Brüder - oder nicht?
Der Junge aus dem MeerEines Tages taucht am Strand ein Findelkind auf. Das ganze irische Fischerdorf kümmert sich abwechselnd darum, bis der Fischer Ambrose sich entschließt, es in seiner Familie aufzunehmen. Sein eigener Sohn ...
Eines Tages taucht am Strand ein Findelkind auf. Das ganze irische Fischerdorf kümmert sich abwechselnd darum, bis der Fischer Ambrose sich entschließt, es in seiner Familie aufzunehmen. Sein eigener Sohn ist etwa zwei Jahre alt und von Anfang an dem Eindringling skeptisch. Während sein Vater überzeugt ist, eine gute Tat vollbracht zu haben, schaukelt sich die Eifersucht auf. Nachdem Ambrose eine Zeitlang finanziell ganz gut dastand, verdient er nun nicht mehr genug für die Familie und Schulden häufen sich auf. Gleichzeitig macht Phyl ihrer Schwester Christine, Ambroses Frau, die Hölle heiß. Sie möchte, dass sie sich mehr um den alt gewordenen Vater kümmert und da das wegen der eigenen Familie mit zwei Kindern nicht möglich ist, fordert Phyl häufig Geld von ihr.
Die beiden „Brüder“ sind nicht nur vom äußeren her sehr unterschiedlich, auch ihre Charaktere sind konträr. Brendon, der schmächtige, adoptierte Sohn ist von der ganzen Dorfgemeinschaft gern gesehen, weil er auf die Menschen zugeht. Er redet zwar wenig, aber hört gerne zu, was alle sehr schätzen. Bei ihm können sie ihre Sorgen und Nöte abladen. Der robuste Declan dagegen ist unbeholfen und störrisch und kommt ganz nach dem Vater. Er versucht ständig, bei seinem Vater die erste Geige zu spielen, was ihm aber nicht so recht gelingen will. So entstehen natürlich viele Spannungen, der der Autor auszubauen weiß.
Das Leben im Dorf, wo jeder jeden kennt, verläuft ruhig und plätschert zwischendurch vor sich hin. Doch gibt es auch durchaus spannende Episoden, die ich sehr gern gelesen habe. Vor allem in der zweiten Hälfte des Buches sieht es so, als würden sich die Brüder nach dem Tod des Vaters endgültig entzweien. Oder vielleicht doch nicht?