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Veröffentlicht am 01.02.2026

Schockierende Mordfälle

DNA
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„DNA“ ist der erste Fall der Krimireihe um Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freya. Schon im Prolog hatte Yrsa Sigurdardottir meine volle Aufmerksamkeit, denn eine Frau wird auf eine äußerst brutale ...

„DNA“ ist der erste Fall der Krimireihe um Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freya. Schon im Prolog hatte Yrsa Sigurdardottir meine volle Aufmerksamkeit, denn eine Frau wird auf eine äußerst brutale Art mit einem Staubsauger ermordet. Das Szenario hat mich völlig schockiert, weil die Mordmethode jede Vorstellungskraft übersteigt. Auch die weiteren Todesfälle, zu denen es im Verlauf des Thrillers kommt, befinden sich auf einem ähnlich heftigen Niveau. Trotz der Brutalität ist „DNA“ grundsätzlich kein reißerischer Krimi. Abseits von den Mordfällen wird keine graphische Gewalt dargestellt, stattdessen wird die Ermittlungsarbeit der Polizei detailliert beschrieben. Der Fall ist eine harte Nuss. Als Leser hat man durch den Prolog eine Ahnung, was Ursache für die Verbrechen ist, aber wie genau alles zusammenhängt, hat sich erst auf den letzten Seiten entfaltet.
Ich fand den Thriller außerordentlich spannend mit einem originellen Plot. Die Idee, dass ein Amateurfunker geheime Botschaften erhält, fand ich sehr gelungen. Dadurch, dass eine wichtige Zeugin ein Kind ist, gewinnt die Geschichte zusätzlich an Emotionalität. Die Auflösung und die Enthüllung der menschlichen Fehlentscheidungen, die zu all dem geführt haben, sind erschütternd.
Das war ein sehr lesenswerter Thriller!

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Quadratische Träume

Das Signal
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Wenn ich zu einem Buch von Ursula Poznanski greife, gehe ich davon aus, dass mich kurzweilige Unterhaltung erwartet. Auch „Das Signal“ konnte mich ab dem ersten Kapitel abholen und fesseln.
Nach einem ...

Wenn ich zu einem Buch von Ursula Poznanski greife, gehe ich davon aus, dass mich kurzweilige Unterhaltung erwartet. Auch „Das Signal“ konnte mich ab dem ersten Kapitel abholen und fesseln.
Nach einem Unfall, an den sie sich nicht erinnern kann, wacht Viola im Krankenhaus mit amputiertem Bein auf. Als wäre das nicht schlimm genug, verhält sich ihr Mann äußerst sonderbar und nach ihrer Entlassung empfängt sie zu Hause eine wortkarge Pflegerin.
Ursula Poznanski schafft eine sehr beklemmende Grundstimmung. Die Vorstellung, nach so einem schweren Unfall in ein zu Hause zu kommen, in dem man sich nicht mehr wohlfühlt, ist sehr gruselig. Wie Viola tappt man zunächst im Dunklen, wieso sich ihre private Situation so dermaßen gedreht hat. Dass mit ihrem Mann und der Pflegerin etwas faul ist, ist so dermaßen offensichtlich, dass es mir schon fast zu viel erschien. Insbesondere ihr Mann Adam tritt extrem unsympathisch und verdächtig auf, dass man sich fragt, wie sich die freundliche Vio überhaupt in ihn verlieben konnte bzw. wie es sein kann, dass er sich so verändert hat.
Viola hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie lässt sich nicht unterkriegen und steckt den Kopf nicht in den Sand, obwohl sie jeden Grund dafür hätte. Sie ist mutig und einfallsreich und versucht hinter das Rätsel zu kommen. Ich fand ihre Einfälle sehr kreativ und es hat Spass gemacht, mit ihr zusammen die anderen Personen zu beobachten. Die ersten dreiviertel des Thrillers waren 5 Sterne für mich. In der Gesamtbewertung entscheide ich mich allerdings doch nur für 4 Sterne, da mir die Auflösung und der Grund für das Ganze nicht so gut gefallen haben. Ich hätte erwartet, dass mehr hinter all dem steckt, als es tatsächlich war.
Alles in allem ist „Das Signal“ ein empfehlenswerter Thriller, wenn man einfach mal vom Alltag abschalten möchte oder vielleicht sogar in einer Leseflaute steckt, denn es las sich sehr flüssig und man kann das Buch nur schwer aus der Hand legen.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Wahnsinnig lang

Dornenmädchen
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Nachdem die „Tränen“ Trilogie ein Highlight für mich war, war ich optimistisch gestimmt, um mich an die „Dornen“ Reihe zu wagen, die mich bisher aufgrund der extrem dicken Wälzer abgeschreckt hatte.
„Dornenmädchen“ ...

Nachdem die „Tränen“ Trilogie ein Highlight für mich war, war ich optimistisch gestimmt, um mich an die „Dornen“ Reihe zu wagen, die mich bisher aufgrund der extrem dicken Wälzer abgeschreckt hatte.
„Dornenmädchen“ ist mit 880 in Minischrift bedruckten Seiten definitiv das dickste Buch, welches ich seit langem gelesen habe. Die Stimmen zu diesem Thriller sind überwiegend positiv und ich bin überrascht sagen zu müssen, dass ich „Dornenmädchen“ nur mittelmäßig fand. Es hat viele Seiten und liest sich leider genauso. Sehr langatmig und ausschweifend. Kurios ist auch, dass bis Seite 400 zum Beispiel erst ein Tag in der Zeitrechnung der Handlung vergangen ist.

Im Zentrum steht Therapeutin Faye, die von einem Stalker aufs Übelste verfolgt wird. Als sie unter neuem Namen einen Neustart wagt, wartet das Grauen bereit auf sie. Zunächst läuft ihr eine verletzte Frau vors Auto und dann werden Leichen in ihrem Haus gefunden.

Der Fall um die entführten Frauen ist spannend und schockierend brutal. Es gelang der Autorin sehr erfolgreich, die Identität des Täters undurchsichtig zu halten. Ich war mir lange nicht sicher, wer es ist. Nachdem die Identität dann allerdings endgültig gelüftet ist, ging das Buch für meinen Geschmack noch zu lange weiter.

Bedauerlicherweise war es immer wieder so, dass jedes Mal, wenn ich das Gefühl hatte, die Handlung zieht an, das nächste langatmige Kapitel dazwischen kam.
Die Liebesgeschichte konnte mich diesmal auch überhaupt nicht überzeugen. Ich fand das Geschmachte zwischen Faye und Gideon eher zum Fremdschämen schwülstig und die Emotionen sind bei mir null angekommen.
Für mich war „Dornenmädchen“ eher eine Quälerei als ein Genuss und ich war froh, als ich endlich bei der letzten Seite angekommen war.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Gemischte Gefühle

Gut Erlensee – Marillas Schicksal
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Band 1 und 2 der „Gut Erlensee“ Trilogie habe ich seinerzeit kurz nach Erscheinen gelesen und sie haben mir sehr gefallen. Trotzdem lag Band 3 nun 2,5 Jahre auf meinem SuB. Ich wollte zwar wissen, wie ...

Band 1 und 2 der „Gut Erlensee“ Trilogie habe ich seinerzeit kurz nach Erscheinen gelesen und sie haben mir sehr gefallen. Trotzdem lag Band 3 nun 2,5 Jahre auf meinem SuB. Ich wollte zwar wissen, wie es weitergeht, konnte mich aber nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass das Happy-End von Marilla und Eduard nicht von Dauer ist.
Nach dem Verlust von Eduard kehrt Marilla also in den Kreis ihrer Familie zurück. Obwohl erst wenige Monate vergangen sind, konnte sie sich auffallend schnell für den Nachbarn Graf Leonhardt erwärmen. Das fand ich etwas befremdlich, auch, wie schnell Liebesschwüre für sie möglich waren. Die komplette Geschichte von Marilla empfand ich ziemlich forciert und auf Drama ausgerichtet. Insbesondere auch das Verhältnis zur bösen Schwiegermutter in spe. Meiner Meinung nach hätte man Marilla und Eduard nicht antasten müssen, um Stoff für einen dritten Band zu haben. Die Nebenhandlungen waren nämlich äußerst fesselnd und mit mehr Tiefe als die Haupthandlung.
Zum einen hatten wir hier den Handlungsstrang um die jüngste Schwester Carla die einfach nur eine selbstständige Frau, die einen Hof leitet, sein möchte. Doch in den 1920er Jahren sehen die Konventionen andere Pläne für junge Mädchen vor. Ich fand ihren inneren Struggle sehr realistisch dargestellt und es hat mich bewegt, zu welchen Überwindungen sie fähig war, immer in der Hoffnung, ein wenig Glück zu finden.
Auch Bruder Georgs Geschichte ist eine, die zu Herzen geht. Ich habe mir Sorgen um ihn gemacht und gehofft, dass alles gut wird.
Schade, dass es keine weiteren Bände gibt und wir somit nicht erfahren werden, ob es für Carla und Georg ein Happy-End gibt.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Erst spannend, dann absurd

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Nachdem mich „Love, Mom“ kürzlich enttäuscht hatte, wollte ich Iliana Xander eine zweite Chance geben. Der Klappentext von „Der Boss“ klingt nämlich ausgesprochen viel versprechend. Kaum angefangen, war ...

Nachdem mich „Love, Mom“ kürzlich enttäuscht hatte, wollte ich Iliana Xander eine zweite Chance geben. Der Klappentext von „Der Boss“ klingt nämlich ausgesprochen viel versprechend. Kaum angefangen, war ich von dem Thriller zunächst einmal richtig begeistert. Die Handlung ist temporeich, die Kapitel sehr kurz. Ich flog durch die Seiten, eben ein richtig guter Buchsnack für zwischendurch.

Als Natalies Freundin nach einer Partynacht vergiftet im Krankenhaus liegt, beschließt sie auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Unter einem Vorwand besorgt sie sich einen Job bei dem Mann, dem sie die Schuld am Zustand ihrer Freundin gibt. In dem Haushalt ist alles sonderbar. Der Hausherr ist exzentrisch, die Angestellten geheimniskrämerisch und es gibt eine Menge seltsamer Regeln.

Alles ist sehr fesselnd geschrieben. Iliana Xander führt den Leser erfolgreich aufs Glatteis, was die Gründe für die Vergiftung sein könnten. Für weitere Verwirrung sorgen kurze Kapitel aus der Perspektive einer unbekannten Person. Schien es am Anfang noch eindeutig, um wenn es sich hierbei handelt, musste ich meine Vermutung im Verlauf der Geschichte mehrmals ändern. Hier kamen „Pretty little liars“ Vibes auf, mit einem Anonymus, der die Strippen zieht.

Ich fand „Der Boss“ richtig gelungen, bis zu dem Moment, als die Auflösung anfing sich zu entwickeln. Ab da ging es steil in Richtung Absurdität. Die Handlung nahm eine Wendung, die ich zwar nie hätte kommen sehen, die die Geschichte allerdings komplett an den Haaren herbei gezogen und unrealistisch macht.
Schade, die letzten ca. 70 Seiten haben den Thriller für mich leider verbockt.

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