Spannend, aber auch ziemlich deprimierend
HimmelerdenblauHimmelerdenblau ist ein sehr ungewöhnlicher Thriller. Ehrlich gesagt würde ich das Buch eigentlich nicht wirklich als Thriller bezeichnen. Ich finde, das passt einfach nicht. Dafür ist es nicht blutig ...
Himmelerdenblau ist ein sehr ungewöhnlicher Thriller. Ehrlich gesagt würde ich das Buch eigentlich nicht wirklich als Thriller bezeichnen. Ich finde, das passt einfach nicht. Dafür ist es nicht blutig und spannend genug. Ich bin auch noch immer nicht sicher, wie ich das Buch nun finde. Es gab wirklich gute Ansätze, aber auch einiges, was nicht mein Fall war.
Sehr interessant fand ich die Kapitel aus der Perspektive von Theo. Dieser Wechsel zwischen klaren Phasen und solchen, in denen seine Demenzerkrankung die Oberhand gewinnt, war sehr gut gemacht. Insgesamt fand ich die Erkrankung gut und glaubhaft dargestellt. Für jemanden wie mich, der selbst demenzkranke Familienangehörige hat, sind diese Kapitel allerdings manchmal ganz schön schwer zu verdauen.
Die Spannung bleibt relativ konstant und das Buch bietet viel Gelegenheit zum miträtseln. Gerade die Tatsache, dass man manche Personen nur aus Theos Sicht erlebt, sorgt für einige Rätsel. Ist diese Person wirklich so schlimm, oder ist es einfach die Demenz, die sie für Theo schlimm erscheinen lässt? Auch abseits davon gibt es genug Stoff zum Rätseln. Was sind die Beweggründe der Podcasterin Liv und vor allem die ihres Partners? Lebt Julie noch oder ist sie längst tot?
Die Auflösung hat mich sehr überrascht. Ich fand sie dahingehend wirklich gut gemacht, aber irgendwie am Ende auch ein bisschen zu drüber. Was mich auch gestört hat war die Tatsache, dass sich die Autorin teilweise etwas verzettelt. Es sind zu viele beteiligte Personen, die am Ende Raum einnehmen, obwohl sie mit der eigentlichen Geschichte nicht viel zu tun haben. Und leider ist das Buch alles in allem auch extrem deprimierend. Die Charaktere sind alle irgendwie kaputt. Sie sind alle unglückliche, gescheiterte Existenzen und die Auflösung des Falls ist einfach nur tragisch.
Tja, eine Empfehlung kann ich eigentlich nicht wirklich geben. Vielleicht für Menschen, die gerne etwas deprimierendes lesen. Für Thrillerfans ist dieses Buch meines Erachtens nach auf jeden Fall nicht geeignet.