Nevabacka
Moorhöhe „Das Spinnrad surrt am brennenden Feuer, und wir weben der Sagen Band. Lodere Feuer der Vorzeit! Erleuchte unsere Tat! Leuchte durch die Zeit – führe die Söhne zurück zum Hof ihrer Väter!“
Dieses ...
„Das Spinnrad surrt am brennenden Feuer, und wir weben der Sagen Band. Lodere Feuer der Vorzeit! Erleuchte unsere Tat! Leuchte durch die Zeit – führe die Söhne zurück zum Hof ihrer Väter!“
Dieses Gedicht von Alexander Slotte läutet auf Seite 163 das 19. Jahrhundert ein. Doch die Geschichte des Hofes Nevabacka beginnt bereits im 17. Jahrhundert. Sie erzählt vom Aberglauben der frühen Bewohner, von Angst und Respekt vor den Moorgeistern, von Wiedergängern und Abtrünnigen. Sehr deutlich zeigt es die Veränderung der Lebensweise über die Jahrhunderte hinweg. Wunderschöne Naturbeschreibungen lassen vor dem inneren Auge ein Bild der Gegend hoch oben im Norden entstehen; an der Grenze zwischen Schweden und Finnland.
Die 1977 geborene Autorin hat in ihrem ersten Buch für Erwachsene unterschiedliche Schreibstile verwendet,;mal wird von außen erzählt, ein anderes Mal sind es Briefe, die tief ins Innere einer Person hineinschauen lassen. Auch Tagebucheinträge einer 13-jährigen lockern den Stil auf.
So bekommt man als LeserIn einen guten Eindruck über die Entwicklung der Menschen und der Gegend über die Jahrhunderte hinweg, bis der Hof schließlich in der Jetztzeit dem Verfall nahe ist.
Die früheren Jahrhunderte mit ihrem Aberglauben, den Amuletten und Talismane waren mir noch sehr fremd, doch je weiter ich las, desto mehr fesselte mich diese ruhige Erzählung. Die Bewohner und die Besucher des Hofes wuchsen mir ans Herz und ich hätte gerne noch mehr davon gelesen.
Fazit: Ein besonderes Leseerlebnis!