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Veröffentlicht am 14.02.2026

Viel Idylle, wenig Reibung

Mathilde und Marie
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Als die Studentin Marie aus Paris flieht, trifft sie im Zug auf die ältere, mütterliche Isländerin Jonina. Diese erkennt sofort, dass Marie traurig und einsam ist und lädt sie daher kurzerhand ein, sie ...

Als die Studentin Marie aus Paris flieht, trifft sie im Zug auf die ältere, mütterliche Isländerin Jonina. Diese erkennt sofort, dass Marie traurig und einsam ist und lädt sie daher kurzerhand ein, sie nach Redu, einem kleinen Bücherdorf in Belgien, zu begleiten, in dem sie einen von 13 Buchläden betreibt und seit vielen Jahren beheimatet ist. Vor Ort wird Marie verzaubert von der Stille des Ortes, der atemberaubenden Natur und dem liebevollen Dorfzusammenhalt und gewöhnt sich nach und nach an das entschleunigte Leben. Auf ihren Waldspaziergängen trifft sie regelmäßig auf die abweisende, mürrische Mathilde. Doch nach und nach bricht sie deren raue Schale und Mathilde kann sich nicht länger dem Dorfleben entziehen.

Dieser Roman war mir schon mehrfach begegnet und ich war deshalb wahnsinnig gespannt auf die Geschichte. Denn die Grundidee hat mich sofort abgeholt: ein ruhiges Dorf mitten in der Natur, Entschleunigung, ein bewusster Umgang mit dem eigenen Leben. Dieses Gefühl von Aufatmen, das ich vor allem aus dem Urlaub kenne, wurde stellenweise wirklich schön eingefangen. Auch die Landschaftsbeschreibungen, das Essen und einzelne kleine Gesten zwischen den Dorfbewohner/Innen hatten etwas sehr Warmes.

Leider hat mich jedoch der Schreibstil über weite Strecken verloren. Für meinen Geschmack ist er zu betulich und ausschweifend, teilweise wirkte alles doch sehr blumig, gewollt und fast belehrend. Inhaltlich fühlte sich vieles eher märchenhaft an, Entwicklungen passierten mir zu schnell und wichtige Entscheidungen wurden getroffen, ohne dass ich emotional richtig mitgenommen wurde.

Besonders mit der Hauptfigur Marie bin ich leider nicht wirklich warm geworden. Sie war mir durchweg zu glatt und zu beschwichtigend. Mir fehlten Ecken, Kanten und echte innere Konflikte, um mit ihr mitfühlen zu können. Andere Figuren haben mich deutlich mehr berührt, vor allem Mathilde mit ihrer raueren, ehrlicheren Art sowie Bäcker Thomas mit seinen stillen, klugen Momenten.

Nach einem zähen Start gab es in der Mitte einen Abschnitt, der mich wegen eines aufgekommenen Rätsels plötzlich gepackt hatte und ich die Geschichte regelrecht eingeatmet habe. Die Solidarität im Dorf, das füreinander Dasein, diese leise Menschlichkeit mochte ich wirklich sehr. Gleichzeitig blieb für mich allerdings vieles zu idealisiert und unrealistisch und die Spannung durch das Rätsel verlor sich sehr schnell wieder. Auch der insgesamt sehr negative Blick auf modernes Leben und Mediennutzung war mir zu einseitig. Achtsamkeit ja, aber diese romantisierte Abkehr von der Welt wirkte auf mich eher weltfremd als inspirierend.

Am Ende bleiben für mich schöne Bilder, ein paar berührende Szenen, aber auch das Gefühl, dass es der Geschichte an Tiefe fehlt und mir zu oft Botschaften mit der großen Keule vermittelt wurden. Mehrfach hatte ich daher Schwierigkeiten, das Buch wieder in die Hand zu nehmen und weiterzulesen.

Fazit: Eine sanfte Geschichte mit viel Atmosphäre und guten Ansätzen, die mich persönlich durch ihren betulichen Stil, die idealisierten Entwicklungen und die fehlende Figurentiefe leider nicht vollständig erreichen konnte.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Wichtiges Thema, zu wenig Tiefe

Hazel sagt Nein
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In „Hazel sagt Nein“ erzählt Jessica Berger Gross die Geschichte der 17-jährigen Hazel, die mit ihrer Familie von New York nach Riverburg in Maine zieht. Der Umzug erfolgt aus pragmatischen Gründen: Hazels ...

In „Hazel sagt Nein“ erzählt Jessica Berger Gross die Geschichte der 17-jährigen Hazel, die mit ihrer Familie von New York nach Riverburg in Maine zieht. Der Umzug erfolgt aus pragmatischen Gründen: Hazels Vater hat dort eine Professur angenommen, die finanziell mehr Sicherheit verspricht und unter anderem das College für beide Kinder ermöglichen soll. Für Hazel bedeutet das jedoch, ihr letztes Schuljahr in einer fremden Kleinstadt zu verbringen.

Am ersten Schultag wird Hazel vom Schuldirektor zu sich zitiert. Dort eröffnet er ihr schockierend offen, dass er sich jedes Jahr eine Schülerin für eine sexuelle Beziehung aussucht und dass sie dieses Jahr seine Wahl sei. Hazel ist entsetzt, sagt aber Nein. Von diesem Moment an geraten nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Familie und der gesamten Stadt aus den Fugen.

Der Roman wird in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven der vier Familienmitglieder erzählt. Besonders Hazel und ihr Bruder Wolf waren für mich emotional gut greifbar. Ihre Reaktionen wirkten authentisch und nachvollziehbar. Die Eltern empfand ich hingegen oft als anstrengend und stark auf sich selbst bezogen. Trotz ihrer Sorgen um die Kinder bleiben sie in meinen Augen zu wenig im offenen Austausch mit ihnen, was mich stellenweise genervt hat.

Generell behandelt das Buch viele wichtige Themen, die über den Missbrauchsskandal hinausgehen. Leider wirkt das manchmal wie ein Potpourri: Antisemitismus, Cancel Culture und weitere gesellschaftliche Fragestellungen werden angesprochen, bekommen jedoch nicht die Tiefe, die sie verdient hätten. Das führte zudem dazu, dass das zentrale Thema immer wieder in den Hintergrund trat und nicht die Tiefe erhielt, die ich mir gewünscht hätte.

Positiv hervorzuheben ist der Schreibstil: Trotz des schweren Themas gelang es der Autorin, humorvolle Elemente einzubauen, sodass die Geschichte nicht zu bedrückend wurde. Die Figurenzeichnung, vor allem von Hazel und Wolf, ist gelungen, und das Buch regt zum Nachdenken über Machtmissbrauch, Mut und familiäre Dynamiken an.

Insgesamt ist „Hazel sagt Nein“ ein wichtiges und lesenswertes Buch, das durch seine sympathische Erzählweise überzeugt. Dennoch hätte ich mir eine klarere Fokussierung auf das zentrale Thema gewünscht – das Aufwerfen zahlreicher Nebenaspekte wirkte stellenweise etwas überladen.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Faszinierende Ideen, unruhige Umsetzung

Royal Houses – Haus der Drachen
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Kerrigan ist Halb-Fae und wird deshalb in einer Gesellschaft, die die Fae als die einzig wertvollen Mitglieder erachtet, strukturell diskriminiert. Um Teil der Gesellschaft zu werden, arbeitet sie am Berg ...

Kerrigan ist Halb-Fae und wird deshalb in einer Gesellschaft, die die Fae als die einzig wertvollen Mitglieder erachtet, strukturell diskriminiert. Um Teil der Gesellschaft zu werden, arbeitet sie am Berg für die hohe Gesellschaft des Hauses der Drachen. Sie steht kurz vor Abschluss ihrer Ausbildung und erhofft sich ein freies Leben, indem sie von einem herrschenden Haus erwählt wird. Zeitgleich findet am Berg eines der berühmten Drachenturniere statt. Sogar 5 Drachen werden bereit sein, zu binden. Um sich diese Ehre zu erkämpfen, treten Mitglieder der verschiedenen Häuser in mehreren Wettkämpfen gegeneinander an. Doch niemand hat mit Fordham aus dem geächteten und verstoßenen Haus der Schatten gerechnet, der Anspruch auf einen Drachen erhebt und am Turnier teilnimmt. Und ausgerechnet Kerrigan wird ihm zur Unterstützung zugeteilt.

Ich bin ehrlich: Der Einstieg in „Royal Houses – Das Haus der Drachen“ von K.A. Linde fiel mir richtig schwer. Ich hatte auf ein actionreiches Turnier gehofft, stattdessen stolperte ich von Szene zu Szene, ohne wirklich einen roten Faden zu erkennen. Es tauchten ständig neue Häuser, politische Begebenheiten, Namen und Szenarien auf, die für mich zunächst kaum greifbar waren. Ich habe mich oft gefragt: Wer ist wer, und warum passiert das eigentlich gerade? Ich verstehe zwar, dass man sich bei einer Reihe viele Geheimnisse für die folgenden Bücher bewahren möchte, ich hätte ich mir dennoch eine bessere Übersicht über die grundsätzlichen Begebenheiten und Zusammenhänge gewünscht. Denn so war es für mich einfach sehr undurchschaubar und unruhig.

Auch fiel es mir schwer, mir anfangs die Welt vorzustellen. Orte, Drachen, Personen – vieles blieb vage, und es dauerte, bis ich wirklich „drin“ war. Gerade die Drachen fand ich faszinierend, aber ihre Rolle und Motivation waren mir bis zuletzt nicht klar. Zudem war ihr prozentualer Anteil an der Geschichte für meinen Geschmack zu klein. Zeitsprünge und schnelle Szenenwechsel erschwerten mir zusätzlich den Überblick und rissen mich manchmal regelrecht aus der Geschichte.

Kerrigan ist eine starke Hauptfigur, aber ihre widerborstige Art war für mich zu Beginn doch eher anstrengend. Dies verlor sich zum Glück mit der Zeit. Ich hatte ferner den Klappentext so interpretiert, dass Kerrigan aktiv am Turnier teilnehmen würde, um sich einen Drachen zu erspielen. Dies war leider nicht der Fall, was mich sehr enttäuschte. Ich hatte hier auf einen kleinen Fourth Wing-Moment gehofft und empfinde den Klappentext auch im Nachgang als irreführend. Auch Kerrigans Freunde blieben stellenweise eher blass, und emotionale Momente zwischen den Figuren wirkten auf mich oft zu kurz oder abrupt. Häufig bediente sich die Autorin des Prinzips des Erzählens, dass die Figuren eine Situation erlebten, statt die Situation zu schildern und mich teilhaben zu lassen, weshalb ich emotional oft hinterherhinkte. Positiv hervorheben möchte ich dagegen fantasievolle Szenen rund um Drachen und das Turnier, die mich wirklich neugierig auf den weiteren Verlauf machten.

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass sehr viel passieren will, die Story aber noch nicht rund ist. Die Handlung wirkte zerfasert, die Figuren konnten kaum durchatmen, und ich hatte oft mehr Fragen als Antworten. Trotzdem wollte ich immer weiterlesen, weil die Ideen der Geschichte mich reizten – aber emotional richtig packen konnte mich das Buch leider nicht.

Fazit: Für mich ist „Royal Houses – Das Haus der Drachen“ ein Buch mit viel Potenzial, das aber noch deutlich an Struktur und Tiefe mangelt. Wer Geduld mitbringt und komplexe, undurchschaubare Fantasy mag, kann seinen Spaß haben, ich persönlich bin eher zwiegespalten.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Antientzündliche Ernährung

Die Ernährungs-Docs – Gesund abnehmen mit der Anti-Entzündungs-Formel
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Das Kochbuch „Gesund abnehmen mit der Anti-Entzündungsformel“ der Ernährungsdocs richtet sich an Menschen, die ihre Ernährung bewusster gestalten und entzündungshemmende Lebensmittel gezielt in den Alltag ...

Das Kochbuch „Gesund abnehmen mit der Anti-Entzündungsformel“ der Ernährungsdocs richtet sich an Menschen, die ihre Ernährung bewusster gestalten und entzündungshemmende Lebensmittel gezielt in den Alltag integrieren möchten. Auch wenn der Titel den Fokus auf Gewichtsreduktion legt, eignet sich das Buch ebenso für Leserinnen und Leser, die – wie ich – nicht primär abnehmen, sondern insgesamt gesünder essen wollen.

Sehr positiv fällt der ausführliche Einführungsteil auf. Dieser enthält unter anderem einen Test zu den eigenen Ernährungsgewohnheiten, mit dem eingeschätzt werden kann, wie antientzündlich man sich bereits ernährt. Zentrale Begriffe werden verständlich erklärt und durch konkrete Maßnahmen sowie Paradebeispiele ergänzt. Besonders hilfreich sind Übersichten zu Top-Lebensmitteln, Motivationstipps zur Ernährungsumstellung und alltagstaugliche Empfehlungen. Für Einsteigerinnen und Einsteiger in das Thema ist dieser Teil sehr gut geeignet. Wer sich jedoch bereits intensiver mit antientzündlicher Ernährung beschäftigt hat, wird viele Inhalte wiedererkennen. Dennoch konnte ich einzelne neue Impulse mitnehmen – etwa die bewusste Einordnung von Brokkoli als antientzündliches Superfood. Insgesamt handelt es sich um solide Basisinformationen, die eine individuelle Ernährungsberatung jedoch nicht ersetzen können.

Der Hauptteil des Buches besteht aus einer Vielzahl von Rezepten, die übersichtlich in Kategorien wie Frühstück, Hauptgerichte und kleine Gerichte gegliedert sind. Jedes Rezept ist mit einem ansprechenden Foto versehen. Besonders gelungen ist die starke Ausrichtung auf unterschiedlichstes Gemüse – hier sollte wirklich jede und jeder fündig werden. Wer allerdings grundsätzlich wenig Freude an Gemüse hat, dürfte mit diesem Kochbuch als auch der Ernährungsform eher unglücklich sein.

Die Rezeptbeschreibungen sind gut verständlich und klar strukturiert. Geschmacklich haben mich die bisher nachgekochten Gerichte durchweg überzeugt. Einige Rezepte sind jedoch relativ aufwendig konzipiert, sodass sie sich nicht immer problemlos in einen stressigen Alltag integrieren lassen. Zudem bleiben bei den Mengenangaben für zwei Personen häufig ungekochte Reste übrig, etwa wenn nur kleine Mengen bestimmter Zutaten benötigt werden. Wir haben daher entweder bewusst für mehrere Tage gekocht oder die Mengen angepasst, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

Sehr wertvoll fand ich die kurzen Zusatzinformationen bei einigen Rezepten, etwa Hinweise darauf, dass Capsaicin aus Paprika, Chili und Peperoni besonders förderlich wirkt. Diese kleinen Ernährungstipps werten das Buch spürbar auf. Weniger gelungen ist aus meiner Sicht, dass es bei Nudel- oder Brotrezepten keine Vorschläge für glutenfreie Alternativen gibt – hier hätte ich mir mehr Flexibilität gewünscht.

Ein Teil der Rezepte war mir in abgewandelter Form bereits bekannt, dennoch gab es auch echte Entdeckungen. Besonders positiv überrascht hat mich der Rotkohl-Coleslaw, den ich so noch nicht kannte. Zur besseren Verträglichkeit haben wir ihn leicht gedünstet – geschmacklich sehr überzeugend. Zu meinen bisherigen Favoriten zählen außerdem die Gemüsespaghetti mit Spinat-Käse-Sauce sowie die gefüllten Paprika mit Linsen. Es motiviert, die entsprechenden Zutaten im Alltag zu integrieren, auch wenn man nicht permanent die Rezepte 1:1 umsetzt.

Abgerundet wird das Kochbuch durch einen Wochenplan-Vorschlag, der den Einstieg in das Abnehm- bzw. Ernährungsprogramm erleichtert.

Insgesamt ist „Gesund abnehmen mit der Anti-Entzündungsformel“ ein gut strukturiertes, praxisnahes Kochbuch mit vielen alltagstauglichen Ideen für eine entzündungshemmende Ernährung – besonders empfehlenswert für Einsteigerinnen und Einsteiger sowie für alle, die mehr Gemüse bewusst in ihren Speiseplan integrieren möchten.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Schönes Add-On, aber kein Highlight

Wild Reverence
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Nach der Divine-Rivals-Dilogie, die für mich ein absolutes Highlight war, habe ich mich unglaublich auf "Wild Reverence" gefreut. Vielleicht waren meine Erwartungen deshalb einfach zu hoch – denn dieses ...

Nach der Divine-Rivals-Dilogie, die für mich ein absolutes Highlight war, habe ich mich unglaublich auf "Wild Reverence" gefreut. Vielleicht waren meine Erwartungen deshalb einfach zu hoch – denn dieses Prequel ist ein ganz anderes Buch, als ich es mir vorgestellt hatte.

Statt der Götter aus dem Oben bzw. Unten Enva bzw. Dacre stehen hier die Göttin Matilda und der Mensch Vincent im Mittelpunkt. Es entspinnt sich eine leise, zarte Liebesgeschichte, die sich viel Zeit für Emotionen, Atmosphäre und innere Entwicklungen nimmt. Rebecca Ross’ Schreibstil ist dabei wie gewohnt wunderschön: melodisch, bildhaft und angenehm zu lesen. Trotzdem habe ich erstaunlich lange für die rund 800 Seiten gebraucht.

Vor allem im ersten und mittleren Teil hatte die Geschichte für mich einige Längen. Zudem spielt sich Vieles im Reich der Menschen ab, während ich mir noch deutlich mehr Fokus auf die Götterwelt gewünscht hätte. Auch mit den beiden Hauptfiguren bin ich lange nicht richtig warm geworden, wodurch mich die Lovestory emotional nicht so erreicht hat wie in "Divine Rivals". Erst zum Ende hin wurde es spürbar spannender und einige Szenen haben dann doch dieses vertraute Gefühl geweckt, das mich an die Dilogie erinnert und schließlich auch berührt hat.

Besonders Matilda ist eine sehr zerbrechliche, stille Hauptfigur, die im Laufe der Geschichte eine klare Wandlung durchmacht. Diese Entwicklung ist schön ausgearbeitet, auch wenn sie für mich emotional eher auf Distanz blieb. Insgesamt ist Wild Reverence eine ruhige, gefühlvolle Fantasygeschichte, die bewusst auf große Action, viele Wendungen oder episches Worldbuilding verzichtet.

Der Roman ist eine nette Ergänzung zum Universum der Autorin, aber kein Muss – selbst für Fans der Divine-Rivals-Dilogie, da die Verbindung inhaltlich geringer ist als erwartet. Wer jedoch Lust auf eine sanfte, langsame Fantasy mit Fokus auf Atmosphäre und Charaktere hat, könnte hier genau das finden, was er/sie sucht.

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