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ChiaraSchnee

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2019

Viel Herz und lebendige Charaktere

Magie aus Gift und Silber
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Als Lisa Rosenbecker das Thema ihres neuen Romans verkündet hat, hatte ich schon längere Zeit zwei Gedanken:
"…nicht noch ein Fantasy Roman mit Krimi Elementen…", und "…nicht noch ein Roman über griechische ...

Als Lisa Rosenbecker das Thema ihres neuen Romans verkündet hat, hatte ich schon längere Zeit zwei Gedanken:
"…nicht noch ein Fantasy Roman mit Krimi Elementen…", und "…nicht noch ein Roman über griechische Mythologie…".
Wie sich herausgestellt hat bin ich in meiner eigenen Meinung wahnsinnig inkonsequent (Ich höre übrigens gerade die "Hidden Legacy" Reihe von Ilona Andrews. Es wird hauptsächlich ermittelt… Here we go again, Krimi Elemente). Natürlich kam MAGUS – wie die Autorin es liebevoll nennt – auch dank des tollen Covers sofort auf meine Wunschliste. An dieser Stelle danke ich den Cover Göttern – und Marie Graßhoff – dafür, dass uns hier ein weiteres schlecht bearbeitetes Echsengesicht auf dem Einband erspart bleibt. Sowas springt mir in letzter Zeit leider viel zu oft ins Gesicht.

Lange auf Action warten muss man bei dem Roman nicht und auch in der Mythologie ist man schnell ohne großes drum herum Gerede drin. Rya ist ein so offener, unverfälschter, ehrlicher Charakter, der sich für seine Gefühle nicht schämt. Ich muss sagen, ich bewundere gerade ihre Offenheit ihre Gefühle betreffend, die sie in ihrem neuen Leben als Mensch total überfordern (Ich denke wir sind uns alle einig, dass das kein Spoiler ist. Immerhin wird sich das Buch wohl kaum nur um die Beobachtungen einer Statue handeln).

Mein großer Knackpunkt kam dann aber recht schnell nach dem gelungenen Anfang: Die Mitte des Buches ist total eingebrochen. Was vor allem daran lag, dass weder Rya noch einer ihrer Mitstreiter ein klar formuliertes Ziel hatten. Dem einzigen das sie hatte, ist sie weder wirklich nähergekommen, noch hat sie es für mein Befinden überhaupt versucht. Es passieren durchaus Dinge, die wichtig für die Handlung sind, aber mir persönlich hat hier durch den fehlenden strammen roten Faden einfach die Spannung gefehlt. Alle dümpeln so ein bisschen vor sich her, was ich wirklich schade fand.

Denn - was wie immer der Punkt ist, der es für mich bei der Autorin rausreißt – die Charaktere habe ich von Anfang bis Ende ins Herz geschlossen. Lisa Rosenbecker ist und bleibt die Königin der Herzen. Egal was handlungstechnisch passiert, ich liebe jeden einzelnen, lebendig gestalteten Charakter. Sie sind mit so viel Liebe geschrieben, dass es mir vorkommt, als wären sie reale Personen, mit denen ich mitleiden und lachen kann.

Von Rya hatte ich es ja schon kurz, aber auch der süße Ordenskrieger Nick ist mal wieder einfach nur eine Seele von Protagonisten. Ich liebe ihn. Ganz einfach. Wenn ich eine Statue wäre, würde ich darauf bestehen nur von ihm wachgeküsst zu werden.

Am Ende habe ich sogar kurz ein bisschen was ins Auge bekommen. Im Zug immer eine super angenehme Angelegenheit.

Fazit:

Auch die Abwandlung des mythologischen Teils und das spannende und dramatische Ende haben mich zusammen mit dem Anfang und den Charakteren dann doch noch für den Roman eingenommen.

Veröffentlicht am 20.10.2019

Leider keine Substanz, nett zu lesen - muss aber nicht sein

Cinder & Ella
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Bei einer eigentlich storymäßig nicht unbedingt notwendigen Fortsetzung wie der von Cinder & Ella, ist es immer schwierig: Mit welchen Erwartungen geht man an die Geschichte heran, denn eigentlich ist ...

Bei einer eigentlich storymäßig nicht unbedingt notwendigen Fortsetzung wie der von Cinder & Ella, ist es immer schwierig: Mit welchen Erwartungen geht man an die Geschichte heran, denn eigentlich ist sie ja schon vorbei.
Ich bin tatsächlich nicht mit der Erwartung daran gegangen, dass es mich total umhauen wird. Das große Märchen um Cinder und seine Ella war schon erzählt.

Zuerst einmal fand ich Brian und Ella als Paar wirklich wieder super süß und liebevoll, auch wenn ich irgendwann das Gefühl hatte Brian nimmt die rosa Brille gar nicht mehr ab. Aber was mich wirklich gestört hat, war, wie wenig die beiden auf Privatsphäre gegeben haben. Gegenüber der Öffentlichkeit haben sie sich natürlich zurückgezogen, aber so gut wie jeder intimere Moment des zweiten Bandes haben sie gewollt mit Familie und Anhang geteilt, ja fast schon zelebriert. Für meinen Geschmack sehr befremdlich.

Das Grundproblem, das ich bei diesem Band sehe, ist, dass es weder eine Spannungskurve gab, noch ein Ziel und erst recht keine neuen Thematiken, die interessant aufgegriffen wurden. Es gab ein paar witzige und süße Momente, Ellas Narben werden teilweise neu thematisiert, aber ansonsten wurden einfach alte Probleme aufgegriffen, die eigentlich gelöst schienen, um dann von neuem gelöst zu werden. Das ist trotz meiner Erwartungshaltung für eine Fortsetzung zu schwach. Ich habe schon andere Fortsetzungen gelesen, die nur für die Fans und eigentlich unnötig waren. Aber in ihnen wurde zumindest eine neue Handlung verfolgt, es kamen neue interessante Themen zum Vorschein; Nichts davon ist bei Cinder und Ella passiert.

Fazit:

Mir fehlte eine Handlungssubstanz und Spannung, aber stilistisch und charaktertechnisch mochte ich es immer noch gerne. Mit schwerem Herzen, gebe ich also
2/ 5 Sternen

Veröffentlicht am 23.05.2019

Keine Empfehlung: Auch nicht für Glines Fangirls

Ein Moment für die Ewigkeit
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Eigentlich bin ich ja ein bekennendes Fangirl von Abbi Glines. Tja, eigentlich. An "Ein Moment für die Ewigkeit" bin ich wirklich mit wenig Erwartungen ran gegangen. Einfach nur mal wieder ein bisschen ...

Eigentlich bin ich ja ein bekennendes Fangirl von Abbi Glines. Tja, eigentlich. An "Ein Moment für die Ewigkeit" bin ich wirklich mit wenig Erwartungen ran gegangen. Einfach nur mal wieder ein bisschen seichte romantische Unterhaltung.
Naja…

Zum Cover muss ich dieses Mal tatsächlich etwas sagen. Vor allem, weil es mir auf den ersten Blick gut gefallen hat, aber auf den zweiten muss ich sagen, ist es zu kitschig. Die Teilung passt sehr gut zur Geschichte, auch wenn die Botschaft auf dem Cover eher traurig ist und ich nicht weiß, ob sie so wirklich passt. Das bunte, verliebte Pärchen ist mir einfach zu sehr Barbie's Ken und ihre beste Freundin Theresa sind durchgebrannt und man hat ihr Bild von einer Verpackung ausgeschnitten. 3/5 Sterne fürs Cover also schon mal, aber dafür kann die Autorin nichts, weshalb das auch nicht ins Fazit einfließt.

Leider war die Prota mir furchtbar unsympathisch. Um leicht zu spoilern überwindet sie ihre Liebe zu Crawford wirklich sehr schnell. Innerhalb weniger Monate, während er im Koma liegt, sagt sie schon "Ach so toll wahr es wohl doch nicht und überhaupt konnte ich nie sein wer ich wirklich bin". Und wer bist du, Mädchen? Total egozentriert? Genau so kam es mir trotz der üblichen liebes, unschuldiges Mädchen Hülle leider vor. Normalerweise mag ich Abbi Glines' Protagonistinnen genau dafür. Dass sie die süßen Mädchen sind, die eigentlich zu nett für diese Welt sind. Die pure Unschuld. Tja, Vale war alles andere als das, auch wenn alle anderen sie genau so gesehen haben. In der zweiten Hälfte war es das schon eher, wodurch die Gute mir allerdings komplett persönlichkeitsgespalten vorkommt und ich keinerlei Beziehung zu ihr aufbauen konnte.
Die Spaltung des Buches in zwei Teile hatte vielleicht einen tieferen, künstlerischen Sinn, der bei mir jedoch überhaupt nicht ankam. Eher wie der zweite Akt, der den ersten nochmal anders machen will, weil er schlecht war? Irgendwie sowas. Keine Ahnung was die zweite Hälfte mir in Verbindung zur ersten sagen will. Ob da ein tieferer Sinn dahinter ist, oder es wirklich nur das ist, als was es dargestellt wird.
Slate war schon ein Schnittchen, das muss ich zugeben. Gerade in der zweiten Hälfte war er genau die Art Bookboy, die Abbi Glines standartmäßig hervorbringt und die ich liebe.
Wie gesagt: keine Ahnung was die erste Hälfte des Buches sollte. Mit Erwartungen spielen? Empathie für Crawford schaffen nur um sie dann zu zerschlagen?

Fazit:

Mir hat das Buch leider gar nicht gefallen. Obwohl die zweite Hälfte nett zu lesen war, weil sie eher das war, was ich mir gewünscht hätte und auch ein paar Emotionen rüberkamen. Generell hat es sich flüssig lesen lassen und hatte keine großen Längen drin, aber die Antipathie zu Vale und diese eigenartige Teilung der Geschichte führen leider zu
2/5 Sterne
Keine Leseempfehlung. Auch nicht für Glines Fangirls.

Veröffentlicht am 11.03.2019

Immer noch genial

Die Diebin
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Auch nach dreißig Bänden wird es mit der Bruderschaft nie langweilig! Das hätte ich wirklich nie geglaubt, dass mich eine Reihe über so viele Bände so sehr fesseln und immer noch mitreißen kann. Ich denke ...

Auch nach dreißig Bänden wird es mit der Bruderschaft nie langweilig! Das hätte ich wirklich nie geglaubt, dass mich eine Reihe über so viele Bände so sehr fesseln und immer noch mitreißen kann. Ich denke da nur an House of Night, bei dem ich bei Band 7 schon den Abschluss verloren habe. Aber die Brüder sind eben meine Familie geworden. Ich liebe sie immer noch und werde sie immer lieben.

In "Die Diebin" geht es aber tatsächlich und eigentlich hauptsächlich um Assail – der ja bekanntlich kein Bruder, sondern ein drogenabhängiger Vampirdrogenboss ist – und Sola, seine menschliche Diebin, die ihn verlassen musste. Nebenbei gibt es aber auch viele tolle Szenen mit V und Jane, denen ihre Probleme über den Kopf wachsen. Zwei spannende Paare, die das Buch wirklich keine Sekunde haben langweilig werden lassen.

Nach allem, was mit den Lessern schon war und der übernatürlichen Gefahr, die jetzt noch dazu gekommen ist, hat es J.R. Ward auch noch geschafft menschliche Feinde einfließen zu lassen, die nicht ganz so ungefährlich sind. Denn was wäre eine Drogenboss Geschichte ohne Mafia? Das ist auch einer der Gründe, warum es einfach immer eine blöde Idee ist bei der Reihe Szenen zu überblättern: Sie werden später wichtig sein! Ich musste Assail und Sola erst mal komplett nachlesen, in allen vorhergegangenen Bänden.

Es wird definitiv nie langweilig mit dieser Reihe! Die Handlungsstränge sind so vielfältig und durchmischt wie eh und je, und ich finde immer wieder neue Entwicklungen, denen ich entgegenfiebern kann. Von Wiederholung kaum eine Spur.

In manchen Büchern gibt es einfach unglaublich coole Nebencharaktere, deshalb möchte ich mir einen Moment nehmen um zu sagen: SOLAS OMA IST JA SO GENIAL! Ich liebe diese alte Frau einfach. Punkt. Kommandiert gefährliche Vampire rum und gibt einen feuchten … darauf, dass die Kerle allein schon 3x größer sind als sie.

Das Drama um Assails Sucht und die Verzweiflung mit der seine Cousins sich an Sola wenden, ganz von V und Janes Drama abgesehen, war einfach genial schön dramatisch. Ja, was soll ich sagen? Ich liebe Drama und leidende Charaktere – immer noch.

Und als wäre all das noch nicht genug – V und Jane, Sola und Assail, die mysteriöse Bedrohung für die Bruderschaft, die Mafia – ist das Rätsel um das Verschwinden der Jungfrau der Schrift auch immer noch Thema.

Für mich persönlich gab es tatsächlich nichts Negatives an diesem Roman. Manche Entwicklungen haben mir das Herz gebrochen, aber es hängt auch immer von den jeweiligen Protagonisten ab, wie sehr mich ein BD-Band packen kann – und mit diesen war ich sehr zufrieden.

Fazit:

Ganz eventuell hat man es rausgehört, aber falls noch Unklarheit besteht: J.R. Ward ist nach über dreißig Bänden immer noch so genial, einfallsreich, spannend und mitreißend wie eh und je. Respekt dafür.

Veröffentlicht am 07.03.2019

Leseempfehlung für einen schönen Nachmittag

Player
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Anders als bei "Bossman" hat mich "Player" von der ersten Seite an gepackt. Es ist die Art witzige, romantische und heiße Büroaffäre, die man sich wünscht, wenn man ausversehen um seine Ersparnisse betrogen ...

Anders als bei "Bossman" hat mich "Player" von der ersten Seite an gepackt. Es ist die Art witzige, romantische und heiße Büroaffäre, die man sich wünscht, wenn man ausversehen um seine Ersparnisse betrogen wird und im Büro eines sexy Scheidungsanwalts landet.

Emerie und Drew könnten in ihren Grundeinstellungen zu Beziehungen gar nicht verschiedener sein; Während sie daran glaubt, dass jede Beziehung gerettet werden kann, ist Drew der festen Überzeugung, dass Ehen zum Scheitern verurteilt sind, ebenso wie Fernbeziehungen. Einen Scheidungsanwalt und eine Paartherapeutin in ein Büro zu stecken, sorgt auf jeden Fall für viel Aufregung.

Natürlich weiß man beim Lesen schon, dass genau diese Gegensätze sie nicht davon abhalten werden sich zueinander hingezogen zu fühlen – aber Vi Keeland findet immer eine kleine Komponente, mit der sie ihren Liebensgeschichten etwas Würze geben kann.

Drew Jagger ist nicht nur verdammt sexy und erfolgreich, sondern auch noch ein liebender Daddy, trotz allem was ihm das eigentlich versauen sollte. Zwischen ihm und Emerie sprühen bei vielen Gelegenheiten die Funken und im und außerhalb des Schlafzimmers haben die beiden mich dazu gebracht, das Buch an einem Abend runter zu lesen.

Fazit:
Ich konnte mich mit ihnen verlieben, mit ihnen leiden (Drew hat tatsächlich allen Grund dazu, aber das Klischee bleibt aus) und vor allem mit ihnen lachen. Eine wirklich schöne Büro Romanze der anderen Art, die ich für einen gemütlichen Lesenachmittag nur empfehlen kann.