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Veröffentlicht am 04.04.2025

Naive Protagonistin im Urlaubsparadies

The Surf House
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Bea hasst ihren Job als Modell. In einer Kurzschlussreaktion wirft sie alles hin, läuft alleine durch die einsamen Gassen von Marrakesch und wird prompt überfallen. Zum Glück kommt ihr eine fremde Frau ...

Bea hasst ihren Job als Modell. In einer Kurzschlussreaktion wirft sie alles hin, läuft alleine durch die einsamen Gassen von Marrakesch und wird prompt überfallen. Zum Glück kommt ihr eine fremde Frau zur Hilfe, die sie anschließend in ihre Pension „Surf House“ einlädt und Bea einen Job anbietet.

Ich fand Bea ziemlich naiv und hilflos. Selbst wenn sie nicht länger als Modell arbeiten will, hätte sie doch sicherlich ihre Agentin um Hilfe bitten können, wegen dem verlorenen Pass. Stattdessen versteckt sie sich im Surf House und akzeptiert stumm Erpressungen. Sie vertraut wahnsinnig schnell fremden Menschen, obwohl ausnahmslos jeder, den sie dort trifft offenkundig Geheimnisse hat und irgendwie verdächtig wirkt. Wenn ich von der seit einem Jahr vermissten Urlauberin erfahren hätte, hätte ich diesen Ort bzw. diese Menschen schnellstmöglich verlassen. Bea bringt sich sehenden Auges immer weiter in Gefahr. Ich habe permanent damit gerechnet, dass sie ermordet wird.

„The Surf House“ war für mich eher ein Roman als ein Thriller. Spannung kommt wenn überhaupt höchstens am Anfang und am Ende auf. Dazwischen bewegt sich die Geschichte ziemlich gemütlich vorwärts. Es wird viel gesurft und nachts am Strand entlang geschlichen. Gefühlt flirtet jeder mit jedem. Eine Affäre hier, ein Seitensprung da. Ich fand es nervig.
Die Leute waren mir auch überhaupt nicht sympathisch. Am Schlimmsten war Marnie mit ihrer Fake-Freundlichkeit. Das Ende habe ich in etwas so kommen sehen. Von daher konnte auch hier nichts mehr herausgerissen werden. Leider war das Beste an dem Buch das wirklich sehr schöne Cover, von dem ich mich habe blenden lassen.

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Zerstörerische Liebe

Wie Risse in der Erde
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„Wie Risse in der Erde“ ist ein auf verschiedenen Zeitebenen erzähltes Drama.
Beth und Gabriel sind Highschool-Sweethearts, bis die Liebesbeziehung ein abruptes Ende nimmt. Beth wirft ihre College-Pläne ...

„Wie Risse in der Erde“ ist ein auf verschiedenen Zeitebenen erzähltes Drama.
Beth und Gabriel sind Highschool-Sweethearts, bis die Liebesbeziehung ein abruptes Ende nimmt. Beth wirft ihre College-Pläne über Bord, heiratet jung den Farmer Frank und ist zufrieden mit ihrem Leben, bis Gabriel nach mehr als 10 Jahren wieder vor ihr steht und ein schreckliches Unglück alles auf den Kopf stellt.

Vom Klappentext und der Leseprobe her, hatte ich erwartet, dass der Gerichtsprozess einen wesentlich größeren Anteil an der Geschichte einnimmt. Ich hatte mir eine Mischung aus Roman und Krimi vorgestellt. Tatsächlich findet der angekündigte Todesfall erst gegen Ende des Buches statt. Davor erzählt die Autorin ausführlich die Geschichte von Beth, Gabriel, Frank und seinem Bruder Jimmy. Das Erzähltempo ist gemächlich, aber nicht langweilig. Die Sprache ist bildhaft und ermöglicht einen guten Lesefluss.

Eine Dreiecksgeschichte bringt meistens viele Verletzungen mit sich und auch hier bestätigt sich dies. Mit Beth bin ich nicht richtig warm geworden. Auf ihre Art liebt sie Frank aber es wird immer wieder klar, dass er für sie zweite Wahl ist. Eine Vernunftlösung. Frank ist ein herzensguter Mensch, der alles für seine Familie gibt und der deutlich mehr verdient hätte, als Beth ihm geben kann. Ihm, Jimmy und seiner Frau Nina galt mein ganzes Mitleid, denn sie sind die Verlierer der Geschichte.
Als die Gründe für Beths und Gabriels Trennung als Jugendliche herauskam, konnte ich nur den Kopf schütteln über diese Idiotie und generell über das Verhalten dieser beiden Erwachsenen, die emotional in der Vergangenheit hängen geblieben sind und die Gefühle der Menschen in der Gegenwart mit Füßen treten. Ich fand Beth und Gabriel gleichermaßen egoistisch.
Gut gefallen hat mir, dass die kurzen Sequenzen über den Prozess lange mysteriös blieben. Zunächst war nicht klar, wer überhaupt tot ist. Als es dann enthüllt wurde, war ich kurz überrascht, bevor ich die restliche Entwicklung der Geschichte ziemlich genau vorhersagen konnte.
„Wie Risse in der Erde“ ist eine überwiegend düsteres Buch, dass von schrecklichen Tragödien berichtet. Durch den wirklich guten Schreibstil der Autorin hat mir der Roman insgesamt gut gefallen.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Thriller für zwischendurch

Die Villa
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Der pinke Sonnenuntergang auf dem Cover von „Die Villa“ hat mich angesprochen. Die Autorin Jess Ryder entführt uns nach Marbella. Im Urlaubsziel der Schönen und Reichen möchte Aoife ihren Jungesellinnenabschied ...

Der pinke Sonnenuntergang auf dem Cover von „Die Villa“ hat mich angesprochen. Die Autorin Jess Ryder entführt uns nach Marbella. Im Urlaubsziel der Schönen und Reichen möchte Aoife ihren Jungesellinnenabschied feiern.
Die fröhliche Stimmung ist von Anfang an nur oberflächlich, denn die Mädels sind aufeinander eifersüchtig und auch die Freundschaft zu Aoife ist nicht so dick, wie es auf den ersten Blick scheint.
Ich bin froh, dass ich bei diesem Wochenende nicht dabei sein musste, denn ich hätte mich äußerst unwohl gefühlt in dieser nach außen freundlichen und hinterrücks gelästerten Atmosphäre. Die Einzige, die ich ganz gut leiden konnte, war Dani. Dani wird von Beth, Tiff und Celine gerne als Unruhestifterin und Partysüchtig dargestellt. Tatsächlich ist sie aber die Einzige, die wirklich an Aoifes Wohlergehen interessiert ist und eine ehrliche Freundin ist.
Beth ist prinzipiell auch ganz okay, aber Tiff und Celine sind dermaßen von Neid zerfressen, dass man zu ihnen definitiv keinen Kontakt haben möchte.
Die Braut in spe ist auch ein ziemlich schwieriger Charakter. Einerseits ist sie eine selbstbewußte Frau, andererseits ist sie mit dem Controllfreak Nathan verlobt. Mir war nicht ganz klar, wie sie in so eine Situation kommen konnte.
Aoife meint es generell gut, aber sie ist sehr Ich-bezogen und merkt dabei nicht, wenn sie die Gefühle von anderen verletzt.
Das Partywochenende endet mit einem Todesfall.
3 Jahre später lockt Dani Beth, Tiff und Celine unter Vorwand nach Marbella. Sie hofft, ihre Gedächtnislücken füllen zu können, um endlich mit der Tragödie abzuschließen.
Ich fand es unrealistisch, dass dieser Trip zu Stande kam. Dani hatte mit den anderen Dreien jahrelang keinen Kontakt und wird von ihnen abgelehnt. Warum hätten sie sich darauf einlassen sollen?
Zu Beginn stehen Dani nur 24 Stunden zur Verfügung, bis die Mädels wieder abreisen. Trotzdem unternimmt sie erstmal wenig bis gar keine Versuche, über alles zu reden.
In Rückblenden wird erzählt, was damals geschah.
Jess Ryder schreibt kurzweilig und überrascht gegen Ende mit einigen Enthüllungen, auf die ich nicht gekommen war. Ich war mir nämlich relativ von Anfang an sicher, ich wüsste, was passiert ist. Tatsächlich war es dann doch komplett anders
Eine Storyline, die als heiße Spur gehandelt wurde und viel Raum eingenommen hat, hat sich nachträglich im Todesfall Aoife als irrelevant herausgestellt, was mich unzufrieden zurück lässt.

„Die Villa“ ist ein leichter Thriller für zwischendurch. Den Plot fand ich rückblickend nicht so gut durchdacht.
Kann man lesen, es ist keine Zeitverschwendung, aber man verpasst auch nichts, wenn man das Buch auslässt.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Beginnt witzig, endet absurd

Wenn ich nicht Urlaub mache, macht es jemand anderes
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Da ich seit ein paar Monaten gerne den Podcast „Drinnies“ höre und ich außerdem den Buchtitel „Wenn ich keinen Urlaub mache, macht es jemand anders“ witzig finde, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Zunächst ...

Da ich seit ein paar Monaten gerne den Podcast „Drinnies“ höre und ich außerdem den Buchtitel „Wenn ich keinen Urlaub mache, macht es jemand anders“ witzig finde, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Zunächst konnten mich die Kurzgeschichten gut unterhalten. Giulia Becker erzählt Alltagssituationen, in denen ich mich wiederfinden konnte. Damit, dass es jedes Mal in Absurditäten gipfelt, konnte ich am Anfang leben.
Beim Lesen hörte ich im Kopf Giulia Beckers Stimme und konnte mir richtig gut vorstellen, wie sie die Geschichten erzählt. Ich glaube, an diesem Buch haben insbesondere Fans der Comedian ihre Freude. Wenn man sie nicht kennt, weiß ich nicht, ob man mit den Stories viel anfangen kann, denn es ist schon eine spezielle Art von Humor.
Wie gesagt, mochte ich die überspannte Darstellung von Alltagssituationen. Die kleinen Gedichte zwischen den Geschichten kann man mal drüber lesen, hatten für mich aber keinen Unterhaltungswert.
Leider gingen Giulia Becker scheinbar relativ bald die Ideen aus. Im letzten Drittel ist der Inhalt nur noch komplette Absurdität (z. B. die Geschichte über den Detektiv) und ich konnte überhaupt nicht mehr über darüber lachen, es hat mich mehr genervt als unterhalten.
Insgesamt fand ich diese Sammlung dann doch nur so naja. Schade, ich hatte mehr erwartet. Der „Drinnies“ Podcast ist deutlich lustiger.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Sehr originell

Eisiges Glas
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Kurz nachdem Leo Asker in „Stille Falle“ ihren ersten Fall seit der Verletzung gelöst hat, steht sie auch schon vor der nächsten Herausforderung. Ihr Vater, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt hat, ruft ...

Kurz nachdem Leo Asker in „Stille Falle“ ihren ersten Fall seit der Verletzung gelöst hat, steht sie auch schon vor der nächsten Herausforderung. Ihr Vater, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt hat, ruft sie an und benötigt ihre Hilfe. Trotz ihrer Abneigung gegenüber Per vertieft Leo sich in den Fall und setzt sich dabei manches Mal über Dienstvorschriften hinweg.

In „Eisiges Glas“ entwickelt sich die Kellerabteilung ein Stück weiter und man bekommt Hoffnung, dass aus dieser Sammlung an ausgestoßenen Polizisten tatsächlich ein Team werden könnte.
Ich war überrascht, wie hilfsbereit und engagiert Leos Mitarbeiter sein können, wenn man ihnen eine Chance gibt. Vor allem Rose kann ich gut leiden und dass Leo nun notgedrungen im Polizeichor singt, ist eine witzige Wendung.

Kürzlich war ich im Planetarium und der beeindruckende Film über das Weltall hängt mir noch nach. Deswegen war ich in genau der richtigen Stimmung, um mich auf „Eisiges Glas“ einzulassen.Vermeintliche UFO Sichtungen, ein Meteorit, sowie Forschungen, die genauso in einem Sci-Fi Roman vorkommen könnten, spielen nämlich eine große Rolle.
Der Krimi war thematisch etwas komplett anderes ich könnte keine Ähnlichkeit zu einem anderen Buch benennen.
Die Kapitel sind kurz und neben der Geschichte um Asker und ihren Vater treffen wir ein weiteres Mal auf Martin Hill. Dieser arbeitet gerade an der Biografie über eine Unternehmerfamilie. Was erst wie die Erfüllung eines Herzenswunsches klingt, entwickelt sich immer mehr zum Alptraum, denn die Regeln auf dem Familienanwesen sind sehr streng, gepaart mit permanenter Überwachung, so dass Martin sich bald mehr wie ein Gefangener als wie ein Gast fühlt.
Ich habe mich lange gefragt, ob diese beiden Handlungsstränge etwas miteinander zu tun haben, da die Schnittmenge erst spät ersichtlich wird, dafür aber umso krasser ist.
Wenn man darauf verzichtet, zu hinterfragen, ob das was hier passiert überhaupt möglich ist, ist die Aufklärung wirklich „jaw dropping“ und wenn man sich gedanklich darauf einlässt, hat es durchaus etwas gruseliges.
Ich fand „Eisiges Glas“ ausgesprochen originell. Vom Aufbau her vielleicht ein wenig zu ähnlich zu „Stille Falle“. Wieder geraten Leo und Martin in Lebensgefahr und wieder gibt es Kapitel aus Sicht eines Täters, der ein Pseudonym trägt. Am Anfang dachte ich, es wäre klar, wer der „gläserne Mann“ ist, aber nach einer Weile stellte sich heraus, dass meine erste Theorie falsch war. Alles bezüglich des Täters, seine Vorgehensweise, seine Motivation, sein Auftreten... ist einfach nur heftig.
Also ich fand den zweiten Band dieser Reihe mega gut und originell.
Die Leo Asker Krimis lohnen sich total und ich freue mich jetzt schon auf Band 3.

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