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Veröffentlicht am 23.10.2020

Geheimnisvoller Bilderfund

Spiegelinsel
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Als ihre Großmutter in eine Seniorenresidenz umzieht, findet Tessa bei der Wohnungsentrümpelung ein altes abgegriffenes Fotoalbum, dass aus dem 19. Jahrhundert und von einer entfernten Verwandten namens ...

Als ihre Großmutter in eine Seniorenresidenz umzieht, findet Tessa bei der Wohnungsentrümpelung ein altes abgegriffenes Fotoalbum, dass aus dem 19. Jahrhundert und von einer entfernten Verwandten namens Margaret Sophie Clark stammt, die sich gern als Fotografin betätigte. Die alten Bilder sind zwar nicht mehr von bester Qualität, zeugen jedoch von einem Auge für Stil und Komposition, so dass sie Tessas Neugier anstacheln, mehr darüber herauszufinden, vielleicht ja auch noch andere Bilder der Fotografin zu finden, die auf deren Heimatinsel Isle of Wight gemacht wurden. So findet sich Tessa bald auf der Insel wieder, um den alten Spuren zu folgen, wobei ihr bald der Kurator des örtlichen Museums dazwischen grätscht…
Margot S. Baumann hat mit „Spiegelinsel“ einen kurzweiligen spannungsgeladenen Roman vorgelegt, der sie recht gelungen neben einer Prise Romantik und Krimielementen auch einen Schwenk in die Vergangenheit untermischt. Mit flüssig-leichtem, bildhaftem und gefühlvollem Erzählstil platziert die Autorin den Leser mal an die Seite von Tessa, mal an die von Raiden sowie an die von Margaret, so dass ein wunderbarer Rundumblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptprotagonisten ein Gesamtbild ergibt, während sich die Geschichte gleich einem Puzzle Stück für Stück vor dem Leser entblättert. Baumann gelingt es, mit einem Brückenschlag zwischen Gegenwart und Vergangenheit sowie wohl dosierten überraschenden Wendungen die Spannung von Abschnitt zu Abschnitt zu steigern, was den Leser an den Seiten kleben lässt, um nur keine Entwicklung zu verpassen. Die farbenfrohen Beschreibungen der Insel lassen während der Lektüre schöne Bilder vor dem inneren Auge des Lesers entstehen, aber auch die historischen Details über die Anfänge der Fotografie geben der Geschichte einen schönen Rahmen, wobei sich die Autorin für die Darstellung ihrer Margaret einer belegten Person als Vorbild bedient und dem Ganzen mehr Authentizität verleiht.
Die Charaktere sind mit menschlichen Zügen versehen, die sie dem Leser gegenüber glaubhaft auftreten lassen und dieser sie gerne während der Geschichte begleitet. Tessa überzeugt mit ihrem freundlichen Wesen sofort, sie besitzt eine gesunde Neugier, wobei sie manchmal sogar fast übers Ziel hinausschießt, doch ist es ihrem Interesse für die Vergangenheit geschuldet. Raiden ist wie ein etwas verschrobener Professor, besitzt aber neben Charme auch noch Einfühlungsvermögen sowie Hilfsbereitschaft. Ein Schuss Geheimniskrämerei seinerseits lässt ihn unwiderstehlich wirken. Auch Segler Oliver ist ein netter Kerl, der manchmal aber undurchsichtig erscheint. Margaret ist eine Pionierin, besitzt ihren eigenen Kopf und vor allem den Mut, ihren Träumen zu folgen.
„Spiegelinsel“ ist ein unterhaltsamer Mix von Gegenwart und Vergangenheit, Geheimnissen, Liebe und Gefahr, dessen lebhafte und bildreiche Sprache dem Leser eine aufregende Zeit beschert. Verdiente Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 22.10.2020

Mörderjagt im Fürstentum

Die Tote mit dem Diamantcollier - Ein Fall für Jackie Dupont
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1920 Monaco. Auf der luxuriösen Privatyacht „Celluloid“ der millionenschweren Carla Tush nebst Ehemann Ronald gibt es eine riesige Party anlässlich des Kriegsendes. Eine illustre Gesellschaft von Künstlern, ...

1920 Monaco. Auf der luxuriösen Privatyacht „Celluloid“ der millionenschweren Carla Tush nebst Ehemann Ronald gibt es eine riesige Party anlässlich des Kriegsendes. Eine illustre Gesellschaft von Künstlern, Adligen und reichen Geschäftsleuten feiert ausgelassen, bis die Gastgeberin tot aufgefunden und der Verlust ihres wertvollen Diamantcolliers offenbar wird. Die angesehene Privatdetektivin Jackie Dupont, die sich am Hof des Fürsten aufhält, macht sich gemeinsam mit der örtlichen Polizei an die Ermittlungen der offensichtlich ermordeten Carla. Die Erkenntnis, dass sich der Täter unter den Partygästen befindet, trägt nicht gerade dazu bei, den Anwesenden die Zunge zu lösen, zu sehr haben sie selbst einige Geheimnisse, die es zu hüten gilt. Wird Jackie dennoch den Mörder entlarven?
Eve Lambert hat mit „Die Tote mit dem Diamantcollier“ den ersten Band ihrer historischen Krimireihe um die mondäne Ermittlerin Jackie Dupont vorgelegt, der mit einem interessanten Mordfall gut zu unterhalten weiß. Der flüssige und bildhafte Schreibstil lässt den Leser nicht nur eine Zeitreise in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts antreten, sondern bietet ihm mit dem kleinen monegassischen Fürstentum auch noch einen elitären Hotspot als Austragungsort an. Nachdem man sich erst einmal mit sämtlichen Protagonisten vertraut gemacht hat, die auf intelligente Weise dem Leser vorgestellt werden, erlebt man über zwei Ebenen die Handlung hautnah mit. Zum einen heftet sich der Leser an Jackies Fersen, um den Mörder unter den Gästen und Angestellten der Yacht zu finden, zum anderen lernt man Christopher St. Yves, den Duke of Surrey, kennen, der nicht nur ein Partygast ist, sondern auch so einige Leichen im Keller hat, die besser nicht ans Tageslicht kommen sollten. Geschickt führt die Autorin den Leser mit einigen Wendungen und Geheimnissen der Protagonisten an der Nase herum, so dass dieser die Situation immer wieder neu überdenken muss und am Ende doch beim Entlarven des Täters überrascht wird, während er bei einigen anderen Dingen leider erst bis zur Fortsetzung warten muss, um diese vielleicht zu erfahren. Der Spannungslevel wird gleich zu Beginn etwas höher angelegt, flacht während der Geschichte nicht ab und hält den Leser durchgängig gebannt bei der Stange.
Die Charaktere sind liebevoll ausgesucht und in Szene gesetzt. Leicht überspitzte menschliche Eigenschaften machen sie interessant und den Leser neugierig, mehr von ihnen mitzuerleben. Jackie ist eine Wucht, manchmal eine Klugscheißerin, aber mit Niveau. Intelligent, unkonventionell, exzentrisch, und in höchstem Grade unangepasst, geht sie ihrer Ermittlungstätigkeit nach, lässt dabei den Snob raushängen, während sie sich unter die bunte Gästeschar mischt und diese mit ihrer Anwesenheit und ihren bohrenden Fragen nervös macht. Christopher St. Yves ist eigentlich ein Mann von Welt, doch irgendwie auch ein nervöses Hemd, denn seine eigenen Geheimnisse rauben ihm die Selbstsicherheit. Jackies Hund Sargent füllt seine Rolle perfekt aus, ist er doch die Anlaufstelle, wenn Jackie was loswerden muss. Aber auch Zelda, Sègoléne, Lady Wrexley, Anne, Rose Munroe und weitere Partygäste tragen ihren Teil dazu bei, die Spannung innerhalb der Geschichte und die Deckung des Mörders bis zum Schluss zu erhalten.
„Die Tote mit dem Diamantcollier“ ist ein gelungener Krimi nach alt-englischer Manier, der zwar etwas überspitzt wirkt, jedoch mit einer bunten Mischung zu unterhalten weiß. Eine Punktabzug gibt es für die offenen Fragen, die erst in den Fortsetzungsbänden beantwortet werden, das ist kein guter Stil. Ansonsten sehr lesenswert und mit verdienter Leseempfehlung ausgestattet!

Veröffentlicht am 22.10.2020

"Es geht auch ohne" (Die Toten Hosen)

Hope Street
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Andreas Frege alias Campino, der als Frontmann der “Toten Hosen“ berühmt-berüchtigt ist, legt in „Hope Street“ Teile seines Familienlebens und seine Leidenschaft für den FC Liverpool offen. Locker-flockig ...

Andreas Frege alias Campino, der als Frontmann der “Toten Hosen“ berühmt-berüchtigt ist, legt in „Hope Street“ Teile seines Familienlebens und seine Leidenschaft für den FC Liverpool offen. Locker-flockig gleich einem Tagebuchabriss springt er von Hölzchen aufs Stöckchen, nimmt den Leser mit an seinen Heimatort für eine melancholische Rückschau, um dann in die Gegenwart zu hüpfen und von Spieleübertragungen in New Yorker Kneipen kurz vor der Hochzeit zu schwafeln. Seine Passion für den englischen Fussballclub FC Liverpool mag momentan so mancher teilen aufgrund des deutschen Trainers Jürgen Klopp, doch für Ihn selbst geht die Liebe noch einen Schritt weiter, als Sohn einer englischen Mutter hat ihn England ebenso geprägt wie Deutschland.
Obwohl recht unterhaltsam und teilweise sogar witzig zu Papier gebracht, um eine Nähe zum Leser herzustellen, weiß Campino nicht wirklich zu fesseln. Hat man als Musikinteressierter die Karriere der „Toten Hosen“ verfolgt, erwartet man sich eigentlich eine etwas aufmüpfige und rebellische Ader, die zu Kontroversen führt und für Diskussionen sorgt. Diese Geschichte dagegen ist handzahm, fast schon bieder anzusehen und entspricht so gar nicht den gehegten Erwartungen, die man mit dieser Autobiografie verknüpft hat. Während er sprachlich den Finger hebt und sich z.B. für den Umweltschutz stark macht, kann man sich als Leser eigentlich nur fremdschämen, wenn man dann über die Reiserouten der Band liest oder über seine eigenen, um diverse Fußballspiele live mitzuerleben und welche Transportmittel dafür genutzt werden. Da fragt man sich nur noch: kann ich so jemanden ernst nehmen? Vor allem in Hinblick auf die Position als Vorbild für so viele sollte er sich immer die Frage stellen, wie glaubhaft er ihnen gegenüber wirkt. Je mehr man liest, umso langweiliger wird die Gesamtstory, am Ende ist man froh, die letzte Seite erreicht zu haben.
Lange Jahre haben wir Campino und die „Toten Hosen“ gern gesehen und gehört, gerade weil sie so unangepasst und streitlustig dahergekommen sind. All dies hat sich nach dem Blick hinter die Fassade doch schnell relativiert und die nächsten Songs nehmen wir einfach so, wie sie sind – Lieder eben, die unterhalten sollen und keine ernstzunehmenden Botschaften. Mehr Schein als Sein und wohl doch mehr Kommerz als Überzeugung! Schade, dieses Vorbild hat seinen Heiligenschein verloren. Daumen runter!

Veröffentlicht am 21.10.2020

Belle Island - Fluch oder Segen?

Das Geheimnis von Belle Island
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1819 England. Seit 10 Jahren schon hat 30-jährige Isabelle Wilder die Insel Belle Island aufgrund eines alten Familienfluchs nicht mehr verlassen. Als in London der Vermögensverwalter sowie Isabelles Vormund ...

1819 England. Seit 10 Jahren schon hat 30-jährige Isabelle Wilder die Insel Belle Island aufgrund eines alten Familienfluchs nicht mehr verlassen. Als in London der Vermögensverwalter sowie Isabelles Vormund Mr. Percival Norris ermordet wird, wird sein Anwaltskollege Benjamin Booker von seinem Chef Mr. Hardy mit der Aufklärung des Falles betraut. Benjamin reist nach Belle Island, da Isabelle als Hauptverdächtige gilt. Schon bald wird ein zweiter Mord verübt und die Stricke um Isabelle ziehen sich immer enger zusammen. Doch Benjamin will nicht daran glauben, dass Isabelle die Täterin ist, zu sehr schon fühlt er sich zu ihr hingezogen. Darüber hinaus gibt es noch einige andere Personen in Isabelles näherem Umfeld, die ebenso verdächtig sind und durchaus ihre ganz eigenen Motive haben…
Julie Klassen hat mit „Das Geheimnis von Belle Island“ einen sehr unterhaltsamen und spannenden Roman vorgelegt, der in der Regency-Zeit angesiedelt ist. Mit flüssigem, bildhaftem und gefühlvollem Erzählstil lädt die Autorin den Leser auf eine Zeitreise in die Vergangenheit ein, um sich auf Belle Island einzunisten, die dortigen Geschehnisse hautnah mitzuerleben und selbst als Ermittler tätig zu werden, um den Mörder zu entlarven. Vor farbenprächtiger Kulisse erlebt der Leser nicht nur eine alleinstehende Frau, die sich neben einer Korbflechterei auch um ihre geliebte Nichte kümmert, während sie sich um ihre Unabhängigkeit bemüht, sondern erfährt nach und nach auch um ihre Ängste um ihre merkwürdigen Träume und den alten Familienfluch. Ebenso darf man Benjamin über die Schulter schauen, der schon durch seinen im Prolog mitzuerlebenden verlorenen Prozess etwas eingeschüchtert ist und unbedingt diesen Makel von seiner Weste wischen möchte, indem er den wahrhaft Schuldigen in diesem Fall erwischt. Die Autorin beweist mit ständig neuen Wendungen, den zwischenmenschlichen Beziehungen untereinander, einer wachsenden Zahl an verdächtigen Protagonisten und einer immer weiter ansteigenden Spannung ihr ganzes schriftstellerisches Können. Die Geschichte ist zu keinem Zeitpunkt für den Leser vorhersehbar und birgt in ihrem Schluss eine doch sehr große Überraschung. Auch der christliche Aspekt ist unaufdringlich und sensibel mit der Handlung verwebt. Die Hauptthemen hier sind Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Fürsorge, Vertrauen und Vergebung, die wunderbar innerhalb der Handlung umgesetzt werden.
Die Protagonisten sind liebevoll gestaltet und besitzen mit ihren menschlichen Eigenschaften glaubhafte Charakterprofile. Der Leser hat bei der Lektüre die Aufgabe, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, was oftmals nicht so einfach ist. Isabelle ist eine warmherzige und liebevolle Frau, die aufgrund von Angst in Abgeschiedenheit lebt und sich dabei fürsorglich um ihre Nichte Rose kümmert. Benjamin ist ein junger, aufstrebender Anwalt, der noch grün hinter den Ohren ist. Manchmal wirkt er etwas einfältig und unbedarft, jedoch macht er im Verlauf der Geschichte eine Wandlung durch, die ihm mehr Selbstbewusstsein verleiht. Rose ist eine junge Frau, die noch sehr naiv wirkt und auch nur so ist zu erklären, wie sie sich auf ihren Verlobten Adair einlassen konnte. Dieser ist mit allen Wassern gewaschen. Dr. Grant ist ein geheimnisvoller Mann, während Mr. Hardy sich undurchdringlich und sehr unterkühlt gibt.
„Das Geheimnis von Belle Island“ überzeugt nicht nur mit einer zarten Liebesgeschichte, sondern vor allem mit einer spannenden Handlung, die einem alten Kriminalroman gleicht. Wer während der Lektüre gerne selbst als Ermittler tätig ist, dem wird dieser historische und gut durchdachte Roman ausgezeichnet gefallen. Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 18.10.2020

"Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll." (J.W. v. Goethe)

White Christmas – Das Lied der weißen Weihnacht
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Weihnachten 1937. Als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer hat es Irving „Berlin“ Baline weit gebracht, denn er ist inzwischen ein erfolgreicher Jazz-Komponist. Das Weihnachtsfest hat einen besonderen Platz ...

Weihnachten 1937. Als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer hat es Irving „Berlin“ Baline weit gebracht, denn er ist inzwischen ein erfolgreicher Jazz-Komponist. Das Weihnachtsfest hat einen besonderen Platz in seinem Herzen, denn neben besonders glücklichen Momenten birgt es auch einen herben Verlust. Ausgerechnet in diesem Jahr muss er aufgrund von Dreharbeiten die Feiertage fernab von seiner Familie in Kalifornien verbringen und vermisst nicht nur diese, sondern auch den für die Jahreszeit typischen Frost und Schnee. Gerade diese Gefühle bringen ihn dazu, einige Songs zu komponieren, wobei auch „White Christmas“ entstand…
Michelle Marly hat mit „White Christmas – Das Lied der weißen Weihnacht” eine interessante und vor allem unterhaltsame Geschichte mit biografischen Zügen über das Leben eines Mannes vorgelegt, der mit seiner damaligen Komposition ein Lied erschaffen hat, das bis heute als erfolgreichstes Weihnachtslied aller Zeiten gilt. Der flüssig-leichte, farbenfrohe und gefühlvolle Erzählstil der Autorin macht es dem Leser leicht, in der Zeit zurückzuwandern und Irvings Werdegang kennenzulernen. Marly erzählt die Geschichte aus der Sicht von Ellin MacKay, der Ehefrau von Irving. So erlebt man als Leser nicht nur Irvings Anfangszeiten, als er noch als Kellner und Zeitungsjunge tätig war, sondern auch seine Anfänge als Komponist, der nie Notenlesen gelernt oder Klavierunterricht gehabt hat. Er ist ein Selfmade-Künstler, der sich alles selbst erarbeitet hat, Klavierspielen nach Gehör lernte und die Tonfolgen aus seinem Herzen aufs Papier gebracht hat. Auch die Liebe zwischen Ellin und Irving war von großen Schwierigkeiten geprägt, denn sie gehörten nicht nur verschiedenen Glaubensrichtungen an, auch ihre Familie hatte große Vorbehalte gegen den ärmlichen jüdischen Musiker. Doch Ellin kämpfte wie eine Löwin für ihre große Liebe, begibt sich sogar nach Israel, um den Glauben ihres zukünftigen Mannes besser kennenzulernen. Marlys Erzählweise ist famos, denn als Leser hat man nicht nur das Gefühl, während der Lebensgeschichte der beiden Ellins Stimme zu lauschen, auch die bildhaften Beschreibungen der unterschiedlichsten Handlungsorte lassen sofort Bilder vor dem inneren Auge entstehen.
Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und mit glaubhaften menschlichen Ecken und Kanten versehen. Sie wachsen dem Leser schnell ans Herz, so dass das Miterleben, -fühlen und –fiebern richtig Freude macht. Irving ist ein ruhiger, eher introvertierter Zeitgenosse, der sich alles mit viel Fleiß und vor allem Talent erarbeitet hat. Er lebt für die Musik, bringt viele wunderschöne, heute noch geliebte Melodien aufs Papier. Seiner Frau Ellin ist er tief verbunden, man könnte sagen, die beiden sind seelenverwandt, haben sich gesucht und gefunden. Ellin ist eine resolute und mutige Frau, die sich gegen Widerstände stellt. Sie kämpft für ihr Glück und hat in der Beziehung die Hosen an. Dabei strahlt sie Liebe und Fürsorge aus.
„White Christmas – Das Lied der weißen Weihnacht” versprüht nicht nur schon vorweihnachtliche Stimmung, sondern erzählt neben der Entstehung des berühmten Weihnachtsliedes auch von der tiefen Liebe zwischen dem Komponisten und seiner Frau. Wunderschön zu lesen und mit einer verdienten Leseempfehlung ausgestattet!