Romantasy mit märchenhaftem Flair und dunklen Tönen
A Beauty for the BeastFür den geächteten Prinzen, der sein Volk mit harter Hand regiert, läuft langsam die Zeit ab – der Moment, der ihn wahrhaftig und unwiderruflich in ein Monster verwandeln wird, naht. Nur die Liebe, echt ...
Für den geächteten Prinzen, der sein Volk mit harter Hand regiert, läuft langsam die Zeit ab – der Moment, der ihn wahrhaftig und unwiderruflich in ein Monster verwandeln wird, naht. Nur die Liebe, echt und aufrichtig, kann ihn retten … Als sich ein Fremder Zutritt zu seinem Schloss verschafft, von Hunger und Kälte getrieben, bietet er dem Bettler einen Deal an, denn Varek sieht seine Chance, den Fluch, der auf ihm lastet, endlich zu brechen: Er will für ein Jahr die Tochter des Eindringlings. Und plötzlich findet sich Isabell in prächtigen Gemächern wieder, ihrer Freiheit beraubt. Doch statt vor dem Hochmut des Prinzen in die Knie zu gehen, bietet Bell ihm die Stirn. Und schneller als gedacht entbrennen zwischen der Schönen und dem Biest Gefühle, die über Verlangen und Leidenschaft hinausgehen …
In „A Beauty for the Beast“ adaptiert Liz Rosen den französischen Klassiker „La Belle et la Bête“ und schenkt dem Bekannten mit bildreichen Worten „frische“ Nuancen, überraschende Wendungen und dunkle Töne. Die Autorin schuf ein vorstellbares, märchenhaftes Setting, lässt uns an Bells Seite die Kälte des mystischen Schlosses durchdringen. Mitten hinein in furchteinflößende Schatten, hallende Einsamkeit, einst dekadente Säle. Schmerzhafte Geheimnisse.
Aufgrund der Kürze der Dark-Romantasy ist nicht mit allzu viel Tiefe innerhalb der Storyline zu rechnen. Hier und da wirkten die (romantischen) Entwicklungen und auch der Stil sehr einfach. Nichtsdestotrotz waren Isabell und Varek, die aus wechselnder Perspektive erzählen, interessante Figuren mit Eigenheiten, Hintergründen und einer Geschichte. Gerade das „Biest“ überzeugt mit seinem – unberechenbaren, wankelmütigen – Wesen, das aus seiner Vergangenheit und dem Fluch geboren, von Einsamkeit, Schuld und (Selbst)Hass gezeichnet ist. Auch Bell hinterlässt Eindruck, beweist sie mehrfach Stärke und Mut, wächst im Heim ihres vermeintlichen Wärters über sich hinaus. Die Dynamik der beiden wandelt sich von distanziert und argwöhnisch, von Misstrauen bei jeder Begegnung, zu einer, in der Achtsamkeit und Respekt dominieren, Verlangen in jedem Blick.
Im Verlauf werden wir mit actionreichen Szenen und einer vor allem zu Beginn düsteren Atmosphäre konfrontiert, mit schlagfertigen, offenen Gesprächen und den verschiedensten Gefühlen. Rose würzt ihr dunkles Märchen mit ausreichend (und direktem) Spice, der sich stimmig in die Handlung fügt.
Wichtiger sind jedoch die Erkenntnisse und Erinnerungen, die „A Beauty for the Beast“ bereithält: Jeder Mensch ist mehr als sein Äußeres, als der Schein; besteht aus einem Sammelsurium aus Facetten. Und die größte Liebesgeschichte ist immer die, die wir mit uns selbst schreiben.
»Es ging nie darum, geliebt zu werden – es ging darum, lieben zu können. Mich selbst. Andere. Das Leben.«