Zwischen dunkler Begierde, Selbstfindung und Blutdurst.
A Dowry of Blood: Begehren. Obsession. Macht.Diesen Roman kann man nur schwerlich in Worte fassen, ist es doch eine Geschichte durch die Jahrhunderte, eine, in der Found-Family keine Gemütlichkeit ausstrahlt, sondern danach schreit, durchbrochen ...
Diesen Roman kann man nur schwerlich in Worte fassen, ist es doch eine Geschichte durch die Jahrhunderte, eine, in der Found-Family keine Gemütlichkeit ausstrahlt, sondern danach schreit, durchbrochen zu werden, in der Melancholie und Schwermut fließt; in der Hoffnung und Liebe in Kontrollsucht, Bedürftigkeit und Jähzorn verglühen. Leidenschaft, die in Obsession erstickt wird, Lebenslust, verschluckt von Toxic, Monotonie und Blutdurst.
𝐀 𝐃𝐨𝐰𝐫𝐲 𝐨𝐟 𝐁𝐥𝐨𝐨𝐝: 𝐁𝐞𝐠𝐞𝐡𝐫𝐞𝐧. 𝐎𝐛𝐬𝐞𝐬𝐬𝐢𝐨𝐧. 𝐌𝐚𝐜𝐡𝐭. ist ein Geständnis, ein Abschluss und eine Zusammenfassung von der – teilweise lückenhaften, verschwommenen – Zeit, die Constanta an der Seite ihres vermeintlichen Retters und Erlösers, ihres Wärters und Häschers verbrachte. Durch triste Töne, in eindringlichen Worten – gänzlich elegant – werden wir in ein glanzvolles Dasein gezogen, dessen Pracht schleichend einem Alptraum weicht, solcher, dem zu entkommen unmöglich scheint. Geprägt aus lockenden Versprechungen, verführerischen Lügen, grenzenlosem Wahn und einer nicht endenden Gier – nach Kontrolle, Wissen, Macht.
Dass es gerade Stolz und Gottkomplexe sind, die das Böse niederstrecken, die die fest verschlossenen Türen und zu engen Fesseln sprengen … Nun, damit hat der Herr in all seiner Überheblichkeit sicher nicht gerechnet.
Die Geschehnisse fokussieren sich zunächst auf den Grafen und Constanta, die klein, bedürftig gehalten, wird, isoliert. Abwechslung – den Beginn von Rebellion – bringen Magdalena und später Alexi mit. JedeR der drei „Untertanen“ weist verschiedene Eigenschaften und Wünsche auf, sodass Spannungen und Konflikte (mit ihrem Herren) unausweichlich waren.
S.T. Gibson versteht es, Tristesse auf Papier zu bannen, zwischen Zuckerbrot und Peitsche zu wanken, zu verunsichern. Durch eine Art bittersüßen Abschiedsbrief, eine von Wehmut und Stärke geprägte Rückblende, erfahren wir, wie Constanta in die Gesellschaft des Vampirs kam, wie die Zeit verging, Veränderung brachte, Wahrheiten zeigte. So viele Geheimnisse.
Zwar wirken die Zeilen aufgrund des gewählten, oft förmlichen, poetischen Stils distanziert, aber dies untermalt die allgegenwärtige Dunkelheit, die Gefahr, die bedrückende, oft hoffnungslose Stimmung. Und doch finden sich hinter unterschwelligem Hass und Vorwurf zärtliche, fast bedauernde Aussagen, reine Emotionen.
Letztlich ist 𝐀 𝐃𝐨𝐰𝐫𝐲 𝐨𝐟 𝐁𝐥𝐨𝐨𝐝 wie ein düsterer Sog, in dem eine toxische Beziehung, vermeintliche Liebe, langsam aufgedröselt, kritisch beleuchtet und ausgemerzt wird. Gothic-Vibes und dunkle Romantik machen dieses Buch zu einer rundum gelungenen, untypischen Vampir-Geschichte.
~ 𝗗𝘂 𝗵𝗮𝘁𝘁𝗲𝘀𝘁 𝗮𝘂𝘀 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗺 𝘄𝗶𝗹𝗹𝗲𝗻𝘀𝘀𝘁𝗮𝗿𝗸𝗲𝗻 𝗠𝗮𝗲𝗱𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗽𝘂𝗹𝘀𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻𝗱𝗲 𝗪𝘂𝗻𝗱𝗲 𝗱𝗲𝗿 𝗕𝗲𝗱𝘂𝗲𝗿𝗳𝘁𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁 𝗴𝗲𝗺𝗮𝗰𝗵𝘁. ~