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Veröffentlicht am 12.01.2025

Epischer Krimi im Hollywood der 20iger Jahre

Der böse Vater
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Sehr episch und äußerst spannend habe ich diesen historischen Kriminalroman aus dem Jahr 1929 genossen. Hardy Engel ist in großen Schwierigkeiten, denn der Privatdetektiv befindet sich im Gefängnis. Durch ...

Sehr episch und äußerst spannend habe ich diesen historischen Kriminalroman aus dem Jahr 1929 genossen. Hardy Engel ist in großen Schwierigkeiten, denn der Privatdetektiv befindet sich im Gefängnis. Durch ein sehr sonderbares Angebot von William R Hearst einem sehr mächtigen Filmtycoon in Hollywood wird er aus der Haft entlassen. Dieses “Geschenk” hat aber seinen Preis. Denn Hardy Engel soll herausfinden, wer Hearst erpresst. Gleichzeitig wird Engel mit einem mysteriösen Mordfall auf einer Jacht, die Hearst gehört, konfrontiert. Sein Bekannter der Chef des Studios Universal, Carl Laemmle, von ihm nur Onkel Carl genannt, soll auch auf der Jacht zugegen gewesen sein. Als er tief in die Ermittlungen einsteigt, muss Engel feststellen, dass er zwischen mehr als zwei Stühlen zu sitzen droht. Ein Katz und Maus Spiel durch das Hollywood der Endzwanzigerjahre beginnt.

Hardy Engel hat im Vergleich zu seinen früheren Fällen eine Charakterwandlung durchgemacht. Er trauert immer noch seine großen Liebe Polly hinterher, was ihm sehr anzumerken ist. Er hat dem Alkohol und One-Night Stands abgeschworen und versucht seine wiedergewonnene Freizeit im Rahmen seiner Möglichkeiten zu nutzen. Seinen Spürsinn und seinen Überlebenstrieb hat er aber auf keinen Fall verloren, was mir sehr gut gefallen hat. Auch sein alter Freund Buck, der eine Bar in Los Angeles betreibt, war mir wieder sehr sympathisch und er konnte Hardy durchaus auch hier wieder eine Stütze sein.

Sehr atmosphärisch ist der Erzählstil und Schreibstil des Autors. Ich habe mich sehr gut in die Zeit zurückversetzen können. Auch sehr detailliert beschreibt dieser die Handlungsumgebung was einem als Lesende Person das Lesen leicht und vergnüglich macht. Auch die Arbeit am Filmset und ihrer Probleme findet in diesem Fall wieder durchaus eine interessante Berücksichtigung. Ebenfalls sehr gut haben mir auch wieder die vielen Verknüpfungen zu berühmten Persönlichkeiten. sowie die technischen Entwicklungen gefallen. Der Paradigmenwechsel vom Stumm- zum Tonfilm und die damit verbundenen Problematiken z.B der Weltwirtschaftskrise geben diesem Roman nochmals einen ganz besonderen Rahmen. Auch die Handlung sorgt für einen stetigen Spannungswechsel und man kann das Buch eigentlich, wenn man angefangen hat, kaum noch zur Seite legen. Auch das Ende dieses Krimis ist interessant gestrickt worden. Ich habe diesen Fall nur genossen und würde mich freuen nochmals ein Fall aus Hollywood lesen zu dürfen

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Eine Frau lebt für die Orgel

Die Orgelbauerin
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Sehr stilvoll erzählt der Autor die Faszination über ein besonderes Musikinstrument. Er beschreibt die Liebe und den Mut einer Frau sich in einer Männerdomäne zu behaupten. In Weimar und Umgebung lebt ...

Sehr stilvoll erzählt der Autor die Faszination über ein besonderes Musikinstrument. Er beschreibt die Liebe und den Mut einer Frau sich in einer Männerdomäne zu behaupten. In Weimar und Umgebung lebt Paula zusammen mit ihrer Familie, die ein Orgelbauunternehmen betreibt. Ihr sehr konservativer Vater präferiert die vorherrschenden Rollenbilder der damaligen Zeit. So heuert Paula ausgerechnet bei dem kleinen Orgelbaubetrieb von Hans Meichelbeck an, einem ehemaligen Mitarbeiter ihres Vaters an. Meichelbeck ist Paula gegenüber sehr aufgeschlossen. Alsbald sorgen aber die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Land für weitreichende Probleme. Paula muss die Balance zwischen ihrer Berufung aber auch ihrer Familie halten. Bald treten weitere Probleme auf und Paula muss Entscheidungen treffen.

Paula ist eine ehrgeizige, selbstbewusste, aber auch empathische Frau. Die Liebe zu ihrem Bruder und ihrer Mutter, aber auch ihr beruflicher Ehrgeiz sorgen bei ihr aber immer wieder für Selbstzweifel und innere Konflikte. Als interessante Nebenfiguren sind ihr Bruder Maximilian, Hans Meichelbeck und Matte zu nennen. Maximilian ist ein sehr zwiegespaltener Charakter. Er will sich seinem Vater beweisen, doch seine harte Hand, lässt ihm kaum zur Entfaltung kommen.

Sehr stilvoll und mit einer schönen Wortwahl versehen ist der Schreibstil des Autors. Er schafft es dabei sehr detailliert das Orgelhandwerk und die damit verbundenen Tätigkeiten zu beschreiben. Dies ist einer der absoluten Stärken des Romans. Man merkt das Fach-, aber auch praktische Wissen des Autors an sehr vielen Stellen in diesem Roman. Ich konnte sehr viel über das Orgelhandwerk der damaligen Zeit lernen und merkte erstmal was für eine eigene “Wissenschaft” dieses sehr detaillierte und vielseitige Musikinstrument beinhaltet. Dabei schafft es der Autor auch noch die schwierigen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse geschickt in die Geschichte einzubetten.

Ein bis zwei Punkte, die ich aber nicht verrate, waren mir etwas zu klischeehaft dargestellt, aber das ist meine persönliche Meinung. Dies ist aber nur ein winziger Kritikpunkt an einem wunderschön erzählten und von handwerklichem Fachwissen nur so strotzenden Roman

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Abenteuer auf der Flusskreuzfahrt

Wer zuletzt tanzt, tanzt am besten
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Endlich Janna und Markus sind zurück! Wir haben lange auf einen neuen Fall warten müssen, nun ist er endlich da. Ich mag die Reihe um Janna Berg und Markus Neumann, hat sie mir doch in der Vergangenheit ...

Endlich Janna und Markus sind zurück! Wir haben lange auf einen neuen Fall warten müssen, nun ist er endlich da. Ich mag die Reihe um Janna Berg und Markus Neumann, hat sie mir doch in der Vergangenheit schöne Lesestunden beschert.

Diesmal ermitteln die beiden größtenteils auf einem Flusskreuzfahrtschiff und sehen sich direkt mehreren Gegnern ausgesetzt. Vor allen Dingen der russische Geheimdienst macht ihnen das Leben schwer.

Der Schreibstil von Petra Schier ist gewohnt flüssig und gut zu lesen, das Buch habe ich an nur zwei Abenden ausgelesen. Es ist ein leichter humorvoller Krimi, der vor allen Dingen von seinen skurrilen Szenen und die vielen Zufälle lebt. Einfallsreich fand ich den Tanzwettbewerb an Bord des Schiffes, allerdings frage ich mich, was Markus Neumann nicht kann…

Insgesamt hatte ich schöne und unterhaltsame Lesestunden, auch wenn der Band leider nicht an die vorherigen Bände anknüpfen konnte. Aber selbstverständlich würde ich jederzeit zu Band 16 greifen, denn mich interessiert es brennend, welche Abenteuer die beiden noch zusammen überstehen müssen, um endlich sich ihrer Gefühle füreinander eingestehen können.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Eine literarische Reise durch das Mittelalter

Helden
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Eine literarische Reise durch das Mittelalter mit vielen interessanten Erkenntnissen eingebettet in eine Story die mich aber nicht überzeugen konnte. In der Geschichte, die im Jahr 1263 beginnt und nach ...

Eine literarische Reise durch das Mittelalter mit vielen interessanten Erkenntnissen eingebettet in eine Story die mich aber nicht überzeugen konnte. In der Geschichte, die im Jahr 1263 beginnt und nach einer Katastrophe auf hoher See einen Zeitsprung drei Jahre zuvor macht. Dort geht es um den jungen Jacob, genannt der Fuchs, der versucht sich von seiner dunklen Vergangenheit zu befreien. Er beginnt eine Kaufmannslehre und erlebt zusammen mit seinen Mitstreitern eine Reise durch das wilde, aber nicht so rückständige Mittelalter. Gut haben mir die Beschreibungen der Verhältnisse und der gesellschaftlichen Meinungen der damaligen Zeit gefallen.

Der Autor hat es geschafft eine bildgewaltige Umgebung zu schaffen. Der Schreibstil ist teilweise sehr imposant und bildhaft und man kann sich als lesende Person sehr gut in die dortige Zeit hineintransportieren. Allerdings waren mir die zahlreichenden ausschweifenden Erzählpassagen zu viel. Da hätte der Autor an einigen Stellen kürzen können. Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet worden, wobei hier auch stereotypische Klischees bedient wurden.

Der Fokus lag unter anderem auf einem modernen Wirtschafts- und Geschäftsgebaren was eher späteren Zeiträumen zugeschlagen wird. Diesen Aspekt fand ich spannend, aber auch manchmal etwas zu überbordend dargestellt. Die Ausflüge in die historischen Ereignisse in Europa wie z.B. in Frankreich oder dem englischen Königshaus fand ich interessant.

Aber leider hatte ich massive Probleme den Roten Faden in der Geschichte zu finden. Einiges war für mich “zusammenhangslos” und ich hatte Schwierigkeiten dem logischen Verlauf der Story zu folgen. Die ist auch mein größter Kritikpunkt. Ich habe diesen Roman mehr als “Reise durch die Ereignisse”, als eine stringent erzählte Geschichte empfunden. Ein schön detailliertes Personenverzeichnis, sowie eine Einschätzung des Autors zu seinen Beweggründen können sorgen jedoch für eine gute transparente Untermalung der Fakten und helfen gewisse Details besser zu verstehen. Mein Fazit ist daher gemischt: Eine Reise durch das Mittelalter, welche wortgewandt erzählt wurde, aber mit einigen Fragezeichen bzgl. des Verständnisses, die bei mir zurückgeblieben sind.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Aufbegehren gegen die Konventionen des Lebens

Im Takt der Freiheit
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„Im Takt der Freiheit” schlägt Felicitas Herz, sie sehnt sich danach frei zu sein und begehrt gegen die strengen Konventionen ihres Lebens auf. Als Tochter eines reichen Mannes sind ihr zahlreiche Hürden ...

„Im Takt der Freiheit” schlägt Felicitas Herz, sie sehnt sich danach frei zu sein und begehrt gegen die strengen Konventionen ihres Lebens auf. Als Tochter eines reichen Mannes sind ihr zahlreiche Hürden gesetzt, so muss sie sich nicht nur den Vorstellungen und Wünschen ihres Vaters beugen, so darf sie keinen Beruf erlernen oder Studieren, nein, sie darf noch nicht einmal das Haus allein verlassen. Sie führt ein Leben auf der Wartebank, bis ihr Ehemann kommt und sie einem Haushalt vorstehen kann und sich um die gemeinsamen Kinder kümmern kann. Sie würde von der Vormundschaft des Vaters in die Vormundschaft ihres Mannes wechseln und wäre immer noch nicht frei. Genau dagegen begehrt sie auf und findet in ihrer Zofe Minna eine Verbündete. Auch Minna sehnt sich nach Freiheit, ist doch ihr Status im Hause Louisburg ungeklärt, sie kam aus einer deutschen Kolonie in Afrika in Haus nach Berlin. Ist sie eine Sklavin oder ist sie eine Angestellte?

Ein Roman über die sozialen Ungerechtigkeiten im Jahr 1888 in Berlin. Ein Roman der nicht nur das Leben der jungen Frauen aus guten Kreisen in den Mittelpunkt stellt, sondern auch die Hausangestellten. Ein Roman der sowohl den technischen Fortschritt thematisiert als auch die Umbrüche in der Gesellschaft im Dreikaiserjahr.

Die Entwicklung des Nieder-Fahrrads steht ebenso dafür wie das Automobil, welches die Pferdekutschen ablöst.

Mir hat die Geschichte rund um Felicitas und den jungen Ingenieur Lorenz gut gefallen. Meine Lieblingsfigur war definitiv Tante Apollonia, sie bringt zum Ende noch einmal richtig Würze in das Geschehen und ein jahrelanges Geheimnis wird aufgedeckt. Ein Vater, der sein geschäftliches Vorankommen und seine Stellung in der Gesellschaft über die Belange seiner Familie stellt, konnte mir leider nur unsympathisch sein.

Der Roman lässt sich sehr gut und flüssig lesen und besticht vor allen Dingen durch die Dichte der Erzählung, denn der Zeitrahmen der Erzählung sind lediglich wenige Monate. Sehr gut haben mir die unterschiedlichen Perspektiven gefallen, so konnte man den Figuren sehr nahe sein. Ebenfalls überzeugend ist in meinen Augen die Komposition des Romans, der Spannungsbogen ist sehr gut ausgebaut, die verschiedenen Perspektiven bereichern einander und die Sprache ist dem Roman angemessen, ohne zu sperrig zu sein.

Ein historischer Roman für alle, die gerne tief in die Geschichte eintauchen und während des Lesens noch das eine oder andere Detail lernen möchten. So ging es zumindest mir in diesem Buch und ich haben diesen Roman mit sehr großem Interesse und Freude gelesen.

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