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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2025

Ein Highlight

Gameshow – Der Preis der Gier
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Eine Welt in der Zukunft, die grausamer nicht sein könnte. Eine „Unterschicht“, die in perfiden Spielen gegeneinander kämpfen muss, bis auf den Tod. Auf der anderen Seite die „Oberschicht“, die auf ebendiese ...

Eine Welt in der Zukunft, die grausamer nicht sein könnte. Eine „Unterschicht“, die in perfiden Spielen gegeneinander kämpfen muss, bis auf den Tod. Auf der anderen Seite die „Oberschicht“, die auf ebendiese Gamer Wetten abschließt, während sie sich an den qualvollen Toden der Spieler ergötzt.



Die junge Cass befindet sich als Angehörige der „Platins“ irgendwo dazwischen, kann den abscheulichen Spielen auf Leben und Tod jedoch im Gegensatz zu den Menschen um sie herum nichts abgewinnen. Sie wünscht sich zwar, wie ihre geliebten Freundinnen, zu den sogenannten weißen „Neutrals“ aufzusteigen, gerät stattdessen aber durch ihren eigenen Vater in die „Rote Zone“ und ist plötzlich selbst eine Gamerin, die bei den Wettkämpfen um ihr Leben bangen muss. Dabei trifft sie auf Jax, einen attraktiven und erfahrenen Gamer. Er öffnet ihr die Tore zu einer ganz neuen Unterwelt. Cass verbirgt jedoch ein Geheimnis, das ihre neuen Freundschaften in der lebensfeindlichen Umgebung gefährdet …



Was für ein Debüt! Ich liebe Franzi Kopkas Schreibstil, ihre bildhafte Sprache und die kreative Welt, die sie in ihrem Roman „Gameshow“ erschaffen hat. Alles ist neu, aufregend, lebensgefährlich. Ich habe so sehr mit Cass mitgefiebert, dass ich meinen E-Reader kaum weglegen konnte. Besonders aufregend sind natürlich die Spiele, in denen Cass um ihr Leben kämpft, aber auch die aufkeimende Zuneigung zu dem gut aussehenden Jax hat mir sehr gefallen. Die Story hält den Spannungsbogen, ist für mein Empfinden null vorhersehbar und macht auf jeden Fall richtig Lust auf mehr. Die Charaktere sind authentisch und liebenswert ausgestaltet, die Dialoge echt, humorvoll und flüssig. Cass ist eine gelungene Sympathieträgerin und ich mag ihre schlagfertige Art.

Tolles Debüt, den Folgeroman habe ich bereits vorbestellt und kann sein Erscheinen im Oktober kaum erwarten. Ich würde mich freuen, in Zukunft noch viel mehr von der Autorin lesen zu dürfen.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Eine Liebe, die alles erträgt und jedes Leid überwindet

Nocona
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1836: Ein weißes Mädchen, das während eines Rachefeldzuges von den Indianern entführt und von einem Stamm aufgenommen wird wie ihresgleichen. Ein weißes Mädchen, das nach strengen Sitten und christlichem ...

1836: Ein weißes Mädchen, das während eines Rachefeldzuges von den Indianern entführt und von einem Stamm aufgenommen wird wie ihresgleichen. Ein weißes Mädchen, das nach strengen Sitten und christlichem Glauben aufgezogen wurde und zum ersten Mal Freiheit schmeckt, die Weisheit der Nunumu und ihre Lebensweise im Einklang der Natur kennenlernen darf. Ein weißes Mädchen, das seinen bürgerlichen Namen freiwillig gegen einen indianischen eintauscht, reitet, jagt, kämpft. Und sich in den Sohn des Häuptlings verliebt: Nocona, der Wanderer. Doch die Weißen wollen immer mehr Land, bekämpfen die Indianer voller Hass. Trotz aller Wehrhaftigkeit haben die Eingeborenen gegen die Flut der weißen Einwanderer kaum eine Chance.

2018: Sara lebt und arbeitet in New York, gerät aber wie zufällig durch ihren Job in die Great Plains und in das Museum eines Indianerreservats. Dort trifft sie auf den attraktiven Indianer Makah. Etwas in ihr scheint ihn zu erkennen, fühlt sich zu ihm hingezogen. Ihm ergeht es ähnlich. Wie Magnete werden die beiden vom Schicksal zusammengeführt, doch dann geraten sie in den Strudel seltsamer Träume und Visionen einer längst vergangenen Zeit. Einer Zeit, in der Indianer um ihre Lebensgrundlage kämpften und eine Weiße sich in einen Häuptlingssohn verliebte.

Eine unglaublich ergreifende, wunderbar recherchierte und vor allem wundervoll erzählte Geschichte, die mich immer wieder zu Tränen rührte.
Die Schicksale der Charaktere werden in zwei Zeitsträngen erzählt, von denen vor allem der im Jahre 1800 spielende mich absolut gepackt hat. Es fiel mir schwer, meinen E-Reader überhaupt mal aus der Hand zu legen. Der Schreibstil von Britta Strauss ist eindringlich, authentisch und zog mich so in den Bann, wie man es sich von einer Geschichte nur wünschen kann.
Was habe ich mit den Figuren gehofft, geliebt, gelitten! Als ich das Buch ausgelesen hatte, blieb ich traurig, nachdenklich und dankbar zurück. Eine epische Liebe, die niemals stirbt. Herzzerreißend und absolut empfehlenswert!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Liebe, Schmerz und Hoffnung

Vom Ende der Nacht
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Rosie und Will entwickeln schon während der Schulzeit Gefühle füreinander, eine zarte Liebe, die noch leicht zu erschüttern ist. Dennoch fragte ich mich beim Lesen: Was könnte passieren, dass zwei Menschen, ...

Rosie und Will entwickeln schon während der Schulzeit Gefühle füreinander, eine zarte Liebe, die noch leicht zu erschüttern ist. Dennoch fragte ich mich beim Lesen: Was könnte passieren, dass zwei Menschen, die sich lieben, nicht zueinander finden? Die Antwort erzählt Daverley in ihrer emotionalen Geschichte: Das Leben. Eine schreckliche Tragödie verbindet und trennt die beiden Protagonisten gleichermaßen. Immer wieder überwinden sie die Hürden der jeweiligen Schicksale, nur um doch wieder zurück in die Trennung geschleudert zu werden. Ein Auf und Ab der Gefühle, das mich gepackt und mitgerissen hat.

Will White ist trotz seiner wortkargen und fast schon ruppigen Art ein absoluter Sympathieträger. Ich mochte jede Szene mit ihm, jeden Dialog und hoffte so sehr für ihn, dass er seine Rosie endlich dauerhaft in die Arme schließen könnte.

Auch Rosie ist durchaus ein interessanter Charakter, wenn ich sie auch zu gerne mal ordentlich geschüttelt hätte. Wie kann man so sehr für andere existieren und so wenig für die eigenen Bedürfnisse tun? Sie wurde von Daverley natürlich absichtlich so gezeichnet, aber manchmal hätte ich ihr gerne die Meinung gegeigt. Oft genug benutzt sie Will, um sich selbst besser zu fühlen, nutzt ihn aus und weiß am Ende doch nicht, was sie will. Dementsprechend macht sie eine starke Entwicklung durch, die auch schön von der Autorin herausgearbeitet wurde.

„Vom Ende der Nacht“ ist eine dieser Liebesgeschichten, die den Leser die Zeit vergessen lassen. Von denen man einfach nicht genug kriegen kann. Es fiel mir jedes Mal schwer, mich von der packenden und berührenden Geschichte zu lösen. Oft ertappte ich mich dabei, wie ich im Alltag darüber nachdachte.
Ich liebe den Schreibstil von Claire Daverley und die Art der Ausgestaltung ihrer Charaktere. Szenen, Emotionen und Gespräche hatte ich bildlich vor Augen, einem Kinofilm gleich. Eine wunderschöne, ergreifende Liebesgeschichte, die mich sehr berührt hat.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Eine Liebe, die nicht sein kann, umgeben von Düsternis und Brutalität

The Witches of Silent Creek 1: Unendliche Macht
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Was haben eine junge, traumatisierte Frau und ein Hexenzirkel, der gegen bösartige Wesen aus dem Jenseits kämpft, gemeinsam? Nicht viel, könnte man meinen, doch Helena ist nicht die einfache Studentin, ...

Was haben eine junge, traumatisierte Frau und ein Hexenzirkel, der gegen bösartige Wesen aus dem Jenseits kämpft, gemeinsam? Nicht viel, könnte man meinen, doch Helena ist nicht die einfache Studentin, für die sie sich hält.
Nachdem ihre Eltern unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen sind, sucht Helena die Nähe der Vergangenheit. Sie zieht zu ihrem Großvater Nathaniel in den kleinen schottischen Ort Silent Creek, der Geburtsort ihrer Mutter. Darauf hoffend, sich der Verstorbenen dort näher zu fühlen. Doch nicht nur das: Vor vielen Jahren, am selben Ort, gab ihr bester Freund Finley ihr ein Versprechen: Immer für sie da zu sein. Stattdessen verschwand er auf unerklärliche Weise aus ihrem Leben. Insgeheim hofft Helena, mehr über seinen Verbleib zu erfahren.
Am örtlichen Creek‘s College spricht sich schnell herum, dass es eine Neue gibt. Doch nicht bei allen Studenten handelt es sich um normale Menschen. Vor allem der finstere, unhöfliche, aber extrem attraktive Tyrael Burnett scheint Geheimnisse zu haben, die nicht von dieser Welt stammen. Helena fühlt sich wider besseren Wissens zu ihm hingezogen, doch dann überschlagen sich die Ereignisse und die junge Frau muss erkennen, dass alles, was sie bisher über sich und ihre Familie zu wissen glaubte, eine Illusion war…

Ayla Dade hat mit ihrem Roman „The Witches of Silent Creek“ eine düstere und brutale Welt erschaffen, in der ein Hexenzirkel Nacht für Nacht gegen die „Düsteren“ kämpft, um die Menschheit vor ihnen zu beschützen. Ich muss gestehen, dass ich anfangs Mühe hatte, mich in der Geschichte zurechtzufinden. Ein roter Faden war für mich zunächst nicht erkennbar. Doch es hat sich definitiv gelohnt, dranzubleiben!

Ich mag Dades Schreibstil, auch wenn er für mein Empfinden manchmal leise holpert. Hier hat sich für mich das Hörbuch wirklich ausgezahlt, denn die Darbietung der Sprecher ist klasse! Die Stimmen sind durchweg angenehm und ausgezeichnet gewählt. Geradezu umgehauen hat mich die Stimme von Vincent Fallow, der Tyrael Burnett spricht. Wow, was für ein Klang! Dunkel, warm, vielseitig und sexy. Ihm zu lauschen war purer Genuss!

Was mir neben der ansteigenden Spannung sehr gefallen hat, ist die wachsende Zuneigung zwischen Tyrael und Helena. Ich mochte ihre Dialoge, die anfänglichen Schlagabtausche. Eine gelungene Enemies-to-Lovers-Story mit erotischen Einflüssen. Trotz Liebe und dem mit ihr einhergehenden Drama, jagt Dade dem Leser bzw. Hörer den ein oder anderen Schauer über den Rücken. Teilweise brutale Kämpfe und scheußliche Kreaturen beschreibt sie mit bildhafter Sprachgewalt.

Die Charaktere sind durchaus interessant. Helena und Tyrael haben meine Sympathie mit der Zeit gewonnen, während andere etwas blass blieben. Vielleicht ist das der Handlung geschuldet, die von recht vielen Figuren getragen wird.
Zum Ende wurde die Geschichte mitreißender und packender, sodass ab etwa der Hälfte die Hör-Zeit wie im Flug verging.

Ich hätte es anfangs nicht für möglich gehalten, aber ich habe mir sogleich Teil 2 als Hörbuch besorgt und freue mich darauf zu hören, wie es mit der Geschichte weitergeht!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Eine Lovestory ohne Love

Northern Star (Rosenborg-Saga, Band 1)
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Emma wird von der dänischen High-Society-Familie Bjerregaard, den Besitzern einer erfolgreichen Luxus-Hotelkette, als PR-Agentin engagiert. Der Sohn des Imperiums, Nikolaj, ein berüchtigter Frauenheld, ...

Emma wird von der dänischen High-Society-Familie Bjerregaard, den Besitzern einer erfolgreichen Luxus-Hotelkette, als PR-Agentin engagiert. Der Sohn des Imperiums, Nikolaj, ein berüchtigter Frauenheld, soll sie während ihrer Arbeit betreuen. Weil dieser nicht nur unverschämt attraktiv ist, sondern auch noch einen Narren an ihr gefressen zu haben scheint, fällt es Emma zunehmend schwer, sich auf ihre eigenen Pläne zu konzentrieren: Ihre beste Freundin wurde vor einiger Zeit von Nikolaj in der Öffentlichkeit bloßgestellt. Um sie zu rächen, hat Emma es auf ein geheimes Tagebuch abgesehen, das sich in Nikolajs Besitz befinden und dessen explosiver Inhalt sein Familie ruinieren soll. Emma lässt sich auf eine heiße Affäre mit Nikolaj ein, doch kann sie die wachsende Zuneigung für den blonden „Wikinger“ wirklich kontrollieren?

Ich habe die Hörbuch-Version des Romans gehört und möchte gleich vorweg sagen, dass ich bei 60% abgebrochen habe, weil mich weder die Geschichte noch die Sprecherin überzeugen konnten.

Emma und Nikolaj: Er der reiche Playboy, sie das brave Mäuschen. Es ist vollkommen okay, sich an Klischees zu bedienen, aber dann sollten die Charaktere auch authentisch ausgeleuchtet werden und nicht blass und stereotyp bleiben. Beide Figuren konnten meine Sympathie nicht gewinnen. Ich hatte gehofft, dass sie im Laufe der Geschichte in ihrem Denken und Handeln vielschichtiger und nachvollziehbarer werden, doch dieser Wunsch hat sich für mich nicht erfüllt.

Dass Nikolaj und Emma sich in ihrer gegenseitigen Attraktivität anziehen, ist vorstellbar, aber es kommen beim Lesen bzw. in meinem Fall beim Hören nicht die entsprechenden Gefühle auf, die vor allem Nikolajs sehr plötzliche Zuneigung zu Emma rechtfertigen. Nur weil sie sich ihm physisch nicht sofort auf dem Silbertablett serviert, könnte sie die EINE sein? Die Frau an seiner Seite? Ein Playboy seines Kalibers macht doch nicht plötzlich, scheinbar grundlos, eine derartige 180Grad-Wende.

Emmas Beweggründe erscheinen mir auch mehr als fadenscheinig. Irgendwie konnte mich die Geschichte ihrer Freundin und die geplante Racheaktion nicht abholen. Ich habe nichts von dem Zorn, dem Hass, dem Rachedurst gefühlt. Alles, was mit Emotionen zu tun hat, blieb irgendwie flach und schwammig. Auch die Dialoge waren nicht besonders originell.

Unter der Inhaltsbeschreibung habe ich mir sehr viel mehr vorgestellt. Die expliziten Szenen zwischen Nikolaj und Emma hat die Autorin mehr herausgearbeitet als alle anderen Szenen, sodass ich Titel und Inhaltsangabe als nicht sehr treffend empfinde.

Nicht zuletzt leben Hörbücher durch die Performance der Sprecher. Schon in den ersten Sekunden und Minuten war für mich klar, dass ich die Stimme und die Art zu Lesen von Marlene Hekk nicht mag. Sie klingt wie eine automatische Ansage, wie eine Computerstimme. Auch hier fehlte es auffällig an Emotionen und Empathie für den Text. Gerade bei der recht flachen Story hätte hier ein kompetenter Sprecher einiges retten können. Mag der Schreibstil von Inga Schneider noch flüssig und unterhaltsam sein, so hat Frau Hekk diesen für mein Empfinden stark beeinträchtigt. Insgesamt fehlte mir die Liebe zu und das Spiel mit den Gefühlen der Figuren und der Leser/Hörer.