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Veröffentlicht am 04.08.2025

Diese Rezension wird Ihr Leben verändern! (Lesen Sie jetzt, was Sie im Buch erwartet...)

QualityLand 2.0 (QualityLand 2)
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Gewohnt witzig beschreibt Marc-Uwe Kling in seiner Fortsetzung für seine erste lustige Dystopie "Qualityland" eine nicht ganz so ferne Zukunft, in der die Technik und der Kapitalismus das Leben der Menschen ...

Gewohnt witzig beschreibt Marc-Uwe Kling in seiner Fortsetzung für seine erste lustige Dystopie "Qualityland" eine nicht ganz so ferne Zukunft, in der die Technik und der Kapitalismus das Leben der Menschen bestimmen. Die Handlung setzt dabei nur kurze Zeit nach dem ersten Teil ein, sodass es sich auch gut anbietet, den ersten gleich vorher noch einmal zu lesen.

Dies braucht man jedoch nicht, da Kling durch die Beschreibung der "Dramatis Personae" nicht nur die Erinnerung an die Figuren aus dem ersten Teil, sondern auch gleich dessen Handlung wieder wachruft. Von der ersten Seite an besticht das Buch vor allem dadurch: Klassische wie auch digitale Elemente - von Disclaimer über Dramatis Personae über die Fußzeilen bis hin zu den eingeschobenen Werbetafeln - , die in der Form perfekt zum Gesamtkonzept passen. Beim Lesen stellt sich dadurch sofort das altbekannte Gefühl ein, dass hier alles einen doppelten Boden hat, dass es hier die kaberettistische Metaebene überall durchscheint. Wissenswertes aus dem Bereich Kapitalismus- udn Technikkritik verwebt Kling gekonnt und stets humorvoll mit dem Inhalt des Buches. Leider hinkt aus meiner Sicht der Plot leider dem ersten Teil ein wenig nach. Er ist zwar spannend geschrieben, trotzdem fehlte am Ende das gewisse Etwas zur Großartigkeit.

Von meiner Seite gibt es für das Buch eine eindeutige Leseempfehlung, genauso wie für den Vorgänger sowie die Känguru-Chroniken. An Marc-Uwe Kling geht gerade kein Weg vorbei.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Ein Meta-"Der Fänger im Roggen"-Roman

Was aus uns wird
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David Gilbert beschäftigt sich in seinem ausschweifenden Roman mit der Beziehung zischen Vätern und Söhnen, abenso wie mit dem Literaturbetrieb als auch einer Upper Class Jugend in New York.

Die Grundidee ...

David Gilbert beschäftigt sich in seinem ausschweifenden Roman mit der Beziehung zischen Vätern und Söhnen, abenso wie mit dem Literaturbetrieb als auch einer Upper Class Jugend in New York.

Die Grundidee des Romans ist recht interessant, offenbart sich aber erst in der zweiten Häfte des Buches. Man kommt beim lesen zwar zügig vorwärts aufgrund eines angenehmen Erzählstils, trotzdem ziehen sich die 640 Seiten des Buches massiv. Gilbert erzählt viele unwichtige Passagen bis ins letzte Detail aus, was häufig die Frage aufkommen lässt, was der Autor den Lesern damit vermitteln will. Dies bleibt häufig verschlossen. Eine Begründung könnte in den vielschichtigen Metaebenen des Romans liegen. So wird nicht nur über die Entstehung eines Buches in der Handlung eines Buches erzählt, sondern werden auch viele Parallelen zur englischsprachigen, genauer amerikanischen und en detail Noew Yorker Literaturwelt gezogen, die die Deutsche Leserin nicht immer durchschauen kann. Der Autor spiel weiterhin mit der Wiederholung von interpersonellen Gefügen über verschiedenen Väter-Söhne-Generationen hinweg. Und zuletzt ist das orientierungslose Wandeln eines Oberschichtjugendlichen durch die Stadt New York und durch seine Coming-Of-Age-Geschichte ein Grunpfeiler des Buches. J. D. Salingers "Der Fänger im Roggen" wird dabei nicht nur namentlich im Buch genannt, sondern kommt hier auch die Parallele zu den Hauptprotagonisten des Buches "A. N. Dyer" und dessen Schullektüre-Welterfolg "Ampersand" durch. Generell gehen viele Seiten dieses Buches für "name dropping" der Kulturszene Amerikas verloren. "Verloren", weil diese Passagen der Geschichte des Buches nicht zuträglich sind und ermüden.

Letztendlich ließ sich das Buch zwar gut runterlesen, hätte aber mindestens auf die Hälfte und damit 300 Seite gestrafft werden müssen. Ich empfand es als ein "2,5"-Punkte Buch, entscheide mich jedoch nur für die 3 Punkte, da ich die Frage, ob ich es jemandem als Lektüre empfehlen würde, eindeutig mit Nein beantworten würde.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Zu fragmentarisch

Telluria
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Auf diesen Roman war ich lange Zeit sehr gespannt. Die Geschichte verspricht viel. Eine mögliche Welt in der nicht ganz so fernen Zukunft, in der Russland (mal wieder) zerbrochen ist und vom Adel geführt ...

Auf diesen Roman war ich lange Zeit sehr gespannt. Die Geschichte verspricht viel. Eine mögliche Welt in der nicht ganz so fernen Zukunft, in der Russland (mal wieder) zerbrochen ist und vom Adel geführt wird. Außerdem existiert noch das Land Telluria, in welchem es die Droge Tellur gepresst in Nägeln gibt, welche den Konsumenten direkt ins Gehirn gehämmert werden. Soweit so interessant.

Der Roman ist aber dann gar nicht so romanhaft wie erwartet. In 50 (!) Kapiteln werden collagenhaft und hochfragmentarisch Szenen aus dieser Welt, in der es auch Zwerge und Riesen gibt, der Leserin hingeworfen. Wenn der Verlag im Klappentext schreibt: "... entfaltet Sorokin ein Feuerwerk der Genre und Stile, von Märchenton und orientalischer Poesie bis zur Live-Reportage, von Marco Polo bis Viktor Pelewin." trifft er ausnahmsweise mal komplett ins Schwarze. Vor dem Lesen dachte ich diese beispielhaften Genre treten neben dem erzählten Plot auf. Aber nein, der gesamte Roman besteht daraus. Die skurilsten, häufig völlig zusammenhangslosen Situationen werden geschildert. Auftretende Personen wechseln mit jedem Kapitel. So entsteht zwar nach und nach ein Bild von dieser Fantasie-Welt, Interesse kann das alles aber nicht wecken. Spätestens ab Kapitel 14, in dem 20 cm kleine Zwerge als lebende Vibratoren von Adligen Frauen und Männern genutzt werden, bin ich gedanklich ausgestiegen. Zugegebenermaßen habe ich den Rest des Buches nur noch überflogen. Vielleicht ist mir dabei der tiefere Sinn des Ganzen entgangen.

Mich konnte das Buch mit dem auf den ersten Blick interessanten Thema nicht fesseln. Absurde Szenen wechseln sich ab, bieten sicherlich den ein oder anderen satirischen Moment. Insgesamt jedoch eine Lektüre, die ich mir gern erspart hätte.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

"Nachl im Himml"

Nagel im Himmel
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Die grundsätzlich sehr interessant erzählte Geschichte um das sächsische Mathematikgenie Oliver, welcher bereits als Kind auf eine sogenannte Spezialschule für Mathematik geschickt wird und später zu den ...

Die grundsätzlich sehr interessant erzählte Geschichte um das sächsische Mathematikgenie Oliver, welcher bereits als Kind auf eine sogenannte Spezialschule für Mathematik geschickt wird und später zu den Sternen greift, indem er versucht die Riemannsche Vermutung zu beweisen, konnte mich zwar nicht über das komplette Buch hinweg überzeugen, bleibt aber trotzdem stark in der Grundidee.

Der Plot verfängt sofort von Beginn an. Großartig verwebt Hofmann mathematische Themen mit der Geschichte von Oliver. Gerade die Gratwanderung zwischen Genie, Wahnsinn und Schicksal in der theoretischen Mathematik schält der Autor grandios heraus. Auch die Hürden, die in der Grundlagenforschung genommen werden müssen, ohne "schnelle" Lösungen aufweisen zu können, bannt Hofmann in seinem Roman. Mathematikinteressierte Leser werden sich hier über die ausführlichen Beschreibungen freuen. Leider schwächelt der Mittelteil meines Erachtens ein wenig. Die emotionale Spannung wird aber vor allem zum Ende hin immer mehr verstärkt, sodass ich das Buch auf den letzten 80 Seiten gar nicht mehr weglegen wollte.

Ein massiver Kritikpunkt stellt für mich die Entscheidung des Autors dar, weniger intelligente, faule und in ihren Ansichten zweifelhafte Charaktere durch starken sächsischen Dialekt zu brandmarken. Dass es auch an Hochschulen durchaus hochintelligente Menschen gibt, die sich nicht darum scheren, ob sie nun Hochdeutsch oder im Dialekt sprechen, ignoriert der Autor vollkommen. So wird leider das Klischee vom dummen, faulen, voreingenommenen und auch asozialen "Ossi" vollständig bedient. Zum Teil waren die Dialoge im Sächsischen einfach zu anstrengend zu lesen und haben dem Roman den Lesefluss über weite Strecken geraubt.

Grundsätzlich gefällt mir also die Idee, diesen filmreifen Plot in Sachsen anzusiedeln, andererseits wurde hier zu stark in Schubladen gedacht. Ein großer Pluspunkt bleibt das gekonnte Einbinden der Mathematik. 3,5 Sterne meinerseits dafür, mit einem wohlwollenden Schubs nach oben. ;)

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Bis zur Hälfte gut, danach eher vernachlässigbar.

Das Universum der Dinge
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In diesem Buch habe ich offengestanden eher eine Sammlung von Essays zum Thema "Universum der Dinge" und der "Ästhetik des Alltäglichen" erwartet. Liessmann schreibt jedoch ein durchgängig philsophisches ...

In diesem Buch habe ich offengestanden eher eine Sammlung von Essays zum Thema "Universum der Dinge" und der "Ästhetik des Alltäglichen" erwartet. Liessmann schreibt jedoch ein durchgängig philsophisches Werk über alltägliche und auch weniger alltägliche Dinge. So setzt er sich zunächst mit der Herkunft unserer in der Überflussgesellschaft existierenden Dinge auseinander. Die Verbindung, die im Industriezeitalter zwischen Herstellung, Produkt und Besitzer immer weiter auseinander gewandert ist, wird - wie im Klappentext beschrieben - recht interessant aufgearbeitet. Auch die Betrachtung bzw. Unterscheidung von Kunst und Kitsch bleibt noch interessant in der Lektüre. Mit zunehmenden Abklappern verschiedener Themenbereiche wurde mit das Buch jedoch nach den ersten 80 bis 100 Seiten zunehmend uninteressant. Hier fehlte mir dann der genannte essayistische Touch, die persönliche Auseinandersetzung des Autors mit den Dingen des Alltags.

Insgesamt mal eine nette Lektüre aus dem Bereich "Philosophie des Alltäglichen", jedoch auch nicht zwingend der Rede wert.

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