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Veröffentlicht am 04.07.2020

Verriss Rezension

Flammenbrut
1

Nachdem ich Tiere von Simon Beckett – ein weiteres rot/weiß Buch – gelesen hatte und wirklich enttäuscht war, habe ich einem zweiten Einzelband im Buddyread eine Chance gegeben. Gleich vorweg: Auch dieses ...

Nachdem ich Tiere von Simon Beckett – ein weiteres rot/weiß Buch – gelesen hatte und wirklich enttäuscht war, habe ich einem zweiten Einzelband im Buddyread eine Chance gegeben. Gleich vorweg: Auch dieses Buch konnte mich nicht begeistern und wir haben sogar einstimmig entschieden, den Buddyread nach nur drei Tagen abzubrechen und die gekürzte Hörbuchversion zu wählen. Im Grunde, wollten wir lediglich wissen wie es nun ausgeht.

Am besten an diesem Buch war das Cover. Ich mag diesen Stil und habe aus diesem Grund auch alle vier Bücher dieser Art im Regal stehen, ist jetzt eben Deko. Der Erzählstil war eintönig und ich habe keinen Bezug zu den Charakteren gefunden. Es stellte sich als sehr schwer heraus auch nur einen der Charaktere zu mögen. Ich glaube sogar, dass „der Böse“ in dieser Runde den meisten Tiefgang hatte und somit am längsten im Gedächtnis bleiben wird.

Kate Powell – die Protagonistin – ist meines Erachtens egoistisch, unbedacht und wahnsinnig stur. Sie versucht ihre Ziele durchzusetzen und denkt zu wenig über die möglichen Folgen nach. Im Grunde ist sie einsam und denkt, dass sie mithilfe eines Kindes ein erfüllteres Leben führen wird. Jeder der bei klarem Verstand ist, weiß, dass ein Kind nicht die Lösung für die eigenen psychischen Probleme ist und einen auch nicht aus der Einsamkeit befreien kann. Als alleinerziehende Mutter weiß ich, dass das Leben gerade mit Kind auch sehr einsam sein kann, weil man in einigen Situationen nicht mehr weiter weiß und eigentlich auf Hilfe eines Partners angewiesen ist. Letztendlich ist zusammenfassend zu sagen, dass Kate Powell eine unzufriedene Existenzgründerin und ein frustrierter Single ist, die über ihren betrügerischen Exfreund nicht hinweg kommt.

Ihre beste (und leider auch einzige) Freundin Lucy ist verheiratet und hat zwei Kinder, sie hält nichts von Kates Entscheidung und das ist meiner Meinung nach ein guter Rat. Aber auch ihr fehlt es manchmal an Einfühlungsvermögen und Sympathie. Ihr Mann Jack wird nur kurz angeschnitten und spielt im Grunde keine tragende Rolle in der Story. Und dann ist das noch Alex Turner – der Samenspender. Ein Psychiater mit einem offensichtlichen Geheimnis. Dass etwas mit ihm nicht stimmte, war von Anfang an klar und das fand ich etwas schade. Man hätte durch ihn mehr Spannung erzeugen können, aber auch hier wurde das eigentliche Potential nicht ausgeschöpft. Da ich an der Stelle nicht spoilern möchte, werde ich mit der Charakterbeschreibung aufhören.

Das Ende war ebenfalls vorhersehbar und hat keine Überraschungen mehr bereitgehalten. Zwei Herzen gibt es allein für das Profil des Täters, da dieser trotz mangelhafter Beschreibung und größtenteils hervorsehbarer Vergangenheit ein bisschen Interesse geweckt hat, das Buch in gekürzter Variante zu beenden.

Der Verlag zeigt auf seiner Website folgende zwei Kurzmeinungen: „Absolut lesenswert!“ Rheinische Post und „Überraschend und rasant.“ Ruhr Nachrichten. Natürlich wird der Verlag keine Verriss Rezensionen zeigen, aber das kann ich echt nicht nachvollziehen. Ich bin mir nicht sicher, ob das Buch von so einem großen Verlag herausgebracht worden wäre, wenn es ein unbekannter Autor geschrieben hätte. Aber das werden wir niemals erfahren.

Ich werde den anderen beiden Büchern sicher irgendwann noch eine Chance geben, aber erstmal bin ich geheilt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2020

Würdiger Abschluss / toller Einstieg

NEBEL
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In „Nebel“ werden wir noch weiter in Hulda Hermannsdóttirs Vergangenheit entführt und dürfen die letzten Tage, die sie mit ihrer Tochter verbringen konnte, erleben. Warum hat sich Dimma mit gerade mal ...

In „Nebel“ werden wir noch weiter in Hulda Hermannsdóttirs Vergangenheit entführt und dürfen die letzten Tage, die sie mit ihrer Tochter verbringen konnte, erleben. Warum hat sich Dimma mit gerade mal 13 Jahren das Leben genommen? Leser der gesamten Reihe wurden bereits in Band 1 „Dunkel“ darüber aufgeklärt und können nun in Huldas Gefühlswelt unmittelbar vor/während/nach dem Tod schauen.

Hulda versucht nach diesem Schicksalsschlag wieder in ihr Leben zu finden, zumindest beruflich. Ihre Ehe steht am Abgrund und ihre ganze Aufmerksamkeit widmet sie einem Doppelmord, der bereits knapp zwei Monate zurückliegt.

Die Spannung konnte auch im dritten Teil dieser Island - Trilogie gehalten werden und ich habe mir während des zweiten Teils bereits viele Gedanken gemacht, was wohl in jener schicksalhaften Nacht des Mordes passiert sein könnte. Typisch für diese Buchreihe waren wieder zwei voneinander unabhängig erscheinende Verbrechen miteinander verflochten.

Wie auch schon die ersten beiden Bände bewiesen, muss ein Thriller nicht immer mit bestialischen und brutalen Morden daherkommen. „Nebel“ lebt von psychischen Problemen und dem was sie in einem Menschen auslösen, was für reichlich Spannung sorgte.

Auch hier hat der Autor wieder auf Ort- und Zeitsprünge gesetzt und damit absolut ins Schwarze getroffen. Ich konnte der Story gut folgen, war immer mittendrin und liebe den Schreibstil genauso wie bei den Vorgängern. Tatsächlich finde ich die achronologische Erzählmethode sehr interessant und kann ohne Bedenken sagen, dass man die Bücher auch in gegensätzlicher Reihenfolge lesen könnte.

Ein packendes Finale oder eher ein toller Auftakt, um Huldas Weg mit ihr zu erleben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.11.2020

Toller zweiter Teil

INSEL
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Nachdem ich jetzt fast drei Monate nicht wirklich lesen konnte und meine Rezensionsexemplare langsam einstaubten, kann ich endlich wieder eine Rezension posten.

Der erste Teil der Hulda - Reihe („Dunkel“) ...

Nachdem ich jetzt fast drei Monate nicht wirklich lesen konnte und meine Rezensionsexemplare langsam einstaubten, kann ich endlich wieder eine Rezension posten.

Der erste Teil der Hulda - Reihe („Dunkel“) wer ein absolutes Highlight für mich dieses Jahr und ich habe mich sehr auf den zweiten Teil gefreut. Gleich vorweg: Ich mochte auch den zweiten Teil gerne, aber Band eins war besser.

Wir reisen in die Vergangenheit, denn diese Buchtrilogie ist achronologisch aufgebaut. Hulda ist jünger, die Geschehnisse rund um ihre Tochter und ihren Ehemann sind bereits passiert und sie möchte einen Karrieresprung nach vorne machen.

Hulda wird im neuen Fall auf eine einsame Insel gerufen, um den Tod einer jungen Frau aufzuklären. Dabei macht sie immer mehr Entdeckungen, die auch auf einen Fall hinweisen, der bereits zehn Jahre in der Vergangenheit liegt.

Auch in diesem Band gelingt es Jónasson trotz und gerade wegen ständiger Zeitsprünge die Spannung kontinuierlich aufrecht zu erhalten. Man möchte gar nicht aufhören tiefer in die Geschehnisse einzutauchen. Diesmal ist Huldas private Story etwas in den Hintergrund gerutscht (aber nicht völlig außen vor gelassen), doch auch das macht das Buch nicht weniger interessant.

Der Schreibstil ist gewohnt leicht zu lesen und ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Das Cover ist passend zum ersten Band und sieht im Regal unglaublich stimmig aus.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2020

Einzeln betrachtet ein schöner Roman

Ein ganz neues Leben
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Dieses Buch ist die Fortsetzung zu „Ein ganzes halbes Jahr“ und knüpft zeitnah an den Vorgänger an. Es ist definitiv kein Buch, welches man lesen muss, aber für Fans von Lou und Will, ist es genau das ...

Dieses Buch ist die Fortsetzung zu „Ein ganzes halbes Jahr“ und knüpft zeitnah an den Vorgänger an. Es ist definitiv kein Buch, welches man lesen muss, aber für Fans von Lou und Will, ist es genau das Richtige. Louisa Clark kämpft immer noch mit ihrer Trauer nach dem Verlust von Will und hängt in einem Job fest, der ihr keinen Spaß macht und hat kaum noch Kontakt zu ihrer Familie. Ihre Mutter fand die Entscheidung, die sie im Bezug auf Wills Tod traf nicht gut und lässt sie das auch spüren. Doch als das Leben ihr erneut einen Stein vor die Füße wirft, macht sie eine Entdeckung, die alles zuvor geglaubte auf den Kopf stellt.

Ich habe bei meiner Bewertung versucht das Buch als Einzelwerk zu betrachten. Meiner Meinung nach war eine Fortsetzung der Geschichte nicht nötig, da sie zu einem Ende gefunden hat, womit ich Leben konnte. Der neue Handlungsstrang wirkte sehr aufgesetzt und aus den Fingern gesaugt. Trotzdem bekommt das Buch eine sehr gute Bewertung von mir, denn nüchtern betrachtet, war es ein toller Roman mit viel Gefühl und Liebe und ein paar typischen Lou-Momenten, die mich zum schmunzeln brachten.

Lou ist nach wie vor eine naive (wenn auch nicht mehr so stark wie früher) und fröhliche Frau Mitte 20, auch wenn sie ihre Lebensfreude erstmal wieder finden musste. Es machte Spaß ihren Weg zu verfolgen und ihren Zwiespalt zu erleben, denn mehr als einmal stand sie vor einer Entscheidung, die nicht nur ihr Leben auf den Kopf stellen würde. Zu Louisa und ihrer Familie gesellen sich auch wieder Camilla und Steven Traynor, wenn auch nicht mehr als verheiratetes Paar. Doch auch neue Romanfiguren erhalten Einzug in die Story. Lou besucht eine Selbsthilfegruppe und lernt Menschen kennen, die ähnliche Schicksalsschläge erlitten. Sie tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig mit dem Erlebten klar zu kommen. Andere Personen dieser Geschichte werde ich hier nicht vorstellen, da ich nicht spoilern möchte.

Der Schreibstil ist wieder typisch Moyes und ich liebe ihre Liebesromane einfach total, es könnte also sein, dass ich etwas befangen bin. Das Cover ist wieder einmal traumhaft schön und die Kapitelüberschriften passen zum Coverfont.

Wer einen schönen Roman für zwischendurch sucht, kann ohne Sorgen zu diesem Buch greifen. Mir persönlich hat die persönliche Entwicklung , die Lou in diesem Buch durchlebt, am besten gefallen. Sie hat es geschafft aus ihrem schwarzen Loch des Verlusts herauszukriechen und wieder an die Erdoberfläche zu kommen. Die Menschen in ihrem Leben waren dabei eine große Hilfe und ich finde, dass ihre Entscheidung am Ende des Buches ein wichtiger Schritt zur Selbstständigkeit war.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.09.2020

Eine Reise für die Liebe

Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr...
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P. K. Mahanandia (auch Pikay Mahanandia, eigentlich Pradyumna Kumar Mahanandia) ist ein in Indien geborener „Unberührbarer“. Das bedeutet soviel, dass er keiner Kaste angehört und somit in dessen Glaubensrichtung ...

P. K. Mahanandia (auch Pikay Mahanandia, eigentlich Pradyumna Kumar Mahanandia) ist ein in Indien geborener „Unberührbarer“. Das bedeutet soviel, dass er keiner Kaste angehört und somit in dessen Glaubensrichtung nichts wert ist. Doch diesem Schicksal möchte er sich nicht beugen. Er überredet seine Eltern, an eine Schule gehen zu dürfen, doch sein Lehrer und seine Klassenkameraden behandeln ihn trotz des politischen Wandels als Aussätzigen. Als er alt genug war und selbst entscheiden wollte, was er mit seinem Leben anfangen möchte, versuchte er sein Glück in Indien Hauptstadt Neu Delhi. Er war ein begabter Künstler und erhielt einen Studienplatz an einer guten Hochschule. Doch auch hier wurden ihm Steine in den Weg gelegt, denn das Geld reichte manchmal nicht mal für einen Schlafplatz. Um sich wenigstens ein paar Münzen zu verdienen, begann Pikay Portraits zu malen – mitten auf der Straße und erlangte so Anerkennung und Ruhm. Zu seinen Kunden zählten sich auch bald Adlige und Politiker.

So traf er auch die Schwedin Charlotte von Schedvin (Lotta genannt), die sich schon als Kind für Indien interessierte und als sie alt genug war eine Reise gemeinsam mit ein paar Freunden antrat. Pikay und Lotta treffen sich ein paar Mal und genießen ihre gemeinsame Zeit und so verliebten sie sich ineinander. Doch als Lotta wieder abreisen muss, ist der Schmerz groß. Sie versprechen, dass sie in Briefkontakt bleiben und Lotta im Sommer zurück nach Indien kommen wird. Doch als dieser Plan nicht aufgeht, beschließt Pikay mit einem Fahrrad bewaffnet die lange Reise von Neu Delhi bis nach Boras (Lottas Heimatstadt) in Schweden anzutreten.

Welche Strapazen, Rückschläge und Gefühlsausbrüche ihn auf diesem Weg begleiten, kannst du in dieser Biografie über Politik, Liebe und scheinbar unüberbrückbarer Probleme erfahren.

Tatsächlich hatte ich mir das Buch etwas anders vorgestellt. Die Kindheit und Jugend und all die Strapazen, die Pikay vor seinem Entschluss, erlebte waren sehr ausführlich und nehmen einen großen Teil der Story ein. Es ging also bis über die Hälfte des Buches überhaupt nicht um die Reise selbst und das verwirrte mich etwas. Trotzdem bin ich total begeistert von diesem Buch. Es war die erste Biografie, die ich gelesen habe und ich freue mich, dass meine Wahl auf Pikays Geschichte gefallen ist.

Es wurden Grenzen überwunden, große Taten vollbracht und definitiv Geschichte geschrieben. Ein ganz großer Liebesbeweis. Ich muss trotzdem ein Herz abziehen, da meiner Meinung nach die Gefühle der Protagonisten nicht so richtig zum Vorschein kamen. Lotta wirkte teilweise unterkühlt und ich hatte sogar ab und zu das Gefühl, dass sie ihn nicht so sehr liebte und seine Reise nur wenig unterstützte. Das nahm mir zwischendurch ein bisschen den Glauben an diese grandiose Geschichte der wahren Liebe. Letztendlich aber ein Buch, welches ich definitiv weiter empfehlen möchte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere