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Veröffentlicht am 02.10.2021

Witziges, unterhaltsames Buch, das einem mit jeder Zeile mehr ans Herz wächst

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
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Das Cover und die gesamte Gestaltung des Buches sind wirklich überragend. Ich liebe, dass die Farbe des Covers eigentlich recht schlicht ist, aber die Muster und kleineren Darstellungen machen es spannend, ...

Das Cover und die gesamte Gestaltung des Buches sind wirklich überragend. Ich liebe, dass die Farbe des Covers eigentlich recht schlicht ist, aber die Muster und kleineren Darstellungen machen es spannend, sodass man bei jeder Betrachtung das Gefühl hat, Neues zu entdecken. Zudem finde ich die kleinen Anspielungen, die man durch die Abbildungen entdecken kann, vor allem nachdem ich das Buch gelesen habe, wirklich cool.

Auch die Geschichte mag ich auf den ersten Blick: Matilda Martin ist, seit sie denken kann, an Quinn von Arensburg verliebt, der ihr Nachbar ist und das obwohl er sie wahlweise als Zwiebacktütengesicht oder mit den Namen ihrer nervigen Cousine anspricht. Doch dann verunglückt er eines abends und wird dabei schwer verletzt. Da er vor seinem Unfall von unsichtbaren, fliegenden Wesen und riesigen Wölfen verfolgt wurde und ihm das niemand glaubt, droht er selbst daran zu glauben, verrückt zu sein, bis Matilda in seinem Zimmer steht. Sie unterstützt ihn dabei, herauszufinden, was passiert ist und glaubt ihm ab der ersten Minute bedingungslos, warum sonst hat sie massenweise Fantasyromane verschlungen? Nach und nach finden die beiden heraus, dass Quinn der Nachfahre eines Arkadiers ist, menschenartige Wesen, die in einer Parallelwelt leben, die sich der Saum nennt. Doch nicht alle finden die Nachforschungen der beiden gut und sie geraten in echte Gefahr…

Die Geschichte klingt nach einem durchschnittlichen Jugendfantasyroman, doch wer die Bücher von Kerstin Gier kennt, weiß, dass diese Geschichte viel mehr ist. Das liegt auch (vielleicht sogar vor allem) an ihrem unglaublichen Schreibstil. Ich bin jedes Mal aufs Neue verblüfft und begeistert, wie sie es schafft, mich ab der ersten Zeile vollkommen in das Buch zu ziehen und mich immer wieder zum Lachen zu bringen. Es gebt wenige Bücher, bei denen ich mir das Lachen in der Öffentlichkeit so sehr verkneifen muss, wie bei ihren Büchern, einfach weil viele Situationen so herrlich absurd geschildert werden oder die Charaktere einen so unterhaltsamen Humor haben.

Diese sind mir in dem Buch aber auch extrem ans Herz gewachsen. Quinn ist vor seinem Unfall ein bisschen arrogant, vielleicht sogar selbstgefällig, dennoch zögert er keine Sekunde, einem fremden Mädchen zur Hilfe zu eilen, das scheinbar bedroht wird. Schon das nimmt mich für ihn ein und ich mag ihn nach seinem Unfall ehrlich gesagt noch lieber, einfach weil er dann noch mehr erkennt, welche Menschen ihm wichtig sind und welche sich um ihn sorgen. Zudem mag ich, dass er seine neue Identität einfach so akzeptiert und selbst mit dem Unfall nicht so sehr hadert. Er hat natürlich immer wieder Tage, an denen er durch den Schwindel und das Humpeln extrem eingeschränkt ist, aber nachdem er erst einmal die Aufgabe hat, den Saum zu erforschen, wirkt unglaublich positiv, dass er seine Verletzungen überwinden kann. Auch Matilda habe ich schnell liebgewonnen, am Anfang vielleicht ein wenig aus Mitleid wegen ihrer wirklich anstrengenden Familie. Also wenn man solche Cousinen und Cousins hat, braucht man wirklich keine Feinde mehr, aber gerade deswegen sind Luise, Leopold und Mariechen vermutlich auch so unterhaltsam. Überhaupt sind die Nebencharaktere so unglaublich lebensnah beschrieben, dass man das Gefühl selbst zur Familie oder zumindest zur Nachbarschaft zu gehören, so gut lernt man sie kennen und lieben, manche allerdings mehr als andere.

Die Story als solche ist nicht besonders innovativ oder spannend und hat vielleicht sogar ein paar Schwächen, die mich aber erstaunlich wenig gestört haben. Ich fand es etwas schade, dass die Theorie des Saums zwar erklärt wird, man aber dafür echt wenig von dieser Welt erleben kann. Abgesehen von Quinns doch recht kurzem Abstecher spielt sich vieles in der uns bekannten Welt ab und so richtig habe ich die Regeln dieser neuen Welt noch immer nicht verstanden, aber um es mit Hyazinths Worten zu sagen, man sollte vielleicht einfach nicht zu genau darüber nachdenken. Diese Dinge haben mich während des Lesens auch nicht wirklich gestört, einfach weil ich nur so durch die Geschichte geflogen bin und mich das Buch trotzdem extrem gut unterhalten hat. Zudem bin ich mir sehr sicher, dass all dies im nächsten Teil eine viel größere Rolle spielen wird, auf den ich mich nicht zuletzt wegen des super gemeinen Endes echt freue und gar nicht weiß, wie ich bis nächstes Jahr warten soll.

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Veröffentlicht am 02.10.2021

Motivierendes Buch für jede Jahreszeit

Ein Buch, vier Jahreszeiten. Wohlfühlideen, Rezepte und Geschichten für ein ganzes Jahr
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Das Cover finde ich tatsächlich ziemlich süß. Es ist nicht so schlicht, wirkt dabei aber zum Glück auch nicht überladen, sondern eher edel, obwohl dort recht plakativ Bilder abgebildet sind, die stellvertretend ...

Das Cover finde ich tatsächlich ziemlich süß. Es ist nicht so schlicht, wirkt dabei aber zum Glück auch nicht überladen, sondern eher edel, obwohl dort recht plakativ Bilder abgebildet sind, die stellvertretend für die verschiedensten Jahreszeiten steht.

Das Buch als solches ist keine neue Idee, sondern greift vielmehr Dinge auf, die vermutlich jeder schon einmal gesehen oder vielleicht auch ausprobiert hat, dennoch gefiel mir das Konzept besser, als ich erwartet hätte. Für jeden Monat gibt ein ganzes Kapitel, das wiederum aus einer Vielzahl verschiedenster Unterthemen besteht.

Das Buch beginnt mit dem Frühling und einem Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff. Ich finde das ehrlich gesagt eine schöne Sache, die natürlich ebenfalls nicht neu ist, aber die Kombination aus schönen (fast schon instagrammäßigen) Bildern und klassischen, literarischen Texten passt erstaunlich gut, weil es eben nicht zu anspruchsvoll ist, dennoch durch ebenjene Texte auch nicht zu seicht wird. Ich mag diese Anordnung dieser verschiedenen Elemente recht gerne, weil mich natürlich bei Weitem nicht alles interessiert, man diejenige Thematik mit dem Umschlagen der Seite direkt hinter sich lassen kann. Dabei sind viele Themen, Rezepte oder Texte nicht neu, nicht einmal besonders innovativ, dennoch liefern einige Sachen dennoch neue Anregungen und motiviert einen, vielleicht doch etwas anderes auszuprobieren. Beim Frühling gibt es beispielsweise das Rezept zu Blütenbomben. Das ist natürlich etwas, das man mindestens vom Sehen kennt, als ich es aber hier in dem Buch gesehen habe, hatte ich direkt Lust, es selbst einmal im Frühling (der zugegebener Weise im Moment noch recht weit weg zu sein scheint) auszuprobieren. Auch die kleinen To Dos zu Beginn eines jeden Monats fand ich super, weil es eben einfach Anregung bietet, was man in den kommenden Monaten machen könnte und auf welche Dinge davon man wirklich Lust hätte. Nicht alles davon macht für einen persönlich natürlich Sinn, aber es macht teilweise mehr Lust auf die kommende Jahreszeit.

Alles in allem fand ich das Buch ebenso wie das Cover wirklich süß. Es macht Spaß sich die verschiedensten Themen zu den jeweiligen Jahreszeiten durchzulesen. Obwohl ich vieles schon kannte, motiviert die Art und Weise der Gestaltung doch das ein oder andere mal auszuprobieren.

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Veröffentlicht am 02.10.2021

Interessante Thematik, leider nicht überzeugend umgesetzt

Althea Gibson - Gegen alle Widerstände. Die Geschichte einer vergessenen Heldin
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Das Cover finde ich tendenziell gut gestaltet, immerhin zeigt es die Protagonistin dieses Romans und nach dem Lesen des Buches passt das Bild als solches zu der Person, die Althea Gibson zu sein scheint, ...

Das Cover finde ich tendenziell gut gestaltet, immerhin zeigt es die Protagonistin dieses Romans und nach dem Lesen des Buches passt das Bild als solches zu der Person, die Althea Gibson zu sein scheint, aber ich hätte es vermutlich besser gefunden, sie bei der Sache zu sehen, die sie bekannt gemacht hat: Beim Tennis spielen. Es gibt eines in dem Buch, das ich aus diesem Grund deutlich passender gefunden hätte, einfach weil sie mit Leib und Seele Sportlerin war und eben nicht die Vorkämpferin der Rechte für PoC (obwohl sie es durch ihren Erfolg dennoch geworden ist).

Den Inhalt des Buches fand ich auf den ersten Blick wirklich unglaublich spannend, einfach weil es jemandem eine Plattform bietet, der sie weder damals noch heute so bekommen hat, wie sie es verdient hätte (was vermutlich auch ihre persönliche Meinung ist). So richtig überzeugen konnte mich dieses Buch allerdings nicht. Das liegt auch an dem Schreibstil. Ich hatte an manchen Stellen das Gefühl, dass ein bisschen herablassend, ein wenig von oben herab über Althea berichtet wird, nur weil sie sich nicht so anpasst wie es von einer Frau erwartet wird. Ich mag mir das eingebildet habe, aber an einigen Stellen wird vielmehr ihr Verhalten denn ihr Sieg, ihre Niederlage oder ihr Spiel im Allgemeinen in den Fokus gestellt. Das wird auch immer durch Zitate ihrer Konkurrentinnen verdeutlicht, die immer wieder kritisieren, wie sich nach dem ein oder anderen Spiel verhalten hat. Auch die allgemeinen Beschreibungen der Tennisspiele fand ich nach einer gewissen Zeit recht redundant. Mir ist natürlich bewusst, dass sie Schilderungen diverser Spiele essenziell für das Buch und für Althea Gibson sind, aber oft wird nicht das Spiel als solches beschrieben, sondern teilweise nur Ergebnisse aufgezählt und was für ein Titel dadurch gewonnen oder nicht gewonnen wurde. Das fand ich ehrlich gesagt so mäßig spannend, vor allem weil ich eher wenig Bezug zum Tennis habe, da kann ich mit reinen Daten eher wenig anfangen und hätte die Schilderung der verschiedenen Schläge und Satzwechsel deutlich spannender gefunden.

Ich will natürlich auch wissen, wie sie als Person ist und nicht nur als Sportlerin, aber das dauernde Betonen, wie schlecht sie sich ihren Gegnerin gegenüber verhielt, ohne einmal die Gegenseite zu beleuchten, fand ich manchmal doch recht nervig. Dadurch hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, Althea Gibson auch nur einen Schritt näher zu kommen. Sie bleibt ein Schatten im Hintergrund, der niemals so in den Vordergrund tritt, wie sie es verdient hätte. Stattdessen kommen ihre Konkurrentinnen, eine Clique aus weißen Oberschichtsfrauen mit ihren Meinungen über die erste schwarze Tennisspielerin, gegen die sie spielten, zu Wort. Ich sage damit nicht, dass es nicht wichtig ist, den Zeitgeist und somit die Stimmen dieser Frauen einzufangen, aber ich bleibe dennoch dabei, dass ich es wichtiger gefunden hätte, einige Situationen aus Althea Gibsons eigener Sicht zu lesen und zu verstehen, warum sie auf die eine oder andere Art gehandelt hat. Das passiert aber erstaunlich selten.

Vielmehr steht ihre Freundin Angela Buxton im Fokus dieses Buches, mit ihr und ihrer Unterstützung für Althea beginnt auch dieses Buch. Ich finde ihre gemeinsame Geschichte und wie sie sich gegenseitig beeinflussen und vielleicht (oder wahrscheinlich) für die Entwicklung der Karriere der jeweils mitverantwortlich sind. Ich fand das super spannend, wie diese beiden Außenseiterinnen es schaffen, gemeinsam etwas gegen alle Widerstände zu erreichen, es ist in meinen Augen aber vollkommen falsch dieses Buch nur einer von ihnen zu widmen, während sie einander für ihren Erfolg brauchten. Beide mussten hart für ihren Erfolge arbeiten: Althea, die als Schwarze nicht in den Klubs der Weißen spielen durfte, während Angela als Jüdin ebenfalls aus diesen ausgeschlossen war. Ich hätte es deswegen nur allzu fair gefunden, wenn dieses Buch auch vom Titel her, beiden hätte gerecht werden können und nicht nur einer von ihnen, auch wenn ich natürlich verstehen, dass der Kampf den Althea um Anerkennung geführt hat, ungleich stärker war als Angelas.

Alles in allem fand ich die grundsätzliche Thematik des Buches durchaus interessant und absolut erzählenswert. Die Umsetzung konnte mich allerdings leider so gar nicht überzeugen: Zum einen ist mir die Art des Erzählens zu langweilig, selbst bei spannenden Matches war ich nicht gefesselt, sondern habe einfach auf den Ausgang gewartet, wenn das nicht sogar das einzige war, das genannt wurde, zum anderen fand ich, dass Althea nicht (alleine) im Mittelpunkt der Geschichte steht, obwohl der Titel anderes vermuten lässt. Das hätte mich an sich nicht gestört, aber ich finde es schwierig, wenn einer PoC, die in ihrem Leben nie die Anerkennung bekommen hat, die ihr zusteht, es auch verwehrt wird, die Hauptperson in ihrem eigenen Buch zu sein.

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Veröffentlicht am 26.09.2021

Durchaus gelungene Adaption des Klassikers

Der Sohn des Odysseus
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Das Cover finde ich wirklich gelungen und extrem passend für die Neuauflage des Klassikers. Mir gefällt zudem, dass die Farbwahl eher schlicht und edel denn auffällig wirkt, allerdings bin ich mir unsicher, ...

Das Cover finde ich wirklich gelungen und extrem passend für die Neuauflage des Klassikers. Mir gefällt zudem, dass die Farbwahl eher schlicht und edel denn auffällig wirkt, allerdings bin ich mir unsicher, ob das Buch als solches mir in einer Buchhandlung überhaupt ins Auge gesprungen wäre, weil die Aufmachung sich schon eher an einen Klassiker anlehnt und deswegen eventuell etwas altbacken wirken könnte. Die Illustrationen gehen in eine ähnliche Rolle, weil sie eher (zumindest unserer Vorstellung nach) antik angehaucht sind. Dennoch lockern sie die Kapitel sehr gekonnt auf.

Zum Inhalt muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden, weil den meisten die Geschichte des großen trojanischen Helden Odysseus und seiner anschließenden Irrfahrt zumindest in Auszügen bekannt ist, auch wenn sie hier aus der Sicht dessen Sohnes Telemachos erzählt wird. Dieser war erst ein Jahr alt, als sein Vater in den Krieg zog, um Helena, die Frau des Menelaos, zurückzuholen. Nach dem Ende des mehr als 10 Jahre andauernden Krieg wartet der Sohn ebenso wie dessen Mutter sehnsüchtig darauf, dass der König zur kleinen Insel Ithaka zurückkehrt, doch dies passiert nicht. Stattdessen müssen sich Telemachos und Königin Penelope mit penetranten Freiern auseinandersetzten, die die Königin heiraten wollen, um selbst König der Insel zu werden. Währenddessen hört der Junge immer wieder von den Heldentaten seines Vaters und beschließt irgendwann, sein Schicksal nun selbst in die Hand zu nehmen.

Ich habe die Odyssee tatsächlich bereits mehr als einmal gelesen und schon häufig gedacht, dass mich interessieren würde, wie das Leben des Telemachos ohne seinen Vater so verlaufen ist, immerhin hat er ihn gar nicht kennengelernt, steht aber dennoch ein Leben lang im Schatten des so gewitzten und klugen Helden. Dieses Buch gibt zumindest eine Idee davon, wie sein Leben hätte aussehen können und ich finde das Buch durchaus interessant, allerdings vielmehr in Bezug auf die Adaption des Originaltextes. Ich fand es spannend, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu finden und die Veränderungen, die sich dadurch auch bei den Charakteren ergeben, zu erkennen. Allerdings fand ich, dass es sich hierbei so richtig um eine moderne oder eine so richtig für Kinder geeignete Adaption handelt. Selbst die Art zu schreiben, orientiert sich eher an der Übersetzung der Odyssee als an modernen Texten. Das ist natürlich nichts Schlechtes, so hat man direkt das Gefühl, sich in einer mythologischen, vielleicht sogar historischen Geschichte zu befinden. Ich finde es aber besonders für die eher jüngere Zielgruppe durchaus schwierig, der Geschichte so folgen zu können. Auch die Charaktere machen es einem da nicht so leicht, weil sie wirklich eher mythologische Figuren und Helden bleiben, statt zu liebgewonnen Charakteren zu werden.

Alles in allem fand ich das Buch durchaus spannend, obwohl ich die Odyssee mehr als einmal gelesen habe und sich diese Geschichte recht nah daran bewegt, abzüglich der persönlichen Geschichte des Telemachos natürlich. Es handelt sich hierbei in meinen Augen vor allem um eine eher klassische Mythenadaption, was für mich interessant ist, aber für viele Kinder und Jugendliche als erster Zugang möglicherweise nicht ganz so spannend sein könnte, schon alleine, weil einen die vielen verschiedenen Charaktere und Handlungsabschnitte eher überfordert könnten.

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Veröffentlicht am 26.09.2021

Fantastische Geschichte, die einen mitreißt und bis zum Ende fesselt

Keeper of the Lost Cities - Der Aufbruch (Keeper of the Lost Cities 1)
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Das Cover finde ich recht gelungen, auch weil es ziemlich auffällig und sehr typisch für das Genre ist. Zudem mag ich, dass man durch das Cover schon einen recht guten Eindruck von den Figuren und der ...

Das Cover finde ich recht gelungen, auch weil es ziemlich auffällig und sehr typisch für das Genre ist. Zudem mag ich, dass man durch das Cover schon einen recht guten Eindruck von den Figuren und der Art der Handlung bekommt.

Die Story fand ich auf den ersten Blick durchaus interessant: Die zwölfjährige Sophie ist definitiv anders als andere Kinder in ihrem Alter. Sie hat nicht nur ein fotografisches Gedächtnis und ist deutlich intelligenter als Gleichaltrige, sondern hört auch seit einem Unfall die Gedanken ihrer Mitmenschen. Seitdem hat sie panische Angst jemand könnte ihr Geheimnis herausfinden, bis sie auf Fitz trifft, dessen Geist erstaunlich leer zu sein scheint. Von ihm erfährt sie, dass sie gar kein Mensch ist, sondern eine Elfe und ihre Fähigkeiten selbst in dieser magischen Welt etwas Besonderes sind. Von da an verändert sich Sophies Leben schlagartig, statt in der Menschenwelt eine Außenseiterin zu sein, besucht sie nun eine Elfenschule und findet neue Freunde. Doch ihre Vergangenheit lässt sie nicht los, warum haben ihre Eltern sie einfach in der Menschenwelt zurückgelassen und warum erinnert sie sich plötzlich an Dinge, die die gar nicht wissen kann…

Ich war absolut gespannt auf die Geschichte und obwohl mich Kleinigkeiten doch gestört haben, habe ich das Buch im Großen und Ganzen wirklich genossen. Das liegt auch an dem Schreibstil, der super angenehm und leicht ist. Selbst wenn ich an manchen Stellen aufgrund des Inhalts kurz gestockt habe, hat mich der Schreibstil wirklich mitgerissen und dafür gesorgt, dass ich besonders ab der Hälfte durch das Buch geflogen bin.

Mit der Geschichte hatte ich da hin und wieder schon mehr Probleme, nicht, dass ich die Story blöd gefunden hätte, absolut nicht, aber ich fand, dass man oft doch große Ähnlichkeiten zu Harry Potter finden konnte. Das ist grundsätzliches ja nichts Schlechtes, immerhin ist das noch immer eines meiner absoluten Lieblingsbücher, aber hier waren (zumindest für mich) dann doch eine Spur zu viele Details ähnlich, die man teilweise auch ohne Probleme hätte ändern oder weglassen können. Allerdings ist die Stimmung in dem Buch auch eine ähnliche und man fühlt sich auf der magischen Elfen-Schule direkt heimisch. Man hätte sich manchmal aber ein bisschen mehr Zeit für den Alltag von Sophie, Dex, Fitz und den anderen nehmen können, stattdessen jagt ein Ereignis das nächste und Sophie verletzt sich dauernd. Natürlich wird die Story dadurch auch nicht langweilig, ich bin aber ein großer Fan davon, die Figuren auch mal in ihrem Alltag erleben zu können und besonders, wenn die Geschichte an magischen Schulen spielen, bin ich gerne bei den Unterrichtsstunden oder dem Kennenlernen der neuen Traditionen dabei. Das kommt mir hier wirklich ein bisschen ein bisschen zu kurz, weil man durch diese Beschreibungen noch mal ein besseres Gefühl für die fantastische Welt hätte bekommen können.

Auch bei den Charakteren bin ich ein wenig zwiegespalten. Ich mag Sophie ab den ersten Seiten wirklich gerne und habe sie mit zunehmendem Verlauf der Geschichte auch immer mehr in mein Herz geschlossen, auch wenn sie mir manchmal ein bisschen zu perfekt ist und moralisch immer komplett einwandfrei handelt. Dennoch ist dieses Verhalten absolut nachvollziehbar, schließlich hat sie nie wirklich dazugehört und will jetzt, nachdem sie ihren Platz gefunden hat, diesen auf keinen Fall wieder verlieren. Vielleicht aber auch deswegen ist Dex, der sich immer wieder (teilweise fiese) Streiche ausdenkt, um der arroganten Stina eins auszuwischen und ein absolutes Ass in Alchemie ist. Ich mag, dass er immer bedingungslos für Sophie da ist und sie schon von Anfang an unterstützt, obwohl er sie zu diesem Zeitpunkt nicht einmal richtig kennt. Allerdings sind nicht alle Charaktere so gut und klar gezeichnet, vor allem Sophies Freunde aus der Schule bleiben für mich total blass und sind fast schon uninteressant. Ich hatte hier ein wenig das Gefühl, dass man ein paar zu viele Figuren, vor allem im Bezug auf die noch folgenden Bücher, eingebaut hat und wenig Zeit hatte, denen auch noch mehr Struktur als einen Namen zuzuweisen.

Alles in allem habe ich das Buch trotz aller Kritik wirklich gerne gelesen und ich finde sowohl den Schreibstil als auch die Gestaltung der Welt wirklich gelungen, auch wenn einiges doch an Harry Potter erinnert. Ich hoffe, dass die Autorin es schafft, in den nächsten Büchern noch ein bisschen mehr ihre eigene Stimme finden kann und sich etwas weniger inspirieren lässt. Ich will aber unbedingt wissen, wie es weitergeht und deswegen auf jeden Fall den nächsten Teil lesen, mal sehen, was ich danach dazu sagen kann.

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