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Veröffentlicht am 30.05.2021

Ein Buch, welches den Lesespaß garantiert

The Secret Book Club – Die Liebesroman-Mission
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"Angst ist ein starker Motivator. Aber Liebe auch."

Braden Mack, der Gründer des "Secret Book Clubs", kann eines gut. Tipps und Ratschläge geben, um Beziehungen zu retten. Doch er selbst ist schon lange ...

"Angst ist ein starker Motivator. Aber Liebe auch."

Braden Mack, der Gründer des "Secret Book Clubs", kann eines gut. Tipps und Ratschläge geben, um Beziehungen zu retten. Doch er selbst ist schon lange in keinem festen Beziehung gewesen, über ein bisschen Spaß zu zweit kommt er mit seinen Bekanntschaften nie hinaus.
Bis her Liv, die Schwägerin des Buchclub-Mitglieds Gavin, trifft. Und die überhaupt nichts von ihm, seinem Geld und seiner Vorliebe für Liebesromane hält.
Als Liv ihren Job verliert, da ihr Chef der Meinung ist, dass sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz kein Verbrechen ist, beschließt er, sich gemeinsam mit Liv an ihm zu rächen. Und nebenbei will er Liv beweisen, dass es Happy Ends nicht nur in Liebesromanen, sondern auch in der Realität gibt.

Mit "The Secret Book Club - Die Liebesroman-Mission" entführt die Autorin Lyssa Kay Adams ihre Leserinnen und Leser wieder einmal in eine Geschichte, die es so noch nicht gibt. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen, obwohl ich die Story selbst gar nicht zu außergewöhnlich fand.

Der Schreibstil der Autorin ist, wie schon in Band 1, humorvoll und lässt sich flüssig lesen. Regelmäßig wandern einem ein Grinsen auf die Lippen, wenn die Mitglieder des "Secret Bookclubs" mal wieder flapsige Kommentare von sich geben oder tiefsinnig über Liebesromane philosophieren, welche wahrscheinlich keine einzige Frau so tiefgehend interpretiert hat, wie es dieser Haufen Männer tut.

Die Thematik des Buches, Aufklärung über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, finde ich klasse. Dabei wird das Thema nicht nur oberflächlich angeschnitten, sondern auch über die Ängste der belästigen Frauen (und Männer) erzählt. Natürlich geht dies noch viel intensiver, als es in diesem Roman der Fall war, aber irgendwo musste ja auch noch etwas Platz für den Buchclub und die Liebesgeschichte bleiben.

Die Umsetzung der Thematik hat mit auch weitgehend gefallen. Das ein oder andere Mal kamen mit gewisse Dialoge oder Gedankengänge zu kurz, aber das ist in einem solchen Roman "normal".

Die Handlung des Romans habe ich persönlich als recht einfach und auch nicht als wahnsinnig neu empfunden. Dennoch hat sie mir - spezielle, aufgrund der Treffen des Buchclubs - wirklich gut gefallen.
Spannung ist immer vorhanden, nicht übermäßig, aber so, dass man auf jeden Fall bald weiterlesen möchte.

Und schlussendlich noch die Charaktere.
Hier muss ich sagen: Sowohl Livs als auch Macks Handlungen und Gedankengänge konnte ich nicht immer nachvollziehen.
Liv ist eigentlich eine liebevolle junge Frau, hält aber nicht nur ihre Mitmenschen, sondern meines Empfindens nach auch den Leser durch ihre sarkastische und abweisende Art auf Abstand. In einigen Situationen kam sie mir nicht wie eine erwachsene Frau, sondern wie eine pubertierende Teenagerin vor, die nur ihr eigenes Ziel vor Augen hat, ohne dabei Rücksicht auf andere Menschen zu nehmen. Dabei sieht sie nicht ein, dass dieses Verhalten verletzend sein kann und stellt sich zum Teil als Opfer dar. Finde ich persönlich nicht in Ordnung.
Mack ist im Herzen ein lieber Kerl, lässt durch sein Geld aber den Macho zu oft raushängen. Im Laufe des Romans wird es besser, aber die ständige Flirterei mit Liv, obwohl sie ihm eine deutlich abneigende Haltung entgegenbringt, hinterlassen bei mir ebenfalls einen faden Beigeschmack. Seine Hartnäckigkeit wird schlussendlich belohnt. Ich heiße es jedoch nicht gut, wenn eine Person nicht aufhört zu flirten, obwohl sie deutlich darauf hingewiesen wird, es zu unterlassen.

Zu meinem Fazit: "The Secret Book Club - Die Liebesroman-Mission" hat mir weitgehend gefallen und mit viel Lesespaß bereitet. Komplett umgehauen hat mich die Geschichte aber nicht. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass ich keinen Zusammenhang zwischen Untertitel ("Die Liebesroman-Mission") herstellen konnte. Aber vielleicht hänge ich mich daran auch einfach zu sehr auf.

Kategorie: Netter Read / Pageturner

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2021

Leider bin ich mit zu großen Erwartungen an diesen Roman herangetreten...

The Last Goddess, Band 1: A Fate Darker Than Love
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Nicht die Götter schützen die Menschwelt vor dem drohenden Untergang, nein, es sind ihre Nachfahren, die Valkyren. Sie begleiten gefallende Helden nach Valhalla, wo diese für die letzte Schlacht trainieren. ...

Nicht die Götter schützen die Menschwelt vor dem drohenden Untergang, nein, es sind ihre Nachfahren, die Valkyren. Sie begleiten gefallende Helden nach Valhalla, wo diese für die letzte Schlacht trainieren.
Nur wenige Menschen wissen von der Wahrheit. Unter anderem Blair, die Tochter einer der neun unsterblichen Valkyren. Sie selbst hat keine Kräfte. Bis ihre Mutter und Schwester - die die Nachfolgerin ihrer Mutter werden sollte - bei einem Unfall ums Leben kommen.
Blair ist sich sicher, dass der Tod ihrer Mutter - einer Valkyre - und ihre direkten Erbin kein Unfall sondern ein Mord war. Doch nicht mal ihr bester Freund Ryan - für den Blair außerdem heimliche Gefühle hegt - scheint ihr zu glauben. Bis sich das Leben beider von einem auf dem anderen Tag ändert und beiden bewusst wird, wie eng ihr eigenes Leben mit dem der Valkyren verknüpft ist.

Schon seit einiger Zeit habe ich immer mal wieder ein Blick auf die "The Last Goddess"-Dilogie von Bianca Iosivoni geworfen und mir zum Erscheinungstermin des abschließenden Teils beide Bücher zugelegt. Leider wurden meine (durch die vielen anderen grandiosen Bücher der Autorin) meine Erwartungen ziemlich hoch geschraubt und leider enttäuscht.

Am Schreibstil von Bianca Iosivoni kann ich auch in diesem Roman nicht viel kritisieren. Das Buch lässt sich flüssig lesen. Mal abgesehen von dem ein oder anderen Name, über den ich speziell zu Anfang immer wieder gestolpert bin. Ja gut, zugegeben, ich bin im gesamten Roman immer wieder darüber gestolpert und habe dann beispielsweise bei den Buchstaben "Eirl…" immer schon gewusst, dass es um Eirlys geht und aufgegeben zu versuchen, die Namen in meinem Kopf irgendwie auszusprechen, ohne mir irgendeine Hirnwindung zu verknoten
Der Schreibstil ist im Vergleich zu anderen Büchern der Autorin weniger humorvoll, was aber auch an der gesamten Grundstimmung des Romanes liegt.

Die Idee hinter dem Buch und die Thematik der Geschichte gefällt mir mittlerweile wirklich gut. Nordische Götter, ihre Nachfahren, Welten, vor welchen die Menschheit keinen blassen Schimmer hat. Ich persönlich mag Fantasygeschichten, welche mit der realen Welt verknüpft sind wirklich seht.
Leider hat mich die Umsetzung der Thematik in "A fate darker than love" nicht überzeugen können.

Achtung, ab hier sind Spoiler möglich!

Schon sehr weit am Anfang des Romans kommt es zum im Klapptext angekündigten Unfall. Der Leser hat kaum eine Chance, Blair davor in irgendeine Weise kennenzulernen. Nach dem Unfall handelt sie - verständlicherweise - wie eine ferngesteuerte Puppe. Sie entscheidet sich die Valkyren aufzusuchen, um Antworten auf ihre Fragen zu finden. Wie kann es sein, dass eine unsterbliche Valkyre ums Leben kommt? Sind die Kräfte ihrer Mutter nun für immer verloren? War es wirklich ein Unfall oder doch ein Anschlag auf die Mächte der Götter?
Im Laufe der Geschichte kommt heraus, dass Blair die Kräfte ihrer Mutter geerbt hat und selbst nur eine der unsterblichen Neun ist. Ein Handlungsstrang, der meines Erachtens nach vorhersehbar war (was nicht schlecht ist!). Danach passiert mir aber leider zu lange nichts Relevantes. Die Handlung tröpfelt vor sich hin und es kommen für später entscheidende Infos ans Licht. Aber dennoch hat mich das Ganze nicht gepackt.
Erst zum Ende des Buches kommt wirklich Spannung auf.

Spoiler beendet.

Leider ist der Lesespaß bei mir deshalb auch zu kurz gekommen.

Neben der Umsetzung und Handlung konnten mich Blair und Ryan auch nicht wirklich überzeugen.

Ryan hat von Beginn an einen unsympathischen Eindruck auf mich gemacht, egal, wie liebevoll er mit Blair umgeht. Dies ändert sich durch die Kapitel auch seiner Sicht auch nicht wirklich.
Auch für Blair konnte ich mich erst Richtung Ende etwas erwärmen. Sie wirkt auf mich recht distanziert.
Leider ist auch das typisches Bianca-Iosivoni-Liebes-Feeling, das man aus ihren NA-Roman, aber auch z.B. aus Sturmtochter kennt, nicht so richtig rübergekommen. Die Szenen der beiden gemeinsam wirken für mich irgendwie nicht richtig. Also falsch. Also komisch eben.

Zu meinem Fazit:
Mit "A fate darker than love" hat Bianca Iosivoni einen netten Fantasyroman geschrieben, der dank des spannenden Endes doch noch ein wenig bei mir punkten konnte. Allgemein konnte mich die Umsetzung der Story und vor allem die Charaktere nicht überzeugen.
"A fate darker than death" werde ich trotzdem zeitnah lesen. Ich habe die Hoffnung, dass der 2. Teil besser wird.

Kategorie: Netter Read

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.05.2021

Ein wunderbarer Abschluss einer Reihe, die mich eigentlich nicht überzeugen konnte.

Deeply
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Letztlich ist es egal, ob ich in einem zu kurzen Rock oder komplett zugeknöpft da auftauche, weil weder bei dem einen noch bei dem anderen irgendjemand das Recht hat, mich gegen meinen Willen anzufassen ...

Letztlich ist es egal, ob ich in einem zu kurzen Rock oder komplett zugeknöpft da auftauche, weil weder bei dem einen noch bei dem anderen irgendjemand das Recht hat, mich gegen meinen Willen anzufassen oder zu bedrängen. Weil es keine Rolle spielt, wie viel Haut man zeigt. Die Menge an freigelegter Haut ist nicht das Äquivalent zu der Menge Rechten, die sich ein Mensch bei einem anderen herausnehmen kann. Nackte Haut ist kein Ja und kein Freifahrtschein.

Mit ihrem Umzug nach Seattle, in die WG ihres Bruders Cooper zieht Zoey ein Schlussstrich. Vor fünf Jahren wurde sie Opfer einer Vergewaltigung, doch davon will sie sich nicht ihr Leben zerstören lassen. Stattdessen strebt sie danach, anderen Menschen mit einer ähnlichen Geschichte wieder auf die Beine zu helfen und entscheidet sich für ein Psychologiestudium.
Was Zoey vor ihrem Umzug nicht ahnt: Ihr neuer, verschlossener und irgendwie geheimnisvoller Mitbewohner löst plötzlich Gefühle in ihr aus, von welchen sie nicht mehr zu träumen gewagt hat.

Ava Reed hat mit "Deeply" des mit Abstand beste Buch der "In-Love"-Reihe geschrieben. Schon von Seite 1 an hat sie es geschafft, mich in Dylan und Zoey zu verlieben!

Der Schreibstil von der Autorin lässt sich in "Deeply" sehr schön flüssig lesen. Ein bisschen überraschend für mich, da ich in "Truly" und "Madly" das ein oder andere Problemchen mit dem Stil hatte. Vielleicht habe ich mich aber auch einfach mittlerweile daran gewöhnt.

Die Thematik und vor allem die Umsetzung der Geschichte ist Ava Reed in "Deeply" zum ersten Mal in der Reihe wirklich gelungen.
Jeder Mensch hat sein Päckchen mit sich zu tragen und jeder Mensch wird von seiner Vergangenheit geprägt. Das ist auch überhaupt nicht schlimm, dadurch wird jeder einzelne Person noch ein Stückchen individueller. Erdrücken lassen darf man sich von seinem Päckchen aber nicht. Wenn die Zeit gekommen ist, muss man nach vorne sehen und sich selbst sagen: "Ich schaffe das!".
Die Tatsache, dass nicht nur Zoey - wie schon von Anfang an bekannt - ein solches Päckchen mit sich herumträgt, sondern auch Dylan, finde ich hier ebenfalls sehr gut ausgearbeitet, in den vorherigen Teilen kam mir dies auch bei immer mindestens einer Person zu kurz.

Der Spannungsbogen wird von Anfang an gespannt. Man ist als Leser mit Zoey hibbelig, als sie nach Seattle zieht, man ist mit Zoey von Dylan fasziniert und zugleich sind ihre Gedanken so gut greifbar beschrieben. Die Annäherungsversuche bewegen sich über einen ziemlich großen Zeitraum, bzw. über viele Seiten, und dennoch hatte ich immer Spaß am Lesen und habe das Buch sogar das ein oder andere Mal bewusst weggelegt, um länger etwas von der Geschichte zu haben.

Die Handlung ist - meines Erachtens - in gewisser Hinsicht vorhersehbar, jedoch in keiner negativen. Die Art und Weise, wie Dylan und Zoey miteinander umgehen steht im Vordergrund, was mit hier wirklich gut gefallen hat. Mir kamen keine Szenen erzwungen vor, weil sie die Story in einer Richtung lenken sollen.

Und zum Schluss noch ein paar Worte zu den Charakteren. "Deeply" ist der erste Roman dieser Reihe, in welchem ich sowohl die weibliche als auch den männlichen Protagonisten mag.
Im ersten Roman hat Cooper es mir nicht wirklich angetan, im zweiten June. Hier ist es anders.
Zoey ist eine bewundernswerte, junge Frau. Sie hat etwas in ihrem Leben durchgemacht, was man niemandem gönnt und natürlich leidet sie in gewisser Hinsicht darunter. Dennoch lässt sie sich davon nicht unterkriegen. Sie schafft es, trotzdem glücklich zu sein, zu lieben und ihr Leben zu genießen. Es dreht sich nicht alles um ihre Vergewaltigung. Diese ist ein Teil von ihr, aber nur ein sehr kleiner.
Dylan erschien mit in den vorhergehenden Roman immer ziemlich distanziert, weshalb ich ihm anfangs kritisch gegenüber stand, sein "Geheimnis" hat sein Verhalten aber schnell erklärt. Im Roman lernt man auch seine andere Seite kennen. Er ist ein liebevoller, starker Mann, der ebenfalls keine leichte Vergangenheit hat und daran nicht zerbrochen ist.

"Deeply" hat mir aufgrund seiner Story, der Thematik und den Charakteren wirklich gut gefallen und wird mir auch noch etwas im Gedächtnis bleiben. Toll war auch, dass die Charaktere der vorherigen Roman wieder ihre Auftritte erhalten haben.

Zu meinem Fazit: Mit "Deeply" hat Ava Reed den eindeutig besten Teil der gesamten Reihe geschrieben. Also, falls ihr gerade mit Truly oder Madyl hadert: lest weiter oder greift einfach direkt zum 3. Buch. Die ein oder andere Sache bleibt dann womöglich etwas unklar, aber allgemein lässt sich "Deeply" auch ohne die vorherigen Teile lesen. "Deeply" ist auf jeden Fall einen Blick wert!

Kategorie: Herzensbuch

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2021

Eine Geschichte über ein immer akutelles Thema, die mich leider nicht ganz mitgerissen hat...

Nur noch ein einziges Mal
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Manchmal muss man das, was einem am meisten am Herzen liegt, am weitesten wegschieben, weil es gleichzeitig das ist, was am meisten wehtut. Um den Schmerz nicht fühlen zu müssen, muss man sämtliche Verbindungen ...

Manchmal muss man das, was einem am meisten am Herzen liegt, am weitesten wegschieben, weil es gleichzeitig das ist, was am meisten wehtut. Um den Schmerz nicht fühlen zu müssen, muss man sämtliche Verbindungen kappen.

Achtung, diese Rezension kann Spoiler über das "Hauptthema" des Buches enthalten!`

Als Lily Ryle kennenlernt, ahnt sie nicht, dass der humorvolle, liebevolle Mann, der als Neurochirurg arbeitet, bald schon eine Beziehung mit ihr führen wird.
Anfangs läuft die Beziehung der beiden harmonisch. Bis Ryle Lily das antut, was ihr Vater ihrer Mutter während ihrer Kindheit angetan hat. Als dann auch noch Atlas, Lilys erste Liebe, in Boston auftaucht, ist mit Ryle nicht mehr zu spaßen.

Mit "Nur noch ein einziges Mal" hat Colleen Hoover ein Roman über häusliche Gewalt geschrieben, wie sie in jeder Familie auftreten kann. Sie thematisiert damit eine wichtige Tatsache, hat mich mit ihrer Umsetzung und ihren Charakteren aber nicht richtig überzeugen können.

Bisher habe ich nur einen weiteren Roman der Autorin gelesen und kann deshalb noch keinen richtigen Vergleich ziehen, was den Schreibstil angeht. Dennoch hat dieser mir in "Nur noch ein einziges Mal" im Allgemeinen sehr gut gefallen, auch wenn ich teilweise überrascht war, dass ich doch weniger Seiten gelesen habe als erwartet.

Das Thema des Buches habe ich schon kurz angesprochen. Häusliche Gewalt.
Da diese viel zu häufig auftritt und dennoch gerne unter den Tisch gekehrt wird, finde ich es toll, dass darüber geschrieben wird.
Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass Lily in Bezug auf die häusliche Gewalt in zwei verschiedenen Rollen steckt. Einerseits ist sie die Tochter eines Vaters, der ihre Mutter regelmäßig misshandelt. Und trotz all der Schmerzen, der Angst und der Demütigung, welche ihre Mutter dadurch erfährt, verlässt sie ihren Ehemann nicht. Hierbei wird Lilys Fassungslosigkeit und Unverständnis für die Situation ihrer Mutter dargestellt. Lily stellt sich immer wieder die Fragen "Warum bleibt sie bei ihm? Warum lässt sie es immer wieder zu? Warum unternimmt sie nichts?".
Andererseits wird Lily in ihrer Beziehung zu Ryan selbst zu misshandelten Ehefrau. Plötzlich steckt sie in der Haut ihrer Mutter. Sie liebt Ryan und sie weiß, dass er seine Ausbrüche bereut. Aber er verletzt sie. Körperlich und seelisch. Nach seinem ersten Ausbruch hätte die junge Lily Hals über Kopf ihre Sachen gepackt und wäre über alle Berge gewesen. Und die erwachsene Lily? Sie bleibt.

Im Allgemeinen hat mir die Umsetzung des Buches, vor allem, die Umsetzung des Hauptthemas, gefallen. Dass nicht nur eine Seite beleuchtet wird, gefällt mir.
Jetzt kommt aber das große "Aber".
Im Klapptext wird groß Atlas Rolle und seine Rückkehr angepriesen. Dementsprechend hatte ich damit gerechnet, dass Lily sich in einer Beziehung zu Ryan befinden, Atlas in Boston auftaucht und dies ein Streitpunkt wäre. Passiert auch so im Buch. Leider besteht das halbe Buch jedoch aus dem Kennenlernen von Ryan und Lily. Sie sind noch gar nicht zusammen. Die erste Hälfte des Buches hat mich deshalb tatsächlich gelangweilt. Zwar ist von vornherein nicht beschrieben, dass Ryan sich nicht immer unter Kontrolle hat, aber wenn selbst ich darauf komme, dann ist es eine Art offenes Geheimnis. Demnach habe ich auch nicht mit Lily und Ryan mitgefiebert, ob und wann sie endlich zusammenkommen. Lediglich die Rückblicke in Lilys gemeinsame Vergangenheit mit Atlas haben mich daran gehindert, nach ca. 100 Seiten das Buch abzubrechen…
Die Geschichte ist ziemlich vorhersehbar gestaltet und auch das Ende kann man als Leser schon früh vorausahnen.
Dementsprechend kann ich auch ganz überzeugt sagen, dass der Lesespaß bei mir erst auf den letzten 100 bis 150 Seiten aufgekommen ist.

Die Charaktere haben mich leider auch nicht zu 100 Prozent überzeugt. Woran es genau liegt, kann ich hierbei nicht sagen. Nur so viel: Es hat einfach nicht gefunkt.
Lily ist eine selbstbewusste Frau, die unter ihrer Kindheit und Jugend zwar gelitten hat, sich dahinter aber nicht versteckt. Sie verwirklicht ihren Traum und schafft es, eine Entscheidung bezüglich Ryan zu treffen.
Ryan erscheint als sympathischer, zielstrebiger und Workaholic-Mann. Seine aggressive Seite, die ab und an hervortritt, ist auf eine schlimmes Ereignis in seiner Kindheit zurückzuführen. Dies entschuldigt dieses Verhalten aber dennoch nicht. Mit ihm konnte ich - unabhängig von seiner teils aggressiven Art - am wenigsten anfangen. Seine Einstellung Beziehungen gegenüber und zugleich seine Art, scheinbar nur für die Arbeit zu leben, zieht mich nicht wirklich an.
Und dann noch Atlas. Schon in seiner Vergangenheitsform war Atlas mir sympathisch. Dies hat sich auch in der Gegenwart nicht geändert. Ich bin allerdings überzeugt davon, dass dies auch gar nicht anders von der Autorin geplant war.

Zu meinem Fazit: Colleen Hoover hat mit ihrem Roman "Nur noch ein einziges Mal" eine Geschichte über ein sehr wichtiges und stets aktuelles Thema geschrieben. An alle Colleen-Hoover-Fangirls und -boys: es tut mir leid. Aber überzeugen konnte sie mich mit diesem Buch nicht. Die Geschichte ist anfangs zu langatmig und schlussendlich viel zu vorhersehbar.
Trotz allem werde ich noch einmal den ein oder anderen Blick in ein Colleen-Hoover-Buch werfen. Allerdings nicht wegen "Nur noch ein einziges Mal", sondern da mir "Verity" wahnsinnig gut gefallen hat.

Kategorie: Netter Read

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Veröffentlicht am 06.04.2021

Das Ende einer fantastischen Reihe!

When We Hope
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Ich liebe es, durch Buchhandlungen zu stöbern, neue Geschichten zu entdecken und mehr und mehr Bücher in Stapeln in meinem Zimmer zu sammeln. Aber manchmal überkam mich der Wunsch nach etwas Bekanntem. ...

Ich liebe es, durch Buchhandlungen zu stöbern, neue Geschichten zu entdecken und mehr und mehr Bücher in Stapeln in meinem Zimmer zu sammeln. Aber manchmal überkam mich der Wunsch nach etwas Bekanntem. Nach einem Buch, dessen Seiten sich wie Nach-Hause-Kommen anfühlten. Manchmal gab es Tage und Wochen, in denen ich vergaß, wie sehr mir Bücher halfen. Wenn zu viel los war und ich mich auf keine Geschichte richtig konzentrieren konnte, war es, als würde ein Teil von mir fehlen.

Zwischen Jae-yong und Ella kriselt es. Viele Tausende Kilometer Entfernung, mehrere Stunden Zeitverschiebung und das ständige Geheimhalten ihrer Beziehung macht es schwer, dass die guten die schlechten Momente überwiegen. War es die richtige Entscheidung, die Beziehung noch einmal aufleben zu lassen? Können Ella und Jae-yong es schaffen, trotz aller Hindernisse füreinander da zu sein und nicht nur aneinander vorbei zu leben?

Mit "When we hope" hat Anne Pätzold die Love-NTX-Reihe auf eine schöne Weise zu Ende gebracht, aber leider auch den schwächsten Teil der Reihe geschrieben. Die Handlung, die Beziehung zwischen Ella und Jae-yong… Irgendwie hat sie mich dieses Mal nicht so sehr gepackt wie in den vorherigen Teilen.

Der Schreibstil von Anne Pätzold ist auch in diesem Buch wunderbar flüssig, leicht zu lesen und ratz-fatz sind 100 Seiten vernichtet.

Die Handlung und Umsetzung haben es mir diesmal leider nicht mehr so sehr angetan.
Ella und Jae-yong werden die Schwierigkeiten ihrer Beziehung immer stärker bewusst. Durch die Entfernung, die zwischen ihnen liegt, ist es kaum möglich, in den entscheidenden, wichtigen Momenten füreinander da zu sein. Sie kennen den Alltag des jeweils anderen nicht und leben in einer gewissen Weise aneinander vorbei.
Achtung, ab hier kann der ein oder andere Spoiler vorkommen.
Es kristallisiert sich immer weiter heraus, dass Ella an ihrem Studium immer weniger Spaß hat und sich nur hindurchquält. Und auch für Jae-yong und NTX läuft es nicht mehr rund. Das Label stellt sich gegen Wünsche und Anregungen der Band und schickt sie in eine Zwangspause. Kurzerhand entscheidet sich Ella für eine Reise nach Soul, um für Jae-yong dasein zu können.
Leider kam es mir während der ganzen Zeit, wenn Ella und Jae-yong zusammen waren, in diesem Buch vor, als wären sie nicht wirklich glücklich. Sie entfernen sich irgendwie voneinander, weil sie ständig ihren eigenen Gedanken, Ängsten und Befürchtungen hinterherhängen. Die Leichtigkeit zwischen ihnen geht verloren. Genau diese Art, das Beste aus allem zu machen, hat mir bisher einfach am besten gefallen ist jetzt plötzlich verpufft. Durch das Verhalten der beiden Protagonisten kommt die Liebe, die sie füreinander verspüren, überhaupt nicht mehr beim Leser an. Wie ich das meine? In so gut wie jedem New-Adult-Roman steuern auch Ella und Jae auf ihr erstes gemeinsames Mal zu, wobei sie sich in den ersten zwei Teilen der Reihe immer zurückhalten kommen. Wie zu erwarten war, geschieht "es" in "When we hope". Beim Lesen hatte ich aber nicht wirklich das Gefühl, dass sie aus Liebe und Leidenschaft miteinander schlafen, sondern eher aus Verzweiflung über ihre Situation. Das hinterlässt bei mir einen bitteren Beigeschmack…
Das Ende der Geschichte kam mir dann zu plötzlich und zu schnell und hat mich - auch wenn es so zu erwarten war - nicht wirklich zufrieden gestellt. Die ganze Art und Weise, wie es dazu gekommen ist, hat mich leider nicht beeindruckt…
Ab hier sind alle Spoiler wieder beseitigt!
Trotz der nicht so überzeugenden Handlung hatte ich wieder Spaß beim Lesen, der aber nicht zu vergleichen ist mit dem Spaß, den ich bei den ersten zwei Teilen verspürt habe.

Zu meinem Fazit: Anne Pätzold hat mit "When we hope" die NXT-Reihe auf eine süße Art beendet, aber leider das schwächste Buch der Reihe damit veröffentlicht. Der Zauber der Reihe geht in diesem Roman etwas verloren. Trotz allem habe ich diese Reihe als wirklich tolles Leseerlebnis empfunden, das ich nicht so schnell vergessen werde.

Kategorie: Netter Read

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