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Veröffentlicht am 13.08.2019

Deftige Sprache trifft auf fehlende Story

Nachtschwärmer
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Als Helena erfährt, dass es neben ihrem Vater, ihrer (nicht anwesenden Mutter) und ihr noch jemand Vierten im Bunde gibt steht ihre Welt Kopf. Ihre Mutter hat sie kurz nach der Geburt zu ihrem Vater gegeben ...

Als Helena erfährt, dass es neben ihrem Vater, ihrer (nicht anwesenden Mutter) und ihr noch jemand Vierten im Bunde gibt steht ihre Welt Kopf. Ihre Mutter hat sie kurz nach der Geburt zu ihrem Vater gegeben und sich selber verzogen. Fast zwei Jahrzehnte später findet Helena zufälligerweise heraus, dass sie noch einen Halbbruder, Lucas, hat, als dieser via Social Media kontaktiert. Für Helena beginnt eine spannende Zeit. Sie erzählt niemandem von ihrem neugefundenen Familienmitglied und auch wenn sie ihn noch nicht persönlich kennen gelernt hat ist sie Feuer und Flamme!
Bis das Schicksal seine eigenen Karten spielt und Lucas bei einem Verkehrsunfall stirbt. Nach dem Abi macht sich Helena auf den Weg zu dem Ort an dem ihr Bruder seine Jugend verbracht hat und ihr Leben nimmt mit einem Mal rasant Fahrt auf!!


Das ist es jedenfalls was da Buch mir verspricht. Was ich bekommen habe war eine komplett chaotische Geschichte ohne einen Pfad, die versucht hat auf irgendeine Art und Weise philosophisch und tiefgründig zu sein. Ich habe mich sehr auf die Geschichte gefreut, da ich selber einen Halbbruder habe, der mir mehr als nur am Herzen liegt und ich Geschichten in denen es um Geschwister geht eher bevorzuge als Geschichten in denen es um Liebespaare geht.

In diesem Fall weiß ich aber bis jetzt nicht einmal, ob es eine wirkliche Geschichte bzw. einen Plot gibt. „Nachtschwärmer“ besteht praktisch nur aus zwei Bauteilen.

Bauteil 1.
Die Dialoge.

Die Charaktere schaffen es in ewiglangen Dialogen unendlich wenig zu sagen. Und das bringen sie auch noch in einer so derben und komplett überspitzten Art und Weise rüber, dass es eine reine Qual war dieses Buch zu lesen! Für ein Trinkspiel eignet sich das Buch aber perfekt! Aufgabe: Bei jedem Schimpf- oder Fäkalwort einen trinken! Der Letzte der steht hat gewonnen.
Nach zwei Kapiteln ist man am Boden. „Spasti“, „Nazi“, „ficken“, „Schnauze“, „Fresse“, „Fotze“, „Schlampe“, „Titten“, „Arsch“ sind nur eine kleine Auswahl der Wörter, mit denen auf den Seiten um sich geworfen wird. Nicht zu Ende geführte Sätze, Denkansätze die im Sande verlaufen, homophobe und rassistische Äußerungen sind in diesem Fall auch nur ein kleiner Teil des großen Ganzen.
Die Dialoge sind teilweise auch komplett wir. Mit einem Mal wird ein Thema angefangen, irgendwo mitten drin, über etwas von dem ich in meinem Leben noch nie etwas gehört habe. Oder bei dem ich erst mehrere Seiten folgen muss, damit ich begreife um was es geht.

Bauteil 2.
Beschreibungen

Und das kann Helena sehr gut. Sie erzählt ihre Geschichte langsam. Stück für Stück. Die einzigen wirklichen flotten Momente die mir einfallen sind einmal recht am Anfang und recht am Ende. Ansonsten geht sie jede Etappe ihrer langen Reise ins kleinste Detail durch. So klein, dass ich oftmals mehrere Seiten überspringen konnte und mich immer noch in der gleichen Szene befand. Dabei geht Helena nicht einmal interessant vor. Ihre Umgebung wird beschrieben wie in einem Tatortbericht. Der Ort ist Farblos und wirkt einsam. Helena selber wirkt gefühlskalt und abgestumpft, auch wenn sie die meiste Zeit praktisch nur am Weinen ist.
Und das wäre primär auch nichts Schlimmes, immerhin geht es in diesem Buch um den Verlust und das Widerfinden, um das erwachsen werden… Sollte es jedenfalls. Den neben den ganzen Beleidigungen, Prügeleien, Hitler-, Nazi- und Ost/West-Vergleichen schwebt über dem ganzen Thema dieses „Pseudo-philosophische“ Geschwafel. Hier ein Blick in die Sterne samt „Denkst du nicht auch, dass manchmal alles sinnlos ist?“, dort eine Trennung mit den Worten „Du kennst mich doch gar nicht!“ und zwischen durch einige ruhige Stunden in denen man nur in den Sonnenuntergang schaut und über das Leben nachdenkt. Alles gepaart mit Alkohol (welcher hier in Maßen konsumiert wird!) und Zigaretten, so wie dummen Sprüchen, hysterischen Weibern und komplett kindischen Kerlen.
Die Gesamte Story dreht sich anfangs im Kreis und als es scheint, dass so langsam der Höhepunkt erreicht wird, flacht die Geschichte ab und läuft aus, in einem Ende, welches mich in keiner Art und Weise berührt hat. Die Geschichte um Lukas geht verloren, auch wenn seine Freunde hier und da mal über ihn reden. 90% der Zeit geht es nur um Helena und wie sie mit seinen Freunden scheiße baut. Mike fährt fast die ganze Zeit besoffen Auto, Clara ist nur am Streiten mit Victor, die Jungs bauen in einer Tour nur scheiße und ziehen Helena mit rein und sie scheint es nicht zu stören, weil, „das sind ja die Freunde von meinem Halbbruder“! Und was die Aktion mit Clara an sich sollte, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Es war an den Haaren herbeigezogen, aus dem nichts und passte nicht ins Gesamtbild.

Fazit:
Was wollte das Buch jetzt von mir? Ich weiß es nicht.
Was will ich von dem Buch? Nicht mehr genervt werden.
Ich habe nur weiter gelesen, in der Hoffnung, dass der Pfad noch einmal zurück zu Lukas führt. Doch die Geschichte drehte sich so lange in immer engeren Kreisen bis sie irgendwann stehen gebelieben ist. Es wurde keine Spannung aufgebaut, die Charakterentwicklung blieb auf der Strecke und ich habe mich beim Lesen gefühlt, wie in einem falschen Film. Mehr „Jugendsprache“ geht fast gar nicht.

Mit einem halben von fünf möglichen Sternen bin ich dem Buch noch gnädig gestimmt. Dennoch kriegt „Nachtschwärmer“ von Moira Frank keine Leseempfehlung von mir und ich rate jedem einzelnen von diesem Buch ab!

Veröffentlicht am 11.08.2019

Spannend und gut durchdacht

Ophelia Scale - Die Welt wird brennen
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Ophelia lebt im Jahre 2134 und was für andere wie Zukunftsmusik klingt ist für die achtzehn Jährige die Hölle. Vor sechs Jahren verstarben die Eltern – das Königspaar- und ihr Sohn Leopold de Marais kam ...

Ophelia lebt im Jahre 2134 und was für andere wie Zukunftsmusik klingt ist für die achtzehn Jährige die Hölle. Vor sechs Jahren verstarben die Eltern – das Königspaar- und ihr Sohn Leopold de Marais kam an die Macht. Sofort setzte er seine Vision um und rief die „Abkehr“ ins Leben. Der Besitzt so wie die Nutzung von weiterentwickelter Technologie steht unter Strafe. Wer sich dagegen wehrt, dem droht das Clearing. In ihrer Wut und in ihrem Frust hat sich Ophelia „Reverse“ angeschlossen- einer Rebellengruppe die den König stürzen und die Abkehr ungeschehen machen will. Hier hat Ophelia nicht nur Freunde gefunden, sondern auch die Liebe kennen gelernt. Als ihr diese schlagartig genommen wird schwört Ophelia Rache. Und die Möglichkeit dazu kommt schneller als gedacht… jedoch anders als erhofft.

Ich war skeptisch was die Geschichte rund um Ophelia angeht. Eine weitere düstere Zukunftsvision unserer Welt? Wieder mit einer Rebellenbewegung und einer jungen (zu jungen) Kämpferin, die das Schicksal der Welt ändern soll… Naja, ich weiß ja nicht.

Dennoch bereue ich es nicht, das Buch gelesen zu haben.
Zu aller erst muss ich an dieser Stelle mal die Welt an sich loben! Ich habe es selten in einem Buch gehabt, dass mir als Leser erklärt wird wie es dazu kam. Die Gründe in „Die Tribute von Panem“ waren schwammig, in „Legend“ wurde, soweit ich weiß, gar nicht drauf eingegangen und bei „Die Bestimmung“ wurde es irgendwo mal eventuell in einem Nebensatz angeschnitten. Aber keine der Geschichten hatte sich die Mühe gemacht mir Gründe zu nennen wie die Welt aufgebaut war und wieso die Dinge so sind wie sie eben sind.
Die Welt erschließt sich mir, jedenfalls mit dem was mir bis dahin geboten wurde.
Was ich auch positiv hervorheben möchte.
Die Story hat einiges zu bieten und hängt sich nicht an Kleinigkeiten auf.
Das Erzähltempo ist flott, aber nicht zu schnell. Man kommt mir, ist von der Geschichte sogar eingenommen. Es ist natürlich nicht die ganze Zeit über spannend, aber interessant genug, dass ich gerne am Ball geblieben bin. Eindrücke wurden schnell an den Mann gebracht und nicht in Seitenlangen Szenen ausgeschmückt.
Die Geschichte wird auf eine… ich sag mal humane und, für Ophelias Verhältnisse, realistische Art rübergebracht. Natürlich kennt sich die Gute nicht mit den architektonischen Verhältnissen Frankreichs zur Zeit der französischen Revolution aus. Sie zählt keinen unnötigen Schnickschnack von irgendwelchen Gebäuden auf. Sondern sieht: Groß, Imposant, Wow! Und das ist gut so! Es ist für mich greifbar. Wäre sie einer der Charaktere gewesen, die mit Fachbegriffen um sich schleudert wie ich mit schlechten Witzen hätte ich mir die Geschichte nicht länger angetan.
Szenerien wurden allgemein nicht schnell langweilig. Eine Szene wurde so lange aufrechterhalten, wie sie wichtig für die Geschichte war. Alles andere wurde mir im Zeitraffer geschildert. Aber auch hier wurde nicht gehetzt. Es war stimmig! Ich weiß nicht wie die Autorin es angestellt hat, denn normalerweise hasse ich es, wenn Leerphasen in Geschichten einfach übersprungen werden. Was, wenn es mich interessiert, was an diesem Tag passiert ist, nach dem Training, hm? Es muss nicht alles geskipped werden! Was in diesem Fall auch nicht getan wurde. Lena Kiefer hat die perfekte Balance zwischen „überspringen“ und „eintauchen“ gefunden.
Und nicht nur das! Ophelia Scale hat, für mich, mit dem Klischee des standardmäßigen Bösewichtes aufgehört. Natürlich brauch der Protagonist einen Ansporn, einen Antrieb. Ansonsten tritt die Geschichte auf der Stelle und das will niemand lesen. Doch hier war der Böse nicht einfach jemand der Macht wollte! Keiner der nur nach Reichtum oder Ruhm strebte (One Piece lässt grüßen). Auch er hatte seine Gründe, nachvollziehbare Gründe die man als Außenstehender nicht wissen kann und die einem auch erst im Verlauf der Geschichte begegnen.
Als ich zu der Stelle kam, hatte ich eine persönliche Erleuchtung und konnte sogar sympathisieren. Der Bösewicht war also nicht nur ein eindimensionaler Charakter der böse war weil halt darum. Nein. Er war ausgearbeitet, hatte seine Vergangenheit… er ist tatsächlich ein Charakter in dieser Geschichte. Kein platter Plott-Prophet. Jemand der in der ganzen Geschichte Sinn ergibt.

Und bis hierhin hätte es von mir auch fünf Sterne gegeben.
Im folgenden Abschnitt kommen mögliche Spoiler vor. Wer die nicht lesen will springt bitte zum Fazit vor.

Zu aller erst möchte ich mich bitte einmal über Knox beschweren. Ja, ich weiß. Er hat einen wichtigen Teil in der Geschichte und dient Ophelia praktisch als Hauptansporn zu der ganzen Sache mit dem Widerstand und so weiter. Aber ernsthaft? In der Geschichte ging es praktisch zu 50% nur noch um ihn! Knox hier! Knox da! Wenn Knox doch nur bei mir wäre! War das da grade Knox? Oh Knox…
JAAAAAAHA! Ich hab‘ es verstanden! Knox war dir und dem Widerstand wichtig! Ja! Begriffen! Und ehrlich gesagt habe ich es die ersten 200 male noch ganz unterhaltsam gefunden. Danach wurde es nur noch lächerlich und hat Ophelia ausgebremst. Und mir die Lust auf das E-Book genommen. Genug Knox für ein Leben.
Und mein zweites Manko ist definitiv das Ende. Ich war, nein! Ich bin enttäuscht. Ophelia wurde mir das gesamte Buch als eine recht weitsichtige Person dargestellt. Sie denkt zwei Schritte weiter als ich und hatte es sogar geschafft mit der Zeit ihre Gefühle zu regulieren und Zielstrebiger zu denken. Doch dieses Verhalten wurde binnen 46 Seiten komplett zunichte gemacht.
Und ich frage mich ernsthaft, wieso Ophelia auf diese KI reingefallen ist! Man kann mir sonst etwas erzählen, aber das, was die OmnI und Troy da gemacht haben kann nicht richtig gewesen sein. Außerdem hätte Ophelia stutzig werden müssen! Dieses Gerät wurde dazu eingesetzt die Anwärter zu Testen und ihnen realistische Situationen vorzugaukeln. Mit realistischen Personen und ihren realistischen Verhaltensmustern.
Und dann wird genau in der Sekunde in der Ophelia dem Königreich „verfallen ist“ so eine Szenerie vor ihren Augen abgespielt? Spätestens bei der nicht geladenen Waffe wird sie etwas gemerkt haben, aber komm schon… So etwas muss doch auffallen.
Ophelia wurde zum Risiko und musste eliminiert werden! Dass es ihr nicht aufgefallen ist und dass diese ganze Situation so schnell abgeharkt wurde macht mich immer noch rasend! Das gesamte Buch hat man Ophelias Wandlung miterlebt, sie als starke junge Frau kennengelernt und BUMM! Mit einem Mal verwandelt sie sich in die holde Maid in Nöten mit nicht mehr als 5 Gehirnzellen um alle wichtigen Lebensfunktionen durchzuführen.
Großartig.

Fazit:
Auch wenn mich das Ende mehr als nur wütend gemacht hat freue ich mich sehr auf Band zwei. Der Schreibstil und die Geschichte an sich hat mich mehr als nur überzeugt und ich möchte wissen wie es weitergeht.
Ophelia Scale – Die Welt wird brennen bekommt von mir 4 von 5 möglichen Sternen und damit eine starke Leseempfehlung. Fans von „Die Tribute von Panem“, „Legend“ oder auch „Die Bestimmung“ werden hier definitiv ihren Spaß haben!

Veröffentlicht am 10.08.2019

Fade Story, langweilige Charaktere

Spiel der Macht (Die Schatten von Valoria 1)
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Krestel ist 17-Jahre jung und hübsch. Und leider auch die Tochter des ranghöchsten Generals von Valoria. Als solche hat sie nur zwei Möglichkeiten wie sie die Zukunft verbringen will: entweder sie folgt ...

Krestel ist 17-Jahre jung und hübsch. Und leider auch die Tochter des ranghöchsten Generals von Valoria. Als solche hat sie nur zwei Möglichkeiten wie sie die Zukunft verbringen will: entweder sie folgt dem Wunsch ihres Vaters und tritt der Armee bei oder sie heiratet Jung. Aufgrund eines Missgeschicks landet sie auf einer Sklavenaktion und ersteigert aus einem plötzlichen Impuls heraus den Sklaven Arin. Dieser übt auf Krestel eine seltsame Faszination aus und schon bald stellt Krestel fest, dass sie Arin mehr mag als vielleicht gut für sie ist. Und während sie sich Arin immer weiter annähert, ahnt sie nicht, was hinter der so kühlen Fassade schlummert.

Bringen wir es hinter uns. Spoiler Warnung, wer das nicht lesen will springt bitte direkt zum Fazit.

„Spiel der Macht“ hat mir echt einiges abverlangt.
Von den so hochgelobten Charakteren oder dem „ausgezeichneten“ Schreibstil habe ich so gut wie gar nichts erlebt. Auch Spannung baute sich bei mir absolut nicht auf. Und auch sonst hatte das Buch so einige schwächen.
Fangen wir aber einfach mal an Anfang an.
Krestel wird uns von Anfang an als ein Charakter beschrieben, dessen absolute Stärke in ihrem strategischen Denken liegt. Ob gewollt oder ungewollt, Krestel beobachtet, analysiert und kritisiert bis ins kleinste Detail ihre Umgebung. Was durchaus interessant gewesen wäre, wenn die Welt von Valoria, Herran und Darca nicht so absolut blass, fad, uneinsichtig und langweilig gewesen wäre.
Den Krestels Alltag selber könnte auch langweiliger nicht sein. Besuche bei ihrer besten Freundin (und deren super hottem Bruder der auf Krestel steht), irgendwelche Gesellschaftsspiele (die zeigen sollen wie UNGLAUBLICH Krestels Beobachtungsgabe ist – Spoiler: nicht) irgendwelchen Bällen (die uns eventuell die Gesellschaft, in der Krestel verkehrt näherbringen soll) oder in ihren eigenen Gemächern. Mehr kriegen wir von ihrem Alltag nicht mit. Rückblickend frage ich mich grade was die Gute den ganzen Tag gemacht hat- oder viel mehr die letzten 17 Jahre. Bei so viel Action droht man ja schon beinahe einzuschlafen!
Auch der Szenenwechsel zu Arin selber macht das Ganze nicht besser. Schmiede, bei Krestel, in der Stadt, bei Krestel, auf einem Fest (mit Krestel)… Es ist immer wieder die gleiche Laier. Hufeisen, heimliche Waffen, heimliche Treffen… Wobei sich mir da eine Frage stellt, die sich durch das ganze Buch durchgezogen hat:
Was ich mit bekommen habe war, dass die Valorianer die Herrani (Herranen? Herranos…? Urgh… egal) versklavt hatten. Sklaven. Versklavung. Ich habe jetzt keinen wirklichen Abschluss im Studienfach der Sklav-onologie, aber… waren Sklaven nicht ihren Herren untergeordnet? Hatten die Herren nicht eine… gewisse Macht? Sogar Verantwortung für ihre Sklaven?
Arin stolziert nämlich die gesamte erste Hälfte wie ein König durch das Buch und kommt damit sogar sehr glimpflich davon. Wirklich rügen tut ihn Krestel nicht ein einziges Mal. Arin kann gefühlt machen was er will. Er schmiedet heimlich mehrere Tonnen an Waffen, die er nachts über die Mauern des Anwesens schmeißt. Er trifft sich heimlich mit einer Rebellenarmee und koordiniert diese dann auch noch locker flockig. Er kommt auf so ziemlich jedes Fest mit, auf das Krestel geht. Er kann anscheint einfach so ihre Gemächer betreten und mit ihr eine Runde Gesellschaftsspielchen spielen. Dazu ist er ungehobelt, frech und auf seine Art auch sehr Vorlaut und das interessiert Krestel so… null.
Nada, niente.
Ich meine… okay, einige Menschen lassen sich einfach schwieriger Reizen als andere. Aber dann tickt Krestel aus, weil eine andere Herrani Sklavin auf dem Grundstück Arin schöne Augen macht. Also ich weiß ja nicht…
Aber die Umgangsformen in Valoria scheinen ja eh ganz… anders zu sein als hier, nehme ich einfach mal an. Ich kann es nicht genau sagen, da ich von der Gesellschaft absolut keinen Plan habe. Die Feste auf denen Krestel war wurden zwar bis ins kleinste Detail ausgeschmückt und durchgekaut, aber wirklich was davon mitgenommen habe ich nicht- außer der Tatsache das jemand ihrer Freundin Jess mal den Zucker wegnehmen sollte. Auf diesen Festen war immer wieder von dem neusten Klatsch und Tratsch in der valorianischen Gesellschaft die Rede, von dem ich aber entweder nichts behalten habe oder nichts mitbekommen habe.
Der einzige Gossip der wirklich mehrfach erwähnt wurde, wurde später auch noch einmal aufgegriffen. Und danach auch nie wieder. In einer Tour wird man hier mit Informationen gefüttert mit denen man absolut nichts anfangen kann.
Und das endet nicht nur bei dem Gossip der Valorianer, der einem getrost am aller Wertesten vorbei gehen kann, sondern zieht sich weiter über die Haupt- und Neben Charaktere.
Den von denen gibt es einige. Unsere beiden Hauptcharaktere, Krestel und Arin, sind beide in erster linie zwei Sachen: Langweilig und Leer.
Ich weiß, dass Krestel 17 Jahre alt ist, nicht Kämpfen kann, Musik mag und ihre Mutter tot ist. Noch dazu ist sie die Tochter des Generals. Nicht wirklich viel persönliches. Oh! Und sie mag ihr Pferd.
Von Arin weiß ich noch weniger. Er ist, glaube ich, von blauem Blut, ein Stratege (haha…) und… ja, keine Ahnung wie Alt. Das erfährt man nicht. Und wenn man es erfahren hat habe ich es definitiv wieder vergessen.
Bei den Nebencharakteren kann ich eigentlich nur Jess, Ronan, Preller und Krestels Vater aufzählen. Und alle samt waren so leer und blass, dass mir keine Charakter eigenschaft wirklich in Gedanken geblieben ist. Jess ist hyperaktiv, Ronan weiß nicht wann Schluss ist, Preller leidet unter Stimmungsschwankungen und Krestels Vater ist Dauer-Afk.
Die ansonsten vorgestellten Charaktere muss man einfach so hinnehmen.
Denn wenn „Spiel der Macht“ an einem spart, dann an dem Tiefgang. Charaktere kommen, Charaktere gehen. So nach dem Motto wandern wir mit Krestel durch das Buch. Ich kriege einen Charakter vor die Nase gesetzt und darf mir selber zusammen reimen wer das eigentlich ist, wie er in Beziehung zu Krestel steht, warum er da ist und…. Dann ist er auch schon wieder weg, ohne sonstige Erklärung! So! Nächster Charakter…
Und so geht es immer weiter.
Und es bleibt nicht nur bei den Charakteren! Ich hatte beim Lesen das Gefühl einen Zeitungsbericht zu lesen. Tiefgang in den Gefühlen und Empfindungen der Charaktere sucht man hier vergebens.
Bestes Beispiel hierfür ist die Amme von Krestel, Ennai. Die gute Dame wird uns recht zu Anfang als eine sehr wichtige Bezugsperson für Krestel vorgestellt, nachdem ihre Mutter gestorben ist. Ihr Vater war immer weg und Ennai hatte sich Krestel angenommen. Eine Ersatzmutter sozusagen.
Ich glaube alles in allem kam sie aber nur 4-mal vor und einmal davon ging es um ihren Tod und einmal um einen wirren Traum mit ihr.
Wirkliche Trauer um ihre verstorbene Amme findet man bei Krestel auch nicht. Ich weiß ja nicht wie es anderen geht, aber wenn eine für mich wichtige Person stirbt, dann würde ich erstmal in meiner Trauer eingehen. Wer weiß, vielleicht hat Krestel ja auch getrauert, aber dann wurde es nur eine halbe Seite umschrieben und danach tanzten die Einhörner wieder auf dem Regenbogen und alles war wieder gut.
Hat man sich aber erst einmal durch die ersten 200/220 Seiten gekämpft wird man auch irgendwie entlohnt. Denn dann passiert auch endlich etwas. Wobei da auch nicht alles ganz logisch ist… Ich meine, wenn ich und mein Volk verraten wurden und man mir und den anderen mit der absoluten Abschlachtung droht… joar, dann lasse ich mich auch gefangen nehmen, führe eine ganze Weile ein Leben als „privilegierte Sklavin“ (Ich raste gleich aus), während meine Freundin irgendwo im Sterben liegt, meine ganzen Freunde und Bekannte irgendwo als Gefangene gehalten oder grade werden und vertiefe meine Liebe zu dem Rädelsführer der ganzen After-Show-Party. Seems legit…
Wo ich schon grade beim Thema Liebe bin: woher kommen diese Gefühle Arin gegenüber?
Woher zum Teufel? Es fing von jetzt auf gleich an, dass Arin Krestel und Krestel Arin liebte? Aber warum? Gut, bei Arin kann ich es verstehen, Krestel hat ihn immer etwas menschlicher behandelt als es die anderen Taten. Aber bei Krestel? Arin war in einer Tour unhöflich, unfreundlich und dreist zu ihr!
Klar, da denke ich auch mit meinem großen Strategen-Hirn: „Boha! GEIL!“

Was es an dem Buch dann zu loben gibt, dass es dennoch zwei Sterne gibt? Zum einen das absolut fantastische Cover und die letzten… Uff…. 5 Kapitel? Den so furchtbar ich auch 60% des Buches fand, diese Kapitel haben es für mich noch einmal rausgehauen und ich bin wirklich dazu geneigt Teil zwei zu lesen um zu wissen was aus Krestels Plan geworden ist und wie Arin damit weiter verfährt!

Fazit:
Zu blasse Charaktere!
Zu unausgearbeitete Welt!
Keinerlei Emotionen oder auch nur Erklärung, wie es zu gewissen Handlungen oder Reaktionen kommt. Der Leser wird alleine in einer ihm völlig fremden Welt zurück gelassen und darf sich alles erklären und zusammen reimen.
Dennoch hat es mich neugierig auf Band 2 gemacht und ich gebe der Reihe noch eine zweite Chance.
Ansonsten rate ich jedem von dem Buch ab, der hier auf den Klappentext vertraut. Es gibt nicht einmal halb so viele Spannungen, Intrigen und Liebesszenen wie der nämlich verspricht.
„Die Schatten von Valoria – Spiel der Macht“ von Marie Rutkoski bekommt daher von mir lieb gemeinte 2 von 5 Sternen und damit eine eingeschränkte Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 10.08.2019

Spannungslos, Emotionslos, am Thema vorbei

54 Minuten
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Ein Amoklauf an der Opportunity Highschool irgendwo in Amerika. Ein schrecken jedes Schülers, jedes Lehrers, jedes Elternteils.
Während der Begrüßungsrede der Schulleiterin stürmt Tyler, bis an die Zähne ...

Ein Amoklauf an der Opportunity Highschool irgendwo in Amerika. Ein schrecken jedes Schülers, jedes Lehrers, jedes Elternteils.
Während der Begrüßungsrede der Schulleiterin stürmt Tyler, bis an die Zähne bewaffnet, die Aula. Und schießt auf seine Mitschüler. Die Türen sind verriegelt und jeder der sich nicht so bewegt wie >er< es will kriegt eine Kugel ab.
Mit unter den Schülern sind unter anderem Tylers Schwester Autumn und ihre beste Freundin Sylv, draußen vor der Schule trainier Claire, Tylers Ex-Freundin, mit ihrer Laufmannschaft und im Schulgebäude streifen Sylvs Bruder Thomas und einer seiner Freunde durch die Gänge, als sie die Schüsse hören.
Insgesamt 54 Minuten dauert der Horror.
Amoklauf ist ein Thema mit dem nicht zu spaßen ist. In meiner persönlichen Sicht wird dieses Thema medial oft falsch angegangen; der gesamte Hintergrund, was den Täter dazu bewegt, wird meistens auf das Medium Videospiele geschoben und gar nicht weiter hinterfragt. Es gibt keine Rechtfertigung für einen Amoklauf. Keine. Klar, sagt jeder mal in seinem Leben so etwas wie „Boha, ich lauf hier gleich Amok!“, aber das sind meist nur Floskeln. Umso gespannter war ich, was es mit Tyler auf sich hat. Warum er so handelt!

Doch schnell musste ich feststellen, dass der eigentliche Fokus auf den unfassbar schlecht ausgearbeiteten Charakteren lag, statt auf den Motiven des Täters. Klar, irgendwie war Tyler in den Kapiteln immer mit dabei. Aber so richtig sich mit dem „Jungen mit der Waffe“ beschäftigt hat sich keine der Perspektiven.
Claire berichtet immer mal wieder davon was für ein netter Kerl Tyler doch mal war (während sie auf die Polizei warten) und Autumn hat ein paar „Anekdoten“ aus dem Zusammenleben mit ihrem Bruder. Doch auch sie schildert „nur“ „privates Leid“, was nicht wirklich seinen Hass auf die Schule und seine Mitschüler erklärt.
Von dem Amoklauf selber bekommt der Leser auch nicht wirklich was mit. Immer wieder werden versucht Zusammenhänge herzustellen. Zu dem Geschehenen und dem was aktuell geschieht. Kleiner Tipp, an diesen Stellen sollte man sich was zu schreiben rauslegen. Ansonsten kommt man bei den ganzen unsinnigen und unnützen Zeug was die Charaktere da so reden nicht mehr wirklich mit!
Sylv, Autumn, Claire und Thomas haben so unglaublich viel zu sagen zu dem wie Tyler früher oder eher vorher war, aber dennoch sind ihre Aussagen so absolut nichtssagend! Die meiste Zeit wird nur von Tylers Vergangenheit geredet, doch statt zu ergründen, was ihn dazu bewegt hat jetzt zum Amokläufer zu werden, wird er von allen Seiten (außer von Claires) nur… abgetan. Nicht ernst genommen. Als hätte Tyler keine Probleme, oder wäre selber daran schuld.
So genau habe ich das auch nicht mehr im Kopf weil, OH MEIN GOTT! Wie hat man es nur geschafft eine solche Thematik nur so unendlich langweilig zu verpacken!? Ich hatte ja noch gehofft, das Autumn die Interessanteste der vier Protagonisten ist. Aber um Himmelswillen! Ihre Gefühlsebene passt auf die Spitze eines Zahnstochers.
Sylvl war zu… zu… wie soll man das beschreiben? Sachlich? Alles hat sie aus einer Perspektive betrachtet wo ich mich teilweise gefragt habe: „Mädel? Weißt du eigentlich was da grade passiert? Mitschüler und Lehrer sterben! Und du durchlebst hier grade deine persönliche Midlifecrisis!?“
Was Thomas mit seiner… „Rettungsaktion“ beabsichtigen wollte ist mir relativ schleierhaft. Ich bezweifle auch, dass sich das so in einer solchen Situation wirklich umsetzen lässt.
Und Claire… ja. Claire. Sie war so nichtssagend, dass mir von ihr so absolut gar nichts mehr im Kopf geblieben ist.
Auch die zwischen den Kapiteln eingeworfenen Tweets oder SMS helfen da nicht grade weiter. Es wird keine Stimmung oder Atmosphäre aufgebaut. Außerdem: Wenn ich in einen Amoklauf verwickelt bin oder in einer anderen Gefahrenzone, werde ich mich davor hüten das auf Facebook zu posten und mich eher bei meiner Mutter oder meinem Vater melden. Denn Sinn hinter diesen Posts habe ich nicht wirklich begriffen.
Ich hatte im gesamten das Gefühl, dass diese ganze Situation nicht ernst genommen wird.
Angefangen bei der absolut weltfremden Sicht einiger Perspektiven, die lieber in Erinnerungen schwelgten, anstatt wirklich nach Lösungen zu suchen, bis hin zu der Polizei, die gefühlt erst nach Stunden an der Schule ankommt und da erstmal fett ein Kaffeekränzchen hält und sich gemütlich Zeit lässt die Situation unter Kontrolle zu bringen. Es kann doch nicht sein, dass zwei pubertäre Jugendliche besser im „retten“ sind, als ausgebildete Polizisten!

Alles in allem ist das Marieke Nijkamps „Nr. 1 New York Times Bestseller“ und „packender Roman“ nichts weiter als heiße Luft. Die eigentliche Thematik wird gar nicht bis kaum angerührt. Die Charaktere sind blass und zu mehr auch nicht zu gebrauchen. Es kommt keine Spannung auf, keine Erklärungen nur ein ungenaues, unübersichtliches Gewusel vierer Perspektiven, die ich lieber in zwei oder sogar nur in einer gehabt hätte.

Als Schullektüre vielleicht noch mal ganz interessant, aber so? Nein, dafür wird das gern Problem, der Plott der Geschichte zu wenig bearbeitet und zu wenig beleuchtet.

„54 Minuten – Jeder hat Angst vor dem Jungen mit der Waffe“ kriegt von mir, leider, nur einen von möglichen 5 Sternen

Veröffentlicht am 10.08.2019

Wie man für wenig Story viele Seiten verbrauchen kann...

Spiel der Ehre (Die Schatten von Valoria 2)
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An „Spiel der Macht“ habe ich nur wenige Tage gesessen und bin relativ flott durchgekommen. Auch wenn es einige Kleinigkeiten gab die mir übel aufgestoßen sind, so war ich doch Positiv eingestimmt was ...

An „Spiel der Macht“ habe ich nur wenige Tage gesessen und bin relativ flott durchgekommen. Auch wenn es einige Kleinigkeiten gab die mir übel aufgestoßen sind, so war ich doch Positiv eingestimmt was den zweiten Teil anging. Grade deshalb auch, weil der erste mit einem guten und soliden Cliffhanger geendet hat.

Das ich jetzt knapp einen Monat an „Spiel der Ehre“ gehangen habe konnte ich nicht Ahnen.

Ich hätte das Buch natürlich jederzeit abbrechen können, doch ab einem gewissen Punkt im Buch war mein Stolz angeknackst und ich wollte es beenden. Koste es was es wolle. Auch haben mich die ganzen positiven Meinungen über das Buch verunsichert. Irgendwann muss es doch besser werden, oder nicht? Woher sonst die ganzen positiven Meinungen?

Und soll ich ehrlich sein? Ich verstehe es immer noch nicht.

Ich warne vor Spoilern vor

Ich habe einen Monat meines Lebens in ein Buch gesteckt, welches ich so noch nie erlebt habe. Ich dachte immer „Die Rote Königin“ ließe sich nicht überbieten. Aber dieses Buch hat das mit Leichtigkeit geschafft.
Ich würde mich gerne in allen Details über dieses… „Buch“ aufregen. Aber ich würde dies aus zweierlei Gründen nicht schaffen.
Erstens würde ich auf einer persönlichen Ebene beleidigend werden (Und das will ich nicht.)
Und zweitens: wüsste ich nicht wo ich wie anfangen sollte.
Den da hapert es schon ganz gewaltig. Ich wüsste nicht mit welcher Szene, Aktion, Handlung ich anfangen könnte. Weil in diesem Buch schlichtweg absolut gar nichts passiert. Jede Seite ist eine Aneinanderreihung IRGENDWELCHER Ereignisse, welche dazu beitragen sollen die Story voran zu treiben. Leider gibt es keine Story.
Kestrel/Krestel/IstMirDochEgalWieManSieSchreibt(!!!) lebt von Tag zu Tag und wartet nur auf die Vermählung mit dem Prinzen, während Arin daheim sich in seinem Selbstmitleid rumsuhlt und versucht Kestrel und ihre Handlungen zu verstehen. Und das ist der gesamte Plot. Über vierhundert Seiten lang nur das gleiche. Zwischenzeitlich reitet sich Kestrel gehörig in die…. Ins Schlamassel, der ach so böse und tyrannische Imperator verhält sich im Vergleich zu dem was man über ihn hört wie ein kleines Kätzchen, und Kestrel lernt absolut gar nichts daraus. Dafür, dass sie anfangs bzw. Ende des ersten Teils noch so getan hat, als würde sie sich mit ihrem Schicksal abfinden, tut sie jetzt ziemlich auf panisch und wundert sich teilweise wie alles so weit kommen konnte.
Und was mit Arin das ganze Buch über nicht stimmt verstehe ich auch nicht. Der im ersten Teil recht besonnene und in sich gekehrte herranische Krieger fährt schneller als der Haut als ich, wenn sich bei einem All-you-can-eat-Buffet jemand vor sich drängt. Er hat immer zu Gunsten seines Volkes gehandelt und jetzt läuft er singend über ein Minenfeld, achtet absolut nicht auf seine Umgebung und erleidet einen Stimmungswandel nach dem anderen.
Erst sagt er Nein. Dann macht er Ja, behauptet aber Nein. Während er dann aber Ja sagt und Nein macht, denkt man, dass es nur ein Bluff ist aber Nein! Dann macht er ja aber doch Nein obwohl er Ja sagt…. Und das Vierhundert Seiten lang. Fall hier jetzt keiner mehr Durchblick: Ja, so ging es mir auch!
Ab dreiviertel habe ich nur noch überflogen. So passierte es auch mal, dass man drei, vier, fünf Seiten in der gleichen Szenerie hängt. Arin will eine Erklärung, Kestrel versucht sich zu erklären; Arin Tickt aus und lässt ihr keine Chance, Kestrel versucht es weiter, Arin verlässt wütend die Szene.
Paar Tage später will Arin wieder mit ihr reden. Sie hat keinen Bock und ekelt ihn weg. Er geht.
Dann will sie wieder mit ihm reden, er ekelt sie weg. Sie geht.
Und immer so weiter. Das ganze Buch hin weg. Zwischen durch wird sie noch vom Imperator oder Tensen erwischt und ermahnt oder so etwas wie bestraft und das ganze Drama geht von vorne los.
Oder es passiert das man auf einer Seite eine gesamte Woche im Zeitraffer erlebt, mit dem Resultat, dass…. Ja… das was? Das gar nichts. Kestrel ist weinerlich, Arin unausstehlich und wieder steckt man in einem Dauerloop aus „Auf der Stelle treten“ und „dem Leser alles vollheulen“.
Und dazwischen geht es mit der Story, der Geschichte, dem Plot, dem HERZSTÜCK DES BUCHES, in keiner Art und Weise weiter.
Auch schön wie Charaktere einfach zwischen zeitlich groß vorgestellt wurden und die wir ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr wieder sehen. Kestrels angeblich beste Freundin. Oder diese Olle aus dem Teesaal dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe. Oder Roshars Schwester… oder Roshar selber… oder der niedliche Tiger, der durch die wohl unnötigste Szene, die ich je in einem Buch gelesen habe, zu Arin und Roshar hinzugestoßen ist.
Oder Prinz Verex selber. WO war er 90% des Buches?! WO!?
Die Charaktere trampeln auf der Stelle. In der Geschichte passiert absolut gar nichts. Die Dialoge sind schlechter geschrieben als das Nachmittagsprogramm auf RTL und ein Glossar wäre sehr schön gewesen. Denn das kann die Autorin auch sehr gut! Begriffe in den Raum werfen mit dem Menschen, die eigentlich zu der Zielgruppe gehören, absolut nichts anfangen können. Die ersten 200 Seiten war es ja wirklich noch eine Abwechslung herauszufinden was diese Worte bedeuten. Irgendwann aber nicht mehr. Es wurde Lästig und hat mich aus der Geschichte geworden.

Fazit:
Ich bin mehr als nur erleichtert das Buch endlich hinter mir zu haben.
Es war langweilig, teilweise unlogisch und ein absoluter Flop für mich.
Die Geschichte rührte sich nicht vom Fleck und die Charaktere haben eine geistige Rückentwicklung erlebt.
Das Ende der Trilogie für mich und die Frage an den Carlsen Verlag: Spitzentitel? Ernsthaft?

Für die (ich will es nicht so nennen) Geschichte von Arin und Kestrel vergebe ich 0,5 Sterne.