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Veröffentlicht am 19.04.2026

Verschwunden in der Mühle – eine falsche Fährte an der Förde

Möwen, Seegang, falsche Fährte - Anni Gade und die Fördemorde
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Mit „Möwen, Seegang, falsche Fährte“ legt Inga Schneider den dritten Band ihrer Reihe „Anni Gade und die Fördemorde“ vor – und erneut wird es spannend in Flensburg.

Worum geht es?
Annis Freundin Nele ...

Mit „Möwen, Seegang, falsche Fährte“ legt Inga Schneider den dritten Band ihrer Reihe „Anni Gade und die Fördemorde“ vor – und erneut wird es spannend in Flensburg.

Worum geht es?
Annis Freundin Nele möchte an einem Fotowettbewerb zum Thema „Lost Places“ teilnehmen. Dafür hat sie sich die alte Mühle ausgesucht – ein Ort, der schon beim ersten Besuch eine unheimliche Atmosphäre ausstrahlt. Während eines Fotoshootings bei Sonnenaufgang bleibt zunächst alles ruhig.

Doch Nele will mehr: Einige Tage später kehrt sie zur Mühle zurück, um bei Vollmond weitere Aufnahmen zu machen. Anni begleitet sie zwar, wartet diesmal aber draußen – zu mulmig ist ihr das Ganze. Als Nele zur vereinbarten Zeit nicht zurückkehrt, wächst die Sorge. Anni alarmiert Kommissar Jan Christiansen, und gemeinsam betreten sie die Mühle. Doch von Nele fehlt jede Spur. Nur ihr Fotoapparat bleibt zurück.

Im Laufe der Ermittlungen stoßen Anni und Jan auf eine Spur, die sie in eine ganz andere Richtung führt als zunächst gedacht: Es geht um gefälschte Bilder, und die Nachforschungen reichen schließlich bis an die deutsch-dänische Grenze.

Meine Meinung
Auch im dritten Band gelingt es Inga Schneider, die besondere Atmosphäre der Förde und der Stadt Flensburg einzufangen. Wer die ersten beiden Teile kennt, wird sich sofort wieder heimisch fühlen: Die vertrauten Figuren sind zurück, und die Entwicklungen zwischen Anni und Kommissar Jan Christiansen werden stimmig weitergeführt. Natürlich ist auch wieder Erpel Hugo dabei.

Während Anni in den vorherigen Bänden bereits bewiesen hat, dass sie sich nicht so leicht aus Ermittlungen heraushalten lässt, spitzt sich die Situation diesmal noch stärker zu – schließlich geht es um ihre eigene Freundin. Gerade dieser persönliche Bezug verleiht der Geschichte zusätzliche Spannung und Emotionalität.

Wie schon zuvor bittet Jan Christiansen sie, sich aus allem herauszuhalten, um sie zu schützen. Doch wer die Reihe kennt, weiß: Anni folgt eher ihrem Herzen als solchen Bitten – und genau das macht ihren Charakter so authentisch und sympathisch.

Der Fall selbst ist wieder spannend konstruiert und hält einige Wendungen bereit. Besonders die düstere Kulisse der alten Mühle sorgt für eine durchgehend beklemmende Stimmung.

Fazit
Ein gelungener dritter Band, der die Stärken der Reihe konsequent fortführt und gleichzeitig die persönliche Ebene noch intensiver gestaltet. Fans der ersten beiden Teile kommen hier voll auf ihre Kosten – und auch Neueinsteiger dürften schnell in die Geschichte hineinfinden.

Eine klare Leseempfehlung für alle, die regionale Krimis mit starken Figuren und atmosphärischen Schauplätzen lieben.

Veröffentlicht am 17.04.2026

Das Signal – Wem kannst du noch trauen?

Das Signal
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Mit Das Signal liefert Ursula Poznanski erneut einen spannenden Psychothriller, der den Hörer bis zum Schluss im Ungewissen lässt. Das Hörbuch wird von Tessa Mittelstaedt eindrucksvoll gelesen und überzeugt ...

Mit Das Signal liefert Ursula Poznanski erneut einen spannenden Psychothriller, der den Hörer bis zum Schluss im Ungewissen lässt. Das Hörbuch wird von Tessa Mittelstaedt eindrucksvoll gelesen und überzeugt durch seine dichte Atmosphäre.

Inhalt
Viola hatte einen schweren Unfall, bei dem sie ihr Bein verloren hat. Seitdem ist sie an ihr Zuhause gebunden – und auch ihre Erinnerungen an den Unfallhergang fehlen. Warum befand sie sich überhaupt in dem einsturzgefährdeten Weinkeller ihres neuen Hauses?

Ihr Mann engagiert eine Pflegekraft, doch diese wirkt auf Viola eher wie eine Aufseherin. Als sie zufällig auf eine Werbung für Tracker stößt, kommt ihr eine Idee: Sie bestellt ein Set und beginnt, verschiedene Gegenstände damit auszustatten. Schon bald verfolgt sie die Wege ihres Mannes und der Pflegekraft per App. Doch nicht nur deren Bewegungen erscheinen merkwürdig – auch andere Personen in ihrem Umfeld geraten in ihren Fokus.

Je intensiver Viola die Daten analysiert, desto mehr Ungereimtheiten fallen ihr auf. Doch was ist real – und was entspringt vielleicht nur ihrer Fantasie?

Meine Meinung
Die Geschichte entwickelt schnell einen starken Sog. Besonders gelungen ist, dass man als Hörer lange im Unklaren darüber bleibt, ob Viola tatsächlich einer Verschwörung auf der Spur ist oder ob ihre Wahrnehmung durch die traumatischen Ereignisse beeinflusst wird. Dieses Spiel mit der Unsicherheit sorgt für durchgehend hohe Spannung.

Nach und nach werden zudem Details aus Violas Vergangenheit enthüllt, die das Gesamtbild immer wieder verändern und neue Fragen aufwerfen.

Tessa Mittelstaedt gelingt es hervorragend, die düstere und teilweise beklemmende Stimmung des Hörbuchs zu transportieren. Ihre Stimme passt sehr gut zur Protagonistin und verstärkt die emotionale Wirkung der Geschichte.

Im Vergleich zu Die Burg erreicht Das Signal für mich zwar nicht ganz das gleiche Niveau, dennoch handelt es sich um einen durchweg gelungenen Psychothriller, der bis zum Ende fesselt.

Fazit
Ein spannendes Hörbuch mit einer interessanten Grundidee und einer konstanten Atmosphäre der Unsicherheit. Kleine Abstriche im Vergleich zu anderen Werken der Autorin verhindern die Höchstwertung, aber insgesamt bleibt ein sehr überzeugendes Gesamtpaket.

Veröffentlicht am 15.04.2026

Fräulein Gold: Der Preis der Freiheit – ein neuer, düsterer Abschnitt für Hulda Gold

Fräulein Gold: Der Preis der Freiheit
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Die Rezension bezieht sich auf die Hörbuchfassung:

Berlin, 1932: Hulda Gold hat eine neue Wirkungsstätte gefunden. Sie beginnt ihre Arbeit als Hebamme im Frauengefängnis Barnimstraße. Dort kümmert sie ...

Die Rezension bezieht sich auf die Hörbuchfassung:

Berlin, 1932: Hulda Gold hat eine neue Wirkungsstätte gefunden. Sie beginnt ihre Arbeit als Hebamme im Frauengefängnis Barnimstraße. Dort kümmert sie sich um inhaftierte Schwangere und erlebt den harten Alltag hinter Gefängnismauern hautnah.

Im Gefängnis trifft Hulda auf Anna Marwitz, eine verurteilte Mörderin, die auf sie einen stillen, verschüchterten Eindruck macht. Als jedoch eine Mitgefangene vergiftet wird, gerät Anna erneut unter Verdacht. Hulda kann einfach nicht glauben, dass diese Frau eine mehrfache Mörderin sein soll, und beginnt, an der offiziellen Version der Ereignisse zu zweifeln.

Die Ermittlungen übernimmt Kriminalkommissarin Irma Siegel, die Hulda bereits aus früheren Fällen kennt. Können die beiden Frauen gemeinsam Licht in diesen rätselhaften Fall bringen?

Neben dem Kriminalfall rückt auch Huldas Privatleben wieder stärker in den Fokus. Die politischen Spannungen in Deutschland nehmen weiter zu, die bevorstehenden Wahlen werfen ihre Schatten voraus, und immer mehr jüdische Mitbürger sehen für sich keine Zukunft mehr in Berlin. Gleichzeitig beschäftigt Hulda der schwierige Spagat zwischen Kinderbetreuung und Berufstätigkeit. Zu spät erkennt sie, dass ihre Tochter Meta erkrankt ist – eine Erkenntnis, die sie hart trifft.

Anne Stern erzählt auch im achten Band wieder eine kurzweilige und zugleich eindringliche Geschichte rund um die Berliner Hebamme. Die fiktive Handlung ist erneut gekonnt mit dem historischen Hintergrund verwoben. Besonders interessant fand ich, dass die Autorin schon lange das Frauengefängnis Barnimstraße in ihre Reihe einbauen wollte. Im Anhang des Buches erläutert sie kurz, was diese Haftanstalt so besonders machte, was dem Roman zusätzliche Tiefe verleiht.

Das Hörbuch wird erneut von Anna Thalbach gelesen. Mit ihrer unverwechselbaren Stimme erweckt sie die Figuren wieder eindrucksvoll zum Leben und macht das Zuhören zu einem echten Erlebnis.

Mir hat auch „Fräulein Gold: Der Preis der Freiheit“ sehr gut gefallen. Ich empfehle das Hörbuch gerne weiter und vergebe 5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2026

Zurück in Oceanbridge: Tess’ Weg zwischen Kunst und Herz

Bound by Hopes
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Mit „Bound by Hopes“ setzt Emma Wagner ihre gefühlvolle Reihe „Liebe in Oceanbridge“ fort und kehrt zurück in die kleine Küstenstadt, in der Träume und Hoffnungen auf die Probe gestellt werden.

Im Mittelpunkt ...

Mit „Bound by Hopes“ setzt Emma Wagner ihre gefühlvolle Reihe „Liebe in Oceanbridge“ fort und kehrt zurück in die kleine Küstenstadt, in der Träume und Hoffnungen auf die Probe gestellt werden.

Im Mittelpunkt steht diesmal Tess, die Leser bereits als beste Freundin von Ava aus dem ersten Band kennen. Tess studiert Kunst und lebt für ihre Leidenschaft – auch wenn ihr Umfeld dafür nur wenig Verständnis zeigt. Weder ihre Familie noch viele ihrer Freunde nehmen ihre Werke ernst. Was für Tess Ausdruck von Kreativität und Gefühl ist, wird von anderen oft als zusammengebauter Müll belächelt. Selbst ihre Lehrer stehen ihrer Kunst kritisch gegenüber, was sie zunehmend verunsichert.

Auch in der Liebe hat Tess schlechte Erfahrungen gemacht. Nach einer schweren Enttäuschung auf dem Abschlussball hat sie mit Beziehungen eigentlich abgeschlossen. Sie will sich auf sich selbst und ihre Kunst konzentrieren – doch das Leben hat andere Pläne.

Als plötzlich Ryker, ein Freund aus alten Tagen, in Oceanbridge auftaucht, gerät Tess’ Welt ins Wanken. Die Situation wird zusätzlich kompliziert, als ihr Bruder Ryker kurzerhand in ihrer gemeinsamen Wohnung einquartiert. Ein Ausweichen ist also unmöglich – und alte Erinnerungen, unausgesprochene Gefühle und neue Spannungen lassen nicht lange auf sich warten.

Zwischen Tess und Ryker entwickelt sich eine intensive Dynamik, die von Vergangenheit, Unsicherheiten und neuen Hoffnungen geprägt ist. Beide müssen sich fragen, ob sie bereit sind, alte Wunden hinter sich zu lassen und sich auf das einzulassen, was zwischen ihnen entsteht.

Emma Wagner bleibt auch im zweiten Band ihrem einfühlsamen Stil treu. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und überzeugt durch ihre emotionale Tiefe. Besonders Tess als Protagonistin ist sehr greifbar – ihre Zweifel, ihre Leidenschaft für die Kunst und ihr Wunsch nach Anerkennung werden authentisch und berührend dargestellt.

Auch das Wiedersehen mit bekannten Figuren aus „Bound by Dreams“ sorgt für ein schönes Gefühl von Vertrautheit und rundet die Geschichte gelungen ab.

Mein Fazit:

„Bound by Hopes“ ist eine emotionale und gelungene Fortsetzung, die vor allem durch ihre starke Protagonistin überzeugt. Die Themen Selbstzweifel, fehlende Anerkennung und der Mut, seinen eigenen Weg zu gehen, stehen im Mittelpunkt und machen die Geschichte besonders intensiv.

Ein berührender zweiter Band, der Lust auf mehr macht. Von mir gibt es erneut 5 von 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 06.04.2026

Wimmelbuch trifft Soundbuch

Hör mal (Soundbuch): Wimmelbuch: Wir machen Urlaub
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Mit „Wir machen Urlaub“ aus dem Carlsen Verlag möchte ich euch heute ein Wimmelbuch mit Soundfunktion vorstellen, das sich an Kinder ab 2 Jahren richtet.

Auf insgesamt sechs Doppelseiten werden verschiedene ...

Mit „Wir machen Urlaub“ aus dem Carlsen Verlag möchte ich euch heute ein Wimmelbuch mit Soundfunktion vorstellen, das sich an Kinder ab 2 Jahren richtet.

Auf insgesamt sechs Doppelseiten werden verschiedene Urlaubsszenen dargestellt. Die kleinen Betrachter entdecken dabei unter anderem den Strand, eine Almhütte, einen Campingplatz, den Hafen sowie eine Pension. Jede Seite ist im klassischen Wimmelbuch-Stil gestaltet und wird durch einen kurzen Text sowie kleine Suchaufgaben ergänzt, bei denen bestimmte Dinge im Bild gefunden werden sollen.

Allerdings zeigt sich schnell, dass die Wimmelbilder für die angegebene Altersgruppe recht umfangreich gestaltet sind. Gerade für Kinder ab 2 Jahren wirken die Seiten teilweise überladen und können schnell überfordern. Hier gibt es durchaus Wimmelbücher, die deutlich strukturierter aufgebaut sind und sich besser für die Kleinsten eignen.

Ein besonderes Merkmal dieses Buches ist die Soundfunktion: Über kleine Knöpfe am Rand der Seiten lassen sich passende Geräusche zu den jeweiligen Szenen abspielen. In der Praxis erweist sich dies jedoch als weniger gelungen. Selbst ältere Kinder haben Schwierigkeiten, die passenden Geräusche den dargestellten Szenen eindeutig zuzuordnen. Zudem sind einige Inhalte dabei, mit denen jüngere Kinder nur wenig anfangen können.

Wir haben das Buch gemeinsam mit unserer Enkeltochter ausprobiert, die sowohl Wimmelbücher als auch Soundbücher sehr gerne mag. Leider verlor sie bei diesem Buch recht schnell das Interesse.

Positiv hervorzuheben ist hingegen die technische Umsetzung: Das Buch verfügt über einen integrierten Akku, der sich bequem per USB-C-Kabel aufladen lässt. Außerdem kann der Sound über einen Schalter ein- und ausgeschaltet werden. Während des Ladevorgangs ist die Soundfunktion deaktiviert – was jedoch in der Praxis nicht weiter stört.