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Veröffentlicht am 10.05.2026

Fehlende Originalität

Schlafende Vulkane
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Da ich sowohl die Sebastian Bergmann Reihe als auch Krimis, die in Island spielen, liebe, war ich sehr gespannt, was herauskommt, wenn sich Michael Hjorth mit einem neuen Schreibpartner zusammentut.
Rückblickend ...

Da ich sowohl die Sebastian Bergmann Reihe als auch Krimis, die in Island spielen, liebe, war ich sehr gespannt, was herauskommt, wenn sich Michael Hjorth mit einem neuen Schreibpartner zusammentut.
Rückblickend hätte ich mit etwas weniger hohen Erwartungen zu dem Buch greifen sollen, denn für mich war das leider kein Krimi der sich in irgendeiner Weise abhebt. Es war nicht per se schlecht, denn der Schreibstil ist flüssig und lässt sich angenehm lesen. Die beiden Hauptfiguren Helga und Bjarki sind sympathische Charaktere. Aber mir hat es an Spannung und Originalität gefehlt.
In „Schlafende Vulkane“ bekommt die junge Kommissarin Helga ihren ersten großen Fall übertragen. Im Polizeiteam hat sie sowohl Neider, als auch Unterstützer. Allgemein herrscht eine eher freundschaftliche Atmosphäre und es fiel mir leicht, Helga und die Kriminaltechnikerin Yvette ins Herz zu schließen. Obwohl ich sie mag, ist Helga eine relativ blasse Protagonistin. Deutlich mehr Ecken und Kanten hat dagegen Bjarki, ein Streifenpolizist, der für diesen selbstgewählten Job überqualifiziert scheint. Durch sein ganzes Auftreten (Motorradfahrer, unkonventionelle Arbeitsweise) weckt er den Wunsch des Lesers, mehr über ihn zu erfahren.
Der Kriminalfall, aufgrund dessen dieses Polizeiteam zusammengestellt wurde, befasst sich mit einem skrupellosen Serienmörder, der nach einem bestimmten Muster Frauen im Internet sucht, um seine persönliche Vendetta zu verfolgen. Die Vorkommnisse sind ekelerregend und grausam aber für einen erfahrenen Krimileser war das Motiv leider nichts Außergewöhnliches. Es ist nicht so, dass ich mir einen brutaleren Fall gewünscht hätte, aber einen, der weniger austauschbar wirkt.
Die Identität des Täters wurde leider sehr früh enthüllt und generell war die komplette zweite Hälfte sehr vorhersehbar. Meine Vermutung über das nächste Opfer und wie alles ausgehen wird hat sich bewahrheitet. Teilweise kam mir der Verlauf der Handlung auch sehr erzwungen vor. Wer bitte geht nackt und alleine in einer heißen Quelle baden, wenn ein Serienmörder hinter einem her ist?
Insgesamt fand ich „Schlafende Vulkane“ okay, war aber auch froh, als ich es beendet hatte. Trotzdem überlege ich, der Reihe eine zweite Chance zu geben und den Folgeband zu lesen, der im Herbst erscheint. Allein schon um zu erfahren, wie es mit Helga und Bjarki privat weitergeht.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

Düsteres Geheimnis

Home Before Dark
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Da ich Eva Björg Ægisdóttirs Island Reihe sehr gerne lese, war ich sehr neugierig, als ich gesehen habe, dass nun ein Psychothriller von ihr erscheint. Nach der Beendigung habe ich einmal mehr die Bestätigung, ...

Da ich Eva Björg Ægisdóttirs Island Reihe sehr gerne lese, war ich sehr neugierig, als ich gesehen habe, dass nun ein Psychothriller von ihr erscheint. Nach der Beendigung habe ich einmal mehr die Bestätigung, dass ich zu den Büchern der Autorin blind greifen kann und dass eine spannende Lektüre garantiert ist.
Zunächst einmal hat mir gut gefallen, dass die Geschichte 1967 und 1977 spielt, da so sämtliche Erkundigungen und Ermittlungen ohne moderne Technik stattfinden müssen.
10 Jahre nachdem Marsibils Schwester Stina spurlos verschwunden ist, trägt sie noch immer Schuldgefühle mit sich herum, da sie glaubt, ihr damaliger Brieffreund habe ihre Schwester entführt. Nach Jahren der Stille meldet sich der Brieffreund plötzlich wieder und Marisbil startet einen letzten Versuch, um endlich Licht ins Dunkle zu bringen. Dabei stößt sie immer wieder auf Merkwürdigkeiten in den Ermittlungen und Aussagen ihrer Eltern und ein schrecklicher Verdacht breitet sich in ihr aus.
Wer Thriller mit subtiler Spannung mag, ist hier genau richtig. Der Erzählstil von „Home before dark“ ist zwar nicht sonderlich rasant, aber zwischen den Zeilen schwingt eine kontinuierlich mysteriöse Stimmung mit. Über die Hälfte des Buches führte die Autorin mich gedanklich in die falsche Richtung um dann mit kurz aufeinanderfolgenden Plottwists, das Ruder mehrmals in die andere Richtung herumzureißen.
„Home before dark“ beginnt gradlinig und entwickelt sich zu einem überraschenden und bewegenden Thriller. Sowohl Marsibil als auch Stina sind sympathische junge Frauen. Je länger man liest, desto tiefer taucht man in die dunklen Geheimnisse dieser Familie ein, die es wirklich in sich haben.
Für mich war „Home before dark“ ein sehr gelungener, tragischer Thriller. Einzig die isländischen Namen fand ich etwas schwierig und teilweise ähnlich, so dass ich manches Mal zurückblättern musste um mich zu vergewissern, um wen es sich handelt. Der Spannung tat dies aber keinen Abbruch und ich vergebe gerne 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Spooky und fesselnd

Nebelbeute
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Nachdem „Aschesommer“ 2025 eins meiner Jahreshighlights war, habe ich Benjamin Cors neuen Thriller mit Freude erwartet. Ein weiteres Mal konnte mich der Autor mit einer wirklich fesselnden und undurchschaubaren ...

Nachdem „Aschesommer“ 2025 eins meiner Jahreshighlights war, habe ich Benjamin Cors neuen Thriller mit Freude erwartet. Ein weiteres Mal konnte mich der Autor mit einer wirklich fesselnden und undurchschaubaren Geschichte sehr gut unterhalten.
Nach den Ereignissen aus Band 2 ist Mila beurlaubt und nutzt die Zeit, um in einem abgelegenen Dorf auf eigene Faust nach Toblach zu suchen, einem Kriminellen, mit dem sie noch eine offene Rechnung hat.
Benjamin Cors schafft eine tolle, fast spooky Atmosphäre. Die Bewohner des Bergdorfs leben sehr zurückgezogen und wirken teilweise sonderbar.
Getoppt wird die ohnehin düstere Stimmung als eine äußerst spektakulär inszenierte Mordserie beginnt. Das Team der Gruppe 4 rückt an um die Ermittler vor Ort zu unterstützen, jedoch ist die Hilfsbereitschaft überschattet von der Sorge um Mila, die plötzlich verschwindet.
„Nebelbeute“ war für mich extrem undurchschaubar. Ich hatte wirklich keine Idee, wieso diese Morde geschehen und wer dahinter steckt. Als das Motiv enthüllt wurde, fand ich es so außergewöhnlich und interessant, dass ich die folgende Entwicklung komplett gefesselt verfolgte. Als Krönung warf der Autor einen weiteren unerwarteten Plottwist hinterher und rundete den Thriller mit einem gelungenen Showdown ab.
„Nebelbeute“ bleibt meinem Empfinden nach minimal hinter „Aschesommer“ zurück, überzeugt aber trotzdem auf ganzer Linie durch einen flüssigen Schreibstil, eine düstere Atmosphäre, eine spektakuläre Mordserie und einem sehr sympathischen Ermittlerteam. Thrillerfans sollten diese Reihe nicht verpassen!

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Insel des Schreckens

Bachelorette Party
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Da ich die Krimis von Viveca Sten mit Begeisterung lese, wollte ich nun einmal ein Buch von ihrer Tochter ausprobieren und kann sagen, dass ich Camillas Veröffentlichungen nun auch im Auge behalten werde. ...

Da ich die Krimis von Viveca Sten mit Begeisterung lese, wollte ich nun einmal ein Buch von ihrer Tochter ausprobieren und kann sagen, dass ich Camillas Veröffentlichungen nun auch im Auge behalten werde.
„Bacheloretteparty“ hat mich schon im Prolog abgeholt. Ein feuchtfröhlicher Mädeslausflug endet in einer Art Slasher Horrormovie.
10 Jahre später macht sich eine neue Gruppe junger Frauen auf den Weg um auf der Insel einen Junggesellinnenabschied zu feiern. Als Leser hat man hierbei natürlich direkt ein ungutes Gefühl. Erzählerin der Geschichte ist überwiegend Tessa, eine gescheiterte Podcasterin, die ihre ganz eigene Agenda verfolgt. Sie hofft, hinter das Geheimnis der vor 10 Jahren verschwundenen Frauen zu kommen und sich mit dieser investigativen Recherche beruflich zu rehabilitieren.
Der Schreibstil von Camilla Sten ist angenehm flüssig und täuscht dadurch darüber hinweg, dass phasenweise gar nicht so viel passiert. Außer Tessa und Irene, die Besitzerin des Yoga Retreats, wirken die Charaktere eher blass und unscheinbar. Tessa hat mir mit ihrem Ehrgeiz allerdings gut gefallen. Sie war auch mit Abstand die smarteste der Frauen.
Dachte ich zunächst noch, die Frauen sind von einem random Gangster ermordet worden, hatte ich im Verlauf der Handlung immer mehr das Gefühl, dass hinter der Auflösung deutlich mehr steckt. Auf eine verdächtige Person habe ich mich ziemlich schnell eingeschossen und lag damit auch richtig. Ein Motiv konnte ich mir allerdings beim besten Willen nicht vorstellen und hatte deswegen einen Aha-Moment, als sich alles zu entfalten begann. Am Ende kommt es dann zu einem Full-Circle Moment, denn nachdem der Thriller über weite Strecken eher ruhig ist, ist das Finale ein ähnliches Gemetzel, wie der Prolog und wird mit anschaulich detailliert beschrieben.
Alles in allem hat mir „Bacheloretteparty“ eine gute Lesezeit beschert.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Nicht ihr bestes Buch

Wir sehen uns unter den Linden
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Im Rahmen der Subleichen Challenge habe ich „Wir sehen uns unter den Linden“ gelesen. Es handelt sich um ein älteres Buch von Charlotte Roth und ich fand es interessant zu sehen, wie sie hier bereits Themen ...

Im Rahmen der Subleichen Challenge habe ich „Wir sehen uns unter den Linden“ gelesen. Es handelt sich um ein älteres Buch von Charlotte Roth und ich fand es interessant zu sehen, wie sie hier bereits Themen angerissen hat, aus denen sie in den Folgejahren Romane entwickelt hat, wie zum Beispiel Carola Neher oder das Wintergarten Varietè.
Eigentlich lese ich Geschichten auf verschiedenen Zeitebenen gerne. In diesem Fall hat es für mich allerdings nicht so gut funktioniert. Das lag daran, dass die Abschnitte der jeweiligen Ebenen sehr lang sind (mehrere Kapitel) und zudem auch größere Zeitsprünge eingebaut wurden. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass ich immer wieder rausgerissen wurde und nicht richtig in die Handlung eintauchen konnte.
Den Teil, der in der Vergangenheit spielt, habe ich sehr gerne gelesen. Wir begleiten hier Ilo, ihre Entwicklung von einer jungen, sorglosen Künstlerin zu einer verheirateten Mutter, der die Sorge um ihren Mann und ihre beste Freundin in politisch unruhigen Zeiten und während des zweiten Weltkriegs zusetzt. Ich habe mit ihr und ihren Lieben mitgelitten und fand das Schicksal der einzelnen Charaktere sehr bewegend.
Der zweite Handlungsstrang spielt in den 50er und 60er Jahren mit Sanne, der Tochter von Ilo, im Zentrum. Sanne ist extrem linientreu und steht voll und ganz hinter der Politik der DDR. Leider war sie für mich eine sehr unsympathische Protagonistin. Sie hat im Grunde keine Freunde, was mich bei ihrer Art kaum wundert. Sie akzeptiert keine andere Meinung außer der ihren, welche im Grunde genommen auch nicht wirklich ihre ist. Die eingebaute Liebesgeschichte mit dem Koch Kelmi fand ich ganz und gar sonderbar. Kelmi ist gezeichnet wie der lustige Trottel in einem Theaterstück und artikuliert sich dementsprechend. Sanne und Kelmi treffen sich zufällig auf der Straße. Beide haben nichts gemein, Sanne beteuert auch immer wieder, eigentlich nichts mit ihm zu tun haben zu wollen doch Kelmi heftet sich hartnäckig an ihre Fersen. Für mich war diese Liebesgeschichte sehr unecht.
Das Ende des Buches kam dann abrupt und war mit seinem offenen Ende unbefriedigend für mich.

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