Sinnsuche auf dem Campingplatz
Ein unendlich kurzer SommerIch hatte mich auf einen schönen und nachdenklichen Sommerroman gefreut, bekommen habe ich diesen leider nicht.
Die Themen dieses Romans scheinen klar zu sein: Sommer, Freundschaft, Hilfsbereitschaft, ...
Ich hatte mich auf einen schönen und nachdenklichen Sommerroman gefreut, bekommen habe ich diesen leider nicht.
Die Themen dieses Romans scheinen klar zu sein: Sommer, Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Liebe, Neuanfang und Flucht vor dem eigenen Leben. Lale ist diejenige, die flieht. Ihr Leben ist ihr zu eng geworden, zu vorhersehbar. Sie bricht alle Brücken zu ihren Lieben ab und genau da lag für mich einer der Knackpunkte bei diesem Roman. Wir sind alle soziale Lebewesen und leben in Beziehungen. Natürlich hat jeder von uns das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Aber die Menschen, die uns wichtig sind, einfach so im Unklaren zu lassen habe ich als egoistisch und narzisstisch wahrgenommen. Ich bin deshalb mit dieser Figur nicht warm geworden, was sich aber der Mitte des Buches noch verstärkt hat, als die familiären Verhältnisse offensichtlich wurden. Sicherlich leidet Lale an Depressionen nach dem Tod ihres Bruders, aber darf sie deshalb den Menschen in ihrem direkten Umfeld weh tun?
Gustav, den grantigen Campingplatz- Betreiber hingegen konnte ich sehr wohl leiden, er ist schwer krank, dies wird schnell klar. Chris, der nach seinen Wurzeln sucht, hat bei mir gemischte Gefühle hinterlassen, hier möchte ich aber nicht verraten warum, sonst müsste ich spoilern und das möchte ich nicht.
Die Spannung ist in dem Roman eher mau, es plätschert eigentlich immer nur so dahin. Die Geschichte wird chronologisch ohne irgendwelche größeren Zeitsprünge erzählt. Der Schreibstil der Autorin zeichnet sich durch viele Dialoge und Gedankensprünge aus, es braucht eine gewisse Zeit, ehe ich ihr folgen konnte. Für mich war es leider nicht das Buch, was ich mir erhofft hatte und so wurde ich enttäuscht. Denn mich hat die Story weder zum Nachdenken angeregt, noch hat es mich berührt. Hier habe ich schon wesentlich bessere Bücher gelesen. Aber vielleicht war es auch einfach nicht meine Geschichte und ich konnte mit der Figur Lales nichts anfangen. Ich überlasse es daher jedem Leser sich selbst ein Urteil zu bilden. Aber für mich ist klar, dass Weglaufen / Verdrängen nichts bringt, denn die Realität holt einen einfach immer wieder ein. Meiner Meinung nach muss man sich immer den Fakten stellen.