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Veröffentlicht am 30.07.2021

Kindheitserinnerungen von Sommern, die lange Schatten werfen

In diesen Sommern
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Fast jeder hat sie: Die kindlichen Erinnerungen an unbeschwerte Tage eines ewigen Sommers. Die Luft, die nach frisch gemähtem Gras riecht, das Planschen im Pool oder der Geschmack von Eistee bei 30 Grad ...

Fast jeder hat sie: Die kindlichen Erinnerungen an unbeschwerte Tage eines ewigen Sommers. Die Luft, die nach frisch gemähtem Gras riecht, das Planschen im Pool oder der Geschmack von Eistee bei 30 Grad und Sonnenschein. Diese und noch viel mehr Momente werden im Romandebüt „In diesen Sommern“ von Janina Hecht aufgegriffen und anhand kurzer Kapitel wiedergegeben. Jedoch stets überschattet von einer unentwegt unterschwellig lauernden Bedrohung. Eindrücklich wird aus Ich-Perspektive des jungen Mädchens Teresa, das im Verlauf des Buches zur jungen Frau wird, indirekt geschildert wie ein Alkoholkranker mit Neigung zur Gewalt die eigene Familie zerstört.

Die Geschichte aus Sicht eines Kindes im Rahmen vieler einzelner Erlebnismomente darzustellen, war mir so bisher noch nicht begegnet und für mich trotz des sehr individuellen, außergewöhnlichen Stils der Autorin zunächst gewöhnungsbedürftig. Besonders aber der Blick durch kindliche Augen auf die Welt und einen alkoholkranken Vater hat mich sehr in den Bann gezogen. Zugleich bewegend als auch nüchtern werden die Erfahrungen von Teresa zart wiedergegeben. Doch es ist nicht alles Schwarz/Weiß, denn der Vater hat auch gute, nüchterne Momente. Sehr berührend dabei die Verzweiflung einer Tochter, die ihren Vater so gerne lieben und ihm vertrauen würde, es jedoch nicht kann und sich zunehmend von ihm distanziert, weil er ihr und ihrer Familie immer wieder körperliche als auch seelische Gewalt antut. Teresa versucht nach und nach, ihren eigenen Weg im Leben zu finden und muss sich dafür auch von der Familie distanzieren. Als Leser erfährt man darüber hinaus, wie ihre Erfahrungen auch zukünftige Beziehungen beeinflussen. Auch die Ohnmacht durch Handlungsunfähigkeit und das Unwissen Nahestehender, die vom Drama hinter verschlossenen Türen durch Verschleierungstaktiken der Familienmitglieder nichts ahnen, werden eindrücklich dargestellt. Kein leichtes Thema, das durch einen unaufgeregten, regelrecht nüchternen Sprachstil, eine zunehmend abgeklärte und zugleich aber lebenswillige Protagonistin und Erlebnisse und Erinnerungen, die eigentlich so schön sein könnten, dem Leser sehr nahegebracht wird. Ein erschreckendes, aufwühlendes und sehr berührendes Debüt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2021

Urlaub zwischen zwei Buchdeckeln

Wie Träume im Sommerwind
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Emilias Schwester Clara erleidet einen Autounfall und liegt im Koma. Dies veranlasst Emilia postwendend in die Heimat an den Rosenhof ihrer Eltern auf Usedom zurückzukehren, auch wenn sie diesen seit ...


Emilias Schwester Clara erleidet einen Autounfall und liegt im Koma. Dies veranlasst Emilia postwendend in die Heimat an den Rosenhof ihrer Eltern auf Usedom zurückzukehren, auch wenn sie diesen seit Jahren tunlichst meidet. Vor Ort findet sie heraus, dass ihre Schwester nach Kent reisen wollte, um dort nach neuen Rosensorten zu suchen, um die insolvente, familiengeführte Rosengärtnerei zu retten. Gemeinsam mit ihrer 13-jährigen Nichte und Claras bestem Freund Josh macht sie sich auf den Weg, um in dieser hilflosen Situation etwas Nützliches zu tun. Vor Ort entdeckt sie jedoch nicht nur wunderbare Rosen, sondern auch ein lang gehütetes Familiengeheimnis…

„Wie Träume im Sommerwind“ ist mein erster Sommerroman von Katharina Herzog. Die Autorin hat bereits mehrere Romane geschrieben, die unabhängig voneinander zu lesen sind.

Die Geschichte wird aus Sicht der Protagonistin Emilia geschrieben. Intermittierend gibt es Rückblicke mit Einsicht in Claras Reise nach Südengland, nachdem sie ihr Abitur gemeistert hatte. Der Roman ist wunderbar leicht zu lesen und verbreitet Urlaubsstimmung. Die Protagonisten sind durchweg sympathisch und liebenswert. Auch an Humor mangelt es nicht. Auf jeder Buchseite wird sommerliches Flair entfacht, insbesondere die Reise nach Südengland und das Umherwandern der Figuren an den Urlaubsorten lässt in Urlaubsträumen schwelgen. Die sich anbahnende Romanze zwischen Emilia und Josh war für mich sehr vorhersehbar, das große Familiengeheimnis hatte ich in der Art jedoch überhaupt nicht vermutet! Insgesamt hat mich der Roman sehr gut unterhalten und in Urlaubsstimmung versetzt. Dazu beigetragen hat vor allem auch der angenehme und luftig leichte Sprachstil der Autorin. Eine perfekte Lektüre für den Strandkorb!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.07.2021

Cremona atmen

Bella Musica
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Die 33-jährige Luna ist Halbitalienerin und besitzt mit ihrem Bruder das Restaurant „Il Violino“ in München. Namensgebend war dabei eine Kindergeige, die ihr Vater zurückließ als er 27 Jahre zuvor von ...

Die 33-jährige Luna ist Halbitalienerin und besitzt mit ihrem Bruder das Restaurant „Il Violino“ in München. Namensgebend war dabei eine Kindergeige, die ihr Vater zurückließ als er 27 Jahre zuvor von der Familie fortging. Um sich nach einer Fehlgeburt wieder oder überhaupt erstmals zu sich zu finden, macht sich Luna mit ihrer Bekannten Gitta auf die Reise nach Italien. Dort verfolgen sie die Spur von Lunas Großmutter, die in den 50er Jahren nach Sizilien floh, um einer Zwangsheirat zu entkommen. Auf ihrer Reise trifft Luna nicht nur auf wunderschöne Orte und italienisches Flair, sondern auch auf große Geheimnisse und verhängnisvolles Unglück.

„Bella Musica“ ist der neue Roman von Stefanie Gerstenberger und spielt überwiegend in Italien.

Inhaltlich steht Lunas Geschichte und ihre Selbstfindung im Fokus des Romans. Ihre Reise mit ihrer Bekannten (und später guten Freundin) Gitta ist sehr lebensnah, spannend und authentisch beschrieben. An jeder Ecke wird dem Leser italienisches Flair und Sommerstimmung nahegebracht. Auf jeder Seite wird die Lieber der Autorin zum Land und ihren Menschen vermittelt. Neben der Haupthandlung, die aus Lunas Perspektive geschildert wird, gibt es Rückblicke aus dem Leben ihrer Großmutter Anna Battisti, die der Handlung eine neue Ebene und vor allem viel Spannung verleihen. Der Roman wirkt sehr gut recherchiert und liefert viele Informationen rund um den Geigenbau sowie verschiedene italienische Orte und Städte. Zudem vermittelt er einen Eindruck über die Zeit des Faschismus aus italienischer Sicht. Mir persönlich hätte dieser Aspekt noch intensiviert werden können, aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Die Figuren wirken sehr lebendig und wurden detailliert ausgearbeitet. Luna macht durch die Geschichte hindurch eine deutliche Wandlung durch und wächst über sich hinaus. Mit Anna und ihrem Schicksal habe ich mitgefiebert und mitgelitten – ihre Sequenzen habe ich am fesselndsten empfunden. Meine Lieblingsfigur war allerdings Gitta. Sie hat dem gesamten Roman eine charmante und humorvolle Note gebracht!

Zum Ende hin habe ich die Liaison zwischen Luna und Fabio als zu glatt und reibungsfrei empfunden. Insbesondere Lunas ausbleibende Reaktion auf seine für mich unverschämten und verantwortungslosen Verhaltensweisen haben mich sehr verwundert. Auch die vielen Stadterkundungen jenseits der Sehenswürdigkeiten auf Sizilien und Torino uferten meiner Meinung nach manchmal etwas aus und hätten für mich komprimierter sein können. Nichtsdestotrotz habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt und einiges aus dem Roman mitnehmen und lernen können.

Zu guter Letzt zeichnet sich der Roman durch einen sehr angenehmen, flüssigen und vielfältigen Sprachstil aus, der mich von Seite 1 an vollkommen eingenommen hat.

Zusammengefasst ist „Bella Musica“ ein wunderschöner, unterhaltsamer und interessanter Sommerroman, den ich gerne weiterempfehle. Besonders angesprochen hat mich der authentische italienische Flair, den jede Seite versprüht hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2021

Keeping Secrets

Keeping Secrets
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Klappentext:
Schlimm genug, dass Tessa Thorns neuer Film an der Faerfax University - und damit in ihrem Heimatort - spielt. Doch kurz nach ihrer Ankunft erfährt die junge Schauspielerin auch noch, dass ...

Klappentext:
Schlimm genug, dass Tessa Thorns neuer Film an der Faerfax University - und damit in ihrem Heimatort - spielt. Doch kurz nach ihrer Ankunft erfährt die junge Schauspielerin auch noch, dass ein Journalismus-Student die Dreharbeiten für ein Portrait über sie begleiten soll. Cole Williams ist nicht nur attraktiv und scharfsinnig, er kommt bei der Recherche zu Tessas Vergangenheit auch ihrem tiefsten Geheimnis gefährlich nahe - dabei darf niemand erfahren, was vor acht Jahren bei ihr zu Hause passiert ist! Am allerwenigsten Cole, wenn sie ihn nicht verlieren will, bevor ihre Liebe überhaupt eine Chance hatte ...

„Keeping Secrets“ ist Band 1 einer neuen New-Adult-Reihe von Autorin Anna Savas. Dies war mein erster Roman von Anna Savas und ich bin sehr begeistert. Der Auftakt ist sehr gelungen, die Geschichte bringt alles zum Mitfühlen mit. Von Sehnsucht über Romantik bis hin zu Leidenschaft birgt der Roman alle Facetten, die ich in einem Liebesroman erwarte. Darüber hinaus ist die Geschichte auch inhaltlich ausgereift und hat das Thema „häusliche Gewalt“ im Fokus. An manchen Stellen hätte Tessas Vorgeschichte für mich allerdings noch tieferschürfender sein dürfen, auch ihre charakterliche Veränderung - besonders zum Ende hin - hätte für mich noch mehr herausgearbeitet werden können. Nichtsdestotrotz hat mich der Roman sehr gut unterhalten und ab Seite 1 an das Buch gefesselt. Dies lag auch am ausgewogenen und facettenreichen Sprachduktus, der mir abgesehen von wenigen sich wiederholenden Ausdrücken sehr gut gefallen hat. Darüber hinaus gab es mehrere Handlungsstränge neben der Hauptgeschichte, die für angenehme Abwechslung gesorgt haben.

Fazit: Ein sehr unterhaltsamer, fesselnder New-Adult-Roman, der nur schwer wieder aus den Händen gelegt werden kann. Ich freue mich schon auf Band 2.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 14.07.2021

Rosen von Fleury

Die Rosen von Fleury
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Klappentext:
Inmitten von Weinbergen und Wäldern in der Dordogne liegt das Städtchen Fleury-sur-Azurain in verträumtem Dornröschenschlaf. Das ändert sich, als eine bekannte französische Schauspielerin ...

Klappentext:
Inmitten von Weinbergen und Wäldern in der Dordogne liegt das Städtchen Fleury-sur-Azurain in verträumtem Dornröschenschlaf. Das ändert sich, als eine bekannte französische Schauspielerin dort ihre Hochzeit feiert. Von heute auf morgen wird Fleury zur angesagten Hochzeits-Location. Viele der Bewohner profitieren vom „Hochzeitsgeschäft“, anderen ist es ein Dorn im Auge – vor allem den adeligen de Bricassarts, deren Château auf dem Hügel über der Stadt thront. Als die junge Engländerin Emily Bennett von ihrer Tante ein verfallenes Manoir erbt und nach Fleury kommt, wird sie von dem Hochzeitstrubel angesteckt. Sie setzt das Haus wieder in Stand und macht ein kleines Hôtel daraus. Das Hôtel wird ein Erfolg und beherbergt neben frisch verheirateten Paaren auch andere illustre Gäste. Doch vom Château ziehen dunkle Wolken heran: Die de Bricassarts erheben ihrerseits Anspruch auf Emilys Manoir – und das ausgerechnet jetzt, als Emily und der Sohn des Barons einander näher kommen …

„Die Rosen von Fleury“ ist ein Roman von Jean Remy und spielt in der zauberhaften Dordogne. Die Geschichte ist niedlich, aber doch recht ausufernd. Es gibt massenhaft Orts- und Gegenstandsbeschreibungen sowie diverse, für mich eher unwichtige Nebenhandlungen. Das Hörbuch zog sich hierdurch recht lange hin und wirkte auf mich sehr überladen, weshalb ich mehrere Anläufe brauchte, um bis zum Ende zu hören. Inhaltlich fehlte es mir leider an Spannung und es war mir mit ihrer sehr heilen Welt fast schon zu „cosy“. Auch die Protagonisten hätten für mich tiefgründiger sein können, es mangelte ihnen an Ecken und Kanten. Viele ihrer Handlungsweisen wirkten zudem kindisch, weshalb ich diese nicht nachvollziehen konnte. Das französische Flair kam hingegen sehr gut bei mir an. Ich fühlte mich direkt nach Frankreich versetzt. Auch sind die Geschichte und die darin enthaltenen Figuren und die vielen Bräuche sehr liebenswert. Der Sprachduktus ist sehr angenehm und facettenreich. Auch die Sprecherin Hannah Baus ist sehr wohltuend und lässt der Geschichte Raum.

Fazit: Ein netter, betulicher und leichter, aber recht ausschweifender Roman für diejenigen, die abschalten und sich einlullen lassen möchten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere