Verdrehter Verrat?
Mondia-Dilogie 2: Twisted TreasonSo heißt dieser Roman, wenn man seinen Titel ins Deutsche übersetzt. So ganz zufällig wurde hier sicher nicht vorgegangen, denn die erfolgreiche Twisted-Reihe der amerikanischen Autorin Ana Huang dürfte ...
So heißt dieser Roman, wenn man seinen Titel ins Deutsche übersetzt. So ganz zufällig wurde hier sicher nicht vorgegangen, denn die erfolgreiche Twisted-Reihe der amerikanischen Autorin Ana Huang dürfte weder dem Verlag noch der Autorin entgangen sein. Die Verdrehungen hier sind allerdings andere. Und ich kann nicht umhin, der Autorin meine Bewunderung zu zollen. Eine an sich aberwitzige und banale Geschichte relativ spannend auf fast tausend Seiten auszuwälzen, ist schon eine beachtliche Leistung.
Natürlich hat die männliche Hauptfigur den Cliffhanger aus dem ersten Band überlebt. Wie sollte es auch sonst weitergehen? Die ganze Welt wird in ihrer Universalität von einer Bibliothek zusammengehalten, in der sämtliche Erstausgaben von Büchern gesammelt werden. Sie befindet sich im Untergrund von Paris und wird von den sogenannten Weltenschreibern gepflegt. Allerdings erfährt man nichts von dieser Arbeit, denn die Herrschaften haben nur damit zu tun, die Bibliothek zu schützen. Gefahr droht ihr von den sogenannten Novas, die sich mit den Weltenschreibern in einem tödlichen Konflikt befinden.
Die weibliche Hauptfigur ist eine sogenannte Ripari. Nur diese Leute verstehen den inneren Mechanismus der Bibliothek. Dummerweise gibt es davon nun nur noch eine Person. Natürlich ist die ganze Konstruktion dieser Geschichte ein einziger weltfremder Blödsinn, aber es kommen der Kampf von Gut und Böse in ihr vor. Und natürlich die Rettung der Welt. Darunter geht es nicht mehr.
Den eklatanten Widerspruch zwischen der Universalität dieser Bibliothek und der Tatsache, dass sie von einem einzigen Familienclan geführt wird, scheint der Autorin nicht aufgegangen zu sein. Man verzeihe mir die Ironie: Aber ein wenig mehr moderne Vielfalt hätte ich schon erwartet.
Natürlich entsteht zwischen den beiden Hauptfiguren eine Liebesbeziehung, so eine neue Variante von Romeo und Julia, denn in dieser Julia steckt etwas von diesem Twistet Treason. Aber das zu erklären, würde zu weit gehen. Ich habe mich jedenfalls etwas gequält, um die fast fünfhundert Seiten endlich zu schaffen. Aber ich gehöre auch nicht die Zielgruppe. Die nämlich wird sich vermutlich nicht so langweilen.