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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2026

Viel Gefühl – aber wenig Verbindung

Weißer Sommer
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Alma und Théo waren einst voller Liebe und Zukunftspläne, doch inzwischen ist ihre Beziehung zerbrochen. Um herauszufinden, ob sie noch eine gemeinsame Zukunft haben, verbringen sie einen letzten Sommer ...

Alma und Théo waren einst voller Liebe und Zukunftspläne, doch inzwischen ist ihre Beziehung zerbrochen. Um herauszufinden, ob sie noch eine gemeinsame Zukunft haben, verbringen sie einen letzten Sommer gemeinsam in Frankreich. Umgeben von Erinnerungen, Gesprächen und unausgesprochenen Gefühlen versuchen sie herauszufinden, ob sie zusammenbleiben oder getrennte Wege gehen sollten.

Das Hörbuch „Weißer Sommer“ legt seinen Fokus ganz klar auf die Beziehung zwischen Alma und Théo. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem ihre Gedanken, Gefühle und die Dynamik zwischen ihnen. Eine klassische, spannungsgetriebene Handlung sollte man hier jedoch nicht erwarten, denn die Geschichte ist bewusst ruhig erzählt und eher ereignisarm.

Gerade zu Beginn fiel es mir etwas schwer, mich zurechtzufinden. Denn die häufigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sind nicht immer klar gekennzeichnet, sodass ich manchmal unsicher war, in welcher Zeitebene ich mich befinde. Je besser ich die Hintergründe der Beziehung verstand, desto leichter fiel mir dann auch die zeitliche Orientierung.

Inhaltlich geht es vor allem um die emotionale Entwicklung der beiden. Ihre Beziehung beginnt intensiv, doch schnell wird deutlich, dass sie unterschiedliche Vorstellungen vom Leben haben. Diese Diskrepanz zieht sich durch die gesamte Geschichte und bildet den Kern ihrer gemeinsamen Zeit.

Mit den Figuren selbst bin ich allerdings nicht warm geworden. Alma wirkte auf mich oft sehr ich-bezogen, fast schon egoistisch, was durch ihre privilegierte Herkunft zusätzlich unterstrichen wird. Zwar versucht die Geschichte, ihr Verhalten einzuordnen, doch das konnte mich nicht vollständig erreichen. Théo erschien mir zunächst zugänglicher, wirkte aber stellenweise naiv und er hinterfragt sein eigenes Handeln nur begrenzt.

Obwohl das Hörbuch stark auf Gefühle und innere Prozesse setzt, blieben mir die Figuren insgesamt distanziert. Eine tiefere emotionale Verbindung konnte ich leider nicht aufbauen, sodass mich ihre Geschichte weniger berührt hat, als ich es mir gewünscht hätte.

Positiv hervorheben möchte ich jedoch die Sprecherin Jodie Ahlborn. Sie transportiert die Stimmung und die Emotionen sehr stimmig und verleiht den Figuren eine angenehme, authentische Stimme. Dennoch konnte auch ihre gelungene Interpretation nicht ganz ausgleichen, dass mich die Geschichte insgesamt eher auf Abstand gehalten hat.

Fazit:
Ein ruhiges, stark beziehungsorientiertes Hörbuch mit Fokus auf inneren Konflikten und Emotionen. Trotz sensibler Themen und guter Sprecherleistung konnte mich die Geschichte emotional nicht erreichen.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Magisch gedacht – doch das Potenzial nicht ganz ausgechöpft

Zwei in einem Bild
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Jean führt ein außergewöhnliches Dasein: Seit Jahren ist er Teil eines Gemäldes im Museum und an dessen Grenzen gebunden. Erst als Claire dort zu arbeiten beginnt und einen Weg entdeckt, in die Welt der ...

Jean führt ein außergewöhnliches Dasein: Seit Jahren ist er Teil eines Gemäldes im Museum und an dessen Grenzen gebunden. Erst als Claire dort zu arbeiten beginnt und einen Weg entdeckt, in die Welt der Kunst einzutauchen, verändert sich alles. Gemeinsam erkunden sie verschiedene Gemälde und erleben die darin festgehaltenen Momente hautnah, bis ihre besondere Verbindung auf eine harte Probe gestellt wird.

Die Grundidee von „Zwei in einem Bild“ hat mich sofort angesprochen. Ich hatte zuvor schon einmal ein Buch gelesen, in dem sich ein Mensch in ein Gemälde verliebt. Damals fand ich die Idee eher skurril, aber dennoch interessant. Umso neugieriger war ich, wie die Autorin diesen Ansatz weiterentwickelt und welche Geschichte sich daraus ergibt.

Der Einstieg ist wirklich gelungen. Die Vorstellung, dass man Gemälde nicht nur betrachten, sondern tatsächlich betreten kann, fand ich unglaublich faszinierend. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Figuren von Bild zu Bild springen und die eingefangenen Szenen direkt miterleben können. Diese Idee verleiht der Geschichte etwas Spielerisches und eröffnet viele kreative Möglichkeiten.

Vor allem Jeans Perspektive hat mich überzeugt. Seine Gedanken und sein Erleben in einem Kunstwerk, fand ich spannend und gut umgesetzt. Claire hingegen blieb für mich emotional etwas distanziert, sodass die Verbindung zwischen den beiden nicht immer die gewünschte Wirkung entfalten konnte.

Auch die Entwicklung ihrer Beziehung ging mir stellenweise zu schnell. Zudem hat mich irritiert, dass Claire die ungewöhnlichen, magischen Vorgänge kaum hinterfragt. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass einige Aspekte nur angerissen, aber nicht vollständig ausgearbeitet oder zu Ende geführt wurden. Dadurch wirkte die Geschichte an manchen Stellen etwas unfertig.

Im weiteren Verlauf verliert die Handlung leider an Stärke. Die zu Beginn aufgebaute magische Atmosphäre kann nicht durchgehend gehalten werden. Besonders nach den einschneidenden Veränderungen konnte mich die Entwicklung der Geschichte nicht mehr vollständig überzeugen. Stattdessen blieb bei mir das Gefühl zurück, dass hier noch mehr möglich gewesen wäre.

Fazit:
Eine originelle und kreative Idee mit einem starken Einstieg und einer spannenden Perspektive. Leider kann die Geschichte ihr Potenzial im weiteren Verlauf nicht ganz ausschöpfen und lässt mich am Ende etwas enttäuscht zurück.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Sieben Tage, die alles verändern

Die letzte Liebe der Hui-wan
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Hui-wan erhält eine erschütternde Nachricht: Sie hat nur noch sieben Tage zu leben. Ausgerechnet in diesem Moment kehrt ihre verstorbene Jugendliebe Ramu zurück. Gemeinsam verbringen sie ihre letzten Tage ...

Hui-wan erhält eine erschütternde Nachricht: Sie hat nur noch sieben Tage zu leben. Ausgerechnet in diesem Moment kehrt ihre verstorbene Jugendliebe Ramu zurück. Gemeinsam verbringen sie ihre letzten Tage und holen all das nach, was Hui-wan seit seinem Tod nicht mehr zugelassen hat. Dabei entdecken sie noch einmal die Liebe und das Leben.

„Die letzte Liebe der Hui-wan“ ist ein Buch, das mich sehr nachdenklich zurückgelassen hat. Allein die Vorstellung, dass ein geliebter Mensch noch einmal zurückkehrt, um einen auf den letzten Tagen zu begleiten, empfinde ich als unglaublich tröstlich und zugleich äußerst traurig – und genau diese Mischung aus Gefühlen prägt die gesamte Geschichte.

Eine spürbare Melancholie liegt von Anfang an über dem Buch. Hui-wans Traurigkeit, Leere und fehlende Lebensfreude verleihen der Geschichte eine besondere Schwere, die mich sofort gepackt hat. Gleichzeitig macht genau diese Stimmung ihre Entwicklung umso bewegender.

Mit dem Schreibstil musste ich zunächst warm werden. Gerade am Anfang fiel es mir nicht ganz leicht, mich zurechtzufinden und in die Handlung einzutauchen. Doch nach und nach habe ich mich daran gewöhnt und konnte mich immer besser auf die Geschichte einlassen.

Besonders interessant fand ich den Aufbau der Handlung. Zunächst begleiten wir Hui-wan sehr intensiv, später kommen dann auch andere Perspektiven hinzu. Dadurch werden Zusammenhänge klarer, offene Fragen werden beantwortet und der Roman gewinnt spürbar an Tiefe.

Besonders berührt hat mich die gemeinsame Zeit von Hui-wan und Ramu. In dieser letzten Woche passiert unglaublich viel – manchmal fast ein wenig zu viel auf einmal. Es war emotional intensiv, mitzuerleben, wie Ramu mit ansehen muss, wie sehr Hui-wan den Lebensmut verloren hat, und wie er versucht, ihr die Freude am Leben zurückzugeben.

Besonders hängen geblieben ist mir ein Gedanke aus dem Buch: Dass man Liebe nicht aufschieben sollte, weil sich Menschen sonst immer weiter voneinander entfernen. Solche leisen, fast unscheinbaren Sätze sind es, die die Geschichte für mich besonders machen, weil sie zum Nachdenken über das eigene Leben anregen.

Auch der kulturelle Aspekt hat mich interessiert. Ich finde es spannend, wie unterschiedlich mit Tod und Abschied umgegangen wird. Allerdings blieb für mich unklar, wie stark die dargestellten Vorstellungen in der jeweiligen Kultur verankert sind oder ob sie der Fantasie der Autorin entspringen.

Fazit:
Ein melancholischer und berührender Roman über Liebe, Verlust und die Frage, was im Leben wirklich zählt. Trotz kleiner Einstiegsschwierigkeiten hat mich die Geschichte emotional berührt und zum Nachdenken angeregt. Sofern sich die Gelegenheit bietet, würde ich definitiv auch der Serie zum Buch eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Zwischen Chaos und ganz viel Herz

Wenn das Leben dir eine Orange gibt, mach Sangria daraus
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Nachdem ihr Ex die Trennung musikalisch sehr erfolgreich verarbeitet hat, braucht Mia dringend Abstand von ihrem bisherigen Alltag. Kurzerhand reist sie zum Housesitting nach Teneriffa. Doch statt Ruhe ...

Nachdem ihr Ex die Trennung musikalisch sehr erfolgreich verarbeitet hat, braucht Mia dringend Abstand von ihrem bisherigen Alltag. Kurzerhand reist sie zum Housesitting nach Teneriffa. Doch statt Ruhe erwarten sie ein verschwundener Hausbesitzer, drei eigensinnige Minischweine, ein geheimnisvoller Nachbar und jede Menge Chaos.

"Wenn das Leben dir eine Orange gibt, mach Sangria daraus" ist für mich ein absoluter Wohlfühlroman gewesen. Genau so eine Geschichte, die einen mitnimmt, zum Schmunzeln bringt und gleichzeitig komplett aus dem Alltag entführt.

Besonders begeistert hat mich das Setting. Die Beschreibungen der Natur, der Tierwelt und der gesamten Insel sind so lebendig und detailreich, dass ich mich fast wie vor Ort gefühlt habe. Man merkt einfach, wie gut hier recherchiert wurde. Ich konnte die Gischt des Meeres förmlich spüren, die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut fühlen, das Zirpen im Wald hören und den Duft von Blumen und Orangen wahrnehmen. Für mich war das Lesen ein richtiges Eintauchen mit allen Sinnen.

Auch der Humor kommt in der Geschichte überhaupt nicht zu kurz. Vor allem das Zusammenleben mit den drei Minischweinen und die Begegnungen mit den Dorfbewohnern haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Diese lockeren, charmanten Momente geben dem Buch eine besondere Leichtigkeit.

Gleichzeitig sorgt die Handlung immer wieder für Spannung und emotionalen Tiefgang. Die Geheimnisse rund um den verschwundenen Hausbesitzer, die Ereignisse auf der Insel sowie die Geschehnisse um Tonio haben mich neugierig gemacht und dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Auch die Liebesgeschichte hat mir richtig gut gefallen. Sie ist wunderbar ausgewogen: nicht zu kitschig, nicht zu überladen, sondern geprägt von Entwicklung, Vertrauen und echten Gefühlen. Es war erfrischend zu lesen, dass es nicht nur um körperliche Anziehung geht, sondern darum, sich langsam aufeinander einzulassen und genau das macht sie so authentisch und angenehm zu lesen.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich ist das Tempo der Handlung. Manche Entwicklungen gehen recht schnell, was den Realismus ein wenig schmälert. Allerdings hat mich das beim Lesen kaum gestört, weil die Geschichte insgesamt so stimmig und mitreißend war.

Fazit:
Ein rundum gelungener Wohlfühlroman mit traumhaftem Setting, viel Humor, Spannung und einer schönen Liebesgeschichte. Trotz kleiner Schwächen im Tempo hat mich das Buch komplett abgeholt.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Wenn Erinnerungen plötzlich lebendig werden

You and Me - Die zweite erste Liebe
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Nach vielen Jahren Ehe ist die Beziehung von Adam und Jules im Alltag angekommen. Beide hinterfragen ihre Gefühle und Lebensentscheidungen. Als Adam alte Mixtapes wiederentdeckt, geschieht etwas Unglaubliches: ...

Nach vielen Jahren Ehe ist die Beziehung von Adam und Jules im Alltag angekommen. Beide hinterfragen ihre Gefühle und Lebensentscheidungen. Als Adam alte Mixtapes wiederentdeckt, geschieht etwas Unglaubliches: Die Musik bringt ihn zurück in die Vergangenheit. Gemeinsam erleben sie prägende Momente ihrer Liebe noch einmal und stellen sich die Frage, ob sich die Gegenwart durch kleine Veränderungen beeinflussen lässt.

Die Idee hinter „You and Me – Die zweite erste Liebe“ hat mich sofort begeistert. Dieses „Was wäre, wenn …?“-Gedankenspiel ist etwas, das man selbst nur zu gut kennt. Was wäre, wenn man bestimmte Entscheidungen anders getroffen hätte? Wenn man einen Moment noch einmal erleben könnte? Genau dieses Gefühl greift die Geschichte auf eine sehr schöne und zugleich nachdenkliche Weise auf.

Besonders die Zeitreisen haben mich emotional abgeholt. Die Rückblicke in die Anfangszeit von Adam und Jules gehören für mich zu den schönsten Momenten der Geschichte. Diese unbeschwerte, junge Verliebtheit, die kleinen Gesten und die Leichtigkeit haben mich wirklich berührt. Vor allem die Mixtapes und die Musik spielen dabei eine große Rolle. Ich fand es unglaublich schön, wie Lieder als Verbindung zwischen den Lebensabschnitten genutzt werden. Jeder kennt doch Songs, die sofort Erinnerungen hervorrufen – genau dieses Gefühl transportiert die Geschichte sehr authentisch.

Auch als Hörbuch hat mich die Umsetzung überzeugt. Die beiden Sprecher, Christiane Marx und Oliver Kube, sind für mich perfekt gewählt. Ich liebe es, wenn männliche und weibliche Perspektiven auch stimmlich getrennt sind, da das die Figuren viel lebendiger und greifbarer macht. Der Wechsel zwischen Jules’ und Adams Sichtweise ermöglicht zudem tiefere Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle und macht ihre Beziehung noch nachvollziehbarer.

Was mich jedoch etwas gestört hat, war, dass sich die Handlung stellenweise gezogen hat. Einige Konflikte zwischen Adam und Jules wirkten wie eine Art Endlosschleife, in der sich die beiden immer wieder mit denselben Problemen konfrontiert sehen. Einerseits verstehe ich, dass dies vermutlich ein bewusst gewähltes Stilmittel ist – um zu zeigen, dass sich bestimmte Muster nicht einfach durch Veränderungen in der Vergangenheit auflösen lassen. Andererseits hätte ich mir hier eine etwas kompaktere Umsetzung gewünscht.

Trotzdem bleibt die Grundidee der Geschichte für mich absolut gelungen. Die Kombination aus Zeitreise, Musik und emotionaler Reflexion über Liebe und Beziehung macht das Hörbuch zu etwas Besonderem.

Fazit:
Eine gefühlvolle, nostalgische Liebesgeschichte mit einer wunderschönen Idee und toller Hörbuchumsetzung. Auch wenn sich die Handlung zwischendurch etwas wiederholt, überzeugt das Hörbuch durch Emotionen, Musik und die Frage, was man wirklich ändern würde, wenn man die Chance dazu hätte.

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