Profilbild von Freakinminds

Freakinminds

Lesejury Profi
offline

Freakinminds ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Freakinminds über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2019

Gute Fortsetzung mit Schwächen

All In - Zwei Versprechen
0

Autorin Emma Scott lässt den Leser nach dem ersten Teil der Dilogie mit den Wissen allein, dass nichts mehr sein wird, wie es war, im Leben von Kacey Dawson. Es fühlt sich sofort an, als müsse sie ihr ...

Autorin Emma Scott lässt den Leser nach dem ersten Teil der Dilogie mit den Wissen allein, dass nichts mehr sein wird, wie es war, im Leben von Kacey Dawson. Es fühlt sich sofort an, als müsse sie ihr komplettes Dasein umkrempeln. Aber zunächst fehlt ihr die nötige Kraft dazu und sie lässt sich in eine Spirale fallen, die sie mit Alkohol fällt. Als Leser ging es mir ähnlich wie Kacey. Nach dem ersten Teil war mir klar, im zweiten Part muss ich mich auf eine neue Situation einstellen, aber dazu war ich nicht sofort bereit. Daher hatte ich etwas Zeit gebraucht, um mit dem nächsten Teil zu beginnen. Ehrlich gesagt, das war gut so, denn Emma Scott startet All in: Zwei Versprechen zwar nach dem ersten Teil, aber dann gibt es einen Zeitsprung von sechs Monaten. Der Anfang liest sich wie eine Erinnerung an das Ende von All in: Tausend Augenblicke.

Ich kann Kacey und ihre Situation verstehen, da ich ähnliches durchgemacht habe. All ihre Gefühle konnte ich von der ersten Sekunde an mitfühlen. Auch ihre Schwierigkeiten sich nach allem auf eine neue Beziehung einzulassen, sind mir alles andere als fremd. Man steht ständig vor der Frage: “Bin ich bereit dafür? Will ich das wirklich?” Erzwingen lässt sich sowieso nichts, aber in diesen Momenten fühlt es sich noch schwieriger an, als es so schon sein kann. Diesen Zwiespalt vermittelt Emma Scott mit ihrer Protagonistin Kacey sehr gut. Als Leser spürt man jeden einzelnen Zweifel, den sie hegt.

KLISCHEES AM LAUFENDEN BAND
Jetzt muss ich leider zum Schluss kommen, von dem ich immer noch etwas enttäuscht bin, weil er meiner Ansicht nach viel zu viele Klischees auf einmal bedienen will. Da ich an dieser Stelle Spoiler vermeiden will, versuche ich zu umschreiben, was mich stört. Eigentlich hatte ich bereits ein passendes Ende der Geschichte im Kopf. Doch Emma Scott hatte scheinbar festgestellt, dass sie bisher kaum Klischees bedient hatte. Also hat sie zum Rundumschlag ausgeholt und gefühlt alle Vorurteile, die man zu Romantik-Kitsch-Stories haben kann, auf die letzten Kapitel verteilt. Für mich ehrlich gesagt zu viel des Guten. Daher ist mein Urteil nicht ganz so positiv, wie ich es erhofft hatte.

Fazit
Alles in allem ist die Geschichte ein guter Abschluss der Dilogie. Aber die Klischeekeule hat dem Ende leider nicht gut getan.

Veröffentlicht am 04.12.2019

Kein Roman für Zwischendurch

All In - Tausend Augenblicke
0

All in lag eine sehr lange Weile auf meinen SuB. Ich hatte es schon vor einer Weile gekauft, aber war nie richtig dazu gekommen es zu lesen, dann bekam ich von Lyx auf Netgalley die Zusage für den zweiten ...

All in lag eine sehr lange Weile auf meinen SuB. Ich hatte es schon vor einer Weile gekauft, aber war nie richtig dazu gekommen es zu lesen, dann bekam ich von Lyx auf Netgalley die Zusage für den zweiten Teil als eBook. Also war es endlich an der Zeit auch den ersten Teil zu lesen. Am Ende entschied ich mich für das Hörbuch von Audible, weil ich viel mit dem Auto unterwegs war und wenig richtig lesen konnte.
Der Roman ist ein sehr emotionales Buch, denn Jonah ist schwer krank, als er auf Kacey trifft, doch sie weiß das nicht und verliebt sich in ihn. Beide gehen trotz Jonahs Krankheit eine Beziehung ein. Ich bin ehrlich, schon von Beginn an, war mir klar, wie das Ganze enden würde, doch ich wollte wissen, wie es soweit kommen würde. Emma Scott schafft es im Roman die Emotionen der beiden sehr gut rüberzubringen, sodass es dem Leser leicht fällt, sich in die Charaktere hineinzuversetzen. Auch die Szenen, in denen die beiden intim werden, wirken überhaupt nicht wie ein Porno oder ähnliches. Sie sind glaubwürdig und nicht übertrieben. Noch jetzt bin ich bewegt von der Geschichte und dem Ende und freue mich schon darauf, den zweiten Teil zu lesen bzw. zu hören.

DAS HÖRERLEBNIS VON ALL IN
Wie eingangs erwähnt, habe ich den Roman nicht gelesen, sondern gehört. Daher möchte ich auch das Hörerlebnis bewerten. Die Stimmen von Polly Nolden und Tiziano Renz passen gut zu den Protagonisten. Ich habe beiden sehr gerne zugehört und habe es immer nur schwer geschafft, mich von ihnen zu trennen. Richtig cool wäre es gewesen, Kacey singen zu hören. Ich weiß nicht, ob das im zweiten Band noch passiert oder ob Polly Nolden nicht singen kann, aber ich finde, wenn es schon um eine Sängerin geht, wäre es passend, sie auch mal zu hören. Das würde das Hörerlebnis für mich noch besser machen, denn es gibt so viele Romane über männliche Rockstars und deren Liebesleben, sodass All in mit Kacey aus dem ganzen männerdominierten Genre heraus sticht. Dieser Vorteil sollte dann auch genutzt werden. Wenn es um Musik geht, sollte auch Musik vorkommen.

Fazit
All in ist kein Roman für zwischendurch. Ich habe ihn im Zug zu Ende gehört und musste zum Glück nicht weinen.

Veröffentlicht am 04.12.2019

Starke Fortsetzung

Erebos 2
0

Was passiert, wenn eine künstliche Intelligenz die Macht über unsere Leben bekommt? Der erste Teil von Erebos hat vor knapp zehn Jahren schon gezeigt, was sie ohne Instagram und Whatsapp kann. Jetzt hat ...

Was passiert, wenn eine künstliche Intelligenz die Macht über unsere Leben bekommt? Der erste Teil von Erebos hat vor knapp zehn Jahren schon gezeigt, was sie ohne Instagram und Whatsapp kann. Jetzt hat das Programm dazugelernt und kann Messenger und soziale Netzwerke nutzen. Für viele Spieler steht die Existenz auf dem Spiel. So auch für Nick, der vor 10 Jahren das Spiel gemeinsam mit seinen Freunden abgeschaltet hat. Doch jemand hat die Software wieder eingeschaltet und sie hat Nick als einen von mehreren ehemaligen Spielern ausgewählt, um erneut eine Mission zu erfüllen.

Es ist gruselig zu wissen, was eine Software schaffen kann. In der Zwischenzeit sind die Serie Wishlist und der Roman Nerve erschienen, die auf dem gleichen Prinzip wie Erebos basieren, aber bereits mit sozialen Netzwerken arbeiteten. Jeder Leser wird sich fragen: Wie würde ich handeln? Ich bin ehrlich, wenn meine Existenz auf dem Spiel stünde, würde ich mir zweimal überlegen, ob ich aussteige. Sicherlich macht man sich dabei erpressbar, aber je nach dem, was mein Einsatz ist, muss ich entscheiden. Das hat Ursula Poznanski auch im zweiten Teil des Romans aufgezeigt. Ehrlich gesagt bin ich gespannt, ob es einen dritten geben wird.

Ich habe mittlerweile das Gefühl, die Geschichte um Erebos ist noch nicht komplett erzählt worden. Und jedes Mal aufs Neue wird es sehr spannend, wie Nick und seine Freunde agieren. Auch dieses Mal zumal das Programm dieses Mal jeden Schritt von Nick verfolgen konnte und es Konsequenzen gab, wenn er nicht spurte. Kann das gut gehen? Wie kommt Nick aus der Sache heraus? Und warum zur Hölle wurde Erebos erneut eingeschaltet? Das sind die Fragen, die sich der Leser von Beginn anstellt und die erst gegen Ende beantwortet werden, was es sehr schwer macht, das Buch nicht in einem Stück zu lesen. Ich habe länger gebraucht, weil ich immer nur im Zug gelesen habe, aber den Schluss hab ich dann zu Hause gelesen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe.

Fazit
Ursula Poznanski schafft es von der ersten bis zur letzten Seite, den Leser an den Roman zu fesseln. Die 500 Seiten vergehen dabei wie im Flug.

Veröffentlicht am 04.12.2019

Starker Jugendroman

Ich bin V wie Vincent
0

Mobbing geht uns alle etwas an. Egal ob Täter oder Opfer. Niemand kann behaupten, dass er noch nie etwas damit zu tun hatte. Daher setzt der Roman von Lucinde Hutzenlaub genau dort an. Milo ist mit seinen ...

Mobbing geht uns alle etwas an. Egal ob Täter oder Opfer. Niemand kann behaupten, dass er noch nie etwas damit zu tun hatte. Daher setzt der Roman von Lucinde Hutzenlaub genau dort an. Milo ist mit seinen Eltern nach Deutschland gezogen – direkt aus Namibia. In seiner neuen Klasse hat er keine Chance sich auch nur eine Sekunde zu integrieren. Sofort legt Max los und mobbt Milo. Doch statt etwas dagegen zu tun, schauen die meisten weg oder tun so, als fänden sie den Scheiß, den Max abzieht, auch noch lustig. Ganz ehrlich? Ich hätte Max beim Lesen so gerne und vor allem oft auf die Füße gekotzt. Er ist einfach nur widerlich. Aber man muss damit auch zugeben, dass die Autorin einen sehr guten Charakter erschaffen hat. Wenn ein Antagonist so dermaßen Arschloch ist, dann ist er gut gestaltet. Ich weiß ehrlich gesagt gerade nicht, wann ich dieses Gefühl zuletzt hatte.

ANGRIFF IST DIE BESTE VERTEIDIGUNG?
Im Verlauf der Geschichte wird eines sehr deutlich: Die Mehrheit der Mitschüler von Milo sind überfordert. Sie wissen nicht mit Max umzugehen. Er hat die Macht über alle. Wie er dazu gekommen ist, wäre ein Spoiler. So viel sei gesagt, einige hat er einfach in der Hand. Man spürt sehr oft die Hilflosigkeit, die die Mitschüler umgibt. Ich kenne das Gefühl sehr gut. Aber von der Seite des Opfers. Irgendwann beginnt man einen Weg einzuschlagen. Oftmals gibt es da nur zwei Möglichkeiten: Man zieht sich selbst Stärke aus der Situation und zeigt über kurz oder lang den Tätern, dass sie einen nicht brechen oder man gibt sich dem Mobbing hin und geht daran kaputt. Milo entscheidet sich für den ersten Weg. Doch er versteckt sich hinter seinem erschaffenen Alter Ego. Und das bringt nicht nur ihn in Schwierigkeiten.

Die Geschichte beweist wieder, wie wichtig es ist, seine Stimme zu erheben – egal wann. Immer wenn jemandem Unrecht widerfährt, sollte man sich für ihn einsetzen.

Fazit
Liebe Deutschlehrer da draußen, bitte nehmt solche – am besten diese – Geschichten in euer Leselisten auf! Sie sind sehr wichtig für die künftigen Generationen. Es muss mehr Milos auf dieser Welt geben.

Veröffentlicht am 04.12.2019

Leider teils etwas zäh

Show. Ein Netz aus Liebe und Lügen
0

Show und ich … ein Verhältnis für sich. Ich bin immer noch, auch nach der letzten Seite, noch sehr zwiegespalten, was meine Meinung zu der Geschichte um Klara angeht. Anfangs hatte ich das Gefühl, die ...

Show und ich … ein Verhältnis für sich. Ich bin immer noch, auch nach der letzten Seite, noch sehr zwiegespalten, was meine Meinung zu der Geschichte um Klara angeht. Anfangs hatte ich das Gefühl, die Story startet gar nicht durch, aber ich habe ihr eine Chance gegeben, weil ich Hoffnung hatte, dass sie Fahrt aufnehmen wird. Dem war dann auch so. Und dann kam der Schluss. Wieder zähfließender Verkehr. Ich hatte so ein Autofahrten-auf-der-Autobahn-Feeling. Mal ging’s gut voran, mal eher zäh. Jetzt … nach der letzten Seite sitze ich nun hier und versuche, die Rezension zu schreiben. Es fällt mir schwer, weil ich so viel Hoffnung in die Story hatte, da die Thematik sehr aktuell ist und bei vielen wohl Salz in eine klaffende Wunde streuen wird.

WIE WEIT DÜRFEN JOURNALISTEN GEHEN?
Charlotte Couvé hat die Themen Social Media, Cybermobbing und Mediengeilheit in eine Geschichte gepackt, weil sie einfach zusammen passen wie die Faust aufs Auge. Jetzt kann ich endlich zum positiven Teil kommen. Die Autorin hat das in meinen Augen sehr gut umgesetzt. Ich schüttele immer noch den Kopf, wenn ich nur an die Journalisten denke. Das Problem ist nämlich, dass die sich in US-Manier wie Paparazzi aufgeführt haben. In Deutschland ist das jedoch verboten. Vielleicht erinnert ihr euch an einen Beitrag, den ich vor 4 1/2 Jahren geschrieben habe: Wie weit dürfen Journalisten gehen?Ich könnte an dieser Stelle jetzt fragen, ob die Autorin davon wusste, oder ob es einfach aus Unwissenheit Teil der Geschichte wurde, dass Journalisten ganze Straßenzüge über Tage hinweg belagert haben. Ich setze einfach mal das wissen voraus und denke, dass es einfach der Handlung zu verschulden ist, weil es einfach so passend war. Für mich ist es immer wieder schockierend, was Journalisten für eine gute Story tun. Da ich selbst als Journalistin arbeite, frage ich mich da durchaus, wo die Moral und Ethik bleiben. Wobei ich natürlich auch in Frage stelle, ob ich soweit gehen würde – aber diese Frage beantworte ich mit einem klaren “Nein”. Bevor ich meine Moral und Ethik über den Haufen werfe, gebe ich lieber meinen Job auf. Aber zum Glück weiß ich, dass ich dahingehend abgesichert bin.

ALLES FÜR DIE KLICKS?
Mit der App Show will Victor Martens gegen Cybermobbing vorgehen. Aber ich sehe da ein Problem: So ritterlich seine Idee ist, so erkennt man schnell, dass Zurschaustellungen auch Teil seines Werkes sind. Wie auch bei Instagram tun die Mädchen alles, um das vermeintlich perfekte Foto ins Netz zu stellen. In der App gibt es keine Kommentarfunktion. Die Nutzer können nur Punkte vergeben, aber auch das ist doch im Grunde genommen eine Art des Mobbings, wenn ich ein Foto scheiße finde, bekommt es wenig bis keine Punkte. Betroffene fühlen sich dann auch schlecht im Vergleich zu anderen mit vielen Punkten. Darauf geht die Autorin nicht näher ein, aber es ist auch ein Aspekt, der für mich offen bleibt. Für mich will sich Victor hinter seiner scheinbar perfekten Idee gegen Mobbing verstecken.

FAZIT
So viel ich auch gemeckert habe: Charlotte Couvé hat eine aktuelle Thematik in eine gute Geschichte, die ihre Schwächen hat, gepackt. Gespickt mit verschiedenen Aspekten ist die Story am Ende dennoch rund und abgeschlossen. Wir können durchaus gespannt sein, was die Autorin als nächstes für uns hat.