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Veröffentlicht am 26.07.2021

Eine Geschichte, die viel will, aber nichts so richtig kann

Die Verlorenen
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Das Cover des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Es spiegelt in den Schwarz-Weißtönen und der Abbildung es heruntergekommen Lagerhauses perfekt die bedrückende Atmosphäre des Buches wider.

Die Story ...

Das Cover des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Es spiegelt in den Schwarz-Weißtönen und der Abbildung es heruntergekommen Lagerhauses perfekt die bedrückende Atmosphäre des Buches wider.

Die Story klang zunächst einmal vielversprechend: Jonah Colley bekommt, während er noch mit den seinen Kollegen der Spezialeinheit zusammensitzt, einen Anruf von seinem alten Freund Gavin. Dieser ist ebenfalls Polizist, aber Jonah hat schon seit mehr als zehn Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm, genauso lange wie Jonahs Sohn Theo verschwunden ist. Dennoch macht er sich auf den Weg zum Slaughter Quay, um Gavin zu treffen. Doch als er dort eintrifft, ist Gavin tot und Jonah findet noch drei weitere Körper vor. Ein Mädchen ist noch am Leben, doch bevor Jonah sie retten kann, wird er angegriffen und erleidet schwere Verletzungen, obwohl er es schafft, den Angreifer abzuwehren. Als der Polizist im Krankenhaus erwacht, erfährt er, dass Gavins Leiche verschwunden ist und er selbst unter Verdacht steht…

Ich habe mich ziemlich auf dieses Buch gefreut, weil ich vor allem die David-Hunter-Reihe, aber auch die anderen Thriller von Simon Beckett regelmäßig verschlungen habe und fast erwartet habe, dass es mir mit diesem Buch ebenso gehen würde, aber ich wurde leider ziemlich enttäuscht. Der Schreibstil ist auch hier gewohnt gut. Man wird vor allem zu Beginn wirklich in die Geschichte gezogen und möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht, aber leider rettet auch das dies die Story im Gesamten nicht.

Das fängt schon mit den Charakteren an. Zunächst mochte ich Jonah Colley noch recht gerne und er tat mir vor allem wegen des Verschwindens seines Sohnes wirklich leid, aber mit zunehmendem Verlauf der Story konnte ich immer nur den Kopf über ihn schütteln. Er verhält sich einfach selten dämlich, egal, was er tut. Dauernd wird er verprügelt, in Fallen gelockt und vernichtet dabei noch fleißig Spuren, egal wohin er geht. Man sollte meinen ein Polizist einer Eliteeinheit sollte besser wissen, wie man zu ermitteln hat, um herauszufinden, wer seinen ehemals besten Freund getötet hat. Ich habe echt dauernd nur noch die Augen verdreht, wenn Jonah mal wieder vollkommen bescheuert gehandelt hat und das waren nicht wenige Anlässe. Auch die anderen Charaktere bleiben extrem blass. Man hätte die ein oder andere Figur wirklich wunderbar als ‚Sidekick‘ von Jonah einführen können, doch es wird sich so auf die (teilweise absurde) Handlung fokussiert, dass überhaupt kein Platz für die Ausarbeitung anderer Charaktere bleibt. Dadurch wirken die Figuren alle irgendwie hohl, wie Figuren ohne Gesicht und Geschichte.

Auch die Story schafft es so gar nicht, mich zu überzeugen. Den Beginn fand ich noch recht spannend. Ein dunkler Lagerraum, zu dem Jonah kommt, um seinen Kumpel zu treffen, nur um ihn und noch drei andere ermordet aufzufinden. Ich wollte unbedingt wissen, was und natürlich vor allem wer dahintersteckt. Doch die Ermittlungen drehen sich immer wieder vor allem um Gavin und Theos Verschwinden. Die anderen Ermordeten spielen eine sehr untergeordnete Rolle, was mich mit zunehmendem Verlauf echt aufgeregt hat. Zudem fragt man sich immer mehr, ob Jonah überhaupt jemals gelernt hat, was Ermittlungsarbeit bedeutet. Er befragt niemanden, stellt keine Recherchen an und tritt nicht einmal mit seinen Kollegen in Kontakt, nur um immer wieder in dämliche Fallen verschiedener Menschen zu rennen.

Alles in allem bin ich echt sauer, nachdem ich das Buch beendet habe und frage mich, ob das wirklich der Simon Beckett geschrieben hat, der mich mit den David-Hunter-Büchern so begeistert hat. Der Schreibstil ist durchaus nicht schlecht, kann die undurchdachte Geschichte aber auch nicht retten. Die Figuren bleiben bloße Namen anstatt zu Charakteren zu wachsen und der Hauptermittler stellt sich selten dämlich an. Das Ende war zugegeben überraschend, aber genauso unlogisch wie der Rest des Falles.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2021

Leider nicht so traumhaft wie erwartet

The Brooklyn Years - Wovon wir träumen
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Das Cover der Print-Ausgabe gefällt mir auch bei diesem Buch von Sarina Bowen wieder deutlich besser als das des eBooks. Ich mag, wie perfekt die dargestellte Eisfläche subtil auf den Inhalt des Buches ...

Das Cover der Print-Ausgabe gefällt mir auch bei diesem Buch von Sarina Bowen wieder deutlich besser als das des eBooks. Ich mag, wie perfekt die dargestellte Eisfläche subtil auf den Inhalt des Buches verweist, ohne dabei zu kitschig zu wirken. Das trifft für das Cover für das eBook leider nicht zu. Zwar passt der dargestellte Mann recht gut zu meiner Vorstellung von Nate, ich finde es aber einfach unnötig, halbnackte Typen auf das Cover zu packen.

Auf die Story habe ich mich schon seit Beginn der Reihe gefreut: Rebecca Rowley kennt den Milliardär Nate Kattenberger noch aus der Zeit, als er ein Computer-Genie mit einem kleinen Unternehmen war und arbeitet auch sieben Jahre später noch für ihn. Während all dieser Zeit gab es zwischen den beiden immer eine unausgesprochene Anziehungskraft, selbst dann noch als Nate Becca aus seinem Büro in Manhattan nach Brooklyn zu seinem Eishockey-Team versetzt wird. Doch als sie sich verletzt und für kurze Zeit bei ihm einzieht, lässt sich das Prickeln zwischen ihnen nicht mehr verheimlichen, doch zwischen ihnen gibt es zu viele Unterschiede als, dass sie zusammenpassen könnten oder?

Ich war unglaublich gespannt auf diese Geschichte, weil ich Becca und Nate ab dem ersten Band in mein Herz geschlossen hatte und darauf gehofft habe, dass die beiden endlich ihr Happy End bekommen würde, leider hat mich dieses Buch ebenso wenig begeistern können wie der dritte Band, wenn auch aus anderen Gründen. Der Schreibstil des Buches ist aber dennoch gewohnt gut. Man wird direkt ab den ersten Seiten in die Geschichte gezogen und fliegt förmlich durch due Geschichte. Dadurch habe ich auch diese Story innerhalb kürzester Zeit durchgelesen und förmlich verschlungen, obwohl sie mich als solche nicht so ganz überzeugen konnte.

Mein größtes Problem mit der Geschichte war vermutlich, dass sie sehr parallel zu der Geschichte von Mike und Lauren läuft. Dadurch hat man im vorherigen Band schon einige Andeutungen mitbekommen und wusste hier schon einige Punkte, die die Geschichte erreichen wird. Ich habe teilweise einfach nur darauf gewartet, dass man den ein oder anderen Meilenstein der Liebesgeschichte zwischen den beiden erreicht. Das hat mich ehrlich gesagt, extrem gestört und immer wieder geärgert. Natürlich ist schon am Anfang klar, wie das Buch in etwa ausgehen wird und das stört mich grundsätzlich auch nicht, aber hier kennt man auch schon kleine, aber dennoch einige markante Punkte auf dem Weg in eine Beziehung, sodass keine wirkliche Spannung aufgebaut wird.

Zudem wurde ich mit Becca nicht so richtig warm. Ich mochte sie in allen anderen Teilen unglaublich gerne und sie war von Beginn an einer meiner Lieblingscharaktere, aber in diesem Buch fiel es mir schwer, sie so richtig zu verstehen. Sie ist natürlich durch ihre Verletzung nicht in Topform und es geht ihr selten wirklich gut, aber mir haben ihre typische Entschlusskraft und ihr Witz gefehlt. Sie wirkte einfach wie ein Schatten der Person, die sie in den anderen Bänden war. Hier wäre es vielleicht sinnvoll die Geschichte schon etwas früher zu beginnen, damit man bei ihrem Sturz auch dabei ist, vor allem aber erlebt, wie sehr sie sich dadurch verändert. Ich glaube, dass es mir dann deutlich leichter gefallen wäre, auch in diesem Buch mit ihr mitzufiebern. Bei Nate fiel mir das leichter, aber ich hätte es dennoch besser gefunden, wenn er noch mehr Nerd als vielmehr heißer Milliardär gewesen wäre. Ich hätte es durchaus gemocht, wenn er seine Gefühle für Becca erst durch das Zusammenleben mit ihr wirklich wahrgenommen hätte, einfach weil er immer anderes im Kopf hat. Das stört mich allerdings weniger als die Veränderung von Becca im Vergleich zu den anderen Bänden.

Alles in allem hat mich das Buch ebenso wie der vorherige Band enttäuscht. Ich hatte mich schon sehr auf die Geschichte von Nate und Becca gefreut und fand es super schade, dass man vieles schon durch den dritten Band wusste. Zudem hat es vor allem Becca nicht geschafft, mich so richtig abzuholen, sodass mich das Buch zwar unterhalten, aber nicht überzeugt hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2021

Solider Krimi, der mich leider nicht wirklich packen konnte

Der Sucher
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Das Cover des Buches gefällt mir durchaus. Die abgebildete Landschaft passt hervorragend zu der Umgebung, wie sie im Buch geschildert wird und wirkt durch die dunklen Wolken so unterschwellig bedrohlich, ...

Das Cover des Buches gefällt mir durchaus. Die abgebildete Landschaft passt hervorragend zu der Umgebung, wie sie im Buch geschildert wird und wirkt durch die dunklen Wolken so unterschwellig bedrohlich, wie auch die Stimmung während der gesamten Handlung ist.

Die Story klang erst einmal vielversprechend: Cal Hooper zieht nach der Trennung von seiner Frau Donna und seinem Ausstieg aus dem Polizeidienst in den kleinen Ort Ardnakelty in Irland. Dort versucht er ein altes Farmhaus zu restaurieren. Die Einwohner und vor allem sein Nachbar Mart empfangen ihn freundlich und Cal fügt sich gut in seine neue Heimat ein. Doch dann erscheint plötzlich Trey vor seinem Haus. Das Kind setzt mit seinem Anliegen eine Lawine in Gang, der sich auch Cal nicht entziehen kann und während um ihn herum Schafe auf der Weide erstochen werden, muss sich der ehemalige Cop fragen, ob seine neue Heimat wirklich so friedlich ist, wie er gedacht hat…

Ich mag die Krimis über die Mordkommission Dublin von Tana French eigentlich sehr gerne, weil sie es immer wieder schafft, mich mit ihrer Handlung zu überraschen und mit ihrem Schreibstil zu begeistern. Dieser Einzelband konnte mich aber nicht so ganz überzeugen. Das liegt allerdings weniger am Schreibstil. Dieser ist gewohnt gut, wenn auch sehr anspruchsvoll. Deswegen habe ich am Anfang auch eine ganze Zeit gebraucht, um so wirklich in die Geschichte zu kommen. Wenn man aber erst einmal wieder daran gewöhnt hat, wie dieses Buch geschrieben ist, bin ich dann doch durch die Geschichte geflogen und wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht.

Diese hat mich nicht vollkommen überzeugen können, vielleicht auch weil ich ein bisschen was Anderes erwartet habe. An sich ist es ja nichts Neues, dass ein aus dem Dienst ausgeschiedener Polizist sich irgendwohin zurückzieht und dann dort Fälle löst, aber dennoch hat es für mich wirklich lange gedauert bis ich absehen konnte, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Das hätte das Ganze spannend machen können, hat für mich aber leider nicht funktioniert. Ich konnte keinerlei Zugang zu den Charakteren finden und auch der Ort an sich blieb mir irgendwie fremd. Ich hatte das Gefühl, immer nur Fragmente der Geschichte und der Charaktere zu sehen zu bekommen, nie aber das gesamte Bild. Vielleicht auch dadurch hatte die Geschichte einige Längen und mir fehlte so ein bisschen der Drang, das Buch unbedingt durchlesen zu wollen. Das heißt nicht, dass ich es super langweilig fand, ich wollte durchaus wissen, wie die Geschichte ausgeht und ob Cal Trey helfen kann, aber es war nicht so, dass ich das Buch unbedingt durchlesen musste.

Alles in allem mag ich den Schreibstil von Tana French nach kurzer Gewöhnungsphase auch hier wieder sehr gerne, auch wenn er durchaus anspruchsvoll ist und man dem Buch so sehr aufmerksam lesen muss und es nicht einfach so nebenbei durchlesen kann. Die Geschichte als solche konnte mich aber leider nicht so richtig überzeugen, dafür hatte sie zu viele Längen und für mich war zu lange nicht klar, in welche Richtung es gehen wird, was es mir schwer gemacht hat, mich so richtig darauf einzulassen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.07.2021

Wunderschöne, emotionale Geschichte

Be My Tomorrow
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Das Cover ist wirklich hervorragend gelungen. Ich mag die Farbkombination aus hellem und dunklem Lila zusammen mit Glitzerpartikeln und der Andeutung einer stilisierten Feder. Das alles passt auf eine ...

Das Cover ist wirklich hervorragend gelungen. Ich mag die Farbkombination aus hellem und dunklem Lila zusammen mit Glitzerpartikeln und der Andeutung einer stilisierten Feder. Das alles passt auf eine bestimmte Art und Weise perfekt zur Liebesgeschichte von Zelda und Beckett.

Die Story gefällt mir ebenfalls ausgezeichnet: Zelda Rossi hat all ihren Mut zusammengenommen und ihren Job in einem Tattoostudio in Las Vegas aufgegeben, um in New York ihre Graphic Novel zu veröffentlichen. Doch diese wird von jedem Verlag abgelehnt, in dem sie die vorstellt. Verzweifelt geht sie in einem italienischen Restaurant essen und wird dort mit schmerzlichen Erinnerungen überwältig. Aufgewühlt trifft sie auf Beckett Copeland, der in dem Restaurant als Tellerwäscher arbeitet und überredet ihn, sie als Mitbewohnerin mit in seine kleine Wohnung zu nehmen, damit so noch länger in der Stadt bleiben kann, um ihre Novel zu überarbeiten. Widerwillig stimmt Beckett zu, schließlich braucht er dringend Geld, doch auch seine Vergangenheit war alles andere als einfach und als sich die beiden näherkommen, müssen sie sich entscheiden, ob sie die Schmerzen der Vergangenheit hinter sich lassen können…

Ich liebe den Schreibstil von Emma Scott und auch dieses Buch bildet dabei keine Ausnahme. Man taucht schon nach den ersten Sätzen vollkommen in die Geschichte ab und merkt dabei gar nicht, wie die Seiten verfliegen. Man wird vollkommen in die Geschichte gezogen und fiebert mit den Protagonisten mit. Zudem sind die kurzen Ausschnitte aus Zeldas Graphic Novel vor jedem Teil des Buches perfekt gewählt, einfach weil sie zum einen die Geschichte auflockern und zum anderen einen guten Eindruck von ihrer Arbeit vermittelt wird.

Auch die Charaktere sind wunderbar gestaltet. Zelda wirkt trotz ihres Mutes, alle auf eine Karte zu setzten und ihre Graphic Novel in New York veröffentlichen zu lassen, häufig sehr unsicher, fast schon schüchtern. Dies liegt definitiv auch an ihrer Vergangenheit und den damit verbundenen Schuldgefühlen, die sie immer wieder zu erdrücken scheinen. Gerade deswegen fand ich sie noch stärker und ihren Weg noch viel beeindruckender, sie hätte auch einfach aufgeben können, aber sie kämpft immer wieder für ihren Traum, egal wie viele Rückschläge es gibt. Beckett wirkt erst einmal deutlich verschlossener, vielleicht sogar kalt, aber man merkt schnell, dass das so überhaupt nicht der Fall ist, sondern er vielmehr ein mitfühlender, aufopferungsvoller Mensch ist, auch wenn er das niemals so sagen würde. Ich habe mich in beide vor allem als Paar verliebt, weil sie so sehr aneinander glauben und sich in allem bedingungslos unterstützen. Ich fand das unglaublich toll zu sehen, weil sie niemals das eigene Interesse in den Vordergrund stellen, sondern es vor allem um die anderen geht. Das funktioniert tatsächlich vor allem in der Kombination von Zelda und Beckett, weil sie gegenseitig dafür sorgen, dass der andere nicht zu kurz kommt, bei jeder anderen Beziehung kann diese Selbstlosigkeit leicht ausgenutzt werden. Zudem gefällt mir, dass sowohl die Protagonisten als auch die Nebencharaktere keine perfekte Vergangenheit haben und dafür auch keine Ausreden gefunden werden, sondern es eben so ist wie es ist und man seine Vergangenheit nicht ändern kann, nur versuchen, sich selbst zu vergeben und nach Vergebung zu suchen.

Alles in allem habe ich das Buch wirklich verschlungen, hatte immer wieder Tränen in den Augen, weil es mich so sehr berührt hat und habe mich mit jeder Seite mehr in die Charaktere und ihre Geschichte verliebt. Mir ist das Ende eventuell eine Spur zu kitschig, aber das ist Kritik auf ganz hohem Niveau und ich freue mich schon riesig auf Darlenes Geschichte, die ich schon in diesem Buch ins Herz geschlossen habe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2021

Bittersüße Liebesgeschichte

Im Herzen so nah
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Das Cover gefällt mir durchaus, auch wenn es nichts Besonderes ist. Es passt allerdings hervorragend zu den anderen Bänden der Autorin, sodass man sofort erkennt, um welche Bücher es sich handelt. Dennoch ...

Das Cover gefällt mir durchaus, auch wenn es nichts Besonderes ist. Es passt allerdings hervorragend zu den anderen Bänden der Autorin, sodass man sofort erkennt, um welche Bücher es sich handelt. Dennoch mag ich die farbliche Gestaltung nicht unbedingt, auch wenn die abgebildeten Figuren definitiv Nell und Van sein könnten.

Die Geschichte klang vielversprechend: Nell und Vian lernen sich mit fünf Jahren kennen, als ihre Eltern ein Paar werden und zusammen in das Cottage von Nells Vater ziehen. Auch wenn sie nur den Sommer bei ihrer zweiten Familie verbringt, werden die Kinder schnell zu besten Freunden und freuen sich über jeden Tag, den sie zusammen verbringen, doch dann zerreißt ein schrecklicher Schicksalsschlag die Familie. Plötzlich sind sie weiter voneinander entfernt als jemals zuvor und als sie sich wiedersehen ist alles anders. Plötzlich kribbelt es zwischen den beiden, doch ihre gemeinsame Zeit ist begrenzt und jeder muss zurück in sein Leben, doch vergessen können sie sich nicht.

Ich liebe die Bücher von Paige Toon einfach. Jedes Mal schafft sie es wieder, mich mit ihrem Schreibstil komplett in ihren Bann und die Geschichte zu ziehen, sodass die Seiten und die Zeit einfach dahinfliegen. Ich hätte das Buch ohne Probleme an einem Tag durchlesen können, einfach weil der Schreibstil so gelungen ist.
Auch die Charaktere mag ich eigentlich recht gerne, obwohl ich bei denen etwas länger gebraucht habe, um mit ihnen richtig mitzufiebern. Das liegt vielleicht auch ein bisschen daran, dass Nell und Vian zu Beginn erst fünf sind und sich natürlich dementsprechend verhalten, schwerer haben sie es mir aber eigentlich erst später gemacht. Vor allem Vians Entscheidungen und Emotionen konnte ich zu manchen Zeitpunkten nicht wirklich verstehen. Er ist vor allem als Teenager extrem verschlossen und wortkarg, sodass ich manchmal echt ein wenig genervt davon war, wie wenig er mit Nell und vor allem ihrem Vater gesprochen hat. Da besucht er sie extra und jeder gibt sich unglaubliche Mühe, dass er sich wohlfühlt und er redet nicht mit ihnen. Ich konnte es zwar aufgrund der ganzen Umstände durchaus verstehen, war aber ähnlich frustriert wie Nell selbst. Dadurch dass die Story aus ihrer Sicht erzählt wird und immer wieder fünf Jahre dazwischenliegen, habe ich manchmal ein wenig gebraucht, um mit beiden wieder warm zu werden. Dennoch hat mich die Geschichte teilweise wirklich emotional berührt, sodass ich mich echt zusammenreißen musste, um nicht weinen zu müssen. Dazu trägt auch Nells Art bei. Sie ist meistens ein unglaublich empathischer Mensch, der immer für die Menschen in ihrem Umfeld da ist und ihnen beisteht, selbst wenn diese eher ablehnend reagieren wie Vian das manchmal tut.

Die Story an sich gefällt mir recht gut, auch wenn sie nicht wirklich was Besonderes ist. Ähnlich Geschichten habe ich durchaus schon gelesen und sie erinnert mich ein wenig an Zwei an einem Tag, auch wenn das nicht unbedingt etwas Schlechtes ist. Ein größeres Problem habe ich mit dem Ende, das zwar irgendwie zur gesamten Geschichte und auch den Charakteren passt, mir aber dennoch nicht gefällt. Ich war irgendwie enttäuscht, was auch ein bisschen den Gesamteindruck des Buches beeinflusst hat. Es ist nicht so, dass ich das Ende furchtbar finde, aber ich habe mir etwas anderes erhofft, weil mich die Charaktere dann doch mehr beschäftigt habe, als ich das für möglich gehalten hätte.

Alles in allem mochte ich das Buch recht gerne und vor allem der tolle Schreibstil von Paige Toon führt dazu, dass ich die Geschichte innerhalb kürzester Zeit durchgelesen habe. Auch die Charaktere haben es trotz kleinerer Fehler geschafft, mich emotional in die Geschichte zu ziehen. Ich hadere allerdings noch immer ein wenig mit dem Ende von dem ich mir etwas Anderes erhofft hätte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere