Platzhalter für Profilbild

Cydonia

Lesejury-Mitglied
offline

Cydonia ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Cydonia über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2026

Gesunder Food-Trend anschaulich erklärt

Fermentieren – Twist your Taste!
0

„Fermentieren – Twist Your Taste“ ist ein rundum gelungenes Buch, das sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene begeistert. Auf anschauliche Weise führt es im ersten Teil in die Welt der Fermentation ...

„Fermentieren – Twist Your Taste“ ist ein rundum gelungenes Buch, das sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene begeistert. Auf anschauliche Weise führt es im ersten Teil in die Welt der Fermentation ein und zeigt, was man beachten muss und wie einfach es sein kann, Lebensmittel haltbar zu machen. Hintergrundinformationen z. B. zu gesundheitlichen Vorteilen und mikrobiologischen Zusammenhängen sind verständlich erklärt, ohne zu trocken zu wirken.
Gut fand ich die klar strukturierten Anleitungen und Bilder, die Schritt für Schritt durch die Prozesse führen und dabei Unsicherheiten nehmen. Besonders interessant sind die Informationen zu Gewürzen in Fermenten.

Im zweiten Teil werden Basisfermente vorgestellt, die von Getreide über Obst und Gemüse hin zu Dips und Drinks führen. Von klassischen Fermenten wie Sauerteig und Sauerkraut bis hin zu kreativen, modernen Ideen ist alles dabei. Dabei wird deutlich, wie vielseitig Fermentation sein kann und wie sie sich in den Alltag integrieren lässt.
Auch die Vielfalt der Rezepte im dritten „Mix and Match“-Teil ist ein großes Plus.
Optisch punktet das Buch mit übersichtlichen Tabellen und ansprechenden Bildern zu jedem der Teile, die Lust machen, sofort loszulegen. Für mich ist es eine perfekte Mischung aus Praxis, Wissen und Inspiration. Ein echtes Must-have für alle, die sich mit dem Thema näher beschäftigen möchten.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Magische Sommervögelein

Das Jahr der Schmetterlinge
0

Das Buch „Das Jahr der Schmetterlinge“ erzählt von einem ungewöhnlichen Versuch: Innerhalb eines Jahres will die Autorin Lea Korsgaard alle 64 in Dänemark heimischen Tagfalterarten entdecken. Die Schwierigkeit ...

Das Buch „Das Jahr der Schmetterlinge“ erzählt von einem ungewöhnlichen Versuch: Innerhalb eines Jahres will die Autorin Lea Korsgaard alle 64 in Dänemark heimischen Tagfalterarten entdecken. Die Schwierigkeit dabei ist, dass manche Arten vom Aussterben bedroht und nur noch an einem Ort zu finden sind. Außerdem können sie nur innerhalb einer bestimmten Zeit gesichtet werden, da jede Art ihre bestimmte Flugzeit hat.
Ohne Vorkenntnisse begibt sie sich auf eine Reise durch die Natur – und gleichzeitig zu sich selbst.
Sie lernt bei ihrer Suche, ihre Umgebung auf andere, genauere Art zu betrachten.
Besonders gelungen ist die Mischung aus Tagebuch, Naturbeobachtung und philosophischen Gedanken.
Das Buch verbindet persönliche und auch familiäre Erlebnisse mit fundiertem Wissen über Artenvielfalt und ökologische Zusammenhänge. Es führt uns durch die Welt der Mythologie, Theologie, Kunst, Geschichte u.a.
Der Schreibstil ist leicht zugänglich und zugleich reflektiert, wodurch man sich der Autorin sehr nah fühlt – auch wenn ich nicht verstehen konnte, warum sie den Fund einer Art nicht mehr genießt und ihr Vorhaben lieber auf zwei Jahre aufteilt.
Der Leser wird angeregt, über seinen eigenen Lebensrhythmus und den Umgang mit der Natur nachzudenken und ggf. sein Verhalten zu ändern.
Allerdings wirkt die Handlung auf mich stellenweise etwas zu ruhig und mir hat die Spannung gefehlt, sodass ich das Buch in mehreren Etappen und nicht auf einmal gelesen habe.
Schön finde ich die verschiedenen Zeichnungen im Buch. So weiß man auch als Laie, wie eine erwähnte Art aussieht. Vermisst habe ich weitere Informationen zu den einzelnen Arten.
Insgesamt ist es für mich ein wunderschönes, poetisches Sachbuch, das Naturwissen mit Sinnsuche verbindet und ich kann es wärmstens empfehlen. Einen Punktabzug gab es, da es teilweise etwas langatmig war.

Veröffentlicht am 06.04.2026

Ein zauberhaftes, herzerwärmendes Buch

Tom Tauber – Ratte der Lüfte
0

Mit „Tom Tauber – Ratte der Lüfte“ ist Hannah Schenk und Anne Hofmann ein wunderbares Kinderbuch gelungen, das zu Herzen geht und in keinem Haushalt mit kleinen Kindern fehlen sollte.

Allein schon ...

Mit „Tom Tauber – Ratte der Lüfte“ ist Hannah Schenk und Anne Hofmann ein wunderbares Kinderbuch gelungen, das zu Herzen geht und in keinem Haushalt mit kleinen Kindern fehlen sollte.

Allein schon vom Cover und dem Material des Umschlages war ich begeistert. Die Illustrationen sind schön und liebevoll gestaltet und viele Details sorgen dafür, dass man bei jedem Durchblättern etwas Neues entdeckt. So hat das Taubenbaby Tom gelben Flaum auf dem Kopf - wie die echten Tauben. Nett finde ich auch die verschiedenen Tierspuren am Anfang und Ende des Buches.

Die Handlung dreht sich um Ratten und Tauben, den „Ratten der Lüfte“, also um zwei bei den Menschen zu Unrecht sehr unbeliebte Tierarten.

Es geht um das Taubenbaby Tom, das aus dem Nest fällt und von Ratten großgezogen wird. Tom liebt seine Rattenfamilie, spürt aber, dass er anders ist und sucht seinen Platz in der Welt.
Die Geschichte erzählt von Familie, Freundschaft und Anderssein und gibt, obwohl sie kindgerecht ist, viele interessante Informationen zu Tauben.

Besonders gut fand ich den Anhang „Lerne mehr über Stadttauben“ und den Link zum Tierschutzbund/Taubenschutz, damit man sich schnell weitere Informationen einholen kann. Außerdem geht ein Teil der Einnahmen aus dem Buchverkauf direkt an den Taubenschutz.
Das Buch wurde in Deutschland und komplett vegan hergestellt.

Ein Buch, das mich begeistert hat und für das 5 Punkte gar nicht ausreichen. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.03.2026

Mal schnell ein bisschen achtsam

Einatmen. Ausatmen.
0

„Einatmen. Ausatmen.“ ist ein kurzweiliger, amüsanter Roman von Maxim Leo, von dem man sich aber nicht zu viel Tiefgang erwarten sollte.

Im Mittelpunkt stehen zwei gegensätzliche Protagonisten: Marlene ...

„Einatmen. Ausatmen.“ ist ein kurzweiliger, amüsanter Roman von Maxim Leo, von dem man sich aber nicht zu viel Tiefgang erwarten sollte.

Im Mittelpunkt stehen zwei gegensätzliche Protagonisten: Marlene Buchholz, eine hochkompetente, aber empathielose Spitzenmanagerin, die um beruflich weiterzukommen ein Achtsamkeitstraining bei einem Coach in einem Schloss absolvieren muss. Ohne Seminar kein Job als Vorstandsvorsitzende.
Ihr Gegenpol ist der Coach Alex Grow, dessen wirklicher Name gar nicht Grow ist und der sich bei seinem kometenhaften Aufstieg selbst verloren hat. Er befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten und kann seine Akademie nur retten, wenn er mit dem Coaching von Marlene Erfolg hat.
Das klang in meinen Augen nach einem Buch mit spritzigen Dialogen. Ich hatte auch erwartet, dass der Autor den Gegensatz von Achtsamkeit und dem privilegierten Leben im Schloss auf die Schippe nimmt.
Es sind einige witzige und zum Teil skurrile Szenen zu finden, das Buch ließ sich prima lesen und war amüsant. Es regte zum Nachdenken an, auch wenn es sich eher um „Alltagspsychologie“ handelt.
Marlenes komplette Wandlung war für mich allerdings unglaubwürdig.
Auch wenn der Roman hinter meinen Erwartungen zurückblieb, fand ich ihn berührend und unterhaltsam. Schade, dass es keine halben Sterne gibt – ansonsten 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.02.2026

Aufruf zum Kampf für eine bessere, gerechtere Welt

Funkenschwestern
0

„Funkenschwestern“ macht deutlich, warum wir von tatsächlicher Gleichberechtigung noch weit entfernt sind. Barbara Blaha will aufzeigen, dass das, was uns Frauen vermeintlich „privat“ passiert, in Wahrheit ...

„Funkenschwestern“ macht deutlich, warum wir von tatsächlicher Gleichberechtigung noch weit entfernt sind. Barbara Blaha will aufzeigen, dass das, was uns Frauen vermeintlich „privat“ passiert, in Wahrheit „geteilte politische Realitäten“ sind.
In sieben Kapiteln untersucht sie diese näher und verbindet sie mit persönlichen Geschichten. So schafft sie es, komplexe Themen verständlich darzustellen und einen persönlichen Bezug zum/r Leser:in zu finden. Die meisten Frauen haben eine oder mehrere in „ Funkenschwestern“ geschilderte Situationen sicher bereits selbst erlebt.
Die Autorin erzählt die Geschichte des Patriarchats, von geschlechterspezifischer Gewalt, finanzieller Ungleichheit und vielem mehr.

Unterlegt wird das Ganze mit diversen Studien und Medienberichten, die man im Rahmen der mehr als 400 Quellenangaben auch selbst nachlesen kann.

Besonders interessant fand ich die Informationen zu engagierten Frauen, deren Mut und Beharrlichkeit zu gesellschaftlichen Veränderungen führten, egal, ob es sich um einzelne Frauen wie z.B. Amalie Ryba handelt oder um den „Freien Tag“ der isländischen Frauen.

Das Buch regt zum Nachdenken über soziale Gerechtigkeit im allgemeinen und Zusammenhalt an und macht deutlich, wie viel Veränderungskraft in einer einzelnen Person und in der Gemeinschaft steckt und welch weiten Weg wir noch gehen müssen. Am Schluss legt die Autorin dar, wie wir eine andere Welt schaffen können.
Die Sprache war äußerst angenehm zu lesen. Auch das Design von „Funkenschwestern“ hat mir gut gefallen.
So interessant das Buch war, der emotionale Funke ist bei mir nicht ganz übergesprungen. Die Anmerkung der Autorin „Hier wird gezündelt“ wurde für mich nicht erfüllt.
Insgesamt ist „Funkenschwestern“ ein sehr informatives, gutes Buch, das ich insbesondere Leser:innen empfehlen kann, die sich mit diesem Thema noch nicht tiefer befasst haben.
Ich hoffe, dass es auch viele männliche Leser findet.