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Veröffentlicht am 01.11.2021

Ein sehr spannendes Gedankenexperiment mit hochaktuellen Themen!

Reality Show
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Meine Meinung
Anne Freytag hat mein Leserherz durch ihre Jugendromane schon vor Jahren höher schlagen lassen. Dass sie nun langsam die Richtung wechselt und sich mit ihren neuen Veröffentlichungen eher ...

Meine Meinung
Anne Freytag hat mein Leserherz durch ihre Jugendromane schon vor Jahren höher schlagen lassen. Dass sie nun langsam die Richtung wechselt und sich mit ihren neuen Veröffentlichungen eher an erwachsenere Leser:innen richtet, hält mich absolut nicht davon ab, immer noch jeden neuen Roman zu verschlingen. Mit „Aus schwarzem Wasser“ hat sie mich schon absolut begeistern können, weswegen ich nun super gespannt auf „Reality Show“ war – der Klappentext klingt auf jeden Fall schon mal wahnsinnig vielversprechend!

In „Reality Show“ geht es um Deutschlands einflussreichste Menschen, die außerhalb der Öffentlichkeit als Strippenzieher der Gesellschaft fungieren. Diese werden nun von Unbekannten in ihren eigenen Häusern eingesperrt und in die Reality Show gezerrt – moderiert von einem Showmaster, der nun sämtliche Fäden in der Hand hält und die Zuschauer über das Schicksal der Geisel entscheiden lässt.

Die Geschichte wird aus zahlreichen verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass ich kaum alle nennen könnte. Wir erleben die Geschehnisse aus den Perspektiven der reichen und machthabenden Menschen, der Macher der Reality Show, der Polizei und der Menschen, die vor den Fernsehern sitzen und das ganze Geschehen live mit verfolgen. Jedes neue Kapitel beschäftigt sich mit einer neuen Perspektive und so werden wirklich zahlreiche Charaktere eingeführt, die ich teilweise kaum voneinander unterscheiden konnte. Einerseits war ich von diesem Erzählstil sehr begeistert, weil er so gut zur Geschichte passte, andererseits war er allerdings auch sehr verwirrend, besonders der Start wurde mir dadurch nicht sonderlich leicht gemacht. Dazu kommt noch, dass keiner der Charaktere mich besonders begeistern oder in den Bann ziehen konnte – keiner sticht sonderlich heraus und gleichzeitig waren sie alle sehr interessant. Besonders die Konstellation von ihnen hat mir wahnsinnig gut gefallen, doch leider fehlte mir einfach der Bezug zu ihnen.

Und auch sonst ist die Erzählweise der Autorin hier sehr interessant. Während die Perspektiven häufig wechseln, wird auch immer wieder zwischen der Ich-Form und der Er/Sie-Form gewechselt, was die Unterschiede der Charaktere nur noch mehr hervorhebt, hat mir sehr gefallen. Zusätzlich wird auch noch in der Zeit gesprungen, um die Anfänge und Entstehung der Reality Show besser darstellen zu können.

Der Roman beginnt mit einer Schnell-Vorstellung einiger „Gäste“ der Show. Wir beobachten jeden kurz an seinem Heiligabend und erhalten einen ersten Eindruck darüber, welche Art von Menschen sie sind. Auch wenn es zunächst ein wenig verwirrend war, weil so viele neue Charaktere so schnell hintereinander vorgestellt worden sind, hat mir diese Umsetzung wirklich sehr gut gefallen.

Darauf folgt auch schon schnell die Vorstellung der Personen, die hinter der Show stecken. Dazu möchte ich natürlich nicht zu viel sagen, deswegen belasse ich es erstmal dabei. Es war auf jeden Fall sehr interessant, das Ganze mitzuverfolgen und mitzuerleben, wie aus eine kleinen Idee etwas so Großes wird.

Leider muss ich dazu sagen, dass ich mir einfach mehr von der Show an sich gewünscht hätte. Denn während man die Gruppe hinter der Show begleitet, ihren Plan in die Tat umzusetzen und die zahlreichen Charaktere kennen lernt, fiel die Show selbst in meinen Augen viel zu kurz aus. Denn schon die erste Ansprache des Showmasters zog sich in meinen Augen ziemlich und obwohl so viele Charaktere vorgestellt worden sind, werden mir zu wenige in der tatsächlichen Show behandelt, was ich ein wenig schade fand.

Das Ende hingegen hat mich wieder absolut abholen können. Die Spannungskurve baut sich im Laufe der Handlung immer wieder auf, weswegen ich das Buch auch einfach nicht aus der Hand legen konnte, doch besonders das letzte Viertel hat mich da sehr überzeugen können!

Fazit
Insgesamt behandelt der Roman Thematiken, die hochaktuell und sehr wichtig sind, was mir sehr gefallen hat. Es ist eine ordentliche Gesellschaftskritik, die besonders das System der Super-Reichen und ihre verstecke Macht auf die Gesellschaft kritisiert. Die Masse an Charakteren macht es leider immer wieder ein wenig wirr, was ich sehr schade fand, besonders weil die Zusammenstellung der verschiedenen Protagonist:innen wirklich sehr gelungen war. Es war ein sehr spannendes und aktuelles Buch, das mich insgesamt wirklich sehr begeistern konnte.

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Veröffentlicht am 11.10.2021

Ein ganz klares Jahreshighlight!

Blood and Ash – Liebe kennt keine Grenzen
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Meine Meinung
Schon seit Monaten stand dieses Buch auf meiner Wunschliste, als ich dann entdeckt habe, dass Heyne es endlich übersetzen wird, war ich super aufgeregt. Ich habe bereits so viel positives ...

Meine Meinung
Schon seit Monaten stand dieses Buch auf meiner Wunschliste, als ich dann entdeckt habe, dass Heyne es endlich übersetzen wird, war ich super aufgeregt. Ich habe bereits so viel positives über die ganze Reihe gehört und wollte sie schon so lange lesen, sodass meine Erwartungen wahnsinnig hoch gewesen sind.

Als Auserwählte führt Poppy ein Leben in einem goldenen Käfig. Niemand darf mit ihr sprechen, kaum jemand weiß überhaupt, wie sie aussieht und Spaß haben ist sowieso verboten. Doch als ihr neuer Leibwächter Hawke auftaucht, kann sie ihre Gefühle nicht mehr zurückhalten. Sie wird von dem attraktiven Kämpfer absolut in den Bann gezogen und setzt ihre gesamte Zukunft aufs Spiel, während die Hungrigen immer näher rücken und das Leben vieler in Gefahr bringen.

In Poppys Leben dreht es sich nur um eins: sie ist die Jungfrau, die Auserwählte. Dass sie kaum jemand wirklich gut behandelt, scheint dabei egal zu sein. Ihr reines Äußere scheint dabei aber zu täuschen, sie ist nicht die hilflose Jungfrau, die man sich bei ihrer unschuldigen, weißen Kleidung und ihrem unauffälligen Verhalten vorstellt. Im Gegenteil, sie hat heimlich eine Kampfausbildung gemacht und verlässt ihre Räume niemals ohne den Blut-Dolch unter ihrem Kleid – ist ist ganz und gar nicht hilflos. Aber einsam. Denn die Regeln der Götter, die sie auserwählt haben, sind streng und verbieten jeglichen menschlichen Kontakt. So langsam fällt Poppy es immer schwerer und je näher das Ritual der Götter rückt, desto nervöser wird sie. Sie hat das Gefühl, etwas in ihrem Leben zu verpassen und eigentlich weiß sie ja auch gar nicht, was sie nach dem mysteriösen Ritual erwartet, von dem kaum einer wirklich zu wissen scheint, was dort passiert. Ich habe sie und ihre Art von der ersten Seite absolut geliebt. Sie ist eine wahre Kämpferin, de ihre Kämpfe gerne selbst ausführt und sich von niemandem bevormunden lassen möchte. Sie kämpft für das Gute im Menschen und hilft heimlich zahlreichen Menschen, ohne ihre Identität preiszugeben, was sie einfach zu einem guten Menschen macht. Dazu kommt natürlich ihre sture Art, mit der sie immer wieder auffällt, was nicht immer positiv für sie ausfällt, trotzdem lässt sie sich nie unterkriegen und ist einfach eine wahre Power-Frau.

Neben Poppy steht natürlich Wren im Vordergrund der Geschichte, der attraktive Leibwächter ist eigentlich Wächter an den Grenzen, die immer wieder von verfluchten Wesen belagert werden. Doch nun hat er einen Job beim Herzogen ergattert, der Poppy unter seine Fittiche genommen hat und so wird er zu ihrem Leibwächter. Obwohl er im Vergleich der anderen Wächter deutlich jünger ist, scheint er viel erfahrener, aber über seine Vergangenheit, die das vielleicht erklären könnte, spricht er nicht gerne. Obwohl er mich schon auf den ersten Seiten nach seiner Vorstellung absolut in den Bann ziehen konnte, fiel es mir recht lange schwer, ihn einzuschätzen. Da er so geheimnisvoll mit seiner Vergangenheit umgeht, war er mir lange ein Rätsel. Wie gesagt hat er mich trotzdem absolut einnehmen können und ich habe mich wirklich absolut in ihn verliebt.

Der Roman ist in der Ich-Form aus Poppys Perspektive geschrieben worden und der Schreibstil der Autorin hat mir einfach wahnsinnig gut gefallen. Ich bin selten so schnell durch die Seiten eines Fantasy-Romans geglitten, ohne dass ich jemals Schwierigkeiten hatte, mir die Welt gut vorzustellen. Die Autorin schreibt einfach so wahnsinnig fesselnd, dass ich das Buch nur aus Zeitmangel aus der Hand gelegt habe und am liebsten direkt weiter gelesen hätte.

Aber kommen wir jetzt endlich mal auf die Handlung zu sprechen!

Schon nach wenigen Seiten hat die Autorin mich absolut fesseln können, obwohl ich nicht Ansatzweise wusste, was mich erwarten würde. Das Prinzip der auserwählten Protagonistin ist zwar nichts neues, aber irgendwie hat JLA hier etwas ganz besonderes daraus gemacht. Poppy wurde schon ihr ganzes Leben darauf vorbereitet, dass das Schicksal aller irgendwann in ihren Händen liegen wird, obwohl sie nie wirklich erfährt, was genau das bedeuten soll. Sie weiß, dass sie schon bald das große Ritual der Götter durchführen werden muss, aber auch da weiß sie nicht wirklich, was sie erwartet. Obwohl es sich in ihrem Leben nur ums Auserwählt-Sein dreht, scheint sie niemand so wirklich einweihen zu wollen, was Poppy einfach nur skeptisch zurücklässt. Und mich auch. Ich habe lange nicht so recht verstanden, wie genau Poppy die einzige Hoffnung für das Königreich sein soll und was genau sie machen werden muss.

Trotzdem war ich absolut gebannt, als ich Poppys Geschichte verfolgt habe, von der ich gar nicht mehr verraten möchte, weil ich sonst so viel vorweg nehmen würde. Ich sage nur so viel, dass ich alles daran absolut geliebt habe. Vor allem den Plottwist, der bei etwa 80% passiert, hat mich absolut zerrissen. Ich habe etwas in diese Richtung zwar schon etwas länger geahnt, aber trotzdem hat es mich absolut aus den Socken gehauen, als es dann tatsächlich passiert ist. Ich habe das Buch zugeschlagen und erstmal nicht mehr weitergelesen, da ich wusste, dass es mir das Herz brechen würde, aber mehr sage ich nicht.

Das Ende hat mich nun mit einem Cliffhanger zurückgelassen, dass ich es kaum abwarten kann, bis der zweite Teil erscheint. Ich bin so kurz davor, mir die englischen Ausgaben zu kaufen, weil ich kaum bis März 2022 abwarten kann – mal schauen, ob ich standhaft bleibe.

Fazit
Ein ganz klares Jahreshighlight für mich! Ich habe alles an diesem Buch geliebt, angefangen bei Poppys wahnsinnig starker Persönlichkeit, über Hawkes Bann, der mich nicht loslassen konnte bis hin zum wahnsinnigen Plottwist, der mich einfach umgehauen hat. Einiges war vielleicht ein wenig vorhersehbar, aber weil die Autorin mich so emotional gepackt hat, hat mich das gar nicht gestört. Ich bin einfach vollkommen hin und weg und kann den nächsten Teil kaum abwarten.

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Veröffentlicht am 14.09.2021

Sehr emotional, leider nicht so schön wie Teil 1

Lovett Island. Sommerprickeln
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Meine Meinung
Nachdem der erste Teil so spannend geendet hat, konnte ich es kaum noch abwarten, die Fortsetzung endlich zu lesen. Das Cover gefällt mir ganz gut, es ähnelt dem ersten Teil sehr, wodurch ...

Meine Meinung
Nachdem der erste Teil so spannend geendet hat, konnte ich es kaum noch abwarten, die Fortsetzung endlich zu lesen. Das Cover gefällt mir ganz gut, es ähnelt dem ersten Teil sehr, wodurch es im Regal sehr schön nebeneinander aussieht.

Maci hat Lovett Island verlassen und steht nun ohne Job und Stipendium da, weswegen sie bei einem Freund Hilfe sucht und kurzerhand als Tennislehrerin einspringt. Doch auch das füllt die Lücke in ihrem Herzen nicht, die Trevor zurückgelassen hat. Gleichzeitig muss Violet sich ihrer Vergangenheit stellen und einen großen Schritt wagen, damit Baron endlich seine gerechte Strafe erhält. Und Blair hat nur noch ein Ziel: Lovett Island nicht zu verlieren, leider hat Trevors Vater ganz andere Pläne mit der Trauminsel.

Wie schon im ersten Teil wechseln hier wieder in der Ich-Form die Perspektiven zwischen Maci, Violet und Blair, wodurch wir die Geschichten der drei jungen Frauen gleichzeitig erleben. Und wie schon zuvor liebe ich den Wechsel wirklich sehr, auch wenn mir Violets Geschichte in diesem Teil am meisten gefallen hat.

Eigentlich stelle ich ja hier die Charaktere ein wenig genauer vor, hier fällt mir es mir allerdings ein wenig schwerer. Alle drei kämpfen hier um etwas bestimmtes, was die drei Geschichten wieder ein wenig mehr vereint hat, aber insgesamt kann ich nur relativ wenig über jede einzelne sagen. Die Charaktere haben mir insgesamt wirklich sehr gefallen und ich mochte die Geschichten wie gesagt auch sehr, aber durch die drei Perspektiven lernen wir jede Protagonistin nur in Bruchteilen kennen. Dadurch fällt hier eine genauere Vorstellung weg. Aber wie gesagt mochte ich diese Art, die Geschichte zu erzählen und obwohl jede Figur etwas oberflächiger blieb, hat mich das in dem Zusammenhang der Handlung gar nicht gestört.

Die Handlung ist hier ganz anders, als im ersten Teil noch. Ab hier folgen Spoiler zum ersten Teil!
Vor allem da Maci die Inseln zum Schluss verlassen hat, fällt das locker-leichte Urlaubsfeeling auf der Trauminsel leider weg, was ich ein wenig schade fand. Denn auch abgesehen davon nimmt die Handlung einen ernsteren Ton an, was vor allem mit den Belästigungs-Vorwürfen Baron gegenüber zutun hat. Am Ende des Vorgängers haben Maci und Violet ja ihrer Chefin erzählt, dass beide vom Insel-Besitzer belästigt worden sind und nun beginnen die Folgen für ihn. All das ist ein sehr wichtiges Thema und ich finde es auch richtig, dieses in Büchern zu thematisieren, aber ehrlich gesagt war es mir teilweise ein wenig zu viel. Es gab keine Trigger-Warnung für diese Thematik und obwohl es sich im ersten Teil ja schon ankündigt, war ich nicht darauf eingestellt, dass es einen so großen Teil der Handlung einnehmen würde. Wie gesagt: sehr wichtiges Thema, aber leider auch eins der Themen, die mich sehr triggern, wodurch ich besonders im Mittelteil einige Stellen überspringen musste. Und wie gesagt ist die Stimmung dadurch eher drückend und angespannt – mir fehlte ein wenig das Urlaubs-Sommer-Feeling aus dem ersten Teil.

Abgesehen davon, gibt es ja noch Macis und Blairs Handlungsstränge, auf die ich nicht viel eingehen kann, da ich sonst spoilern musste. Macis Handlung fand ich ganz schön, auch wenn eigentlich nicht sonderlich viel passiert. Ehrlich gesagt fehlte mir da ein größerer Fortschritt und auch das Knistern zwischen ihr und Trevor war im Vergleich zum ersten Teil ein wenig geschwächter.

Und Blairs Geschichte wäre super interessant und spannend gewesen, aber leider geriet sie mir immer wieder zu stark in den Hintergrund. Dadurch passiert bei ihr nicht bei weitem so viel, wie ich es mir für sie gewünscht hätte, was ich sehr schade fand. Den Ansatz fand ich nämlich sehr spannend, besonders da sie ihre Besessenheit auf Trevor abgelegt hat und nun endlich eigenen Zielen folgt.

Fazit
Insgesamt muss ich einfach sagen, dass es mir nicht so sehr gefallen hat, wie der erste Teil. Im ersten Teil gab es Spannung und Leidenschaft in einer sommerlichen, luxuriösen Atmosphäre. Hier wird die Handlung deutlich ernster, es werden wichtige Themen angesprochen, die nicht ohne sind und dadurch wird die Atmosphäre zu einer ganz anderen. Es war nicht mehr das, was ich mir von der Lovett Island-Reihe versprochen hatte, denn genau dieses Urlaubsfeeling wie im ersten Teil hatte ich mir auch hier erhofft. Außerdem kamen einige Handlungsstränge ein wenig zu kurz, was ich schade fand. Den dritten Teil werde ich trotzdem noch lesen!

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Veröffentlicht am 14.09.2021

Kommt leider nicht an den ersten Teil heran ...

Ein Herz so dunkel und schön
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Meine Meinung
Nachdem der erste Teil ein absolutes Jahreshighlight für mich war, konnte ich den nächsten Teil kaum abwarten. Das Ende war ja ein richtiger Cliffhanger, weswegen ich mich sofort nach Erscheinen ...

Meine Meinung
Nachdem der erste Teil ein absolutes Jahreshighlight für mich war, konnte ich den nächsten Teil kaum abwarten. Das Ende war ja ein richtiger Cliffhanger, weswegen ich mich sofort nach Erscheinen in den zweiten Teil gestürzt habe. Das Cover liebe ich wieder über alles, es passt perfekt in die Reihe und vor allem mag ich, dass es dem originalen Cover nicht viel abweicht.

Emberfalls Fluch ist gebrochen, doch Rhen kann noch immer nicht aufatmen. Die Gerüchte, er sei nicht der rechtmäßige Thron-Folge verbreiten sich immer mehr und stellen eine neue Gefahr für den Prinzen dar. Nur Grey kennt die Wahrheit über den wahren Thron-Folgen, doch er ist nach der Schlacht mit Lilith verschollen. Gleichzeitig startet die Königin Syhl Shallow einen erneuten Versuch, Emberfall an sich zu reißen und sieht dabei in Grey einen perfekten Verbündeten. Dieser zweifelt zunächst an einem Bündnis, doch als die Prinzessin von Syhl Shallo, Lia Mara, auftaucht und um Hilfe bittet, kann Grey nicht mehr widerstehen…

Nachdem der erste Teil Harpers und Rhens Geschichte erzählt, wird Grey in diesem Band zum Protagonisten. Wir durften ihn ja bereits kennen und lieben lernen und auch wenn ich seinen Charakter im Vorgänger-Teil sehr mochte, war ich zunächst nicht gerade sehr davon angetan, ihn nun als Protagonisten zu erleben. Ich möchte nicht zu viel verraten, da ich sonst schnell spoilern würde, aber Grey muss sich in diesem Teil ganz neuen Sorgen stellen und es wird nun etwas ganz anderes von seinem Charakter erwartet. Er steht nicht mehr unter dem Befehl von Rhen und beginnt langsam immer mehr, eigene Entscheidungen zu treffen und sein eigenes Wohl dem anderer vorzuziehen, auch wenn ihm das noch immer sehr schwer fällt. Ich mag Grey immer noch sehr, vor allem weil er in seiner eigentlich so kühlen und bedachten Art trotzdem so liebevoll und rücksichtsvoll ist. Trotzdem muss ich zugeben, dass mich seine Geschichte einfach nicht so sehr reizen konnte, wie Rhens zuvor.

Eine uns neue Figur, die hier eine große Rolle spielt, ist Lia Mara, die Tochter der Königin von Shyl Shallw. Wir wissen bereits aus dem ersten Teil, dass die Königin, Karis Luan, Emberfall übernehmen möchte und dabei vor nichts zurückschreckt. Sie ist gnadenlos und skrupellos und möchte mit allen Mitteln mehr Macht erlangen. Lia Mara ist das genaue Gegenteil ihrer Mutter, sie sorgt sich um ihre Mitmenschen, findet die Methoden ihrer Mutter zu grausam und möchte einfach nur mehr Frieden zwischen den Königreichen. Auch mit Lia Mara bin ich sehr gut zurecht gekommen, ich mochte ihren Charakter ganz gerne, aber leider fehlte mir auch hier die besondere Verbundenheit zu ihr, sodass mich ihre Geschichte nicht ganz so ergreifen konnte, wie erwartet.

Was mich allerdings riesig enttäuscht hat, ist die Entwicklung von Rhen. Während ich von vielen anderen Leser:innen nach dem ersten Teil gehört habe, dass sie absolut Team Grey waren, war ich die ganze Zeit auf Rhens Seite und habe mich absolut in den Prinzen verliebt. In diesem Teil macht er allerdings eine Entwicklung durch, die jegliche Fortschritte aus Teil 1 zerstören und zunichte machen. Ich habe ihn und seinen Charakter gar nicht mehr wieder erkannt, was mich beim Lesen absolut gestört hat – es hat mir teilweise wirklich das Herz gebrochen.

Der Roman ist wieder in der Ich-Form geschrieben worden, größtenteils aus Greys und Lia Maras Perspektive, aber in ein paar wenigen Kapiteln kommen auch Harper und Rhen zu Wort. Der Schreibstil ist wie schon gewohnt sehr angenehm und locker zu lesen, sodass ich der Geschichte sehr gut folgen konnte.

Aber kommen wir mal auf die Handlung zu sprechen. Es ließ sich vermutlich schon etwas raushören, aber ich bin nicht so begeistert, wie ich es mir erwünscht habe.

Zum Ende des ersten Teils erfahren wir ja bereits, dass Rhen nicht der rechtmäßige Thron-Erbe ist und dass irgendwo in Emberfall ein Halb-Bruder existiert, der seinen Erb-Anspruch erheben und damit Prinz Rhen vom Thron stoßen könnte. Ganz grob erklärt, weiß Grey, wer der verschwundene Bruder ist und versteckt sich und sein Wissen darüber vor Rhen, damit dieser die Wahrheit nicht erfährt und weiterhin als einziger Thron-Erbe vor dem Volk stehen kann. Karis Luan findet aber heraus, dass Grey es weiß und möchte ihn nun als Druckmittel Rhen gegenüber benutzen, um Emberfall an sich reißen zu können. Das Ganze ist natürlich noch etwas komplizierter, aber ich breche es mal nur darauf herunter.

Insgesamt fand ich die Idee ganz interessant, schließlich muss nach dem Fluch ein neuer Konflikt für die Geschichte her und da fand ich diesen Ansatz ganz spannend. Obwohl ich die Entwicklung von Rhen wie gesagt überhaupt nicht mochte, war ich während der ersten Hälfte des Buchs noch ganz angetan.

Leider habe ich beim Lesen immer mehr das Interesse an der Handlung verloren. Die größten Geheimnisse lüften sich schon relativ schnell zu Beginn, sodass ein großer Teil meiner Neugierde schnell verschwunden ist. Es gab zwar ein grobes Ziel der Handlung, aber der Weg dorthin war lange nicht so mitreißend, wie es im ersten Teil der Fall war. Es zieht sich ein wenig, die Handlung kommt über viele Kapitel ehrlich gesagt nicht sonderlich voran und im Mittelteil habe ich das Interesse so sehr verloren, dass ich das Buch mehrere Wochen nicht mehr weiter gelesen habe. Mir fehlte es besonderes, etwas nicht vorhersehbares, einfach etwas, was mich ein bisschen mehr hätte fesseln können. Es war alles nicht wirklich schlecht und mir fällt es schwer, hier mit dem Finger auf etwas spezifisches zu zeigen, was mich gestört hat, aber es hat mich einfach nicht umhauen können.

Zum Ende hin hat es mich tatsächlich doch wieder etwas mehr mitreißen können und ich wollte endlich wieder wissen, wie es weiter gehen würde. Der letzte Höhepunkt hat sich nun langsam aufgebaut und dieser konnte mich mit seinem Drumherum wieder sehr überzeugen. Es passiert doch noch mal etwas, womit ich nicht gerechnet hätte und das hat mir wirklich sehr gefallen.

Und schon wieder endet das Buch mit einem großen Cliffhanger, der noch mal einige Fragen aufwirft und mich auf jeden Fall davon überzeugt, den dritten Teil auch noch zu lesen.

Fazit
Mir fällt es sehr schwer, dieses Buch zu bewerten. Der erste Teil war ein absolutes Jahreshighlight für mich, weswegen meine Erwartungen hier vermutlich einfach zu hoch waren. Während ich mich mit den Protagonisten nicht ganz verbunden gefühlt habe, war auch die Handlung nicht sonderlich fesselnd. Ich kann kaum definieren, was genau mich gestört hat, aber insgesamt gab es mir zu wenig Überraschungen und die Handlung plätscherte mir ein wenig zu viel vor sich hin. Trotzdem gab es viele schöne Momente, die mich doch wieder begeistern konnten und auch das Ende hat mir sehr gut gefallen, weswegen mir eine Bewertung wirklich schwer fällt.

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Veröffentlicht am 14.09.2021

Wunderschön, berührend und fesselnd

Ever – Wann immer du mich berührst
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Meine Meinung
Nachdem ich dem Buch auf Bookstagram nicht entkommen konnte und nur positive Meinungen gelesen habe, war auch ich sehr neugierig. Von der Autorin kenne ich nur einen Teil der Blakely-Reihe, ...

Meine Meinung
Nachdem ich dem Buch auf Bookstagram nicht entkommen konnte und nur positive Meinungen gelesen habe, war auch ich sehr neugierig. Von der Autorin kenne ich nur einen Teil der Blakely-Reihe, der mich nicht ganz überzeugen konnte, aber ich wollte ihr eine neue Chance geben, weswegen ich sehr gespannt auf die neue Reihe wurde. Das Cover gefällt mir unheimlich gut, besonders weil es so perfekt zur Handlung passt.

Nach einem schweren Unfall landet Abbi in einer Reha-Klinik, um wieder laufen zu lernen. Obwohl sie so schnell wie nur möglich aus der Klinik weg möchte, macht ihr die Panik einen Strich durch die Rechnung und die Therapie läuft gar nicht gut. Also soll der begabte Student David sein Glück bei ihr versuchen und tatsächlich – seine Therapie bewirkt Wunder und Abbi macht endlich Fortschritte. Wäre da nur nicht das Problem, dass David ein großes Geheimnis ihres Vaters hütet und deswegen ihre Familie verabscheut …

Abbis Charakter hat mir unglaublich gut gefallen. Bei ihrem Unfall wird ihr Bein schwer verletzt, weswegen sie nun das Laufen neu erlernen muss, womit sie nicht zurecht kommt. Sie hat wahnsinnige Schmerzen, welche nach dem Unfall falsch behandelt wurden und nun hat sie panische Angst vor noch mehr Schmerzen, weswegen sie die Therapie nicht richtig ausführen kann. Und das obwohl sie eigentlich ein sehr ambitionierter Charakter ist, mit großen Zielen und einem Willen, diese auch zu erreichen. Sie ist einfach ein wunderschöner Charakter, der offen auf Menschen zugeht und Konflikte am liebsten direkt anspricht. Ich habe sie und ihre Art einfach über alles geliebt.

David arbeitet als Student in der Reha-Klinik und hat schon jetzt ein gutes Händchen für seine Arbeit. Obwohl er einige Päckchen mit sich trägt und einiges an Last aushält, ist er ein sehr fürsorglicher und liebevoller Charakter, der sich ganz still und heimlich in mein Herz geschlichen hat. Er ist sehr ruhig und gibt seine Gefühle und Probleme nicht gern vor anderen zu, geht mit seinen Mitmenschen aber so gefühlvoll um, dass es mein Herz zum Schmelzen gebracht hat.

Von den Nebencharakteren hat mich besonders June, Davids Schwester, sehr begeistern können. Deswegen bin ich auch schon wahnsinnig gespannt auf den nächsten Teil der Reihe, in dem June die Protagonistin sein wird.

Der Roman ist in der Ich-Form aus den wechselnden Perspektiven von David und Abbi geschrieben worden und der Schreibstil hat mich wirklich sehr begeistern können. Die Autorin schreibt die Geschichte der beiden auf eine sehr ruhige, aber gleichzeitig unheimlich gefühlvolle Art, die mich absolut fesseln konnte.

Die Handlung baut sich gleichzeitig langsam und ruhig, aber auch wahnsinnig packend auf. Nachdem ich mit dem Buch angefangen hatte, konnte ich es einfach nicht mehr zur Seite legen und habe es somit in einem Rutsch beendet.

Es beginnt mit einer kleinen Einleitung zu Abbis Leben in der Reha-Klinik und ihrer derzeitigen Situation und relativ schnell wird auch David vorgestellt. Da David wie schon erwähnt etwas über Abbis Familie weiß und sie deshalb verabscheut, ist er zunächst nicht sonderlich von der Idee angetan, als Abbis Physio-Therapeut zu arbeiten. Er hält sie deshalb auch immer wieder auf Abstand und versucht, sich nicht zu sehr auf sie einzulassen. Trotzdem merkt man schnell, wie sehr es zwischen den beiden knistert und das hat mir so gut gefallen. Denn obwohl David sich absichtlich distanziert, konnte ich die Spannung und die Leidenschaft zwischen ihnen wahnsinnig gut spüren. Da hat die Autorin wirklich sehr gute Arbeit geleistet! Die Dynamik zwischen den beiden hat mich nämlich absolut begeistern und fesseln können. Obwohl es zunächst sehr professionell abläuft, was David sehr wichtig ist, entwickelt sich auf sehr natürliche Weise das Gefühl, als würden die beiden sich schon ewig kennen. Ich mochte die beiden als Pärchen einfach unehimlich gerne.

Was mir aber auch sehr gut gefallen hat, ist der hohe Anteil der Physiotherapie in dieser Geschichte. Klar, nach dem Klappentext hätte ich nichts anderes erwarten sollen, aber ich mochte es, wie authentisch und gut erklärt, diese Therapie stattgefunden hat. Ich habe in dem Bereich keinerlei Wissen, kann es also nur aus Laien-Sicht beurteilen, aber es wirkte sehr realitätsnah und gut dargestellt auf mich. Außerdem ist es neben dem Knistern zwischen David und Abbi wirklich der Hauptteil der Geschichte und nicht nur eine kleine Nebenerzählung, wie es in anderen Büchern oft der Fall ist, was ich sehr mochte.

Aber natürlich darf auch ein wenig Spannung nicht fehlen, wofür das große Geheimnis gesorgt hat, welches David hütet. Es hat etwas mit Abbis Familie zutun, wovon Abbi selbst nichts weiß und somit besteht immer wieder eine große Anspannung von Davids Seite aus. Die Einarbeitung dieses Geheimnisses hat mir unheimlich gut gefallen. Wir erfahren erst mit der Zeit, worum genau es geht und obwohl es die ganze Zeit über Abbi und David schwebt, nimmt es nicht zu viel Platz der Handlung ein. Und besonders die große Auflösung hat mich hier sehr begeistern können, da es ganz anders abläuft, als ich es aus anderen Büchern des Genres kenne. Mehr möchte ich nicht verraten, aber es hat mir wirklich unheimlich gut gefallen!

Fazit
Insgesamt ist „Ever“ ein wunderschöner Roman, der mich unheimlich berühren und begeistern konnte. Die Protagonisten sind wunderschön gezeichnet worden, sie sind mit all ihren Ecken und Kanten einfach perfekt. Die Handlung ist sehr ruhig, dadurch aber nur noch authentischer und gleichzeitig ist sie sehr gefühlvoll und fesselnd, was der wunderschöne Schreibstil der Autorin nur noch mehr unterstützt. Von mir gibt es eine klare Empfehlung!

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