige Fragen überlegt, die Noah in den Kopf kommen könnten. Er hat an diesem Tag einen Schulausflug in den Wald und macht sich Sorgen, was ihm dabei alles zustoßen könnte. Doch seine Mutter wandelt jedes Unglück in ein wundersames Erlebnis und so freut sich Noah am Ende auf den Auslug und hat nur noch Angst davor, der Bus könnte eine Panne haben und der Ausflug somit ausfallen.

Fazit:

"Was ist, wenn mich ein Wal verschluckt?" ist ein Bilderbuch, dessen fantasievolle Ideen und witzige Zeichnungen mich absolut überrascht haben. Ich finde es unheimlich gut, dass hier das Thema der Angst einmal ganz anders aufbereitet wird. Es wird nicht einfach gesagt, dass die Dinge, vor denen sich Noah fürchtet gar nicht eintreten können. Vielmehr wandelt die Mutter all jene Unglücke in etwas Positives um, was sich lohnt, erlebt zu werden. Ein absolut positiver Umgang mit Ängsten und mit der tollen Botschaft, „lieber erleben, was es zu erleben gibt“, als verängstigt zu Hause zu bleiben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2024

Angst schützt uns vor Gefahren!

Kleiner Angsthase Aurelia. Fürchte dich nicht!
0

Die kleine Aurelia kennen wir bereits aus den drei bisher erschienen Bilderbüchern: "Kleiner Dreckspatz Aurelia", "Kleine Nachteule Aurelia" und "Kleines Klammeräffchen Aurelia". Nun ist ein neuer Titel ...

Die kleine Aurelia kennen wir bereits aus den drei bisher erschienen Bilderbüchern: "Kleiner Dreckspatz Aurelia", "Kleine Nachteule Aurelia" und "Kleines Klammeräffchen Aurelia". Nun ist ein neuer Titel in dieser Reihe erschienen. In "Kleiner Angsthase Aurelia – Fürchte dich nicht!" hat sich die Autorin wieder allerhand Beispiele aus dem Tierreich einfallen lassen und nimmt sich so kinderleicht der Thematik der Angst an. Wie die verschiedenen Tiere bei Angst reagieren, dass erfahren wir in diesem von Katrin Inzinger illustrierten Bilderbuch.

Die Autorin und die Illustratorin:

Dorothea Flechsig (geboren 1968 in Oberfranken) machte eine Ausbildung zur Drehbuchautorin und arbeitete lange Zeit als Journalistin. Sie schreibt bereits seit Jahren Geschichten für Kinder und ist Autorin verschiedener Buchreihen wie Petronella Glückschuh, Sandor, Pünktchen und Aurelia, welche sie in ihrem eigenen Verlag, dem Glückschuh Verlag, erfolgreich veröffentlicht. Außerdem arbeitet sie für Blue Ocean Entertainment und den Egmont Ehapa Verlag.

Katrin Inzinger ist Illustratorin, Character-Designerin, Trickfilmzeichnerin und Storyboarderin aus Berlin. Sie schuf die zahlreichen farbigen Bilder um Petronella und ihre Abendteuer.
Die Zeichnerin der Originalfiguren um die kleine Aurelia ist Suse Bauer.

Inhalt:

„Aurelia hilft ihrem Vater beim Kochen. Sie soll aus dem Keller Kartoffeln holen. Aber im Keller ist es dunkel und Aurelia fürchtet sich.
»Ich trau mich nicht!«, ruft sie. »Dort ist es gespenstisch!«
»In Ordnung!«, antwortet ihr Vater. »Manchmal ist es gut, ein kleiner Angsthase zu sein, um sich vor Gefahren zu schützen!«
»Was macht denn ein kleiner Angsthase, wenn er sich fürchtet?«, fragt Aurelia.
»Was macht eine Maus, ein Igel oder eine Katze bei Gefahr?« Aurelia probiert alles aus.“
(Produktbeschreibung)

Gedanken zum Bilderbuch:

Das Cover mit den leuchtenden Farben lässt eine tolle und vor allem positive Atmosphäre entstehen, was mir besonders gut gefällt, da Angst ja sonst immer eher düster und negativ dargestellt wird. Die Autorin geht an das Thema auf ganz ungewöhnliche Art und Weise heran. So sieht man dann auch im Innern viele helle und freundliche Illustrationen und selbst der Blick in den dunklen Keller wird mit Licht erfüllt.

Mit kurzen, einprägsamen Sätzen erzählt Dorothea Flechsig aus dem Leben der kleinen Aurelia, die mit ihrem Vater gerade beim Kochen ist und von ihm gebeten wird, eine Zutat aus dem Keller zu holen. Doch Aurelia traut sich nicht in den Keller hinunter, weil er ihr unheimlich ist. Der Vater geht damit ganz verständnisvoll um, nimmt Aurelias Angst ernst und zeigt ihr gleichzeitig mit seiner unaufgeregten Art, dass es vollkommen in Ordnung ist ein kleiner Angsthase zu sein. Denn das Gefühl der Angst ist ein ganz wichtiges, schützt es uns doch vor etwaigen Gefahren.

Und weil Aurelia ein neugieriges Kind voller Tatendrang ist, möchte sie natürlich auch wissen, wie sich andere Tiere und nicht nur der Hase genau verhalten, wenn sie Angst haben. Um für sich selbst eine Möglichkeit der Angstbewältigung zu finden, probiert sie gleich mal aus, wie sich Hase, Maus, Stachelschwein, Katze, Stinktier und Elefant verhalten. Am Ende erwartet dann sogar den Vater eine kleine schreckhafte Überraschung im Keller.

Fazit:

"Kleiner Angsthase Aurelia – Fürchte dich nicht!" nimmt sich dem Thema Angst auf ungewöhnliche und sehr einfühlsame Weise an. Hier geht es nicht darum, Angst klein zu reden oder den Mut in den Vordergrund zu stellen. Vielmehr legt die Autorin den Fokus darauf, dass Angst ein wichtiges und sinnvolles Gefühl ist, dass seine Berechtigung hat und das jeder immer wieder mal fühlt. Wie und ob man diese Angst überwindet ist dabei fast schon Nebensache.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2024

Ein Roman, der zu Herzen geht!

The way I used to be
0

Edens Geschichte, die Amber Smith in "The way I used to be" beschreibt, ist keine leichte. Die Hauptprotagonistin wird im Alter von 14 Jahren vom besten Freund ihres Bruders und gleichzeitig dem langjährigen ...

Edens Geschichte, die Amber Smith in "The way I used to be" beschreibt, ist keine leichte. Die Hauptprotagonistin wird im Alter von 14 Jahren vom besten Freund ihres Bruders und gleichzeitig dem langjährigen Freund aus Kindertagen vergewaltigt. Sie schafft es nicht, irgendjemanden davon zu erzählen und während sie versucht, mit der Sache klar zu kommen, geschehen ihr unfassbar schwere Dinge, die ihr Leben immer mehr und mehr aus den Fugen geraten lässt. Besonders betroffen hat mich die Tatsache, dass Eden nicht mit ihren Eltern – insbesondere ihrer Mutter – über ihre traumatische Erfahrung sprechen konnte und sie ganz alleine damit klarkommen muss. Viel zu lange ist Eden auf sich alleine gestellt und es berührte mich sehr, das Mädchen auf ihrem Weg zur Gerechtigkeit zu begleiten, die auch am Ende dieses Buches noch nicht erreicht sein wird aber im zweiten Teil der Reihe sicherlich einen Abschluss finden wird.

Zitat: "Mein Körper ist eine Folterkammer. Ein verdammter Tatort. Fürchterliches ist hier passiert, deshalb sollte man nicht darüber sprechen, nichts darüber sagen, zumindest nicht laut. Ich will das nicht hören. Kann das nicht hören." (Amber Smith: The Way I used to be, Seite 119)

Die Autorin und die Übersetzerin:

Amber Smith liebt es, Geschichten zu erzählen. Die Autorin wuchs in Buffalo, New York auf und lebt heute mit ihrer Frau und ihren Tieren in Charlotte, North Carolina. Sie machte an der Kunstschule ihren BFA in Malerei und erwarb danach ihren Master in Kunstgeschichte. Sie schreibt, liest und ist außerdem künstlerisch tätig. Darüber hinaus ist sie freiberuflich als redaktionelle Beraterin tätig.

Ulrike Brauns stammt aus der Nähe von Köln. Sie studierte in Bonn, Stockholm und Melbourne. 2004 machte sie sich selbstständig und arbeitet seither als Übersetzerin und Untertitlerin. Sie lebt inzwischen in Berlin.

Inhalt:

„Alles, was Eden will, ist die Uhr zurückdrehen. Um diesen Tag noch mal zu leben. Sie würde alles anders machen. Nicht über seine Witze lachen und ignorieren, wie er sie an diesem Abend ansah. Und sie würde definitiv ihre Schlafzimmertür abschließen.
Aber Eden kann die Zeit nicht zurückdrehen. Also begräbt sie die Wahrheit, zusammen mit dem Mädchen, das sie mal war. Sie tut so, als bräuchte sie keine Freunde, keine Liebe, keine Gerechtigkeit. Als ihre Welt aus den Fugen gerät, wird klar: Die einzige Person, die Eden retten kann … ist Eden.“
(Produktbeschreibung)

Gedanken zum Buch:

Das Cover dieses Romans machte mich bei einem Besuch in der Buchhandlung neugierig. Die beiden Löwenzahnblumen, die umeinander geschlungen sind und gleichzeitig auseinander zu fallen scheinen, da ihre Blätter in alle Winde zerstoben werden, stehen in einem starken Kontrast zueinander. Das alles vor einem hellblauen Himmel. Hier prallen Harmonie und Chaos aufeinander. Und auch der Titel erregte mein Interesse, der sich in großen, weißen, leicht transparenten Lettern über die gesamte Seite erstreckt. Die Erstauflage besitzt außerdem einen wunderschönen Farbschnitt, der die Blumen auf dem Titel wieder aufgreift und außerdem den Namen der Hauptprotagonistin beinhaltet. „Eden“ kann man hier sogar auch als „Ende“ lesen, was im Deutschen sicherlich ein Zufall ist, dabei aber so gut zur Geschichte passt.


Nach einem extrem emotionalen und herzzerreißenden Einstieg ist man zunächst einmal etwas geschafft. Der Autorin gelingt es aber, einen Bogen zu Edens Alltag zu spannen, der es dem Leser ermöglicht, mit dem schweren Thema einer Vergewaltigung zurecht zu kommen. So manches Mal springen die Ereignisse ein wenig unkontrolliert, so dass man als Leser nicht genau weiß wo man sich chronologisch betrachtet in der Geschichte befindet. Manche Dinge, die zwischendurch wohl passiert sind, bleiben unerwähnt oder nur am Rande erzählt (wie zum Beispiel Edens Wandel im Sommer nach ihrem traumatischen Erlebnis).

Zitat: "Als wollte die ganze Welt dafür sorgen, dass ich nie vergesse, nicht mal für eine Sekunde, dass jeder Junge egal wo, selbst mein Bruder, mich jederzeit überwältigen könnte." (Amber Smith: The Way I used to be, Seite 184)

Auch sprachlich ergaben sich hin und wieder kleine Stolpersteine, wie beispielsweise ein falsch verwendetes oder fehlendes Personalpronomen. Ich empfinde das immer etwas schade, zumal sich Fehler in Büchern in den letzten Jahren zu häufen scheinen. Hier mein dringender Appell an die Verlage: gebt Geld für Korrektorat und Lektorat aus, es tut den Geschichten gut!
In diesem Buch rissen mich die Fehler aber zum Glück nicht zu sehr aus der Geschichte raus, wie es sonst bei anderen Titel öfters mal der Fall gewesen ist.

Zitat: "Ich kann mich überhaupt nicht mehr erinnern, wo die Lügen aufhören und ich anfange." (Amber Smith: The Way I used to be, Seite 292)

Was mir sehr gut gefallen hat, war die Tatsache, dass sich nicht alles nur um Edens und Joshs Beziehung dreht, sondern eher um Edens Gefühle und innere Konflikte und wie ihr Alltag sowie die sie umgebenen Menschen sie immer weiter in die Knie zwingen. Wir haben hier also nicht mit einer Liebesgeschichte im Zentrum des Geschehens zu tun, sondern mit Edens Geschichte, ihren tragischen Erfahrungen und ihrem Weg aus dieser Situation heraus. Hierbei wird dann auch nicht Josh zu ihrem Retter, im Gegenteil, die beiden verlieren sich sogar zwischendurch aus den Augen. Nein, fest steht, dass allein Eden sich retten kann, Stärke finden und Mut aufbringen muss, um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Fazit:

"The Way I used to be" ist ein äußerst dramatischer Roman, mit einer sehr schweren Thematik, nämlich der der Vergewaltigung. Trotz dieser Schwere, gelingt es der Autorin, eine Geschichte zu schreiben, die man als Leser gut verdauen kann. Besonders am Anfang und am Ende der Geschichte sind bei mir einige Tränen geflossen. Dazwischen war es traurig und bestürzend, mitzuerleben, wie ein junges Mädchen aus ihrem unschuldigen Leben gerissen wird und sich selbst verliert, bevor sie überhaupt die Chance hatte, herauszufinden wer sie ist. Der zweite Teil "The Way I am now" steht bereits in meinem Regal und wird sehr bald gelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2024

Überleben im Hotel mit verrückten Eltern!

Unheimlich unheimlich – Urlaubschaos mit Ruby Black
0

Von Beginn an mögen wir die "Ruby Black"-Reihe von Cally Stronk und Constanze von Kitzing sehr. Die Autorin haben wir sogar bereits auf einer Lesung getroffen und sie ist äußerst sympathisch. Vor einer ...

Von Beginn an mögen wir die "Ruby Black"-Reihe von Cally Stronk und Constanze von Kitzing sehr. Die Autorin haben wir sogar bereits auf einer Lesung getroffen und sie ist äußerst sympathisch. Vor einer Weile ist das vierte Buch der Reihe "Unheimlich unheimlich – Urlaubschaos mit Ruby Black" erschienen und ich hatte großen Spaß es zu lesen. Wieder erlebte ich einige skurrile Szenen aus Ruby Blacks Leben.

Die Autorin und die Illustratorin:

Cally Stronk (geboren 1977) ist Autorin. Sie hat an der Universität der Künste in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation studiert. Danach war sie in den Bereichen Redaktion, Film und Musik tätig. Seit 2010 schreibt sie hauptsächlich Kinderbücher. Da sie selbst als Kind in der Nähe eines Friedhofs gewohnt hat, wollte sie gerne auch einmal ein Buch darüber schreiben. Wie ihre Protagonistin Ruby hat auch sie einen älteren und einen jüngeren Bruder.

Constanze von Kitzing ist Illustratorin. Ihre Kinderbücher sind international preisgekrönt und in 14 Ländern erschienen. Sie mag besonders lustige und schräge Charaktere. Als Kind führte sie ihr Weg oft über einen Friedhof und so hat sie nur noch vor Spinnen, Dunkelheit, schnellen Autos, angebranntem Essen, dem Klimawandel und schlechten Rezensionen Angst.

Inhalt:

„Endlich Ferien! Ruby freut sich darauf, mit ihren Freunden zu chillen und Bens Geburtstag groß zu feiern, aber ihre schräge Familie hat natürlich mal wieder andere Pläne. Und so geht es zu einer Sargmesse in die Provinz, wo sich das vom Vater gebuchte Schlosshotel mit Pool als alte Bruchbude herausstellt, in der es auch noch spukt. Ruby will nur nach Hause und vor allem zu Ben.
Das alte Tagebuch eines Mädchens in ihrem Alter, das sie im Hotel findet, weist Ruby den Weg: Sie versteht, dass sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen muss. Das tut sie auch, indem sie eine Verletzung am Bein vortäuscht. Jetzt müssen ihre Eltern sie einfach nach Hause bringen. Aber schon wieder falsch gedacht …“
(Produktbeschreibung)

Gedanken zum Kinderbuch:

Das Cover reiht sich wunderbar neben den drei anderen Büchern ein. Es ist wild, durcheinander und steckt voller kleiner Informationshappen, die die Geschichte betreffen. Diesmal sind die Farben Orange und Blau hervorstechend und Ruby hält sich überrascht die Hand vor den Mund.

Der Schreibstil ist lustig und flüssig. Die vielen Illustrationen und Hand-Letterings innerhalb des Textes lockern das Schriftbild auf und bieten ein tagebuchähnliches Erscheinungsbild. Dadurch fliegt man nur so durch die Seiten und kann Rubys Abenteuern immer gut folgen.

Die Autorin und die Illustratorin haben einen runde Geschichte mit witzigen Charakteren geschaffen. Detailreiche kleine Zeichnungen lassen die Handlung bildhaft vor dem inneren Auge erscheinen und halten kleine Späße bereit. Ruby tut sich häufig selbst Leid und versucht einigen unzumutbaren Situationen zu entkommen, was ihr nur mäßig gelingt aber für Lacher beim Leser sorgt.

Fazit:

"Unheimlich unheimlich – Urlaubschaos mit Ruby Black" ist der vierte Band einer witzige Buchreihe mit tollen Bildern, die ich auf jeden Fall weiter verfolgen würde. Ruby und und ihre Freunde sind mir ans Herz gewachsen und es macht großen Spaß ihren Abenteuern beizuwohnen. Ob weitere Bände der Reihe erscheinen ist mir allerdings bisher noch nicht bekannt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere