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Veröffentlicht am 15.11.2020

Eine süße Geschichte

Never Too Close
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Um unersetzlich zu sein, muss man sich von anderen unterscheiden.

Loan und Violette sind beste Freunde, seit sie vor einem Jahr gemeinsam in einem Fahrstuhl eingeschlossen waren. Und für beste Freunde ...

Um unersetzlich zu sein, muss man sich von anderen unterscheiden.

Loan und Violette sind beste Freunde, seit sie vor einem Jahr gemeinsam in einem Fahrstuhl eingeschlossen waren. Und für beste Freunde tut man alles, oder etwa nicht?
Als Violette Clément, ihren neuen Freund, kennenlernt und ihm verschweigt, dass sie Jungfrau ist, steckt sie plötzlich in der Klemme. Entweder, sie beichtet ihm, dass sie ihn belogen hat, oder sie verliert ihre Jungfräulichkeit an einen anderen, sodass sie sich bei ihrem ersten gemeinsamen Mal mit Clément nicht blamiert. Und wer eignet sich da nicht besser, als ihr beste Freund Loan? Blöd nur, dass plötzlich die Funken beginnen zu sprühen. Nicht aber zwischen Violette und Clément…

Mit „Never too Close“ von Morgane Moncomble habe ich zum ersten Mal eine New-Adult-Geschichte kennengelernt, die in Frankreich, in Paris, spielt. Es handelt sich dabei um eine schöne Geschichte, aber für mich persönlich um kein Buch, das man gelesen haben muss.
Wie immer kommt zuerst meine Meinung zum Buchcover. Das Cover gefällt mir wirklich gut. Die auffallend türkise Farbe greift Violettes einzigartigen, ungewöhnlichen Charakter sehr schön auf. Dadurch sticht das Buch aus der Vielzahl an pastellfarbenen Büchern hervor, die im Moment sehr im Trend liegen. Genauso fällt Violette auf.
Der Erzähl- und Schreibstil von Morgane Moncomble ist schön einfach, ausschweifend und trotzdem auf das wesentliche fixiert. Ich hatte durch die Art und Weise, wie geschrieben wurde, keinerlei Probleme, in die Geschichte einzutauchen.
Die Charaktere und die Handlung haben mich dann nicht mehr so sehr überzeugt. Warum?
Die Handlung ist – meiner Meinung nach – wahnsinnig vorhersehbar. Schon von Anfang an spürt man die Anziehung zwischen Loan und Violette, weshalb die entstehenden Gefühle absolut nicht überraschend kommen. Nur ein Geschehnis, welches mit Loans und Violettes gemeinsamen Freund Ethan zu tun hat, hat mir wirklich überrascht und geschockt.
Die Charaktere Violette und Loan haben mich auch nicht wirklich gepackt. Zum einen war ich von ihrem Umgang miteinander von Anfang an eher negativ überrascht. Für mich persönlich sind sie miteinander umgegangen, als wären sie schon ein Paar. Die Art und Weise, wie sie sich immer gegen Andeutungen in diese Richtung gewehrt haben, hat mich wahnsinnig gestört. Hier verstehe ich auch eindeutig Cléments Eifersucht.
Zum anderen waren es die Charaktere selbst, die mir irgendwie zu unnahbar vorkamen.
Violette ist auffallend, ungewöhnlich. Sie sticht aus der Masse heraus. Sie identifiziert sich damit, will aber nicht die Person sein, welche sie ist.
Loan hingegen reduziert sich meiner Meinung nach zu sehr auf seine Probleme und seine Vergangenheit. Ja, sowohl Loan als auch Violette haben absolut keine perfekte Kindheit gehabt, aber meiner Meinung nach wurden diese bei beiden nicht wirklich stimmig ausgearbeitet. Vielleicht konnte ich auch deshalb keine richtige Beziehung zu den Protagonisten aufbauen.

Schlussendlich wieder zu meinem Fazit:
„Never Too Close“ von Morgane Moncomble ist eine New-Adult-Geschichte, die man lesen kann, aber nicht muss. Ich hatte beim Lesen trotz meiner teilweise härteren Kritik Spaß und werden den zweiten Teil „Never too Late“ trotz allem lesen. Dennoch wäre das nicht Buch Nummer 1, welches ich eine Freundin empfehlen würde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.11.2020

Der krönende Abschluss!

Someone to Stay
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Denn alle Zeit der Welt war wertlos, wenn wir sie nicht mit den Menschen teilten, die wir liebten.

Alizas Tag müsste eigentlich mehr als 24 Stunden haben. Viel mehr. Mit ihrem Blog, ihrem Instagram-Account, ...

Denn alle Zeit der Welt war wertlos, wenn wir sie nicht mit den Menschen teilten, die wir liebten.

Alizas Tag müsste eigentlich mehr als 24 Stunden haben. Viel mehr. Mit ihrem Blog, ihrem Instagram-Account, dem Jura-Studium und der kurz bevorstehenden Veröffentlichung ihres ersten Kochbuchs hat sie alle Hände voll zu tun. Schon ohne eine Ablenkung schafft sie es kaum, alle Punkte auf ihrer To-Do-Liste jeden Tag abzuarbeiten. Doch dann funkt ihr Lucien, den sie auf einem Sommerfest kennengelernt hat, als Ablenkung dazwischen. Eigentlich hat Aliza gar keine Zeit für ihn. Eigentlich.

Laura Kneidl hat den perfekten Abschluss für die "Someone"-Reihe niedergeschrieben. Mit "Someone to Stay" endet meine liebste Laura-Kneidl-Reihe. Eigentlich bin ich zum Ende einer solchen Reihe immer traurig. Diesmal nicht. Denn Laura Kneidl hat den richtigen Blick in die Zukunft gewagt und gibt dem Leser somit das Gefühl, dass Micah, Julian, Cassie, Aurie, Lucien und Aliza richtig angekommen sind.

Die Cover der gesamten Someone-Reihe gefallen mir wahnsinnig gut. Auch das von "Someone to Stay". Es ist, genau wie die Cover der anderen beiden Bücher, individuell gestaltet, was man aber nur dann richtig erkennen kann, wenn alle Bücher nebeneinander liegen/stehen. Das finde ich wirklich toll!
Auch Laura Kneidls Erzählstil hat mir wieder wahnsinnig sehr gefallen. Humorvoll, mit ausschweifenden aber nicht zu ausschweifenden Beschreibungen. Ich habe mich von Seite 1 an wieder wohl gefühlt.
Die Handlung und die beiden Charaktere haben mich auch sofort wieder in ihren Bann gezogen. Man ist gemeinsam mit Aliza gestresst, nervös und von einem anstrengenden Tag total fertig. Passend zu dem vollgestopften Alltag von Aliza passieren keine wahnsinnig zeitraubende Dinge. Stattdessen wird über einen langen Zeitraum, teilweise mit mehreren Tagen oder Wochen Pause zwischendrin erzählt, was den vollgestopften Alltag der Protagonisten noch einmal wirklich toll unterstreicht. Lediglich eine einzige Entwicklung der Geschichte hat mir nicht gefallen: Achtung, Spoiler Aliza erkennt, dass sie sich zu viel vornimmt und Dinge, die eigentlich Spaß machen, zur Pflicht werden. Das ist eine Erkenntnis, die man erstmal treffen muss und die Mut erfordert. Diese Entwicklung gefällt mir auch nach. Die Erkenntnis, dass das Jura-Studium irgendwie doch nicht das Richtige ist, finde ich auch noch in Ordnung. Dass sie das Studium abbricht - okay. Aber die Tatsache, dass sie sich dann voll und ganz in ihre Arbeit als Influenzer stürzt und keine "richtige" berufliche Ausbildung macht, finde ich nicht gut. Diese Entwicklung sehe ich auch in der Realität immer kritisch. Vielleicht liegt dies an meiner Erziehung, aber für mich ist es wichtig, eine abgeschlossene Ausbildung oder ähnliches in der Hand zu haben. Ob man dann in diesem Beruf arbeitet, ist eine andere Sache. Aber das ich, glaube ich, eine Grundsatzdiskussion, die ich jetzt gar nicht weiter ausführen möchte. Spoiler beendet
Neben der Liebesgeschichte zwischen Lucien und Aliza wird außerdem wieder über ein "Problem der Gesellschaft" erzählt. Laura Kneidl hat diesen roten Faden in der Reihe nie verloren, was ich echt gut finde!

Vor meinem Fazit möchte ich noch kurz auf etwas eingehen, was ich echt klasse finde: Micah (Someone New) illustriert ein Kinderbuch von Hailee DeLuca (Falling Fast; Flying High)! Ich finde es immer wieder schön, dass ich Lyx-Verlag Personen aus anderen Buchreihen und von anderen Autorinnen aufgegriffen werden! Ich freue mich immer wie ein Kind, wenn ich solch einen Zusammenhang erkenne :D

Und jetzt zu meinem Fazit:
Laura Kneidl hat der Someone-Reihe mit "Someone to Stay" das Krönchen aufgesetzt. Die Reihe ist abgeschlossen und der Leser ist dank der beiden Epiloge, welche die Geschichte aus Mayfield beenden, wirklich glücklich. Eine absolute Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2020

Zack-Boom - Und plötzlich war da Liebe...

Truly
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Jede Entscheidung, die wir treffen, hat Auswirkungen auf die nächste und auf die darauf. Und manchmal treffen wir falsche Entscheidungen. Das ist okay. Manchmal sind wir noch nicht soweit.
S. 241

Andie ...

Jede Entscheidung, die wir treffen, hat Auswirkungen auf die nächste und auf die darauf. Und manchmal treffen wir falsche Entscheidungen. Das ist okay. Manchmal sind wir noch nicht soweit.
S. 241

Andie hat nicht viel - kein Geld, keinen Job und keine Wohnung -, als sie zu ihrer besten Freundin June nach Seattle zieht, um endlich ihren Traum zu verwirklichen und gemeinsam mit June zu studiere. Natürlich will das Leben auch diesmal nicht nett zu ihr sein und Andie kämpft dagegen, um in dem Chaos, was nun ihr Leben ist, nicht zu versinken. Dass Cooper, ein immer schlecht gelaunte und dennoch wahnsinnig attraktive neuer Arbeitskollege von ihr sich dabei in ihr Leben schleicht, macht Andies Situation nicht unbedingt leichter.

Ava Reed hat mir "Truly" einen New-Adult-Roman geschrieben, in welchen man von der "Liebe auf den ersten Blick" schlechthin liest. Leider konnte sie mich damit nicht wirklich überzeugen.

Das Cover von "Truly" ist, wie so viele andere Cover aus de Lyx-Verlag, wahnsinnig schön und ganz eigen. Mir persönlich gefällt der abstrakte Stil sehr.

Leider hat mir der Inhalt des Buches nicht wirklich zugesagt.
Anfangs hatte ich wirklich große Probleme mit Ave Reeds Schreib- und Erzählstil. Der Erzählstil selbst ist locker, huorvoll und nicht überladen. Das Problem lag für mich im Satzbau. Regelmäßig bin ich an Sätzen und Formulierungen hängen geblieben, welche ich auch nach dem 5. Mal lesen einfach nicht verstanden habe. Dadurch wurde mein persönlicher Lesespaß ziemlich eingebremst. Außerdem haben mir die Wiederholungen von ein und derselben Handlung aus verschiedenen Perspektiven wirklich den Lesespaß genommen. Eigentlich stößt mich das nicht sehr, aber in "Truly" wurde teilweise seitenweise die Handlung noch einmal wiederholt beschrieben...
Die Handlung selbst verliefmir zu holprig. Ich habe die ersten 100 Seiten gebraucht, um in die Geschichte hineinzukommen und mit den Charakteren vertraut zu werden. Wirklich sehr gefallen haben mir die Beschreibungen der Arbeit im Club, wobei diese meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit bekommen haben. Als ich dann mal in der Geschichte drin war, hatte ich trotzdem teilweise wirklich Spaß beim lesen. Teilweise? Ja. Einige Kapitel haben mir wirklich sehr gefallen, dann kamen wieder Teile, die irgendwie zu gewollte rüberkamen.
Nicht überzeugen konnte mich die Liebesgeschichte. Cooper und Andie sehen sich zum ersten Mal und Boom - Liebe. Und dann schleichen sie fast das ganze Buch umeinander herum, leugnen ihre Gefühle, nur, um sie im nächsten Moment rausbrechen zu lassen und sie daraufhin wieder zu unterdrücken und kleinzureden...
Die Charaktere Andie und Cooper haben mich auch nicht zu 100% überzeugt.
Andie macht sich selbst kleiner, als sie eigentlich ist.
Cooper kommt mir durch seine abwehrende Haltung immer unterschwellig aggresiv vor.
Allgemein bin ich mit Andie und Cooper irgendwie nicht wirklich warm geworden...

Zu meinem Fazit:
"Truly" von Ava Reed ist ein Roman, den man mit Sicherheit lesen kann, aber den ich nicht unbedingt weiterempfehlen würde. Dafür hat das Gesamtpaket einfach nicht gestimmt.
Ich selbst werde trotzdem die Fortsetzung "Madly" lesen, da mich einige Nebencharaktere neugierig gemacht habe, deren Geschichte hoffentlich noch erzählt wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.10.2020

Ein gelungener Reihenauftakt

Midnight Chronicles - Schattenblick
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Für alle, die an Magie glauben.
Für alle, die anders sind.
Für alle, die in keine Schublade passen.
- Widmung

Er hat keine Vergangenheit. Sie hat keine Zukunft.
Genau 449 Tage hat die junge Huntress ...

Für alle, die an Magie glauben.
Für alle, die anders sind.
Für alle, die in keine Schublade passen.
- Widmung

Er hat keine Vergangenheit. Sie hat keine Zukunft.
Genau 449 Tage hat die junge Huntress Roxy Zeit. Zeit, um genau 449 entflohene Seelen aus der Unterwelt, welche sie versehentlich freigelassen hat und die sich nun auf die Menschheit stürzen, wieder an ihren eigentlichen Platz zurückzuschicken.
Roxy weiß genau, dass dies eine nahezu unmögliche Aufgabe ist. Durch nun muss sie auch noch ein Augen auf Shawn werfen. Auf einen jungen Mann, der Roxy sein Leben zu verdanken hat, aber leider jegliche Erinnerungen verloren hat, seit Roxy den Geist aus ihm hinaustrieb, welcher von ihm Besitz ergriffen hat. Nicht nur seine Hilflosigkeit stört dabei Roxys Mission gewaltig, sondern auch die Tatsache, dass seine Anwesenheit ein warmes Kribbeln in ihr auslöst.

Schon seit die "Midnight Chronicles" angekündigt wurden, freue ich mich wie ein kleines Kind auf die gemeinsame Buchreihe zweier meiner Lieblingsautorinnen. Enttäuscht wurde ich nicht!
Das Cover von "Schattenblick" gefällt mir sehr gut. Im Allgemeinen finde ich es bei Fantasyromanen toll, wenn das Cover einfach gestaltet ist, ohne irgendwelche Illustrationen oder ähnliches. Die Schrift hebt sich schön vom restlichen Cover ab und (das bezieht sich jetzt auf die ganze Reihe) mit gefällt die Tatsache, dass die Cover von Buch zu Buch immer dunkler und bedrückender werden.
Auch der Schreibstil von Bianca Iosivoni ist, wie ich es aus ihren anderen Büchern gewohnt bin, wunderbar locker und leicht zu lesen.
Ich finde die Handlung wirklich toll. Zum einen gefällt mir daran, dass man wirklich merkt, dass Roxy und Co. im Hier und jetzt leben. Immer mal wieder wird man durch kleine Dinge, die die Personen tun (z.B. Nintendo Switch spielen ) daran erinnert. Zum anderen gefällt mir die Geschichte selbst wirklich gut und meines Erachtens nach ist sie auch wirklich spannend. Andererseits sehe ich einige Figuren in vielen Büchern nicht kritisch genug und bin dann umso überraschter, wenn ein Guter etwas Böses tut oder umgekehrt. Lediglich die Liebesgeschichte zwischen Roxy und Shawn hat mich gestört. Warum? Irgendwie hatte ich mir mehr erhofft. Ja, ab und an kann man die Anziehung, welche zwischen den beiden herrscht, spüren, aber alles in allem… Naja. Andererseits wird die Geschichte der beiden in einigen der Folgebände weitererzählt, weshalb ich diesen Punkt nicht so wahnsinnig kritisch sehe. Irgendwas wird sich da bestimmt schon noch entwickeln
Und wenn ich schon über den ein oder anderen Charakter geschrieben habe, mache ich damit weiter.
Roxy ist eine typische Protagonistin von Bianca Iosivoni. Roxy hat eine ganz eigene, individuelle Art (so viel Essen und Dessert wie möglich und so wenig Training wie nötig), die sie liebenswert und stark macht. Dazu kommt ihre Vergangenheit, durch welche sie sich nicht runterziehen lassen will und deshalb darauf verzichtet, viele Menschen darüber in Kenntnis zu setzen.
Über Shawn kann man - finde ich - noch nicht allzu viel sagen. Er scheint ein ehrgeiziger und ebenso liebenswürdiger und liebevoller Mensch zu sein. Da man als Leser aber kaum etwas über seine Vergangenheit weiß, ist er aber nicht ganz einfach einzuschätzen.

Zu meinem Fazit
Bianca Iosivoni ist mit "Schattenblick" ein toller Auftakt zu einer von zwei Autorinnen geschrieben Fantasy-Reihe gelungen. Als Leser kann man nur mitfiebern, sich mich den Figuren freuen, mit ihnen trauern und mit ihnen kämpfen. Ein Monats-/Jahreshighlight wird diese Geschichte für mich in jedem Fall sein! Also, ran an die Bücher und lest!
P.S. Warum habe ich dann "nur" 4,5 Sterne vergeben? Bei Reihen bin ich immer skeptisch, schon das erste Buch in den Himmel zu loben. Lieber lasse ich die ganze Geschichte (alle Bücher) auf mich wirken und entscheide dann im Nachhinein ,welcher Teil der Beste ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2020

Nicht zu vergleichen mit "Kissing Lessons"

Love Challenge
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Khais Mutter ist einer festen Überzeugung. Ihr Sohn soll heiraten. Für Khai kommt das überhaupt nicht in Frage. Er ist Autist, denkt, er habe ein Herz aus Stein und sei nicht fähig, eine Beziehung zu führen. ...

Khais Mutter ist einer festen Überzeugung. Ihr Sohn soll heiraten. Für Khai kommt das überhaupt nicht in Frage. Er ist Autist, denkt, er habe ein Herz aus Stein und sei nicht fähig, eine Beziehung zu führen. Um seine Mutter zufriedenzustellen geht er einen Pakt mir ihr ein: Khai wird einen Sommer – drei Monate – lang mit einer Frau zusammenleben, welche seine Mutter für ihn ausgewählt hat. Dann hören sämtliche Kuppelversuche auf und er kann endlich wieder seiner gewohnten Routine nachgehen. Dass ihm Esme – die junge, hübsche Vietnamesin, welche seine Mutter für ihn ausgewählt hat – den Kopf verdreht, hat Khai jedoch überhaupt nicht erwartet.

„Love Challenge“, Helen Hoangs zweiter Liebesroman über einer Person mit Autismus hat mich leider enttäuscht.
Das Cover gefällt mir aber dennoch wahnsinnig gut. Vom Stil her unterscheidet es sich nicht von dem Cover ersten Romans „Kissing Lessons“, mit den wunderschönen Blumen, die aussehen, als wären sie aus Papier gefaltet und direkt auf das Cover aufgeklebt. Ein echter Hingucker!
Der Erzählstil von Helen Hoang ist sehr schön flüssig, ohne große Stolpersteine. Diese werden dafür durch die vielen vietnamesischen Ausdrücke, welche immer wieder im Buch verkommen, dafür auf den Weg geworfen. Mir gefällt es sehr, wenn mir fremde Kulturen und Sprachen in Büchern beschrieben werden, aber im Falle von dieser Geschichte hatte ich das Problem, dass ich immer wieder an denselben Worten hängen geblieben bin. Aber das ist in jedem Fall Geschmackssache!
Von der Handlung und den Charakteren wurde ich leider wirklich enttäuscht. Daher kommt auch die (für meine Verhältnisse) schlechte Bewertung für dieses Buch.
Achtung, ab hier kann es zu dein ein oder anderen Spoiler kommen!
Ich persönlich mag es sehr, wenn man direkt in eine Geschichte hineingeworfen wird und die im Klapptext beschriebene Handlung ab dem zweiten oder dritten Kapitel wirklich losgeht. In „Love Challenge“ hatte ich aber nach über 150 Seiten immer noch das Gefühl, dass ich genauso weit gekommen bin, wie wenn ich noch auf Seite 1 verweilen würde. Ja, man muss Esme und Khai erst einmal kennenlernen, aber diese „Kennenlernzeit“ steht in keinem Verhältnis zu der eigentlichen Handlung (oder bestimmten, sehr wichtigen Handlungsstücken), die auf 10 Seiten einfach abgehandelt wurden. Speziell das Ende, Khais plötzliches Umdenken und die scheinbar plötzliche Anziehungskraft zwischen Esme und Khai hätte mir so viel besser gefallen, hätten man diesen Szenen mehr Platz geschenkt und dafür die Charaktervorstellung ein wenig runterreduziert.
Zudem war mir der vietnamesische Input diesmal einfach zu groß. Was ich Helen Hoangs erster Geschichte noch besonders und interessant fand, hat mich diesmal irgendwie ziemlich gestört.
Und auch die beiden Hauptcharaktere Esme und Khai haben mich nicht wirklich überzeugt.
Esme ist lernwillig und freundlich, aber durch die Tatsache, dass sie Khais scheinbare Abneigung immer wieder auf den Klassenunterschied zwischen ihnen schiebt, hat mich nach einige Zeit wahnsinnig gestört. Mir kam es vor, als wäre sie selbst überzeugt, dass sie etwas Schlechteres sei, nur weil sie kein Buchhalter, sondern eine Putzfrau ist.
Und Khai… Meiner Meinung nach wurde in dieser Geschichte (im Vergleich zu „Kissing Lessons“) viel zu wenig auf seinen Autismus eingegangen. Ja, immer wenn er sich nicht so verhielt, wie man es von einem erwachsenen Mengen erwartet, wurde es auf seinen Autismus geschoben, aber die vielen anderen Facetten dieser „Störung“, wurden einfach komplett weggelassen.

Zu meinem Fazit:
Helen Hoangs „Love Challenge“ kann ihrem ersten Autismus-Roman „Kissing Lessons“ nicht das Wasser reichen. Ich persönlich hatte nie so richtig den Drang, weiterlesen zu müssen. Als Geschichte für zwischendurch ist die Geschichte durchaus empfehlenswert, aber meiner Meinung nach ist das keine Geschichte, die man gelesen haben muss!

Und noch eine Kleinigkeit, am Rande, die mich dennoch ziemlich beschäftigt: Wenn Quan und Khai doch beide so viel Geld verdienen, wieso haben sie ihren Cousin Michael nie finanziell unterstützt, als er auf diese Hilfe angewiesen war...?

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