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Freda_Graufuss

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.09.2019

Wer will nette Waldmeisterinnen sehen?

Die Waldmeisterinnen
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Der muss in den Wildwood Forest gehen. Hier leben die beiden liebreizenden Zwillingsschwestern Holly Holunder und Lia Lavendel. Sie sind erst kürzlich hierher gezogen, denn in ihrem ursprünglichen Domizil ...

Der muss in den Wildwood Forest gehen. Hier leben die beiden liebreizenden Zwillingsschwestern Holly Holunder und Lia Lavendel. Sie sind erst kürzlich hierher gezogen, denn in ihrem ursprünglichen Domizil wurde es ihnen zu laut. Nun genießen sie wieder die Ruhe des Waldlebens und versuchen sich nützlich zu machen, indem sie den Tieren des Waldes bei ihren Problemen helfen. Holly tut dies mit Hilfe ihres Geistes, sie erfindet gern spektakuläre Konstruktionen und Lia mit Hilfe ihrer Hände, denn sie bäckt ziemlich gern.

Damit ist die Geschichte eigentlich schon sehr gut zusammengefasst. Viel mehr passiert auf den 130 Seiten nämlich nicht wirklich. Dafür ist die Sprache schon etwas anspruchsvoller. Meine großer Tochter ist mittlerweile in der zweiten Klasse und eine recht gute Leserin, aber dieser Text war ihr noch zu schwer und zu lang. Daher musste Mama das Ganze vorlesen. Und die, also ich, tat sich damit überraschend schwer. Einige Sätze waren so komisch geschrieben, dass ich mich doch das eine oder andere mal verholperte. Und das nicht nur, wie sonst, wenn ich abends schon zu müde war zum konzentriertem Vorlesen.
Dazwischen tauchten immer mal wieder englische Wörter auf, was an sich nicht schlimm ist, wenn man ansonsten von der Geschichte nicht davon ausgehen würde, dass hier eigentlich für 8-Jährige geschrieben wurde.

Ich, als Mama, tat mich also mit der Geschichte recht schwer und wirklich gefallen hat sie mir nicht. Meine Zuhörerin dagegen war begeistert. Sie liebte die Illustrationen, die auf eigentlich jeder Seite mal klein, mal in voller Größe zu sehen war. Sie liebte Lia und Holly und wie hübsch und bunt sie gezeichnet waren. Und sie mochte auch die Geschichte und hat das eine oder andere mal bei einer Anekdote herzlich gelacht.

Daher lässt sich auch Mama gern breitschlagen und schreibt hiermit nicht nur eine wohlwollende Rezension, sondern vergibt von uns beiden in Summe 4 von 5 Sternen. Einen eventuellen Teil 2 muss sich das Großkind dann aber trotzdem von ihrem Taschengeld kaufen

  • Spaß
Veröffentlicht am 28.09.2019

Schöne Gute-Nacht-Geschichte für kleine Mädchen und Jungen

Die kleine Spinne Widerlich sagt Gute Nacht (Pappbilderbuch)
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Kleine Kinder brauchen feste Rituale - vor allem, wenn sie am Ende des Abends endlich zur Ruhe kommen sollen. Dabei helfen kann auch ein geeignetes Gute-Nacht-Buch. Davon gibt es mittlerweile zur Genüge. ...

Kleine Kinder brauchen feste Rituale - vor allem, wenn sie am Ende des Abends endlich zur Ruhe kommen sollen. Dabei helfen kann auch ein geeignetes Gute-Nacht-Buch. Davon gibt es mittlerweile zur Genüge. Auch von der Spinne Widerlich ist nun solch eine Gute-Nacht-Geschichte entstanden. Aber ob sie auch gut ist?

Auffallend ist zunächst einmal die gelungene Illustration. Der große gelbe Mond auf der Titelseite kam sofort gut an und wurde ausführlich bewundert. Auch die anderen Seiten waren auf den zweiten Blick sehr detailreich und absolut sehenswert. Total niedlich (für mich als Erwachsener schon fast zu niedlich) sind hier die unterschiedlichen Spinnen gezeichnet, die doch sonst im Haus nur als Untiere verschrien sind. Sie sind aber nicht nur niedlich, sondern haben auch unterschiedliche Eigenschaften oder Hobbies. So strickt etwa Tante Igitte, die die kleine Spinne Widerlich bei ihrer Gute-Nacht-Runde besucht, leidenschaftlich gern.

Die Geschichte selbst ist recht knapp gehalten. Perfekt als Gute-Nacht-Geschichten-Abschluss (bei uns reicht ein so kurzes Buch nicht). Das hat übrigens auch den Vorteil, dass man - falls es spät geworden ist - wenigstens noch die Zeit hat DIESE eine Buch vorzulesen. Die Wichtigkeit von Ritualen hatte ich ja schon erwähnt
Wenn man sich nicht mit langen Erklärungen und betrachten der einzelnen Seiten aufhält, ist man in nicht einmal fünf Minuten durch. Der Text ist in Reimform. Auch praktisch, denn hat man keine Lust mal zu lesen, kann man sich von seinem 3./4-jährigen den Text spätestens nach zwei Wochen auch einmal "vorlesen" lassen. Meine Beiden daheim finden/ fanden das immer ganz toll.

Wir haben das Buch übrigens schon an den Nachbarsjungen weitergereicht. Für mich doch etwas überraschend, findet auch ein Traktor- und Baggerbegeisterter Junge gefallen an der kleinen Spinne WIderlich.

Daher von uns: eine Kaufempfehlung. Viel Spaß beim abendlichem Ritual.

  • Spaß
Veröffentlicht am 27.08.2019

Meerschwein im Geschwisterkrieg

Als uns Einstein vom Himmel fiel
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Nia und Luke sind Einzelkinder und schon seit dem Kindergarten miteinander befreundet. Daher finden es Beide richtig cool, dass sich ihre Eltern ineinander verliebt haben und die alle nun zusammen wohnen ...

Nia und Luke sind Einzelkinder und schon seit dem Kindergarten miteinander befreundet. Daher finden es Beide richtig cool, dass sich ihre Eltern ineinander verliebt haben und die alle nun zusammen wohnen werden. Das Zusammenziehen läuft dabei zunächst absolut harmonisch ab: Nia übergibt ihren neuen Bruder sogar bereitwillig ihr größeres Zimmer, damit dieser dort sein Schlagzeug auch rein bekommt. Doch bald gibt es Streit: um die Wahl des Wochenendausflugs, um das Essen, um den Platz auf der Couch, das Fernsehprogramm. So dauert es auch nicht lange, bis die beiden besten Freunde schon bald in einen erbitterten Geschwisterkrieg ziehen, der sich immer weiter hochschaukelt. Bis.... ja bis eben Einstein vom Himmel fällt.

Meiner Tochter (und auch mir) hat die Geschichte in vielerlei Hinsicht gefallen. Zunächst ist es einfach urkomisch, wie die beiden sich gegenseitig immer fiesere Streiche spielen. Dabei wird niemand verletzt, aber peinlich wird es allemal. Und der Leser mit etwas ausgeprägter Schadenfreude hat eine Menge zu kichern.

Außerdem kommt die Geschichte zwar mit einer Moral (vertragt euch, redet miteinander, schließt Kompromisse) daher, ohne aber zu offensichtlich den moralischen Zeigefinger zu erheben. Die Konflikte und Situationen sind absolut kindgerecht (ab 2./3. Klasse) und auch nachvollziehbar. Wahnsinnig Spannung kommt zwar nicht auf, aber unterhaltsam ist die Geschichte dennoch.
Das die Erwachsenen an einigen Stellen etwas fad bleiben und nix mitbekommen, schiebe ich mal auf die Tatsache "Kinderbuch" und schaue galant darüber weg ;) Die Geschichte verträgt es.

Anders als Erstleserbücher, die gezielt für Erst- und Zweiklässler geschrieben sind, kommt dieses Buch mit relativ wenigen Bildern (die aber dafür sehr schön sind) und einer vergleichsweisen großen Menge Text. Für die knapp 160 Seiten braucht auch ein geübter Leser etwas länger. Leseanfänger sollten also entweder etwas warten oder sich die Geschichte von Mama oder Papa vorlesen lassen. So kann man beim Kuscheln auch wieder mal schön gemeinsam lachen.

Veröffentlicht am 04.05.2019

Don't judge a book by its cover

Der Postbote von Girifalco oder Eine kurze Geschichte über den Zufall
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Hätte ich mich mal an diese alte englische Weisheit gehalten, dann wären mir einige trostlose Augenblicke erspart geblieben. Dann hätte ich nicht 460 Seiten lang hoffen müssen, dass vielleicht doch noch ...

Hätte ich mich mal an diese alte englische Weisheit gehalten, dann wären mir einige trostlose Augenblicke erspart geblieben. Dann hätte ich nicht 460 Seiten lang hoffen müssen, dass vielleicht doch noch etwas aufregendes passiert, ich vielleicht endlich kapiere wer in diesem ganzen Gewirr italienischer Namen noch mal wer war oder, dass am Ende wenigstens etwas großes Unerhofftes auf mich wartet. Alles umsonst.

Vielleicht bin ich auch einfach nicht intellektuell genug, denn das Werk hat durchaus einige Auszeichnungen erhalten. Der Autor (oder zumindest der Übersetzer) versteht es gekonnt mit Wörtern zu spielen und das ganze langweilige Geplänkel in wohlklingende Laute zu packen. Das verhüllt dennoch nicht, dass absolut rein gar nichts passiert.

So geht der Briefträger jeden Tag seine Runde, trifft dabei zahlreiche Dorfbewohner, denen er nicht nur die Post bringt, sondern deren Briefe er heimlich mit liest und sogar abschreibt und archiviert. Ab und an, mischt er sich dabei in ihr Leben ein und versucht ihnen dadurch einen Stoß in die seiner Meinung nach richtige Richtung zu geben. Die meiste Zeit ist er allerdings in der Rolle eines Spanners. Der von außen gierig auf das Leben der Anderen starrt, selbst aber zu feige ist, seines wieder zu ordnen. Kurz gesagt, nicht wirklich ein Sympathieträger.

Als Leser ist man komplett in die Gedankenwelt des Briefträgers eingebunden. Man ist sozusagen der Stalker des Spanners. Dennoch brachte mir das streckenweise nicht sehr viel, da mich die Vielzahl der kalabrischen Namen zu sehr verwirrte. Ich hatte keine Lust, eine Liste zu machen und dadurch tauchten viele Personen nur schemenhaft auf und waren für mich schnell vergessen. Zwei, drei Dorfbewohner, die auch der Postbote stärker im Blick hatte, konnte man zwar noch verfolgen, der Rest ging im wortreichen Ausführungen unter. Für mich war die Lektüre leider eine frustrierende Enttäuschung.

Veröffentlicht am 07.04.2019

Fjelle, mein haariger Freund

Fjelle und Emil - Monstermäßig beste Freunde
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Das es im Schulalltag manchmal laut zu geht kennen alle Eltern. Wenn nun aber unter den Schulkinder ein echtes grünes Monster dabei ist, dann wird es erst recht monstermäßiglaut.
Fjelle, so heißt stadtbekannte ...

Das es im Schulalltag manchmal laut zu geht kennen alle Eltern. Wenn nun aber unter den Schulkinder ein echtes grünes Monster dabei ist, dann wird es erst recht monstermäßiglaut.
Fjelle, so heißt stadtbekannte Monster aus Flusenbek. Er ist nebenbei der beste Freund von Emil, dem Bäckersohn. Was Emil in die gute Position bringt, seine Feunde täglich mit frischen Brötchen zu verwöhnen.
Die restlichen Flusenbek-Schüler finden es nicht ungewöhnlich ein Monster in der Klasse zu haben. Kann es doch sämtliche Schulranzen auf einmal tragen oder ist gern bereit als Schaukel zu dienen. Das es natürlich auch Einschränkungen gibt, daran haben sich alle in der Klasse 4a längst gewöhnt. Fjelle ist nämlich sehr empathisch veranlagt. Das heißt, ist jemand trauig in seiner Nähe so ist Fjelle SUPERtraurig, ist jemand glücklich so ist Fjelle SUPERhappy. Und dann geht schon einmal ein Stuhl im Glückrausch zu Bruch.

Alles könnte also nicht besser sein, wäre da nicht der neue Schuldirektor, der, sagen wir mal, nicht ganz so auf Monster steht. Der Schulalltag wird dadurch nicht gerade einfacher für Emil und sein Monster, da es zu Gefühlsausbrüchen neigt, auch wenn es noch so gutherzig ist. Vielleicht kann Yoga hierbei helfen?!

Fjelle und Emil - monstermäßig beste Freund von Anne Scheller ist ein Kinderbuch aus dem Baumhaus-Verlag, mit sehr schönen Illustrationen von Nina Dulleck. Es ist sowohl für kleine Lesebeginner als auch zum gemeinsamen Vorlesen geeignet, da die Kapitel nicht allzu lang sind. Durch die kindgerechte Sprache lässt es sich flüssig lesen.

Dabei stellt das Buch auch wichtige Themen des Alltags in den Mittelpunkt. Wie reagiere ich bei offensichtlicher Ausgrenzung, ja Mobbing in der Schule? Traue ich mir zu Paroli zu bieten und für meine Freunde einzustehen? Auch wenn sie sich offensichtlich von den Anderen unterscheiden. Kann es nicht auch spannend sein, wenn Jemand anders ist?

Zusammenfassend gefiel mir und meinen jungen Zuhörerinnen das Buch sehr gut. Die Geschichte las sich flüssig und war in sich verständlich. Die angesprochenen Probleme waren nicht aus der Luft gegriffen, sondern absolut nachvollziehbar. An einigen Stellen kullerten dann aber doch dicke Tränen. Die Ausgrenzung von Fjelle war zeitweise schon ziemlich heftig. Da es am Ende aber glücklicherweise (oder selbstverständlich) ein Happy-End gab, haben sich dennoch auch die kleinen Zuhörer mit dem Buch versöhnen können.

Aus unserem Haus daher eine eindeutige Leseempfehlung. Die Geschichte kann auch gut zum Nachdenken und Reden über das hier angesprochene Thema genutzt werden.

  • Cover "Fjelle und Emil"
  • Cover "Böse Jungs"
  • Bastelspaß
  • Lesespaß