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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2026

Sehr gut geschrieben

Wem du traust
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Vor einigen Jahren hat mir „Die Frau vom Strand“ von Petra Johann sehr gefallen. Seit dem sind einige Bücher der Autorin auf meiner Wunschliste gelandet. Mit „Wem du traust“ habe ich nun endlich mal wieder ...

Vor einigen Jahren hat mir „Die Frau vom Strand“ von Petra Johann sehr gefallen. Seit dem sind einige Bücher der Autorin auf meiner Wunschliste gelandet. Mit „Wem du traust“ habe ich nun endlich mal wieder einen ihrer Krimis gelesen. Und was soll ich sagen… wow, ich muss definitiv mehr von Petra Johann lesen! Sie kann sehr gut mit Worten umgehen und ihr Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen. Er ist lebhaft und hält eine kontinuierliche Spannung.
Die Geschichte ist aus zwei Perspektiven geschrieben. Zum einen haben wir hier einen klassischen Ermittlerkrimi und auf der anderen Seite erfahren wir Evas Sicht der Dinge.
Eva und Daniel führen ein glückliches Familienleben bis eines Nachts ihr Kindermädchen spurlos verschwindet. Im Zuge der Ermittlungen rückt Daniel immer weiter in den Fokus und wird schnell zum Hauptverdächtigen.
Petra Johann gelingt es sehr gut, Zweifel zu sähen. Ist Daniel so sympathisch wie er scheint oder hat er eine dunkle Seite? Und wieso verstrickt er sich immer wieder in Heimlichkeiten und Lügen.
Das Buch zeigt sehr gut, wie schnell man aufgrund von Indizien ins Zentrum polizeilicher Ermittlungen rücken kann. Ich fand „Wem du traust“ sehr fesselnd und war hin und her gerissen zwischen „Die Lösung liegt auf der Hand“ und „Kann es wirklich so einfach sein“? Petra Johann lässt ihre Leser bis zum Schluss zweifeln, so dass ich wirklich bis zuletzt an den Seiten klebte. Eigentlich war es ein sehr gutes Buch. Allerding hatte ich kürzlich einen Thriller mit einer sehr ähnlichen Auflösung gelesen, was meine Begeisterung ein klein wenig trübt. 4,5 Sterne von meiner Seite.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Verdrängte Vergangenheit

Das Kind mit den stummen Augen
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Es fällt mir ein wenig schwer, „Das Kind, mit den stummen Augen“ zu bewerten. Wenn es um wahre Ereignisse geht, fühle ich mich immer etwas schlecht, keine volle Sternebewertung zu vergeben.
Dieser Roman ...

Es fällt mir ein wenig schwer, „Das Kind, mit den stummen Augen“ zu bewerten. Wenn es um wahre Ereignisse geht, fühle ich mich immer etwas schlecht, keine volle Sternebewertung zu vergeben.
Dieser Roman spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart arbeitet Theresa im Teeladen ihrer Mutter und Tante. Während sie voller Innovationsideen und Energie ist, um das Geschäft vor der Insolvenz zu retten, wird sie permanent von der älteren Generation ausgebremst. Als sie für einen Zeitungsartikel in alten Fotoalben blättert, stößt sie auf tragische Erlebnisse in der Kindheit ihrer Mutter und Tante.
Die Gegenwartshandlung empfand ich als relativ forciert. Wieso sollte ein Journalist in dieser Situation zufällig auf ein wohlgehütetes Familiengeheimnis stoßen bzw. warum würde er auf einem Foto mit ihm völlig fremden Menschen etwas Aufälliges finden? Diesen Aufhänger fand ich etwas an den Haaren herbei gezogen. Auch die aufkeimende Romanze zwischen Theresa und Jonas war ziemlich stereotyp.
„Das Kind mit den stummen Augen“ umfasst nur 330 Seiten. Auf diesen wenigen Raum presst Lena Rohn eine Menge Handlung. Ein Teeladen mit langer Tradition, Therese mit einem Haufen Ballast und Problemen und in Rückblicken ein tragischer Aufenthalt in einem Kinderkurheim
Weder Theresa noch ihre Mutter und ihre Tante waren mir sonderlich sympathisch. Ich empfand die Gegenwartshandlung ziemlich zäh. Anders sah es mit dem Teil der Geschichte, der in der Vergangenheit spielte aus. Was damals auf diesen Kinderkuren geschah ist unfassbar und schockiert mich immer wieder aufs Neue. Insbesondere geht mir einfach nicht in den Kopf, was mit diesen Schwestern und Erzieherinnen, die dort arbeiteten, verkehrt war.
Viele Kinder mussten leider solch grausame Erfahrungen machen und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich Szenarien wiederholen, wenn man mehrere Romane zu diesem Thema liest. Trotzdem kam ich nicht umhin Vergleiche anzustellen. Letztes Jahr habe ich „Am Meer ist es schön“ gelesen, ein echtes Highlight und aufgrund der thematischen Ähnlichkeit dieser beiden Romane kam mir „Das Kind, mit den stummen Augen“ wie ein schlechterer Abklatsch vor. Mehr als 3 Sterne kann ich leider nicht vergeben.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Cluedomäßige Tätersuche

Eisnebel
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Ich mag sowohl Thriller als auch Familiengeheimnisse und so hatte „Eisnebel“ von Kate Alice Marshall zunächst einmal gute Chancen, mir zu gefallen.
Connor und Theodora kennen sich erst sechs Monate und ...

Ich mag sowohl Thriller als auch Familiengeheimnisse und so hatte „Eisnebel“ von Kate Alice Marshall zunächst einmal gute Chancen, mir zu gefallen.
Connor und Theodora kennen sich erst sechs Monate und sind bereits verlobt. Connor nutzt die Winterferien um seine Verlobte seiner Familie vorzustellen, die sich traditionsgemäß abgeschieden in den Bergen trifft. Die wohlhabenden Daltons beäugen Theo skeptisch und die junge Frau fühlt sich mehr als unwohl. Zudem wird sie auch noch von verwirrenden Flashbacks heimgesucht.
Der Schreibstil von Kate Alice Marshall liest sich grundsätzlich angenehm und es gelingt ihr sehr gut, die verschneite Winterlandschaft zu beschreiben. Die Mischung aus Kälte und dem Gefühl unwillkommen zu sein, kamen sehr authentisch rüber und es entsteht eine beängstigende Locked Room Situation. Connors Familie ist alles andere als herzlich und ich hätte keinen Tag mit diesen Menschen verbringen wollen.
Connor und Theo empfand ich einerseits undurchschaubar, ich war mir nie sicher, ob hinter der freundlichen Fassade noch ein zweites Gesicht steckt. Gleichzeitig fand ich beide sowie auch die anderen Charaktere ziemlich blass und schlecht zu greifen. Ich konnte zu niemanden eine Verbindung aufbauen. Dadurch habe ich nach dem relativ spannenden Einstieg im Verlauf der weiteren Handlung etwas das Interesse verloren. Ohne viel spoilern zu wollen erscheint es mir auch absolut absurd, dass Theo und Connor sich zufällig kennenlernen.
Während es im Mittelteil eher gemütlich zugeht, überschlagen sich in den letzten Kapiteln die Ereignisse. Persönlich war es mir zu viel hin und her um wirklich spannend zu sein. Nach dem x. neuen vermeintlichen Tathergang war ich eher genervt als geschockt. Die Geschichte hat etwas von dem Spiel Cluedo, bei dem man alle möglichen Varianten nacheinander durchgeht. War es vielleicht Oberst von Gatow mit dem Kronleuchter im Klavierzimmer oder doch Fräulein Gloria mit dem Dolch im Salon.
Ich hatte mir mehr von „Eisnebel“ versprochen und fand es letztendlich doch nur geht so.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Erst super, dann naja

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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„Die Kollegin“ hat mich zunächst einmal richtig mitgerissen. Freida McFadden baut direkt sehr starke Spannung auf und ich konnte den Thriller, kaum dass ich begonnen hatte, nicht mehr aus der Hand legen. ...

„Die Kollegin“ hat mich zunächst einmal richtig mitgerissen. Freida McFadden baut direkt sehr starke Spannung auf und ich konnte den Thriller, kaum dass ich begonnen hatte, nicht mehr aus der Hand legen.
Natalie macht sich Sorgen um ihre überaus zuverlässige Kollegin Dawn, die eines Tages nicht mehr zur Arbeit erscheint. Als sie in der Wohnung von Dawn Blutspuren findet, gerät sie selbst in den Fokus der Ermittlungen.
Natalie wirkt zunächst freundlich und empathisch. Im Verlauf der Polizeibefragungen verhält sie sich auf eine Art naiv, dass mir nichts anderes übrig blieb, als über ihre Idiotie zu lachen. Sie reitet sich selber immer tiefer rein und merkt es nicht.
Mit der Zeit streut Freida McFadden sehr erfolgreich Zweifel, ob Natalie wirklich so harmlos ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Im letzten Drittel gab es dann einen Plottwist, der mich zunächst staunen lies, ab dem es allerdings relativ langweilig und vorhersehbar wurde.
Die ersten beiden Drittel von „Die Kollegin“ fand ich wirklich außerordentlich spannend. Es war ein 5 Sterne Thriller, durch dessen Seiten ich nur so flog. Umso mehr enttäuscht es mich, dass es nach dem Haupttwist dermaßen offensichtlich wurde, wie alles enden wird. Insgesamt gebe ich deswegen doch nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Dunkle Machenschaften

Schattenmädchen
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Zum Glück war die Wartezeit auf Band 3 der Fredrika Storm Reihe kürzer als auf Band 2. „Schattenmädchen“ reiht sich in meinem Ranking der Reihe direkt hinter „Schwarzvogel“ ein.
Es handelt sich um einen ...

Zum Glück war die Wartezeit auf Band 3 der Fredrika Storm Reihe kürzer als auf Band 2. „Schattenmädchen“ reiht sich in meinem Ranking der Reihe direkt hinter „Schwarzvogel“ ein.
Es handelt sich um einen spannenden Ermittlerkrimi, der meine Neugierde schnell wecken konnte und die das komplette Buch über anhielt.
Eine Studentin verschwindet nach einer Party spurlos. Niemand will sie gesehen haben. Indizien deuten auf den Tech Millionär Markus Zenberg hin, doch egal, wieviel Mühe sich Fredrika gibt, die Beschaffung eindeutiger Beweise schlägt immer wieder fehl. Als Markus noch Student, war, ist schon einmal eine Frau einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Ist er etwa ein Serientäter?
Fredrika ist felsenfest von seiner Schuld überzeugt. In ihrer Verbissenheit merkt sie nicht, dass sie immer mehr mit Scheuklappen den Fall betrachtet. Generell mag ich Fredrika ziemlich gerne aber in „Schattenmädchen“ ging mir ihre fehlende Weitsicht zunehmend auf die Nerven. Sie ist so auf ihr Thema fokussiert, dass sie alles andere ausblendet. Seien es Hinweise auf mögliche andere Verdächtige und Spuren oder ihr Verhalten gegenüber ihrem Freund Jonas. Der arme Mann hat mir teilweise ganz schön leidgetan, wie rücksichtlos Fredrika mit seinen Gefühlen umspringt.
Als Leser ahnte man schon, dass die Auflösung doch nicht so offensichtlich ist, wie es schien. Die genauen Details konnte ich allerdings nicht vorhersehen. Den finalen Plottwist fand ich ausgesprochen überraschend aber auch ziemlich unrealistisch.
Frida Sybäck konnte mich einmal mehr mit einem kurzweiligen Krimi unterhalten. Ich lese diese Reihe sehr gerne. Nun bin ich gespannt, wie es mit Henry im nächsten Band weitergeht. Zum Glück kommt Teil 4 schon im Juli 2026 raus.

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