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Veröffentlicht am 29.04.2025

Zwischen dunkler Begierde, Selbstfindung und Blutdurst.

A Dowry of Blood: Begehren. Obsession. Macht.
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Diesen Roman kann man nur schwerlich in Worte fassen, ist es doch eine Geschichte durch die Jahrhunderte, eine, in der Found-Family keine Gemütlichkeit ausstrahlt, sondern danach schreit, durchbrochen ...

Diesen Roman kann man nur schwerlich in Worte fassen, ist es doch eine Geschichte durch die Jahrhunderte, eine, in der Found-Family keine Gemütlichkeit ausstrahlt, sondern danach schreit, durchbrochen zu werden, in der Melancholie und Schwermut fließt; in der Hoffnung und Liebe in Kontrollsucht, Bedürftigkeit und Jähzorn verglühen. Leidenschaft, die in Obsession erstickt wird, Lebenslust, verschluckt von Toxic, Monotonie und Blutdurst.

𝐀 𝐃𝐨𝐰𝐫𝐲 𝐨𝐟 𝐁𝐥𝐨𝐨𝐝: 𝐁𝐞𝐠𝐞𝐡𝐫𝐞𝐧. 𝐎𝐛𝐬𝐞𝐬𝐬𝐢𝐨𝐧. 𝐌𝐚𝐜𝐡𝐭. ist ein Geständnis, ein Abschluss und eine Zusammenfassung von der – teilweise lückenhaften, verschwommenen – Zeit, die Constanta an der Seite ihres vermeintlichen Retters und Erlösers, ihres Wärters und Häschers verbrachte. Durch triste Töne, in eindringlichen Worten – gänzlich elegant – werden wir in ein glanzvolles Dasein gezogen, dessen Pracht schleichend einem Alptraum weicht, solcher, dem zu entkommen unmöglich scheint. Geprägt aus lockenden Versprechungen, verführerischen Lügen, grenzenlosem Wahn und einer nicht endenden Gier – nach Kontrolle, Wissen, Macht.
Dass es gerade Stolz und Gottkomplexe sind, die das Böse niederstrecken, die die fest verschlossenen Türen und zu engen Fesseln sprengen … Nun, damit hat der Herr in all seiner Überheblichkeit sicher nicht gerechnet.

Die Geschehnisse fokussieren sich zunächst auf den Grafen und Constanta, die klein, bedürftig gehalten, wird, isoliert. Abwechslung – den Beginn von Rebellion – bringen Magdalena und später Alexi mit. JedeR der drei „Untertanen“ weist verschiedene Eigenschaften und Wünsche auf, sodass Spannungen und Konflikte (mit ihrem Herren) unausweichlich waren.

S.T. Gibson versteht es, Tristesse auf Papier zu bannen, zwischen Zuckerbrot und Peitsche zu wanken, zu verunsichern. Durch eine Art bittersüßen Abschiedsbrief, eine von Wehmut und Stärke geprägte Rückblende, erfahren wir, wie Constanta in die Gesellschaft des Vampirs kam, wie die Zeit verging, Veränderung brachte, Wahrheiten zeigte. So viele Geheimnisse.
Zwar wirken die Zeilen aufgrund des gewählten, oft förmlichen, poetischen Stils distanziert, aber dies untermalt die allgegenwärtige Dunkelheit, die Gefahr, die bedrückende, oft hoffnungslose Stimmung. Und doch finden sich hinter unterschwelligem Hass und Vorwurf zärtliche, fast bedauernde Aussagen, reine Emotionen.

Letztlich ist 𝐀 𝐃𝐨𝐰𝐫𝐲 𝐨𝐟 𝐁𝐥𝐨𝐨𝐝 wie ein düsterer Sog, in dem eine toxische Beziehung, vermeintliche Liebe, langsam aufgedröselt, kritisch beleuchtet und ausgemerzt wird. Gothic-Vibes und dunkle Romantik machen dieses Buch zu einer rundum gelungenen, untypischen Vampir-Geschichte.

~ 𝗗𝘂 𝗵𝗮𝘁𝘁𝗲𝘀𝘁 𝗮𝘂𝘀 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗺 𝘄𝗶𝗹𝗹𝗲𝗻𝘀𝘀𝘁𝗮𝗿𝗸𝗲𝗻 𝗠𝗮𝗲𝗱𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗽𝘂𝗹𝘀𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻𝗱𝗲 𝗪𝘂𝗻𝗱𝗲 𝗱𝗲𝗿 𝗕𝗲𝗱𝘂𝗲𝗿𝗳𝘁𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁 𝗴𝗲𝗺𝗮𝗰𝗵𝘁. ~

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Einblicke in die Psyche eines traumatisierten Killers.

Ich bin Du
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„Ich bin Du“ hat einiges zu bieten, was Gänsehaut, Wut, Hass und echte Trauer verursacht. Keine Seite war hell und leicht, das komplette Geschehen wird von Schwere und erdrückenden Ereignissen, von Melancholie ...

„Ich bin Du“ hat einiges zu bieten, was Gänsehaut, Wut, Hass und echte Trauer verursacht. Keine Seite war hell und leicht, das komplette Geschehen wird von Schwere und erdrückenden Ereignissen, von Melancholie und einer Dunkelheit, die nur in jenen unsichtbaren Abgründen lauert, die menschlichen Ursprungs sind, begleitet.

„Menschliches Leid ist Ambrosia für die Sinne.
Wo ich war, sollte Zerstörung weilen und Leid die Luft verpesten (...)“

Da wir die Storyline größtenteils nicht im Jetzt, nicht in der Gegenwart und hautnah miterleben, sondern aus – oft wirren – Gedanken und – teilweise verschwommenen – Erinnerungen, in einer Art langen, detaillierten Brief/Geständnisses, sind wir nie wirklich aktiv eingebunden. Durch den gewählten Aufbau und Stil hält Celina Weithaas Distanz aufrecht, erschwert es, trotz Nathaniels Hintergründen und brüchigen Schilderungen, seinen grausamen Taten und dem Schmerz, der in ihm, über allem, herrscht, gänzlich in die Geschichte einzutauchen – ich bin mir aber sicher, dass vielen LeserInnen dieser Umstand positiv auffallen wird, denn die Morde, die Opfer, die ausgelösten Emotionen und sich sacht erschließenden Erkenntnisse gehen nah.

„Ich bin Du“ basiert ohne Frage auf einer Idee, die im Thrillbereich anzusiedeln ist, fokussiert sich auf die Psyche eines Killers – traumatisiert, gezeichnet von Gewalt und Verlust, von dem Bestreben, sich an jenen Mächtigen zu rächen, die wegsahen. Wir treffen einen Mann, der zu früh zum Mörder wurde, nie lernte, zu differenzieren und zu vertrauen; sich über Jahre in Wut und falscher Schuld verlor.
Celina kreierte eine erdrückende Atmosphäre, von Melancholie und Hoffnungslosigkeit durchzogen, in der Bedrohung, Gefahr und Wahn allumfassend sind. Nathaniels Geist, seine Handlungen, sind unberechenbar, wankelmütig, zornig – und doch ist er nicht gewillt, zu keiner Zeit, (s)ein Versprechen, seinen Schwur zu brechen. Denn der Rattenfänger weiß um seine Vergehen. Wie er tötet, mit Hoffnung auf Rettung und ungeahnter Zartheit, gab ihm eine Verletzlichkeit, die ihn zu einer Persönlichkeit macht, die in Erinnerung bleibt.

War die erste Hälfte meinem Erachten nach eher anstrengend, durch verschachtelte, schnörkelig-wirre Sätze nur dürftig zu durchschauen, folgen später Abschnitte, die Klarheit und sinnigere Aufarbeitung bringen. Jedoch driftet der Roman, dem es an Lebendigkeit fehlt, gen Ende wieder in ein Netz ab, dass Realität und Illusion vereint. Nichtsdestotrotz finden sich viele Aussagen und Wahrheiten, die zum Nachdenken animieren, zum Miträtseln verleiten. Erschaudern lassen.

Celina Weithaas zeigt in ihrer Geschichte jenes Mehr, das sich zwischen Schwarz und Weiß befindet. Zeigt, dass jedeR – ganz gleich ob hoher Politiker, armer Rentner, selbst ernannter Rächer – aus diversen Facetten erbaut, von unterschiedlichen Erfahrungen geprägt ist, nach individuellen, nicht in Stein gemeißelten Moral- und Wertvorstellungen handelt – im besten Wissen und Gewissen.

Theoretisch könnte man „Ich bin Du“ so stehenlassen. Doch handelt es sich um den Auftakt einer Trilogie, in dem Nathaniels „Werdegang“ aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden soll. Ein Einblick in Band zwei, in der der Schuldige vertreten wird, findet sich für alle Interessierten am Ende.


„Adeline war meine Liebste. Sie wagte, was wir uns nicht trauten und sammelte Mut in absoluter Finsternis. Ihre Träume waren mächtiger als alles andere und zerplatzen gemeinsam mit ihrem Kopf. (...) Adeline griff selbst dann noch nach den Sternen, als sie verglühte, und ich liebte sie nie mehr als in diesem Moment.“

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Kaum charakterliche Entwicklung, wenig Worldbuilding, wenig Stärke - dafür Spice.

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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(Nordische) Mythologie, raue Welten und starke Frauen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und sich aus patriarchalischen Systemen, ihren vorbestimmten Rollen und den Erwartungen befreien – lieben ...

(Nordische) Mythologie, raue Welten und starke Frauen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und sich aus patriarchalischen Systemen, ihren vorbestimmten Rollen und den Erwartungen befreien – lieben wir!
Dementsprechend war „A Fate Inked In Blood“ ein Muss für mich. Was mit viel Potenzial und Amüsement begann, entpuppte sich leider als eine 0815-Romantasy, in der die Protagonistin weder von ihrer Naivität noch von der vermeintlich Sympathiepunkte bringenden Selbstlosigkeit, geschweige denn ihrem pubertären Gehabe abzubringen ist.

Von klein auf wurde Freya dazu angehalten, ihre Kraft zu verbergen, um weder sich noch ihre Familie in Gefahr zu bringen. Heute ist sie eine (zwangs)verheiratete, junge Frau, nicht mehr als Arbeitskraft und Zuchtstute, degradiert zum Eigentum eines Mannes. Als sie eines Tages auf einen Fremden trifft, ändert sich alles – und doch nichts. Denn selbst mit Offenlegung ihres streng gehüteten Geheimnisses bleibt Freya eine Spielfigur, ein Mittel zum Zweck, Besitz. Und sollte sie sich nicht an die Regeln halten, leiden jene, die sie liebt. Jene, die sie verkauft, belogen und verraten haben …
Nur Bjorn – ebenso mit göttlichem Blut gesegnet – sieht in Freya einen ebenbürtigen Menschen und mehr als die Schildmaid, die laut einer Prophezeiung das Reich einen – oder eine Schneise aus Tod und Blut hinterlassen – soll.
So sehr es zwischen den beiden bitzelt und knistert … ist er doch der Sohn ihres Gemahls.

Danielle L. Jensen führt uns rasch in ihre Geschichte, sodass wir Freya und ihre Situation, die sich im Verlauf mehrfach wandelt, meist schlimmer und auswegloser wird, genau kennenlernen und verfolgen.
Bereits zu Beginn zeigt sich, dass wir in einem direkten, leichten und oftmals unpassend saloppen Ton durch die Handlung geführt werden. Einerseits sorgt dies für etliche humorvolle Momente, andererseits ist es schwer, sich des Ernstes, der dem kompletten Geschehen theoretisch zugrunde liegen sollte, gewahr zu werden. Zwar waren die spritzigen, oft anzüglichen Schlagabtausche zwischen Freya und Bjorn von Anfang an unterhaltsam, die direkten, impulsiven Worte und Überlegungen der Schildmaid schienen stark, doch zahlreiche explizite, lüsterne Szenen/Vorstellungen torpedierten die Storyline, untergruben Spannung und Gefahr. Wenig zuträglich für das historische, mystisch-kühle Setting war auch die Art, wie diese formuliert wurden.

Da einzig aus der Sicht der Schildmail erzählt wird, sind wir ausgiebig Teil ihres – öfter anstrengenden – Wankens, ihrer Meinungen und Sichtweisen. Nur in wenigen Momenten ist Freyas Stärke zu spüren, ein Hauch Gnadenlosigkeit und der Wille, etwas (für sich) zu verändern. Größtenteils bleibt sie festgefahren in ihrer Naivität, ihren unverrückbaren Ansichten und, auch im Angesicht von Verrat und einer Wahl, ihrer selbstlosen Gutherzigkeit.
Für Interesse sorgen jedoch die unberechenbaren Gegebenheiten – von Angriffen, Kämpfen und perfiden Plänen bis zu mysteriösen Prophezeiungen und göttlichen Prüfungen – und eine Fülle undurchsichtiger Figuren, wie bspw. Ylva und der fanatische Snorri. Auch Bjorn war trotz steter Präsenz und diverser Facetten schwer zu greifen und macht insgesamt aufgrund seines Verhaltens neugierig.

Worldbuilding, (Halb)Götter und Mythologie blieben abgesehen von eingeworfenen Erwähnungen ziemlich auf der Strecke. Actionreiche Szenen wurden, im Gegensatz zum romantischen Aspekt und zögernden, zweifelnden Monologen seitens der Auserwählten, rasch abgehakt. Schade, immerhin bietet die Situation, in der sich Skaland und alle BewohnerInnen des Reiches befinden, reichlich Potenzial für eine fesselnde, temporeiche Geschichte. Ohne Frage bleibt die Stimmung durchweg angespannt. Es gab blutige Überraschungen, unerwartete Offenbarungen und heikle Entscheidungen, Rachsucht und Boshaftigkeit.

Wenn auch nicht alle Entwicklungen unvorhersehbar waren, es Welt und Mythologie an Ausarbeitung, den Charakteren an tiefen, greifbaren Emotionen sowie durchweg an Ernst und charakterlicher Stärke fehlte; der Plot selbst löchrig scheint, ist das Ende eines, welches trotz aller Kritik Lust auf das Finale macht.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Brothers-best-friend + Slow-Burn + First-Love + Music & Dreams

Hidden Tracks 2. All Our Secret Melodies
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„All our secret Melodies“ ist der neue Roman von Nina Brenke und der zweite Teil der „Hidden Tracks“-Reihe, in der Musik, Träume, Freundschaft und Liebe eine große Rolle spielen.

Kian und Danny verbindet ...

„All our secret Melodies“ ist der neue Roman von Nina Brenke und der zweite Teil der „Hidden Tracks“-Reihe, in der Musik, Träume, Freundschaft und Liebe eine große Rolle spielen.

Kian und Danny verbindet zeit ihres Lebens eine enge Freundschaft, doch ein Schicksalsschlag war es, der die beiden mit neun Jahren zu Brüdern, Kian Hennessy zu einem Teil der O'Rileys machte. Und Leia zu seiner kleinen, nervigen Schwester. Aber die Prinzessin wurde größer, älter, schöner. War plötzlich Teil der Band, die Kians Lebensmittelpunkt bildete, war immer in seinem Kopf. Doch das Versprechen, das er seinem besten Freund gab, die Regeln der „DeeOhThrees“ und sein Ruf machten ein Mehr unmöglich.
Heute ist es Danny, der Kian bittet, auf seine Schwester achtzugeben, während er in London ist. Leia, fast 21 Jahre, ist nie über Prince Charming, die Schwärmerei und das Spiel aus Heiß und Kalt hinweggekommen und ist dementsprechend von der Aussicht, dass Kian „Beschützer“ und Nachhilfelehrer mimen soll, alles andere als angetan. Denn Zeit zu zweit ist ein Tabu, zu verlockend. Zu schmerzhaft. Dabei ging es Ki nie anders als seiner Prinzessin …

„All our secret Melodies“ wird aus wechselnder Perspektive erzählt – beginnend im Jetzt, durchbrochen von Kapiteln, die uns in die Vergangenheit führen. Diese gewähren uns einen Einblick in die beiden unterschiedlichen familiären Situationen, helfen zu verstehen, wieso Leia und Kian sind, wie sie sind, und lassen uns die zarten Keime der Verliebtheit, deren Anfänge, erleben. Von Rückschlägen und Ignoranz zu Gefühlschaos, leeren Worten und den Zweifeln. Denn gerade Kian ist hin- und hergerissen, war er immer. Genau wie die Band ihn vergessen ließ, was zu Hause geschah, waren es die vielen „Queen of the Days“, die Leia aus seinem System werfen, die ihre Wirkung auf ihn minimieren sollten. Nie stellte jemand seine Bad-Boy-Fassade, seine abweisende „Alles ok“-Haltung infrage. Nun könnte es anders werden, wäre die jüngste O'Riley nicht so stur und abweisend, könnte sie ihm doch nur endlich Glauben schenken …

Nina Brenke schuf eine atmosphärische Geschichte, in der sowohl das Setting als auch die Melancholie, die Stürme der Emotionen malerisch herausgearbeitet wurden. Der Ton selbst ist dabei oft regelrecht poetisch, greift die Empfindungen gekonnt auf, läßt uns teilhaben an all dem Ungesagten, Ungefühlten. Die Dialoge sind sehr modern, dem Alter der Figuren angemessen, was der Story Authentizität und trotz der vornehmlich beklemmenden Stimmung etwas Lockeres verleiht.
Kians Päckchen ist kein Leichtes – zwischen Erinnerungsschmerz und der nagenden Angst, auch noch den letzten Rest Familie zu verlieren, ist es der beständige Versuch, in Leia nicht mehr zu sehen als Dannys Schwester und eine tolle Bassistin, der es schier unmöglich macht, sich fallen zu lassen.
Und Leia? Mit Blick auf den Druck, den ihre perfektionistische Mutter auf sie ausübt, die Ansprüche, denen die Studentin scheinbar nie genügen kann, auf die Mobbing-Erfahrungen und Kis Abweisung sind Leias Verschlossenheit, ihr distanziertes, unsicheres Verhalten samt den quälenden Selbstzweifeln, die sie abhalten, an sich, ihr Talent zu glauben, ihre Träume zu verfolgen, nur nachvollziehbar.
Die neu aufkommende, fragile Dynamik zwischen den Musikern entwickelt sich behutsam und gewissermaßen sacht, nicht ohne Taumler zurück … Denn es steht mehr auf dem Spiel als nur ihre beiden Herzen.

Obgleich ich den Roman – vor allem die angesprochenen Konflikte und bestärkenden Aussagen – gerne gelesen habe, empfand ich die Story im Vergleich zu „All our secret Songs“ deutlich fader. Mir fehlte es großflächig an Ereignissen und Lebendigkeit, wenn auch die individuelle Entwicklung sowie die Präsenz diverser Nebenfiguren gut gelang. Zusätzlich zerrten die aufwallenden Missverständnisse, die oft auf der Strecke bleibende Kommunikation und das dadurch entstehende Hin und Her – auch in Bezug auf Danny und Marie – an meinen Nerven. Ebenso fanden die Musik und der angeteaserte Unterricht lediglich im Hintergrund Erwähnung, was der Leidenschaft jedoch keinen Abbruch tat.
Abgesehen von der Liebesgeschichte greift die Autorin zu rührenden Abschieden und echter Trauer, spickt das Geschehen mit sensiblen Themen und innigen Freundschaften, einem tierischen Sidekick und der Familie. Gleichzeitig animiert Nina Brenke dazu, sich von Erwartungen zu lösen, mutig zu sein und eigene Wege zu gehen, den eigenen Wünschen zu folgen – trotz der Möglichkeit, zu scheitern.

Ob sich Ki und Leia in den kommenden Monaten aufeinander zu oder endgültig voneinander weg bewegen? Ob sie bereit sind, ihre Gefühle nicht nur voreinander, sondern auch vor Danny und allen anderen zu verteidigen? In „All our secret Melodies“ findet ihr die Antwort – und so viel mehr.

Manchmal braucht es nur einen Menschen, nur einen, der mit dir an deine Träume – an dich – glaubt.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Geheimnisvoller Fantasy-Roman mit origineller Idee

Red Raven Castle
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Seit einem Jahr ist Evelin Dunkworth Teil der heilenden Gruppe der Roten Raben. Diese fordert, untermauert mit klaren Regeln und harten Strafen, absoluten Gehorsam. Und so gerne Evelin in der Rabenburg ...

Seit einem Jahr ist Evelin Dunkworth Teil der heilenden Gruppe der Roten Raben. Diese fordert, untermauert mit klaren Regeln und harten Strafen, absoluten Gehorsam. Und so gerne Evelin in der Rabenburg lebt, lernt und wirkt, so schwerfällt es ihr, sich an diese zu halten – und sie nicht zu hinterfragen. Gemeinsam mit ihrem treuen, gefiederten Gefährten Doraz schleicht sie sich häufiger als gut für sie ist in die Stadt. Als Evelin in unmittelbarer Nähe eines Mordes gesehen wird, an dessen Opfer rote Federn platziert wurden, ist es der Lord des Ordens selbst, der die Auszubildende zu Verschwiegenheit verpflichtet. Dabei soll es nicht bei einem Toten bleiben, der ganz Canburgh in Aufruhr versetzt …

„Die roten Raben, egal, ob Mensch oder Vogel, hielten zusammen und keiner war ohne den anderen vollständig.“

Erzählt wird aus den Perspektiven von Evelin und Airril. Letzterer hat einen schweren Stand unter seinesgleichen, gehört sein Vater doch zum inneren Kreis der Roten Raben und gilt als mürrisch und unbarmherzig. Was er von seinem nachdenklichen, sanften Sohn hält, ist allseits bekannt und macht Airril zum Ziel von Spott und Hohn. Seine Unsicherheiten und Ängste, der Druck von Ciaran und das Gefühl, ständig beobachtet, geprüft zu werden, verleiten die Feder dazu, an sich selbst zu zweifeln, sich zu verkriechen. Doch jetzt scheint der Moment gekommen zu sein, in dem Airril über sich selbst hinauswachsen muss, denn seine engste Vertraute will sich nicht dem Befehl des Lords beugen – und den mysteriösen Morden selbst auf den Grund gehen. Dabei kommen die Freunde den Geheimnissen innerhalb der Rabenburg auf die Schliche, perfiden Plänen, intriganten Machenschaften und ihren Gefühlen füreinander …

Luna McMullens angenehmer, flotter Stil trägt uns durch die verwinkelte Storyline, die allerhand Ungereimtheiten samt schwer zu durchschauenden Figuren präsentiert. Obgleich es hier und da zu Längen kommt, es mir insgesamt an signifikanten, spannenden Ereignissen und einem Mehr bezüglich der Magie – u. A. die Hintergründe der Roten Raben, ihre Kräfte und die intensive Verbindung zu ihren Gefährten betreffend – fehlte, war es leicht, interessiert, stetig auf der Hut zu bleiben und mitzurätseln. Die Protagonisten kamen mit ihren individuellen, sehr konträren Eigenschaften greifbar zur Geltung und gerade Airril vollzieht im Verlauf eine deutliche Entwicklung. Ob es die zarte Romantik gebraucht hätte, wage ich zu bezweifeln, aber da diese weder der Geschichte zuträglich ist noch ihr einen Abbruch tut – so what?
Abgesehen von den jungen Federn, waren Ciaran McDarn und Lord Edvane ungemein wichtig und stets integriert – zwei verschiedene Führungspositionen, die ebenso viel Misstrauen erwecken, wie sie für Überraschungen sorgen.

Die Autorin schuf ein vorstellbares Setting, in dem die Gesellschaftsschichten sowie die Missstände klar herausgearbeitet wurden. So manch Situation entfachte Wut und Mitleid im gleichen Maße, wirft jedoch auch die Frage auf, weshalb der König den HeilerInnen-Orden einst verbot, im ganzen Reich zu wirken. In Anbetracht dessen waren Evelins rebellische Reaktionen, ihr Wunsch, allerorts mit ihren Kräften zu helfen, ihr Mut und ihr Tatendrang vorbildlich, wenn auch das Schema der „unbedarften Heldin, die alles einfach mal so richtet“ kein neues ist.
Zwar ging mir die Auflösung bzw. das Finale ein wenig zu schnell und ist der Text auch nicht frei von Fehlern (im Vergleich zu anderen Büchern des Verlags bleiben diese jedoch überschaubar), beinhaltet „Red Raven Castle“ dennoch etliche Höhepunkte, spannende Spitzen, unerwartete Enthüllungen und eine originelle Idee.
McMullens Fantasy-Roman ist somit auf jeden Fall eine Empfehlung.

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