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Veröffentlicht am 18.11.2017

So sollte Liebe sein

Der letzte erste Kuss
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Elle und Luke sind ein Paar, das mich schon im ersten Teil total neugierig gemacht hat. Sie sind nur Freunde, aber dass es zwischen ihnen permanent knistert wird nur von der Nähe übertroffen, die die beiden ...

Elle und Luke sind ein Paar, das mich schon im ersten Teil total neugierig gemacht hat. Sie sind nur Freunde, aber dass es zwischen ihnen permanent knistert wird nur von der Nähe übertroffen, die die beiden zueinander empfinden – und wegen der sie ihre Freundschaft auf keinen Fall aufs Spiel setzen wollen.

Diese Nähe und Verbundenheit ist es auch, die mich als Leser davon überzeugt hat, dass die beiden einfach zusammengehören und sie es nur noch nicht wissen. Denn mal ehrlich, Leidenschaft gibt es in jedem Roman, der genremäßig in diese Richtung geht. Aber die Verbindung zwischen Elle und Luke ist wirklich sehr schön dargestellt. So sollte Liebe sein, dachte ich mir da immer.

Beide haben schwierige Familienverhältnisse und so ihre Beziehungsprobleme, die gleich am Anfang für Schwierigkeiten sorgen, uns zeigen was für ein toller Freund Luke ist und dank der knisternden Spannung zwischen Luke und Elle muss man auch nicht lange auf den entscheidenden Kuss warten.

Die eine große Sache, die mich jedoch gestört hat, war, wie gut Elle und Luke diesen Kuss und die gewaltige Anziehungskraft, die aus ihm resultiert, verdrängt haben. Für meinen Geschmack etwas zu lang. Auch wenn man dadurch tiefer in den freundschaftlichen Aspekt ihrer Beziehung eintauchen konnte und es schon zwischendurch Szenen gab, die dieses Verdrängen gebrochen haben. Nur hielt das eben nur diese Szenen an und danach – tadaa! – Verdrängung erfolgreich aktiviert.

Ein großer Pluspunkt ist jedoch wieder die geteilte Erzählperspektive von Elle und Luke. Den Book Boyfriend auch zu Wort kommen zu lassen, kommt in dem Genre einfach immer gut – finde ich – auch wenn es nicht oft genug gemacht wird. Spannung kann auch anders aufgebaut werden, als die Gedanken des Kerles zu verschleiern, wie Bianca Iosivoni zeigt. Jeder Gedanke den Luke über Elle hatte, hat mich entweder amüsiert oder zum Schmelzen gebracht.

Was jedoch auch an Luke an sich liegen kann, denn er vereint seine Ausstrahlung, seine Loyalität, seinen Humor und Charme gemeinsam mit seinem blendenden Aussehen und der Sportlergesinnung (die ich sehr gruselig finde) zu einer tödlich heißen Mischung. Ich sage nur, Bibliotheken werden mich am jetzt immer kribbelig machen!

Trotz den Familiendramen gibt es auch zwischen Elle und Luke noch ein paar schwierige und traurige Momente, ganz wie ich sie liebe. Mein Herz ist immer mal wieder ein bisschen gebrochen und genau so soll es ja auch sein. Das letzte Drittel hat die romantischen Längen im zweiten Drittel dann ordentlich ausgebügelt, auch weil es irgendwann hoch her geht und Luke mich einfach seit dem immer etwas zum Sabbern bringt.

Außerdem vergebe ich 3/5 Dramapunkten für Elles und Lukes Familienkonstellationen und deren Auswirkungen auf die Handlung. Obwohl schwierige Vergangenheiten bei NA schon Standard sind, habe ich die Geschichten der beiden nicht als übertrieben klischeehaft empfunden. Sie übertreiben nicht und enden auch nicht wie ein Barbiefilm, wo die Bösen entweder zu Staub verpuffen oder einsehen wie schlecht sie bisher gewesen sind und sich ändern wollen, bla bla, rosa Einhorn.
Elles Mutter bekommt von mir 10/5 Ohrfeigen und Lukes Tante DeeDee 10/5 Teetassen mit Schuss.

Die Clique bleibt gewohnt witzig und ich möchte immer noch zu ihnen in eine große WG ziehen. Außerdem möchte ich unbedingt, dass Tate mit mir lernt, dann geschieht das vielleicht auch mal tatsächlich. Schön war auch die Erwähnung von Dylan und Emery, die nicht aufgehört haben sich Streiche zu spielen und Tate & Trevor, genau wie Mason & Grace machen mich schon jetzt sehr neugierig auf ihre Geschichten.

Fazit:

Die Mitte zog sich wegen dem zu erfolgreichen Verdrängen zumindest auf romantischer Ebene etwas, doch langweilig wurde es nie. Bianca Iosivoni schreibt unheimlich witzig, weshalb selbst alltägliche Situationen mit ihrer Clique nie langweilig werden. Elle und Luke haben mir zusammen sehr gut gefallen, wobei ich den Epilog an dieser Stelle noch besonders erwähnen möchte. Er fasst einfach so gut zusammen, wie Elle und Luke miteinander sind. Die Struktur folgt nach typischen NA Maßstäben, der Schreibstil war top und ich freue mich jetzt schon auf Band 3, also kann ich ohne schlechtes Gewissen

[4/5 Sterne]

vergeben.

Veröffentlicht am 12.06.2018

Wie immer genial

Zorn des Geliebten
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Alles in allem sind die Legacy Bände zwar großartige Romane, kommen aber nicht an die Originalreihe heran. Die Kerle sind nicht ganz so eindrucksvoll, die Geschichten nicht ganz so groß gestrickt. Es ist ...

Alles in allem sind die Legacy Bände zwar großartige Romane, kommen aber nicht an die Originalreihe heran. Die Kerle sind nicht ganz so eindrucksvoll, die Geschichten nicht ganz so groß gestrickt. Es ist ein bisschen wie ein brutales, vampirisches One Tree Hill mit Selbstverteidigungsprogramm.

Die Paare, die in diesem Band ihren Aufritt bekommen sind zum einen Peyton und Novalina aka. Novo und zum anderen der königliche Anwalt Saxton und Bitty's Onkel Ruhn.

Nach allem was er mit Blay und Qhuinn durchgemacht hat, gönne ich dem süßen geschniegelten Saxton sein Happy End von Herzen und die Storyline um die beiden war auch wirklich süß. Ruhn ist ein bisschen wie der große bullige Hund, der durch ein Kinderzimmer läuft und nichts kaputt machen will, aber im Ernstfall zum Pitbull wird. Doch auch Saxton zeigt ungeahnte Seiten, wenn es um seinen Partner geht.

Durch die beiden bekommt man nochmal ein paar ganz neue und andere Aspekte der verborgenen Welt der Vampire mit und schlussendlich hat mich die Richtung, in die es mit Ruhn ging, überrascht. So süß und aufregend die Liebesgeschichte der beiden war, gab es mir etwas zu wenig Probleme. Es tauchen Schwierigkeiten für die beiden auf, keine Frage, aber zumindest ihre Liebesgeschichte fängt unproblematisch an, was wiederum ein schöner Kontrast zu Qhuinn und Blay ist, aber mir persönlich ist etwas scharfer Pfeffer immer ganz recht.

Beide sind mir wahnsinnig schnell ans Herz gewachsen. Gerade Saxton gefällt mir nach diesem Band noch besser, dadurch, dass man sehen konnte wie stark er in seinem Leben schon war, noch ist und welche Schwierigkeiten er mit einem freundlichen Lächeln und den besten Absichten löst – oder eben auch nicht.

Peyton und Novo geben dafür einiges an emotionalem und physischen Drama her. Beide haben schwierige persönliche Verhältnisse, beide Familien würde ich der Bruderschaft gerne als Sparring Partner in den Ring schubsen, und doch waren sie nicht so konstruiert, dass ich die Augen vor lauter Klischee verdrehen musste. Sie zeigen viel mehr Tiefe, als man den Charakteren zu Beginn der Serie gegeben hätte, brechen dadurch aus ihren Stereotypen aus und werden zu lebendigen und nachvollziehbaren Wesen. Sie waren diejenigen, die am meisten Entwicklungspotenzial hatten und dieses auch nutzen konnten.

Novo's Schwester hat mich bei weitem am meisten Galle sprühen lassen. So ein giftiges, falsches, unsensibles Wesen weckt in mir den Wunsch in das Buch zu steigen, ihr einen Backstein um die Ohren zu hauen und dann wieder zu gehen. Novo hingegen regelt das Ganze mit weit mehr Selbstbeherrschung als ich es täte. Gerade durch ihre traurige Vergangenheit in Verbindung mit dem egoistischen Verhalten ihrer Schwester hoffe ich, dass viele Leser daraus das gleiche ziehen werden: Wir müssen und sollten uns nicht mit Menschen umgeben, die uns nichts geben, sondern nur einen Teil von uns nehmen und uns verletzen. Ob sie es böse meinen oder nicht.

Spannung gibt es vor allem durch die Bruderschaft, ihre Jagt auf das Böse und Schwierigkeiten im Kampf um Leben und Tot, wenn man die Azubis mit in den Außendienst nimmt. Denn was wäre ein Roman aus dem BDB Universum ohne Kampf?

Gute Romane sollten trotz allem Aspekte der Wirklichkeit spiegeln und neue Sichtweisen zeige. Ein kleiner Aspekt mit jedoch großer Aussagekraft ist bei der Bruderschaft das Thema Aussehen: J.R. Ward ist ein großartiges Beispiel dafür wie relativ Schönheit und Attraktivität sein kann. Novo ist von der Statur, wie schon Xhex, eher androgyn, muskulös und erfüllt wenig den weiblichen Stereotypen, dennoch und gerade deswegen ist sie für Peyton die schönste Frau der Welt. Andererseits gabs es in der Reihe auch schon kurvige und füllige Frauen, denen ein Krieger zu Füßen gefallen ist, was ich persönlich als insgesamt sehr wichtige Botschaft für das Selbstwertgefühl eines jeden von uns – nicht nur die Frauen – finde.

Wie immer habe ich den Roman schneller inhaliert als J.R. Ward Nachschub schreiben kann. Ihr Schreibstil ist unglaublich gut, passt immer zur Situation und lässt eine ganz wunderbare Welt für Fantasy Liebhaber real werden. Was Szenen und Charakterentwicklung angeht, hat J.R. Ward definitiv eine Krone und einen von Rehvenges Nerzmäntel verdient, also Hut ab.


Fazit:

Nicht nur die Welt der Black Dagger Bruderschaft, sondern auch J.R. Wards Können als Autorin machen "Black Dagger Legacy – Zorn des Geliebten" zu einem wie immer gelungenen Leseerlebnis. Ich freue mich – und hoffe – auf viele weitere Bände der Originalreihe und des Spin Offs. Die beiden Paare sind wunderschön entwickelt, sowohl die Figuren für sich allein als auch gemeinsam, die Geschichte ist spannend und zieht einen direkt in ihren Bann. Für alle Fans der Bruderschaft und solche, die es definitiv noch werden sollten. Diese Reihe verdient ihren Hype.

Veröffentlicht am 30.05.2018

Einfach genial. Ich liebe es.

Der Verstoßene
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Eigentlich sähe bei mir jede Rezension zur Black Dagger Reihe so aus: "Einfach genial. Ich liebe es. Ende."
Aber uneigentlich schwankt auch bei J.R. Ward von Buch zu Buch zwar nicht das Niveau des Schreibstils ...

Eigentlich sähe bei mir jede Rezension zur Black Dagger Reihe so aus: "Einfach genial. Ich liebe es. Ende."
Aber uneigentlich schwankt auch bei J.R. Ward von Buch zu Buch zwar nicht das Niveau des Schreibstils und der Erzählung, wohl aber wie mir die Geschichte an sich gefallen hat.

Stilistisch und formal ist Ward einfach genial. Das muss man ihr lassen. Sie passt ihren Stil den Gegebenheiten des Charakters an, der die jeweilige Szene erzählt und behält dabei dennoch ein unglaublich hohes Sprachniveau.

In "Der Ausgestoßene" erzählt sie Xcor und Laylas Geschichte weiter, aber auch Vishous und Throe bekommen ihre Szenen, dürfen ihre Gedanken und Machenschaften ausdrücken. Bei Letzteren beiden sind diese besorgniserregend düster, aber auch das fasziniert mich an der Autorin immer wieder. Charaktere ändern sich, sie tun unerwartete Dinge, wechseln die Seiten, entwickeln Potenzial – und Beziehungen kommen mit einem Sack voller Probleme aus dem Sonnenuntergang zurück.

Layla und Xcor waren ein Paar, das mich viele Bände lang gefesselt hat, gerade durch den Reiz des Verbotenen und den vielen Konfliktpunkten. Als Auserwählte war Layla so etwas wie die unantastbare Rose im Garten und Xcor war, nun ja, der Feind der Bruderschaft. Sie haben viel durchgemacht und müssen auch in diesem Band viel einstecken. Die drohende Trennung hängt über ihnen sowie Qhuinns unglaublich bescheuertes Verhalten (über das ich mich schon zu Genüge aufgeregt habe). Dennoch konnte ich viele schöne Momente mit ihnen genießen, Xcors fantastische Charakterentwicklung weiterbeobachten (wodurch er leider etwas aus der Bad Boy Clique herausgerutscht ist) und mit ihnen um ihre Liebe bangen.

Während die Lesser zu Beginn der Reihe noch omnipräsent waren, tritt jetzt ein zusätzlicher Feind auf oder zumindest eine Macht mit einigem Konfliktpotenzial. Die Geschichte von Assail wird am Rande mal erwähnt, Qhuinns schwer verletzter Bruder Luchas hat auch Potenzial zu einem Hauptcharakter zukünftiger Geschichten. Außerdem gibt es noch die Bands of Bastards, von denen ich hoffe, dass noch mehr kommen wird. Ich meine, eine Bande Verstoßener, die komplett loyal, geheimnisvoll und düster ist... Bitte ja?!

Der Hauptgrund, wegen dem mich der Roman aufgeregt hat, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Qhuinn. Obwohl ich ihn wirklich gerne mochte und mag, benimmt er sich wie ein riesiger Idiot. Er setzt Doppelmoral und Sturheit vor seine Familienwerte, tut ein paar Dinge, die ich ihm einfach nicht vergessen kann und bei alle dem dachte ich mir immer nur: "Schau dir Blay an! Blay ist der einzig Vernünftige hier!" Aber Qhuinn wäre nicht Qhuinn wenn er kein hitzköpfiger emotional verkorkster Schatz wäre. Wie er Layla behandelt hat, war unter aller Sau und hat mich stark an die Dreistigkeit von Jacob in Twilight erinnert. Er spielt sich auf, als wäre er der Einzige, der sich um ihre Kinder sorgt und als hätte Layla ihre Entscheidungen nicht abgewogen. Himmel, Qhuinn, sie ist ihre Mutter!


Fazit:

Es führt kein Weg dran vorbei. Die Bruderschaft gehört zu den Buchlieben meines Lebens. Xcor und Layla haben mich zwar ein bisschen enttäuscht, weil die ganze Spannung um sie jetzt erst einmal aufgehoben ist, aber es war insgesamt ein tolles Buch. Schade finde ich nur, dass es eher weniger Ausblicke darauf gibt, welche Paare uns als nächstes erwarten. Mittlerweile wissen wir es zwar, aber deren Geschichte macht mich noch gar nicht so neugierig (Allerdings sollte ich die Szenen von Assail endlich mal lesen und nicht nur überspringen).

Veröffentlicht am 23.05.2018

Gut gemacht, aber konnte mich nicht packen

Soul Mates, Band 1: Flüstern des Lichts
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Auf eine Empfehlung hin habe ich beim nächsten Buchladenbesuch (lokale Händler unterstützen, immerhin kriegt Amazon genug Geld) beide Bände der Dilogie mitgenommen. Der Klappentext klang so schön dramatisch, ...

Auf eine Empfehlung hin habe ich beim nächsten Buchladenbesuch (lokale Händler unterstützen, immerhin kriegt Amazon genug Geld) beide Bände der Dilogie mitgenommen. Der Klappentext klang so schön dramatisch, voller Liebe und Mysterien.

Teilweise wurde dieses Versprechen durchaus eingehalten, aber alles in allem … nicht so ganz.

Rayne ist eine sympathische Protagonistin, der ihre Familie sehr wichtig ist. Ihre Gefühle gegenüber ihrer kleinen Schwester treffen genau den Kern dessen, was kleine Schwester für uns sind. Ihre Vergangenheit ist nicht gerade die rosigste, aber gerade bei der schwierigen Thematik hat Bianca Iosivoni den respektvollen und dezenten Ton gut getroffen, und Details ausgespart, wo sie nicht nötig gewesen waren.

Bei manchen Thematiken finde ich es einfach abgedroschen, wenn ein Autor/ eine Autorin zu sehr ins Detail geht, weil es der Geschichte nichts außer Sensationsgeilheit geben kann. Hier ist das wirklich gut gelöst.

Strukturell gesehen ist "Soul Mates" das Musterbeispiel für einen Roman im Bereich Urban Fantasy. Es gibt die Einführung, das auslösende Element und sogar retardierende Szenen zwischen der Spannung, in denen Rayne reflektiert.

Schreibstil muss man bei Bianca Iosivoni auch schon gar nicht mehr diskutieren. Sie erweckt Bilder und Momente so farbenfroh zum Leben, dass man meint, man wäre mitten drin. Ein bisschen enttäuscht war ich schon, als ich die Augen aufgemacht habe und feststellen musste, dass Cole gar nicht wirklich vor mir steht.

Die Licht- und Dunkelseelen brechen die Angst vor einem weiteren Klischee Wesen im Bereich Fantasy und lange muss man auch nicht auf die spannende Wendung in Raynes ruhigem Leben warten. Vor allem ist es angenehm, dass die stereotypischen Bezeichnungen nicht dafür benutzt werden um ein Schwarz-Weiß-Denken zu etablieren. Natürlich sehen die Lichtseelen die Dunkelseelen als das pure Böse aber zumindest Rayne denkt da etwas mehr in Graustufen.

Auch die große Antagonistin Lauren, die Anführerin der Dunkelseelen, hat mir gut gefallen, weil sie eigentlich sogar ganz sympathisch scheint. Einerseits hebt sie sich vom Bösewicht Klischee ab, durch ihre sympathische Art, aber auch dadurch wie nachvollziehbar und logisch ihre Argumente und Ziele sind. Nur der Weg ist eben der falsche. Andererseits kam tatsächlich wenig von ihr, denn sie scheint eher im Hintergrund zu stehen und die Bühne einem weniger spannenden Antagonisten zu überlassen. Obwohl ein paar Andeutungen für Band 2 gemacht wurden, fehlte der fantastische Showdown.

Mein großes Problem mit der Geschichte in Band 1 war, dass es mich irgendwie nicht richtig packen konnte. Obwohl ich die Thematik um Seelenverwandte immer wahnsinnig süß und romantisch finde, konnte ich davon bei Rayne und Colt kaum etwas spüren.

Er taucht ab und zu auf und verschwindet wieder, hat ein Geheimnis, das leider auch nicht weiter dramatisch erscheint und ist ansonsten einfach nur verwirrend, weil er aus irgendeinem Grund ein Problem damit hat, dass Rayne sich als seine Seelenpartnerin herausstellt. Der Grund, warum diese nicht glücklich bis ans Ende leben können wird im gesamten Band 1 nicht enthüllt und ist damit eine zurückgehaltene Information, die definitiv Gefühl und Spannung zur Handlung hätte beitragen können. Für mich war einfach wenig da, auf das ich hin fiebern konnte.

Denn auch der finale Showdown spielt sich noch nicht einmal auf übernatürliche Weise ab und ist innerhalb weniger Seiten auch schon wieder passé.

Fazit:

Deshalb bin ich leider mit einer "Mir doch egal" Haltung durch Band 1 geschlichen. Es erscheint mir schon beinahe seltsam, wo so viele von dem Buch geschwärmt haben. Einerseits war das Buch stilistisch und strukturell sehr gut, aber die Handlung und Charaktere konnten mich überhaupt nicht packen. Vielleicht leide ich unter einem akuten Anfall von Leseunlust, aber so muss ich leider eine weniger gute Bewertung abgeben, weil das Gefühl der Geschichte nicht bis zu mir durchdringen konnte.

Veröffentlicht am 25.04.2018

In einer Nacht durchgelesen

When it's Real – Wahre Liebe überwindet alles
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Welche Autorinnen stecken hinter "Erin Watt"? Das würde mich wirklich mal interessieren, damit ich deren Bücher genauso verschlingen kann, denn wie schon die "Paper"-Reihe hat mich auch "When it's real" ...

Welche Autorinnen stecken hinter "Erin Watt"? Das würde mich wirklich mal interessieren, damit ich deren Bücher genauso verschlingen kann, denn wie schon die "Paper"-Reihe hat mich auch "When it's real" als Einzelband völlig überzeugt.

Der Roman gibt an Seiten gut etwas her, ist von den beiden Protagonisten in der Ich-Perspektive erzählt und verzichtet auf schlüpfrige Darstellungen. Natürlich betrauere ich das wie immer ein bisschen, wenn ich es eigentlich erwartet hatte, aber ehrlich gesagt fehlt der Liebesgeschichte dadurch nichts.

Oakley Ford ist die Art von Teenager Rockstar, wie wir sie alle noch aus dem Bieber Fieber kennen (Kein Fan!). Nur hat er sich einige Skandale und Eskapaden geleistet, sodass er schließlich seinen Fokus und seine Inspiration verliert – und mit ihnen stagniert auch sein Erfolg. Die Idee von der Image-Freundin für den Rockstar ist nichts Neues, aber Erin Watt hat das beliebte Klischee auf sehr schöne Weise in einen süßen und spannenden Roman umgewandelt.

Wie auch schon Ella, lässt sich auch Vaughn schließlich durch Geld überzeugen, das sie braucht, um ihre Geschwister zu versorgen. Der Vorwurf sie wäre geldgierig finde ich an dieser Stelle nicht notwendig. Ihre Motive und Hintergründe geben durchaus zu verstehen, dass sie das Geld für ihre Geschwister dringend braucht.

Oakley ist ein sehr unterhaltsamer Kerl, dem die Situation anfangs überhaupt nicht passt, was er Vaughn zu spüren gibt, die so gar nicht einsehen will, warum sie vor dem Rockstar eine tiefe Verbeugung machen soll. Er ist oft spontan, führt aufregende Situationen herbei und hat mich viel zum Grinsen gebracht.

So unerreichbar, wie er sich gibt, ist er auch gar nicht. In einer anderen Rezension habe ich gelesen, Oakley sei ein Typ mit Ecken und Kanten – und das trifft es genau. Er kann der coole, souveräne und ernsthafte Sänger und Songwriter sein, der begeisternde Superstar, aber auch ein kompletter Idiot, der es schafft sich selbst zu blamieren. Damit wird beim Lesen auch immer wieder klar, dass er eben auch nur ein junger Mann mit einem Traum und Fehlern ist, was Oak sympathisch und realistisch macht. Doch die große Rockstar Welle ebbt dadurch etwas ab. Nichtsdestotrotz kommt er definitiv in meine Top 10 Book-Rockstars.

Vaughn ist ein Sturkopf, wie wir es von Erin Watt gewöhnt sind. Sie lässt sich für ihre Scheinbeziehung nicht verbiegen, versucht noch ihre richtige Beziehung auf die Reihe zu kriegen und behält ihren legeren Kleidungsstil trotz aller "Stilberater". Wer eine Protagonistin mit Rückgrat sucht, wird bei ihr sicher fündig. Als einzig negativen Punkt könnte ich ihre "berufliche" Orientierungslosigkeit nennen, aber wie vielen jungen Menschen geht das nicht anders? Deshalb gibt es hier einen Gnadenzuschuss dafür, dass sie nicht so richtig weiß wohin mit sich.

Um die Fan-Superstar-Beziehung öffentlich und glaubhaft zu machen, die Oakleys Ruf und Vaughns Familienkasse verbessern soll, bedient sich der Roman der Social Media Platform Twitter. Auf witzige und romantische Art – auch wenn man weiß, dass es nicht so ist – "verlieben" sich die beiden offiziell über Twitter Nachrichten, die sie hin und her schicken. Das Ganze wurde so süß dargestellt, dass ich dafür bin, dass das das nächste Roman Thema der Autorinnen wird. Die tatsächliche Beziehung zwischen den beiden knistert, prickelt und ist so süß, dass ich am liebsten selbst seine Freundin gewesen wäre. Aber wie könnte ich meine anderen Bookboyfriends alle für ihn verlassen?

Gegen Ende gibt es dann noch die gewohnte – aber verlangte – Portion Drama zwischen Oak und Vaughn, die es auch schon vorher immer mal wiedergab. Der Herzschmerz sitzt tief und für den Moment wollte ich Oakley wirklich erwürgen. Man kann jetzt sagen, dass das Drama am Ende so unglaublich vorhersehbar geworden ist, gerade in New Adult, wo es meistens Missverständnisse sind. So ist es auch – aber aus der Leseerfahrung heraus gefällt mir ein Buch nicht bessern, wenn das fehlt. Im Gegenteil. Irgendwas fehlt mir dann einfach in der Liebesgeschichte, wenn alles sich langsam aber sicher zu einer rosa Wolke auftürmt und dann endet.

Ein großer Kritikpunkt geht an die Übersetzung:
Bitte, BITTE: "Das Chick", "dieses Chick" … Auf meiner Gänsehaut hätte man Hartkäse hobeln können. Ich weiß, Übersetzungen sind teilweise eine schwierige Sache, da es selten eine exakte Übersetzung gibt, man den Grundton beibehalten muss und im Englischen grammatikalisch viele Dinge schwierig zu übertragen sind. Der englische Artikel "the" steht für die deutschen Artikel "der, die, das", sodass man je nach Kontext und Vokabel entscheiden muss. Aber "chick" ist weiblich im Gegensatz zum männlichen "dude", daher war es wirklich nicht nötig Vaughn zu asexualisieren. "Diese Chick", wäre erträglicher gewesen und hätte auch keinen so fahlen Nachgeschmack hinterlassen.

Fazit:

Gemeinsam haben Vaughn und Oakley etwas über sich selbst gelernt, sich entwickelt und gelitten. Nicht alle Probleme lassen sich lösen und das ist auch ganz gut so – wir sind hier nicht im Märchenwald. Ich gehöre auch nicht zu den Lesern, die sich darüber ärgern, wenn gewohnte Roman Strukturen befolgt statt gebrochen werden. Vielmehr ist es mir wichtig, dass zumindest meine große Portion Drama mit Sahne dabei ist und das war hier der Fall. Alles, was davor passiert ist, hat mich immer wieder überrascht, gepackt und schlussendlich hatte ich das Buch in einer Parallel-Lese-Aktion bis um fünf Uhr morgens durchgelesen. Danach bin ich mit einem seligen Grinsen ins Bett gefallen.