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Veröffentlicht am 01.05.2026

Tolles Setting, das ein bisschen braucht, um sich zu entfalten

When Shadows Darken the Sun
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Die Gestaltung des Buches war ehrlich gesagt zunächst einmal der Hauptgrund, warum ich es unbedingt lesen wollte. Es sieht einfach nur wunderschön aus. Sowohl der Farbschnitt als auch der Schutzumschlag ...

Die Gestaltung des Buches war ehrlich gesagt zunächst einmal der Hauptgrund, warum ich es unbedingt lesen wollte. Es sieht einfach nur wunderschön aus. Sowohl der Farbschnitt als auch der Schutzumschlag sehen sehr edel aus und passen einfach perfekt zu der Geschichte.

Diese hat mich fast ebenso sehr gereizt: Seit Jahrzehnten treten die Erbin des Taghofes und der Erbe des Nachthofes in einem magischen Turnier gegeneinander, in dem die Vorherrschaft über den dritten Hof entschieden werden soll. In den letzten Aufeinandertreffen konnte immer der Nachthof die Auseinandersetzungen für sich entscheiden, dies soll sich allerdings dieses Jahr ändern. Cass ist mit einer Delegation von Lichtkriegern an den Nachthof gereist, um dafür zu sorgen, dass der Taghof endlich wieder an die Macht gelangen kann. Doch sie hat nicht mit dem Erben des Nachthofes gerechnet: Prinz Nox ist ganz anders, als sie erwartet hat und als sie nach einem gefährlichen Zwischenfall zusammenarbeiten müssen, kommen sie sich unerwartet näher. Sie lernen mehr über einander und die Höfe des jeweils anderen und plötzlich ist es gar nicht mehr so leicht, den anderen als Gegner zu sehen. Doch die Tag-und-Nachtspiele stehen an und diese lassen keinen Raum für Gefühle zwischen Cass und Nox.

Ich war wirklich gespannt auf das Buch, weil ich zum einen die Gestaltung unglaublich schön fand und zum anderen extrem gespannt war, wie die Welt in dem Buch aussehen würde. Leider konnte es mich nicht komplett überzeugen, was auch am Schreibstil liegt. Dieser ist zwar leicht und fließend, aber ich habe trotzdem recht lange gebraucht, um richtig in die Geschichte finden zu können. Das liegt vor allem daran, dass man direkt in die Geschichte geworfen wird und sich erst einmal orientieren muss. Man bekommt dafür aber gar nicht so richtig die Zeit, weil schon auf den ersten Seiten so viel passiert, dass ich wirklich Schwierigkeiten hatte, hinterher zu kommen. Dadurch hatte ich lange nicht wirklich das Gefühl, die Welt und die Charaktere wirklich greifen zu können, sodass mir ein bisschen der Sog fehlte, der dafür gesorgt hätte, dass ich das Buch unbedingt weiterlesen wollte.

Leider hatte ich auch deswegen so ein bisschen meine Probleme mit den Charakteren. Ich mochte Cass und Nox dabei sogar recht gerne, aber bei den Nebencharakteren hatte ich ein paar Schwierigkeiten, sie richtig kennenzulernen und habe sie immer wieder verwechselt. Man hat kaum Zeit Cass und die übrigen Lichtkrieger kennenzulernen, bevor man Nox und seine Kämpfer trifft. Dadurch fehlte mir oft ein bisschen die Individualität, auch wenn das im Laufe des Buches etwas einfacher wird und sie mir zumindest zum Teil ans Herz gewachsen sind, aber bis zu diesem Punkt hat es dann doch ein wenig gedauert. Bei Cass und Nox war das ein wenig leichter, weil man durch ihre jeweiligen Sichtweisen schon früh einen guten Einblick in ihr Gefühlsleben bekommt. Ich mochte, dass besonders Nox ganz anders ist, als man zunächst vermutet hätte. Seine Freunde, sein Hof und sein Volk bedeuten ihm viel, sodass komplett verständlich ist, warum es ihm so wichtig ist, dass er die Spiele für sich entscheidet. Cass hat es mir ein bisschen schwerer gemacht, wahrscheinlich weil sie nie alles von sich zeigt. Mir war allerdings schon recht früh klar, was sie verbirgt, sodass der große Plottwist für mich ein bisschen ausblieb. Ich hatte die ganze Zeit ein bisschen gehofft, dass ich falsch liege und dass es vielleicht noch ein paar mehr Überraschungen im weiteren Verlauf der Geschichte geben würde, aber leider folgte es so ein bisschen den typischen Strukturen eines Fantasy Buchs. Das ist keinesfalls schlecht, aber mir fehlte dadurch das Besondere, das dafür sorgt, dass ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht.

Ähnlich ging es mir auch mit dem Setting. Ich fand die Idee wirklich gut, dass es regelmäßig Spiele zwischen den Erben des Tag- und Nachthofes gibt, die entscheiden, wer die Macht über den dritten Hof bekommt. Allerdings kamen mir die Spiele fast ein bisschen kurz. Ich habe komplett verstanden, warum die Lichtkrieger schon früher an den Hof der Nacht reisen, um sich zu akklimatisieren und dass sie dadurch auch das Volk am Hof der Nacht kennenlernen, aber die Spiele wirkten gegenüber den anderen Herausforderungen fast ein bisschen nebensächlich. Vielleicht habe ich das auch so empfunden, weil ich nie so ganz greifen konnte, was genau der dritte Hof überhaupt ist. Es ist klar, dass der Nachthof dadurch mehr Macht bekommt und genau das für den Taghof vom Nachteil ist, aber ich hatte manchmal ein paar Schwierigkeiten, die Welt in ihrer Gänze greifen zu können, zumal man gar keine Möglichkeit hat, den Taghof kennenzulernen.

Alles in allem mochte ich das Buch und nachdem ich erst einmal in die Geschichte gefunden hatte, habe ich es auch recht schnell durchgelesen. Allerdings fehlte mir ein bisschen der Sog, das Besondere, das dafür gesorgt hätte, dass ich es mich komplett gefangen nimmt und ich kaum aufhören konnte zu lesen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass der zweite Teil genau das schaffen könnte, weil man jetzt schon einen Einblick in die Welt bekommen hat und dadurch im nächsten Teil tiefer in sie eintauchen könnte.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Spannende Idee, die mich nicht komplett fesseln konnte

Missing Page - Tödliche Worte
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich wunderschön und springt einem direkt ins Auge, sodass man auch in der Buchhandlung kaum daran vorbeigehen kann. Man entdeckt außerdem beim genaueren Hinschauen jedes ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich wunderschön und springt einem direkt ins Auge, sodass man auch in der Buchhandlung kaum daran vorbeigehen kann. Man entdeckt außerdem beim genaueren Hinschauen jedes Mal neue Details, was perfekt zur Geschichte passt.

Die Geschichte hat mich ebenfalls direkt gereizt: Die 17-jährige Toni bekommt die Chance, an einem Schreibworkshop des bekannten Bestsellerautors Richard Giffard teilzunehmen. In dem abgelegenen Herrenhaus in Schottland eröffnet der kauzige Autor den Teilnehmern, dass er beabsichtigt, dem Gewinner des Workshops sein Vermögen zu vermachen. Die Jugendlichen stürzen sich in die Textarbeit, doch Toni kämpft weiterhin mit ihrer Schreibblockade und während ein Sturm das Anwesen von der Außenwelt abschneidet, passieren seltsame Dinge. Das Personal verhält sich seltsam, jemand scheint durch das Anwesen zu geistern und Schlafwandlerin Toni wird von blutigen Träumen heimgesucht. Als einer dieser Träume dann wahr zu werden scheint, muss sie alle ihre Fähigkeiten als Autorin einsetzen, um herauszufinden, was Traum und was Realität ist.

Ich war mir nicht sicher, was ich von dem Buch erwarten sollte, habe aber schon viel Positives über die Autorin gehört und wollte deswegen auch diese Geschichte unbedingt lesen. Leider konnte mich die Story nicht komplett überzeugen, dafür wirkte das ganze manchmal ein bisschen überladen und konnte mich deswegen nicht immer packen. Das liegt auch am Schreibstil. Ich habe relativ lange gebraucht, um mich an ihn zu gewöhnen. Ich kann nicht einmal genau festmachen, woran das liegt, aber er schafft es nicht so richtig, mich in die Geschichte zu ziehen und nachhaltig zu fesseln.

Das lag vielleicht auch daran, dass ich so meine Schwierigkeiten hatte, die Charaktere so richtig kennenzulernen. Es ist ziemlich eindeutig, dass Toni nicht ausschließlich wegen des Schreibworkshops in Schottland ist und dass so gut wie alle Handelnden etwas zu verbergen haben. Dadurch wusste ich nie so richtig, wem ich vertrauen konnte und wer der Person überhaupt ist, weil es oft so wirkt, als wäre niemand komplett er selbst. Das hat ein bisschen dafür gesorgt, dass ich so meine Probleme hatte, die Charaktere einordnen zu können. Selbst Toni als Hauptperson blieb für mich lange ein bisschen schwammig, wahrscheinlich weil sie selbst nicht komplett vertrauen kann, dadurch dass sie sich nicht an ihre Handlungen während des Schlafwandels erinnern kann. Außerdem konnte ich ihre Handlungen, selbst nachdem man weiß, warum sie das Ganze tut, nicht immer nachvollziehen. Ähnlich ist es mit den anderen Personen, zu denen ich nie eine richtige Verbindung aufbauen konnte, sodass sie mir gar nicht die Möglichkeit gegeben haben, in ihre Geschichte und ihre Gründe für das, was sie tun, eintauchen zu können.

Dabei gefiel mir die Grundidee der Handlung und das Setting eigentlich gut. Natürlich ist ein abgelegenes schottisches Herrenhaus jetzt nichts Neues als Handlungsort für einen Krimi, aber hier fand ich es sehr passend. Dennoch hatte ich manchmal das Gefühl, dass mir trotz Tonis Karte der Überblick fehlte. Das hätte mich nicht so sehr gestört, wenn die Geschichte nicht so überladen mit Elementen gewesen wäre, die alle für sich oder auch in gewisser Kombination miteinander interessant gewesen wären, aber sich hier vielleicht ein bisschen zu sehr überlagert haben. Außerdem fand ich zumindest einige der Handlungsstränge doch sehr vorhersehbar, sodass ich schon früh eine recht gute Vorstellung davon hatte, was passiert sein könnte. Das hat mich nur bedingt gestört, aber leider auch nicht dafür gesorgt, dass ich die Geschichte unbedingt durchlesen wollte.

Alles in allem habe ich wahrscheinlich einfach zu viel von dem Buch erwartet. Ich mochte zwar die Idee wirklich gerne, aber für mich waren es zu viele ‚klassische Krimi Elemente', die zusammengefügt wurden und sich dadurch zu sehr überlagert haben. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, sich auf weniger davon zu beschränken, zumal es die Personen und der Schreibstil auch nicht so richtig geschafft haben, mich für sich einzunehmen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Leider nicht immer ganz schlüssig

Bachelorette Party
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Beim Cover des Buches bin ich zwiegespalten. Man erkennt zwar direkt, um welches Genre es sich handelt, aber ich fand es dennoch nicht wirklich zum Setting des Buches passend. Ich hätte es vermutlich passender ...

Beim Cover des Buches bin ich zwiegespalten. Man erkennt zwar direkt, um welches Genre es sich handelt, aber ich fand es dennoch nicht wirklich zum Setting des Buches passend. Ich hätte es vermutlich passender gefunden, wenn die Kargheit und die Abgeschiedenheit der Schäreninsel im Vordergrund gestanden hätte. Diese spielt eine nicht unwichtige Rolle im Buch und die Darstellung der Umgebung hier wirkt ein bisschen zu klischeehaft.

Die Story hat mich allerdings direkt gereizt: Annelieses Bachelorette Party soll eigentlich ein entspanntes Yoga-Wochenende auf einer abgelegenen Schäreninsel mit viel Wein und guten Gesprächen werden. Doch die Podcasterin Tessa ist aus einem anderen Grund mitgekommen. Vor zehn Jahren verschwanden vier junge Frauen auf einem Ausflug und sie vermutet, dass sie sich auf genau dieser Insel zuletzt aufgehalten haben. Sie versucht herauszufinden, was damals wirklich passiert ist, doch dann treibt ihr Boot aufs Meer hinaus und die Frauen sitzen auf der Insel fest. Plötzlich scheinen sich lange zurückgehaltene Konflikte und Feindschaften zu entladen und als eine Leiche gefunden wird, ist klar, dass jemand Rache für etwas nehmen will, das vor zehn Jahren passiert ist.

Ich mochte auch schon die vorherigen Bücher von Camilla Sten und wollte deswegen auch dieses unbedingt lesen und auch wenn es mich nicht komplett überzeugen konnte, war es dennoch gut zu lesen. Der Schreibstil ist leicht und fließend, sodass ich nach leichten Anfangsschwierigkeiten das Buch wirklich schnell durchlesen konnte.

Die Story fand ich grundsätzlich auch sehr vielversprechend. Natürlich ist es nicht neu, dass eine Gruppe von Freunden, die sich zum Teil von früher kennen, auf einer einsamen Insel zusammenkommt und dort dann alte Geheimnisse ans Licht kommen. Deswegen hatte ich auch hier schon früh eine ungefähre Vorstellung davon, was passiert sein könnte und welche Geheimnisse die einzelnen Personen haben könnten. Es gab am Ende noch erstaunlich viele Punkte, die ich so niemals erraten hätte, aber ich fand ehrlich gesagt auch nicht alle Handlungsstränge komplett glaubwürdig.

Das lag vermutlich vor allem daran, dass ich nie so richtig das Gefühl hatte, die Charaktere richtig greifen konnte. Am leichtesten fiel es mir noch bei Tessa, deren Verzweiflung nach dem Scheitern ihres Podcasts nahezu spürbar ist. Ich konnte verstehen, wie schlimm es gewesen sein muss, etwas aufzugeben, das man liebt und in dem man gut ist, weil man einen schrecklichen Fehler gemacht hat. Ich konnte deswegen komplett verstehen, dass sie versuchen will, auf der Insel herauszufinden, was damals passiert ist. Aber dadurch, dass sie eine Art Außenseiterin in der Freundesgruppe ist, hatte ich nie das Gefühl, die anderen richtig kennenlernen zu können. Ich habe sie immer wieder verwechselt und war dann ein bisschen verwirrt, wer jetzt noch einmal wer ist und wer wen woher kennt. Ich hatte deswegen meine Schwierigkeiten damit, mitzurätseln, was genau damals passiert ist.

Alles in allem ist das Buch durchaus unterhaltsam und der Schreibstil wirklich gelungen, aber so richtig fesseln konnte es mich nicht. Ich fand nicht alle Handlungsstränge nachvollziehbar und hatte immer wieder Probleme, die Charaktere so richtig verstehen zu können, was dafür sorgt, dass mir ein bisschen der Sog fehlt, das Buch unbedingt weiterlesen zu wollen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Tolle Idee, aber keine spannende Umsetzung

The House Witch 1
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Die Gestaltung des Buches gefällt mir richtig gut. Die gesamte Darstellung der Küche wirkt mit den warmen-ruhigen Farben ungemein cozy und passt perfekt dazu, wie sich Finns Küche anfühlen könnte. Außerdem ...

Die Gestaltung des Buches gefällt mir richtig gut. Die gesamte Darstellung der Küche wirkt mit den warmen-ruhigen Farben ungemein cozy und passt perfekt dazu, wie sich Finns Küche anfühlen könnte. Außerdem sind die kleinen Details wirklich toll gestaltet, weil sie Hinweise auf die Geschichte geben, ohne zu viel zu verraten.

Die Geschichte als solche fand ich ebenfalls vielversprechend: Als Finlay Ashowan die Stelle als königlicher Koch am Hof von König Norman von Daxaria annimmt, ahnt noch niemand, welche großen Veränderungen damit einhergehen. Denn Fin ist nicht nur ein begnadeter Küchenchef, sondern obendrein eine Haushexe mit magischen Fähigkeiten, die nicht nur für die Sicherheit der Küche sorgen, sondern nach und nach das gesamte Schloss schützen. Während Derexia am Rande eines Krieges mit dem mächtigen Nachbarland steht, muss Fin aggressive Magier, arrogante Ritter und verstörte Küchenhilfen managen. Doch je größer die Bedrohungen für das Reich werden, desto tiefer wird er in das Netz der Intrigen hineingezogen und muss bald seine sichere Küche verlassen, um die zu schützen, die ihm wichtig sind.

Ich war wirklich gespannt auf die Geschichte, weil die Voraussetzungen so anders erschienen und die Idee von Küchenmagie einen so cozy Vibe hatte. Allerdings konnte mich das Buch leider so gar nicht überzeugen. Das liegt auch am Schreibstil. Zu Beginn fand ich ihn vor allem ungewöhnlich und zum Teil ein wenig umständlich, mochte aber den Humor und habe deswegen auch weitergelesen. Allerdings wurde es mit zunehmendem Verlauf der Geschichte nicht einfacher, der Geschichte zu folgen, weil der Humor wirklich oft ins Alberne abdriftet und mich die Erzählperspektive zunehmend verwirrt hat. Ich habe schon lange kein Buch mehr mit einem omnipräsenten Erzähler gelesen und fand es hier auch immer irritierend, weil man zwar teilweise einen Einblick in alle Personen (und hin und wieder in die Katze Kraken) bekommt, aber man gleichzeitig das Gefühl hat, nie alles zu erfahren. Es hat mich jedes Mal wieder leicht aus der Richtung gebracht, wenn sich mitten im Kapitel die Perspektive verschoben hat und ich mich wieder neu orientieren musste.

Die Story als solche hatte wirklich viel Potenzial. Ich habe mich echt darauf gefreut, zusammen mit Fin in der Küche zu kochen und dabei fast schon zufällig auf Geheimnisse und Intrigen zu stoßen, doch nach einem etwas unruhigen, manchmal fast schon gehetzten Auftakt passiert erstaunlich wenig, besonders dafür dass das Buch mehr als 600 Seiten hat. Ich hätte gar nichts dagegen gehabt, wenn sich die Geschichte langsam entwickelt und man nach und nach mehr über die Personen im Schloss erfährt. Aber irgendwie passieren immer wieder kleinere Dinge, die aber oft keinerlei weitere Relevanz haben und die Story nicht wirklich voranbringen, während immer wieder drohende Krieg im Hintergrund schwelt.

Leider sind mir auch die Charaktere nicht wirklich ans Herz gewachsen. Ich mochte Fin zwar durchaus und fand seine Kräfte als Haushexe auch wirklich spannend, aber ich fand nicht alle seiner Handlungen wirklich logisch. Ich hatte immer wieder das Gefühl, ihn jetzt verstehen zu können und dann handelt er doch wieder anders, ich erwartet habe. Ich war auch kein großer Fan davon, dass er oft wenig Selbstbeherrschung hat und sich den höhergestellten Personen zum Teil wirklich respektlos verhalten hat. Ich habe nicht wirklich verstanden, warum er unbedingt am königlichen Hof arbeiten wollte, wenn er sich nicht zumindest ein bisschen in das vorhandene System halten will. Auch die anderen Charaktere konnte ich nie so richtig greifen, manche blieben recht oberflächlich, manche konnte ich lange nicht einschätzen und manche mochte ich schlicht einfach nicht, obwohl sie keine unsympathische Charaktere sein sollten. Vielleicht gab es einfach mit einem Schlag zu viele neue Charaktere und ich hatte nicht genügend Zeit, sie wirklich einschätzen zu können. Die einzige herausstechende Ausnahme ist vermutlich Prinz Eric, den ich wirklich toll fand. Endlich hatte man mal kein verzogenes, arrogantes Prinzlein, sondern ein neugieriges, höfliches, extrem liebenswertes Kind, dem seine zukünftigen Untertanen und sein Reich nicht egal ist. Er war einfach jedes Mal ein kleines Highlight und ich habe mich gefreut, ihn zusammen mit Kraken zu erleben.

Alles in allem hatte das Buch so viel Potenzial und das Setting gefiel mir auch außerordentlich gut, aber es konnte mich leider trotzdem nicht wirklich überzeugen. Das liegt vor allem daran, dass ich weder mit der Erzählart noch mit den Charakteren warm werden konnte und nie das Gefühl hatte, die Story so richtig zu durchschauen oder erkennen zu können, wohin sie eigentlich führen wird. Ich sehe zwar das Potenzial des Buches, aber ich werde einen zweiten Teil nicht lesen, dafür konnte ich mich zu wenig mit der Geschichte und der Welt anfreunden.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Cozy Lovestory

First-Time Caller
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Das Cover gefällt mir wirklich gut, weil es den Vibe des Buches einfach perfekt einfängt. Die Farben in dem hellen Rosa und Pfirsich geben einen guten Eindruck, wie sich das gesamte Buch anfühlt und die ...

Das Cover gefällt mir wirklich gut, weil es den Vibe des Buches einfach perfekt einfängt. Die Farben in dem hellen Rosa und Pfirsich geben einen guten Eindruck, wie sich das gesamte Buch anfühlt und die Darstellung von Aiden und Lucie entspricht schon sehr meiner Vorstellung von ihnen.

Die Story fand ich ebenfalls reizvoll: Aiden Valentine, der Host der Late-Night Radiosendung Heartstrings, hat den Glauben an die Liebe verloren. Dabei hilft es nicht, dass er jede Nacht Menschen bei belanglosen Liebesproblemen helfen muss. Doch dann meldet sich eines Abends die 12-jährige Maya, die um Dating Tipps für ihre Mutter bittet. Doch Lucie überrascht sie dabei und geht selbst ans Telefon. Spontan schüttet sie Aiden ihr Herz aus und erzählt, dass sie endlich wieder Magie in einer Beziehung fühlen möchte. Als das Gespräch viral geht, sieht die Besitzerin des Radiosenders eine Chance, um die stagnierenden Hörerzahlen zu erhöhen und lädt Lucie in Aidens Sendung ein. Zusammen sollen die beiden jemanden suchen, der die Magie in ihr Leben zurückbringen kann. Doch je mehr Zeit sie in der engen Kabine verbringen, desto näher kommen sich die beiden und Lucie fragt sich, ob die Liebe nicht näher ist, als er erwartet.

Ich habe schon sehr viel Positives über das Buch gehört und wollte das Buch deswegen unbedingt selbst lesen. Ich hatte allerdings wahrscheinlich gerade deswegen ein bisschen zu hohe Erwartungshaltung und habe meine Zeit gebraucht, um in die Geschichte zu finden. Das liegt auch an dem Schreibstil. Ich musste mich wirklich daran gewöhnen, wie das Buch geschrieben ist. Das bedeutet nicht, dass ich ihn nicht mochte, aber er ist ungewohnt und wirkt zu Beginn manchmal ein wenig holprig. Nachdem ich aber ein besseres Gefühl für die Geschichte bekommen habe, konnte ich das Buch wirklich gut durchlesen.

Die Charaktere habe ich hingegen ziemlich schnell in mein Herz geschlossen. Es wird ziemlich schnell deutlich, dass Aiden ein guter Kerl ist, auch wenn er sich selbst was anderes einredet. Ich habe es geliebt zu sehen, wie aufmerksam er Lucie, aber auch ihrer Familie gegenüber ist. Ich konnte sehr gut verstehen, dass er damit auch ihr Herz gewinnen konnte. Ich fand zwar nicht immer gut, dass er seine Gefühle und Emotionen schwer in Worte fassen konnte, was für einen Radiomoderator, der eine Show zum Thema Liebe moderiert, doch ein wenig ungewöhnlich ist, aber ich konnte seine Gründe dennoch nachvollziehen und war froh, dass er versucht hat, besser darin zu werden. Lucies rundum positive Art hat es mir da etwas leichter gemacht, sie ins Herz zu schließen. Sie ist einfach ein guter Mensch und will das Beste für alle in ihrem Umfeld, sodass sie selbst fast immer zu kurz kommt. Ich kann diese Einstellung wirklich gut verstehen, es hat mich aber ab einem gewissen Zeitpunkt ein bisschen frustriert, weil ich das Gefühl hatte, dass sie sich nie wirklich für sich einsetzt und nicht erkennen kann, dass sie es wert ist. Die Dynamiken in ihrem Umfeld mochte ich hingegen extrem gerne. Ich habe geliebt, wie nahe sie dem Vater ihrer Tochter und dessen Ehemann steht, aber auch wie gut die Beziehung zu ihren Arbeitskollegen in der Werkstatt ist. Ich hatte, als ich erfahren habe, dass sie als Mechanikerin arbeitet, zunächst Angst, dass sie dort mit Diskriminierung konfrontiert sein könnte, aber die Männer kümmern sich um sie, während sie sie gleichzeitig dennoch komplett ernstnehmen und als Mechanikerin akzeptieren.

Allgemein lebt das Buch vor allem von dem cozy Vibe und weniger von der Spannung der Story. Das finde ich auch grundsätzlich vollkommen in Ordnung, aber mich konnte die Geschichte einfach nicht so richtig fesseln. Mir war ziemlich klar, was passieren wird und wie der weitere Verlauf des Buches ist, sodass mir einfach so ein bisschen der Sog fehlte, um die Geschichte in einem Zug durchlesen zu können. Es hat mich zwar durchaus unterhalten, aber ich habe wegen der positiven Rezensionen zu dem Buch wahrscheinlich einfach zu viel erwartet.

Alles in allem habe ich das Buch wirklich gerne gelesen und die cozy Vibes genossen, zumal ich die Charaktere wirklich in mein Herz geschlossen habe. Allerdings habe ich vermutlich einfach zu viel erwartet, sodass mich die Geschichte nicht so sehr in ihren Bann ziehen konnte, wie ich erwartet habe.

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