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Veröffentlicht am 01.03.2020

Feinfühliges Spiel mit der Psyche der Charaktere

Die Tochter – Deiner Vergangenheit entkommst du nicht!
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„Mord und Totschlag waren schon immer meine Leidenschaft“, schreibt Rose Klay, Jahrgang 1968, auf ihrer Homepage. Dieses Interesse, das viele von uns Krimi- und Thriller-LeserInnen sicherlich teilen, ...

„Mord und Totschlag waren schon immer meine Leidenschaft“, schreibt Rose Klay, Jahrgang 1968, auf ihrer Homepage. Dieses Interesse, das viele von uns Krimi- und Thriller-LeserInnen sicherlich teilen, hat die Autorin mit einem Psychologie-Studium gepaart, das sie dabei unterstützt, durch geschickten Einsatz tiefgründiger Charaktere mit komplexem psychologischen Innenleben ihre LeserInnen so in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen, dass diese das Buch kaum aus der Hand legen können. Im Rahmen einer Leserunde mit Autorenbegleitung war es mir möglich, nicht nur das Debüt-Buch der Autorin kennenzulernen, sondern gleichzeitig auch ein wenig die Autorin. Rose Klay ist sehr sympathisch, offen, und erzählt so, dass sich jeder mit ihr identifizieren kann. Bemerkenswert ist zudem, dass sie ursprünglich aus Düsseldorf kommt, was sich in ihrem Debüt-Thriller wiederspiegelt, zwischenzeitlich aber in Mexiko-Stadt und Peking wohnte, bevor sie mit ihrer Familie nach Texas zog, wo sie heute noch lebt. Wer viel in der Welt herumkommt und viel sieht, schafft eine tolle Basis für spannende und authentische Geschichten. Dass sie dies zu nutzen weiß, beweist Rose Klay in „Die Tochter“ in jeglicher Hinsicht.

Zum Inhalt: Es gibt Menschen, denen fällt im Leben alles zu. Andere dagegen müssen jeden Tag kämpfen, um zurecht zu kommen. Zu letzteren gehört Kathi. Kathi ist eine junge, alleinerziehende Mutter, die in ihrer Kindheit etwas Furchtbares erlebt hat. In der Schule wurde sie aufgrund dessen gehänselt und gemieden, und auch ihre Tochter Lucy wird gemobbt, da schon Kleinigkeiten wie die falschen Klamotten ausreichen, um von anderen ausgestoßen zu werden. Lucys Vater verschwand noch vor ihrer Geburt. Mutter und Tochter leben in dem alten, ranzigen Haus, in dem Kathi damals aufgewachsen war. Kathi hat außer Lucy keine Familie und Geld hat sie auch nicht. Ihr Leben ist geprägt von Ängsten (Verlustängste, Existenzängste, Ängste vor sozialen Situationen, …), Unzulänglichkeitsgefühlen und Depressionen. Sie ist sensibel und bekommt von ihrer Umwelt das Gefühl vermittelt, dass sie alles falsch mache. Kathis inneres Geschehen ist so einfühlsam und detailliert beschrieben, dass sich eine spannende düstere Atmosphäre durch die ganze Geschichte hindurchzieht und es den LeserInnen sehr leicht fällt, sich in Kathis Situation hineinzuversetzen.

Als Lucys Situation immer unerträglicher wird, fasst sich Kathi ein Herz und schnappt such die beiden Mobberinnen, um mit ihnen zu reden. Das heißt, die eine schickt sie weg, um mit der anderen zu reden. Und ausgerechnet das weggeschickte Mädchen verschwindet und das andere Mädchen bezeugt, dass Kathi es zuletzt gesehen hat. Dadurch, dass Kathi ohnehin schon einen schweren Stand im Ort hat, hat sie das Gefühl, dass alles, was sie tut, sie noch verdächtiger erscheinen lässt. Und dabei ist sie so ein herzensguter Mensch, dem alles daran liegt, das Mädchen wiederzufinden, auch wenn es die eigene Tochter mobbt! Zum Glück hat Kathi eine neue Freundin gefunden, die ihr zur Seite steht und Kathi mit ihrer Stärke und ihrem Selbstbewusstsein Mut macht. Allerdings greift sie beim Streben nach Gerechtigkeit zu Methoden, die Kathi in innere Konflikte bringt.

Das Buch spielt mit Psychologie und lässt auch Statement Analysis auf leicht verständliche Weise einfließen. Beim Mitraten auf den richtigen Täter zu kommen, war nicht allzu schwer, jedoch war das Motiv wirklich unerwartet!

Die Autorin hat ein sehr feines Gespür für Atmosphäre und schafft es binnen weniger Zeilen, eine triste, beklemmende, angstvolle und (die Protagonistin) Überwindung kostende Atmosphäre zu schaffen, in der Lucy und ihre Mutter leben. Die Charaktere wirken von Beginn an lebensecht, sie sind aus dem Leben gegriffen, vermutlich kennt jeder solche Menschen. Diese Bedrücktheit (vermutlich leidet Kathi unter Depressionen, Neurasthenie und Migräne) bildet eine gute Basis für einen spannenden Thriller.

Der Schreibstil liest sich flüssig und ist, wie bereits die Leseprobe beweist, sehr gut dafür geeignet, Spannung zu erzeugen.

Zu Beginn empfand ich das "Schreibmaschinen-Layout" als ungewohnt und dachte, dass das komisch zu lesen wäre, aber ich habe mich dann doch recht schnell daran gewöhnt und fand es noch vor Beginn des 2. Kapitels schon überhaupt nicht mehr so komisch.

Das Cover erinnert aufgrund der umgebenden Düsternis und des knallgelben Regenmantels an das Titelbild von der Kinofilmausgabe von Stephen Kings "Es". Inhaltlich geht es zwar um etwas völlig anderes, aber durch diese Assoziation mit dem Klassiker des King of Horror stellt sich allein schon beim Betrachten des Covers Spannung ein.

Interessant ist, dass der schlichte Titel „Die Tochter“ auf mehreren Ebenen perfekt zu diesem Buch passt. Der Untertitel sowie die Buchbeschreibung mit ihren bedeutungsschwangeren Worten wirken auf mich leider abgedroschen, was dieser fantastisch erzählten Geschichte absolut nicht gerecht wird. Das Thema des Buches hat mich zwar gleich interessiert, die Buchbeschreibung erinnerte mich allerdings an "viele andere" Buchbeschreibungen, also war ich mir nicht sicher, ob dieses Buch mir etwas Neues bieten würde.

Die Leseprobe hat mich dann allerdings so in den Bann der Autorin gezogen, dass ich das Buch zu Ende lesen musste. Dieses Buch gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingsbüchern 2020! Schon jetzt freue ich mich auf weitere spannende Bücher von Rose Klay.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Spannung
  • Cover
Veröffentlicht am 03.02.2020

Zwischen Geschick und ungewollter Krimi-Parodie

Cold Case - Das verschwundene Mädchen
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Es fällt mir schwer, dieses Buch zu bewerten, da es stellenweise sehr gut, einfühlsam und spannend geschrieben ist, andererseits aber auch mit übertriebenen Charakteren aufwartet, Zusammenhänge unnatürlich ...

Es fällt mir schwer, dieses Buch zu bewerten, da es stellenweise sehr gut, einfühlsam und spannend geschrieben ist, andererseits aber auch mit übertriebenen Charakteren aufwartet, Zusammenhänge unnatürlich konstruiert wirken und es zu einem großen Teil nur um Beziehungsprobleme geht.

Die Geschichte dreht sich darum, dass ein aktueller Fall Parallelen zu Cold Cases in Dänemark aufweist, weshalb Ermittlerin Tess, die das Cold Case-Team leitet, hinzugezogen wird. Dem Leser wird vermittelt, dass ein anderer alter Fall, an dem Tests gerade arbeitet, eine Verbindung zu dem nun brandaktuellen Fall aufweist. Tess muss nun herausfinden, ob diese Verbindung wirklich besteht oder nicht, und sie muss ihren Cold Case lösen. Wer hat die junge Annika umgebracht und warum? Wo ist die Leiche? Wie es bei Cold Cases so üblich ist, ist es schwer, nach so vielen Jahren noch brauchbare Hinweise zu finden. Aber für Tess ist es eine Herzensangelegenheit, denn sie möchte den Angehörigen der Opfer zeigen, dass es jemanden gibt, der sich um sie kümmert bzw. sich für ihr Leid interessiert, sie möchte ihnen ein Ort zum Trauern geben und die Gewissheit, was damals passiert ist. Einige Zeugen, so wird erklärt, erinnern sich später sogar besser, da sie nicht mehr so unter Druck stehen und eventuell jahrelang über das nachgedacht haben, was sie damals erlebt haben. Dieses tugendhafte Ziel von Tess wird in der Umsetzung von der Autorin sehr einfühlsam beschrieben. Man kann sich z.B. sehr gut in die Mutter des Opfers Annika hineinversetzen und ihre Trauer mit ihr teilen.

Ich habe dieses Buch in einer Leserunde gelesen und dort gab es Personen, die dem Täter des Cold Case ziemlich bald auf die Spur gekommen waren, ich gehörte allerdings nicht dazu. Für mich gab es einen anderen stark Verdächtigen und dieser Verdächtige konnte sich im Laufe der Geschichte nicht komplett von Verdächtigungen freimachen. Meiner Meinung nach hat er trotzdem gewaltig Dreck am Stecken, auch wenn er letztendlich nicht der Mörder war. Der Verdacht wurde wohl bewusst stark auf ein bzw. zwei Personen gelenkt, um die Identität des wahren Täters am Ende eine Überraschung sein zu lassen. Aufgrund der Verbandelungen und den absichtlich rar gestreuten Infos war die Überraschung allerdings auch für mich nicht allzu überraschend.

Leider ist es nun so, dass das Buch zwar höchst spannend und dramatisch startet, dadurch, dass man gleich miterlebt, wie eine Frau dem Mörder zum Opfer fällt, doch leider wird diese Art von Spannung nicht dauerhaft gehalten, da sich die Autorin immer wieder in Beziehungskriseleien verliert, deplatzierter Humor oder überzeichnete Charaktere/ überzogene Handlungen auf den Plan treten. Als Tess‘ Beziehungsdrama seinen Höhepunkt erreicht, wirkt es so, als sei dieser dramatische Moment nur deshalb konstruiert worden, um die stecken gebliebene Geschichte voranzubringen. Es wirkt an dieser Stelle plump, unauthentisch und übertrieben. Genauso wirken einige Charaktere für circa zwei Drittel des Buches. Dies bessert sich allerdings im letzten Drittel des Buches, dort handeln die Charaktere dann natürlicher, mit mehr Tiefgang und sind auf einmal sogar teilweise sympathisch.

Handlungen, die ebenfalls übertrieben wirken, sind zum Beispiel die Art, wie der vormals Hauptverdächtige im Annika-Fall agiert, der alleine durch seinen Alkoholmissbrauch um der Realität zu entfliehen, dermaßen in Halluzinationen versinkt und sich alles Mögliche einbildet, dass es nicht mehr realistisch wirkt.

Interessant dagegen ist die Form, in der erzählt wird. Uns begegnen immer mal wieder Rückblenden aus der Sicht des Opfers Annika vor ihrem Tod. Die Ich-Perspektive ist in Krimis bei Todesopfern höchst ungewöhnlich. Ich finde diese Art der Erzähltechnik genial, da sie durch die Emotionen und Erinnerungen des Opfers nochmal eine ganz eigene Dramatik entwickelt und den Lesern bruchstückhaft Hinweise zum Mitraten liefert, die den Ermittlern noch nicht vorliegen. Annikas Perspektive, also die des Opfers aus dem eigentlichen Cold Case-Fall, ist die einzige aus Ich-Perspektive. Alle anderen Szenen sind mittels interner Fokalisierung auf verschiedene Personen beschrieben, die zwar zur selben Geschichte gehören, aber nicht oder kaum aufeinandertreffen – zumindest lebendig.
Protagonisten, auf die intern fokalisiert wird, sind alle auf irgendeine Weise Opfer. Hier im Fokus sind also nicht nur die Ermittlerin und Cold Case-Aufklärerin Tess, sondern beinahe gleichwertig auch die Opfer der beschriebenen Fälle, Annika mit einer Sonderstellung. Die Sonderstellung Annikas erkläre ich mir damit, dass es sich bei ihr um den Cold Case – also den Titelgeber des Buches – handelt. So ist sie, obwohl es auch viel um aktuelle, andere Opfer geht, dennoch etwas mehr im Fokus. Das ist eine intelligente, spannende Verknüpfung aus Cold Case- und „Hot-Case“-Krimi, sehr geschickt!

Die Übersetzung dieses Buches hat mir ziemlich gut gefallen, der Schreibstil ist flüssig und die Wortwahl so, dass man keine Probleme hat, es zu verstehen oder irgendwo hängen zu bleiben. Leider gibt es drei Frauennamen, die mit A beginnen und enden und da diese zeitweise sehr häufig vorkommen, muss man aufpassen, dass man sie nicht verwechselt.

Es war interessant, auch in diesem Schweden-Krimi herauszulesen, dass die Schweden mit den Dänen Probleme haben, aber immerhin nicht so sehr wie mit den Norwegern. Diese Konflikte finden sich ja auch in anderen Skandinavien-Krimis. Apropos Krimi: Dieses Buch hier liest sich deutlich mehr wie ein Krimi als wie ein Thriller. Gerade weil es hier um Ermittlungen geht und die Spannung hauptsächlich am Anfang des Buches vertreten ist, wird es einen Thriller weniger gerecht als einem Krimi. Erwähnenswert vor dem journalistischen Hintergrund der Autorin ist außerdem, dass auch der Konflikt zwischen Polizei und Journalisten hier ein wenig Raum findet.

Die Art, wie der Valby-Mann in dem aktuellen Fall seinen Opfern nachstellt, ist nicht ganz plausibel. Dies ist meiner Ansicht nach aber zu vernachlässigen, was ich deutlich problematischer finde, ist, dass der Profiler mit dem Täter telefonischen Kontakt hatte und auch aufgrund seiner Expertise Details über ihn und seine Kindheit herausgefunden haben will, die erst so in den Mittelpunkt gestellt werden und dann nicht nur keine Rolle mehr spielen, sondern überhaupt nicht geklärt wird, was an den Spekulationen des Profilers nun dran war. Seltsam ist auch, dass der Valby-Mann sehr auffällig auszusehen scheint, ganz abgesehen davon, dass er einen ausländischen Akzent hat, und dass sich später niemand mehr an ihn erinnern konnte.
Es bleiben also einige Fragen ungeklärt und einige Zusammenhänge unplausibel.

Was mir allerdings gut gefallen hat, ist, dass die homosexuelle Beziehung der Hauptheldin Tess so normal wie eine heterosexuelle Beziehung (mit denselben Problemen) beschrieben wurde und dass Frauen in diesem Band eine starke Rolle spielen.

Das Cover gefällt mir durch das Farbspiel mit den satten Farben sehr gut. Auf dem Ebook-Reader (also in schwarz-weiß) wirkt das Cover leider noch lange nicht so gut wie in Farbe. Die Schriftgröße beim Reihennamen "Cold Case") finde ich etwas zu groß. Große Schrift verbinde ich mit Reißerischem, mit wenig Qualität (kommt vermutlich von Blättern wie der Bildzeitung ...). Abgesehen von dem tollen Farbspiel hat mich am Cover nichts gereizt. Um ehrlich zu sein, dachte ich erst, dass es sich hierbei um ein Buch handelt, das mit einer übertrieben spektakulären, unauthentischen Geschichte aufwartet, erzählt in einer wenig künstlerischen Sprache, die große Worte gebraucht, aber irgendwie seelenlos. Aus der Leseprobelässt sich das nicht ersehen, aber wie hier in meiner Rezension beschrieben, hat sich dieser Eindruck in den Abschnitten nach der Leseprobe leider teilweise bewahrheitet.

Ungewohnt und ein wenig unpraktisch ist, dass die einzelnen Kapitel weder Überschriften haben noch nummeriert sind, sodass man einfach in ein neues Kapitel stolpert ohne zu wissen, wo man jetzt genau ist. Die Seitenzahl des Buches ist angenehm. Dadurch, dass ich es nur als eBook gelesen habe, kann ich leider die Haptik des Buches nicht bewerten. In der Taschenbuchausgabe gibt es wohl am Ende des Buches ein Personenverzeichnis, das leider nicht in das eBook integriert worden ist.

Es ist schade, dass dieses Buch stellenweise so überzogen und konstruiert wirkt, denn andernfalls wäre es eine sehr spannende und einfühlsame Lektüre gewesen, die als Buchreihe eine abwechslungsreiche Unterhaltung bietet. Nach der Lektüre dieses Debüt-Bandes jedoch bin ich nun nicht sicher, ob ich diese Reihe weiterverfolgen werde. Ich denke aber, dadurch, dass mir die guten Stellen so sehr gefallen haben und die Autorin als Krimi-Journalistin einen tiefen Einblick in die Art und Weise hat, wie mit Kriminalfällen umgegangen wird, werde ich der Reihe mit Band 2 noch eine Chance geben. Diese guten Stellen des vorliegenden Buches verdienen meiner Ansicht nach gute 4,5 Sterne, die weniger guten leider nur ein bis zwei Sterne. Ich bin mir daher nicht sicher, ob eine Gesamtwertung von 3 Sternen wirklich aussagekräftig ist.

  • Spannung
  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 02.02.2020

Ein ganzer Fall auf 13 Seiten, klasse!

Die drei ??? Die siebte Frau des Leuchters (drei Fragezeichen)
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In Bezug auf den Titel "Die siebte Frau des Leuchters" wäre die Nr. 7 bei dieser Kurzgeschichte wohl passender gewesen als die Nr. 8, doch das ist hier nebensächlich.

Es gelingt Christoph Dittert auf ...

In Bezug auf den Titel "Die siebte Frau des Leuchters" wäre die Nr. 7 bei dieser Kurzgeschichte wohl passender gewesen als die Nr. 8, doch das ist hier nebensächlich.

Es gelingt Christoph Dittert auf wenigen Seiten, einen interessanten Fall darzustellen, den er in mehrere Zeitabschnitte gliedert und so rasant erzählbar macht.

Das Ende dieses Falles ist ein wenig kitschig, die Geschichte selbst jedoch ist super spannend und auch gruselig (ein Teil spielt auf einem Friedhof).

Der Fall wirkt, obwohl er so kurz ist, wie ein ganz normaler DDF-Fall. Der allerletzte Zeitabschnitt allerdings schmeißt die Normalität über den Haufen, lässt den Leser erstaunt zurück und verleiht der vorliegenden Geschichte damit ein wichtiges Merkmal einer klassischen Kurzgeschichte.

Ein gelungener Mini-Krimi mit Gänsehaut-Charakter!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2020

Love Me Tender als Grusel-Sound

Die drei ??? Der graue Dämon (drei Fragezeichen)
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In "Der graue Dämon" wird Peter von einem gruseligen, gesichtlosen Wesen gejagt. Es handelt sich hierbei nicht um einen Traum, die Auflösung bleibt überraschend. In dieser Geschichte ist Peter ohne Justus ...

In "Der graue Dämon" wird Peter von einem gruseligen, gesichtlosen Wesen gejagt. Es handelt sich hierbei nicht um einen Traum, die Auflösung bleibt überraschend. In dieser Geschichte ist Peter ohne Justus und Bob unterwegs, ganz auf sich allein gestellt.

Die Verfolgungsjagd ist spannend beschrieben und wird mit der passenden Musik "unterlegt", die man sofort im Ohr hat, wenn man den jeweiligen Titel und Interpreten liest. Diese Art der Atmosphärengestaltung finde ich kreativ.
Eine interessante Geschichte für Zwischendurch, die Spaß macht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2020

Menschliche Alltagssituationen in außerirdischem Gewand

Strange Planet
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Der Titel des Buches "Strange Planet - Das eigenartige Verhalten der Bewohner eines (nicht ganz so) fremden Planeten" passt sehr gut zum Inhalt.

Das Buch enthält viele kurze (durchschnittlich 1 - 2 Seiten ...

Der Titel des Buches "Strange Planet - Das eigenartige Verhalten der Bewohner eines (nicht ganz so) fremden Planeten" passt sehr gut zum Inhalt.

Das Buch enthält viele kurze (durchschnittlich 1 - 2 Seiten lange) Comic-Strips, die sich jeweils um sehr gut bekannte Situationen aus dem Alltag handeln.

Diese Alltagssituationen werden hier von "Fremdwesen" (Außerirdischen) erlebt für die diese Situationen deutlich weniger alltäglich scheinen als für uns.

Die Komik entsteht zum einen durch die eigentümliche Wortwahl, die alles so wörtlich benennt, wie es genau genommen auch ist (z.B. ist ein Ball ein "Rundling", ein Baby ist ein "Jungwesen", ein Kühlschrank ist ein "Nahrungsaufbewahrer" usw.) und zum anderen durch das Nicht-Verstehen von menschlichen Handlungen, Reaktionen und Konventionen, das teilweise autistisch wirkt (was mich als Autisten besonders amüsiert) und manchmal in übertriebenen Alien-Reaktionen endet, weil für sie diese Situationen nicht so normal sind wie für uns (Beispiel vom Cover: Alien 1: "Das ist Sternenbrand." (=Sonnenbrand. Genau genommen ist unsere Sonne ein Stern.) Alien 2 bekommt große Augen: "Ich begehre Sternenbrand!").

Die süßen Zeichnungen und das humorige Reflektieren von Alltagssituationen machen dieses Buch zu einem unterhaltsamen Zeitvertreib und zu einem tollen Mitbringsel für Mitwesen, die ein wenig anders sind.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere