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Veröffentlicht am 25.09.2017

Kennt ihr dieses Gefühl? Man liest die ersten Worte, die erste Seite, das erste Kapitel und man weiß: Dieses Buch werde ich nicht mehr aus der Hand legen können. Das ist Liebe auf den ersten Blick. Das ist Liebe auf den ersten Seiten!

Götterfunke 1. Liebe mich nicht
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Jess und ihre beste Freundin Robyn wollen ihre letzten gemeinsamen Sommerferien gemeinsam in einem Sommercamp in den Rockys verbringen. Bereits auf dem Hinweg passiert ihnen etwas Merkwürdiges und sie ...

Jess und ihre beste Freundin Robyn wollen ihre letzten gemeinsamen Sommerferien gemeinsam in einem Sommercamp in den Rockys verbringen. Bereits auf dem Hinweg passiert ihnen etwas Merkwürdiges und sie liegen nach einem Autounfall im Sterben. Jess begegnet während ihrer vermeintlichen Nahtoderfahrung einem Jungen mit wunderschönen Augen, der sie retten will. Sie wacht auf und nichts erinnert an diesen schrecklichen Unfall. War also alles nur ein Traum? Doch dann begegnet Jess im Camp diesem Jungen wieder. Wie kann das sein? Der Junge, Cayden, ist übernatürlich schön und alle Mädchen aus dem Camp sind ihm sofort verfallen. Und das ist keine Überraschung. Denn Cayden ist in Wirklichkeit der Gott Prometheus und er ist nur auf der Erde, um seine Sterblichkeit zu erlangen. Zeus hat sie ihm versprochen, wenn er ein Mädchen findet, die ihm widerstehen kann. Das scheint ziemlich unwahrscheinlich, denn nicht nur Jess ist total fasziniert. Auch ihre Freundin Robyn kann sich ihm nicht entziehen und das obwohl sie einen festen Freund hat. Es scheint vorprogrammiert: Diesen Sommer werden einige Mädchenherzen gebrochen. Doch das ist nicht Jess einziges Problem. Es geschehen merkwürdige Dinge um sie herum und schon bald findet sie heraus, dass mit Cayden und seiner Familie etwas nicht stimmt.

„Liebe mich nicht“ So lautet der Untertitel des Buches. Wenn das nicht gerade dazu auffordert es zu lieben! Wie schon gesagt: Es war Liebe auf den ersten Blick. Jess verliebt sich in Caydens smaragdgrüne Augen und ich habe mich sofort in das wunderschöne Cover verliebt. Als ich dann den Buchrücken gelesen habe, war klar: Dieses Buch muss ich lesen. Jess ging es genauso. Erst war sie nur von Caydens Aussehen geflasht, doch je näher sie ihn kennenlernte, desto mehr verliebte sie sich in ihn. Was soll ich sagen? Mir ging es mit ihrer Geschichte genauso. Ich bin verliebt! In die liebevolle Gestaltung der Charaktere, in die dargestellte Welt der Götter, in den Schreibstil der Autorin, in die Gefühle, die dieses Buch vermittelt, in einfach alles!
Die Charaktere sind genial und jeder hat seine eigene ausgefeilte Persönlichkeit. Die Protagonistin ist ein super starkes und mutiges Mädchen, das seine Qualitäten immer unterschätzt und sich selbst viel zu häufig zurück nimmt. Genau das macht sie mir sehr sympathisch. Und Cayden? Er hat in mir die gleichen Gefühlsverwirrungen hervorgerufen wie in Jess. Er treibt mich in den Wahnsinn, aber ich liebe ihn! Mein absoluter Lieblingsnebencharakter: Apoll. Er ist einfach extrem witzig und hat immer einen klugen Spruch auf den Lippen. Er hat mich wirklich immer zum Lachen gebracht.
Neben Apoll und Prometheus tauchen auch noch andere Götter in der Geschichte auf: Hera, Zeus und Athene sind die, deren Persönlichkeit man auch kennenlernt. Was mir total gut gefallen hat: Die Götter in Götterfunke werden sehr menschlich dargestellt was ihre Eigenschaften betrifft. Ein besonders gutes Beispiel ist Hera. Sie wird in den Sagen, Mythen und Legenden immer sehr rachsüchtig dargestellt, weil sie es ihrem Mann Zeus nicht verzeihen kann, dass er sie immer wieder betrügt. In Götterfunke zieht sie Athene, die Tochter von Zeus und eine seiner Geliebten, mit ihm zusammen groß und liebt sie wie ihre eigene Tochter. Es ist toll mal einen positiveren Blick auf die griechischen Götter zu bekommen. Ich bin ein großer Fan von Percy Jackson, in dem es bekanntermaßen auch um die griechischen Götter geht. Die beiden Geschichten lassen sich aber eigentlich gar nicht miteinander vergleichen. Man sollte einfach auf keine von beiden verzichten!
Die Autorin hat ihr Buch teilweise aus der Sicht von Hermes, dem Götterboten, geschrieben. Seine Kommentare zu dem Geschehen auf der Erde zu lesen war immer sehr amüsant und ich finde es eine klasse Idee. Auch so erhält man einen ganz anderen Eindruck von den Göttern. Sozusagen aus den eigenen Reihen.
Der einzige Kritikpunkt an diesem Buch: Es war zu schnell vorbei! Ich kann es kaum erwarten noch mehr von Jess und Cayden zu erfahren. Hinten im Buch war eine Leseprobe und die hat mich jetzt schon von dem zweiten Band überzeugt. Auch da ist es wieder Liebe auf den ersten Seiten. Für die, die das Buch lesen werden und sich auch verlieben werden. Der zweite Teil Götterfunke – Hasse mich nicht erscheint 2017 im September. Ich werde es lesen und ihr?

Was bleibt noch zu sagen? Ich empfehle dieses Buch einfach jedem, der sich für griechische Mythen interessiert und der eine gute Geschichte um Liebe, Frust und Gefahr mag. Los lest es und verliebt euch! Ihr werdet es nicht bereuen.

Veröffentlicht am 24.09.2017

Mal etwas anderes

Conversion (Band 1)
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Ein Einblick in Skayas und Zeros Welt:
Skya: „Ich bin Skya und lebe auf der Insel Diés. Mein Volk ist äußerst intelligent und wir beten die Göttin Solaris an, die uns tagsüber ihre Gabe leiht. Dann gibt ...


Ein Einblick in Skayas und Zeros Welt:
Skya: „Ich bin Skya und lebe auf der Insel Diés. Mein Volk ist äußerst intelligent und wir beten die Göttin Solaris an, die uns tagsüber ihre Gabe leiht. Dann gibt es noch diese gehirnlosen Muskelpakete, die auf der Nachbarsinsel Nox leben und deren Kräfte nachts von ihrem Gott Lunos verstärkt werden ...“
Zero: „Was willst du damit sagen, Prinzessin?“
Skya: „Unterbrich mich nicht. Ich versuche gerade, den Lesern zu erklären, wie unsere Welt funktioniert.“
Zero: „Du meinst wohl eher: unsere beiden Inseln.“
Skya: „Dieser Besserwisser hier ist übrigens Zero, der selbstverliebte Anführer der Nox. Aber immerhin hilft er mir, meine Freundin Mona vor den Diés zu verstecken.“
Zero: „Mhm. Aber nur, weil mein dämlicher Bruder sich mit deiner Freundin eingelassen und sie geschwängert hat!“
Skya: „Wir müssen jetzt zusammenarbeiten und versuchen, die Schwangerschaft vor den Ältesten geheim zu halten. Ansonsten droht uns allen die Todesstrafe wir dürfen untereinander keinen Kontakt haben. Und schon gar keine Kinder zeugen, weil Mona ... sie wird bei der Geburt wahrscheinlich sterben ...“
Dieser Text ist der offizielle Klappentext von Conversion und trifft es so gut auf den Punkt, wie nichts anderes. Zum einen gewährt er einen kleinen Einblick in die Geschehnisse und die Welt, in der die beiden Protagonisten leben und zum anderen wird man sofort in die Streitereien zwischen Skya und Zero eingeführt. Meiner Meinung nach, sind es diese Streitgespräche, die das Buch so besonders machen. Aber zurück zum Inhalt:
Skyas Freundin Mona ist also schwanger. Die beiden Mädchen sind die Töchter der Ratsältesten von Diés, Praeda. Besser gesagt sind sie ihre Ziehtöchter, denn die Diés bekommen keine eigenen Kinder, sondern erhalten sie bei einer Zeremonie als Baby von den sogenannten Inducern, die übers Meer kommen. Niemand weiß, wo sie herkommen, weil sich keiner an seine Herkunft erinnern kann. Nur bei Skya ist das etwas anders. Sie war älter als die meisten, als sie nach Diés kam und kann sich noch verschwommen an ein paar Dinge erinnern. Nicht nur in diesem Punkt ist sie anders, als die anderen Inselbewohner. Sie möchte außerdem alles erfahren und fragt Fragen, die sie in Schwierigkeiten bringen könnten. Aber genau deswegen ist Mona bei ihr genau richtig aufgehoben, denn Skya ist sofort dazu bereit, ihr zu helfen und schleust sie hinüber auf die Nachbarinsel der Nox, wo sie erstmal am sichersten ist. Denn Verbindungen zwischen den Bewohnern der beiden Inseln werden von beiden Seiten nicht gebilligt. Zero ist Calems Bruder und auch er hat von der Schwangerschaft erfahren. Calem und Mona sind am Boden zerstört und so bleibt es Zero und Skya überlassen einen kühlen Kopf zu bewahren und einen Plan zu schmieden. Wenn sie sich beide gegenseitig nur nicht so furchtbar anstrengend, abstoßend, liebenswürdig und bezaubernd halten würden. Mitten in diesem Gefühlschaos stehen die vier Jugendlichen kurz davor, das Geheimnis um die beiden Inseln zu lösen.

Meine Meinung
Wie bereits erwähnt, finde ich die Inhaltsangabe einfach super. Sie ist sehr ansprechend und außergewöhnlich, weil sie als Dialog geschrieben ist und verrät zusätzlich genau die richtigen Dinge über den Inhalt – nämlich nicht zu viel und nicht zu wenig. Die Form des Dialogs war übrigens mit ein Grund für das MJJ-Vorbereitungsteam, das Buch auf die Titelliste zu nehmen. Und man kann sagen: Es hat sich gelohnt! Denn Conversion ist der Siegertitel der diesjährigen Moerser Jugendbuch Jury.
Absolut zu Recht, wie ich finde.
Am besten haben mir die Charaktere gefallen. Skya ist ein tolles Mädchen mit einem frechen Mundwerk, das auch mal Kontra geben kann. Und dann trifft sie ausgerechnet auf Zero, der sowohl arrogant, als auch selbstverliebt ist und obendrein ein ganz schönes Arschloch sein kann. Natürlich kommt es direkt zum Streit. Ich liebe diese kleinen Streitereien zwischen den beiden. Vor allem, weil das Buch mal aus Skyas, mal aus Zeros Perspektive geschrieben ist, sodass man einen Einblick in beide Gefühlswelten und Gedanken erhält. Und schnell wird einem klar, dass hinter den Sätzen „Gegensätze ziehen sich an“ und „Was sich neckt, das liebt sich“ mehr steckt, als nur Floskeln.
Es ist echt interessant, was sich die Autorinnen bis jetzt für ihre dystopische Zukunft ausgedacht haben. Die beiden Inseln sind schon eine coole Idee und im Laufe der Geschichte erfährt man immer mehr, was dahinter steckt. Doch am Ende des ersten Bands weiß man trotzdem nicht genau, wo alles hinführen wird und ich freue mich deswegen auf den angekündigten zweiten Band, der hoffentlich weitere Einblicke in diese neue Welt eröffnet. Ich möchte euch nicht jetzt schon erzählen, was die vier alles herausfinden und wo sie das am Ende hinführt. Dafür müsst ihr schon selbst das Buch lesen!

Veröffentlicht am 15.07.2021

Definitiv noch eine Steigerung zum ersten Teil!

Magic Tales (Band 2) - Wachgeküsst im Morgengrauen
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Die Geschichte:
Seit den Ereignissen in der Walpurgisnacht lässt Chris´ Mutter ihn kaum noch vor die Tür. Doch er verspürt diesen unbändigen Drang, sich um Mara zu kümmern und ihr nah zu sein. Ob das damit ...

Die Geschichte:


Seit den Ereignissen in der Walpurgisnacht lässt Chris´ Mutter ihn kaum noch vor die Tür. Doch er verspürt diesen unbändigen Drang, sich um Mara zu kümmern und ihr nah zu sein. Ob das damit zusammenhängt, dass er sie bei einem Autounfall gerettet hat?
Mara geht es nach dem Unfall zwar besser, aber sie hat mit seltsamen Sehstörungen zu kämpfen. Außerdem ist sie sich sicher, dass bei dem Zusammenstoß etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist und Chris etwas damit zu tun hat. Ausgerechnet Chris, den sie eigentlich nie leiden konnte und in dessen Nähe sie sich plötzlich so wohl fühlt.
Als Chris auf einmal spurlos verschwindet, ist für Mara klar, dass sie etwas unternehmen muss. Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und nichts ist, wie es vorher war…

Meine Meinung:


Der erste Band hat mir schon richtig gut gefallen und der zweite Teil hat sogar nochmal eins draufgesetzt! Ich habe mich richtig in Stefanie Hasses Hexen-Märchen-Adaptionen verliebt. Diesmal geht es um ihr „Dornpunzel“ und mir hat die Geschichte zwischen Mara und Chris richtig gut gefallen.
Die Handlung setzt parallel zum Ende des ersten Teils ein, sodass man wirklich sehr gut in die Geschichte hineinkommt und die übergreifenden Zusammenhänge noch mal vor Augen hat. Es war auch spannend, einen Teil der Geschichte um Tristan und Ela aus einer außenstehenden Perspektive mitzubekommen. Außerdem fand ich Mara schon im ersten Band klasse und als Protagonistin ist sie einfach nur super! Sie bringt viel Witz in die Geschichte hinein und lässt sich, egal was kommt, nicht unterkriegen. Und es kommt einiges! Vieles wurde schon im ersten Teil angeführt und wird nun aufgelöst. Es gab eine Offenbarung nach der anderen und das hat es sehr spannend gemacht.
Überhaupt hat mich die Geschichte wieder so gepackt, dass ich einfach weiterlesen musste bis ich am Ende angelangt war. Ich bin übrigens ein Fan von dem Ende, möchte euch aber nicht zu viel verraten. Nur so viel: Mir wurde richtig warm ums Herz.
Wie schon gesagt, fand ich die Wendungen, die die Handlung genommen hat, sehr überraschend und dadurch ist der zweite Teil für mich nochmal besser als der erste Magic Tales-Band, weil es nicht so vorhersehbar war. Es gibt übrigens auch einen dritten Teil, der aber (Achtung!) von einem anderen Verlag herausgebracht wird: Der dunkelste Fluch ist am 01.07.2021 im Drachenmond Verlag erschienen und ich bin sehr gespannt, wie Stefanie Hasse die Geschichte zu Ende führt. Die Charaktere, um die es im dritten Teil gehen wird, hat man schon in den ersten beiden kennen gelernt. Das ist auch eine Sache, die mir an der Magic Tales-Reihe gut gefällt: Die wechselnden Charaktere bringen Abwechslung hinein und so hat man immer eine in sich abgeschlossene Geschichte in jedem Band und einen übergeordneten Handlungsstrang für die ganze Reihe.
Wie ihr merkt, bin ich wirklich sehr angetan von Magic Tales. Der zweite Teil hat mir noch besser gefallen als der erste und ich bin gespannt, was der dritte noch für uns bereit hält.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.07.2021

Starker Protagonist, inspirierende Message und gute Unterhaltung

In all seinen Farben
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Die Geschichte:
Robin hat ein großes Ziel: Er möchte Schauspieler werden und auf der Bühne stehen. Sein Weg dahin sollte ihn eigentlich über die große Schauspielschule, die London Academy of Performing ...

Die Geschichte:


Robin hat ein großes Ziel: Er möchte Schauspieler werden und auf der Bühne stehen. Sein Weg dahin sollte ihn eigentlich über die große Schauspielschule, die London Academy of Performing Arts, führen und er war sich so sicher, dass er angenommen werden würde. Doch dann kommt die Absage und trifft ihn hart. Plötzlich steht er ohne einen Plan für die Zukunft da und für ihn bricht eine Welt zusammen. Und das auch noch kurz vor seinem 18. Geburtstag! Seine Freunde Nat und Greg wollen ihm keine Gelegenheit zum Trübsaal-Blasen geben und animieren ihn dazu, seinen Geburtstag in einer Schwulenbar zu feiern. Dort findet zufällig auch eine Drag Show statt und Robin ist hin und weg von den Performerinnen. Wie es wohl wäre selbst als Queen auf der Bühne zu stehen?

Meine Meinung:


Auf dieses Buch bin ich – typisch für mich – durch das wunderschöne Cover aufmerksam geworden. Ich finde es richtig schön und jetzt, da ich das Buch gelesen habe, liebe ich es noch mehr, weil das Cover so gut zum Inhalt passt! Das einzelne geschminkte Auge weist nicht nur auf die Drag-Thematik hin, sondern passt auch so gut zu den Unsicherheiten, mit denen Robin zu kämpfen hat: Wer bin ich und wer will ich sein? Das ist ein Thema, das wirklich jeden Jugendlichen betrifft und mit dem man sich, egal ob queer oder hetero identifizieren kann. Die Geschichte erzählt einfach aus dem Leben eines Teenagers und wirkt dabei echt und authentisch. Dem abstrusen Argument „mit queeren Charakteren kann ich mich nicht identifizieren“ wird hier wirklich der Boden entzogen (auch wenn das ohnehin schon kein richtiges Argument ist!) Aber wenn du vielleicht zu denjenigen gehörst, die zweifeln, ob ein Buch mit queeren Charakteren und Themen etwas für dich ist, dann kann ich dir nur sagen: Lass dich darauf ein!

Das Thema Drag war total neu für mich. Aber es wird einem sehr leicht gemacht, sich in der Welt der Drag-Queens zurechtzufinden. Es gibt zum Beispiel ein Glossar, das die wichtigsten Begriffe erklärt und auch innerhalb der Geschichte werden Dinge erklärt und das ganz natürlich und nebenbei, ohne dass es den Lesefluss unterbricht. Denn in der Dreier-Clique von Nat, Greg und Robin ist Greg der „weiße Quotenhetero“ (S. 21), der dem Slang der anderen beiden nicht immer folgen kann, sodass sie ihn aufklären müssen. Gerade dieser Slang, auch wenn ich ihn zugegebenermaßen auch nicht immer verstanden habe, macht das Buch super authentisch. Man merkt sofort, dass das Buch von jemandem geschrieben wurde, der selbst aus der Szene stammt und sich auskennt. Schließlich ist George Lester selbst eine Drag-Queen.

Die Geschichte wird von den wunderbaren Charakteren getragen. Robin als Protagonisten habe ich sofort in mein Herz geschlossen und er ist von so vielen unglaublich tollen Menschen umgeben. Die Beziehung zwischen ihm und seiner Mutter ist wirklich grandios und es gibt viele inspirierende, lustige und auch tiefgründe Dialoge zwischen den beiden. Auch Robins Freunde Greg, Nat und Priya sind einfach nur zum Gernhaben (wobei Nat mir im echten Leben ein bisschen zu viel und zu drüber wäre). Trotzdem herrscht natürlich nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen. Es gibt einige Konflikte und Streite, die ich richtig gelungen finde! Klingt erstmal seltsam, aber ich mag es, wie die Streite dargestellt werden und wie Robin damit umgeht. Denn Robin ist keinesfalls perfekt und er hat auch die Größe, seine Fehler zuzugeben und sich zu entschuldigen. Also ja, es gibt einiges an Drama, aber kein unnötiges Drama; es bleibt alles irgendwie echt und das hat mir sehr gut gefallen.

Den Schreibstil finde ich auch ganz gut. Am Anfang habe ich etwas gebraucht, um reinzukommen. Er wirkte etwas holprig, aber insgesamt ist er sehr locker und lustig. Nachdem ich einmal reingefunden hatte, habe ich das Buch förmlich inhaliert. Am Ende habe ich gedacht: Es hätte ruhig ein paar mehr Seiten haben können und tatsächlich wäre es schön gewesen, wenn die ein oder andere Szene etwas ausformulierter gewesen wäre. Auch Robins Freunde kamen mir in der zweiten Hälfte der Geschichte etwas zu kurz, wobei das wiederrum auch sehr gut zur Handlung passt. Man ist vollkommen auf Robin konzentriert und fiebert mit ihm mit. Er trägt einen geradezu durch die Geschichte. Die Handlung selbst ist ansonsten eher unspektakulär. Es passiert nicht wahnsinnig viel und der Fokus liegt stark auf Robins Gefühlen. Ich finde das genau richtig, denn nur dadurch kann man sich so gut mit Robin identifizieren. Die Geschichte macht Mut und hält eine super Message parat: man kann tun, was man liebt, egal wie es zuerst aussieht und welche Hindernisse sich einem dabei in den Weg stellen.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Gefühl
Veröffentlicht am 21.06.2021

Spannender Thriller - ja, Klima - noch nicht ganz!

Dark Blue Rising (Bd. 1)
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Die Geschichte:
Tabby war schon immer anders. Sie kann nicht genau sagen, woran das liegt oder was anders an ihr ist, aber sie weiß es. Gemeinsam mit ihrer Mutter Cate ist sie von Ort zu Ort gezogen; nirgendwo ...

Die Geschichte:
Tabby war schon immer anders. Sie kann nicht genau sagen, woran das liegt oder was anders an ihr ist, aber sie weiß es. Gemeinsam mit ihrer Mutter Cate ist sie von Ort zu Ort gezogen; nirgendwo und überall zuhause. Dabei hat Cate ihr immer eingeschärft: „Vertraue niemanden“ und „Die Behörden wollen dich einsperren und überwachen.“ Nur am Meer hat Tabby sich immer wohl und geborgen gefühlt. Doch mit einem Mal ändert sich alles. Sie und Cate müssen fliehen und die Flucht endet mit Cates Verhaftung. Ihre letzten Worte: „Hüte dich vor dem Kreis!“ Tabby weiß damit nichts anzufangen, ist aber ohnehin mit der neuen Situation überfordert. Ein Mann und eine Frau behaupten, ihre richtigen Eltern zu sein und, dass sie als Kind von Cate entführt wurde. Cates Worte im Kopf ist Tabby fest davon überzeugt, niemandem trauen zu können, doch dann erfährt sie Dinge über sich und Cate, die sie alles in Frage stellen lassen. Was wenn sie Cate in Wahrheit nie vertrauen konnte?

Meine Meinung:
Ein klassischer Teri Terry-Roman! Wieder einmal hat die Autorin sich die verrücktesten Sachen einfallen lassen, bleibt sich dabei aber treu: Die Protagonistin hat eine unbekannte Herkunft, wächst bei Fremden auf und ist irgendwie anders. Dahinter steckt etwas großes, doch gemeinsam mit der Protagonistin erfährt man nur Stück für Stück mehr bis man am Ende des ersten Teils gerade so viel weiß, dass man unbedingt den zweiten Band lesen muss! Das klingt jetzt doch etwas zynisch, ist aber so gar nicht gemeint, denn obwohl ihre Romane immer nach dem gleichen Schema ablaufen, funktioniert es bei mir jedes Mal aufs Neue und so konnte mich auch diese Geschichte vollkommen in ihren Bann ziehen.
Die Spannung wird dabei vor allem dadurch aufgebaut, dass man die ganze Zeit nicht weiß, was es mit den merkwürdigen Vorkommnissen auf sich hat und man immer mehr erfahren will. Immer stellt man sich beim Lesen die Frage: Wem kann ich vertrauen? Denn nichts ist, wie es scheint. Für mich ist das ein Faktor, der das Lesen vorantreibt und mich geradezu fieberhaft die Seiten umblättern lässt. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass dadurch für den einen oder die andere Längen beim Lesen auftauchen.
Was mich dabei sehr gestört hat: Davon, dass das Buch als „Auftakt der Klimathriller-Trilogie“ angepriesen wird, merkt man lange Zeit so gut wie nichts. Der Klimawandel ist immer mal wieder Thema, aber er steht nicht so im Vordergrund, wie ich es erwartet hatte. Erst auf den letzten 30 Seiten bekommt man eine Idee davon, warum es sich um einen Klimathriller handelt. Ich bin mir sicher, dass in den nächsten Bänden viel mehr auf das Thema eingegangen wird und bin auch sehr gespannt darauf. Nichtsdestotrotz habe ich mir unter einem Klimathriller erstmal etwas anderes vorgestellt.
Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt, den ich wirklich habe. Wie gesagt, hat Teri Terry es mal wieder geschafft, eine super packende und spannende Geschichte zu schreiben. Ich werde mir bis zum Frühjahr 2022 (dafür ist der zweite Band angekündigt) den Kopf zerbrechen, was es mit all dem auf sich hat und wahrscheinlich werden meine Theorien nicht mal Ansatzweise in die Nähe von dem kommen, was die Autorin sich für ihre Protagonistin Tabby überlegt hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere