Mischung aus Historiendrama, Kriminalgeschichte und sehr seichter Lovestory
Ein Kranich unter WölfenIch mag so asiatisch angehauchte Fantasy/Historienromane inzwischen super gerne, weil ich allein schon das Setting und die Kultur super interessant und ansprechend finde. Ich hab mich hier vor allem zu ...
Ich mag so asiatisch angehauchte Fantasy/Historienromane inzwischen super gerne, weil ich allein schon das Setting und die Kultur super interessant und ansprechend finde. Ich hab mich hier vor allem zu Anfang super schwer getan ins Buch zu finden und mit den ganzen Namen klarzukommen. Vor allem weil die Protagonistin zusätzlich die Eigenart hat, Spitznamen zu erfinden und diese auch beizubehalten, wenn die tatsächlichen Namen der Figuren bereits bekannt und benutzt werden. Dadurch bin ich immer mal durcheinandergekommen.
Zentrales Element war für mich die Geschichte rund um die grausame Herrschaft des Kaisers und die 1000 gefangenen Frauen, die ihren Familien geraubt wurden. Das harte Regime, die boshafte Machtgier und das psychische Entgleisen des Kaisers kommen da gut raus und sorgen für die schreckliche, beunruhigende Stimmung des vorherrschenden Wahnsinns innerhalb der Geschichte.
Mit der Protagonistin Iseul bin ich bis zum Schluss nicht warm geworden. Ist sie anfangs vor allem naiv, verzogen und impulsiv, entwickelt sie sich zwar in Richtung von mehr Empathie und Einsicht, behält ihr völlig kopfloses Verhalten aber bei, womit sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere in stetige Gefahr bringt. Da konnte ich dann auch irgendwann einfach nicht mehr nachsichtig mit ihr sein, sie hat mich schier aufgeregt.
Der in die Geschichte eingebettete Kriminalfall war anfangs wirklich interessant und hat eine interessante Nebenhandlung eröffnet. Trotzdem rückte er gefühlt sehr in den Hintergrund und diente zwischenzeitlich vor allem dazu, Iseuls Charakterentwicklung voranzutreiben. Die Auflösung hat mich da fast ein bisschen ernüchtert zurückgelassen.
Was es für mich absolut nicht gebraucht hätte, das war die Liebesgeschichte, die ich auch gar nicht als solche empfunden habe und die daher für mich so ein bisschen vom Himmel fiel. Das Buch hat einfach so viele verschiedene Baustellen aufgetan, dass nichts so richtig vertieft wurde und alles recht oberflächlich blieb. Es werden auch insgesamt sehr viele Figuren und Einzelschicksale betrachtet, aber keines ging mir so wirklich nahe. Mir fehlte einfach so die eine Figur, die die Geschichte trägt. Das sollte vermutlich Iseul sein, aber da bin ich einfach nicht rangekommen, weil ich mit ihr und ihrem Verhalten so gehadert habe.
Insgesamt hat sich das Buch kurzweilig lesen lassen, bin aber ehrlich, so einen echten bleibenden Eindruck hat es nicht hinterlassen.