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Veröffentlicht am 25.01.2026

Unterhaltsame Romance mit einem Hauch Magie, viel Gefühl und einer großen Portion Plätzchenduft.

All we faked for Christmas
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Als Jules Vater ihr eröffnet, sie früher als von ihr angstvoll erwartet in das Familiengeschäft einzuleiten, sollte es noch eine harmlose Abschiedsfeier geben – Abschied vom muffligen Grinch-Dasein, ...



Als Jules Vater ihr eröffnet, sie früher als von ihr angstvoll erwartet in das Familiengeschäft einzuleiten, sollte es noch eine harmlose Abschiedsfeier geben – Abschied vom muffligen Grinch-Dasein, den Exzessen und dem Partyleben. Eine kleine Feier mit Fynn und ihren ElfenfreundInnen, mit Musik und Glühwein. Doch plötzlich sitzen Jule und ihr bester Freund im Schlitten des Weihnachtsmannes und rasen, nur mit Rudolph an der Front, in ein Abenteuer, das alles verändert. Allen voran Jule, von Grund auf …

Es war ein ganz normaler Morgen für Physiotherapeut Ben Nowak. Normal. Bis er den Blick in seinen Garten schweifen lässt und einen … riesengroßen Schlitten entdeckt?! Als er diese Nicht-Halluzination genauer in Augenschein nimmt, stößt er auf Elsa. Also auf eine junge Frau, die der Disneyfigur zum Verwechseln ähnlich sieht. Und die leider Karateunterricht hatte …

Im Garten eines Fremden, unter einem – DEM – zerstörten Schlitten aufzuwachen, keine Spur von Flynn oder Rudolph, kommt, so kurz vor Weihnachten, einer riesengroßen Katastrophe gleich! Holly, Jules Schwester, und Santa geben der Erbin des Weihnachtsfestes nur bedingt Zeit, um die beiden zu finden, das Gefährt zu reparieren und zurück auf den Korvatunturi zu gelangen. Für Jule tickt die Uhr – denn ihre Mutter wird es sein, die sie für diesen Fauxpas umbringen wird … Gut, dass der äußerst nette Ben ihr – trotz ihrer fantastischen Geschichte – Unterschlupf gewährt, ihr sogar bei der Suche nach ihren Begleitern hilft. Blöd, dass Ben nicht nur vernarrt in Weihnachten ist, sondern auch eine kleine – zugegebenermaßen zuckersüße – Tochter hat. Etwas, das Jule genauso verabscheut wie das Fest, die nervigen Traditionen und ihre Pflicht, schon bald selbst für freudige Stimmung und strahlende Augen zu sorgen. Ätzend! Zum Glück hat ihr unfreiwilliger Retter ja genügend Feuerzeuge bei sich …

Stellt euch vor, jemand erzählt euch, magisch, mit dem Weihnachtsmann verwandt und mit Hilfe eines Rentiers von Finnland nach Potsdam geflogen zu sein. Irre, oder? Nun, das war auch Bens Eindruck von seiner Mitbewohnerin auf Zeit. Eigentlich hat der junge Vater auch überhaupt keine Nerven für den attraktiven, mürrischen und durch und durch unweihnachtlichen Grinch, den er sich ins Haus geholt hat. Immerhin liegt es an ihm, seinem Opa und seiner Schwester ein perfektes – das letzte gemeinsame – Fest zu bereiten. Und dazu gehört scheinbar eine feste Freundin. Gut, dass der charmante Therapeut mit Elena bereits DIE Kandidatin im Auge hat. Doch alles läuft schief und so greift Ben aus Verzweiflung zu Jules verschrobenem Angebot, ihm zu helfen. Aber irgendwie …

Was war das wunderbar! Obgleich „All we faked for Christmas“ mit knapp 600 Seiten kein kurzes Büchlein ist, verfliegen die Kapitel schneller als die Feiertage selbst. Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, sodass wir zu Beginn einen Eindruck der Situation von Jule und Ben vor ihrem Aufeinandertreffen bekommen und im Verlauf dabei sind, wenn sich ihre Haltung, ihre Gefühle und ihre Wünsche, ihr Denken, ändern. Julie Ayden schafft es, mit viel Humor und Skurrilität, mit bildlichen und gefühlvollen Worten eine glaubhafte Story zu erzählen, in der der Erwartungsdruck, der auf beiden lastet, die (Selbst)Zweifel und (Versagens)Ängste nachvollziehbar zur Geltung kommen. Es war leicht, Jules Negativität und ihr abweisendes Verhalten, die jahrelange Rebellion, zu verstehen; nichts mehr zu wollen als frei zu sein. Und auch Ben – der früh mit Verlust und Verantwortung konfrontiert wurde –, sein Streben nach Harmonie und „weniger einsam sein“ waren griffig. Berührten. Noch mehr Kontur bekommen diese herzensguten Personen durch verschiedene Eigenheiten, kleine Details und Hintergründe.
Die Handlung ist abwechslungsreich, aufregend, heiß und romantisch, kommt mit Plätzchenduft, Charme und Amüsement daher, mit unbeholfenen Reaktionen, Impulsivität und Traurigkeit. Aber auch mit Wärme, Verständnis und Güte, mit endlich ausgesprochenen Wahrheiten, nötigen Veränderungen und harten Entscheidungen. Neben den beiden Mitbewohnern, liebevollen Gesten und Christmas-Feels sind es die Nebenfiguren, die zum Lächeln und Seufzen bringen. Vor allem Bens mürrischer Opa und seine wundervolle, starke Tochter Etta bereichern die Fantasy-Romance ungemein.
Ayden spart übrigens auch nicht an Überraschungen und Wendungen, an ernsteren Themen und gelungenen Entwicklungen. „All we faked for Christmas“ ist eine zauberhafte Urban-Fantasy-Geschichte – angereichert mit Tiefe, Witz und viel Gefühl lohnt sich auch abseits der Weihnachtszeit ein Blick.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Leider weit hinter meinen Erwartungen.

Polarsternfunkeln über Alaska
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Um die Selbstständigkeit und die Gesundheit ihrer Mutter zu sichern, hat sich Monas ältere Schwester für unbestimmte Zeit auf den Weg nach Malibu gemacht. Nun muss Mona die Auffangstation „Safe Heaven ...

Um die Selbstständigkeit und die Gesundheit ihrer Mutter zu sichern, hat sich Monas ältere Schwester für unbestimmte Zeit auf den Weg nach Malibu gemacht. Nun muss Mona die Auffangstation „Safe Heaven for Nordic Dogs“ in dem Städtchen Healy Creek komplett alleine betreiben und zusätzlich zu ihren eigenen Aufgaben – der Versorgung und Resozialisierung der Tiere – auch Tess' stemmen. Gerade jetzt! Denn die Wochen vor Weihnachten sind aufgrund verschiedener Spendenaktionen und Öffentlichkeitsarbeiten – die Spezialität ihrer Schwester – ungemein wichtig für das Bestehen der Organisation und die nordischen Vierbeiner. In diesem Jahr heißt es also für Mona, sich ihrer Sozialphobie stellen. Und Hilfe annehmen. Selbst wenn diese von einem, in Healy gemiedenen, vermeintlichen Straftäter kommt …


Wo „Nordlichter über Alaska“ – ehemals „Huskyküsse zu Weihnachten“ – witzig, spritzig, voll von Wintervibes und verschiedenen Gefühlen war, war „Polarsternfunkeln über Alaska“ fad und low. Sowohl im Stil als auch im Verlauf. Das zu sagen, tut mir wirklich leid, denn ich hatte große Erwartungen an unseren zweiten Besuch in der Kleinstadt Alaskas. Aber weder konnten mich die Figuren, die sich nur einer oberflächlichen Ausarbeitung erfreuen, überzeugen, noch sprang der Funke für Setting und Romance über.


Maria schreibt in diesem Buch überraschend einfach und monoton. Die Protagonisten, die aus wechselnder Perspektive erzählen, wirken regelrecht TeenagerInnen-haft und mehrfach inkonsequent, was Gedanken vs. Handeln betrifft. Zusätzlich fehlte es mir insgesamt an Glaubhaftigkeit und Authentizität – angefangen bei den steifen Dialogen bis hin zu Tess, die meiner Einschätzung nach komplett (und unverhältnismäßig) überzogen reagierte. Bis es eine Annäherung und echte Kommunikation zwischen Mona und Nate gibt, vergeht die Hälfte der Story, wobei nach und nach die verschiedenen Päckchen beider zutage treten. Denn gerade Nate hat in dem Städtchen aufgrund seiner Vergangenheit und der dort brodelnden Gerüchteküche einen schlechten Stand – Vorurteile, die auch die Goodwin-Schwestern nicht kaltlassen.


Die (romantischen) Entwicklungen und das Ende waren maximal überstürzt und abrupt. Zugutehalten kann ich der Geschichte lediglich die im Verlauf aufgegriffenen, wichtigen Punkte: Huskys, deren oft nicht artgerechte Haltung und den Blick auf scheinbar professionelle Farmen. Maria Winter schafft Aufmerksamkeit für gemeinnützige Organisationen, wie es die „Safe Heaven for Nordic Dogs“ ist, und erinnert daran, dass Tiere niemals ein (Weihnachts-)Geschenk sein sollten.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Kurzweilig, seicht – vorhersehbare YA-Romantasy

Wicked Souls (Bd. 1)
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Auf Carolyn Smythe wartet ein neuer Lebensabschnitt: Mit dem Adeptenjahr will sie sich einen Studienplatz am Institut für Moderne Magie sichern. Unter Euphorie und Vorfreude mischt sich jedoch auch Unbehagen ...

Auf Carolyn Smythe wartet ein neuer Lebensabschnitt: Mit dem Adeptenjahr will sie sich einen Studienplatz am Institut für Moderne Magie sichern. Unter Euphorie und Vorfreude mischt sich jedoch auch Unbehagen – immerhin war es ihr bisher nur bei ihrer bunt gemischten Familie möglich, sie selbst zu sein. Zudem ist Lyn davon überzeugt, dass jedeR an der Universität ihren Namen kennt … und damit liegt sie gar nicht so falsch.
Zum Glück findet die Junghexe ruckzuck Anschluss, freundet sich mit ihrer Mitbewohnerin an, lebt sich in den Korridoren der Einrichtung ein und kann sogar ihr Traumpraktikum in der magischen Auffangstation antreten! Jetzt muss Lyn nur noch ihren vermaledeiten Fluch loswerden.
Dass sie dafür gleich zwei potenzielle, äußerlich nahezu identische, charakterlich komplett verschiedene Anwärter im Visier hat, macht die Situation um einiges komplizierter. Denn jedes Herzflattern und Schmetterlingskribbeln endet in einer mehr oder weniger peinlichen Katastrophe. Und nur der Kuss der wahren Liebe kann den Bann, geboren aus einem Missverständnis, gesprochen aus Eifersucht, brechen.
Neben Pauken, Arbeit, Festivitäten und Jungs hat Lyn eigentlich keine Zeit, sich zusätzlich über die mysteriösen Einbrüche im Institut den Kopf zu zerbrechen. Aber auch die liebgewonnene Auffangstation – Schutz und Raum für zahlreiche verletzte, bedürftige und seltene Wesen – ist von den Vorkommnissen betroffen …

„Verhexte Prophezeiungen“ ist der Auftakt der romantischen Young-Adult-Fantasy-Dilogie „Wicked Souls“. Wer die zweiteilige Serie „Hunting Souls“ gelesen hat, kennt Katrinas zauberhafte Schwester Carolyn, um die sich hier alles dreht, bereits. Wichtig ist, dass diese beiden Storys nicht aufeinander aufbauen, sondern unabhängig voneinander lesbar sind.

Erzählt wird hauptsächlich aus der Sicht der Hexe, durch die wir in den Alltag der Schule und in die Welt der Magie eingeführt werden. Gerade zu Beginn geben diese Informationen der Handlung Kontur, wobei das Worldbuilding insgesamt eher oberflächlich bleibt. Recht schnell wird klar, dass Lyns Unsicherheiten nicht einzig auf ihr neues Umfeld zurückzuführen sind, sondern sie seit einem gravierenden Ereignis mit sich und ihren Kräften hadert – on top nun der nervige Fluch. Diese Details sowie Einblicke in ihr Aufwachsen sorgen dafür, dass Carolyns Verhalten und ihr Wunsch, zumindest in Sachen Liebe normal zu sein, greifbar wird.
Im späteren Verlauf lässt uns Gabriel hin und wieder an seinen Gedanken und Empfindungen teilhaben – seine Kindheit, seine Familie, so ganz anders als Lyns. Gabriels Perspektiven machen deutlich, dass der vermeintlich desinteressierte und gleichgültige Zwilling ganz anders ist, als er alle glauben machen will. Während ihrer gemeinsamen Arbeit bei Dr. Harper, zwischen hitzigen Diskussionen und lockeren Neckereien, kommen sich Gabriel und Carolyn näher. Und obwohl sich die Hexe vehement dagegen sperrt, sie felsenfest an Sebastian und sich glaubt, schiebt sich immer öfter das Bild des „falschen Bruders“ vor ihr inneres Auge …

Tina Köpkes Stil ist einfach und leicht. Vorstellbar kamen Setting und die verschiedenen Szenarien, die größtenteils eher seicht inszeniert waren, zur Geltung. Die Autorin fokussiert sich vornehmlich auf Lyn, den Fluch und die Lovestory(s), hingegen werden die Einbrüche lediglich sporadisch erwähnt, bis sie gegen Ende wirklich Beachtung samt einer schlüssigen – jedoch nicht überraschenden – Auflösung erhalten. Die Spannungskomponente und die romantische Entwicklung waren sehr vorhersehbar und ziemlich flach. Ebenfalls störend: Dass sich Lyn vegan ernährt, haben die LeserInnen wahrscheinlich nach zwei Erwähnungen begriffen. Außerdem mangelte es einigen Vorbehalten (bspw. gegenüber Gabriel) und Gefühlsregungen (bspw. für Sebastian) an einer Basis, an Gründen. Woher kam die Überzeugung für, woher die harsche Abneigung gegen einen der Brüder?
Dafür bindet Köpke wichtige Themen ein, wie die grenzenlose Ausbeutung von Tieren/Artensterben oder das systematische Einstampfen von nachhaltigen/sozialen Projekten/Forschungen. Besonders gefielen mir die Augenblicke in der Auffangstation, jene, in denen die Smythes integriert waren, Gabriels Fähigkeiten und die Freundschaften, die sich knüpften. Um Alice und Saskia wiederzutreffen, werde ich auch Band 2 der Dilogie lesen, wobei die Story theoretisch rund abgeschlossen war. Wären da nicht die letzten Sätze, die neue Probleme ankündigen …

„Verhexte Prophezeiungen“ ist kurzweilig, süß und bietet nette, wenn auch unspektakuläre Unterhaltung. Im Vergleich zur „Hunting Souls“-Dilogie fehlte es dieser Geschichte meiner Meinung nach an Schwung, Spannung und Witz.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Altersgerecht und informativ

Romeo und Julia
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Fällt es euch schwer, zu Klassikern zu greifen?



Dann möchte ich euch die Graphic Novel „Romeo und Julia“ empfehlen – durch moderne, lebendige und farbige Zeichnungen sowie prägnante, kurze Sätze tauchen ...

Fällt es euch schwer, zu Klassikern zu greifen?



Dann möchte ich euch die Graphic Novel „Romeo und Julia“ empfehlen – durch moderne, lebendige und farbige Zeichnungen sowie prägnante, kurze Sätze tauchen wir in das wohl bekannteste Drama der Welt ein. Jedes relevante Ereignis wurde nahbar dargestellt, sodass dieses Buch mit Spaß an den Illustrationen die Aufmerksamkeit fesselt.



Adaptiert von Steve Barlow und Steve Skidmore

Illustriert von Wendy Tan Shiau Wei

Übersetzt von Katharina Hartwell



Die Texte der fünf Akte sind sehr einfach und minimalistisch gehalten, aber aufgrund der Themen, mit denen sich das Stück befasst, sowie der zu Beginn und am Ende verteilten – ebenfalls bunt und ansprechend gehaltenen – Informationen erachte ich die vom Verlag angegebene Altersangabe „ab 12 Jahren“ als angemessen.



Interessant waren vor allem die Abschnitte, die vor und nach der eigentlichen Adaption aufgeführt wurden. Denn die an dieser Graphic Novel Mitwirkenden stellen den LeserInnen den ursprünglichen Schaffer William Shakespeare u. A. in einer Autoren-Vita und durch eine Art Zeitstrahl vor. Gleichermaßen hilfreich für NeueinsteigerInnen wie für KennerInnen ist die Aufführung der Personen und Familien. Zusätzlich werden die Entstehung und die Zeit, in der Romeo und Julia spielt, das Theater selbst, Shakespeares Sprache und seine Stilkunst betrachtet. Besonders schön fand ich, wie auf die Motive der Liebesgeschichte eingegangen wird, sowie die Aufschlüsselung von Themen und Werten.



Diese Hintergründe machen das Verstehen und Greifen der Tragödie leichter und wecken zusätzlich die Neugier nach weiteren Adaptionen und an das ursprüngliche Drama angelehnte Werke – Bücher, Filme, Opern oder Theateraufführungen (…).

Denn Fakt ist: „Romeo und Julia“ erzählt nicht nur von einer tragischen Liebe, sondern auch von Hass und Rivalität, von Unverständnis, mangelnder Zeit und den nicht planbaren Umständen des Lebens.



Menschen, die Wert auf visuelle Eindrücke und eine einfache Sprache legen, werden mit dieser komprimierten Adaption und all den Informationen viel Freude haben!

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Veröffentlicht am 17.01.2026

The hype is real – but is it worth it?

Woman Down
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Nach einiger Zeit Stille war wohl jeder Fan gespannt auf News von Colleen Hoover – immerhin hat der Verlag die Veröffentlichung ziemlich groß aufgebauscht und auch die Buchbeschreibung inklusive einzelner ...

Nach einiger Zeit Stille war wohl jeder Fan gespannt auf News von Colleen Hoover – immerhin hat der Verlag die Veröffentlichung ziemlich groß aufgebauscht und auch die Buchbeschreibung inklusive einzelner ,LeserInnenstimmen' trieb die Erwartungshaltung in die Höhe …



The hype is real – but is it worth it?



Ich habe „Woman Down“ als Hörbuch gehört – hervorragend gesprochen von Marlene Rauch. Aufwendig beworben mit Aussagen wie „für alle Fans von ›Verity‹“, „grandioser Romantic Thriller“ oder »Wohl das Abgründigste, was ich je geschrieben habe.« war ich immer in vorfreudiger Erwartung auf einen dramatischen Plottwist, verfolgte die Storyline gebannt in der Hoffnung auf eine Wendung und wartete auf den Nervenkitzel. Nun … Ich warte noch?!

Dabei war die Geschichte um eine eigentlich erfolgreiche, jedoch nach einem Shitstorm in ihrem Schreiben gelähmte und verunsicherte Autorin insgesamt nicht schlecht. Um zurück zu ihrer alten Stärke zu finden und endlich ein überfälliges Manuskript zu beenden, flüchtet sich Petra Rose in eine abgeschiedene Hütte inmitten der Natur. Als plötzlich ein Detective vor ihrer Tür auftaucht, traut Petra ihren Augen nicht. Denn Nathaniel Saint erinnert sie an den Protagonisten ihres aktuellen Projekts und wird augenblicklich zu ihrer Muse, zu einem Quell der Inspiration. Was als Recherchearbeit beginnt, als Pusch für ihre Kreativität, wird zu einem leidenschaftlichen Rollenspiel … das unerwartete Ausmaße annimmt.


CoHos Stil ist wie gewohnt sehr klar, eindringlich und bildreich. Es war leicht, sich in Petra und ihren Struggle hineinzuversetzen; die Befangenheit, die der Gedanke, erneut in die Öffentlichkeit zu treten, in ihr auslöst, und die Belastung, die die Schreibkrise für Petras Karriere und ihre finanzielle Situation bedeutet, nachzuvollziehen.

Rege bringt Hoover den Wandel der Branche zur Sprache, den Stress des AutorInnendaseins, den immerwährenden Druck, Ansprüche zu erfüllen, und Kritiken standzuhalten. Mit der Zeit – heißt mit den Trends und der gewünschten/geforderten Social-Media-Präsenz – zu gehen. Gerade Letzteres sorgt zwar einerseits für einen persönlicheren Kontakt zu LeserInnen/Fans, bietet andererseits jedoch eine gewisse Angriffsfläche, während zugleich die Anonymität des Internets die Hemmungen für Hass und Hetze schmälert.

Wir bekommen somit einen ziemlich guten und authentischen Einblick in die alltäglichen Probleme der Menschen, die uns mit ihrer feingeschliffenen Fantasie unterhalten. Trotz des Vorwortes könnten einige Erwähnungen und Aussagen darauf hindeuten, dass „Woman Down“ Parallelen zu Colleen selbst aufweist …

Zurück zur Story: In Nathaniels Nähe empfindet Petra Aufregung und Kribbeln, kann sich dem Reiz, in die Rolle ihrer Fiktion zu schlüpfen, nicht entziehen, und das ist es doch, was Petra wollte … Die Schriftstellerin ist so im Flow wie schon lange nicht mehr, die Ideen sprudeln über – dank des attraktiven Cops, seiner Berufserfahrung und seiner Offenheit ist sie davon überzeugt, einen realistischen Romantik-Thriller auf Papier bannen zu können.

Durch verschiedene Einblicke in das Leben der Protagonistin wird sie zu einer greif- und nahbaren, nicht fehlerfreien Person. Die eine oder andere Nebenfigur brachte Abwechslung und viele Dialoge waren interessant. Im Gegensatz zu der abrupten Vertrautheit zwischen Petra und Saint, der sich ohne Zögern, ohne Abwägen auf dieses ‚Experiment‘ einlässt.

Hier fehlte es mir beidseitig an Glaubwürdigkeit, und auch später wirkt alles eher überstürzt und oberflächlich. Weder eine romantische Anziehung noch Prickeln, keine Gefühle oder größere Spannungen sind zu vernehmen. Selbst die kleinen Überraschungen, die die LeserInnen aus dem Konzept bringen könnten, schienen regelrecht eingeworfen. Die Handlung vergeht ruckzuck, (relevante) Ereignisse bleiben rar und es mangelt kontinuierlich an Tiefe, Entwicklung, Intensität und Emotionen. Ehrlich gesagt haben mich auch die letzten Kapitel nicht vom Hocker gehauen, war doch die Auflösung in weiten Teilen vorhersehbar.


Wie gesagt: Letztlich ist „Woman Down“ nicht schlecht – weder die Idee noch den Stil betreffend –, doch im Vergleich zu den medial bewusst hoch geschürten Erwartungen blicke ich eher unbefriedigt auf diese Geschichte, die meiner Auffassung nach weit entfernt ist von einem Thriller, zurück.

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