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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2019

Beim zweiten Mal nicht mehr so gut

Azrael - Band 1
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Cover / Artwork / Aufbau des Romans

Interessant ist, dass der Handlungsstrang immer wieder aus einem anderen Blickfeld beschrieben wird, was jedoch nicht wie eine übliche Rahmengeschichte wirkt, da ...

Cover / Artwork / Aufbau des Romans



Interessant ist, dass der Handlungsstrang immer wieder aus einem anderen Blickfeld beschrieben wird, was jedoch nicht wie eine übliche Rahmengeschichte wirkt, da die Handlung stringent und kontinuierlich also ohne Zeitsprünge vorangetrieben wird. Das Genre betreffend würde ich den Roman sowohl in die Thriller als auch in die Horrorecke stellen wollen, wobei ich Fans beider Genre verstehen kann, wenn diese dabei nicht zufrieden sind, da der Roman einfach eine Mischung ist und daher in meinen Augen eher seichter Natur ist.



Inhalt



In Berlin geschehen eine Reihe von Selbstmorden, die die Polizei im Atem hält. Eine Gemeinsamkeit bei diesen Taten ist das Wort AZRAEL, das stets in irgendeiner Weise am Tatort auftaucht. Ein Inspektor macht sich auf die Suche. Und dann haben wir noch Mark, der an seinem 18. Geburtstag aus dem Internat auszieht, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.



Fazit



Ich hatte das Buch vor vielen Jahren schon einmal gelesen und ich muss sagen, dass es damals eine völlig andere Wirkung auf mich hatte. Laut meiner Taschenbuchausgabe kam es 1994 in den deutschen Buchhandel, daher muss ich es circa 1996 gelesen haben. Es ist lustig, da ich mich kaum an den Inhalt des Buches erinnern konnte, jedoch noch sehr gut daran, was das Buch mit mir gemacht hat. Einzelnen Szenen waren mir immer wie ein altes Foto präsent vor dem geistigen Auge und haben mich somit begleitet - immer mit dem Gedanken verbunden, das Buch eines Tages noch einmal zu lesen.

Beim zweiten Lesen habe ich zwar diese besagten Szenen schnell identifzieren können, doch irgendwie hatten sie kaum Wirkung auf mich, was mich schon ein wenig traurig gemacht hatte. Doch was mich wirklich überrascht hat war, dass mir die Protagonisten absolut und allesamt unsympathisch waren und zwar nicht in der Art unsympathisch, wie man einen guten Antagonisten einfach nicht mag, sondern in der Art, dass man Handlungen mit einem Augenrollen kommentiert, Aussagen als nervtötend empfindet und man ständig das Gefühl hat, weiterblättern zu müssen, oder zumindest ein paar Zeilen zu überspringen. Das hatte ich wirklich nicht erwartet. Geschmäcker ändern sich über die Zeit und vielleicht haben einen manche Geschichten einfach nur beim ersten Mal.

Ich habe auch den zweiten Teil noch in meinem SuB liegen, doch irgendwie muss ich mir jetzt genau überlegen, ob ich die Geschichte weiter verfolgen möchte. An dieser Stelle fällt mir auch noch auf, dass ich die Auflösung der Geschichte irgendwie nicht mochte, doch das bleibt nun wirklich Geschmackssache. Was ich nach wie vor gut fand war die Art und Weise, wie der Autor die Charaktere in das Geschehen einführt, sie mit wenigen Sätzen charakterlich zu umreißen versteht.

Veröffentlicht am 03.08.2019

Vor allem sprachlich imposant

Die Kinder des Borgo Vecchio
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Cover / Artwork / Aufbau des Buches

Das Cover und aber auch der Klappentext hatten mich sofort, wobei ich bei der Thematik ein wenig skeptisch war, dass das wirklich in ein so dünnes Buch komprimiert ...

Cover / Artwork / Aufbau des Buches



Das Cover und aber auch der Klappentext hatten mich sofort, wobei ich bei der Thematik ein wenig skeptisch war, dass das wirklich in ein so dünnes Buch komprimiert werden kann, doch was hat schon die Länge eins Buche mit der Qualität des Inhalts zu tun - im Zweifelsfall nicht wirklich viel, daher habe ich diesen Aspekt erst mal außen vor gelassen. Die Schreibe des Autors ist flüssig, allerdings springt die Geschichte zwischen den verschiedenen Rahmengeschichten, so dass die Lektüre bisweilen ein wenig zäh wurde.


Inhalt



Im Mittelpunkt der Erzählung stehen Mimmo, Christofaro und Celeste - junge italienische Menschen, die in teils erschreckenden, jedoch alltäglich wirkenden Familienverbänden aufwachsen. Geprägt von Gewalt, Unterdrückung und Auswegslosigkeit meistern die drei ihren Alltag, stets in dem Bewusstsein, dass jeder Fehler schwerwiegende Folgen haben kann.


Fazit



Betrachtet man die Sprache des Romans zunächst aus rein handwerklicher Sicht so kann dem Autor auf alle Fälle großes schrifstellerisches Talent attestiert werden. Unabhängig von der Geschichte schafft er es, mit wenigen Worten eine Atmosphäre zu schaffen, die sowohl bedrohlich, als auch unschuldig wirkt. Die handelnden Charaktere Celeste, Mimmo und Christofano werden vom Autor darüberhinaus so gut beschrieben, dass man trotz der Kürze des Romans stets alles sehr gut vor dem geistigen Auge mitverfolgen kann - auch hierfür ziehe ich den Hut. Und doch konnte mich die Geschichte einfach nicht richtig fesseln. Oft habe ich gedacht, dass da noch etwas kommt, zu viel ist, zu wenig - ich bin mir selbst nach zwei Tagen des Nachdenkens noch immer unsicher, was es eigentlich ist. Sicherlich schafft er es damit, mich zum Nachdenken anzuregen und vielleicht auch indirekt, mir das Buch für längere Zeit im Gedächtnis haften zu lassen, doch um dem Buch eine sehr gute Bewertung zu geben, hat es einfach nicht gereicht.

Veröffentlicht am 14.06.2019

Flawed 1 - Spannender Einstieg in die Reihe

Flawed – Wie perfekt willst du sein?
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Cover / Artwork / Aufbau des E-Books
Das Cover hatte mich eigentlich nicht so umgehauen, aber als ich gelesen hatte, dass das Werk aus der Feder von Cecelia Ahern geschrieben wurde, war ich plötzlich interessiert. ...

Cover / Artwork / Aufbau des E-Books


Das Cover hatte mich eigentlich nicht so umgehauen, aber als ich gelesen hatte, dass das Werk aus der Feder von Cecelia Ahern geschrieben wurde, war ich plötzlich interessiert. War sie nicht die Autorin mit den berühmten Titel "P.S. I Love You" zum Beispiel? Das Cover passte jetzt so gar in mein Bild von Ahern - und schon war ich interessiert. Das Hörbuch ist für Jugendliche und Erwachsene geeignet, aus der Sicht der 17 jährigen Celestine North erzählt und wird von Merete Brettschneider gelesen, die vielleicht dem ein oder anderen durch ihre Interpretationen einiger Jennifer Armentrout Büchern bekannt geworden ist. Sie hat eine wirklich eindringliche und sehr überzeugende Stimme und schafft es, dem plot schon nach wenigen Sätzen ihren Stempel aufzusetzen.
Es handelt sich um den ersten Teil der gleichnamigen Reihe " Flawed".

Inhalt


Flawed - zu deutsch fehlerhaft - spielt in einer utopischen Gesellschaft, in der die Regierungsorganisation "Die Gilde" die Wahrung gewisser moralischer Grundsätze gewährleisten soll. Ursprünglich nur für eine Übergangszeit eingesetzt, hat sich die GIlde als festes und scheinbar autarkes Instrument entwickelt. Celestine liebt ihr Leben und steht voll und ganz hinter den Prinzipien der Gilde, bis sie in eine Situation gerät und eine Entscheidung trifft. Richtung und Falsch, Schwarz und Weiß, Gut und Böse - alles gerät plötzlich ins Wanken und bedroht alles, was ihr lieb und teuer ist.

Fazit


Ich hatte nicht viel erwartet. Da ich krank geschrieben und arge Schlafprobleme hatte, wollte ich mir etwas halbwegs seichtes aufs Ohr setzen, damit ich irgendwann zumindest eindösen kann. Das Buch beginnt wie erwartet und präsentiert eine Gesellschaft, in die unsere Protagonistin vollständig integriert ist, jedoch im Laufe der Handlung immer mehr an Halt verliert. Zunächst habe ich auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel erwartet, doch die Autorin schafft es ganz wunderbar, die Geschichte von Seite zu Seite spannender zu gestalten. Vermutlich ist das Buch in erster Linie für jüngere Erwachsene ausgerichtet, aber auch mich konnte die Geschichte fesseln und ich werde mir auch den nächsten Teil zulegen.

Veröffentlicht am 07.06.2019

Eine wirklich gelungene Fortsetzung der Such nach dem Heiligen Gral (2. Teil)

Der Wanderer
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Cover / Artwork / Aufbau des Hörbuchs

Bei "Der Wanderer" von Bernard Cornwell handelt es sich um den zweiten Teil der "Gral"-Reihe. Wie bereits auch beim ersten Teil ist der Sprecher Frank Stöckle, der ...

Cover / Artwork / Aufbau des Hörbuchs



Bei "Der Wanderer" von Bernard Cornwell handelt es sich um den zweiten Teil der "Gral"-Reihe. Wie bereits auch beim ersten Teil ist der Sprecher Frank Stöckle, der erneut einen großartigen Job macht, denn er schafft es, sogar einen Schlachtgetümmelmuffel wie mich zu fesseln, das muss man erst mal schaffen.
Der Roman ist in ca. 460 Tracks unterteilt, die eine sehr angenehme Länge haben, so dass man sie trotz der inhaltlichen Dichte auch wirklich gut genießen kann. Protagonist ist erneut Thomas von Hookton.


Inhalt


Thomas, Pater Hobbe und Thomas' "Frau" Eleonore sind gemeinsam auf dem Weg. Er hat den Auftrag vom König selbst erhalten, den Heiligen Gral zu suchen, deren letzter Besitzer sein Vater gewesen sein könnte, bevor dieser Opfer der Schlacht um Hookton geworden war. Doch der Gral ist heiß begehrt - nicht nur aus religiöser Sicht, denn er ist auch ein Politikum, da er ein ungeheures Machtpotential darstellt. Doch gibt es ihn denn überhaupt? Warum war er als junger Mann nicht von seinem Vater eingeweiht worden und warum hatte er ihn unehelich zur Welt kommen lassen? Fragen, die Thomas beschäftigen und daran zweifeln lassen, ob er diesen Weg auch gewählt hätte, hätte er nicht den direkten Auftrag seines Königs dazu bekommen.


Fazit


Wie eingangs schon beschrieben wird erneut viel gekämpft - was auch durchaus realistisch ist, da wir uns inmitten des Hundertjährigen Kriegs zwischen England und Frankreich befinden. An der ein oder anderen Stelle hätte es für mich ruhig noch mal Seitengeschichte geben könne und das Kampfgetümmel ein wenig in den Hintergrund gedrängt werden können, aber im Grunde ist das Buch erneut einfach nur spannend, ergreifend und klasse geschrieben. Was mir besonders gut gefallen hat ist die sorgfältige Charakterbeschreibung und vor allem auch deren Entwicklung. Wenn man sich gerade den Protagonisten Thomas aus dem ersten Teil anschaut und ihn am Ende des zweiten Teils vergleicht mit seiner Vergangenheit, kann man deutliche Entwicklungen und Veränderungen sehen, was nicht nur exzellent beschrieben und durch Frank Stöckle erzählt wird, sondern auch plausibel in den Gesamtkomplex passt. Aber auch die anderen Charaktere haben mir klasse gefallen, allen voran Thomas Begleiter Robbie. Es gab da die ein oder andere Szene, bei der ich wirklich schmunzeln musste.
Jetzt freue ich mich wirklich schon sehr auf den dritten Teil.

Veröffentlicht am 11.05.2019

Ein Highlight des Jahres für mich

Eine irische Familiengeschichte
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Cover / Artwork / Aufbau des Hörbuchs

Das Cover zeigt die irische Küste mit ein paar vereinzelt stehenden Häusern. Der Schriftzug ist in einem dunklen Rotton und in schwarz gehalten, wohingegen die Faltung ...

Cover / Artwork / Aufbau des Hörbuchs



Das Cover zeigt die irische Küste mit ein paar vereinzelt stehenden Häusern. Der Schriftzug ist in einem dunklen Rotton und in schwarz gehalten, wohingegen die Faltung in einem typischen irisch-grün hervorsticht. Der Sprecher der 7 CDs ist Charly Hübner, der mir anfangs nicht so gut gefallen hat, da es mir ein wenig zu monoton erschien, im Laufe des Buches jedoch habe ich festgestellt, dass er die Geschichte ganz hervorragend erzählt und ich ihm wirklich sehr gerne zugehört habe.



Inhalt



Die Geschichte selbst wird in zwei Rahmengeschichten präsentiert – zunächst haben wir Elizabeth, die nach dem Tod der Mutter aus New York nach Irland zurückkehrt, um die Hinterlassenschaften zu ordnen, dann Patricia, ihre Mutter, in jungen Jahren. Im Verlaufe des Buches stellt sich heraus, dass das was Elizabeth über ihre Vergangenheit weiß, nur ein Bruchteil dessen ist, was wirklich geschehen ist. Wer ist sie wirklich? Als Elizabeth unter den Sachen ihrer Mutter alte Briefe findet, stößt sie unerwartet auf eine Spur in ihre eigene Vergangenheit und beginnt, ihren Aufenthalt zu nutzen um herauszufinden, warum sie so wenig weiß von ihrer Vergangenheit.



Fazit



Wie oben schon erwähnt hatte ich zu Beginn Schwierigkeiten mit der Stimme des Sprechers, was sich aber sehr schnell gelegt hat. Das liegt aber auch an der wirklich sehr spannenden Geschichte. Jedes Kapitel hat eine neue Facette der Vergangenheit enthüllt, so dass man die CDs sehr schnell hören konnte. Was mir besonders gut gefallen hat sind zwei Dinge: zum einen habe ich gerade während der ersten CDs viele Fragen gehabt – warum hat ein Charakter so gehandelt, was sind die Hintergründe, etc. Diese werden vollständig beantwortet und zwar nicht durch stundenlange Erläuterungen des Erzählers, sondern durch die Handlungen, Beschreibungen der Gestik und Mimik der Charaktere.

Das Zweite was mir sehr gut gefallen hat ist, dass das Buch in meinen Augen absolut keine Längen hat. Man fängt an es zu hören, fühlt mal mit dem einen, mal mit dem anderen Charakter mit, wundert sich über einen, ärgert sich über den anderen – doch gelangweilt ist man zu keinem Zeitpunkt. Interessant fand ich auch den Aspekt, wie Informationen von einem Menschen zum anderen kommen ohne die Möglichkeit, Internet, Telefon oder Brief nutzen zu können.

Alles in allem hat mich das Buch wirklich komplett gefangen. Anders als in anderen Büchern, die in Irland spielen, sind hier nicht die großartigen landschaftlichen Beschreibungen oder die raue Irische See im Vordergrund. Diese Geschichte ist auf eine Weise zeit- und ortslos, so dass mir sowohl plot als auch Charaktere noch lange in Erinnerung blieben werden. Auch der Spannungsbogen ist immer gleichbleibend fesselnd geblieben – kurz, das Buch war wirklich klasse und der Autor wandert in meinen Favoritenordner.