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Veröffentlicht am 09.05.2025

Keine perfekte Ehe

Die Frau des Serienkillers
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Beth und Tom führen ein glückliches Leben. Sie sind in ein tolles Haus auf dem Land umgezogen und Beth konnte sich den Traum vom eigenen Cafè erfüllen. Doch eines Tages steht die Polizei vor der Tür. Tom ...

Beth und Tom führen ein glückliches Leben. Sie sind in ein tolles Haus auf dem Land umgezogen und Beth konnte sich den Traum vom eigenen Cafè erfüllen. Doch eines Tages steht die Polizei vor der Tür. Tom wird mit dem Verschwinden seiner Exfreundin Kathie in Verbindung gebracht.

„Die Frau des Serienkillers“ wird überwiegend in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Beth erzählt. Zwischendurch gibt es Kapitel aus Sicht von Tom sowie von anderen Frauen. Der Schreibstil von Alice Hunter hat mir sehr gut gefallen. Der Thriller lässt sich leicht lesen und ich war wirklich interessiert, mehr herauszufinden.

Das Tom ein Mörder ist, sagt schon der Titel. Der deutlich spannendere Charakter war für mich Beth. Obwohl der Hauptfokus der Geschichte auf ihr lag, blieb sie mir lange rätselhaft, was aber wohl so gewollt ist. Sie wird als sympathische Cafèbesitzerin vorgestellt (tolle Idee übrigens mit dem Keramikcafé), wird im Lauf der Handlung allerdings immer ominöser. Die Vorwürfe gegen ihren Mann scheinen sie wenig zu berühren. Sie beginnt sogar zu daten, kaum dass Tom in U-Haft sitzt. Das fand ich alles sehr seltsam. Ich finde allerdings, es hätte der Spannung gut getan, wenn es schon im Mittelteil die ein oder andere Enthüllung gegeben hätte. Leider gab es nämlich bis zur Auflösung nie einen Twist, was ich für einen Thriller etwas mau finde.
Das Ende hatte ich so in der Art nicht vorhergesehen und fand es böse und gelungen, auch wenn ich Beths Verhalten schon äußerst überspannt finde. Man hätte die Probleme auch einfacher lösen können.

„Die Frau des Serienkillers“ hat mich gut unterhalten und ich bin auf die weiteren Bücher der Autorin gespannt.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Verschenktes Potential

Killer Potential
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3,5 Sterne.
„Killer Potential“ fällt schon durch das intensiv gelbe Cover auf. Das Buch wirkte auf den ersten Blick anders und tatsächlich fand ich die Storyline von der Grundidee her ziemlich erfrischend. ...

3,5 Sterne.
„Killer Potential“ fällt schon durch das intensiv gelbe Cover auf. Das Buch wirkte auf den ersten Blick anders und tatsächlich fand ich die Storyline von der Grundidee her ziemlich erfrischend.
Evie arbeitet als Tutorin. Als sie eines Nachmittags zur Nachhilfestunde erscheint, findet sie die Eltern ihrer Schülerin ermordet vor. Sie hätte die Polizei rufen können, doch von einer Sekunde auf die andere läuft alles aus dem Ruder. Unter der Treppe findet Evie eine gefesselte Frau und durch ein Missverständnis kommt es zu einem Handgemenge mit ihrer Nachhilfeschülerin Selena. Plötzlich befinden sich Evie und die gefesselte Frau auf der Flucht. Eine wilde Fahrt durch sämtliche Bundesstaaten beginnt, denn für die Polizei sind die beiden Mörderinnen.

Der Thriller beginnt sehr skurril und Evie hatte zunächst einen ziemlich sarkastischen Humor, der mich amüsiert hat. Die Geschichte startet direkt mit dem Mord und der Flucht. Da es so spannend begann, hatte ich erwartet, dass es nun immer so rasant weitergeht. Allerdings war die Luft nach einer Weile raus, weil sich die Dinge zu wiederholen beginnen. Die beiden Frauen klauen immer wieder Autos, Boote oder Lebensmittel, brechen irgendwo ein und werden dabei immer mal wieder erwischt.
Auf Dauer wurde es doch ein wenig lahm, zumal mir Evie mit der Zeit immer mehr wie eine naive Idiotin erschien. Das man im ersten Schock etwas Unbedachtes tut, okay, aber irgendwann müssten die Synapsen ja wieder einklicken. Evie hat die Victors nicht ermordet, deswegen ist diese ganze Tour kompletter Irrsinn. Sie steht permanent neben sich und zieht die einfachsten Schlüsse nicht. Für mich lag ziemlich bald auf der Hand, wer die Morde begannen hat, deswegen war die Auflösung keine Überraschung. Für meinen Geschmack ging die Geschichte noch zu lange weiter, nachdem die Flucht beendet war.
Auch die Liebesgeschichte empfand ich ein wenig überflüssig und ohne wirkliche Emotionen. Die befreite Frau spricht im ersten Drittel des Buches nicht und ich war sehr neugierig, mehr über sie zu erfahren. Nachdem sie die Sprache wiedergefunden hat, fand ich ihren Background dann doch nur so mittel interessant.
„Killer Potential“ hatte wirklich Potential. Leider wurde dieses doch ziemlich viel verschenkt.
Das Buch war okay, aber ich würde es nicht weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Highlight

Maikäferjahre
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Wie beginnt man ein neues Leben, wenn alle gegen dich sind? Eine Frage, mit der die Zwillinge Anni und Tristan täglich konfrontiert werden.
In den letzten Kriegstagen befinden sich die Geschwister auf ...

Wie beginnt man ein neues Leben, wenn alle gegen dich sind? Eine Frage, mit der die Zwillinge Anni und Tristan täglich konfrontiert werden.
In den letzten Kriegstagen befinden sich die Geschwister auf verschiedenen Seiten des Ozeans, ohne zu wissen, ob der Andere noch lebt.
Anni verlässt das zerbombte Dresden und versucht, sich zu ihren Verwandten durchzuschlagen. An ihrer Seite ist der jüdische Geiger Adam.
Währenddessen wird Pilot Tristan in England abgeschossen. Im Krankenhaus verliebt er sich in die Krankenschwester Rosalie.

Sarah Höflich ist ein sehr berührender Roman gelungen. Wie geht es weiter, wenn ein Krieg vorbei ist? Sind die harten Jahre plötzlich vorbei? „Maikäferjahre“ schildert eindrücklich, dass auch, wenn die Waffen niedergelegt sind, trotzdem noch eine Menge Hass und Feindschaft besteht.
Tristan ist einfach nur ein junger, verwundeter Mann, der in seiner dunkelsten Stunde seine große Liebe getroffen hat. Doch die Engländer begegnen dem Deutschen aus verständlichen Gründen mit Ablehnung und Wut. Die Beziehung mit Rosalie wird zur Zerreißprobe.

Auch Anni und Adam sehen sich mit Anfeindungen konfrontiert. Zu tief hat sich der Judenhass in den Köpfen der Menschen verankert.

Sarah Höflich beschreibt eindringlich und realistisch die schweren Zeiten nach Kriegsende und den Wunsch der Menschen, irgendwo anzukommen, da die Heimat zerstört ist.
Trotz all der Widrigkeiten versprüht das Buch auch eine Menge Hoffnung, denn Anni, Adam, Tristan und Rosalie treffen immer wieder auf Menschen, die sie unterstützen und sie in ihrem Glauben daran, dass alles gut werden könnte, bestätigen.

Die beiden Liebesgeschichten sind mit viel Fingerspitzengefühl erzählt. Man spürt die Emotionen, ohne dass es dabei kitschig wird. Auch der Aufbau des Buches hat mir gut gefallen. Am Anfang eines jeden Kapitels gibt es einen Überblick über die politische Lage. Danach wird abwechselnd aus Sicht von Anni und Tristan erzählt. Mich haben die „Maikäferjahre“ von Anfang bis Ende in den Bann gezogen. Für mich war der Roman ein Highlight und ich bin froh, ihn gelesen zu haben.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Überwiegend witzige RomCom

The Unhoneymooners – Sie können sich nicht ausstehen und fliegen gemeinsam in die Flitterwochen
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„The Unhoneymooners“ ist eine gelungene RomCom vom Autorenduo Christina Lauren, die ich mir auch sehr gut als Film vorstellen könnte.
Der Plot ist komplett übertrieben und unrealistisch, was mir überhaupt ...

„The Unhoneymooners“ ist eine gelungene RomCom vom Autorenduo Christina Lauren, die ich mir auch sehr gut als Film vorstellen könnte.
Der Plot ist komplett übertrieben und unrealistisch, was mir überhaupt nichts ausgemacht hat, da ich die Geschichte einfach witzig fand.
Olive und Ami sind Zwillinge, haben jedoch völlig unterschiedliche Charaktere. Während Ami Optimistin ist und überdurchschnittlich viel Glück bei Gewinnspielen hat, fühlt Olive sich vom Pech verfolgt. Ständig scheint alles schief zu laufen, bis sie auch einmal Glück hat .
Da bei Amis Hochzeit fast alle Gäste an einer Lebensmittelvergiftung erkranken, tritt Olive stellvertretend für ihre Schwester die Hochzeitsreise an. Ein wunderbar luxuriöser Urlaub für lau liegt vor ihr. Alles könnte so schön sein, müsste sie nicht ausgerechnet Ethan, den Bruder ihres Schwagers mitnehmen.
Auch vor Ort kommt es immer wieder zu kuriosen (und komplett unrealistischen) Verwicklungen, die den Roman zu einer unterhaltsamen Lektüre machen und mich immer wieder lachen ließen. Wie man sich von Anfang an denken konnte, ist Ethan doch kein Iditot und die Flitterwochen fühlen sich plötzlich ziemlich echt an. Olive und Ethan sind ein ausgesprochen süßes Paar und es war schön, ihnen beim Verlieben zuzuschauen.
Ich fand das Buch perfekt, bis der Urlaub zu Ende war und Ethan und Olive zurück nach England kamen. Plötzlich war die Geschichte gar nicht mehr so witzig sondern ziemlich ernste Themen und Probleme kamen auf den Tisch. Ich fand es schade, dass die Stimmung am Schluss so verdorben wurde. Außerdem sind Ami und ihr Mann einfach nervig und all das Drama um die beiden hätten ich nicht unbedingt gebraucht.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Schwache Auflösung

Sie wird dich finden
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„Sie wird dich finden“ ist der dritte und letzte Band um das Hausmädchen Millie. Ich hatte schon ein paar eher verhaltene Meinungen zu dem Buch gelesen, was mich zunächst überrascht hat, denn ich bin gut ...

„Sie wird dich finden“ ist der dritte und letzte Band um das Hausmädchen Millie. Ich hatte schon ein paar eher verhaltene Meinungen zu dem Buch gelesen, was mich zunächst überrascht hat, denn ich bin gut hineingekommen und fand die Handlung am Anfang richtig spannend und mysteriös.
10 Jahre sind mittlerweile vergangen und Millie ist seriös geworden. Sie ist mit Enzo verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet als Sozialpädagogin. Sie lebt quasi ein spießiges Leben. Als die Familie den Zuschlag für ihr Traumhaus bekommt, scheint das Glück perfekt. Doch die Nachbarn sind äußerst sonderbar, sehr neugierig und speziell und warum wurde das Haus überhaupt so günstig verkauft?

Ich fand die Stimmung direkt ein wenig gruselig. Die Nachbarn kamen mir wirklich sehr schräg vor. Die eine führt ihren Sohn an einer Leine und steht ständig am Fenster, während die andere extrem aufdringlich ist und permanent Enzo angräbt.
Ich war überzeugt davon, dass diese Leute etwas im Schilde führen. Untermauert wurde dieses Gefühl von seltsamen nächtlichen Geräuschen im Haus und einem fensterlosen Geheimraum. Voller Spannung habe ich in dem Buch gelesen und war extrem neugierig, was hier vor sich geht.
Als die Auflösung begann, ging es zu meinem großen Bedauern stetig bergab. Obwohl alles zunächst so mysteriös war, hat es sich ab einem gewissen Punkt sehr vorhersehbar entwickelt. Wie bei den beiden vorherigen Bänden habe ich einen fiesen Twist erwartet. Tatsächlich wurde die Story gegen Ende immer lahmer. Auch Millie war überhaupt nicht so, wie wir sie früher kennengelernt haben, sondern einfach nur eine ängstliche Frau. Mehr eine Nebenfigur als ein Hauptcharakter.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass „Sie wird dich finden“ vielversprechend begann, aber enttäuschend endete.

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