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Veröffentlicht am 27.01.2026

Atmosphärische Qeere Urban Romantasy

Cage of the Moon
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Cage of the Moon von Noah Stoffers stellt klar die Figuren in den Mittelpunkt. Die Handlung wird nicht von einem großen, äußeren Plot bestimmt, sondern von den Entscheidungen und Bedürfnissen der Hauptfiguren ...

Cage of the Moon von Noah Stoffers stellt klar die Figuren in den Mittelpunkt. Die Handlung wird nicht von einem großen, äußeren Plot bestimmt, sondern von den Entscheidungen und Bedürfnissen der Hauptfiguren selbst. Dadurch entsteht ein sehr persönliches, emotionales Leseerlebnis. Statt Weltuntergangsszenarien stehen individuelle Konflikte und Entwicklungen im Fokus – ein Ansatz, den ich nach vielen stark handlungsgetriebenen Romanen als ausgesprochen wohltuend empfunden habe.

Positiv hervorzuheben ist das Liebesdreieck - also mal ein richtiges Dreieck, mit einer Poly MFM Konstellation. Auch das Worldbuilding überzeugt: Es erklärt genau so viel wie nötig, wirkt dadurch sehr solide und überfrachtet die Handlung nicht.
Die dargestellte Vielfalt ist tief in den Charakteren verwurzelt und trägt spürbar zur Handlung bei, statt bloßes Beiwerk zu sein.

Die letzten etwa 20 % des Romans empfand ich als besonders spannend gestaltet, was den Gesamteindruck nochmals intensiviert und den Leser bis zum Ende gefesselt hat.

Es gibt einige Spice Szenen in dem Buch, und es wird auch zwischendurch etwas gorig. Daher würde ich das Buch eher Erwachsenen empfehlen.
Empfehlen würde ich es jedoch allemal, ich hab es richtig gern gelesen. Also an alle die Urban Romantasy / Paranormal Romace mögen, sollten sich Cage of the Moon unbedingt holen!

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Aktuelle Dystopie

Whispers of Destiny
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Ich bin mit einer völlig falschen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. Der Klappentext klang lustig, und so dachte ich, es würde eine witzige Fantasy-Satire werden.

Und das ist es ganz und ...

Ich bin mit einer völlig falschen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. Der Klappentext klang lustig, und so dachte ich, es würde eine witzige Fantasy-Satire werden.

Und das ist es ganz und gar nicht.

Die Protagonistin ist eine mittlerweile recht typische Figur in Fantasyromanen: forsch und vorlaut, teils sogar dreist, sie handelt erst und denkt später. Das lockert und erheitert das Ganze stellenweise, doch im Kern ist das Buch eher eine Abrechnung mit aktueller Politik, Kapitalismus und Konsumverhalten, Klimapolitik sowie der Verantwortung und den Entscheidungen jedes Einzelnen.

Dabei werden viele Dinge bitterböse aufs Korn genommen: vom Handyverhalten über Influencer und Frauenmagazine, den Immobilienmarkt bis hin zu einem gewissen amerikanischen Politiker mit orangem Teint. Zwischendurch geht es außerdem um Verlust, Trauer und den Wert eines einzelnen Lebens.

Teilweise war ich mir nicht sicher, was dieses Buch eigentlich sein möchte. Als reine Unterhaltung sind die Themen zu schwer (man muss schon sehr dumpf sein, um davon gar nichts mitzunehmen), als Sozialkritik hingegen bleibt es mir stellenweise zu flach, und das Ende wird zu schnell aufgelöst.

Die Liebesgeschichte hätte es für mich tatsächlich nicht gebraucht. Eine einfache, gute Freundschaft, gern mit vorsichtiger Perspektive auf mehr, hätte sich für mich runder angefühlt.

Einige Dinge werden nicht erklärt, und das Magiesystem ist sehr wackelig. Das stört aber letztlich nicht allzu sehr, denn ich glaube, dafür ist dieser Roman auch nicht gedacht.

Fazit: Ein Buch mit klarer Haltung und vielen wichtigen Themen, das zum Nachdenken anregt, aber tonal zwischen Unterhaltung und Gesellschaftskritik schwankt. Wer eine leichte, humorvolle Fantasy erwartet, wird enttäuscht sein; wer sich auf politische und gesellschaftliche Untertöne einlässt, findet hier durchaus Stoff zum Reflektieren.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Tolle Story mit viel zu abruptem Ende

Royal Heist
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Nach vielen düsteren Fantasywelten hatte ich Lust auf etwas Leichteres – eine fluffige Romance mit Unterhaltungsfaktor – und genau das bietet dieses Buch zunächst auch.

Grundsätzlich bin ich „im echten ...

Nach vielen düsteren Fantasywelten hatte ich Lust auf etwas Leichteres – eine fluffige Romance mit Unterhaltungsfaktor – und genau das bietet dieses Buch zunächst auch.

Grundsätzlich bin ich „im echten Leben“ kein großer Fan des britischen Königshauses. Für mich wirkt es überholt und problematisch in seiner historischen wie finanziellen Grundlage. Umso amüsanter fand ich es, dass die drohende Abschaffung der Monarchie im Roman selbst thematisiert wird. Die Geschichte präsentiert eine moderne, deutlich glamourösere und „sexyere“ Abwandlung der englischen Royals, bedient sich mancher realer Schauplätze und Fakten, bleibt ansonsten aber klar im fiktionalen Bereich.

Ich liebe Heist-Romane, meist im Fantasy-Setting, aber auch hier hat mich das Konzept überzeugt. Der erste große Coup ist hervorragend umgesetzt: Man erlebt, wie alles reibungslos funktioniert und wie kompetent die Beteiligten sind. Das ist mir wichtig, denn nichts lässt mich mehr mit den Augen rollen als angebliche „Meisterdiebe“, die nur scheitern. Die Idee der „The Robbin' Hood“-Crewfand ich mega ❤️

Insgesamt ist der Roman niedlich, unterhaltsam und natürlich stellenweise ziemlich an den Haaren herbeigezogen – aber ich wollte schließlich auch keine Dokumentation lesen. Ich konnte mich schnell für die beiden Hauptcharaktere erwärmen, und auch die Crew ist sympathisch und gut gezeichnet. Manchmal gab es grammatikalisch und mit der Kommasetzung ein paar Dinge die selbst mir aufgefallen sind (und ich achte da eigentlich nicht drauf), wer sich daran total stört sei hiermit gewarnt.

Ein großer Wermutstropfen bleibt jedoch das Ende. Der Cliffhanger ist ausgesprochen unbefriedigend: Die Geschichte endet mitten im Geschehen, ohne dass die zentrale Plotlinie (oder überhaupt irgendwas) abgeschlossen wird. Mit Cliffhangern kann ich leben, wenn sie neue Fragen aufwerfen, nachdem ein Handlungsbogen beendet wurde. Hier fühlt es sich jedoch an, als würde man abrupt aus der Geschichte gerissen. Statt Vorfreude auf den nächsten Band bleibt bei mir leider eher das Gefühl zurück, hingehalten worden zu sein – und das mindert den Gesamteindruck deutlich.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Guter Abschluss, leider unter den Erwartungen

Rebel Witch. Der rote Nachtfalter, Band 2
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Nachdem der erste Band für mich eines der größten Überraschungs-Highlights dieses Jahres war, waren meine Erwartungen an den abschließenden zweiten Teil entsprechend hoch. Der Abschluss ist solide geraten, ...

Nachdem der erste Band für mich eines der größten Überraschungs-Highlights dieses Jahres war, waren meine Erwartungen an den abschließenden zweiten Teil entsprechend hoch. Der Abschluss ist solide geraten, erreicht aber nicht ganz die – zugegeben sehr hohen – Erwartungen, die der Reihenauftakt geweckt hat.

Besonders gelungen finde ich weiterhin die moralische Grauzone, in der sich die Geschichte bewegt. Weder Hexen noch Rebellen nehmen eine eindeutig „gute“ Rolle ein, und das Buch zeigt überzeugend, dass ein gestürztes System nicht automatisch bedeutet, dass das Neue besser ist. Diese Ambivalenz ist für mich einer der stärksten Aspekte der Dilogie.

Auch das komplizierte Vertrauensverhältnis der beiden Hauptfiguren bleibt bestehen. Wie bereits in Band eins können sie sich nicht vollständig aufeinander verlassen und versuchen immer wieder, sich gegenseitig auszuspielen. Das sorgt dafür, dass das Erzähltempo gerade im ersten Drittel recht gemächlich ist. Viele Gedankenspiele, „Was wäre, wenn“-Szenarien und doppelt erklärte Pläne (auch zum Ende hin) bremsen die Handlung merklich aus.

In einer Situation gibt es eine "romantische" Szene, in der die beiden Figuren echt dringend andere Dinge zu tun hätten und das bringt mich ehrlich gesagt immer etwas auf die Palme. Immerhin kommentiert die Protagonistin selbst, wie unpassend der Moment ist.
Auch der magischer Anteil bleibt hinter seinem Potenzial zurück. Über beide Bände hinweg kommen nur wenige verschiedene konkrete Zauber vor. Hier hätte ich mir mehr Vielfalt und Präsenz der Magie gewünscht.

Was mir jedoch sehr gut gefallen hat – auch wenn es nicht allen Lesenden gefallen dürfte –, ist die Entwicklung der Protagonistin. Sie startet als jemand, der die Situation meist unter Kontrolle hat und viel Mut beweist. In diesem Band wächst ihr die Lage jedoch über den Kopf, sie verliert zeitweise ihren Halt und zeigt Schwäche. Ich finde das erst einmal passend, mit allem was ihr in der Zwischenzeit passiert ist und auch für mich einleuchtender, als eine dauernd mutig-starke-visionäre Protagonistin.

Insgesamt hat mich das Buch sehr gut unterhalten, auch wenn der finale Band für mich nicht das erhoffte fulminante Ende bietet. Den ersten Teil hätte ich bedenkenlos auch Lesenden empfohlen, die normalerweise keine Romantasy lesen; beim Abschlussband wäre ich damit vorsichtiger. Fans des Genres und der Reihe werden aber dennoch auf ihre Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Kreativ, Skurrill, Absurd & witzig

Qwert
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Dieses Buch ist ein typischer Moers.
Falls es den typischen Moers überhaupt gibt- die Werke unterscheiden sich zwar teilweise stark voneinander, doch eines haben sie immer gemeinsam: eine geradezu überbordende ...

Dieses Buch ist ein typischer Moers.
Falls es den typischen Moers überhaupt gibt- die Werke unterscheiden sich zwar teilweise stark voneinander, doch eines haben sie immer gemeinsam: eine geradezu überbordende Kreativität. Auch hier sind die Ideen so herrlich skurril, dass ich mich mehrfach gefragt habe, wie man nur auf so etwas kommen kann. Und nicht nur der Text sprüht vor Einfallsreichtum – auch die Illustrationen sind wie gewohnt fantastisch.

Die Figuren sind durchweg liebenswert, allen voran natürlich Qwert und Oyo.

Der Roman ist episodenhaft aufgebaut und in sogenannte Adventurien gegliedert, was das Lesen durch die kurzen Kapitel besonders angenehm macht. Gegen Ende verweben sich die Episoden dann zu einem größeren Ganzen – ganz ähnlich wie bei Käpt’n Blaubär.
Obwohl man Qwert problemlos unabhängig von den übrigen Moers-Romanen lesen kann, empfiehlt es sich meiner Meinung nach, einige davon zu kennen. Zahlreiche Anspielungen und Gastauftritte entfalten ihren Witz einfach besser, wenn man bereits mit Moers Welt vertraut ist.

Überrascht haben mich die teils ungewohnt brutalen oder ekligen Szenen – entweder ist Moers hier direkter geworden oder ich empfindlicher. Ebenso unerwartet, aber sehr charmant, fand ich die kleine Liebesgeschichte, die sich durch den Roman zieht.

Zwischen all den absurden Situationen und Gestalten glänzt Moers erneut mit sprachlichen Spielereien (etwa den vielen Kofferwörtern), originellen Konzepten wie den Viel- und Wiederdenkern und Momenten, bei denen ich laut lachen musste – beispielsweise beim subtilen Seitenhieb auf die Homöopathie.

Ich wurde erneut grandios unterhalten und empfehle dieses Buch allen, die humorvolle, fantasievolle Literatur lieben.

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